Staubl_auszeit Nr. 1.

Vielleicht haben Sie sich ja schon gefragt, ob der Kammerjäger mich am Freitag zusammen mit den Psocoptera ausgeräuchert hat?

Vielleicht hatten Sie aber auch andere Sorgen oder einfach Wichtigeres zu tun.

Für den Augenblick nur so viel: Der Kammerjäger war ein sympathischer Typ im Holzfällerhemd, mit Vollbart, ein Touch Harleyfahrer, in etwa mein Alter, nettes Münchnerisch.

War eine Stunde zu Besuch, hat viel geguckt und geredet. Die Vertreibung der ungebetenen Mitbewohner wird sich hinziehen. Ausräuchern is nich. Was ja gut ist.

Aber die Perspektive, die Genossen im übelsten Fall noch bis zum Herbst dulden zu müssen, die ist nicht so gut.

Danach noch ein bisschen Vermietergedöns bzw. Kommunizierenmüssen von Sachverhalten, die ähnlich unangenehm sind wie die Psocoptera selbst. Rechtsberatung beim Mieterverein folgt noch. Hurra.

Steuererklärung fertiggestellt und abgegeben. Hurra.

Dazwischen Regen, Regen und nochmal Regen.

Viel Gassigehen im Regen, einmal sogar mit Kuchenessen im Regen. Ausflug mit dem hübsch Bewimperten und seiner Hundedame, im Regen.

Freibadbesuche im Regen mit kalt Duschen im Regen und An- und Ausziehen im Regen. Hurra, hurra, hurra.

Und dann plötzlich beim Aufwachen das glasklare Gefühl, dass es jetzt mal reicht mit den lausigen Themen und Tätigkeiten.

Und auch mit dem Regen.

Der Papa schickt einen Geburtstagsvorschuss, ich schicke eine Mail gen Süden und informiere den aus Frankfurt heimkehrenden Gatten, dass er nun ein paar Tage ganz tapfer und ganz alleine das Dackelfräulein und die Psocoptera beaufsichtigen darf.

Weil die Hausherrin sich jetzt mal eine Staubl_auszeit nimmt.

Die Bergluft wird’s schon wieder richten. Prosit!

(Wie k.o. man ist, merkt man u.a. auch daran, dass man, wenn man auf dem Weg in die Auszeit auf einem Parkplatz anhält, um dort ein WC aufzusuchen, vor dem Verlassen des Autos doch tatsächlich der dackelleeren Rückbank ein „Ich komm gleich wieder!“ zuruft.)

14 Gedanken zu „Staubl_auszeit Nr. 1.

    • Es ist ja leider nicht die Steinlaus von Loriot, sondern ihr weitaus unbekannterer Verwandter, die Staublaus. Aber egal.
      Vertrieben werden die jetzt durch Entfeuchter, die aufgestellt werden und indem der Kammerjäger Silikatpulver hinter die Steckdosen und Lichtschalter im Bad einbringt, das sorgt für weitere Trockenheit und zerstört den Keratinpanzer der Viecher. Es wird sich dennoch hinziehen, da die ja nicht nur hinter diesen Dosen und Schaltern sitzen. Das aktuelle Klima ist leider genau das, das sie am meisten lieben (weshalb es im blödesten Falle bis Herbst oder gar Beginn der Heizperiode dauern kann, bis sie ausgemerzt sind).
      Parallel weiterhin Wegputzen/-saugen, denn jedes vernichtete Lauspaar bedeutet natürlich ein paar Nachkommen weniger. Toll, gell?

      Gefällt 2 Personen

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