Der Wunschzettel.

Einfach mal durch die rosarote Brille geschaut.

*****

Gestern Abend kam der Physiker zu Besuch.
Ab und an lade ich ihn zu mir ein und bekoche ihn, um mich dafür zu revanchieren, dass er mich sonst immer einlädt.
Er isst gern italienisch und trinkt gern reichlich Weißwein, auf Desserts legt er keinen Wert und auf Espresso hat er zu verzichten gelernt, da wir hier keine Siebträger-Espressomaschine haben und zu den wenigen Menschen mittleren Alters und Einkommens gehören, die tatsächlich noch mit einer normalen Kaffeemaschine weit unter 500€ zufrieden sind.

Beim Befüllen der Cannelloni, einer der Küchentätigkeiten mit angenehm meditativem Charakter, ist stets Zeit, die Gedanken einfach mal schweifen zu lassen, während die Finger gleichermaßen routiniert wie vorsichtig die Spinat-Ricotta-Masse in die Röllchen stopfen (nein, ich nehme dafür keinen Löffel, es geht viel besser mit den bloßen Fingern, die selbstverständlich vorher und zwischendrin gewaschen werden).

13 Nudelröllchen-Füll-Prozeduren führten gestern zu 13 Gedanken, konkret: zu einem Füllhorn von 13 Wünschen. Auslöser dafür war das auf der Cannelloni-Schachtel aufgedruckte Haltbarkeitsdatum, auf das mein Blick fiel, als ich sie öffnete.

Was wird bis dahin sein? – fragte ich mich.
Was wünsch‘ mir von diesem Jahr? Und von diesem Leben? Und überhaupt?

Aber fangen wir einfach mal klein an.

*****

  1. Einen München-Olymipa-1972-Waldi als Stofftier.
    Im Zwergteckelmaß (nicht kleiner bitte) und lieber den mit dem groben Stoffbezug als den plüschigen.
    Man legte mir im Juli ’72 einen in die Wiege, 17 Jahre später rückte ihn die Mutter nicht raus, als ich sie verließ, vor 3 Jahren ist mein Waldi dann, sofern es ihn da überhaupt noch gab, zusammen mit 3.000kg undurchdringbarem, unsortierbarem Messie-Wohnungsinhalt in der Schrottpresse gelandet.
    Wie mir kürzlich klar wurde, ist das eine Wunde, die in diesem Leben noch geheilt werden muss und zwar nicht erst auf dem Totenbett.
    (Und: Nein, ich möchte als Alternative nicht den Holzdackel von Bojesen und auch keinen Wackeldackel für die Hutablage im Auto. Ich wünsch‘ mir den echten Waldi zurück!)
  2. Mehr Mut.
    Auf nix Spezielles bezogen, sondern so insgesamt.
  3. Eine Tretbootfahrt auf dem Starnberger See. Wahlweise auf dem Ammersee.
    Für mindestens 2 Stunden, möglichst in einem roten Tretboot, wenn’s geht hinten mit Rutsche (so wie das auf der Startseite dieses Blogs), gern mit Sonnendach/-schirmchen, so dass das Fräulein geschützter mitfahren kann. An sich finde ich Ruderboote schöner, aber ich bin jetzt aus dem Alter raus, in dem man die blauen Flecken, die man sich zuzieht, wenn man nach dem Schwimmen über den harten Holzrand ins Boot zurückklettert, noch locker verschmerzen könnte, sofern man mit dem ruinierten Ellenbogen überhaupt noch fähig wäre, sich aus eigener Kraft über den Bootsrand hochzuhieven.
  4. Einen Reiseführer zu Gotland in englischer Sprache.
    Halbwegs aktuell, nix Gehobenes (Kunstreiseführer o.ä.), im rucksacktauglichen Format.
  5. Einmal noch beim Brandauer in einer der vordersten Reihen sitzen.
    In einer Lesung, denn mit dem Theater war’s das jetzt wohl. So wie damals im Porsche-Salon oder in der Nürnberger Oper. Thema der Lesung ist völlig egal. Gedichte von Brecht, Faust-Szenen, Bowie – meinetwegen liest er auch das Altausseer Telefonbuch vor. Hauptsache, diese Stimme.
  6. Dass der russische Zupfkuchen im „Isarfräulein“ nicht ständig ausverkauft ist, wenn ich dort gegen 15 Uhr aufkreuze. Alternativ tät’s auch der normale Käsekuchen, aber dann bitte endlich ohne diese ekligen Dosenmandarinen.
  7. Einen Schlafsack fürs Dackelfräulein.
    Innen kuschlig, außen robust. In adäquatem Wursthundformat. Keine Püppchenfarben, keine affigen Pfötchen- oder Sternchenmuster. Waschbar bei 40°C. Leicht, gut zusammenrollbar und gern mit Hülle, so dass einem die Schmutzbrösel der Nacht dann nicht im Rucksack herumpurzeln.
  8. Ein Rezept für einen Hefeteig, das (s)ich einfach und unkompliziert auf Anhieb zu einem erfolgreichen Hefeteig umsetzen lässt.
    Ich bin eine gute Köchin, aber keine geübte Kuchenbäckerin. Ich liebe Zwetschgendatschi, aber der Teig wird bei mir stets brettähnlich, weil die depperte Hefe einfach nicht… oder der blöde Ofen…
    Egal – helfen Sie mir!
  9. Nochmal im Cabrio durchs hochsommerliche Oberland fahren, einen ganzen Tag lang.
    Das erste und letzte Mal ist nun 20 Jahre her und ich fand das damals – Umwelt hin oder her – tatsächlich großartig. Muss kein nobler Schlitten sein, aber bitte auch kein Smart Roadster oder Ford Streetka. Inklusive Sylvensteinbrücke, Eisdielen-Stopp in Lenggries (3 Kugeln: Zitrone, Pistazie, Straciatella), Füßekühlen oder Baden im Walchensee (je nach Wassertemperatur) und krönendem Abschluss-Weißbier z.B. im Biergarten von Kloster Reutberg oder auf Gut Kaltenbrunn.
  10. Jemanden, der mir zeigt, wie man Make-up so aufträgt, dass das Ergebnis nicht aussieht wie ein wächsernes Puppengesicht aus Madame Tussauds Kabinett.
    Ich bin nun exakt 46 Jahre und 8 Monate alt und habe keinerlei Erfahrung mit dem Zeugs, bin seit einigen Tagen aber der Ansicht, dass es nun gelegentlich ratsam wäre, sowas zu verwenden. Nach langwieriger Beratung (wegen Spezialhaut und diverser Allergien – ich erspar‘ Ihnen die Details) bereits ein Produkt erworben und mich 1x dran versucht und sofort alles wieder abgewaschen und dann mit gruselig rot gerubbeltem Gesicht das Haus verlassen. Nicht gut.
  11. Eine Schwarz-Weiß-Fotografie vom Wettersteinmassiv.
    Hochglanz, Querformat, mindestens 120x40cm, lieber größer. Bitte nicht den Tiroler Part des Gebirges, sondern den in Bayern liegenden. Ohne pseudo-dramatische Effekte und ohne störende Menschen drauf, die Gipfel keinesfalls in zu viele Wolken gehüllt. Gern auch bereits gerahmt, dezenter, schmaler Alurahmen (matt), hinten mit vernüftiger Aufhängung versehen.
  12. Eine Liste mit allen Hallen- und Freibädern in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Südtirol, den Niederlanden, Schweden, Dänemark, Finnland, Island und auf den Färöer Inseln, die über ein solides 50m-Becken verfügen. Mit Öffnungszeiten, Eintrittspreisen und Hinweisen zu Parkmöglichkeiten. Bitte keine Ozon- oder Meerwasserbäder, kein FKK-Kram, keine Familien- oder Spaßbäder.
  13. Einen Verleger für mein erstes Buch.
    Männlich, grau-meliert, bebrillt (Kunststoff, nicht Metall), lässig gekleidet, klug, zuverlässig, humorvoll, tierlieb, sonore Stimme, natürliche Ausstrahlung, gern Bayer oder Österreicher (ein Norddeutscher oder ein Rheinländer ginge auch), großzügig, lebenserfahren, kein Angeber, keine Labertasche, kein Macho, gute Tischmanieren, mindestens 50, gern älter, Figur unerheblich, beruflich gesettelt, gut vernetzt und mit den richtigen Kontakten an der Hand sowie mit aufrichtigem Interesse an einer intensiven (für ihn) und lukrativen (für mich) Zusammenarbeit.

*****

Bitte sprechen Sie sich nach Möglichkeit untereinander ab.
Machen Sie sich aber keinen Kopf, falls das unpraktikabel oder unmöglich sein sollte: die Doppel- oder gar Dreifach-Erfüllung wäre bei allen Wünschen außer dem Dackelschlafsack wirklich überhaupt kein Problem für mich.

28 Gedanken zu „Der Wunschzettel.

  1. Werte Frau Kraulquappe,

    falls mich in nächster Zeit wieder einmal der Übermut packen sollte, lasse ich Ihnen sehr gerne die dabei anfallenden Überbestände an Mut zukommen, was sicher uns beiden zugute kommen würde – also eine klassische win-win-Situation.
    Leider bin ich mir über den Transportweg noch im unklaren – meines Wissens ist bei Mut das Zusprechen das klassische Vorgehen, was für mich etwas nach Verwaltungsakt klingt, und daher möchte ich vorab darauf hinweisen, daß ich nicht bereit bin, eventuell dabei anfallende Kosten für die Inanspruchnahme eines Juristen, Mediators o.ä. zu übernehmen …

    Ansonsten eine hochinteressante Liste … ich wünsch viel Erfolg in Sachen Erfüllung finden …!
    Herzliche Grüße,
    Spike

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    • Geschätzer Herr Spike,
      dass Sie sich ausgerechnet Punkt 2 aus dieser Liste herausgepickt haben (das einschränkende „falls“ und die Sache mit dem Transportweg habe ich natürlich nicht überlesen, weshalb ich gedanklich nur ein halbes Häkchen, evtl. sogar nur ein kleines Fragezeichen hinter Wunsch Nr. 2 setze), das hätte ich nicht gedacht.
      Eine mutige Entscheidung, gucken wir mal, was draus wird (daher noch *zauderzauder* statt *winwin*).
      Besten Dank jedenfalls für Ihre so prompte und hoffnungsvoll stimmende Rückmeldung und herzliche Grüße aus dem aprilwettrigen Bayern zu Ihnen nach Baden!

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      • Ja, vielleicht war genau das schon der Übermut … und schwupps, schon haben wir das Problem mit der Logistik … weiß jemand Rat, wie wir den überschüssigen Mut nun durch’s Netz zu Frau Kraulquappe kriegen, bevor der wieder sinkt?

        Ich bin übrigens der Meinung, daß Sie, werte Frau Kraulquappe, eindeutig die Mutigere von uns beiden sind … !

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      • Sehr geehrter Herr Spike,
        gestatten Sie mir, dass ich Ihnen auf diesem Weg zu Ihren KMB-Hinweisen, die Sie mir soeben per Mail zukommen ließen, antworte.
        Zunächst einmal meinen herzlichsten Dank: keine 6 Stunden nach Veröffentlichung des Wunschzettels treiben Sie die Erfüllungsquote damit nochmal um ein paar entscheidende Prozentpunkte in die Höhe! Da haben Sie sich ja die Finger wund recherechiert – und gleich zwei Zuckerl zu „Brandauer live & lesend“ für mich gefunden – wow!
        Der Termin am 30.03. kommt in der Tat wegen dem Herrn Ofczarek nicht in Frage (schade, denn Braunschweig wäre prinzipiell eine super Location gewesen, da man dort – sogar mit feschem Labradoodle im Bett – umsonst hätte Quartier finden können), was allerdings nicht so tragisch ist, da ich „Brandauer liest Mozart“ seit Jahren auf CD habe und quasi auswendig runterbeten kann.
        Der zweite Termin ist also deutlich interessanter für mich: die Lesung am 17. November in Bad Schallerbach (für alle Unkundigen: das liegt zwischen Wallern an der Trattnach, Edt und St. Marienkirchen an der Polsenz), zumal Brandauer dann genau 13 (!) Jahre nicht mehr in Bad Schallerbach zu Gast war und der November ohnehin der Monat ist, in dem ich Erbauung grundsätzlich am allernötigsten habe. Noch dazu spricht mich die Ankündigung auf der Homepage des Veranstalters sehr an: da steht schon nicht mal mehr, was KMB überhaupt lesen wird, sondern der Abend läuft herrlich pur und aufs Wesentliche reduziert unter dem Titel „Klaus Maria Brandauer und Freunde“, was darauf schließen lässt, dass ich dort ganz unter meinesgleichen säße, nämlich inmitten echter Fans, denen völlig egal ist, was unser angebetetes Idol lesen wird. Der Lesungsbeginn um 17:00 Uhr ermöglicht zudem im Anschluss noch einige gemeinsame Drinks an der Bar des 4-Sterne-Hotels „Parkhotel Bad Schallerbach“, in der Hoffnung, dass sich der Lesende dort noch zu uns gesellen wird oder man sich wenigstens im Hotelaufzug über den Weg läuft (ich bin Experte für solche Begegnungen).
        Offen ist nur noch die Frage nach dem Sponsor der kleinen Wallfahrt – ich denke mal, ich muss den Papa anhauen oder den Osterhasen bitten, denn wir zwei beide kennen uns ja noch nicht gut und lang genug, als dass ich sagen könnte „Du, bevor du dir den Kopf zerbrichst für meinen Geburtstag…“ (wobei die Sache preislich ja durchaus noch im Rahmen für Einsteiger-Präsente läge).
        Nichtsdestotrotz: ich danke Ihnen außerordentlich für diese Hinweise und wünsche Ihnen einen erholsamen Feierabend.
        Herzliche Grüße
        Ihre Kraulquappe

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      • Liebe Kraulquappe,

        die Recherche war fast schon reflexmäßig … Dich mit einem Ticket zu überraschen, reichte mein Mut ob der Unwägbarkeiten jedoch nicht aus … ;o)

        Aber nun wäre auf jeden Fall geklärt, welcher der beiden der bevorzugte oder überhaupt praktikable Termin ist … mögen die Absprachen beginnen!
        (Du hast übrigens die „Österreichischen Salonisten“ unterschlagen, die den Abend musikalisch umrahmen)

        Herzlichst,
        Spike, der Ticketfinder …
        p.s.: Schonmal an Crowdfunding zur Finanzierung gedacht? ;o)

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  2. Liebe Natascha,
    heute am 13. dreizehn Wünsche wegen dreizehn Canneloni…
    Ich melde mich, wie der übermütige Herr Spike, ebenfalls für 2. -den Mut- an… Du betontest ja, dass Du ggfs. auch an Doppelgaben interessiert seiest. Möglicherweise gilt mein Paket ja nicht für alle Themen des Lebens, ich nehme z.B. Höhe und Geschwindigkeit aus. Ansonsten ist er jedoch schon ganz akzeptabel.
    Zu 8. -dem Hefeteig- könnt ich mich ebenfalls nochmal praktisch schlau machen. Da hatt ich vor Jahren eine unfreiwillige aber sehr ergebnisreiche Lehrvorführung bei einer schwäb’schen (und gelernten) Hauswirtschafterin. Der so entstandene Hefezopf war oberlecker.

    Ich habe übrigens ebenfalls eine Espressomaschine unter 500€… eine klassische originale Bialetti. Reicht vollkommen. Und… heute in genau zwei Monaten ist wieder ein 13ter…😉 da brauch ich vielleicht auch ein wenig von der 2 und etwas von der 8…

    Schöne Liste. Sehr schöne Liste.
    Liebe Grüße. Birgit

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    • Liebe Birgit,
      als gebürtige Dreizehn und berufsbedingte Zahlenkünstlerin durchschaust du sowas natürlich sofort…
      Es freut mich außerordentlich, dass nun schon die Aussicht auf ein Erfüllen von 2 von 13 Wünschen besteht – es gibt schlechtere Quoten!
      Hefezopf (sofern rosinenfrei und ohne anderes Glump drin) – da läuft mir das Wasser im Mund zusammen, da drück ich glatt ein Auge zu, was die schwäbische Herkunft angeht.
      *****
      (ich muss etwas abrupt hier enden: erspähe grad, selig über die knusprigen Streusel des Zupfkuchens hinweg Richtung Café-Eingang blickend, einen grauhaarigen Herrn mit Brille, Lederjacke und…)

      Liebe Grüße zurück!

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  3. Liebe Natascha, solltest Du den Olympiadackel mehrfach bekommen, biete ich Pferdeäppel von Eldur zum Tausch an, denn ich hatte auch mal einen und der ist auch weg und ich hätte gerne wieder einen. So einfach aus Sentimentalität. Liebe Grüße von Anna (und Eldur)

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  4. Pingback: Herbeigedackelt! Aufruf zur Parade am 17. März 2019. | Kraulquappe

  5. Diese Liste ist wunderbar! Gefällt mir…. Mit dem Make-up solltest Du Gas geben, bevor die Wechsel-Hitzen das ganze wieder davonlaufen lassen 😉 – Oft reicht ein bisserl Farbe auf die Lippen – und hey, mal ehrlich, auch hier: weniger ist mehr . Grüße von rechts der Isar 🙋🏻‍♀

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  6. Ich komme gerade nach Hause von einem richtig schönen Abend mit Pe Werner und ihrem Piano-Mann Peter Grabinger im Kammertheater Karlsruhe … und nach dem ersten Song des 2. Sets – Segler aus Papier – ermahnte uns Frau Werner mit verzweifeltem Gesichtsausdruck:
    „Hoffen sie nicht im Stillen, verschriften sie ihre Wünsche! Nicht, daß es ihnen ergeht wie mir: Man hat mir eine elektrische Saftpresse geschenkt!!!“

    Insofern, liebe Natascha: Alles richtig gemacht!

    Hier Pe Werners Wunschliste:

    Ein Nachtgruß vom Rand des Schwarzwalds!
    Spike

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    • Zum Wunschzettelschreiben hielt man mich schon als Kind an, 2x im Jahr – im Juni und im November – durfte ich eine Liste abgeben, die mehrseitigen Kunstwerke wurden aber weder ausreichend gewertschätzt noch umgesetzt – und als „ein Klavier, ein Klavier“ da war, gab es sowieso jahrelang nix mehr außer der Ermahnung, „Alle Jahre wieder“ endlich mal fehlerfrei zum Festtage zu klimpern.

      Mit dem Listenschreiben (auch Wunschzettel) hab ich dennoch nie aufgehört – und du wirst es nicht glauben: eine elektrische Saftpresse stand da auch mal drauf, schon im Studium, und weil keiner mir die schenkte, hab ich das irgendwann selbst getan: eine kleine, billige Philips aus Plastik, sie leistet mir seit über 20 Jahren treue Dienste (ich presse jährlich von Anfang Dezember bis Ende Februar 5x pro Woche Orangen aus, das plus das Gassigehen bei jedem Wetter hält dem Gatten und mir jeden Infekt vom Leib) und dieses feine Maschinchen lass ich mir jetzt auch von der Frau Werner nicht madig machen (von wegen „doofes Hausfrauenpräsent“ o.ä.), da kann sie noch so nett mit ihren blauen Augen blinkern!

      Einen Vormittagsgruß vom Schreibtisch!
      Natascha

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      • Deine Saftpresse, liebe Natascha, will Dir Frau Werner sicher nicht madig machen – die war ja schließlich explizit gewünscht!
        Natürlich war diese Warnung auch der Dramaturgie der Setlist geschuldet, wo an dieser Stelle die Saftpresse als Geschenk an eine Endfünfzigerin als erster dezenter Hinweis auf kommendes Ungemach im Alter interpretiert wird:“Man traut mir nicht mehr zu, das Obst kauen zu können!“. In baldiger Zukunft würden dann nicht nur Orangen und anderes Obst, sondern am Ende auch das Schnitzel püriert und somit die große Klammer des Lebens geschlossen: Es beginnt mit Brei und an seinem Ende erwartet uns dann wieder der Brei … aber es sei ja noch lange nicht so weit, und auch wenn sie nicht im mindesten Kochen könne (von Spiegeleiern abgesehen), so stellt sie im nächsten Song fest:
        „Ich kann prima essen gehn!“

        Ein Mittagsgruß aus dem Büro!
        Spike

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