Ein Leben mit Corroventa oder: Wasserstandsmeldung zu Wochenbeginn.

Am Sonntagmorgen beim Frühstück eine halbe Semmel lang das recht zufriedene Gefühl gehabt: Jetzt noch den Wohnungsputz erledigen und dann ist eigentlich alles soweit geschafft (um nicht zu sagen „auf Stand“).
Eh eine gute Woche gewesen: vieles vorangebracht, terminiert, abgehakt, entschieden, erledigt. In den Schubladen wieder überall Ordnung und Platz, mit nichts mehr in Verzug, alles einigermaßen im Griff oder zumindest eine Vorstellung davon, wie man es anzupacken habe, wenn es demnächst ansteht.

Relativ motiviert und gutlaunig in der üblichen Rollenverteilung und Zeitdauer die alle drei Wochen stattfindende Saug&Schrubb-/Wisch&Weg-Aktion absolviert. Danach geduscht (dabei den neuen Fliesenspiegel imaginiert), den Hugo eingepackt (nicht etwas ein neuer Kerl, sondern der altbekannte Trank) und auf den Weg zu D. gemacht, die eine nette Weiberrunde zu einem Alpenfilmguckkränzchen geladen hatte, während der Gatte das Fräulein in der Allacher Lohe ausführte und etwas Zeit zur freien Verfügung genoss.

Ein herrlicher Nachmittag, nach getaner Arbeit!
Am frühen Abend froh und munter mit der U-Bahn wieder heimwärts gefahren, wo das Abendessen schon im Ofen stehen würde, wenn der Gatte ihn denn pünktlich eingeschaltet hätte.

Was er auch getan hatte. Um 17:15 Uhr hatte er gemäß der freundlichen Aufschrift auf dem Post-it in der Küche mit dem Vorheizen begonnen (nicht zu verwechseln mit dem Vorglühen). Und hätte nicht in der Einheizphase des Ofens der Nachbar aus der Wohnung unter uns geklingelt, wäre das feine Essen sicherlich rechtzeitig zu meiner Heimkehr fertig geworden. Wurde es aber nicht. Weil eben der etwas aufgescheuchte Nachbar vor der Tür stand und den Gatten fragte, ob es sein könne, dass bei uns die Badewanne übergelaufen sei, was der Gatte verneinte, da außer dem Dackelfräulein nach 16 Uhr nichts und niemand mehr die Wanne berührt hatte.

Der Nachbar sauste sogleich eine Etage weiter treppaufwärts, da er doch ganz gern herausfinden wollte, weshalb es aus seiner Badezimmerdecke tropfte. Derweil der Gatte sicherheitshalber mal in unser Bad ging und auf dem Weg dorthin im Flur das Licht einschaltete, woraufhin eine der beiden Hauptsicherungen rausflog und den vorderen Teil unserer Behausung in Dunkelheit und Stille tauchte, da alle Lichter und Elektrogeräte sofort erloschen und verstummten. Der Gatte ließ sich davon nicht von seinem Weg zum Badezimmer abbringen, unterbrach aber schon Sekunden später diese Stille durch einen entsetzten Aufschrei, nämlich als er das Bad erreicht hatte, dort das Licht einschaltete und die ganze Katastrophe sah: Aus der Decke schoss ein Wasserstrahl, überall tropfte es, die Wände rundum schon komplett feucht, große Pfützen auf dem Boden.

Nun war ebenso besonnenes wie blitzschnelles Handeln gefragt und gottseidank entschied sich der kluge Gatte für genau die richtigen drei Erstmaßnahmen und das auch noch in der exakt richtigen Reihenfolge:
1. Eimer holen und unter den Wasserschwall stellen.
2. Seiner Gattin eine knappe, aber aussagekräftige Textbotschaft senden, die da lautete: „Stell dich auf eine Horrorankunft in der Wohnung ein.“
3. Ins Treppenhaus stürmen und dem Nachbarn hinterherrennen, der bereits in der wasserschadenverursachenden Wohnung angekommen war, nämlich in der über uns gelegenen.

Die drei Männer telefonierten dort nun parallel mit Hausmeister, Vermieter und anderen Notfallansprechpartnern und versuchten, der misslichen Lage Herr zu werden. Dank einer fernmündlichen, hausmeisterlichen Anleitung konnte der Wassernachlauf im Unterputz-WC-Spülkasten schließlich gestoppt werden, leider war bereits so viel Wasser auf den Pfaden der Schwerkraft unterwegs, dass sich dieser Stopp erst Stunden später auswirkte.

Als ich um 18:05 Uhr mit zittrigen Händen die Wohnungstür aufschloss und in nervöser Anspannung in den dunklen Flur trat, war ich zunächst froh, dass mir keine Rauchschwaden entgegenschlugen, sondern mir nur ein sichtlich verwirrtes, aber unversehrtes Dackelfräulein entgegensauste.
Aus der Küche drang keinerlei Essensduft in meine Nase, so dass ich in Erwägung zog, dass dem Gatten vielleicht die gefüllte Auflaufform ausgekommen sei, aber trotz der Dunkelheit war klar erkennbar, dass sich auf dem Küchenboden keinerlei Sauerei befand.
Dann hörte ich es im Bad rumoren. Lief den Flur hinter, bog um die Ecke und sah den Gatten auf dem Boden knien und mit einem Großteil unseres Handtuchbestands hantieren (und der ist, zumal als Schwimmerin, nicht gerade spärlich) – und damit war mir klar: Wasserschaden.
Nach den Erlebnissen von November/Dezember dachte ich natürlich gleich an unsere Wannenarmatur oder die Waschmaschine, als ich es aber von der Decke regnen sah, hatte sich auch diese Frage schon ungestellt beantwortet.

Ich erspare Ihnen die Schilderung der nachfolgenden Stunden und der Nacht. Obwohl ich an sich nah am Wasser gebaut habe, stand ich am Sonntagabend so unter Schock, dass die erste Träne erst 18 Stunden später floss. Gut so, denn es war ja eh schon nass genug da herinnen.

Der Vermieter tat kund, dass er alles in die Wege geleitet habe. Die Nachbarschaft putzte und wrang aus, wusch mehrere Maschinen mit Handtüchern, irgendwann war die Deckendusche „nur noch“ ein Nieseln oder Tropfen und gegen Mitternacht verebbte auch das.
In vier Räumen waren die Wände feucht bis pitschnass, teils waren weitere Wasserflecken an den Decken erkennbar, die Sicherung ließ sich irgendwann auch wieder aktivieren, aber bis dahin war der Auflauf längst im Ofen eines nicht von der ganzen Misere betroffenen Nachbarn gegart und anschließend sterbenshungrig verzehrt worden. Spätnachts gingen wir fix und fertig zu Bett.

Der erste Handwerker von der Firma, die der Vermieter beauftragt hatte und deren Firmenname dem Kunden einen Rund-um-die-Uhr-Notdienst vorgaukelt, hinter dem aber stinknormale, handwerkerübliche Arbeitszeiten und Erreichbarkeiten stecken, traf am Montagmorgen um 8:30 Uhr ein.
Die neue Woche begann mit fünf sehr intensiven Arbeitsstunden, in denen ich phasenweise mit sechs wild werkelnden Männern zeitgleich in der Wohnung stand, mitanpackte und mitzubekommen versuchte, was alles geschehen war, aktuell geschah und noch geschehen würde.
Zwischendrin setzte der Regen von der Badezimmerdecke nochmal kurz ein, doch hatte ich keine Gelegenheit, diesem Naturschauspiel beizuwohnen, da ich just zur Regenzeit in 45 Minuten die Kammer komplett freiräumen musste, damit die dort befindlichen Einbauten sofort ausgebaut werden konnten, um die Holzregale vor dem Schlimmsten zu retten und in dem leeren Raum ein Trocknungsgerät aufstellen zu könnten.

Das rote, korpulente Corroventa kam aber nicht allein und auch nicht nur für die Kammer. Auch in Bad und Toilette stehen nun Geschwister von Corroventa. Die drei sind eher unangenehme Zeitgenossen, weil sehr laut (und das auch noch ohne jede Unterbrechung) und raumgreifend, noch dazu etwas hitzige und schwer schnaufende Gesellen.

Die häusliche Lage atmosphärisch irgendwann zur Mittagszeit auch am Kippen und der Umgangston alles andere als gefasst und sachlich.
Der Hausherr versucht trotz Großbaustellengetöse zu arbeiten, er hat 48 Stunden später einen Vortrag zu halten. Der Haushund wirkt gestresst von dem ganzen Krach und den fiesen Gerüchen und wandert rastlos umher. Und die Hausfrau bricht weinend zusammen als der letzte Handwerker die Wohnung verlassen hat und sie anschließend noch weitere zwei Stunden mit Ver-/Aufräumen und Dreckbeseitigung beschäftigt war – irgendwann löst sich halt dieser ganze große Knoten, der sich im Laufe der vorausgegangenen 18 Stunden zusammengezurrt hatte.

Den restlichen Tag verbringt man bis auf ein außerhäusiges Abendmahl, um mal für 90 Minuten Gebläselärm und Gestank zu entkommen, eher getrennt von einander. Der Gatte bastelt an seinem Vortrag, ich recherchiere oder konversiere. Mit Vermieter, im Internet, dem Juristenfreund, den Nachbarn, weiteren Handwerkern und mit Freunden.

Bislang unbekannte Gefilde in meinem Mieterdasein tun sich vor mir auf, ähnlich wie das Rote Meer sich einst vor Moses teilte: zu meiner Linken eine Flut noch ungeklärter Ansprüche auf Mietminderung, Aufwandsentschädigung und Schadensersatz, zu meiner Rechten die Gewässer, in dem die aktuelle Wohnsituation mit all ihren Einschränkungen, Unwägbarkeiten und Belastungen für die nächsten Wochen (oder Monate?) dahinschwimmen wird, denn mit Handwerkern verhält es sich ja ähnlich wie mit Orthopäden: immer heißt es, in 6 oder 8 Wochen liefe es oder man schon wieder wie geschmiert, aber wir wissen längst, dass das allenfalls auf absolute Top-Betriebe oder Profifußballer zutrifft.

Aber auch der scheußlichste Tag geht ja irgendwann mal vorüber und mündet nicht selten direkt in eine nicht minder scheußliche Nacht. Und so geschah es auch gestern.

Im Schlafzimmer wurden mittels einer Teleskophalterung zwei Heizplatten angebracht, die taubstumm sind. Schreit man ihnen nachts um 2 Uhr am Rande des Nervenzusammenbruchs zu, sie mögen doch bitte nicht bei jedem bekackten Intervall (1 Std Heizen, 1 Std Nicht-Heizen) laut knacken und vibrieren und überdies auch bitteschön ihre blöden, dauertackernden Zeitschaltuhren anhalten, endlich mal Ruhe zu geben beim ihrem Zeitzählen, erntet man keinerlei Reaktion.
Zu allem Überfluss ertönt von draußen das auch durch zwei geschlossene Türen noch gut vernehmbare höhnische Gelächter der Corroventen-Crew. So geht es Intervall um Intervall dahin und gegen 4 Uhr nachts ertappt man sich glatt bei dem Gedanken, ach Quatsch: man schwört es sich geradezu!, sich etwas exorbitant Gutes oder vollkommen Verrücktes zu gönnen, wenn man diesen Lebensabschnitt überstehen würde, ohne in der Psychiatrie oder als Alkoholiker unter der Wittelsbacher Brücke zu landen.

Bleiben Sie also dran und verfolgen Sie diese spannende und in ihrem Ausgang noch so ungewisse Soap, die wir ganz neu und überraschend in unser Jahresprogramm 2020 aufnehmen konnten, weil uns schon die ersten Drehbuchentwürfe und die darin aufscheinende dramaturgische Brillanz sofort einflüsterten „Hey, das wird ein Brüller, das wird bei der geneigten Leserschaft einschlagen wie eine Wasserbombe!“, mit der aufrichtigen Anteilnahme und dem wohlmeinenden Interesse, das wir von der Kraulquappenredaktion schon seit Jahren so sehr an Ihnen schätzen, liebe Leser und Leserinnen!

Bitte scheuen Sie sich auch nicht, uns hier im Kommentarfeld oder – wenn’s ein bisschen privater oder persönlicher würde – unter kraulquappe@web.de mit jedweden sachdienlichen Hinweisen, rechtlichen Ratschlägen, kostengünstigen Mitwohngelegenheiten oder Freundschaftsofferten fürs Überlassen Ihrer Feriendomizile zu überschütten.
Was die Unterkünfte angeht, wäre z.B. die Karibik recht passend, weil wir uns dort ganz leicht akklimatisieren könnten, da jedes Verweilen in unserem Bad oder unserer Toilette akustisch anmutet wie der Wind, der über die Palmenstrände auf Barbados fegt und auch von den Temperaturen her gäbe es keinen nennenswerten Unterschied zwischen unserer Bude in München-Mitte und einer Hotelsuite in Bridgetown-Beach.
Aber wir nehmen auch alles andere dankend an – sei’s ein beheizbares Tipi in Thüringen oder eine kuschelige Blockhütte in den Bergen, – Hauptsache warm und trocken!

Darüber hinaus freuen wir uns auch über jedes warme Wort, jede warme Mahlzeit und jede trockene und ruhige Kurzaufenthaltsoption außerhalb unseres Corroventen-Orbits, in dem wir mindestens für die nächsten drei Wochen wohnen werden, bevor uns hier die Flure mit Folien verhängt werden und uns der Putz um die Ohren fliegt.

Vielleicht können Sie sich auch regional irgendwie zusammentun und absprechen, so dass sich mehrere solcher Aufenthalte geschickt hintereinanderlegen ließen? Na, Ihnen wird schon was einfallen!
Genau wie uns. Heute: zum Feierabend-/Trostbier ins gemütliche Domizil einer Freundin, die im Anschluss freundlicherweise noch das Dackelfräulein bei sich behält, damit ich mich in Ruhe (und ohne das Fräulein allein daheim in dem corroventiliernden Krach zu wissen) ein bisschen im nächtlichen Schwimmbecken freischwimmen kann.

Eine erfreuliche Woche wünschen wir Ihnen, bleiben Sie trocken, hinter den Ohren und auch sonst!, und freuen Sie sich schon heute auf morgen, wenn wir Sie – quasi im Rahmen des retardierenden Moments in diesem düsteren Drama – aus dem Bann der Corroventa befreien und Sie auf eine Stippvisite mitnehmen in die wundersame Sphäre der Keramunden, jene glamourösen Antagonisten der Corroventen, die eine strahlenden Zukunft nicht nur verheißen, sondern diese auch zu zementieren verstehen.

29 Gedanken zu „Ein Leben mit Corroventa oder: Wasserstandsmeldung zu Wochenbeginn.

  1. jessas jessas jessas mir fehlen die worte!
    das klingt schon ziemlich GAU-mäßig, also – es wird spannend und ich hoffe nur, ihr habt das ein oder andere bündel ersatznerven parat … und wünsche erst mal so pauschal, dass diese nasse episode möglichst bald im mild verklärten lichtstrahl leise staunenden erinnerns betrachtet werden kann …
    herzlichst: pega

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  2. Ohje… deshalb war Funkstille im Blog.
    Ich kann ein Notstromaggregat, mehrere Trocknungsgeräte und jede Menge Erfahrungen mit Hochwassern, Brand und Einbrüchen anbieten… DIE Katastrophenfachfrau in praktischen Dingen allerdings mit keinerlei Wissen in Sachen Mietminderung o.ä.
    Sehr gut geht bei mir aber auch Trost, Küche, Galgenhumor und Sarkasmus, ebenso Gastfreundschaft im Brandenburgischen mit Töpferkurs. Ich müsste allerdings erst eine adäquate Pippa-Übernachtung finden, da mein Kater eine frische Bissverletzung auskuriert und unleidlich ist.
    Der Gatte könnte ja dann gleich an schon bekannter Stätte seine Vorträge halten (wenn er es denn geschafft hat, sie vorzubereiten). Dann hätte ich es nicht so weit.
    Ich wünsche Euch Durchhaltevermögen… aber ein bisschen wisst Ihr ja, was auf Euch zukommt… übrigens kann ich aus Erfahrung einer Strangsanierung in unserer Berliner Wohnung vor 25 Jahren sagen: das schweißt Hausbewohner ggfs. auch zusammen…
    Sehr verschnupfte Grüße sendet Euch Birgit.

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    • Liebe verschnupfte Birgit,
      zunächst einmal gute Besserung für den armen Kater und auch für dich! Und vielen herzlichen Dank für all deine Angebote!
      Notstromaggregat? Mehrere Trocknungsgeräte? Wow! Was es nicht so alles gibt in den brandenburgischen Gehöften und Töpferstuben! Vorerst haben wir hier genug Trocknungsgeräte und der Strom geht auch wieder. An der Front ist also die Versorgung gesichert. Aber bevor dein Gatte auf dem Rückweg von S. hier in der Nähe im Stau rumstünde, könnte er gern vorbeikommen und seine sachkundige Einschätzung der Lage abgeben. Es herrscht keine allzu nette Teetrinkatmosphäre hier, aber wir könnten rübergehen ins Café Kustermann…
      Je nachdem, wie lange und grausam sich das alles nun hinzieht, würde ich gern den 10-tägigen Töpferkurs mit Vollpension buchen, aber ich habe volles Verständnis, wenn die noch nicht abgeschlossene Reha des Katers das verhindert. Pippa müsste natürlich mit, außer der Gatte würde bei seinen Vortragsthemen einen auf Martin Rütter machen. Wir werden sehen, wie das alles weitergeht. Und zumindest das wissen wir ja: es geht immer weiter. Ich fokussiere mich auf Mitte Mai, so gut ich kann!
      Müde Grüße aus München
      Natascha
      PS: WTF ist eine Strangsanierung? Meine Spontanassoziation tue ich hier lieber nicht kund!

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      • Es müsste eher WTK heißen…😀
        Eine Strangsanierung ist die Sanierung der Frisch- und vor allem der Abwasserleitungen am lebenden -sprich bewohnten- Patienten. In unserem Altbau wurden zu diesem Zweck große Löcher in Badfußböden und -decken gebohrt, um die jahrhundertealten Leitungen auszuwechseln. Durch diese Löcher konnte man sogar in direkten Kontakt mit den Ober- und Untermieter gehen und mit ihnen so auf kurzem Weg Dinge absprechen, wie z.B. Badbenutzungszeiten.
        Mehr Details spare ich mir hier.
        Euch wünsche ich einen trockenen und erträglichen Tag.

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      • Vorweg: WTK?!? WTF is „K“?
        Habe nicht schlecht gestaunt als ich das las: Löcher im Badfußboden, krass. Das heißt, man kann dem einen beim Hornhautabhobeln zugucken und dem anderen auf den frisch geföhnten Kopf spucken? Die Absprachemöglichkeiten sind natürlich spitze, muss keiner mehr raus ins Treppenhaus und so.
        Meine Güte, da bin ich glatt froh, dass die Decke nach oben (noch) zu ist, die drei Bürscherl über uns mag ich nämlich weder sehen noch hören (wir hören die eh schon mehr als genug)!

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      • Ich will das jetzt nicht schreiben: ersetz einfach die beiden Buchstaben beim Aussprechen… dann kennst Du auch die (unappetitlichen) Details meiner erlebten Baumaßnahme…🙄

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  3. Nun atme ich einmal ganz tief aus. Was du so spannend und flüssig und mitreissend schreibst, ist ein Horror, eine Geschichte bei der nur schwarzer Humor hilft, weil sonst … na eben, Klapse, Brücke, Alki oder so –
    Mir bleibt nichts als dir und deinem Mann einen langen Mut zu wünschen. Für technische Fragen bin ich nicht geboren und auch sonst stecke ich gerade mitten in einem Umzug.
    Mitfühlende Grüße aber schicke ich dir gerne und von Herzen,
    Ulli

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    • Auch für mich ist das sinnvoll, nur tief auszuatmen, das Einatmen halte ich der Gerüche wegen lieber etwas flacher.
      Für deinen Umzug wünsch ich dir gutes Gelingen, liebe Ulli – und da hast du nun mein Mitgefühl, weil ich in den letzten drei Jahren auch zwei Umzüge zu bewältigen hatte! Auch kein Spaß!
      Herzliche Grüße,
      Natascha

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  4. Liebe Natascha,

    mein „Heilige Sch…“ hast Du ja schon auf einem anderen Kanal bekommen … hab den Blogeintrag gestern Nacht noch gelesen, aber für halbwegs angemessene Worte waren die grauen Zellen dann doch schon zu müde …
    Die literarische Fassung der Katastrophe liest sich erschreckend gut, die grausigen Details hast Du hervorragend herausgearbeitet und die Protagonisten – lärmende Corroventen und zeitbomben-tickende Heizplatten – präzise charakterisiert … kurz gesagt, Du machst das allerbeste aus der Misere und nutzt sie, Deine schriftstellerischen Talente mit entsprechendem Galgenhumor gewürzt auszuleben …
    Behaltet diesen Humor – er ist das einzige, was die Situation erträglich macht … und schön zu lesen, was für eine Hilfsbereitschaft und Solidarität Ihr bei den Nachbarn und Freunden vor Ort erleben dürft … !
    Meine Erfahrungen mit Wasserkatastrophen beschränken sich auf ein paarmal einen vollgelaufenen Keller aufzuwischen und eine Nacht in einem Kaff an der Luxembourger Grenze, wo der Dorfbach in der Regenflut 20cm unterhalb des Wohnzimmerfensters durchrauschte – drinnen aber alles trocken blieb …

    Alles Gute Euch dreien!
    Ein lieber Gruß ins Katastrophengebiet …
    Spike
    p.s.: Die passende Beschallung wäre vielleicht Stevie Ray Vaughn & Double Trouble „Texas Flood“ (da paßt sogar der Bandname) … oder vielleicht doch lieber in Erinnerung an schöne Zeiten vorher Bob Dylan’s „Before the Flood“?

    Gefällt 2 Personen

    • Lieber Spike,
      nur kurz, da gerade auf dem Sprung (nicht ins Wasser und auch nicht vom Balkon): Du vergisst, dass auch mein Allzeitretter Bruce einen Song geschrieben hat, der vom Titel her passt: „Lost in the flood“ (sowieso einer meiner ganz großen Favoriten). Aber deine zwei Hörtipps zieh ich mir dann später auch noch rein, klaro, vielleicht als Hintergrundmusik, wenn ich mich beim abendlichen Trostbier wieder der literarischen Verarbeitung der Katastrophe widme!
      Lieben Dank jedenfalls für deine Zeilen & Anteilnahme,
      Natascha

      Liken

      • Na von Bruce in Dauerschleife zum Übertönen der Corroventen bin ich eh ausgegangen … 😉
        So ganz ernst waren die Hörtips nicht gemeint – die Titel bzw. eben auch der Bandname drängten sich mir einfach auf … aber wenn Dir nach Blues ist, hör mal rein bei Stevie Ray – der war ja einer der vielen designierten Nachfolger von Eric Clapton, bis er 1990 in diesen unglückseligen Heli stieg … „Before the Flood“ wird Dir ohnehin ein Begriff sein … versammelt praktisch alle Dylan-Klassiker bis 1974 in Live-Versionen mit The Band …

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  5. Solche und ähnliche Wasserkatastrophen in den eigenen vier Wänden kenne ich besser als mir selbst lieb ist.
    Wenn Du Berlin wenigstens ein bisschen mögen würdest, würde ich euch Asyl bieten. Mit Bier.

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    • Sollte ein Wasserschaden Berlin und mich womöglich ein wenig zusammenbringen? Das wär‘ ja ein Ding! Jedenfalls danke, liebe Birgit, fürs Angebot!
      Magst du verraten, wie solche Wasserkatastrophen ausgehen? Oder wie lang sie tatsächlich dauern? Oder ist das gescheiter, weil aktuell nervenschonender, wenn man das besser nicht alles im Voraus weiß, sondern es etappenweise miterlebt?
      Prost einstweilen. Und liebe Grüße.

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