Turning torsi & final fika.

Hier kommt er, der auf jeder Reise ebenso unsägliche wie unerträgliche und unumgängliche Hunde-Beitrag!
Alle finden das schrecklich, und jedes Mal ist es der Beitrag, der die meisten „Gefällt mir“-Klicks abstaubt…, also sei’s drum: Jetzt belle ich!

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Und es wird höchste Zeit, dass ich hier mal zu Wort komme. Vorgestern wurde nämlich der internationale „Tag des Hundes“ schmählich ignoriert – und das in einem Blog, der vorgibt, den Hund und seine Bedürfnisse tendenziell einigermaßen ernst zu nehmen.
Kein Knochen, kein Kommentar, keine Extra-Kraulung – nichts, nada, niente, nothing, ingenting. Pah!

Ich fand das so daneben, dass ich dann gestern das erste Mal auf dieser Reise gekotzt habe. Dafür musste ich in den Dünen für nur zwei Minuten ins Dickicht abhauen und einen Haufen Mist fressen, zwei Stunden später hab‘ ich dann gezittert und Bauchkrämpfe gehabt, so dass ihnen Angst und Bange wurde – und schwupps, kam der ganze Mist wieder raus.
Der Welthundetag wird bei uns daheim nie wieder ausfallen, da bin ich sicher.

Heute Morgen dann der nächste Schock. Der stellvertretende Oberhund holt den Koffer aus dem Flur, stellt ihn ins Wohnzimmer, zieht sein Bett ab und legt die Bettwäsche hinein. Das verheißt nichts Gutes. Als kluger Hund legt man sich da sofort drauf, denn nur so läuft man keine Gefahr, dass sie einen vergessen und zusätzlich kann man den Morgen auf herrliche Düfte gebettet – die die Menschen „Schmutzwäsche“ nennen (?) – verdösen.

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Gegen 11 Uhr wurde es noch unruhiger im Haus. Ich wurde unsanft aus meinem Schmutzwäschebett gehoben und auf den Fußboden (!) gesetzt. Jetzt hieß es absolut achtsam sein, dass sie sich nicht ohne einen aus dem Staub machen.
Ich sprang daher aufs Sofa, legte mir ein Kissen unter, damit ich die Szenerie gut und auch bequem im Blick hatte und spitzte die Ohren. Um 11:13 Uhr fiel das entscheidende Wort: „Mit“. Ich durfte also mit! Damit war alles in Butter und ich wusste: Es wird ein guter Tag.

Nach 45 Minuten Autofahrt stiegen wir alle zusammen am Ribersborgsstrand in Malmö aus. Nun stand endlich mal Sausen und Buddeln auf dem Programm – das letzte Mal war ja schon wieder fast 24 Stunden her.

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Malmö gefiel mir sofort! Ein riesig langer Hundestrand, der in eine noch riesigere Hundewiese übergeht, auf der man immer jemanden zum Spielen findet…

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…was die Menschen dann durch ein paar olle Geschicklichkeitsübungen,…

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…die ja allesamt sowas von simpel waren, meinten unterbrechen zu müssen.

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Aber wenn’s ihnen so viel Freude macht, dann spring‘ ich halt durch blaue Osso buccos, ist schon ok, denn sie gaben sich heute echt Mühe, den Tag so zu gestalten, dass ich mich nicht langweilte.

Warum sie dann allerdings minutenlang auf diese Brücke am Horizont starrten, verstand ich gar nicht.

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Gottseidank lagen auf dem Hundrastplats interessantere Sachen rum,…

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… so dass ich genug zu tun hatte, während meine Menschen immer noch andächtig geradeaus guckten.

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Anschließend gingen wir durch den Schlosspark, in dem ich erstmals in meinem Hundeleben, in dem ich wirklich schon viel gesehen habe, ein Reh traf, das sich bei meinem Anblick vor Angst im Boden verstecken wollte. Dabei war ich an der Leine! Aber die schwedischen Rehe sind offenbar genauso wenig weltgewandt wie die meisten Hunde, denen man hier so begegnet.

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Es folgte ein kurzer, öder Part des Tages namens „Altstadt“. Kopfsteinpflaster ist doof. Und unsere Interessen divergieren bei „Altstadt“ immer am meisten. Für mich sind ausschließlich Mülleimer, Laternenpfähle und Hausecken spannend. Der Oberhund pflegt neben seiner seltsamen Begeisterung für Brücken einen nicht minder kuriosen Enthusiasmus für Läden mit geruchlosen Auslagen. Nun ja.

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Immerhin gingen wir diesmal nicht rein, weil respektiert wurde, dass es für mich dort viel zu laut ist. Ein paar Straßen weiter – der Oberhund musste mehrfach in sein komisches Leuchtbrett gucken, das ihm den Weg zu weisen schien – blieben wir schließlich vor einer Tür mit diesem Schild stehen.

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All you need is love & a dog. Wau! Da hat doch glatt mal so ein Schwede gecheckt, worauf’s im Leben ankommt.

Drinnen gibt’s nette Wand-Deko für Mensch…

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…und Hund. Wobei ich den Kollegen Snoopy in seinem Einfluss auf die Weltläufte verglichen mit dem des Antikapitalismus‘ deutlich zu klein geraten fand!

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Das Café Knus – eine Schwedin mit Hund gab dem Oberhund vor zwei Wochen diesen Tipp – präsentiert sich auf den ersten Blick als wunderbarer Ort. Der Boden ist beheizt, die Bedienung krault einen, was ja auch das Mindeste ist, denn „Knus“ ist schließlich das dänische Wort für „Umarmung“, und eine Wurst bekomme ich auch.

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Leider stimmen auch hier die Größenverhältnisse wieder kein bisschen. Meine Wurst ist 10cm kurz und 1cm dünn, also eher ein schlechter Witz als eine anständige Wurst.

Die Menschen hingegen futtern sich so richtig voll mit spätem Mittagessen und fika. Fika ist eine der wichtigsten kulturellen Gepflogenheiten hier in Schweden und wird mindestens 3x am Tag praktiziert.

Neiiiiin, keine Bange, ich hab‘ auch erst gedacht, alter Schwede, oho, was geht denn da ab, und wieso in öffentlichen Cafés und so. Aber es handelt sich dabei einfach nur um Rumsitzen, Reden, braune Brühe schlürfen und Süßkram spachteln. Bis auf Letzteres also komplett uninteressant für Hunde!

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Aber so ist das eben. Wenn die Menschen erstmal Rumsitzen und Essen und ins Reden kommen, schaut man als Hund meist mit dem Ofenrohr ins Gebirge – oder unter die Sitzbänke. Wo sich bestenfalls mal eine runtergefallene Krume oder ein trostloses Salatblatt findet.

Tja. Ich hab‘ gelernt, dass man hier in Schweden verdammt froh sein kann, wenn man nicht im kalten Auto warten muss, während die Menschen ihre Fressorgien feiern. So gesehen kann ich das Café Knut in Malmö insgesamt dann doch empfehlen.

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Immer mit allen Vieren auf dem Boden der Tatsachen stehend grüßt euch
Eure Pippa.

PS: Muss jetzt leider aufhören und vom Sofa aus das Kistenpacken überwachen. Es scheint schon wieder was im Gange zu sein.

2 Gedanken zu „Turning torsi & final fika.

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