Back to Sinabelkirchen.

Nach zwei erholsamen und sehr schönen Tagen in Paderborn (selten in einem fremden Haus so gut geratscht geschlafen!), kam ich daheim gestern grad noch zum Hundbegrüßen, Kofferauspacken und Essenfassen – und schon ging’s weiter: Mit dem Gatten in den Carl-Orff-Saal im Münchner Gasteig zu Gert Steinbäcker, dem Anfangsbuchstaben der steirischen Combo STS.

Wieder eine Reminiszenz an längst vergangene Zeiten!
An Jahre, in der diese Gassenhauer auf keiner Schulparty und bei keinem Wies’n-Besuch fehlen durften. Während des Studiums in den 90ern dann nochmal mein kurzes STS-Revival samt Erweiterung des Song-Repertoires, ausgelöst durch die Verbandelung mit dem Wiener.
Drei Konzertbesuche: mit dem rothaarigen Kommilitonen, natürlich mit dem Wiener und einmal sogar mit dem Papa.

Nach fast 20 Jahren Pause gestern Abend nun zwei Drittel von STS hier in München live on stage.
Zwei, weil der Schiffkowitz für ein paar Songs dazukam: sehr netter Typ immer noch, ganz rührend, mit seinem alten Schweißband um den grauen Schopf und dem aus der Form gekommenen weißen T-Shirt unter dem ebenso formlosen Schlabberhemd. Zunächst etwas kurzatmig und nervös, hat sich dann aber gut gefangen und seinen Gastauftritt sichtlich genossen.

Den Hauptteil des Abends bestritt Steinbäcker zusammen mit seinen klasse Musikern – die Maria Ma am Hackbrett, die den Altersdurchschnitt erheblich senkte oder der langjährige Weggefährte Gerd Wennemuth am Schlagzeug, und nicht zu vergessen „am Gebläse: der Franz Josef Zettl“. Ja fein, genau so muss man das anmoderieren!

Geboten wurde: Große Spielfreude, viel Dynamik, Altes aus STS-Zeiten, Neues vom Steinbäcker-Solo-Album mit dem schönen Titel „Ja eh“, diesem alles- und zugleich nichtssagenden österreichischen Universalgrunzer für jedwede Lebenslage (am eh-esten wohl verwandt mit dem bayrischen „ja mei“).

Der weibliche Klaus-Meine-Verschnitt zu meiner Linken war gleich vom ersten Lied an schwer elektrisiert und am Ausrasten, am Schluss stand oder tanzte das gesamte Publikum, und zumindest all jene, die der frühwinterliche Katarrh noch verschont hatte, plärrten nach Kräften mit.

War ein prima Kurztrip nach Griechenland, Sinabelkirchen, Stinatz, Graz und Wien (den Exkurs nach Hamburg hätt’s für meine Ohren nicht gebraucht), mal leicht, mal tiefschürfend, immer mit Inbrunst. Kein sensationelles oder weltbewegendes Konzert, aber solide, sympathisch und schwungvoll – eine willkommene, wunderbare Novemberaufhellung und für mich persönlich ein Abend aus der Kategorie „The older you get, the more it means“.

Herzlichen Dank an meine liebe Blogger-Kollegin (resp. Springsteen-Tramp und damit quasi Seelenverwandte) Sori aus Wien für den Hinweis, dass Steinbäcker derzeit auf Tour ist und auch in München Station machen wird.

Und ein ebenso herzliches Dankeschön an den Lieblingsnachbarn, dass er den ganzen Konzertabend lang auf seiner Couch mit dem Dackelfräulein gekuschelt hat!

9 Gedanken zu „Back to Sinabelkirchen.

  1. Vielen lieben Dank für die Verlinkung zu meinem Bericht – ich freue mich, solche Konzerte aus anderen Perspektiven „erleben“ zu können. Was habe ich über den „weiblichen Klaus-Meine-Verschnitt“ lachen müssen, hat sie auch ein Lederkäppi angehabt wie der Sänger mit dem berühmtesten Gepfeife-Intro?

    Und Dir ist es auch gelungen, unseren Boss wieder hineinzuschmuggeln 😉

    Liebe Grüße aus dem regnerischen Wien,

    Sori

    Gefällt 2 Personen

  2. Ach wie toll, ich liebe STS! „Irgendwann bleib i dann dort, lass‘ alles lieg’n und steh’n, geh‘ von daheim für immer fort …“ Da muss man doch einfach ausrasten! Ich kann den weiblichen Klaus-Meine-Verschnitt sehr gut verstehen 😉 Die Fotos sind echt klasse geworden, gar nicht so einfach bei den Lichtverhältnissen! Liebe Grüße aus dem (was sonst) regnerischen Braunschweig

    Gefällt 1 Person

  3. Jo, do komma scho‘ amoi dank schön soang!

    „die wuid i mia lang scho‘ gehm.!“

    STS mag ich seit Fürstenfeld, also seit 83 – nicht alles, aber viel.
    Die großen Österreicher haben es live ja alle nie über den Main geschafft, geschweige denn in die Ehemalige – und deshalb ist das das ganz große Loch in meiner Konzertpilger-Liste. Kein Ambros, kein Danzer, kein Hirsch, kein STS jemals live gesehen…only on DVD. grummelgrummelgrummel.

    Gefällt 1 Person

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