Verflixt und zugedröhnt

Ein Unglück kommt ja selten allein. Als die Ungarn am Dienstagabend gerade dabei waren, mir meinen EM-Tipp zu vermasseln (bis dahin war ich in unserer Tippgemeinde auf Rang 2 von 15!), entschloss sich meine Kalkschulter zu einer spontanen Verschlimmerung, die zur Konsequenz hatte, dass ich seitdem weder alleine ein T-Shirt an- oder ausziehen, noch andere Alltagshandgriffe machen kann, ohne vor Schmerzen aufzujaulen. Nachts verharre ich in Sargposition und hoffe auf wenigstens 2-3 Stündchen Schlaf, was aber kaum möglich ist, da ich nunmal kein Rückenschläfer bin. Ibuprofen-600 wollte nicht wirken, sondern stattdessen wieder raus aus mir, so dass mir nichts anderes übrig blieb, als gestern meinen Orthopäden aufzusuchen und um eine Spritze in die Schulter zu bitten, wenn ich denn irgendeine Chance auf aufrechte Teilnahme am heutigen Konzert haben wollte.

Die Spritze brachte keinen durchschlagenden Erfolg, das Frustheulen half ebenfalls nicht weiter, also kroch ich nachmittags  zur Apotheke und holte mir ein Magenmittel, damit Ibu und ich es nochmal miteinander versuchen können. Zusätzlich 30 Tropfen Novaminsulfon (mit erschreckenden Anwendungsgebieten, die weit über meine Kalkschulter hinausgehen) und obendrauf noch zwei Mai Tai (ist nicht zur Nachahmung gedacht!). Und siehe da: 6 Std Schlaf waren heute Nacht drin. Nicht mal den gegen das Fenster prasselnden Dauerregen hörte ich.

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Preparing for the show

Nach dem Morgen- und Mittags-Cocktail (nur Medikamente, kein Mai Tai, ich bin ja nicht pervers) erstmals wahrnehmbare Besserung der Schmerzen. Hurra!
Bruce, du kannst kommen! Ich kann zwar nicht klatschen und meiner Begeisterung durch ungezügelte Motorik Ausdruck verleihen, weil ich den Arm höchsten bis Schlüsselbeinhöhe heben kann, aber bei über 60.000 Fans fällt eh nicht auf, wenn mal einer nicht mithampeln kann. Meine vier Bodyguards werden meine Schulter hoffentlich gut gegen Rempler und Rambos abschirmen, so dass ich um Mitternacht wieder heil zuhause bin.

Und das hoffentlich trockenen Fußes. Denn da wäre noch die Sache mit dem Wetter. Ein paar Tropfen könnte man verschmerzen, aber so ein Dauerregen kann einem ein Open Air schon ziemlich verhageln.
Beim mittäglichen Patrouillieren durch den Olympiapark, in dem sich bereits Fans aus aller Herren Länder tummeln…
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…wehen uns Wind und Soundcheck (ja, er ist da!) fast vom Olympiaberg…
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… aber immerhin scheint stellenweise schon ein Stückchen Blau zwischen den Wolken durch.

Möge der Himmel in den nächsten Stunden noch weiter aufreißen, damit wir um 19 Uhr nicht so einsteigen müssen wie damals vor 3 Jahren:

Das wünscht sich und all den anderen Tramps, die heute Abend hier in München mit im Boot von der Partie sind –
die gedopte Kraulquappe.

8 Gedanken zu “Verflixt und zugedröhnt

  1. Liebste Kraulquappe,
    ich wünsche Dir, trotz all der Torturen, ein unvergleichliches Konzert heute Abend. Du wirst sehen, sobald der Endorphinspiegel im Blut steigt (passiert spätestens dann, wenn Bruce die Bühne betritt) sind die Schmerzen passé und der Flügel geht ganz von selbst wieder nach oben.
    Ich bin in Gedanken ganz fest bei Dir und schwimme heute Abend, nur für Dich, ein paar Runden im Neutraublinger Hallenbad.
    Dein Zaunfink

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