Im Kielwasser der Materialermüdung.

Und nun zu den…

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Was für ein Tag!

Frühstück serviert bekommen, dann bei leicht bewölktem Himmel und milden 12 Grad das Haus verlassen…

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… den Hund leinenlos im Park toben lassen und dabei die Aussicht auf die Förde genossen, für die selbst der Kieler nicht die passenden Worte findet:

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Gemütlich durch Parkanlagen bis in die die Altstadt spaziert …

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… einen richtigen Stadtbummel gemacht inkl. Kaffeehausbesuch (und inkl. Hund) und anschließend mit der Shopping-Beute wieder heimwärts begeben, um sich dem Ausweiden derselben zu widmen …

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… wenn nur nicht immer der beste Leseplatz schon belegt wäre!

Nach etwas Lektüre dann durchs Universitätsviertel gelaufen, das nicht nur architektonisch, sondern auch hinsichtlich der Beschilderung alle Register zieht …

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… und nach 20 Minuten das nachmittägliche Highlight erreicht: den Sportcampus der Uni mit der Olympia(!)-Schwimmhalle …

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… die wirklich hält, was sie verspricht, nämlich ein astreines 50m-Becken für nur 3€ Eintritt …

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… und sogar beinahe der richtige Spind ist frei!

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So weit, so gut.

Kommen wir zu dem Haken an der Sache. Die Uni-Schwimmhalle heißt nicht zufällig so. Sondern dort schwimmen Studenten (ich glaube, die heißen mittlerweile „Studierende“, aber egal). Und zwar überwiegend Sportstudenten.
Der nicht studierenden Öffentlichkeit sind kleine Zeitfenster gesetzt – freitags z.B. nur von 16 bis 17:45 Uhr -, in denen sie dort ihre Bahnen ziehen darf. Was aber nicht heißt, dass zu dieser Zeit keine Studenten dort anzutreffen wären. Im Gegenteil.

Um 16:21 Uhr befinde ich mich zwar glücklich am Rand eines 50m-Beckens, aber in Gesellschaft von zig zu Semesterbeginn hochmotivierten und leider auch top-trainierten Studenten. Das bedeutet: zack-zack die Bahn entlang, zügig wenden, und wieder flott zurückschwimmen usw. usf.. Prinzipiell ist mir das zwar auf alle Fälle lieber als der Rechteck-Zirkus in Bromölla, aber heute hätt‘ ich’s einfach gern nicht ganz so sportlich gehabt.

Ich klinke mich in das Geschwimme ein, so gut es geht, aber es geht nicht so gut, wie es schon mal ging oder gehen sollte, und zudem spüre ich meine müden Beine vom vielen Laufen und fühle mich insgesamt in einer kleinen Formkrise, die vielleicht und hoffentlich der zwei Stunden zuvor verzehrten Stachelbeer-Baiser-Torte geschuldet ist.

Zufall oder Segen, nach knapp 1.300 Metern reißt das Gummiband der Schwimmbrille. Peng!
Ich werte das als klares Zeichen allumfassender Materialermüdung sowie als Schlussknall zum wassersportlichen Part dieser Reise.
Die fitten Studenten durften sodann ohne Hindernis weiterschwimmen. Und ich durfte das Becken verlassen.

Kiel gefällt mir auch mit gerissenem Schwimmbrillengummiband ausnehmend gut.
Eine grüne Stadt, beeindruckende Villen, maritimes Flair, riesiger Hafen, schöne Promenade an der Förde, nette Geschäfte und Lokale.

Womit ich gar nicht gerechnet hatte: Hügel, ja, fast Berge – und das mitten in der Stadt!
Ebenso wenig mit der offenkundigen Notwendigkeit solcher Hinweise:

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Ja Himmel nochmal!
Da haben wir dann mal lieber nicht den Weg durch den spärlich beleuchteten Park zum Lokal gewählt, sondern sind an der Hauptstraße geblieben.
Schließlich möchte ich die teuer erstandene Autobiografie unbedingt noch zu Ende lesen.

Ein schönes Wochenende wünscht
Die Kraulquappe.

5 Gedanken zu „Im Kielwasser der Materialermüdung.

  1. Genau als Sie der erste Studierende im Becken überholt hat, fiel mir meine Wirbelsäule ein, die ich mir gestern aber so was von verrissen hab‘ … Herrschaftzeiten! In der Jugend auch mal elastischer alles, dafür kann ich jetzt viel mehr Vokabeln, ha!, z.B. ‚Ibuprofen‘.

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