Homeward bound.

In 527 Kilometern werde ich wieder dort sein, wo ich hingehöre.

In München-Neuhausen, um die Ecke der Bäckerei Neulinger, bei der es die weltbesten Brezen gibt, die ich nun mindestens so sehr herbeisehne wie vor 5 Wochen die Südküste Schwedens.

Die 10 wichtigsten Erkenntnisse dieser Reise waren für mich (ohne Rangfolge, einfach so notiert):

  1. Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen Urlaubmachen und Reisen. Das eine ist erholsam, das andere ist spannend. Von den 33 Tagen waren 8 Urlaub und der Rest Reise – diese Gewichtung würde ich beim nächsten Mal anders gestalten.
  2. Schweden ist wunderschön, aber leben könnte ich dort nicht. Ich habe tatsächlich ab und zu meine Heimat – Oberbayern und München – vermisst. Ein ganz neues Gefühl. Gesondertes Schweden-Fazit folgt.
  3. Ich bin definitv ein Bewegungsmensch, kann längeres Rumsitzen nicht ausstehen und bin daher etwas (an)gespannt, wie sich das mit meiner beruflichen Zukunft vereinbaren lassen wird.
  4. Meine Dackelhündin ist die allerbeste Reisegefährtin, die ich mir vorstellen kann – mit keinem Menschen der Welt käme ich in 5 Wochen, in denen man bis auf 8 Schwimmbadbesuche, 11 Laufrunden, 7 Supermarkteinkäufe und 5 Hotelfrühstücke permanent zusammen ist und sogar noch nachts aneinander klebt, auf nur 4 kurze Streits (kurz = max. 2 Std. schiefer Haussegen).
  5. Schnell (Weiter-)Reisen geht für mich nicht mehr. Ich brauche ca. 48 Stunden Zeit und Ruhe, um irgendwo anzukommen und wirklich etwas von dem Ort auf- und mitzunehmen, an dem ich bin.
  6. Dass man in 4 Wochen Alleinsein und Unterwegssein mit Hund bahnbrechende Gedanken wälzt und lebensverändernde Beschlüsse fasst, ist und bleibt eine Illusion (so war es schon damals bei meiner Alpenüberquerung – und nun wieder).
  7. Es gibt nur zwei Gegenden, in denen ich leben möchte, falls ich weiterhin die Möglichkeit haben sollte, das frei zu wählen: bergnah oder meer-/wassernah. Alles andere fühlt sich für mich beliebig und unrund an.
  8. Vom dialektalen Einschlag her gehöre ich zu 98% nach Niedersachsen (das war eine echte Neuentdeckung). Null Assimilationsprobleme beim Sprechen, genau mein Ausdruck.
  9. Gut verzichten kann ich wochenlang auf: Fernsehen, Zeitungen, Geselligkeit, Gespräche, Klamottenauswahl, Fahrradfahren, Fönen, Großstadt.
  10. Schwer verzichten kann/könnte ich auf: Musik, Schwimmen, Hagebuttenmarmelade, Brezen, bayrisches Weißbier, feste Matratzen, Sauberkeit, Smartphone, WLAN, Auto, Fleecejacke, Trekkingschuhe, Hundepfotengeruch am Morgen.

So, nun aber rein ins Auto und rauf auf die A7 mit ihren Baustellen und Staus, die heute hoffentlich alle eine Pause einlegen, so dass wir störungsfrei bis zu unserer üblichen Spazierstation in einem Wald bei Tennenlohe durchkommen (weitere Idee: Reiseführer schreiben, Titel „Die schönsten Gassirouten links und rechts der Autobahn“).

Ich danke euch allen fürs Dabeisein, Mitfühlen, Kommentieren, Kritisieren und konstante Mitlesen – trotz der Dackel-, Schwimm- und Bruce-Lastigkeit, die mein Blog bisweilen aufweist (und auch in Zukunft aufweisen wird 🙂 ).

Zu unser aller Erholung verabschiede ich mich nun in einen einwöchigen Blogurlaub – zum Auspacken, Eingewöhnen und Neustart daheim – und bin dann in alter Frische (irgendwie suspekte Formulierung: alt + Frische?!?) ab dem 26.10. wieder hier (oder da?).

Bis dahin wünsche ich euch bunte Herbsttage, frohe Gedanken und eine gute Zeit.
Die Kraulquappe & die Pippa (aka kvinnan med tax).

(Da sich die halbe Belegschaft des Burghotels zum Abschied mit Pippa in der Lobby ablichten ließ, dachte ich, das könnte ich ja auch tun.)

14 Gedanken zu “Homeward bound.

  1. Liebe Kraulquappe,
    ich habe deine Reise jeden Tag mit Spannung verfolgt und oft hast du mir mit deinen Berichten ein Lachen geschenkt. Ganz besonders freue ich mich, sogar ein kleiner realer Teil deiner Reise geworden zu sein. Komm gut zu Hause an und genieße die Brezen. Die sind wirklich nirgends auf der Welt so gut wie in Bayern 🙂

    Bis bald und liebe Grüße von Andrea und „Herrn“ Bobby

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    • Liebe Andrea,
      na dann hat der Blog ja seinen Zweck erfüllt! Das freut mich.
      Und ich fand es auch super, dass wir uns im echten Leben getroffen haben.
      Wobei: ein Aufenthalt im Burghotel Hardenberg ist eigentlich vom echtem Leben schon ein Stück entfernt… Aber ich bin auch in meinem 3-Sterne-Alltag in etwa so, wie du mich kennengelernt hast. Nur halt ohne Chauffeur etc.
      Liebe Grüße von der Kraulquappe & Pippa, gerade vor der gelieferten Pizza am heimischen Esstisch (der Gatte ist in Frankfurt).

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  2. Liebe kraulquappe, ich bin begeistert, was deine vorläufige Liste angeht, auch wenn sich keine bahn_brechenden Entscheidungen ergeben, lernt man doch so viel über sich selbst, dass einem die künftigen, wenn nicht einfacher fallen, so doch mehr liegen werden. Komm gut heim! Liebe Grüße, k.

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    • Liebe Frau K.,
      danke & das hast du mal wieder ohne jede Redundanz zusammengefasst.
      Meine ersten beiden Entscheidungen daheim angekommen liegen mir schon mal: die eine im Magen (Pizza bestellt), die andere insgesamt (ich jetzt in der Badewanne).
      Bin also gelandet!
      Liebe Grüße aus München zu dir nach Berlin!

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  3. Die Schwimm-, Dackel- und Bruce-Lastigkeit machen Deine Berichte umso interessanter. Die Kombination kann funktionieren, obwohl ich keine Wasserratte bin und noch nie ein Haustier besessen habe. (Aber Pippa auf den Fotos sieht unwiderstehlich aus. Ist sie in natura auch so?)
    Im heutigen KURIER ist noch ein schöner Artikel über die Springsteen-Bio erschienen, hier die online Ausgabe:
    https://kurier.at/kultur/bruce-springsteen-mein-vater-konnte-mich-nicht-leiden/226.191.931

    Ich wünsche Dir noch ein gutes Ankommen und ich werde mich nun der Biographie zuwenden,

    Sori

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    • Lieben Dank für dein Feedback, Sori. Und vielen Dank für den Link zu dem Artikel – kannte ich noch nicht.
      Ich bin nun zuhause und lag bereits mit der Biographie in der Badewanne.
      Herzliche Grüße von der Kraulquappe.
      PS: Pippa ist in natura genauso toll. Also optisch. Und charakterlich auch fast immer. 🙂

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