In dulci jubilo.

Liebe tz,

wie Du ja weißt, hadere ich immer wieder mit deinen Schlagzeilen und Artikeln, ebenso mit dem von Dir verwendeten Bildmaterial.

Klar, Hunde dürfen keine Schokolade essen, weil das darin enthaltene Theobromin schon in kleinen Mengen zu einer Vergiftung führen kann.
Aber: Welcher Hundehalter ist denn so deppert, seinem Vierbeiner diesen hässlichen Schoko-Nikolaus minderer Qualität auch noch samt Alufolie hinzuhalten? Und musste das canide Fotomodell unbedingt ein an endokriner Orbitopathie leidender Dalmatiner sein? Naja, Hauptsache, Frauchens Fingernägel sind tiptop.

Natürlich lässt man keinen Süßkram in Hundereichweite daheim herumliegen. Gut, vielleicht sind die Hundehalter in deiner Leserschaft so doof, dass sie das tatsächlich nicht wissen und Du es Ihnen sagen musst.

Ich möchte Dir jetzt mal zeigen, wie man das Problem „Schoko-Nikoläuse & verfressene Hunde“ auch elegant lösen kann.
So, dass weder Herr, noch Hund leer ausgehen, kulinarisch gut bedient werden und Waldi weder zu Nikolaus noch an Weihnachten irgendeine Lebensgefahr droht.

Was Du hier siehst, ist ein Münchner Zamperl, das am Nikolausabend zufrieden von einer alpinen Exkursion heimkehrt und zu seiner großen Freude und Überraschung vor der Wohnungstür auf Sankt Nikolaus trifft.

Zum einen ist der von einer Schweizer Schokoladenfirma und damit auch genießbar, zum anderen hat er – wie sich das gehört – ein Sackerl geschultert…

…in dem sich ein paar kleine Leckereien für das Dackelfräulein befinden, das den Braten natürlich sofort riecht und sich nicht mehr die Bohne um den ollen Schoko-Nikolaus schert.
Hier hat ein Nicht-tz-Leser – in dem Fall unser netter Nachbar Dr. T. – einfach seinen gesunden Menschenverstand eingeschaltet und dann das Richtige getan.

So simpel ist das, liebe tz!
Kurz Nachdenken und: Kein Futterneid, kein Schokoladenklau, keine Gefahr für niemanden!
Gern kann ich Dir die Fotos fürs nächste Mal zur Verfügung stellen. Speziell hier in München ist so ein Dackel eh der bessere Hingucker als ein Dalmatiner.

[An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an den Nachbarn, der das Dackelherz zwar längst erobert hatte, aber es kann definitiv nicht schaden, sich fortwährend dessen zu versichern.]

Womit Du allerdings recht hast, liebe tz: Weihnachten selbst ist verdammt gefährlich.
Aus dem Ruder laufende Zuckeraufnahme, grauenhafte Völlerei und tagelang anhaltendes Überfressenheitsgefühl drohen all jenen, deren Teller und Näpfe sowieso schon immer gut gefüllt sind. Um dem zu entkommen, verbringen wir die Feiertage überwiegend mit Homeland und anderen Serien sowie mit Winterwanderungen fernab jeglichen Familien- und Fress-Terrors. Die Vorbereitungen dazu beginnen bereits in der Adventszeit. Der Gatte weilt aktuell in der Hauptstadt und präpariert sich dort fürs anstehende xmas-binge-watching mittels Teilnahme am Symposium „Die Hungerkunst.“ Meinerseits verbringe ich den eiskalten Samstag recht spartanisch mit Suppekochen, Gassigehen, Kellerausmisten und am späteren Abend frische ich die letzte Homeland-Staffel nochmal auf.

Wir kochen keinen Braten, backen keine Stollen, schreiben keine Weihnachtspost, besuchen keine Weihnachtsmärkte, schmücken keine Christbäume und verpacken keine 25 Präsente. Eine recht reduzierte Veranstaltung, das Ganze. Die DVDs der neuen Staffel liegen seit heute bereit, die neue Schneejacke auch (beides reduziert, versteht sich). Die Feiertage können kommen.

Aber für Dich, liebe tz, habe ich ungeachtet meiner persönlichen Weihnachtsabstinenz einen ganz besonderen Geschenktipp zum Christfest…

… der Deinen Redakteuren, die das ganze Jahr über diese meist unsäglichen, unkundigen Hundeartikel schreiben, an langen Winterabenden vielleicht die eine oder andere Erleuchtung bescheren möge.

Beste Grüße,
Deine Kraulquappe.

PS: Ach ja, fast hätt‘ ich’s vergessen. Das Pfützchen vor dem Zeitungskasten ist nicht von Pippa, so kläglich würde sie ihre Meinung nie kundtun.

8 Gedanken zu „In dulci jubilo.

  1. „Endokrine Orbitopathie“… wieder was gelernt. Außerdem: Das war Absicht, dass die tz diesen „Pongo“ (oder „Perdi“) als „Fotomodell“ hingestellt hat. Und die Fingernägel gehören zu Cruella de Vil.
    Die Pfütze ist mir auch gleich aufgefallen, aber auch wenn Pippa kleiner ist als der Zeitungskasten – auf diesem Niveau muss sie sich zum Glück nicht herablassen.

    Übrigens: Ich vermute, dass mein E-Mail an Deine andere E-Mail-Adresse wieder im Spamverdacht-Ordner gelandet ist.

    Liebe Grüße aus Wien,

    S.

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