Suburbia (4): Ein Traktat über Flüssigseife und Freundlichkeit.

Damals, im Frühherbst 2017, als man sich hier in Suburbia zähneknirschend eingestehen musste, dass man am neuen Wohnort im Süden der Stadt weder Fuß fassen, noch Wurzeln schlagen würde und erst recht nicht alt werden wollte, und daher nach nur einem halben Jahr Pause in Sachen Wohnungssuche (eine „Pause“, die man mit viel Stress rund um einen großen Umzug und seine Nachwehen verbrachte) erneut einen beherzten Sprung in das Haifischbecken „Mietmarkt München“ machte bzw. machen musste, weil Selbstbetrug nun mal mittelfristig nicht als tragfähiges Lebens- und Wohnkonzept taugt, damals also versuchte ich, mir irgendeinen imaginären Strohhalm zu konstruieren, nach dem ich greifen könnte, wenn die Wohnungssuche uns wieder so zermürben würde wie beim ersten Mal, das uns noch spürbar in den Knochen steckte (vor allem in den ramponierten Ellenbogen).

„Weißt du was?“, sagte ich daher eines trüben Tages in einem Anfall von Pseudo-Optimismus zum Gatten, der hinter der Süddeutschen verschanzt auf dem Sofa lümmelte während ich das Abendmahl zubereitete und mir nach dem Zwiebelschneiden die Hände überm Spülbecken wusch, „Noch bevor diese Flüssigseife hier alle ist, werden wir eine neue Wohnung gefunden haben und wieder in der Stadt leben!“.

Der Gatte quittierte meine waghalsige Prognose mit einem kurzen, eher tonlosen „Hm, na hoffentlich“ und las weiter. Trotzig beschloss ich, auch ohne seinen aktiven Zuspruch an meinem soeben zum rettenden Strohhalm auserkorenen Seifenspender-Konstrukt festzuhalten: Wir hatten den zum Einzug gekauft und bis er leer wäre, würden wir hier wieder ausgezogen sein, jawohl!

An irgendwas muss man sich ja klammern, wenn die Hoffnung von Wohnungsbesichtigung zu Wohnungsbesichtigung schwindet, weil einem in etlichen Monaten zähen Suchens auf professionellstem und zeitintensivstem Niveau noch keine einzige Bude untergekommen war, die ihren horrenden Mietzins auch nur annähernd wert gewesen wäre, geschweige denn uns gefallen hätte oder nicht mit irgendwelchen baulichen oder vertraglichen Zumutungen oder Absurditäten behaftet gewesen wäre.

Und ob Sie’s nun glauben oder nicht: Meine Rechnung ist aufgegangen! Sogar quasi tropfengenau!

Der Seifenspender gab seit etwa einer Woche ein knorzendes Röcheln von sich, wenn die kleine Pumpvorrichtung in seinem Inneren versuchen musste, noch ausreichend Seife nach oben zu befördern. Ich nahm das Geräusch des Behälters zwar zur Kenntnis und dachte natürlich auch an meinen diesbezüglich mit dem Schicksal abgeschlossenen Deal, war aber ehrlich gesagt frustriert vom Nahen des Augenblicks, in dem ich mir würde eingestehen müssen, dass der Deal geplatzt war und auf dem Friedhof meiner Imaginationen beigesetzt werden musste. Denn die letzten paar Wohnungsbesichtigungen waren allesamt dermaßen deprimierend gewesen, so dass ich mir allmählich kaum noch vorstellen konnte, mir jemals in irgendeiner Küche irgendeiner neuen Wohnung mit irgendeiner Flüssigseife meine Hände zu waschen. Mir schwante, dass ich den leeren Flüssigseifebehälter bald stumm in den Mülleimer werfen und ihn desillusioniert durch einen neuen ersetzen würde.

Doch dann zog das Schicksal alle Register.
Völlig überraschend erhielten wir letzten Montag eine Reaktion auf eine Wohnungsbewerbungsmail, die wir längst abgehakt hatten, weil mal wieder tagelang jegliche Antwort ausblieb. Wir erfuhren, dass der Vermieter sich durch Dutzende solcher Mails hatte kämpfen müssen (was eben seine Zeit dauerte) und schließlich 12 Kandidaten ausgewählt hatte, die er nun ins Heiligste vorlassen wollte. Wir schnappten uns den ersten der 12 Termine und standen noch am selben Abend gebügelt und gestriegelt vor dem Haus in der Ludwigsvorstadt, in dem sich die Wohnung befand.

20 Minuten später verließen wir das Haus wieder, sahen uns kurz an, nickten uns zu und sagten: „Das wär‘ die Wohnung, nach der wir gesucht haben!“. Der Konjunktiv hier weniger als Ausdruck einer Möglichkeit, sondern vielmehr im Übergang zum Irrealis begriffen, sich bereits darauf einstimmend, dass man schon in ein paar Tagen wohl sagen würde „Das wäre unsere Wohnung gewesen“, weil der Vermieter unter den 12 Ja-Sagern halt einen anderen erwählt hatte (die dackelfreien Kandidaten oder die dynamischen Doppelverdiener oder das solide Beamtenpaar). Der Gatte schickte dem Vermieter gleich am nächsten Morgen, im flackernden Schein seiner Geburtstagskerze, eine Interesse-Bekräftigungs-Mail hinterher, anschließend wandten wir uns der geburtstäglichen Tagesordnung zu.

Abends wartete ich als Shuttleservice vor dem Schwimmbad, in dem sich der Geburtstägler einen Saunabesuch gegönnt hatte. Recht aufgeräumt und erholt stieg er ins Auto und ließ sich zum Lokal chauffieren. Vor dem Anstoßen hielt er inne und meinte zu mir, er wolle zu Beginn seines neuen Lebensjahres einen Beschluss verkünden und sich durchs sofortige Mitteilen desselben auf verbindlichere Weise zu dessen Umsetzung bekennen. Man kennt das ja: hat man’s erstmal rausposaunt, verwirft sich’s die Sache nicht mehr so leicht als hätte man’s nur im stillen Kämmerlein beschlossen.
Gespannt wartete ich also, was da nun käme. Er raucht nicht, er trinkt nicht, er hat kein Übergewicht und auch sonst keine erkennbaren Baustellen, Laster oder Leiden vorzuweisen, die einer dringenden Änderung oder Abschaffung bedurften.
„Ich möchte ab sofort ein freundlicherer Mensch sein!“, meinte er nach einer kleinen Kunstpause und mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht, von dem ich nicht wusste, ob es seinem Beschluss galt oder der von mir zu erwartenden Reaktion auf diesen Beschluss. Ich musste jedenfalls lauthals lachen, denn mit einem Vorhaben aus der Rubrik „Charakterglättung“ hätte ich defintiv nicht gerechnet. Zumal – und das muss an dieser Stelle wirklich klipp und klar gesagt werden! – ich dem Gatten niemals Unfreundlichkeit attestiert hätte, weder Menschen, noch Tieren gegenüber, ja vor allem keinesfalls Letzteren gegenüber. Am ehesten noch Gegenständen oder „der Technik“ gegenüber – allen voran zum Beispiel dem Drucker, diesem heimtückischen Arschloch („Drecksglump, verreckts!“) – aber hier würde das Vornehmen von mehr Freundlichkeit ja am allerwenigsten zu einer Beziehungsverbesserung führen, da es sich um leblose Materie handelt, die sich weder über Freundlichlichkeit freuen, noch gegen Jähzorn wehren kann.
Im weiteren Gesprächsverlauf erhellte sich mir alsbald, wie er es meinte. Die Details spare ich hier aus Diskretionsgründen natürlich aus, grob gesagt bezog es sich vor allem auf das berufliche Schlachtfeld Terrain, das ja leider nicht frei von Gemenschel ist und wo man je nach Druck und Arbeitsbelastung mal mehr oder weniger beherrscht/geschickt/sozialverträglich reagiert und somit ja immer irgendwie Luft nach oben ist, was die Geschmeidigkeit des eigenen Verhaltens angeht.

Nur 13 Stunden nach diesem Beschluss (auch diese Anzahl an Stunden mit Sicherheit kein Zufall, denn die 13 ist meine GlücksZahl) – es war Mittwochvormittag, ich saß gerade unmotiviert an einer Schreibarbeit und guckte hinaus in das Suburbia-Grau – klingelte mein Handy und der Vermieter war dran und sagte etwas hemdsärmelig: „Wir haben uns für euch entschieden, also falls ihr halt nach wie vor noch Interesse an der Wohnung hättet.“.
Mich hätt’s fast vom Stuhl geschmissen als der Satz vom Ohr bis ins Hirn gekrochen war und dort seine Wirkung entfaltete.
Do legst di nieda!!! Nach einem halben Jahr des intensiven Suchens und bei der ersten wirklich brauchbaren Wohnung sollte es nun geklappt haben (wo ist der Haken? wer verarscht einen da jetzt schon wieder?, schießt’s einem durch den Kopf).
Man kann das einfach nicht glauben. Selbst wenn der Mietvertrag einen Tag später schon im Postkasten liegt – man glaubt’s immer noch nicht. Erst wenn man mit dem besten Juristenfreund von allen stundenlang am Telefon die einzelnen Paragraphen und Formulierungen durchfieselt, da dämmert’s einem so langsam, dass da jetzt echt ein Mietvertrag für eine Wohnung in München vor einem liegt. Nicht der perfekte Vertrag, selbstredend mehr zu Gunsten des Vermieters als des Mieters („Es ist nun mal ein Angebotsmarkt, Natascha!“, sagte mir der Juristenfreund wiederholt, um mir den Sehnsucht-nach-Fairness-Zahn ein für allemal zu ziehen), aber summa summarum für hiesige Verhältnisse doch einer, den man unterschreiben kann, ohne damit den ersten Spatenstich zum Ausheben des eigenen Grabes gesetzt zu haben oder sich die Telefonnummer des Mietervereins schon wieder einprägen zu müssen, um vermieterseitige Pflichtverweigerungen oder Schikanen entsprechend parieren zu können.

Sollte sich die Sache nun auch weiterhin nicht als Neuauflage der Truman Show oder ausgebuffte Verschwörung von Münchner Miethaien entpuppen, werden Sie hier demnächst also wieder von allerhand gruseligen Umzugsvorbereitungen und -erlebnissen lesen, gratis die besten Tipps und Tricks im Umgang mit dem nicht minder gruseligen Kundendienst von Vodafone abstauben können oder auf den neuesten Stand bzgl. orthopädischer Therapeutika für Umzugskrüppel (Rücken, Schulter, Ellenbogen, Handgelenk) gebracht werden.

Darüberhinaus dürfen Sie beizeiten mit neuen Stadtviertelstories rechnen, wir werden uns auf jeden Fall ausführlich über Freud‘ und Leid des dann wieder urbanen Lebens verbreiten und mit Sicherheit auch wieder was zum Granteln finden – spontan fallen mir da schon mal die zu erwartenden Parkplatznöte, vollgekackte Grünstreifen und zu lange Schlangen am Sonntagnachmittag bei Café Kustermann ein – aber das mit größtmöglicher Demut, ich versprech’s Ihnen, denn wir sind wirklich außerordentlich froh, dass wir dem Puls der Stadt wieder ein Stückerl näher kommen.

Und das schon in wenigen Wochen, mitten im Sommersemester vom Gatten, was zeitlich und organisatorisch alles andere als ein Spaß werden wird, aber auch hier verneigen wir uns demütig vor dem Schicksal und sind einfach nur dankbar, uns vom täglichen Mietmarkt-App-Checken ebenso verabschieden zu dürfen wie von all den haarsträubenden Entblößungen im Bewerbungsprozess um ein Stück Wohnraum und den vielen stimmungsversauenden Abend- und Wochenendterminen auf den geschüsselten Parkettböden unserer schönen, geliebten und überteuerten Isarmetropole.

In diesem Sinne: Stay tuned – wie ein geschätzter Bloggerfreund von mir an solchen Punkten des Geschehens zu sagen pflegt!

Überschwängliche Gratulationen, Hopfengetränke zum Anstoßen auf das Neue oder für die bessere Bewältigung des Bevorstehenden sowie Hilfsangebote aller Art (und nicht zu vergessen: kleine und große Spenden für die doppelte Mietbelastung und einen ellenbogenschonenden Umzug) nehmen wir jederzeit dankend entgegen.

Was lernen wir jetzt aus dem Ganzen?

1.) Nie mehr an den Stadtrand ziehen. Das ist nix Halbes und nix Ganzes. Alle Vorteile der Stadt sind weg oder nur noch durch eingepferchtes Ausharren in Staus bzw. U-Bahnen zu erreichen, was du dir angesichts der aufzuwendenden Zeit stets zweimal überlegst und dann (zu) oft bleiben lässt, wodurch du dann aber bald Gefahr läufst, provinzielle Patina anzusetzen. Die Vorteile, die das Landleben bieten könnte, findest du am Stadtrand nicht, denn dort bist du ja eben nicht auf dem Land, sondern in einer Grauzone dazwischen, die tagsüber von Pendlern zugeparkt wird, abends an einen Friedhof erinnert und nicht mal eine vernünftige Kneipe bietet, die du als Zufluchtsort aufsuchen könntest (von netten Cafés, in denen du dich mit Kuchenstücken trösten könntest, ganz zu schweigen).

2.) Falls du 1.) jemals wieder versemmeln solltest, wähle wenigstens eine deutlich geschicktere Verknüpfung zwischen gewünschtem Ziel (=Auszug) und dem für den Zeithorizont zur Zielerreichung maßgeblichen Bezugsrahmen als einen Pott Flüssigseife neben dem Küchenspülbecken, der dann, wenn nur eine Person in deinem Haushalt kocht und sich dort die Hände wäscht, vergleichsweise verbrauchsträge und langlebig ist. Clever wäre z.B. ein Schälchen Quark gewesen, das hat üblicherweise ein MHD von 7-14 Tagen, oder meinetwegen auch ein Glas Nutella, das ja gerade in Phasen seelischer Belastung zu extremer Kurzlebigkeit tendiert. Oder, wenn es denn unbedingt wieder Seife sein müsste, nimm ein kleines, aus irgendeinem Hotel mitgenommenes Handseifenstück, das schnell aufgebraucht ist.

3.) Falls 2.) auch zu nix führt (oder du dich kein zweites Mal an so einen abstrusen Pakt ranwagen möchtest), beschließe einfach, ein freundlicherer Mensch zu werden. Bei Paaren genügt es auch, wenn einer von beiden das tut. Und beschließe das besser heute als morgen. Denn wenn es dich erstmal an den Stadtrand verschlagen hat, wo es weder so idyllisch noch so ruhig noch so wohnlich noch so preiswert und auch nicht so verkehrsarm ist wie du’s dir erhofft hast in deinen naiven Träumen, und dich nicht mal ein Deal mit Flüssigseifenspendern aus den Klauen der Suburbia befreit, dann geht’s ans Eingemachte und du musst selbst ran. An dir arbeiten, dich ändern, dich anpassen, dich fordern, dich quälen, dich optimieren. Halt all das, womit sie dich in diesen durchgestylten Persönlichkeitsentwicklungsseminaren bombardieren, damit das Miteinander flutscht und du deinen Beitrag zum Human Capital leistest. Als Mensch, als Mitarbeiter oder eben auch als Mieter in München.

30 Gedanken zu „Suburbia (4): Ein Traktat über Flüssigseife und Freundlichkeit.

  1. Zuerst… herzlichen Glückwunsch zur Wohnung, zum Abschluss der Suche und zum äußerst lesens- und schmunzelwerten Artikel. Ich freu mich schon jetzt auf Deine Testreihe zu ABC- oder sonstigem -Pflaster.
    Glückwunsch ist hiermit erledigt: Hilfe kann ich leider (regional bedingt) nicht anbieten. München ist von mir in etwa so weit wie, wie, wie… Timbuktu?
    Und zum Fazit: ich hab so ganz und gar nüscht gegen Stadtrand – lieber sogar noch ein bisschen weiter. Als gebürtige Berlinerin hab ich mich Ende 20 bewusst für Vögel und anderes Grünzeug entschieden. 😃 Aber auf Deinem Foto ist ja eine grüne Wand, und einen Dackel hast Du auch, also alles gut…😉

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    • Liebe Birgit,
      hab mich sehr über deine Wünsche und den langen Kommentar gefreut – danke!
      Ich kann mir ja absolut gut auch ein Leben & Wohnen auf dem Land (allerdings nur dem bergnahen Land!) vorstellen, nur eben nie mehr am Stadtrand oder im Speckgürtel rund um München. Hier hatten wir zu wenig Land/Grün/Ruhe/Idylle und die netten Seiten der Stadt wie Cafés/Lokale/kleine Läden/Kino/Kultur/Museen eben auch nicht. Das hat gar nicht gepasst und war so ein ominöses Zwischending.
      Ich wär‘ vielleicht sogar jetzt schon aufs Land rausgezogen, nur kann ich das dem Gatten nicht antun, dass er dann eine noch längere Pendelstrecke nach Frankfurt hat (mir san ja nimma die Jüngsten!).
      Liebe Grüße nach Timbuktu und fröhliches, frühlingshaftes Werkeln dir!
      Natascha

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      • Woher weißt Du von meinem fröhlichen Werkeln, Natascha? Ja… wir malern und malern und… es war einfach mal wieder an der Zeit. Und ick merk och langsam dit Alta… wie der gemeine Berliner zu sagen pflegt. Aber die Erfahrung machst Du ja in Bälde.😉 Ich kann Dich auch sehr gut hinsichtlich der Vorteile der Großstadt verstehen: ich liebe z.B. mein Hackesche-Höfe-Kino und die Möglichkeiten, Konzerte zu besuchen. Meist bleibe ich dann nach der Arbeit in der Stadt und der Pendlerstau ist wieder vorbei, wenn ich aufs Land fahre.
        Und jeder muss für sich sein Glück finden… Du brauchst ja bestimmt auch eine Schwimmhalle in der Nähe, die Du jetzt sicher schneller erreichen wirst… und Dein Dackelfräulein hat bestimmt auch mehr Möglichkeiten, Bekanntschaften zu schließen…😃😃
        Ich werde Dein Treiben selbstverständlich im interessierten Auge behalten, wünsche Euch viel Glück ( und Kraft) und wasch mir jetzt meine Malerhände mit „echter“ Stückseife sauber…😃😃 Liebe Grüße ins bergige Bayern aus dem platten spießigen Berliner Nordspeckgürtel..🤗 Birgit

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      • Oh! Mit dem „fröhlichen Werkeln“ meinte ich deine Töpferkunst und ahnte nicht, dass ihr grad am Malern seid. Alles neu macht der Mai – bis dahin habt ihr’s hoffentlich gut überstanden und alles erstrahlt in neuem Glanz?!
        Das Alter merk ich jetzt schon (oder besser: den Verschleiß), da brauch ich gar nicht bis zum Umzug warten 🙂
        Wenn Land, dann so wie du’s beschreibst, mit Stadtbesuchen etc., ich kann mir das eines Tages sehr gut vorstellen, nur jetzt passt es noch nicht zu unseren Lebens- und Arbeitsumständen.
        Mein geliebtes Ganzjahresfreibad rückt mir dann tatsächlich auch wieder näher, in Fahrraddistanz sogar, das wird fein. Fräulein Pippa hat hier am Stadtrand auch nur einen Freund gefunden und wird in der neuen Gegend hoffentlich wieder so integriert wie sie es bis vor 1 Jahr in unserem alten Viertel war.
        Dann bringen wir’s mal hinter uns, liebe Birgit, und schön, dich lesenderweise dabei zu wissen.
        Herzliche Stadtrandgrüße schickt dir
        Natascha

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  2. Prima, raus aus der spießigen Vorstadt(idylle) und ein kuscheliges Nest, ohne Seifenspender, in der Stadt bauen.
    Vorsicht ist geboten, zweimal umgezogen ist wie einmal abgebrannt, das bezieht sich nicht nur auf die Möbel sondern auch auf die Finanzen. Das Mann, Frau sich nach dem Umzug körperlich fühlt als gehöre man in ein Altenheim, gehört auch dazu.
    Aber dann, wenn der ganze Umzugsballast abfällt, dann kommt das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben.
    Glüchwunsch, es läuft bei euch.

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    • „Zweimal umgezogen ist wie einmal abgebrannt“ – ein sehr wahrer Satz, fürchte ich. Da werde ich dir noch mit bitterer Miene zustimmen müssen, ich geb Bescheid, sofern ich dann noch tippen kann (der Ellenbogen, der Rücken…).
      Aber zum Frühling hin Umziehen hat auch was von Aufblühen und Aufatmen, davon versuch ich mich nun tragen zu lassen.
      Liebe Grüße!

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  3. Ja Hey-ho!, kann ich da nur sagen!! Sie haben da ja einen Optimismus und ein Händchen, angesichts einer solchen doch bemerkenswert kleinen Flüssigseife! Wir gratulieren (auch Dr.Schmitt) und – nachdem es beim letzten Mal ja schändlicherweise nichts geworden ist (wofür wir uns immer noch …) – falls Sie eine umzugsmäßige oder handwerkliche Hilfe brauchen? Das hiesige Bad wär‘ so gut wie fertig, die Schachtel mit den Dübeln noch halb voll und die Kreissäge in bestem Zustand.

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    • Ich grüße Sie, Herr Speed!

      Und ich danke Ihnen für das unvorsichtige, evtl. ja spät nachts nach dem Zweitbier abgegebene Angebot, das ich gern in Bälde schriftlich fixieren würde.
      Nicht dass Sie sich sonst wieder vom Acker machen, kurz bevor’s ernst wird!

      Um Ihnen einen ersten Überblick zu geben, was da Sie erwarten würde (Sie brauchen ja schließlich auch ein wenig Vorlauf, um ihre Gerätschaften zu sortieren und ggf. zu ergänzen), hier eine erste Liste (quick&dirty), was so anstünde:

      – intelligenter Ausbau einer 3m² Kammer (Stauraum schaffen, deckenhoch)
      – Innenaufbereitung eines großen Einbauschranks (windschiefe Kleiderstange von 1954 und wacklige Regalbretter), ggf. durchdachte Ergänzungen
      – Generalüberholung einer winzigen Speisekammer (0,5m²)
      – Einbau einer zweiten Arbeitsplatte in der Küche (um den Trockner, das Weinregal und die Bierkisten optisch zu überbauen), mit Profilleiste und seitlichem Abschluss
      – Innenabpolsterung der extrem schmalen Einzelgarage (1954, als es noch keine Kombis gab), um sich in der Lernphase des Ein- und Ausparkens nicht die Außenspiegel abzuhobeln und andere Schäden am Lack zu vermeiden

      U.A.w.g. – einstweilen beste Grüße ins Allgäu und guten Endspurt für Ihre Badrenovierung!

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  4. Herzlichen Glückwunsch! Ich habe mit dem Text mitgelitten. Wirklich sensationell geschrieben und „provinzielle Patina“ hat sich mir eingebrannt. Da ist was dran. Hilfe auch von mir räumlich bedingt nur imaginär. Werde einfach mitleiden. Als eine, die fast zwanzig Mal umgezogen ist, kann ich das besonders gut 😉

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  5. Auch von mir noch mal auf diesem Wege: Glückwunsch zur neuen Wohnung! Aus den vorherigen Kommentaren lese ich so etwas wie Speise- und Abstellkammer, sowie eine Küche… ?! Das klingt solide und nach einer richtigen Wohnung. Toll! Ich freu mich für euch! Besonderen Respekt habe ich vor eurer Klarheit und Konsequenz für die Entscheidung, nach dem ersten nervenaufreibenden Umzug erneut die Koffer zu packen. Aber ich kann deine Gründe sehr gut nachvollziehen, dass eine Seifenspenderlänge Suburbia mehr als genug ist. Bis bald und dann stoßen wir mit mindestens 27 Weizenbieren an 😉 Liebe Grüße von Andrea

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    • Liebe Andrea,
      ja, nicht zu fassen nach all der Zeit, aber es handelt sich tatsächlich um eine richtige Wohnung und nicht um eine Bruchbude mit 1000 Macken (sondern nur 100 :-)). Lust auf den Umzug haben wir – auch wg 3 kaputter Ellenbogen bei nur 2 Personen – echt gar keine, aber die Aussicht, nach 1 Jahr „suburbian blues“ wieder ins städtische Leben zurückzukehren, die lässt uns so aufatmen und wird uns da schon durchschieben (durch die nächsten Wochen).
      Wenn wir uns dann bald in Berchtesgaden sehen, stoßen wir natürlich mit euch an (sofern wir die Gläser noch heben können wg der Ellenbogen) und vielleicht kommst du ja schon diesen Sommer, wenn du mal wieder auf der Durchreise bist Richtung A, einfach mal gucken…
      Liebe Grüße nach Braunschweig,
      Natascha

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  6. Ich weiß, ich weiß – ich bin spät – und wer weiß, was sich inzwischen schon alles ereignet haben mag,
    ABER: ich war so mitgerissen und hab mich derart mitgefreut, dass das Elend des (Wohnungs-)Suchens ein Ende hat – (auch wenn es gegebenenfalls in das Elend des Parkplatz-Suchens übergeht)
    Was für eine großartige Nachricht.
    Ich öffne schon das dritte Fläschchen!
    Prost auf und mit euch!
    Wie geht es dem Dackel-Fräulein?
    LG

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    • Macht gar nichts, dass du spät dran bist, ich bin auch jetzt noch so beseelt vom Ende unserer langen, quälenden Suche, dass ich mich auch weiterhin über jede Mitfreudebekundung freue!
      Dem Dackelfräulein geht’s auch wieder gut, wir starten hier also sozusagen runderneuert in den Frühling 🙂
      Darauf vielleicht ein viertes Fläschchen?!?
      Liebe Grüße zurück, Natascha

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  7. Es wirft ja wirklich diverse Schlaglichter auf den Münchner Wohnungsmarkt, wenn man sich als gut situiertes(!) Ehe(!)paar in den besten Jahren(!) mit nur einem einzigen(!) kleinen(!) Hund vorkommt wie bei einem Sechser im Lotto 🙂
    Ich freu mich jedenfalls sehr für Euch und hoffe, dass der Umzug flutscht. Wenn man erst vor kurzem umgezogen ist und deshalb ausgemistet hat, geht es doch beim zweiten Mal leichter 🙂

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    • Dank dir, Lotte, für deinen Kommentar, der sich im ersten Teil liest wie ein Inserat (wo man ja stets auch ein bisserl beschönigt: gut situiert, beste Jahre, nun ja…)
      Wirklich eine Erlösung, dass es nun geklappt hat und wir fündig geworden sind. Mit dem Ausmisten hast du natürlich recht: der gröbste Ballast wurde vor einem Jahr bereits abgeworfen, nun pflüge ich den Hausstand also entspannter ein weiteres Mal durch (jeder Umzug ist ja immer auch eine Chance, weitere Dinge loszulassen).
      Bis bald!

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