Fremdling, kommst du nach Sendling…

…musst du über viele Brücken gehen, zumindest, wenn du die Route wählst, die wir heute im Rahmen unseres Stadtspaziergangs Nr. 4 gelaufen sind.

Die Tierparkbrücke, heute bei Sonnenschein.

Startpunkt mal wieder (weil’s nah an Wasser und Wiesen liegt) am U-Bahnhof Thalkirchen.

Von da aus über die Tierparkbrücke ans rechte Isarufer, dort halten wir uns links und marschieren zum Flauchersteg…

…der eher eine lange Brücke ist als das, was man sich unter „Steg“ vorstellt…

…uns über viele Zwischeninseln führt, schöne Blicke auf den tosenden Wildfluss bietet…

…und vor allem herrlich in der Sonne liegt, so dass wir uns Zeit lassen zum Gucken, Lauschen und Wärmetanken.

Am Ende des Flaucherstegs halten wir uns beim Schinderstadl rechts, wo der Weg direkt an der Isar entlangführt, so dass ein letzter, spätherbstlicher Kneippgang für das Dackelfräulein drin ist…

…was eine kleine Fußball-Einheit nach sich zieht, damit die nasse Hundedame fix trocknet und sich nicht verkühlt.

Insgesamt sind wir über sieben (!) Brücken gelaufen…

…na gut, manchmal auch unten durch, aber ich finde, das zählt auch…

…bis wir nach anderthalb Stunden den Stadtteil erreichten, der unser heutiges Ziel war: Sendling.

Irgendwo zwischen Schlachthofviertel und Dreimühlenviertel krochen wir aus den Isarauen wieder hoch in den betonierten Teil der urbanen Wirklichkeit…

…und irrten etwas orientierungslos durch die Gegend, da uns etliche Baustellen die geplante Wegstrecke versperrten, entdeckten dank der Umwege das ein oder andere Strandgut über oder unter den Bahnbrücken…

…und fanden schließlich doch noch in die Senserstraße 7 mit der Lieblingspostleitzahl 81371. Dort befindet sich das relativ neu eröffnete Café Erika.

Die Straße machte ihrem Namen heute alle Ehre – denn hier war wirklich erstmal Sense: Ich war todmüde, die Nase triefte von dem langen Marsch durch die Kälte und ausgehungert war ich auch.

Wenn das Design der Taschentuchpackung so gut mit dem Interieur harmoniert…

…und einen zudem vom Regal aus adäquate Lektüre für das Großstadtzamperl anlächelt…

…muss man wohl definitv am richtigen Ort gelandet sein.

Und so war es auch!

Das „Erika“ ist eines dieser netten kleinen Cafés, die auf unprätentiöse Weise demonstrieren, wie mit Wenig oft Viel erreicht werden kann: etliche Teile der Einrichtung sind bei Ebay ersteigert, die Möbel wurden aus alten Turnhallendielen geschreinert und die zwei Café-Erika-Gründerinnen haben sich alles in mühsamer Kleinarbeit zusammengesucht, bis es so war, wie sie es sich vorgestellt hatten.

Auch Hundefreundlichkeit ist hier nicht nur ein leeres Wort, sondern ein voller Napf…

…der sofort nach Ankunft kredenzt wird, aber zu Pippas Entsetzen nur einen aufgemalten Knochen auf dem Napfboden enthielt, der durch die wuppernden Bewegungen des Wassers auch noch so tat, als würde er leben und sich erst nach Leersaufen des gesamten Pottes als blöde, tote und nicht verzehrbare Deko entpuppte.

Die Inschrift „Good dog“ tröstet einen verfressenen Hund herzlich wenig – nur gut, dass der Service das umgehend durch einen Hundekeks wiedergutzumachen verstand.

Mein verspäteter Mittagsimbiss war gottseidank keine Atrappe, sondern tatsächlich eine sehr leckere Süßkartoffel-Karotten-Walnuss-Quiche mit Salatbeilage…

… – und wieder ist es mir gelungen, den Budgetrahmen (<10€) nicht zu sprengen, sogar inkl. kleinem Getränk und Kaffee.

Einziger Haken: ein Test des Inhalts der Kuchenvitrine, die eine wahre Augenweide war (speziell wegen der Eierschecke kommen Kunden offenbar aus entlegenen Stadtteilen hierher!), musste leider aufs nächste Mal verschoben werden.

Alles ist hier selbstgemacht, alles sieht köstlich aus, und weil die beiden Besitzerinnen sich auf der Stelle in das Dackelfräulein verliebt haben, wurden wir herzlich eingeladen, bald wiederzukommen – als Gäste oder als Crewmitglied.

Wir lassen uns das auf jeden Fall mal durch den Kopf gehen, denn das Personal isst ja meist umsonst 🙂

Einen schönen Mittwochabend wünschen
Die Kraulquappe und ihre Begleiterin.

Jeder Assi geht Gassi.

Und alle ander’n geh’n Wandern. 

Heute: Kultur- und Naturspaziergang. Endlich wieder mit ausreichend Sonne, Wald, Feld, Wiese, Moorsee, Bächlein, Brauchtum, Zeit zum inneren Sortieren und Ballspielen mit dem Dackelfräulein. 

Start: Kempfenhausen (Starnberger See), von dort über Manthal und Martinsholzen weiter nach Aufkirchen, vorher rechts ab nach Berg. Querwaldein zurück nach Kempfenhausen. Ganz nach Hundegeschmack, die Tour. 

12km, ohne jede Zeitmessung, dafür auf einer Aussichtsbank Breze und Wasser aus dem Rucksack, Alpenblick mit viel Weiß dort oben auf den Gipfeln, anschließend ein Bier im Oskar-Maria-Graf-Stüberl.


Es septembert gewaltig. Fast möchte man meinen, der Sommer hätte sich vergangene Woche zeitgleich mit uns im Estergebirge final ausgetobt. Ein letzter Paukenschlag – aus und vorbei.

Aber der Herbst hat auch seine Vorzüge. In 10 Tagen ist der Starnberger See endlich keine Hunde-Sperrzone mehr. Die Schulferien sind bald vorbei, überall wird es leerer, die Zwetschgendatschisaison hingegen ist noch voll im Gange. Und die Nachmittagssonne ist in dieser Jahreszeit am schönsten. 

Eine gute Woche allerseits!

Die Kraulquappe.

Carpe aquam.

Badefreuden in Bayern 🙂

Schnell noch die vom Berg beanspruchten Flossen lockern…


…dann wieder heimradeln und die schon vorbereiteten Fleischpflanzerl in die Pfanne hauen. 

Fast wie Ferien in der Kindheit, nur dass damals noch der Papa gekocht hat (wie wenig wusste man das doch früher zu schätzen!). 

Ein guter Tag. Wenn man Wartezeiten ein bisserl gestaltet, ist’s gar nicht mehr so schlimm. Morgen lockt ein Ausflug mit meinem großen Freund S.! 

Habt einen schönen Sommerabend!

Die Kraulquappe.

It’s raining cats and dogs.

Den dritten Tag in Folge ist alles grau in grau, nasskalt, verregnet. Keinen Hund möchte man da vor die Tür scheuchen (und sich selbst erst recht nicht).

Perfektes Steuererklärungswetter, da ich aber in einer zurückliegenden Regenphase schon vorgearbeitet hatte, ging das nun erstaunlich flott.

Ideale Witterung auch für Freibadbesuche während der bayerischen Sommerferien – man kann im menschenleeren Becken ausgiebig an der Technik feilen, wenn das Thermometer nur schlappe 13 Grad anzeigt.

Ebenfalls eignet sich so eine Auszeit, die der Sommer sich mal wieder nimmt, hervorragend zum Ausprobieren neuer Herbstrezepte: die Kürbis-Mangold-Lasagne gestern war ein Traum. Und zwar ein so großer, dass wir ihn nach der Rückkehr des Gatten vom DFB-Pokal-Glotz-und-Besprech-Nachmittag beim Nachbarn gleich weiterträumen werden, bevor wir dann zur 4. Abendsitzung in Folge auf die Couch sinken, um uns ganz „Elementary“ hinzugeben (nein, kein erotikbefeuerndes Spiel für Paare, sondern unser aktueller Serien-Favorit, in der 3. Staffel).

Oder man liest die Geschichten, die man selbst erlebt und verfasst hat…

…als einen noch die Sommersonne auf der Haut kitzelte und die Bergluft durch Haar und Fell blies.

Die neue WUFF wartet sogar schon mit Herbst- und Winterthemen auf…

… so dass sich die Lektüre auch für all jene lohnt, die an einem verregneten Wochenende gern mal die Stricknadel schwingen (oder Perücken basteln). Cuique suum.

Herzlich grüßt euch

Die Kraulquappe.

Up up and away.

Am Donnerstagabend hab ich den Gutschein vom Gatten doch noch gefunden!

Samstags wurden die Taschen gepackt…

…die neuen Schuhe geschnürt und los ging’s…

…ins Wochenende am Kochelsee.

 Für die Menschen: 1. Room with a view

2. Cruise with a view

3. Walk with a view

Für den Dackel: 1. Machtspiele mit Einheimischen.

2. Flugspiele mit Herrchen.

3. Ohrenspiele im Wind.

Morgen noch Berg oder Baden oder Tretboot. 45 sein ist bislang echt ok.

Einen schönen Sonntagabend wünscht – Die Kraulquappe.

Lass ma‘ chillen!

Back in Neuhausen, für einen Vormittag!

Erst zum Tierarzt des Vertrauens, dem Einzigen, der diese Scheinschwangerschaftszeiten nicht dazu missbraucht, uns eine Kastration aufzuschwatzen.

Die Hormon-Drama-Queen liefert eine beeindruckende Vorstellung ab: Zittert wie Espenlaub und wimmert herzzerreißend! Dabei hat der gute Dr. Doolittle NUR GEGUCKT, zugehört und am Schluss mal kurz abgetastet, sonst nix. Die Chemiekeule (Prolaktinhemmer) haben wir mal mitgenommen, kommt aber nur zum Einsatz, falls die Madame nächste Woche immer noch nicht runter ist von diesem „Trip“.

Ablenkung ist die beste Medizin, sagt Dr. Doolittle wie immer, ja aber Herrschaftszeiten, man kann jetzt auch nicht täglich 8 Std Berge besteigen oder Seen aufsuchen oder Besuch einladen… (auch wenn’s funktioniert).

Merke: Den nächsten Urlaub so legen, dass er diese Phase komplett abdeckt. Also 2-4 Wochen Fernwanderweg oder so, das wär’s. Nur wenn’s blöd läuft, hilft auch das nix, denn schließlich ist das Hundehirn ja in der Lage, diesen Hormonirrsinn zu verschieben, wie man sieht. Der Umzugsstress hat es nur unterdrückt, die Hypophyse sagt dann „Ja mei, ist eh schon genug Trubel, dann hauen wir die Hormone halt erst ein paar Wochen später raus, auch recht!“.

Im Alltag hilft also nur: Möglichst wenig daheim sein, viel raus gehen, viel Neues erleben, den Hund überall hin mitnehmen.

Daher gleich nach dem Tierarzt zum Friseur des Vertrauens, auch im ehemaligen Viertel. Nach fast 4 Monaten endlich mal wieder Haareschneiden! Bei 32°C ist der Segen sofort spürbar.

Danach eine Runde durch den Olympiapark und weiter zum Mittagsimbiss beim Österreicher in den alten Gefilden. Die machen jetzt einen auf hip hier (kaum ist man weg!). Chinchilla to drink – mit Gemüse und Kräutern. Brrr! Aber die gerösteten Knödel mit Gemüse sind immer noch da, bodenständig und gut.

Anschließend geht’s weiter zum See, damit das Hormonbündel seine Milchbar kühlen kann. 

Nicht auszudenken, man hätte einen regulären Job, mit geregelten Arbeitszeiten und so. Angestellten empfehle ich klar einen Rüden, am besten kastriert!

Ich arbeite jetzt nachts zwischen 21 und 1 Uhr, wenn die Hundedame nach ihrem abwechslungs- und ereignisreichen Tagwerk mal etwas ruht (ohne zu jammern). Anschließend bin ich wieder mit Ablenken und kalten Umschlägen beschäftigt. Wenn’s gut geht, mache ich für 4-5 Stunden mal ein Auge zu, bevor das nächste Ablenkungsprogramm startet. Der Gatte hat sich wohlweislich aus dem Staub gemacht und schwitzt in Oldenburg vor sich hin. Angeblich eine Tagung. 

Ein Prosit auf diese chillige Zeit!