Every day is like survival oder: Karma, das verflixte Chameleon.

Der Gabenzaun ist gnadenlos gescheitert. Zu viel Verhau, zu viel Unrat, zu wenig gut verpackt, zu wenig (oder gar nicht) mitgedacht. Die Stadt hat jetzt andere Örtlichkeiten für diese Art von Spenden organisiert.
Das Finale des Gabenzauns bestand schlussendlich aus einer bemerkenswerten Synthese der hochbrisanten Klopapierthematik mit einem altgedienten spirituellen Konzept.

Urban Fenceart vom Feinsten.

Ich muss unweigerlich an Boy George und Schulpartys denken. Anfang der 1980er Jahre war das, als man noch nichts hinter sich, aber alles noch vor sich hatte und das für ein Füllhorn an Verheißungen hielt. Der Song war grad aktuell als ich mich in den dunkeläugigen Pseudo-Adligen aus der Nachbarklasse verknallt habe, der dann 20 Jahre später für L’Oréal modelte und mittlerweile Beautykrempel vertickt. Ewig nicht mehr gehört:

Der Frühling ist zurück. Der Wind ist noch frisch, aber die Sonne scheint. Konstant trudeln nun Autos auf der gegenüberliegenden Seite der Theresienwiese beim Drive-in ein, von 8 bis 18 Uhr. Die Ordnungshüter drehen ihre Runden hier mittlerweile ohne brüllendlaute Megafondurchsagen. In den Supermärkten die üblichen Erlebnisse, man gewöhnt sich dran und ich habe beschlossen, mich über manches nicht mehr zu echauffieren. Darüber hinaus erlebt man draußen ja nicht mehr viel bzw. manches möchte man mittlerweile lieber nicht mehr öffentlich mitteilen (womit ich in dem Fall gar nicht das Negative meine). Nur so viel: das Dackelfräulein hat sich gefreut, die Pfötchen mal wieder in Seewasser zu einzutunken.

Wir beballern uns mittlerweile nur noch einmal am Tag mit Nachrichten (der TV hat seine Wackelkontaktfrequenz netterweise nochmals reduziert), das genüg völlig, verstört-verwundert-verärgert einen nicht dauernd, und vertiefen uns ansonsten in die Alltagsdinge und -erledigungen, die berufliche Arbeit und das Praktizieren der neuen Strukturen.

Der Gatte ist glücklich darüber, nicht nach Frankfurt pendeln zu müssen und dass fast alle lästigen Meetings entfallen, weil die Uni geschlossen hat und die Kollegen im Homeoffice weniger besprechungswütig sind. Mit meiner Arbeit geht es zäh voran, es macht mir keinen Spaß, jetzt Reportagen übers Reisen zu schreiben. Aber zugesagt ist zugesagt – nur gut, dass der Verlag den Erscheinungstermin coronabedingt verschoben hat.

Nächste Woche erfolgt der hoffentlich letzte handwerkliche Handschlag in Sachen „neues Bad“. Falls die Duschtrennwand tatsächlich geliefert wird und diesmal auch in den korrekten Maßen. Und falls Lolek noch arbeitet und Hausbesuche macht. Nach meiner Zeitplanung, die ich in Woche 1 nach dem Wasserschaden machte, hatte ich mal „Karfreitag“ drinstehen, als Endtermin sowohl für meine Reportagen als auch für die häuslichen Baustellen. Ab Ostern war Neues und Anderes geplant, das nun alles in den Sternen steht.

Der Papa hat die Freude am Kochen wiedergefunden, das schlägt sich ungut aufs eh schon zu üppige Körpervolumen nieder, konstatiert er. Seit gestern trägt er daher nach eigener Aussage eine „Fressbremse“ (wie er die Atemschutzmaske nennt, die der Sohn der Lebensgefährtin dieser Tage per Post an den Tegernsee geschickt hat). Offenbar hat er auch seinen Humor wiedergefunden.
Mit größter Mühe gelingt es ihm nach 20-minütiger telefonischer Instruktion, mir per Whatsapp das Foto von sich im maskiertem Diät-Outfit zu schicken, das die Lebensgefährtin am Vortag von ihm geschossen hat.

Soweit für heute.
Ich grüße Sie herzlich und hoffe, dass bei Ihnen auch alles so einigermaßen seinen (neuen) Gang geht!

9 Gedanken zu „Every day is like survival oder: Karma, das verflixte Chameleon.

  1. Hat sie sich tatsächlich wieder ein Gläschen mit runter auf die Bank genommen…😃 ich schlag meinem Mann mal vor, es Dir gleich zu tun. In der freien Hand könnte er ja gleich den Gartenschlauch halten und den zu trockenen märkischen Boden gießen! Liebe Grüße. Birgit

    Gefällt 1 Person

    • Es ist immer gut, dem Manne gleich noch eine Aufgabe zuzuteilen, denn so ein Säbelzahnglaserl, das zischt man ja nicht in 2 Minuten runter, nein, dabei kann durchaus ein Blogbeitrag getippt oder ein Rasen benetzt werden, sehr richtig, Frau Tontöppe! Und grüßen Sie auch den Gatten mal ganz herzlich von mir!

      Gefällt 1 Person

  2. Du weißt, daß der Schlußsatz des Karma-Zettels ein Filmzitat ist?
    In „The Good, the Bad and the Ugly“ (hier besser bekannt als „Zwei glorreiche Halunken“) brüllt das Tuco (The Ugly), mit einem Strick um den Hals auf einem wackeligen Grabkreuz stehend, dem wegreitenden Blonden (Clint Eastwood, The Good) hinterher – wenn ich mich recht erinnere …
    Ein lieber Gruß vom Rande des Schwarzwalds,
    Spike
    p.s.: Ich gehe mal davon aus, der werte Herr Papa hat seiner Lieblings-Dackeldame ein Care-Paket geschickt, in dem unter anderem auch eine selbst abgefüllte Magnum-Flasche original Tegernsee-Wasser für die darbenden Pfoten war … 😉

    Gefällt 1 Person

    • Echt jetzt?!? Voll krass, was manche meiner Leser so alles wissen. Da legst di nieder!
      Der Opi bleibt brav daheim, aber die Version, wie des Fräuleins Pfötchen zu Seewasser kamen, gefällt mir 🤗

      Liken

      • Ich glaub solche Zitate merkt Mann sich einfach … zumal verbunden mit dieser Szenerie … der Blonde/The Good bleibt dann übrigens in einiger Entfernung nochmal stehen und dreht sich um, um mit einem gekonnten Schuß den Strick zu durchschießen und den armen Tuco zu „begnadigen“ …
        Ich muß allerdings gestehen, daß ich die Namen der Figuren wikipedieren mußte – allein Text und Szene hatten sich eingeprägt … und natürlich Clint Eastwood …

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.