Gewohnheitstiere unterwegs oder: Reisen mit Rasso.

Vor ziemlich genau zwei Jahren, mit Beginn meines ersten Blogs, machte ich mich auf den Weg nach Schweden, genauer gesagt: nach Gotland. Diese Reise markierte eine Zäsur (17 Jahre IT – leb‘ wohl für immer!), weshalb ich unbedingt alleine reisen wollte (naja, das Dackelmädchen durfte schon mit), um den Kopf frei zu bekommen von dem, was hinter mir lag und für das, was die Zukunft vielleicht bereithielte.
Und um zwei Orte aufzusuchen, die ich endlich nicht mehr nur in Filmen sehen, sondern „in echt“ sehen wollte: Die Öresundbrücke und die Insel, auf der Pippi Langstrumpf gedreht wurde. Um dorthin zu gelangen, machte ich unterwegs an weiteren Stationen Halt, von denen ich damals noch nicht wusste, wie gern ich sie wiedersehen wollen würde, nachdem ich einmal dort gewesen bin (sowieso bin ich der Reisetyp „Wiederkommer“). Eine davon war Malmö.

Reisen mit Hund, vor allem, wenn man sie allein unternimmt, sind in mancher Hinsicht eine starke Einschränkung und ein Kompromiss. Größere Touren durch Städte werden z.B. schnell strapaziös, weil an keinem Ende der Leine jemand auf seine Kosten kommt. Der eine will was sehen, vielleicht auch mal ein Lokal, ein Museum, ein Geschäft oder ein Kino besuchen, der andere will im Sand graben, schnüffeln, sausen und spielen. Deshalb habe ich damals die gesamte Tour hundegerecht geplant – und eben auf etliches verzichtet.
Nun, zwei Jahre später, stecke ich mittendrin in der Gegenwart dieser Zukunft, von der ich damals keine Ahnung hatte und auch heute nur bedingt habe. Aber es zieht mich immer noch an den Öresund.

Diesmal bin ich weder wochenlang unterwegs, noch mit Dackel und vollgepacktem Auto (schade eigentlich). Am Dienstag geht es für fünf Tage nach Malmö. Eigentlich wollte ich nach Kopenhagen, was ich aufgrund der Hotelpreise schnell verworfen habe – in Malmö schläft es sich deutlich günstiger. Die Fahrt mit dem Öresundzug rüber nach Kopenhagen ist hingegen sehr preiswert. Also versuche ich, beide Städte zu sehen.

Warum der Gatte nicht mitkommt? Er ist derzeit abgetaucht. Worin? In das hier.

Da muss er erst noch komplett durchtauchen und einen Artikel schreiben, bevor er wieder auftaucht und ansprechbar ist. Das hat zumindest den Vorteil, dass unser Hund bestens betreut zuhause bleiben und ich alleine losziehen kann. Tut ja auch immer mal wieder gut: sich allein in die Welt stellen, allein entscheiden, allein mit Widrigkeiten klarkommen, sich insgesamt etwas Alleinsein um die Nase wehen lassen.
Beim Vorbereiten der kleinen Reise fiel mir auf, dass mein Kopenhagen-Malmö-Führer von Rasso Knoller verfasst wurde. Das muss Schicksal sein! Denn schon vor zwei Jahren reiste ich mit Rassos Unterstützung durch Gotland. Letztes Jahr ließ ich mich im Frühjahr von Rasso durch Helsinki leiten, im Herbst dann durch Stockholm. Und jetzt hab‘ ich ihn schon wieder erwischt – oder er mich!

Grund genug, doch mal genauer nachzuforschen, wer das eigentlich ist, dieser Mann, der mich auf meinen Reisen der letzten zwei Jahre begleitet hat und dessen Bücher mich so begeistern.

Rasso Knoller

Na sowas! Wenn ich mir die Länderschwerpunkte so ansehe, dann die Tatsache hinzunehme, dass es sich für mich sehr bewährt hat, mit Rasso zu reisen und anschließend alle Länder streiche, in denen ich bereits war oder die nicht in Frage kommen, weil ich Fernreisen oder Temperaturen nicht verkrafte, so ergibt sich für die nächsten Jahren folgende Liste an Zielen: Island, Irland, Mecklenburg-Vorpommern, Grönland und Norwegen.

Danke, Rasso, für diese Impulse! Wenn’s jetzt in Dänemark und Schweden wieder so gut klappt mit uns wie bisher, dann folge ich dir weiter – bis ans Ende deiner Publikationsliste.

Diese Vorgehensweise entspricht mir ohnehin ganz und gar: Bewährtem bleibe ich gern treu. Bin noch nie der Typ gewesen für große Experimente. 

So werde ich mit meinem Mann alt werden, immer mit einem Dackel an unserer Seite, Octavia Kombi fahren bis ich den Lappen abgebe, für alle Zeiten mit Persil waschen und Hagebuttenmarmelade essen, Schwimmen bis die Arthrose es nicht mehr erlaubt und natürlich auch auf meiner Beerdigung noch Bruce Springsteen hören, sofern man unterirdisch Musik wahrnehmen kann (wovon ich mal ganz optimistisch ausgehe, weshalb ich den passenden Song schon vor Jahren festgelegt habe).

Eine schöne Urlaubszeit – schon hinter euch, grad mittendrin oder noch vor euch – wünscht
Die Kraulquappe.

13 Gedanken zu “Gewohnheitstiere unterwegs oder: Reisen mit Rasso.

  1. @Gattenbuchfoto: Toll!
    @Frau-Kraulquappe-und-das-Bewährte: Auch toll, dann werden sie Wohl vielleicht hübsch weiterbloggen und die Leserschaft kann hier hübsch Hübsches weiterlesen! Übrigens ist mir erst heute wieder eingefallen, dass ich während meiner Studienzeit in Würzburg mit einem Rauhhaardackel unter einem Dach gewohnt habe. So was.

    Den Knoller werd‘ ich der Tochter empfehlen, die ab Herbst da oben zwei Semester verbringen wird.

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    • Wenn meine Unterkunft das Highspeed-WLAN hat, das sie verspricht, werden Sie wohl recht haben.
      Zum unterfränkischen Teckel, der sich damals tatsächlich noch mit 2x h schrieb: Und, wie haben Sie sich vertragen?
      Der Tochter würde ich das Länderporträt schenken, das bietet einen guten Einstieg.

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      • Mit dem Dackel ausgezeichnet vertragen. Habe ihm im Auftrag der Frau Vermieterin sogar einen Zaun quer durch den Villengarten gebaut, damit er nicht in den Pool purzelt. Und den (beeindruckend großen & tiefen) Pool mal komplett neu gestrichen, innen. So richtig schwimmbadblau. 2 Schichten. Eine sehr befriedigende Tätigkeit. Und natürlich geschwommen, sommers.

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  2. Ich kann Dir auch gerne wieder den mittlerweile bestimmt eigestaubten (oder vielleicht doch nicht weil zuletzt vor 8 Monaten beim Umzug in der Hand gehabt) guten alten Marco Polo Schweden Reiseführer andrehen. Für den Fall, dass Du genug hast, vom Rasso.

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  3. Pingback: Der Bunkeflo und der Glücksvogel. | Kraulquappe

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