Herbst-Schnäppchen „Die Parkplatznummer“ oder: Refresh your love.

Eigentlich wollte ich direkt nach dem Frühstück und ein paar Erledigungen im Haushalt zum Einkaufen aufbrechen, da nach dem Wochenende in unserem Kühlschrank meist gähnende Leere herrscht. Doch dann kam mir eine Mail dazwischen, die alles, aber auch wirklich alles, was ich mir für den Vormittag vorgenommen hatte, auf den Kopf stellte.

Ein so sensationelles Angebot flatterte mir da so unerwartet ins Postfach, dass ich es umgehend an euch, liebe Leser, weitergeben möchte. Genauer gesagt: an die Paare unter euch Lesern, an alle Schatzis, Mausis, Hasis, Spatzls und Darlings, die ihr euch zwar noch nicht im Herbst eures Lebens, aber ab und zu wie im Spätsommer eurer Beziehung/Partnerschaft/Ehe fühlt.
Und mal ehrlich: wer empfindet das nicht gelegentlich so, nachdem mal die ersten drei rauschenden Jahre mit Kennenlernen, Zusammenziehen, lodernder Leidenschaft und als Krönung womöglich gar dem schönsten Tag eures Lebens (=Hochzeit) wie im Flug vergangen sind?

Das muss nicht so bleiben, da kann man was tun! Und zwar im schönen Bayern, inmitten saftiger Almwiesen umrahmt von der imposanten Kulisse des Wettersteingebirges, in einem Berg-Hotel (Mountain Hideaway), das seinesgleichen sucht:

herbstspecial

Jetzt nicht angepisst ob der stilistischen Patzerchen wegklicken, bitte!
Wir wollen gnädig über die Form hinwegsehen und uns auf den Inhalt konzentrieren, denn darauf kommt’s schließlich an.

programm

Ehrlich – mich hatten sie schon nach den ersten beiden Punkten eingefangen, denn a) ich spiele für mein Leben gern, meinetwegen auch mit einem Therapeutenpaar, vor allem, wenn die zwei einen so netten Namen haben und b) drei Tage lang nicht Kochen und Abwaschen, das ist für mich schon sowas von Genuss und Erholung, damit kriegt man mich sofort rum.

Aber dann, der Hammer, dieser Punkt drei: das einzigartige Liebeswochenende offeriert einen kostenlosen Parkplatz! Is‘ nich‘ wahr, oder?! Da wird einem doch gleich ganz heiß zumute! Ich mein‘, was wir da alles anstellen könnten, auf dem Parkplatz, zumal, wenn’s nix kostet und man nicht gehetzt ist von der Uhrzeit, die auf irgendeinem Parkticket draufsteht…

Mir blieb fast die Spucke weg, dass das Ganze dann noch gekrönt wurde von inkludierten Gondelfahrten – sogar mehrfachen! – während des Aufenthalts (diese wundervolle Metapher! – ist so eine Partnerschaft nicht ein Auf und Ab, eine Berg- und Talfahrt?!) sowie kostenlosen Koffeinspritzen und WLAN im alpinen Liebesnest! Sogar die Minibar darf man leersaufen, um die Love zu refreshen, how amazing, und ich versteh‘ fei voll und ganz, dass das nur für den alkfreien Part des Zimmerkühlschranks gilt, denn ey, bei dem Schnäppchenpreis von knapp 2.000 Öcken pro Liebesunion in der preiswertesten Room-Category, ja was erwarten die Leute denn?!

Unsere Liebe, die sollte uns schon mal eine Investition wert sein, die über Discounter-Level liegt, oder nicht?

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Also, Leute, lasst uns doch im Oktober da oben in den Bergen treffen, zu diesen Love&Play-Park&Ride-Workshop von Liebling&Schatz, in drei Tagen stocknüchtern ein halbes Monatseinkommen verjubeln, gemeinsam auf und ab gondeln, ein- und ausparken, was das Zeug hält, einander mit der Espressomaschine einheizen und auf den Wellen des Highspeed-WLANs zu neuen Liebesabenteuern surfen, während wir unsere Aphro-Verwöhnpension abends am Zimmerkamin der Suite mit Wettersteinblick sacken lassen.

Mein Gatte und ich, wir sind auf alle Fälle dabei, wir buchen den zweiten Termin im Oktober, denn der passt besser zu den Bundesligaterminen des FC Bayern, diesem erfolgreichsten aller Aphrodisiaka für des Gatten Laune und unsere Beziehung. Man muss ja schon im Vorfeld drauf achten, dass die Basisparameter für so einen Wellnesskurs auch passen (einmal, da waren wir an einem lebenswichtigen CL-Wochenende in den Bergen und im Hotel schwächelte die Glotze, da war die Stimmung im Eimer, da hätten auch Liebling&Schatz nix mehr reparieren und refreshen können, das passiert mir nie wieder).

Jetzt muss ich dann mal los zum Einkaufen. Liebe geht schließlich auch durch den Magen, so im Alltag.

Euphorisierte Grüße und einen guten Start in die neue Woche wünscht euch,
Die Kraulquappe.

20 Gedanken zu „Herbst-Schnäppchen „Die Parkplatznummer“ oder: Refresh your love.

  1. Ach, da braucht Ihr keinen Fernseher, die Sonnenuntergänge da oben sind so dermaßen spektakulär, daß Ihr eh alles Andere vergeßt.
    Ob das Seminar was taugt, weiß ich nicht, aber ich find’s schade, daß die da oben mittlerweile so eine „lustige“ Preispolitik haben.
    VOR dem Umbau, als das noch das ganz piepsnormale Forsthaus Graseck war, war das nämlich durchaus ein ganz besonderer, nahezu „magischer“ Ort (liegt wohl an der tollen Luft, der unglaublichen Ruhe), an dem man sich wirklich fast wie im 7, Himmel fühlen konnte.

    Ich muß das wissen – wir haben da nämlich geheiratet und es ist *klopfaufholz* eine auch nach einigen Jahren immer noch ganz besonders glückliche Ehe…. *strahl*

    Allerdings ist die Gondelbahn echt nur was für ganz und gar schwindelfreie Menschen.
    (Ich bin’s nicht und hab mich während der 5 Tage, die wir dort oben gefeiert haben, mehrfach selber verflucht, daß ich mir das angetan habe.
    Nicht so prickelnd, wenn das Brautkleid schon durchgeschwitzt ist, bevor frau überhaupt auch nur unten im Tal angekommen ist *hmpf*.)

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    • Wir waren auch mal da oben, einfach so, und sogar bereits im „neuen“ Graseck, aber ohne Seminar. Ob das was taugt und man sowas braucht, muss wahrlich jeder selbst wissen – wir könnten da wohl nicht teilnehmen, ohne uns dauernd das Lachen verdrücken zu müssen. Absurd teure Wochenend-Gestaltung.
      Eine Hochzeit dort oben stell ich mir sehr schön vor, das alte Forsthaus hatte mit Sicherheit mehr Flair und v.a. realistischere Preise.

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  2. Man fragt sich, ob es wirklich erwachsene Menschen mit einigermaßen funktionierendem Verstand gibt, die zu einem Therapeutenpaar gehen, das sich LIEBLING & SCHATZ nennt! Und zwar in Großbuchstaben und für 2000 Euro! Aber wer weiß, vielleicht ist das ja die erste und entscheidende paradoxe Intervention dieser so unglaublich gut gelaunten Systemiker, so in dem Sinn: „Liebes Paar, dass Sie sich für den Workshop bei uns angemeldet haben, zeigt, dass Sie tatsächlich ein ernsthaftes Problem haben. Die gute Nachricht ist, Sie haben kein Paarproblem! Sie haben, das ist allerdings die schlechte Nachricht, ein viel grundlegenderes, ja, existenzielles Problem, das so genannte ILAMIVOJEVA-Syndrom (Ich-lass-mich-von-jedem-verarschen-Syndrom). Kümmern Sie sich darum, dann haben Sie auch kein Problem mehr in ihrer Partnerschaft.“

    Gruß, Milena, vermutlich einfach nur neidisch auf Leute, die auf diese Weise einen Haufen Geld verdienen…

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    • Danke für den klasse Kommentar, Milena. Dass diese Werbe-Mail den ganzen Tag über für so viel gute Laune sorgen würde, hätte ich gar nicht gedacht. Wenn du nochmal schmunzeln willst, dann guck‘ dir – falls du’s nicht eh schon getan hast – unbedingt die Homepage der beiden Hochglanz-Journalisten (und Systemiker/Therapeuten) an. Ich wette, der Laden läuft gut!

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      • Danke für die Blumen! Hab mir die Strahlepappnasen natürlich angesehen und bin deshalb ja so frustriert. Da fühlen sich zwei ehemalige Journalisten berufen, therapeutisch zu arbeiten, weil sie als Journalisten gelernt haben, gut zuzuhören, Fragen zu stellen und Zusammenhänge herzustellen!? Hallo?! Das reicht, um therapeutisch zu arbeiten?! Ich habe ja gar nichts gegen die Systemische Therapie, im Gegenteil, nur hat sie den Nachteil, dass Hintz und Kuntz bzw. Birgitt (mit zwei t! warum nur lese ich igitt?) und Stefan diese Ausbildung (bezeichnenderweise erfährt man auf ihrer Seite nicht, wo und wie lange sie die Ausbildung gemacht haben) machen können. Ihr Verständnis von Systemischer Therapie ist jedenfalls so weichgespült, dass sich quasi jeder andere therapeutische Ansatz darunter packen lässt, also Quatsch mit Soße!

        Hab mir grad deren Blog angeschaut. Unglaublich! Nicht nur, dass sie sich mit Herr Schatz und Frau Liebling anreden, die sind einfach auch so was von gut drauf und so was von verständig und so was von süß zueinander, dass einem/mir schlecht wird. Erfreulich ist nur, dass ihr Beitrag von Ende Juni keinen einzigen Kommentar erhalten hat. Hähä.

        Ach, übrigens: Dank dir für das Geschenk, dass du uns mit deinem tollen Beitrag heute gemacht hast! Mein ich wirklich so, trotz meines Ärgers, den ich hier losgelassen habe.

        Gruß, Milena

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  3. Der Versuch, zwei Einzelzimmer zu buchen, verstieße wohl gegen alle guten Absichten. Aber die Idee für diese Veranstaltung könnte glatt von H. P. Kerkeling stammen, der sich dann als Teil des Therapeutenpaares in das Seelen- und Liebesleben ahnungsloser Gäste einschleichen würde.

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