Der Bunkeflo und der Glücksvogel.

Sonntagmorgen, Sonne, 21 Grad. Letzter Tag in Malmö.

Nach dem üblichen Frühstücksritual…

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Perfekter Start in den Tag mit Boss, Bodum und Blåbärmüsli.

…sitze ich nun im Hinterhofgarten des Hauses, in dem ich wohne, …

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Ruheoase in der Almbacksgatan. Guter Ort zum Bloggen.

…das Laptop auf dem Schoß (ganz seiner Bestimmung entsprechend), das Kofferpacken und Aufräumen schon weitgehend hinter mir…

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Drei Dinge, die ich niemals teile: meinen gelben Koffer, Hansipolster und Zahnbürste.

…die letzte Runde durch den Schlosspark zum Strand noch vor mir.

Gestern war’s zunächst bedeckt (willkommene Erholung für meinen Sonnenbrand aus Kopenhagen), so dass ich den Vormittag getrost im Stadtteil Hyllie verplempern konnte.

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Zwei Tage nach Landung endlich identifiziertes Flugobjekt in Hyllie.

Beim Aussteigen aus dem Bus wunderte ich mich, dass das UFO von vorgestern immer noch da stand (habe es umrundet und kapiert, dass es ein Wasserturm ist).

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Wer ins Hylliebadet möchte: Aus dem Bus Nr. 6 Richtung „Bunkeflostranden“ bitte exakt hier aussteigen.

Im Hylliebadet war deutlich mehr los als am Donnerstagnachmittag, so dass das schwedische Organisationsallheilmittel zum Einsatz kam:

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Der/die/das „Nummerlapp“. Überall in Schweden anzutreffen, bevorzugt in Gebäuden.

Nach dem Schwimmen in die Stadt zurückgefahren und eine Stärkung besorgt.

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Keine Köttbullar! Das sind Falafel – DIE Spezialität in Malmö.

Anschließend ein bisschen durch die Stadt gebummelt und nach Mitbringseln geschaut.

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Keine Sorge, lieber Gatte – ich hab’s nicht gekauft. Mir gefiel nicht, dass der Herr irgendwem ein Auge geklaut hat.

 

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Keine Sorge, liebe Pippa – dieses profane Zeug musst du NICHT fressen! Und sei froh, dass du keine Katze bist…

Für mich schwankte ich kurz zwischen skandinavischer Keramik…

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Keine Sorge, grimmiges Snorkfräulein – dich stell ich mir nicht auf den Tisch! Meine Zornesfalte ist schon ausgeprägt genug.

…und einer neuen Jeans – hier ist nämlich überall REA (bei uns SALE genannt und in Finnland ALE).

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Keine Sorge, Schweden – die Regale werden leerer, sobald ihr den Namen des Labels ändert! Ehrenwort!

Ohne eine Krone verschwendet zu haben, machte ich mich auf zu einem Spaziergang durch den Schlosspark…

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Slottsparken in Malmö: Wo die Alltagsmühlen stillstehen.

…suchte ein in Rassos Malmö-Bibel gepriesenes Café und fand es auch – trotz des kurzen Missverständnisses zwischen Rasso und mir, wie „einen Steinwurf von der Brücke entfernt“ nun genau zu interpretieren sei (Rasso hat keine Ahnung, wie miserabel ich werfe – bei ihm hingegen fliegen Steine absurd weit).

Die Bedienung klappte gerade die Stühle zusammen. Stängt! (Geschlossen!)

Ich setzte mich hin und ließ betrübt den Kopf hängen. Da vernahm ich aus dem Gebüsch vor mir ein Blubbern. Mit zusammengekniffenen Augen spähte ich hinüber – und sah ihn.

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Ornithologen unter den Lesern: Wisst ihr, wer das ist?

Wer immer er auch war, was immer er mir auch zurief – er brachte mir Glück. Fettes, süßes Glück.

Während ich nämlich versuchte, meinen neuen Bekannten in meiner Muttersprache sowie allen drei Fremdsprachen anzusprechen, die ich leidlich beherrsche (Bayrisch, Latein und Englisch), kam die Bedienung erneut aus dem Café nach draußen, sah mich da sitzen und sprach mich an. Natürlich in einer der vielen Sprachen, die ich gar nicht beherrsche: „Det finns fortfarande kanelbullar kvar. Vill du ha en?“

Das einzige – aber entscheidende! – Wort, das ich deutlich verstanden habe, war: KANELBULLAR. „Vil du ha en?“ löste intuitiv auch positive Assoziationen aus.
Also sagte ich beherzt „ja!“, denn neben „kvarg“ und „hund“ gehört auch diese Vokabel fest zu meinem schwedischen Basiswortschatz.

Und so ergab es sich, dass keine 30 Sekunden später das kleine Kalorienmonster neben mir auf dem Geländer thronte!

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Typisch schwedisch: die Zimt-Kardamom-Schnecke. Fett, süß, köstlich.

Ich sagte dem Glücksvogel auf Wiedersehen, trug die Kanelbulle behutsam wie einen Schatz nachhause, brühte mir einen Kaffee dazu auf – und fertig war die „fika“.

Das ist einer der Gründe, weshalb ich jetzt nochmal durch den Schlosspark gehen werde (das Café hat nun wieder geöffnet), der andere ist der, dass direkt dahinter der Strand liegt, an dem auch ich nochmal liegen möchte.

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Meine Lieblingsbadelatschen und ich am Pier vom Ribersborgstrand.

Um 18 Uhr werde ich dann die letzten Krümel von der Anrichte wischen…

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Küche, von mir geputzt.

…den Müll rausbringen…

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Kleiner Scherz. Auf mein Konto geht dieses Gedöse nicht! Die Dinger stehen überall auf dem Malmö-Festival rum.

…und ein letztes Mal diese abgefahrene Licht-App bedienen…

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„Hue“ von Philips. Müsste eigentlich „Hui“ heißen (oder „Hui Buh“).

…mit deren Farbspielen und Szenarien ich mich hier in den vergangenen fünf Tagen vergnügt habe.

Nun freue ich mich auch mal wieder auf ganz normales, warmweißes Licht, wie wir es daheim haben.
Und am allermeisten freu‘ ich mich auf die Ankunft am Münchner Flughafen.

Nichts, aber auch gar nichts auf der Welt geht über eine Hundebegrüßung nach einer mehrtägigen Abwesenheit!
(Nein, den Satz nimmt der Gatte nicht übel, denn es geht ihm genauso. Vielleicht pendelt er deswegen nach Frankfurt: um ganz oft hundebegrüßt zu werden. Durchaus möglich.)

Hälsningar från Sverige & einen schönen Sonntag für euch!
Die Kraulquappe.

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Epilog. In einem Anflug von genereller Zuversicht hinzugefügt.

3 Gedanken zu „Der Bunkeflo und der Glücksvogel.

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