10 Dinge, die ich in 5 Jahren Bloggen gelernt habe.

WordPress gratuliert mir morgens um kurz vor 4 zum 5-jährigen Jubiläum. Zeit für ein kleines Resümee.

1. Die Blogosphäre: Eine unendliche Spielwiese für Identitätsentwürfe aller Art und Unart. Ein Blick durchs Schlüsselloch in die Reinräume diverser Selbsttherapien und in die Verliese vermeintlich Austherapierter – ein weites Feld und noch mehr, das alles.

2. Zwischen bloggender Kunstfigur und realer Person hinter Text/Bild unterscheiden zu können, ist gleichfalls Kunst. Eine, die ich mangels diesbezüglicher Phantasie oft nur ungenügend beherrsche.

3. Es gibt Blogger, die unter lautstarkem Vorgeben von Authentizität schreibenderweise eine komplette Biographie erfinden. Um sich dann ganz authentisch darüber zu freuen, wenn andere das lesenderweise für bare Münze nehmen.

4. Man kann überall Freunde finden. Auch in der World of WordPress.

5. Beim Bloggen über Fußball hört der Spaß auf. Bei bestimmten Vereinen sowieso.

6. Worte verbinden nur dort, wo Wellenlängen übereinstimmen. Da hatte Max Frisch schon recht.

7. Dass jemand Follower wird, heißt noch lange nicht, dass derjenige dir folgt (im Wortsinne) oder dem, was du schreibst, folgen kann (im Hirn- oder Humorsinne). Und es heißt erst recht nicht, dass er deinen Blog aufmerksam oder überhaupt verfolgt.

8. Ein Like bedeutet manchmal weder, dass der Liker deinen Beitrag gelesen hat, noch, dass er ihm gefällt. Manchen rutscht einfach nur die Maus oder der Finger aus.

9. Ein Dackelfoto (be)wirkt mehr als 1000 Worte. Diese Erkenntnis sollte womöglich ernster genommen werden (doch besser zu Instagram auswandern?).

10. Mehrere Fotos von zwei Dackeln (wie gestern) – und die Aufrufzahlen gehen durch die Decke (ich bin noch nicht im Stande, „viral“ korrekt in einen anständigen Satz einzubauen, daher die altmodische „Decke“, aber immerhin eine im Altbau). Das gibt mir ziemlich zu denken.

39 Gedanken zu „10 Dinge, die ich in 5 Jahren Bloggen gelernt habe.

    • Also wenn man eh schon einen Vogel hat oder einer ist, dann ist der Schritt zum Dackel ja kein großer mehr 😉
      (ein Jammer nur, dass er offenbar wieder hip ist, der Dackel, er ist nämlich kein Hund für hippe Großstädter).
      Grüße zurück,
      Natascha

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      • Als ich im Raum München lebte hatte nur der Förster zwei Dackel für seine Waldspaziergänge und die Jagd. Diese Hunde-Rasse galt bei uns Jugendlichen als absolut konservativ. Der Jäger war auch immer mit Loden und Lederhosen traditionell bekleidet. Wir träumten von einen schwarzen Afghanen-Hund, da viele die einen Mercedes nach Afghanistan überführten so einen Hund in die Wohngemeinschaft mitbrachten.

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      • Der Dackel selbst ist ja auch durchaus konservativ veranlagt, vor allem was Mahl_zeiten, Abläufe und Gewohnheiten angeht.
        Schwarzer Afghane?
        Mein erster Ausführhund war ein Afghane, allerdings eine Blondine. Ihre Besitzer waren nicht weniger traditionell unterwegs als der Förster mit seinem schwarzen Kurzhaarteckel.

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  1. Liebe Natascha, herzlichen Glückwunsch zum 5-jährigen!
    Ja, die Bloggerwelt ist schon spannend, kurios, verstörend, faszinierend .. Vielleicht tatsächlich gar nicht so weit weg vom realen Leben 🤔 Was Instagram angeht, überlege ich auch immer wieder, ob man sich das mal anschauen sollte. Ich habe allerdings beobachtet, dass einige, die auf Instagram aktiver geworden sind, kaum bis gar keine Blogbeiträge mehr schreiben. Ob es daran liegt, dass Instagram so erfüllend ist oder einfach zu viel Zeit kostet?? Ich stoße auf jeden Fall an auf dich und deinen Blog! Freue mich sehr, dass wir uns darüber kennengelernt haben, folge dir ganz echt und total gerne (nur ganz selten rutscht mir der Finger aus 😘), natürlich auch wegen der wunderbaren Pippa aber an erster Stelle wegen der Qualität deiner Texte. Ganz liebe Grüße und bis bald! Andrea

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    • Liebe Andrea,
      dank dir für die Blogblumen und deinen langen Jubiläumskommentar!
      Das mit Instagram war mehr eine rhetorische Frage, Ich hab das nie ernsthaft in Erwägung gezogen, weil ich einfach nicht in noch so einen virtuellen Kosmos ein- oder abtauchen möchte, außerdem bin ich – wie mir schon meine Deutsch-LK-Lehrerin vor 29 Jahren (huch?! -aber es stimmt!) dezent zu verstehen gab – eher der Typ für die etwas aus-, umher- und abschweifende Prosa und daher vermutlich ungeeignet für so zeichenbeschränkte Plattformen wie Twitter oder Instagram.
      Ich bleibe also hier, weil anderswo kein Platz für mich ist 😉
      Herzliche Grüße zurück & gern auf bald!
      Natascha

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  2. Liebe Natascha,

    nun auch von mir ein herzlicher Glückwunsch zum Jubiläum – verbunden mit der Frage, ob die Uhrzeit des automatisierten WordPress-Glückwunsches in einem temporalen Zusammenhang zur tatsächlichen Eröffnung des Blogs steht oder eher mit den „Arbeitszeiten“ der automatischen Scripte auf den WordPress-Servern zu tun hat?

    Wie Du weißt rutscht mein Finger nie aus – nichtmal, wenn ich den Beitrag / Kommentar tatsächlich klasse finde … aber wozu gibt’s denn schließlich die Kommentarfunktion, mit der man solche Beifallskundgebungen viel besser bewerkstelligen kann …

    Ich freu mich jedenfalls auf viele weitere unterhaltsame, informative, witzige und berührende – auf jeden Fall immer toll formulierte und lesenswerte Posts hier im Kraulquappe-Blog …

    Ein lieber Gruß vom Rand der Rheinebene!
    Spike
    p.s.: Mit der Höhe Altbau-Decken kenne ich mich aus, da ich meine ersten 10 Lebensjahre unter den Stuck-umrandeten Decken eines solchen verbracht habe …

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    • Lieber Spike,

      genau diese Frage hab ich mir auch gestellt: warum um alles in der Welt kommt diese Gratulation um 3:52 Uhr? Denn natürlich habe ich nicht um diese Uhrzeit schlafwandelnd oder aus Alpträumen geflüchtet meinen ersten Blog eingerichtet.

      Und überhaupt habe ich ihn erst 2 Monate später freigeschaltet. Allenfalls war der 24. Juni der Tag, an dem ich mir die erste Domain reserviert habe, alles Weitere wird in den Untiefen (remember?) der WordPress-Algorithmen verwurschtelt worden sein und wie auch immer dann 3:52 Uhr rauskam, ist ja auch wurscht. Grob sind es eben nun 5 Jahre. Funny how time flies.

      Jetzt müssen wir losfliegen zum See, das Fräulein verlangt nach Kühlung.

      Schön, dass du hier mitschwimmst und -schwadronierst (nicht ganz wörtlich zu nehmen, mehr der Neigung zur Alliteration geschuldet!).
      Einen hochsommerlichen Urlaubstag wünscht dir
      Die Kraulquappen-Redaktion

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      • Ich habe mich mal mit einem Marketingprofi unterhalten. Dabei ging es um Tierbilder in Printmedien und Online. In beiden Welten schlagen Katzenbilder in der Reichweite alle anderen Tiere. Hunde liegen auf Rang zwei 😊. So ticken Konsumenten. Grüße.

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      • Ah, das wusste ich nicht und obwohl auch ich Konsument bin, lägen bei mir die Hunde immer auf Rang 1 und nicht auf 2 (auf dem lägen Vögel, v.a. Papageien). Aber jedem das Seine – und mir meinen Dackel 🙂
        Grüße zurück!

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    • Von deinen 5 Kommentaren dieser Art hab ich mich nach einigem Überlegen nun für diesen entschieden: Weil ein süßer Tippfehler drin ist und weil jegliche „Fellnase“ draußen ist 😉
      Merke: Kommentare, die nachts um 2 Uhr geschrieben werden, bemerkt die zu der Zeit schönheitsschlafende Redaktion erst am nächsten Morgen und kann sie auch nicht vorher freischalten. Das ist also kein Bug in WordPress, dem mit Renitenz zu begegnen etwas bringen würde.
      Herzlichste Grüße!

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      • Was, 5 Kommentare? Da war dann wohl einer davon doppelt. Vielleicht sollte der Follower es der Redaktion nachmachen und um diese Zeit besser schlafen – trotz Urlaub.
        Jedenfalls sollte es nur der VERZWEIFELTE Versuch sein, im Humorsinne zu folgen, in erster Linie aber deine Thesen (oder Fakten? ) Nr. 9 und 10 mit Nachdruck zu bestätigen.

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  3. Pingback: Freaked out. | Kraulquappe

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