Consummatum est.

Oder: perfectum est.

Handgesägt und holzdübelverbunden hochgepäppelt.

Die zu wenig überdachte Skizze der Kundin ließ sich mit etwas Mühe und gutem Willen dann doch umsetzen.

Die neue Arbeitsplatte, dem Aufbügeln der Kantenstreifen harrend.

Bei schwülwarmen 27 Grad fließt der Schweiß in Strömen, auch schon ganz ohne Handwerken.

Der Herkules Handwerksfreund aber schraubte und sägte unbeirrt weiter. Den ganzen, heißen Fronleichnamstag lang.
Ich sorge für regelmäßige Pausen und Stärkungen, kleine Ortswechsel und Rekreationspläuschchen, zwischendurch putze ich in mehrmals am Tag den Montagestaub weg.
Nur ganz selten darf ich mal mit anpacken – so eine Arbeitsplatte in 2,20 Meter Länge kann man(n) nämlich tatsächlich alleine tragen, obwohl es sich zu zweit besser rangieren (aber halt nicht so laut schnaufen) lässt.

Zeitgleich mit dem ersten Donnerschlag des spätnachmittäglichen Hitzegewitters über München ist es dann vollbracht!

Das Dackelfräulein und Dr. Schmitt dürfen sich auf die frisch geschreinerte neue Küchenzeile setzen…

…einen Pommery zwitschern und – auf Augenhöhe! – der Hausfrau beim Kochen zugucken.

Nach einem letzten Abendmahl und fahren wir den tapferen Handwerkshelden mit Schnittwunden an den Händen und Sägespänen im Haar (aber satt und zufrieden!) im tosenden Unwetter zum Bahnhof, geben ihm nach größten und herzlichsten Danksagungen zu seinem Salär noch etwas Lektüre für die Heimfahrt mit, wünschen eine angenehme Heimreise ins Allgäu und gute Erholung am Wochenende!

Und sollte Ihnen etwas fehlen, delektieren Sie sich einfach ein wenig an diesem erfrischenden Handerwerkerfilmchen, das definitiv Lust auf MEHR macht. Wie schön, dass wir in unserem Projekt „Vivat Bavaria!“ erst Halbzeit haben, nicht wahr?

In diesem Sinne: Man sieht sich!

Und hiermit verabschiede auch ich mich für die nächsten Tage, denn morgen ertönt erneut frühmorgens die Werkssirene (diesmal allerdings ausschließlich für mich). Da stürze ich dann mich mit meinem lädierten Ellbogen, aber ansonsten topfit dank des täglichen Trainings durch die Umzugs- und Handwerkswochen in meinen neuen Job als Saisonarbeiterin hoch droben aufm Berg.

Sollte das WLAN dort funktionieren und ich abends nach getaner Arbeit nicht im Stehen am Hüttengatter einschlafen, sende ich Ihnen ein paar alpine Arbeitsimpressionen, ansonsten hören wir uns nächste Woche in alter Frische.

Ihre Kraulquappe.

14 Gedanken zu „Consummatum est.

  1. Fabelhaft…Jeht einfach nüscht über eigene Kreationen, ick sach’s ja… Lob an Dich für die Theorie, an den Allgäuer Handwerksfreund S. für die Praxis.
    Dir viel Spass auf dem Berg ab morgen. Darf das Frollein P. mit?
    Liebe Grüße, Birgit

    Gefällt 2 Personen

    • Frollein P. bleibt mit dem Gatten daheim in der Stadt, zu viel Trubel auf der Hütte und ich hätt ja auch keine Zeit für sie. Aber mitnehmen dürfte ich sie, das ist schon abgeklärt, falls wir hier mal ein Wochenende mit Betreuungsengpass haben.
      Liebe Grüße von Natascha

      Gefällt 1 Person

      • Siehste… und ich dachte immer, eine Hütte wäre trubellos… viel Freude und Abwechslung Dir und schönes Wetter. Liebe Grüße auf den Berg aus der heißen großen Stadt, in der ich nach meiner kleinen Pause versuche, ein bisschen Mehrwert zu schaffen.

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    • Danke, liebe Andrea!
      Ich würde jetzt eigentlich lieber die neue Küchenzeile einräumen, aber der Berg bzw. die Arbeit ruft…
      Bin gespannt, wie es wird, zumal ich gleich zum Einstieg alles geboten bekomme: letztes Ferienwochenende, Sonne, Vollbelegung. 😨😨😨
      Ich werde berichten!

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  2. Das Dackelfräulein macht einen etwas irritierten Eindruck, wohingegen Dr. Schmitt überaus souverän entspannt wirkt. Vermutlich hat er das Dackelfräulein mit technischen Daten zur Baukonstruktion gebrieft, die vom Dackelfräulein gerade kurz mal durchgerechnet wurden.

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  3. Man wünscht sich, dass man auf die Kunstfertigkeiten eines Heimhandwerkers einmal ähnlich öffentlich versessen sei, wie wenn man sich das Spiel zwischen Roger Federer und Rafael Nadal live im Fernsehen schildern lässt:. „Und jetzt, meine Damen und Herren, ist der Handwerksfreund im Bild, wie er gerade sein Werkzeug zuschneidet, er schleift sein Werkzeug… jetzt geht er urinieren, aber da kommt er auch schon wieder zurück, bohrt mit dem 22-mm-Bohrer ein Loch, vor lauter Anstrengung beisst er die Zähne zusammen, jetzt kratzt er sich, da! Und wieder versucht er es…“

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