Da sein.

Der Winter ist da. Das Dackelfräulein rastet wie immer aus und staubt durch die erste, noch dünne weiße Pracht.

Und Lolek ist auch wieder da. Um seine wackelnden Türschwellen von vor zwei Wochen rauszureißen und nochmal neu zu verlegen. Natürlich wieder zur Lolek-Time: morgens um kurz nach 7 Uhr. (Möge der frühe Pole diesmal den Wurm erwischt haben.)

Der November geht in die letzte Runde. Diese Woche: Beseitigung kleinerer Baustellen, in Sachen Wohnung, in Sachen Gesundheit (nebenher noch Steuererklärung und Schimmelentfernung, eine schwere Wahl, was zuerst/lieber…).

Immer dieser verfluchte Bammel vor neuen Schäden, Pannen, Überraschungen. Und auch vor Vollnarkosen (wie oft haben sie einem für danach eine Breze versprochen, auf die man sich vor dem Knock-out tröstend freute und dann wurde ein Napf bleiches Hühnerfrikassee serviert, von dem einem noch speiübler wurde und erst recht zum Heulen zumute war).

Wie gesagt: alles Lästige in diesen Monat reingepackt! Der Advent darf mir gern und ausgiebig ein Gefühl von advenire bescheren. Ich möcht‘ mich mit einer Großpackung der Kindheitslebkuchen, diese billigen Herz-Stern-Brezen-Dinger, unter einen der frisch lackierten Türrahmen setzen und von dort aus mampfend und teetrinkend die letzten Lampen, Malereien und Silikonfugen bestaunen, um die sich der Handwerksfreund nächste Woche noch kümmern wird, und wenn ich genug gestaunt habe, dass jetzt endlich alles fertig, sauber, aufgeräumt und befestigt ist, dann möcht‘ ich aufstehen und den diesen Freitag abholbereiten Marimekkovorhang (der einen hinsichtlich zu bestellender und gelieferter Länge und zu beachtendem Rapport fast zur Weißglut getrieben hat) zuziehen und einfach mal kurz die Füße hochlegen.

Und mich anschließend gänzlich anderem, das so lang (ja, viel zu lang!) aufgeschoben wurde, zuwenden. Das neue Jahr lockt mit neuen Plänen.

Haben Sie einen guten Start in den Winter – und nehmen Sie bitte Abstand von Genesungswünschen oder Gesundheitsnachfragen, schicken Sie lieber Brezen oder Billiglebkuchen. Oder einfach ein Stoßgebet gen Winterhimmel.

Ihre Kraulquappe.

29 Gedanken zu „Da sein.

  1. Um mich für Dich mit zu freuen, habe ich erstmal marimekko gegoogelt. Och ja… ganz nett… das sind doch schöne Aussichten für danach, wenn alle aus der Wohnung raus sind, die da nicht einwohneramtlich gemeldet sind. Womit ja meine Frage neulich beantwortet ist: geht also noch ein paar Tage weiter so. Hm.
    Und Puderzucker habt ihr auch schon auf der Straße? Wir hatten vorgestern das erste mal in dieser Saison Frost, sodass ich endlich die Dahlien ausgebuddelt habe.
    Tröste Dich bei allem, was ist und kommt: der November hat nur noch 11 Tage, Bergfest haste schon überstanden. 👍
    Liebe Grüße von mir, die von allen Lebkuchensorten genau die auch am liebsten mag, weil sie so herrlich weich sind und beim Biss ein wenig nachfedern.

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    • Liebe Birgit,
      ich wollt‘ dir eigentlich auf deine Frage schon geantwortet haben, dachte dann aber beim heutigen Bloggen: das liest sie ja eh…
      Hier ist’s jetzt wirklich zapfig kalt, unter Null, ich muss mich noch sehr umstellen. Aber je gemütlicher das Zuhause wird, desto mehr kann ich auch der kalten Jahreszeit wieder was abgewinnen.
      Der Hammer ist ja, dass du genau dieselben Lebkuchen bevorzugst: ich werd‘ da sonst immer krumm angeguckt, denn ich lass für die jeden noch so edlen Elisenlebkuchen etc. stehen. Eben genau, weil sie so weich sind und (wie schön du das formuliert hast:) beim Biss ein wenig nachfedern. In den blöden Elisenlebkuchen hat man ja sofort irgendeinen harten Krümel zwischen den Zähnen kleben und überhaupt ist da für meinen Geschmack viel zu viel drin (ich bevorzuge sowieso alles in möglichst purer Form, also mit wenig drin: Joghurt, Müsli, Croissants etc. – und du?).
      So, jetzt Couch, das eiskalte Abendgassi hat der Gatte übernommen 😉
      Liebe Grüße von Natascha

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      • Bloss keine Elisen …
        Du meinst pur im Sinne von ‚Bestandteile noch erkennen/erschmecken können‘? Dann ja. Im puren Joghurt pure Heidelbeeren, Nüsse lieber im Ganzen als zermahlen im Keks, Salat lieber als Smoothie… aber ganz durchhalten lässt sich das ja auch nicht.
        Der Gatte lehrt wohl gerade nicht, dass er montags mit der Dackeldame in die Münchner Kälte geschickt werden kann, während Natascha die wärmenden Sitzmöbel aufsucht?
        Gute-Nacht-Grüsse… Birgit

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      • Ja, so meine ich „pur“: Bestandteile noch erkennen können und nicht zu viel Gepansche. Also lieber ein purer Quark, in den ich selbst die Heidelbeeren (gutes Beispiel, denn ich liebe Heidelbeeren) dazugebe als einen fertig gemischten Quark oder Joghurt zu kaufen (totaler Horror: Sachen auf denen sowas wie „Waldfrucht“ steht oder „Tropenfrüchte“). Einerseits. Und andererseits meine ich mit „pur“ auch, dass ich z.B. lieber Waffeln ohne alles esse (oder mit purer Sahne 🙂 ) als mit fettiger Vanillecreme drin oder dran oder einem Grützeberg obendrauf. Oder ein Croissant ohne alles als eines mit Füllung. So ungefähr. Natürlich lässt sich das nicht durchhalten, aber das ist ja auch nicht das Ziel, ich fühl mich auch mit jedweder Inkonsequenz noch als Purist.
        Der Gatte darf übrigens jeden Montag das Abendgassi machen, er ist ein klassischer Di-Mi-Do-Pendel-Prof. (sowie ein hervorragender Fr-Sa-So-Mo-Hundepapi).
        Liebste Grüße gen Hauptstadt!
        Natascha

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      • Wie gesagt: bevor Kältetod oder Saunakoller droht – Asyl in München. Mit Heidelbeerquark und Croissant zum Frühstück. Und Kaffee.
        (Aber huch: welche Müslischalen für den geschirrverwöhnten Besuch nehmen? 😉 Geschickte Wendung, gell?)

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    • Lolek zwar schicke Hose, aber recht unschicke Schrauben reingejagt in Türschwelle. Immerhin nun fest und Nachbar war auch noch nicht oben. Musstdu immer ein Auge drauf haben, wie Lolek, Bolek und Wiktor arbeiten, sonst führen die dich derart an der Nase herum (und legen dir immer ein Ei, für dessen Beseitigung sie dann nochmal kommen müssen, sh. Wiktor uns seine Fuge aus ukrainischem Billigsilikon, die nicht fest wird). Ich hab eine Menge dazugelernt im letzten halben Jahr!

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      • Ich weiß. Ich Ihnen ja schon buchte und schickte Fahrschein für nexte Woche. Diesmal wird auch mit Unterlage gearbeitet, bis 5cm vor der zu verfugenden Stelle, gell. Wir haben das schon durchschaut, dass Sie auf unser Ausrutschen auf Silikonresten spechten und mittelfristig hier einziehen wollen („Schicke Adresse in schicke Munchen“ oder wie sagten Sie’s neulich am Telefon zu Ihrem Cousin Vranek? Ich hab’s zufällig mitgehört, da Sie das Telefonat während der Arbeitszeit führten.)

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      • Wohl wahr. Lolek habe ich jetzt 4x gesehen. Und Wiktor… (ach, das passt eh auf keine Kuhhaut mehr).
        Möge ich mich endlich hinter meinem Marimekkovorhang verstecken können!
        (Und: geht eure Heizung nun oder kommt der noch ein drittes Mal?)

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      • Der Hersteller wurde gestern kontaktiert. Zur Zeit gibt es nur Kühlschrank oder Sauna, nix dazwischen. Der Kollege wird also wiederkommen müssen… mit neuen Herstellerinfos und/oder neuen Ersatzteilen. Mal sehen, ob er sich erinnert, dass es ein Garantiefall ist. 🤔

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      • Oh vielen Dank fürs Angebot (vor allem jetzt, da ich weiß, dass Du mir auch ein pures Frühstück bieten könntest😉).
        Da wär zwar immer noch die Sauna-Variante, aber zur Zeit entscheidet die Heizung selbst, was uns gerade gut tun soll.
        Liebe Grüße zurück.

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      • Die Technik hat eben an vielen Stellen die Herrschaft übernommen. Der PC streikt ja auch oft, wenn es Zeit ist, schlafen zu gehen. Der Handyakku ist leer, wenn es angesagt ist, den Blick in die Natur schweifen zu lassen und nicht aufs Display zu glotzen. Und ich hatte in Studentenzeiten sogar mal einen klugen Anrufbeantworter (vom Sperrmüll), der wusste, welche Nachrichten er lieber erst gar nicht aufzeichnet.

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      • Hm. Bedenkenswert. Und sollte auf jeden Fall beobachtet werden. Vor allem, falls sich das Saunaniveau temperaturmäßig als der Standard etablieren sollte. Dann hat der Schelm womöglich noch mehr Hintergedanken als Sparsamkeit.

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