Von Poleposition und Schwellenwerten.

Am Wochenende schnell noch etwas Körper- und Seelenhygiene betrieben, so als innere und äußere Prophylaxe für das nun Anstehende.

Mit Mütze, Handschuhen und dem Fräulein in dichter Nebelsuppe hinauf zur Buchsteinhütte…

…die uns Tee und Guglhupf spendet bevor wir wieder hinabhupfen ins Tal…

…wo wir den Papa besuchen, der uns zum Küchen-Kehraus in ein Kreuther Lokal ausführt…

…und „Kehraus“ steht hier keinesfalls für schnödes Reste-Essen, sondern für vier Gänge Augen- und Gaumenschmaus, damit verabschiedet sich das Lokal in die Betriebsferien.

Gut durchgelüftet und gesättigt und nach einem wunderbaren Abend zu zweit mit dem Papa dann zurück nach München, dort alles vorbereitet für „Handwerksphase, die Letzte“:

Utensilienkisterl für den Handwerksfreund.

Die neue Woche beginnt um 7:13 Uhr mit dem Hämmern des Polen (heute ausnahmsweise nur Lolek, seinen Bruder Bolek hat er daheimgelassen – „Türschwellen is nix Arbeit für zwei“, achso ist das).

Runderneuerung: Schwellen, über die einen dann eh keiner trägt, aber wenigstens reißt man sich künftig nicht mehr die Socken dran auf.

Ich koche Kaffee.
Der Gatte trinkt ihn schwarz. Lolek mag ihn mit Milch, genau wie ich. Der nachher anreisende Handwerksfreund nimmt Milch und Zucker, und zwar reichlich. Wie der Jalousien-Reparateur, der dann auch noch vorbeischneien wird, den Kaffee präferiert, weiß ich noch nicht.
Man sollte eine Excel-Tabelle anlegen, zur besseren Verwaltung der Handwerkervorlieben und -nummern und -termine, mit Filter, versteht sich (nicht für den Kaffee oder die Kippen, sondern zur Sortierung).

In der Poleposition: Keine Lebkuchenhausverzierung, sondern beeindruckende Türschwellenklebekunst.

Es soll ja Menschen geben, die bestens damit zurechtkommen, wenn ihr Zuhause sich temporär in eine Baustelle verwandelt und die mühelos in der Lage sind, sich währenddessen bereits vorzufreuen auf die Reaparaturen, Erneuerungen, Verschönerungen und Verbesserungen, die irgendwann (hoffentlich) aus der Baustelle resultieren.
Mich strapaziert sowas leider überwiegend: Krach in den frühen Morgenstunden, all die strengen Gerüche, überall Staub und Dreck, von den diversen Kollateralschäden, die ja fast immer entstehen, mal ganz zu schweigen (in so einem Altbau gibt es kaum ein Handwerksgewurschtel, das nicht noch irgendeine weitere, natürlich ungeplante Arbeit nach sich zöge wegen bröselnder Wände, brechender Hölzer, idiotisch verlegter Leitungen oder sonstigen Verfallserscheinungen, mit denen kein Mensch vorher gerechnet hat).

Ich sollte mir eine Scheibe abschneiden von Loleks Gleichmut („Isse irgendeine Problem, musse eben lösen!“) oder von Pippas Perspektive auf das Ganze („Ui, lustige Holzresterl und feines Werkzeug, damit kann man ja toll spielen, und der nette Mann kniet ja eh schon spielbereit am Boden!“).

Für die nächsten 11 Tage wäre das die ideale Einstellung.

Auch Ihnen einen gelingenden Wochenstart und allzeit den richtigen Kaffee dazu.
Die Kraulquappe.

14 Gedanken zu „Von Poleposition und Schwellenwerten.

  1. Nun bin ich schmerzlich daran erinnert, was ich hier alles noch reparieren und renovieren müsstesolltekönnte… Seit mehr als einem Jahr ist das Wohnzimmer teilweise angestrichen… Gut, dass nun die dunkle Jahreszeit begonnen hat und es nicht mehr so auffällt… 😁
    Alles Gute für die weiteren Arbeiten und beste Grüße auch an Pippa.

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    • Dank dir für die Wünsche und Pippa & ich grüßen herzlich zurück, auch Eldur!
      Für mich war’s auch eine große Überwindung, da jetzt nochmal weiterzumachen, aber so ein neues Zuhause motiviert einen im ersten Jahr dann doch, hier irgendwann auch mal fertig zu werden, vor allem, wenn man zuvor ein Jahr lang im falschen Zuhause saß und dort natürlich gar nicht erst anfing, fertig werden zu wollen, weil man ja bereits wusste, dass sich die Mühe nicht lohnen würde. Jetzt aber!

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  2. Na dann erneutes fröhliches Durchhalten bei Lärm und Staub… wenn es schlimm wird: raus auf die Wiese und tief ins Knie geatmet! Was sind schon zwei Wochen im Vergleich zu einem ganzen Leben?
    Ich mag einfachen Kaffee übrigens schwarz wie der Gatte oder gleich einen Milchkaffee (für den Fall, dass wir uns mal treffen…😉). Liebe Grüße. Birgit

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    • Toller Tipp. Bin jetzt draußen auf der Wiese und atme sogar in beide Knie hinein, zwischendrin kicke ich Bällchen quer über den Rasen. Macht locker und gibt Energie, während drinnen Wiktor (wie wir den Handwerksfreund diesmal nennen wollen) den ersten Rahmen anschleift. Und wie du richtig sagst: was sind schon zwei Wochen im Vergleich zu…? Zumal bei 17 Grad und Sonnenschein!
      Liebe Grüße (& deine Kaffeevorlieben werden natürlich in die Exceltabelle aufgenommen)!

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      • Yepp. Ich gehöre definitiv in die Exceltabelle mit Filter. Bitte in die Handwerksfreundegruppe einsortieren… mein Werkstoff ist schließlich der Ton. Die Wandergruppenfreundemitgliedschaft traue ich mir aufgrund der Ergebnisse meiner schonungslosen Selbsteinschätzungsfähigkeit nicht zu.
        Ich tippe übrigens auf ein knappes 3:2 für Pippa.

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