Gedacht Gehört Gelaufen Genossen Gespürt

Song des Tages (71b).

Diesmal mit Ton:

(Titel: „Kuhler die Glocken nie klingen.“ )

Trainingstag (ohne Mann, Hund und andere Begleitung).
Wirklich passable Aufstiegszeit, freilich nicht mit annähernd so viel Gepäck auf dem Rücken wie dann, wenn’s soweit ist, aber immerhin.
Abstiegszeit eher durchschnittlich, was wurscht ist, weil ich ja bei der großen Tour eh nur raufgehen werde und die 22km keinesfalls auch wieder runterlaufe.

Seit sehr Langem nicht mehr auf dem Jochberg gewesen, obwohl das früher mal ein Berg war, auf den es meist sogar 2x jährlich ging, oft war er der erste und der letzte in der Wandersaison.
Mit Beginn der Pandemie dann konsequentes Meiden des Walchenseegebiets – allein wegen der gefürchteten und in den lokalen Medien als haarsträubend beschriebenen Ausflugsverkehrssituation (und während der Viruss-Hochphasen natürlich auch wegen der vielen Menschen dort, die einen unterwegs hätten ankeuchen können).
Auch heute war Glück nötig, gerade noch rechtzeitig kam es des Weges, eine Frau mit Bordercollie stieg in ihren Dodge (!) und anschließend war eine absurd große Parklücke frei.

Immer wieder frappierend, dass auch an einem Werktag außerhalb der Ferienzeit nahezu alles bumsvoll ist am Walchensee.
Auf dem Berg verteilt es sich gottseidank, zumal ja nicht alle, die unten parken dasselbe Gipfelziel haben, man läuft weder Kolonne noch muss man dauernd Entgegenkommende grüßen und so habe ich heut weitgehend meine Ruhe.

Oben allerdings reger Betrieb, erstaunlich viele junge Leute (ich dachte, die wären wieder in der Schule oder studierten via Zoom?), und – wie in alten Zeiten – auch die Schwaben sind wieder da, zwar noch nicht in Großgruppen, aber Kleinstgruppe reicht auch. Hinter mir ein lautes, dauerlaberndes Männerduo beim Brotzeiteln, der Gschaftligere der beiden zeigt hinüber zum Guffert und sagt zum anderen: „I glaub, des isch dr Watzmann!“ .

Sein Kumpan antwortet irgendwas in unverständlichem Stuttgarter Idiom, irgendwann wird mir diese Watzmanngeschichte zu blöd und ich dreh mich um zu den beiden.
Jetzt muss ich mich doch mal kurz einmischen“ , sage ich, „- das ist nicht der Watzmann, sondern der Großglockner!
Die Schwaben brechen in riesegroßes Ärschdaune aus, sind ganz aus dem Häuschen („Ha noi, so weit nach Öschderreich kann ma da gugge?„) und mir wird einmal mehr klar, dass ich keine geeignete Bergführerin geworden wäre, dazu bedarf’s schon mehr Menschenliebe als ich sie aus mir hervorkramen kann.

Kurz vor dem Jochberggipfel: Links der Walchensee, rechts der Kochelsee.

Beim Abstieg noch eine weitere Erkenntnis: die Zeiten des ganz trittsicheren und flotten Bergabgehens sind passé.
Das ist künftig bei allen Planungen zu berücksichtigen, denn es bedeutet, dass Gehzeiten sich ausdehnen und auf manchen Streckenabschnitten (Geröll, Schotter) nur noch im äußersten Notfall das Absteigen mit 7 Kilo Dackel vor die Brust geschnallt möglich wäre.

Unten am See noch eine Eispause mit Herzogstandblick und dabei diversen Erinnerungen nachgehangen. Der Walchensee ist unter all den heimatlichen Gewässern jenes, mit dem ich eine einschneidende Kindheitserinnerung verbinde und, was weit weniger wichtig ist als diese frühkindliche Begebenheit, meine verregnete Ersthochzeit hat auch hier stattgefunden.

Das Grüntürkisblau dieses Wassers ist einzigartig, die Bergkulisse ebenfalls.

2 Kommentare zu “Song des Tages (71b).

  1. Wegen des ganzen Gebimmels hänge ich nun auch (Urlaubs)Erinnerungen nach.

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