Breaking & aching news.

Liebe Münchner, liebe Bayern,
lieber Rest der Welt,

zefix no amoi – jetzt ist es passiert!

Auf dem Weg zum Olympiapark stolperte ich fast vor Entsetzen über den Zeitungskasten der Münchner Abendzeitung.

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Der Rest Deutschlands säuft nicht nur unser köstliches Bier und müht sich leidlich ab, unsere Brezen nachzubacken, sondern promeniert ab sofort auch mit unserem Waldi über seine Jungfernstiege, Ku’dämme oder Königsalleen.

Muss das sein? Könnt ihr Nord-Danubier den Dackel nicht dort lassen, wo er hingehört – nämlich hier?

Und wisst ihr eigentlich, was ihr euch da antut? Nein, gell!? Recht g’schieht’s euch! Ihr werdet’s euch noch umschauen, wohin euch die Wastlphilie führt. Denn der Dachshund ist kein Hund für einen Preußen.

Man stelle sich nur vor: Eine distinguierte Hamburgerin, die an der Binnenalster mit spitzen Fingern die Hinterlassenschaften ihres Lieblings in ein Schietbüdel packt und ihrem davonflitzenden Teckel ein spitzes „Fiiiiete“ hinterherkreischt. Geht gar nicht! Das ist doch kein Name für einen bajuwarischen Erdhund – und Schietbüdel keiner für ein Gassisackerl.

Auch ein Berliner am anderen Ende der Dackelleine wäre ein Ding der Unmöglichkeit. Sprüche wie „Haste’n Waffenschein für deine Säbelbeene?“ oder „Da jibs nüscht zu meckaan!“ empfände ein waschechter Waldi entweder als grobe Beleidigung seiner edlen Statur (zu der die Achondroplasie nun mal dazugehört wie der Händlmaier-Senf zur Weißwurst) oder als blanke Missachtung seines soliden Grundcharakters (25% Grantler, 25% Schlawiner und 50% Löwe).

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Und mit rheinländischer Lockerheit – „Et kütt wie et kütt“ oder „Küss de hütt nit, küss de morje“ – käme man der Dackelnatur schon gar nicht bei. Laissez-faire (oder Laissez-aller) beschert einem bei dieser Rasse lebenslang einen unerzogenen Rabauken an seiner Seite. Da vergeht selbst dem Rheinländer sein angeborener Frohsinn.

Als Dackelhalter hat der Bayer an sich einfach die besseren Karten, um nicht zu sagen: die Trümpfe ebenso fest in der Hand wie die Leine.

Die Naturelle von Herr und G’scherr passen da von Haus aus zusammen. An Grant und Größenwahn kann jeder dem anderem locker das Wasser reichen (und zwar im Maßkrug), genauso verhält sich’s mit der Sturheit, dem Festhalten an Traditionen und der Liebe zu den Bergen, allen voran den Fleischbergen.

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So schaud des aus, wenn ois bassd: Da Waldhütter Werner mit da Sissi und am Kini!
(Für Preußen: So ist es stimmig: Werner Waldhütter mit Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn und König Ludwig II. von Bayern.)

Bevor ihr euch also übernehmt, liebe Preußen, weil ihr diesem buddelnden Kraftpaket und ausg’schamd’n Schlawuzi nicht gewachsen seid, empfehle ich: Begnügt euch mit einem selbst gebastelten Wursthund. Das ist herausfordernd genug!

Pfiats eich, Tschö, Moin Moin, Tschüssikowski oder was auch immer!
Eure Kraulquappe.

10 Gedanken zu „Breaking & aching news.

  1. Herrlicher Beitrag. Kann man sich den jungen Mann aus dem Ballonhund-Video mit einem Wastl vorstellen. Also bittschön. Wenn einer schon ‚Zipfel‘ sagt … ‚Zipfei‘, es hoast ‚Zipfei‘, du Krischperl!

    (Erinnert mich übrigens an einen Kameraden aus Gebirgsjägerzeiten; an den, der am weitesten aus dem Norden kam und das höchste Hochdeutsch sprach, nämlich aus Düsseldorf. Schlank bis hager, mit Intellektuellenbrille. Der hieß tatsächlich ‚Preuss‘, glaubstas. Sein Vater besaß eine Brauerei, er selbst aber trank nur Milch, auch nach langen Leistungsmärschen auf der Berghütte – mei …)

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