Himmel der Bayern (59): Der Dino im Grundwassersee.

Die Uferbereiche des Starnberger Sees sind zwischen dem 15. Mai und dem 15. September für Hunde verboten.

Nicht mal an der Leine dürfen sie dem See zu nahe kommen. Und zwar überall & ausnahmslos. Und das hat nix mit brütenden Wasservögeln zu tun, nein!
Sondern das liegt daran, dass es zu viele Idioten gibt, die ihre Hunde am See nicht vernünftig zu beaufsichtigen oder zu beschäftigen wissen (oder die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht beseitigen), so dass Badegäste sich gestört fühlen, weil ein triefnasser Hund sich auf ihrem Handtuch räkelt oder sich neben ihrer Picknickbox das Wasser aus dem Fell schüttelt und anschließend nach den Wurstbroten schnappt.
Und es liegt daran, dass es ebenso viele Idioten gibt, die denken, dass ein Hund beim Baden ins Wasser pieselt (völliger Unsinn einerseits und erstaunlich andererseits, dass sich über das tatsächlich munter in den See abgelassene Kleinkindpipi niemand echauffiert).

Es ist wie es ist.

Zumindest bis die diversen Petitionen im Landkreis vielleicht und hoffentlich Wirkung zeigen und Hundebadestrände eingerichtet werden. Bis dahin muss man an ausgesuchte Stellen am Ammersee ausweichen, an dem es deutlich liberaler zugeht – oder an einen der 27 anderen Seen.

Schön und gut, sofern man nicht gerade an einem Artikel übers Fünf-Seen-Land arbeitet, dessen Hauptsee (weil am größten und bekanntesten) nun mal der Starnberger See ist.

Also müssen Zeiten und Orte gewählt werden, wo man trotz der Restriktionen zu seinen Fotos kommt sowie eine Tour zurechtgeschnitzt werden, bei der einem unterwegs der Hund nicht schlapp macht (wegen der Affenhitze).

Zunächst hatte ich große Bedenken, dem Dackelfräulein bei 27 Grad die geplante 12km-Fotoshooting-Runde zuzumuten, obwohl ich den frühen Morgen damit zugebracht hatte, die Route so zu planen, dass sie alle 20 Minuten eine Badegelegenheit bietet und überwiegend auf schattigen Nebenwegen verläuft. Aber ein paar Asphaltstücke lassen sich halt ebenso wenig vermeiden wie einige sonnige Wegabschnitte.

Wider Erwarten war das alles dann gar kein Problem und der gesamte Ausflug ganz nach des Dackelfräuleins Geschmack.

Im Seeshaupter Hinterland gibt es ein paar kleine Seen, für die sich keine Sau interessiert, weil sich alle runter nach Seeshaupt und den Starnberger See orientieren.

Benediktenwandblick vom Seeshaupter Höhenweg.

Ein wunderschöner Höhenweg, den wir ganz für uns allein haben, so dass wir in aller Ruhe das Alpenpanorama genießen oder uns in Hasenkötteln wälzen können, führt uns über Wiesen und durch kleine Waldgebiete schließlich zum Grundwassersee, von dem ich bis heute noch nie gehört hatte.

Eine nette Anwohnerin, die wir ganz unkompliziert kennenlernen, weil das Dackelfräulein unbedingt die Hühner der Anwohnerin kennenlernen möchte, zeigt uns den Trampelpfad zu dem kleinen See.

Auch dort sind wir völlig ungestört. Pippa stürzt sich sofort ins Wasser…

…und kommt stolz wie Oskar wieder aus dem See heraus: mit einem Dino im Schnabel!

Oder ist es Nessie?!? Wurscht, denn…

…es gibt kaum ein größeres Hundeglück als eigene Beute!

Den neuen Gefährten nehmen wir dann natürlich mit und zeigen ihm noch den Garten-, Ur-, Lust-, Gröben-, Frechen- und Starnberger See. Wird auch nicht jeder Dino von sich behaupten können, sieben Seen an einem Tag geseen zu haben!

Jedenfalls ist die Stimmung seit dieser Erbeutung top und die Affenhitze quasi vergessen.

Weiter geht’s in einen neu entdeckten Lieblingsbiergarten…

Achten Sie auf die „Himmel der Bayern“-Schirme!

…in dem alles – vor allem der Rhabarberkuchen! – stimmt, nur die Marke der leichten Weißen nicht…

…aber dafür haben wir nette Gesellschaft.
Der mountainbikende Münchner Goldschmied, mit dem wir uns das Schattenplätzchen teilen und mit dem Pippa sofort Freundschaft schließt, als er sein Schnitzel serviert bekommt, macht noch ein paar richtig kitschige Bilder von uns…

…bevor es dann wieder retour geht, nach Seeshaupt, auf einem schattigen Uferweg, hie und da von kleinen Bächlein durchkreuzt, in denen wir uns die Füße kühlen (und heimlich lassen wir uns sogar in einer winzigen Badebucht nieder und schwimmen ein Stück).

Unterwegs die ganze Zeit über tiefe Dankbarkeit empfindend…

…gesund genug zu sein, dort lustwandeln zu dürfen, sogar mit einem Groschen in der Tasche, der Kuchen & Getränk ermöglicht – und überhaupt ein solches Paradies in gut 30 Minuten ab Haustür erreichen zu können.

Ich möchte meine Heimat nicht verlassen. Niemals.

15 Gedanken zu „Himmel der Bayern (59): Der Dino im Grundwassersee.

    • …und ich liebe den großen Braunen, wie er an den Stränden der Normandie abhebt!

      Tja, das Paradies hier hat, wie du ohnehin weißt, seinen Preis: alles teuer (die Halbe mittlerweile fast überall über 4€), niemals Wohneigentum (weil man sich arm mietet) und längere/weitere Urlaube auch nur alle paar Jahre…
      Jammern auf hohem Niveau: denn falls ich früh ins Gras beiße, ist das eh alles wurscht und falls nicht, hoffen wir eben auf das nötige Quentchen Glück, das einem die Altersarmut erspart. Und ansonsten kann man’s immer noch machen wie der Kini (ist schon ein besonders schönes Fleckerl, wo der sich der Legende nach verabschiedete).

      Je vous souhaite à tous un beau coucher de soleil au bord de la mer et vous envoie mes salutations les plus chaleureuses de Munich !

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      • So hat halt alles seine Fürs und Widers … Aber schade ist es schon, dass der Starnberger See für Hunde gänzlich unzugänglich ist. Den wollte ich auf meiner geplanten Reise in meine „alte Heimat“ eigentlich mit Bobby besuchen. Aber nun erst mal Tchin-tchin (der Cidre ist hier unwahrscheinlich lecker) und bis bald!

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      • Für den unwahrscheinlichen Fall der bayrischen Altersarmut kommt doch nach Brandenburg…😉 bisschen dürr hier aktuell die Äcker, aber Seen (noch) jede Menge, um die die Hunde meist auch ohne Leine dackeln können. Ich hätte im Fall aller Fälle sogar ein schönes Gästezimmer mit Bad und Küchenbenutzung auf Lager. Freundliche Hunde auf dem Grundstück werden von zwei Katzen toleriert, vor allem, wenn sie Beute zum Spielen mitbringen.
        Fressnäpfe in allen Farben gibt es noch dazu…
        Was braucht Ihr außerdem? Liebe Grüße.

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      • Das nenn‘ ich mal eine Lebensversicherung ohne fiese Fußnoten! Und sogar Näpfe in allen Farben! Ist gebongt!
        Wir danken dir prophylaktisch schon im Voraus und werden die Jahre bis dahin nutzen, an der Katzenaversion zu arbeiten. Den Dino und unsere Sammlung an Tennisbällen aus dem Starnberger Raum bringen wir gern mit.
        Was wir sonst noch brauchen? Quittengelee, Toast, Kaffee und Heidelbeermüsli. Streuselkuchen. Eine Hortensie, Farbe egal. Vielleicht mal Grillen im Garten nebst Feuerschale (die eine tolle große von neulich). Einen Töpferkurs, um auch im Alter motorisch fit zu bleiben. Ich glaub, das wär’s. Selbstverständlich ist das kein einseitiger Deal auf rein caritativer Basis: ich helfe gern in der Küche und im Haushalt, gelte als gründlich und ordentlich, eigne mich auch für Bürotätigkeiten und Gartenarbeit unter Anleitung. Falls der Ellenbogen bis dahin halt noch fit ist.
        Gute Nacht nach Brandenburg & demnächst einen Regenguss für euch.

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      • Vor dem Gute-Nacht-Gruß und der zweiten Dusche des Tages mit Wasser aus dem Hahn statt aus dem Himmel noch schnell der Check, damit Ihr beruhigt schlaft:
        Quittengelee, Kaffee, Hortensien, Töpferkurs und Feuerschale unbegrenzt, aber wenig Brez’n, Weißwurscht und Dirndl. Papa weit weg, jedoch einige gute Unis für den Gatten in Pendelentfernung….dazu vielleicht alternativ Hängematte und Solarballons in Apfelbäumen? Fledermäuse? Maikäfer? Sternschnuppen?
        Schöne Abend-Gassirunde für Euch….🤗

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  1. Ich bin grad von einem fantastischen Konzert gekommen und hab schon drei Krügerl Stiegl intus, aber mir fällt trotzdem auf, dass Du auf zwei verschiedenen Fotos zwei verschiedene Leiberl anhast. War es sooo heiß, dass ein Fellwechsel notwendig war?
    Das Foto von Dir und Pippa ist klass‘.
    Apropos Nessie: Bekommt Akka Konkurrenz und wie ist der gesundheitliche Stand der Dinge beim Gustl?
    Eine selige S.,
    die endlich „Just The Way You Are“ live zu hören bekommen hat (wenn auch nicht von Billy himself)

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    • Ich hab’s mir schon beim Verfassen des Beitrags gedacht, dass die liebe Sori das bestimmt kommentieren wird, weil ihrem aufmerksamen Auge nix, aber auch gar nix entgeht. Nicht mal nach drei Krügerln (meine Güte, das wirft die Frage auf: was hätte sie nüchtern noch alles bemerkt?!).

      Jetzt darf gerätselt werden: hat die Kraulquappe grundsätzlich bei solchen Foto-Touren mehrere Outfits im Gepäck? Oder wird die Zweithülle nur jenseits der 25 Grad-Marke eingepackt, damit man nicht mit Schweißflecken rumhatscht und das dann auf den Bildern peinlich aussähe? Oder musste sie sich gestern in Seeshaupt ein neues Leiberl kaufen, weil sie sich das andere mit Kuchen/Eis/Kaffee/Weißbier/Hundepfotendreck/Seealgen/Dino-Pipi versaut hat?

      Die Akka führt hier ein konkurrenzloses Leben als artengeschützte norwegische Graugans, keine Sorge. Der Gustl hingegen ist in Rente und schaut nur noch ab und zu vorbei. Und den Dino hab ich gestern am Bootsanleger einem Kind geschenkt (er war aus Plastik und daher eher ungeeignet als Mitbewohner), als Pippa grad abgelenkt war (von einem Grill, der aufgebaut wurde und einer Kühltruhe voller Fleischkram).
      Noch Fragen?
      Ansonsten hätt ich eine: Wen hast du dir denn angehört? Na, es wird in Kürze auf deinem Blog zu lesen sein, hoff ich.

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      • Eins, zwei oder drei? Ich entscheide mich für die dritte Frage 😉

        Ich habe mir gestern „Piano Men“ im Josefstädter „Tunnel Vienna Live“ angehört – und keiner von den fünf Musikanten hat Klavier oder Keyboard, geschweige denn Piano, gespielt.
        Es war eine Wundertüte, die zum Schluss dann richtig aufgegangen ist.

        Konzertbericht wird es (leider) nicht geben, ich habe im Moment auch keine Ideen für einen neuen Blogbeitrag. Aber was nichts ist, wird noch werden…

        Auf das Gewitter wartend, schickt die S. liebe Grüße aus Wien!

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  2. Sehr gut erzogen, die Dackeldame … ich seh schon die Schlagzeile:
    Umweltaktivistin Pippa befreit bayrische Seen von Plastikmüll!!!

    … und das mit den Leiberl fiel mir auch auf … ich geh mal davon aus, das oberste Foto ist der Blick aus der Tür der Umkleidekabine …? ;o)
    Keine Frage, die professionelle Reisejournalistin achtet darauf, den Anschein einer mehrtägigen Reise zu wahren … der Leser soll ja nicht denken:“Wie iss’n die drauf? Wechselt die nie ihre Klamotten?“ … und wenn er mitkriegt, daß man das alles an einem Tag locker durchkriegt, dann bucht der nie ne ganze Woche …

    Ich wünsch fröhliches „Artikeln“!
    Spike

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