Weit, weit weg. (Und wieder da.)

Da bin ich wieder.

Nach der langen Zeit des Unterwegsseins war es kein so leichter Einstieg hier. Oder sagen wir es wie im Radio: Durchwachsen mit sonnigen Abschnitten. Immerhin hatte ich damit gerechnet, so dass es mich nicht wie aus dem Hinterhalt angesprungen hat.

Sonniges:
Das Zuhause, der Gatte, der liebevoll gefüllte Kühlschrank, die im Hotelstil gefaltete Bettwäsche mit Kokoskugel auf dem Kissen, das Willkommenskärtchen vom Gatten und von Freundin D., die Resonanz im Blog.
Der umgehende Anruf vom Papa, der sich dann doch irgendwie gesorgt hatte (die Tochter, allein und so).
Die Brezen vom Neulinger am ersten Morgen. Drei sind eigentlich zu viel, aber trotzdem so lecker.
Der nächste Artikel kurz vor der Veröffentlichung – ein echtes Herzensthema: das Karwendelgebirge.
Die Wochenendspazierrunde bei Weßling inklusive Streuselkuchen beim Sepperlwirt und buntem Herbstlaub überall.
Das ersehnte Schwimmbad steht noch und hat das beste, weichste Wasser und die beste, klarste Luft und auf dem Rücken schwimmend bietet es Aussicht auf den Olympiaturm. Auch das ist Heimat.
Und nicht zu vergessen: die vielen Erlebnisse der Reisewochen in mir.

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Steg. Nun wieder in Bayern.

Durchwachsenes:
Die Heizung einschalten, das Winterbett rausholen. Nebenbei 8 Maschinen Wäsche waschen.
Wieder Ärger mit der Hausverwaltung, ein unendliches Thema, kein Ende in Sicht.
Wieder Ärger mit der Schulter, ich dachte, das sei ausgestanden.
Versuch, Zukunftsüberlegungen anzustellen ohne sich im Kreis zu drehen oder gegen Wände zu laufen.
Lauter Kleinkram, der Alltag eben. Von Reifenwechsel über Zahnarzt und Speicherausmisten bis hin zur Beseitigung der seit Monaten bestehenden massiven WLAN-Probleme. So prickelnd, dass man gar nicht weiß, was man zuerst tun soll.
Derweil wirft der Ginkgo alle Blätter ab und verlangt nach einem milden Eckchen für den Winter.
Ein gewisser Großstadt-Schock. So viele Menschen, so viel Verkehr, so viel Trubel.
Der Papa hat Geburtstag und hat Parkinson, immer wieder ein Erschrecken bei mir, wenn sich mit dem einen auch das andere jährt. Aber nach drei Todesfällen in einem Jahr bin ich für die nächsten Jahre von sowas verschont, so meine persönliche Kalkulation, die ich per Einschreiben an das Schicksal geschickt habe (ohne Rückschein, ich will dieses Jahr nix mehr zu tun haben mit dem Genossen Schicksal).

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Dieses Baums Blatt, der, von Osten… – ach, lassen wir’s einfach.  Jedenfalls nicht so erbaulich wie bei Goethe.

Trübes (fast schon Schwarzes):
Die für immer verwaiste Tür gegenüber. Leere, Stille, Endgültigkeit. Nie mehr Opern hinter dieser Tür, nie mehr der kluge Peter, nie mehr hängen wir sonntags die Semmeltüte an diese Tür. Schwer vorstellbar.
20 Nachrichten auf dem Anrufbeantworter eines Gestorbenen, der ein Freund war, abgehört. Von der Fußpflegerin über dreifache Geburtstagsgratulanten bis hin zur Klinik, die wissen will, was mit dem Restguthaben auf der Telefonkarte passieren soll.

Heute Abend zum Ausbalancieren und Abschalten eine Dosis Musik, die jetzt und hier an damals und dort erinnert.
An Wien und K., an Studium und P., an Sommer. Und das mitten im Münchner Spätherbstgrau.

(Bitte bis mindestens nach dem Gitarrensolo anhören. Oder halt gar nicht, wer’s nicht Alpenländisch ertragen kann.)

Jedenfalls: hier ein erster Gruß „back home“ von
der Kraulquappe.

8 Gedanken zu „Weit, weit weg. (Und wieder da.)

  1. Willkommen zurück! Wie soll man auch zufrieden sein, wenn man das Gefühl hat, dass es am Tag gar nicht richtig hell wird und draußen einfach nur alles grau ist… Liebe Grüße aus dem grauen Z!

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  2. Gibt es echt Leute, die den Hubert nicht ertragen können?

    Versteh ich nicht.

    Egal, ob „Weit, weit weg“, „Wieder hoam“ oder „Heast as net“oder der legendäre „Juchitzer“ azusammen mit Zabine Kapfinger – das muss doch Feuchtigkeit in die Augen drücken 🙂

    Ganz zu schweigen von den zu Wiesnhits verkommenen Klassikern…

    Gefällt 1 Person

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