How to become a Wiener Dog.

Man hatte sich insgeheim ja schon immer gefragt, wie das eigentlich kommt, dass der Dackel so lang ist. Eine Freundin – und passenderweise auch noch eine aus Wien! – hat mich heute Morgen aufgeklärt.

(Ganz herzlichen Dank, liebe S.!)

Bassotto.

Das Dackelfräulein am Pragser Wildsee.

Kennen Sie das auch? Sie sind irgendwo im Ausland unterwegs und freundlich lächelnde Einheimische rufen Ihnen einen Gruß zu, den Sie auch mühelos als solchen identifizieren können, aber nach dem „Hej hej“ oder „Grüezi mitenand“ oder „Buon giorno“ folgen dann noch ein paar Worte, die Sie freundlich zurückgrüßend und -nickend absegnen, obwohl Sie nur Bahnhof verstanden haben und bei denen Sie einfach mal in ihrer glücksdusseligen Urlauberlaune davon ausgehen, dass man Ihnen sowas Nettes wie „Genießen Sie den sonnigen Tag!“ (und eben nichts Unflätiges) zugerufen hat. Hinter der nächsten Wegbiegung zücken Sie jedoch sofort Ihr Handy, weil Ihnen dieses „So tun als ob“ zuwider ist und Sie natürlich verstehen wollen, was man Ihnen da mit auf den Weg gab, und befragen Mr. Google Translator.

So erging es uns gestern am Pragser Wildsee, als eine entgegenkommende italienische Familie herzlich grüßend und verzückt lächelnd eine nie gehörte Vokabel prononcierend an uns vorbeimarschierte. „Bellissima“ hatten wir noch verstanden, aber „bassotto“ mussten wir nachgucken. Wobei wir selbstredend sofort einen Verdacht hegten – wegen „bellissima“, was wir, schwitzend und unfrisiert bergauf wandernd, spontan erstmal nicht auf uns bezogen und uns zudem nicht entgangen war, dass die Familie eigentlich eh nicht allzu sehr auf uns blickte, sondern vielmehr unsere vierbeinige Vorhut fokussierte.

„Bassotto“ ist das italienische Wort für „Dackel“.
Erstmal wusste ich nicht, ob mich das nun eher belustigen oder kränken sollte, da das ja wörtlich sowas Ähnliches heißt wie „tiefergelegte Acht“ („basso“=“niedrig, tief“ und „otto“=“acht“).

Haha. Sehr witzig. Einen gestandenen bayerischen Hund mit der Persönlichkeit eines Löwen als „tiefergelegte Acht“ zu titulieren, das ist wirklich sehr ungehobelt. Allerdings passt es gut dazu, dass ich die Italiener eh nicht so besonders mag (v.a. sind sie mir zu laut und zu raumgreifend, außerdem essen sie unangenehm spät zu Abend und frühstücken – wenn überhaupt – viel zu süß).

Dennoch, „bassotto“ spricht sich schön. Sehr schön sogar.
Sagen Sie es ein paar Mal, und ich möchte wetten, es geht Ihnen ähnlich: bassotto, bassotto, bassotto. Ist das nicht klangvoll?!? Aus dem Wort sprüht förmlich der Vorwitz, das Kecke, das gesamte Mutig-Schlawinerhafte hervor, das dem Dackel zueigen ist!
Hören Sie es auch? Na, mit Sicherheit!

Ich beschloss also, Milde walten zu lassen und der italienischen Sprache die (ihr von mir etymologisch unterstellte und wahrscheinlich sowieso verkehrte) „tiefergelegte Acht“ nicht weiter nachzutragen, denn dieser kleine Hund ist ja tatsächlich von etwas spezieller Statur und meinetwegen kann man die auch als „tiefergelegt“ bezeichnen, so lange ein so schönes Wort wie „bassotto“ dabei rauskommt (und die Acht gilt je nach Kultur oder spiritueller/religiöser Richtung als heilige, harmonische oder glücksbringende Zahl, ist also auch nicht so verkehrt).

Pippa, unterwegs in den Pragser Dolomiten.

Am Südufer des Pragser Wildsees.

Bassottto stanco (auf Ottomane gebettet).

Il bassotto più bello e sportivo del mondo.
La mia amata Pippa.

Sehen Sie mir die emotionalen Superlative bitte nach.
Diese permanente Bergsonne und die gute Höhenluft setzen die Endorphine einfach kübelweise frei.
(Nie für möglich gehalten, welch extrem große Liebe man für einen so kleinen Hund empfinden kann!)

Mit den herzlichsten Grüßen aus Südtirol
Ihre Kraulquappe & ihr bassotto.

 

PS: Und sonst so? Immer noch schön hier.

PPS: Zwei touristische Anmerkungen noch, damit nicht wieder irgendwer darüber lamentiert, dass es hier zu sehr hundelt.
1. Der Pragser Wildsee wird meiner Meinung nach ziemlich überschätzt. Er ist keinesfalls schöner gelegen als der Eibsee, gleichwohl die Dolomiten rundum ein klein wenig spektakulärer daherkommen als das Wettersteingebirge. Und farblich kann der Walchensee locker mithalten – oder auch der Sylvensteinsee. Sparen Sie sich dieses Ziel also in der Hauptsaison. Es war bereits wochentags bei 11 Grad in der Nebensaison gut besucht, ein sonniges Wochenende im Juli möchte man sich da gar nicht erst vorstellen. Mit etwas Glück erwischen Sie dort in der Nebensaison Momente, in denen Sie auf den Wanderwegen in den Seitentälern des Sees oder sogar auf dem Rundweg um den Pragser Wildsee kurz alleine sind.
2. Besuchen Sie lieber die nicht so hervorgehobenen und nicht über alles gepriesenen Destinationen im Hochpustertal. Eine verrate ich Ihnen: das Gsierser Tal. Ich liebe Sackgassen in der Natur, alpine Endstationen (wir berichteten hier). Orte, an denen es nicht weitergeht, verkehrstechnisch. Parken Sie in St. Magdalena beim Talschluss-Häusl. Und suchen Sie sich dann eine der vielen tollen Almen-Wanderungen aus. 700 Höhenmeter hat man da schnell beieinander, spaziert dann bei herrlichem Weitblick auf über 2.000m herum, trifft (selbst Anfang Oktober) auf eine bewirtschaftete Alm nach der anderen und kann so völlig japanerfrei und abgeschieden einen ganzen sonnigen Herbsttag verbringen. Trinken Sie lieber ein Achtel Roten als ein Weißbier (das in ganz Südtirol deutlich teurer ist als in ganz München), als Grundlage empfiehlt sich vorher vielleicht eine Portion Schlutzkrapfen oder ein Kaiserschmarrn. Danach noch einen Kaffee und einfach mal ungestört geradeaus gucken.

Mia san mia – aber wer bin i?

Schwerfällig schäle ich mich morgens aus dem Bett, um den Dreiteiler Morgengassi-Dusche-Frühstück zu bewältigen.

„Du kannst! So wolle nur!“
Der innere Schweinehund schlägt mit der Faust auf den Tisch und schubst mich wenig später erneut nach draußen.

Ein beinahe laues Frühlingslüftchen weht durch die Altstadt, fleecedeckenumwickelte Touris schlürfen beim Donisl überteuerten Kaffee und recken ihre puckbebrillten Bleichgesichter in die Münchner Morgensonne.
Das „Mia san mia“-Schaufenster beim Münzinger leuchtet noch in tiefroter Trunkenheit vom gestrigen Sieg und selbst beim Brezenkauf kann man diesem ach so variantenreichen Motto nicht mehr entrinnen.
Mia san einfach ois!

Sind aber auch mit die besten Brezen, wenn Sie mich fragen (vielleicht ja tatsächlich wegen ihrer Handgeflochtenheit?).
Für meinen Geschmack jedenfalls genau die richtige Menge Salz, der passende Bräunungsgrad und die ideale Teigbeschaffenheit im Inneren (was beispielsweise der Pfister wohl niemals hinbekommen wird.)

Nun mögen ja mia zwar mia sein (und die Brezen haben’s gut, die san sogar glei Munich!), aber wer zum Teufel bin eigentlich ich?

Habe heute die Kunsthalle besucht, nicht nur um der Verblödung Vereinseitigung durch die drei großen H’s vorzubeugen (Hund, Hatschen, Haushalt), sondern weil eines der großen Themen meiner Spätadoleszenz seit letzter Woche dort aufmarschiert ist. Der Faust. Hat mich damals fast zwei Jahre beschäftigt, bevor ich mich in die Lehr- und Wanderjahre begab.

„Man sehnt sich nach des Lebens Bächen
Ach! Nach des Lebens Quelle hin.“

Montags sprudeln die Quellen der Kunst dort zum halben Preis, und ist man zeitig dort, also bevor all die anderen Rentner/Erwerbsarbeitslosen/Selbständigen/Müßiggänger/Zeithabenden dort aufkreuzen, kann man das Ganze in relativer Ruhe durchwandern.

„Stürzen wir uns in das Rauschen der Zeit, ins Rollen der Begebenheit!“ (Buch-Raum).

„Ihr habt das Recht, gesittet pfui zu sagen.“ (Buch-Raum)

„Du entschuldige, i kenn‘ di doch ned“ (Überraschungen gab’s auch!)

„Sobald du dir vertraust, sobald weißt du zu leben.“ (Mephisto-Raum)

Der Hochgenuss schließlich auf einer ledernen Bank in Raummitte:
Ganz allein mit der Video-Installation, privatissime mit dem Brandauer, eine der Lieblingsstimmen meines Lebens, der ich einst Hunderte von Kilometern nachreiste, allein des Klanges wegen.

Da könnte man locker einen Vormittag einfach so versitzen, würden einen nicht andere Pflichten daran hindern!

„Denn eben wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.“

Auch toll: die Gretchen-Räume.

Vor allem die Postkartenwand. Ist wohl mal ein richtiger Hype unter Liebenden gewesen, sich die zuzuschicken, gern versehen mit Geheimbotschaften. Heute schickt man eher ein paar vieldeutige Emojis und Akronyme hin und her oder Selfies in Sepia (damit’s nicht gar so fleischlich wirkt).

„Ich bin von je der Ordnung Freund gewesen.“ (Gretchen-Raum)

„Mit Frauen soll man sich nie unterstehn zu scherzen.“ (Gretchen-Raum)

„Er liebt mich. Liebt mich nicht. Liebt mich.“ (Gretchen-Flur)

Zum Schluss dann eine Prise Selbstreferentialität.
Tritt man nach allen Stationen und Rezeptionen der Tragödie nämlich wieder hinaus ins Licht der Flure, stellt einem die Ausstellung selbst eine Art Gretchenfrage:

„Wenn ihrs nicht fühlt, ihr werdets nicht erjagen.“ (Am Ausgang)

Der zauselige Mann vor mir rollte sich ohne zu zögern beeindruckende zwei Meter gelbe Fäuste ab, die Ex-Oberstudienrätin an seiner Seite pappte sich kieksend ein rotes Herzerl ans Revers ihres grünen Lodenmantels.

Ich war unentschlossen und hab‘ mir dann mal 13 Stück gemischt mitgenommen, mit leichter Tendenz zu lila.

„Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, die eine will sich von der andern trennen.“ (Technische Spielerei neben dem Café in der Kunsthalle).

Mein Tipp: Planen Sie am Schluss noch mindestens ein Viertelstündchen extra ein für das Fotoshooting. Allein die Menüführung und die Anweiseungen/Fragen auf dem Display machen Spaß:
„Einzelfoto?“/“Gruppenfoto?“
„Stellen Sie sich auf die Markierung!“ (Obacht: es wird von 7 runtergezählt, dann ausgelöst!)
„Schön?“ – „Ja!“/“Nein, wiederholen!“
„Dürfen wir dein Foto auf unsere Facebookseite stellen?“ – „Ja“/“Nein“
„Sollen wir dir dein Foto per Email senden?“ – „Ja“/“Nein“ (Bei „Ja“: großartige Riesentastatur folgt!)

Empfehlenswerte Sache, die Ausstellung.
Gerade zu Wochenbeginn und wenn man mit dem inneren Schwung noch ringt.

[Beinahe alle Zitate aus Goethes Faust. Wer tatsächlich die genaue Versnummer wissen will, der frage nach oder google.]

Ein Versuch über die Liebe: Clean, brush, love.

Zum Frühstück blätterte ich das gestrige Magazin der Süddeutschen Zeitung durch, da der Woody-Allen-Stil des Covers nahelegte, dass sich das Heft mit Sex beschäftigen würde – und so ein Thema schmeißt man schließlich nicht ungelesen ins Altpapier, nur weil die nächste Ausgabe der Tageszeitung schon bereitliegt.
Beim Lesen stellte ich dann allerdings fest, dass es in dem Magazin ausschließlich um die Liebe ging (was mir frühmorgens ohnehin das angenehmere Thema ist). Rührende und teils amüsante Geschichtchen rund ums Finden und Verlieren kleiner und großen Lieben waren darin zu lesen.

Jedes dritte Wochenende ist bei uns Hausputz angesagt.
Was bedeutet: Der Gatte lässt für eine Weile von der samstäglichen Schreibtischarbeit ab und klinkt sich in die Niederungen der gemeinen Wohnungsreinigung ein. Nach über 10 Jahren sind wir da längst ein eingespieltes Team, die Choreografie sitzt bis ins kleinste Detail, man schwebt fast aneinander vorbei, der eine mit dem Staubsauger bewaffnet, der andere mit Putzeimer und Schrubber in der Hand, jeder vertieft in sein Tun, bestenfalls ab und an einander einen Satz zuwerfend („Warst du da schon?“ / „Kann ich dort schon wischen?“ / „Steckst du mal bitte den Staubsauger um?“ o.ä.) – und nach knapp zwei Stunden ist der Spuk auch schon vorbei und die Hütte glänzt wieder.

Zwei Stunden, in denen man bei allen Routinetätigkeiten >2 Minuten so vor sich hindenken kann.
Als ich mein Bettlaken mit der Polsterbürste gründlich von den Hundehaaren der letzten Nacht befreie, wandern meine Gedanken zurück zu meiner Morgenlektüre, dem Liebesmagazin. Das tun sie deshalb, weil ich immer wieder darüber staune, mit welchem Stoizismus ich diese tagtägliche Haarklauberei betreibe. Seit 6 Jahren enthaare ich morgens mein Bett, kann an der haarigen Ausbeute die Qualitiät des Nachtschlafs meiner Dackeldame und den nahenden Fellwechsel ebenso ablesen wie die Anzahl der nächtlichen Schmuseeinheiten und Traumphasen. Wenn alles gut geht, was ich inständig hoffe, werde ich noch weitere 10 Jahre Morgen für Morgen in völliger Gelassenheit, und ohne daran auch nur das Geringste grotesk oder absurd zu finden, dunkelsaufarbene (und später einmal auch graue) Hundehaare von meiner Matratze klauben.

Heute fällt mir bei diesem Tun plötzlich K. ein, die große Liebe aus Wien, damals, als es den Schilling noch gab und Telefonieren noch ein Vermögen kostete, was die Generation Flatrate sich heutzutage ja gar nicht mehr vorstellen kann, so dass ich vor lauter Liebe und Telefonieren nur noch Dosenfutter in meiner winzigen Studentenbudenküche aufwärmen konnte.
Als K. mir in einem schummrigen Wiener Beisl seine Aufwartung machte, war das dummerweise mein letzter Abend in Wien, es reichte gerade noch zum Austausch von Basisinformationen (Name, Alter, Familienstand, Studienfach, Herkunft, Lese- und Musikgeschmack), Adressdaten und ein paar unvergessenen Blicken.
Zwei Wochen später stand K. am Münchner Hauptbahnhof, der Papa hatte uns freundlicherweise den Schlüssel zu einem Wochenendhäusl überlassen, mit meinem kleinen roten Fiesta fuhren wir dorthin, 12 Betten zur Auswahl, aber wie erhofft landeten wir gemeinsam in nur einem davon.

Am Morgen nach der ersten Nacht, K. war gerade unter der Dusche und verwendete zu meinem Entsetzen ein Duschgel, das nach Kümmel roch, den ich ebenso hasse wie Marzipan oder Sellerie (war es der Wiener Schmäh, ein Härtetest oder einfach nur schlechter Geschmack? – ich weiß es bis heute nicht!), ich räkelte mich noch liebestrunken in den cremefarbenen Laken, stand dann aber auf, um uns ein Frühstück zuzubereiten und klappte nach dem Aufstehen, ordentlich wie ich bin, die Bettdecken zurück, damit der süße Dunst der Nacht ihnen entweichen könne.

Und was sah ich da? Unendlich viele dunkle Haare auf dem Laken! K. trug zwar beileibe keinen Ganzkörperpelz, aber die behaarten Partien reichten offenbar aus, um das Betttuch so aussehen zu lassen wie es eben aussah, so dass ich kurz in Erwägung zog, den Staubsauger zu holen. Gottseidank bewahrt einen das Frischverliebtsein aber vor solch schnöden, unromantischen Aktionen, zumal am frühen Morgen.
Mit einem Hauch Kümmelduft in der Nase verließ ich also das verhaarte Schlafzimmer, begab mich in die Küche, bereitete liebevoll das erste Frühstück für uns zu und beschloss, weiterhin ungestört in K. verliebt und über die läppische Störung durch ein paar Haare und Gerüche erhaben zu sein.

Drei oder vier Besuche später gefiel mir die Sache mit den Haaren aber schon spürbar weniger, und im nachfolgenden Semester, in dem wir beide unter Prüfungsstress standen, verstärkte sich diese Empfindung nur noch. Auch das Kümmelduschgel hatte sich nicht als Probepäckchen entpuppt, sondern war immer noch im Einsatz.
Letztlich ging diese Liebe aber nicht an Haaren oder Kümmel zugrunde, sondern an der Tatsache, dass ich irgendwann kein Geld mehr hatte, um in Wien anzurufen oder gar nach Wien zu reisen und K. mitten in der Famulatur auch keine Exkursionen mehr in meine Studienstadt unternehmen konnte, so dass das Ganze mit einem Paar Lammfellhandschuhe (und einem blasslilafarbenen Kärtchen anbei), die mir K. nach Würzburg schickte (und die ich heute noch habe, obwohl sie mir schon damals zu klein waren) kurz vor Weihnachten ein jähes, tränenreiches Ende fand.

Beim der morgendlichen Matratzenenthaarung stellte ich heute fest, dass das Dackelfräulein ja manchmal pro Nacht mehr Haare auf meinem Bettlaken verliert als K. sie jemals und auch bei noch so angeregten Schlafzimmeraktivitäten in einer ganzen Besuchswoche hinterlassen hätte.
Außerdem riecht so ein Dackelhund zwar nicht nach Kümmelduschgel, dafür steckt zugegebenermaßen gelegentlich doch ein Hauch Kuhfladenduft, Pferdeäpfelodeur oder Hasenpipimief in seinem borstigen, haareverlierenden Fell…

… und während ich all das so denke, beim stoischen, minutenlangen Polsterbürsten, die Morgenliebeslektüre noch in mir nachwirkend, frage ich mich, wieso man von einem doldenblütlergeduschten, dezent haarenden Wiener Medizinstudenten schon nach einem halben Jahr dermaßen genervt war, hingegen in sechs Jahren kein einziges Mal von dem kleinen, reizenden Rauhaardackelchen, das einem das Zehnfache an Aufwand beschert (nicht nur die Matratzensache betreffend), und zwar täglich, und ich merke, dass ich mal wieder kein bisschen verstehe, wie das mit der Liebe eigentlich war und ist und sein wird.

Vom Suchen und Finden.

Liebe A.,

kurz bevor du in deinen Urlaub entschwunden bist, hatten wir ja mal begonnen, uns übers Suchen und Finden auszutauschen, und du erinnerst dich sicher: unser Gespräch dazu war noch lange nicht zu Ende.
Es kam mir heute wieder in den Sinn, was kein Zufall war, sondern daran lag, dass ich beschlossen hatte, einfach mal deinen Geburtsort aufzusuchen (auch das kein Zufall heute) und dort einen Spaziergang zu machen. Daher warst du mir beim Gehen und Schauen die meiste Zeit präsent und so fiel mir dieses Thema wieder ein.
Da zunächst der Nebel und später dichter Schneefall den Blick auf die Berge nicht freigab, die Felder aber dafür umso mehr Mäuselöcher boten, die Pippa fesselten, hatte ich zwischendurch mauselochweise Zeit, meinen Gedanken nachzuhängen.

Du wirktest ja erstaunt und interessiert zugleich, als ich dir sagte, dass ich mich nicht als Suchende bezeichnen würde, sondern mehr als Findende sehe. Ich möchte das nochmal genauer zu erklären versuchen, was ich damit gemeint habe.

Es wird ja unendlich vieles gesucht: Das wahre Ich, das große Ganze, der Sinn des Lebens, das Glück, die Wahrheit, der Traumpartner, der Traumjob, die gesündeste Lebensweise, das wirksamste Heilsversprechen, die Erfüllung im Glauben oder Aberglauben, um spontan nur ein paar Objekte der menschlichen Suchbegierde zu nennen.
Vor ungefähr 10 oder 15 Jahren (bis dahin war ich auch eine Suchende!) habe ich allmählich eingesehen, dass das nichts für mich ist: Brauch‘ ich nicht, glaub‘ ich nicht dran, hilft mir nicht, macht mich nicht froh, dieses Rumsuchen. In die eine oder andere Richtung hab‘ ich natürlich schon mal reingeschnuppert – hier ein bisschen Zen, dort ein Achtsamkeitsretreat, anderswo ein wenig Körperarbeit oder irgendeine kluge „Predigt“, der ich lauschen wollte. Mit dem Ergebnis, dass ich nirgends dabei geblieben bin, nichts davon intensiver oder länger verfolgt habe.
Es gab Zeiten, da hab ich mich fast mies gefühlt, weil ich nicht zu der Heerschar der Suchenden gehörte! Hätte auch gerne etwas gehabt, wonach ich unbedingt suchen könnte, denn wenn die meisten um einen herum mit brennendem Eifer suchen und geradezu abtauchen in ihre ewigen Suchgründe, steht man schon etwas blöd da als bekennender Nicht-Sucher. Man wird oft schief angeguckt: Spinnt die? Meint die etwa, sie hätte schon gefunden? Was hat die denn schon vorzuweisen? Hält die sich etwa für „fertig“? Oder ist die einfach nur faul, borniert oder arrogant (oder alles auf einmal)?

Nichts von alledem trifft zu. Weder hielt ich mich je für erleuchtet, noch für hinreichend erkennend, schon gar nicht für all_wissend, und ebensowenig für eine, die einen Jackpot nach dem anderen knackt oder der es glückt, ein superduper Leben zu führen. Ich habe Fragen ohne Ende: an mich und andere, an die Welt, die Geschichte, die Wissenschaft, ich bin meistens aufgeschlossen, vielem gegenüber neugierig und ständig damit beschäftigt, Ideen auszubrüten, zu verfolgen, auszuprobieren und zu verwerfen. Aber ich habe auch etliche Phasen, in denen es mich nach keinerlei Optimierung oder Erneuerung dürstet, und das nicht etwa deshalb, weil alles so perfekt wäre, sondern weil ich vielleicht einfach mit dem zufrieden bin, was gerade da ist – ganz egal, ob das „viel“ oder „wenig“ ist (nach wessen Maßstäben auch immer) – und tatsächlich zu müde oder lustlos bin, mich um „anders“ oder „mehr“ zu bemühen und dabei auch keinerlei Leidensdruck empfinde. Wir leben ja leider in Zeiten, in denen man sowas nicht zu laut sagen darf: so ein müßiggängerisches, gemütliches „passt scho“, ohne resignierten Unterton, aber auch ohne Drang nach der nächsten „challenge“ oder „task“.

Ich habe also eines Tages aufgehört, mich zu denen zugehörig zu fühlen, die sich ständig für defizitär halten und meinen, wenn sie denn nur dies oder jenes gefunden hätten, wäre ihr Leben endlich schön, richtig und frei von Last und Leid, und die sich so lange verteufeln oder zumindest nicht mögen können, bis sie das erreicht haben. Also nahezu immer. Denn abgesehen von den wenigen Erleuchteten oder erfolgreich die Suche abgeschlossen Habenden halten sich die meisten vermutlich für (noch) nicht dauerhaft fündig geworden – und damit taugt das Ganze zum Lebensprogramm (worüber ich kein Urteil fällen möchte, sondern nur für mich feststelle, dass das lifelong searching eben nicht mein Programm ist).
Was folgt daraus? Es wird fleißig weitergesucht, denn der Glaube daran, dass die Suche doch zu was führen muss, vielmehr: dass es überhaupt etwas zu finden gäbe!, der ist unerschütterlich. Genauso wie die Überzeugung, dass es an einem selbst läge, wenn man nicht fündig wird oder sich mit dem Gefundenen gar nicht wie erhofft langfristig besser fühlt oder endlich näher dran ist an sich, dem Glück, der Wahrheit, dem Sinn oder an was auch immer.
Das Fazit ist immer dasselbe: Diese Erfahrung, (mal wieder) nichts gefunden zu haben, wird nicht einfach entspannt abgehakt wie z.B. ein fades Essen oder ein bedeutungsloser Film, sondern man bauscht die Sache auf, hält sich für (vorerst) gescheitert oder gleich für einen Versager, und beschließt sodann, weiter zu suchen, gründlicher zu suchen, gezielter zu suchen. Irgendwann muss es doch klappen, andere schaffen es ja auch (mit einem Schielen hinüber zum Mitmenschen, von dem man ja gern denkt, er hätte es besser erwischt als man selbst) – also weiter geht’s.

Ich suche also tatsächlich nach gar nichts außer nach Antworten, aktuell nach einer Wohnung, manchmal nach einem Job und gelegentlich nach Parkplätzen und Wegen. In der Fülle der Argumente, Begriffe und Worte, in der teuersten Stadt der Republik, als Neuling in einem Berufsfeld oder an den überlaufenen Ausflugszielen ist das ja schon zäh genug.
An diesen Suchen bleib‘ ich aber dran! Was die Antworten angeht, bestimmt mein Leben lang, was das Übrige angeht, so hartnäckig ich eben kann, manchmal auch entmutigt und ohne jeden Elan, aber dennoch mach‘ ich weiter und versuche, nicht zu resignieren. Und genau das ist’s übrigens auch, was ich am Suchen nie leiden konnte: dieses Zähe.
Die einzigen Suchen in meinem Leben, die ich als spielerisch und schön erlebt habe, sind das Ostereiersuchen (die Roten von Lindt), das Muschelnsuchen am Strand und das Pilzesuchen im Wald. Da ging’s nie um die Wurst, eigentlich ging’s um gar nichts, es gab keine Gewinner und Verlierer – und das hat mir immer Spaß gemacht.

Alles andere finde ich (oder es findet mich) oder eben auch nicht.
Mal freu ich mich, wie es läuft, mal bin ich verzweifelt darüber, mal gelingt mir was, mal hab ich das Gefühl, alles verkackt zu haben und wünsche ich mich weit, weit weg. Manchmal rackere ich mich ab und erreiche trotz Wollens und Könnens gar nichts, manchmal zahlen sich Einsatz und Beharrlichkeit aus. Ein ewiges Auf und Ab, Hin und Her, Vor und Zurück, Links und Rechts, Für und Wider, Plus und Minus, Top und Flop. Das Leben ist kein Wunschkonzert, das Glück ist einem nicht immer gewogen, das Pech aber gottseidank auch nicht.

[Und beileibe kann niemand umfassend oder überhaupt seines Glückes Schmied sein, denn manch einem fehlt das Werkzeug oder die Kraft oder die Kenntnis der Schmiedekunst oder schlicht das Geld fürs Eisen. Vor langer Zeit habe ich mal einen humorvollen, durchaus klugen und wohlhabenden Mann ziemlich abrupt verlassen, weil er mir ganz locker-flockig in einer Diskussion über das berufliche Auf-der-Stelle-Treten eines gemeinsamen Bekannten (der gut ausgebildet war und sich brav abmühte, was aber aufgrund ungünstiger Umstände leider nichts brachte, im karrieristischen Sinne) diese Losung als seine Quintessenz zu derlei Lebenssituationen in den Nacken blies. Wir gingen damals passenderweise gerade treppabwärts, um den Müll wegzubringen. Nachdem er den Tonnendeckel zugeklappt hatte, ließ ich ihn in seinem schwarzen Audi von dannen ziehen, zurück in seine eingebildete Glückschmiede, trug fortan meinen Mist wieder allein die Stiegen hinunter und schmiedete neue Pläne.]

Alles, was mir im Leben etwas bedeutet hat oder noch von Bedeutung ist, habe ich nicht gesucht, sondern eines Tages gefunden.
DAS war es, liebe A., was ich neulich gemeint habe, und da wir leider noch nicht allzu bald wieder bei Birnen- und Käsestückchen nebst Weißbier (für dich: Weizenbier) an deinem Tisch sitzen werden, um bis tief in die Nacht zu diskutieren, habe ich dir diesen Nachtrag zu unserem Thema nun hier notiert, so als Absacker nach deinen diversen Geburtstagsdrinks oder als Zeitvertreib während du dir den Ostseesand aus den Haaren kämmst (oder dem großen Braunen den Seetang zwischen den Zehen herauspulst) oder als Einschlafhilfe, falls die Brandung vor eurem Fenster so verflixt laut tost.

Das war’s dann für heute.
Mein Glas ist leer, das Dackelfräulein muss raus und es hat 10cm Neuschnee in der Stadt.

Einen schönen Ausklang deines Tages wünscht dir
Deine Natascha.

PS: Für den Fall, dass du völlig entnervt bis hierher runtergescrollt hast und enttäuscht warst, nichts als Buchstaben vorgefunden zu haben (nicht mal einen Ton von Bruce!),  kommt hier – in wilder Reihenfolge – noch was fürs Auge:

Ein Gruß aus deiner Heimat.

Startpunkt meiner Penzberger Rundtour: Die Huberweiher. Grau, zugefroren und gänzlich unspektakulär.

Erstes Highlight am Wegesrand: Der Penzbär. (Wie ich solche Wortspiele liebe!)

Wir haben natürlich gleich die Schuhe ausgezogen und sind barfuß weitermarschiert.

Und auch sonst tobt hier der (Penz-)Bär, wie du siehst (sind die nicht mega-debil, die vier?!).

Im Café mit dem schönen Namen „Freudenberg“ gibt’s sogar Windbeutel (mein Magen war aber noch nicht fit genug für den Test).

Und direkt gegenüber vom Café wurde deine Geburt heute vor xx Jahren beurkundet.

Hätte ich mehr als 10€ dabei gehabt, hätte ich dir ein Andenken gekauft. Ehrlich!

Gedenkminute vor dem ehemaligen Elektrogeschäft, in dem mir der Papa vor 30 Jahres mein erstes Bügeleisen kaufte (heute ein Kamingeschäft).

Wärst du geblieben, hätte es tolle Möglichkeiten der Freizeitgestaltung gegeben, aber du wolltest ja raus in die weite Welt!

Zum Abschluss haben wir noch ein kleines Gebet für dich gesprochen, bei minus 4 Grad. Amen.

Vom Kiefer-Koma ins Kloster.

Orff-Zitat im Bräustüberl zu Andechs.

Zunächst erwog ich, den Beitrag mit „Von Passionen und Pilgern“ zu betiteln, aber das wäre reine Schönfärberei gewesen. Denn es geht um Kontrollverlust und den anschließenden (wie immer mühsamen) Versuch, den Verlust wieder loszuwerden, sprich: die Kontrolle zurückzugewinnen.

Nach acht Staffeln suchtartigem Konsum von „24“, von denen wahrlich nicht alle acht Staffeln exzellenter Stoff waren, fiel ich nach dem Finale nicht nur komatös von der Couch, sondern schlug am Morgen danach auch auf den Boden der Realität auf, die wohlgemerkt eine Realität ohne Kiefer Sutherland ist.

Es war, wie es immer war, wenn wir uns an einer Serie festgefressen haben: Wir ziehen das in einer Maßlosigkeit durch, die ihresgleichen sucht (wenn irgend möglich: täglich), schotten uns von der Außenwelt ab (Kontaktversuche werden ab spätestens 20 Uhr komplett ignoriert), bis das letzte Krümelchen Stoff verbraucht ist. Plötzlich ist es aus und vorbei, ein gleichermaßen katastrophaler wie befreiender Moment. Und dann? Gnadenloser Cold Turkey.
Wenigstens haben wir es diesmal gut terminiert, bewusst zum Feiertags- und Jahreswechsel-Leerlauf hin (quasi ein kontrollierter Kontrollverlust, was die Rekonvaleszenz aber kaum erleichtert).

Mein Suchtpotenzial erschreckt mich immer wieder.
Die 1x jährlich auftretende, mehrwöchige Kokos-Intensiv-Phase ist da mit Abstand das harmloseste Phänomen.
Musik, Berge, Sprache, Wasser, Verliebtheit, Bewegung, Essen, Reisen, Serien – ich bin für vieles offen. Hauptsache, es begeistert mich dermaßen, dass der Endorphinrausch zuverlässig eintritt und ich auf dieser Welle surfen kann, weg von hier, weg von mir, weg von unguten Gedankenschleifen (das könnte – ja: sollte! – noch gründlicher durchdacht und ausgeführt werden, vielleicht ein andermal).
Am jeweiligen Suchtmittel überfresse ich mich, bis es a) mir zu den Ohren rauskommt, mich der Selbstekel ergreift und ich es nie mehr sehen/hören/essen/tun will (bis es mich, variiert oder identisch, ein weiteres Mal heimsucht) oder b) mir unfreiwillig entzogen wird, oder zur Neige gegangen ist und nicht wiederbeschaffbar ist.

Just aus dem Kiefer-Koma erwacht, merke ich, dass ich ein schier unglaubliches Bedürfnis habe, das alles loszuwerden, frei zu werden von all diesen Bildern und Emotionen, für die die Serie nur den Anstoß gab zum Weiterspinnen und -spüren. Höchste Zeit ist es, anderes zu sehen, zu hören, zu lesen und wahrzunehmen.
Nicht, dass ich zwischendrin nicht draußen in der Natur gewesen wäre oder mich zu wenig bewegt hätte, aber jetzt, in diesen ersten Tagen des Entzugs, tut eine höhere Dosis frische Luft und flottes Gehen mehr als sonst not.

Vom Queriwirt in Frieding aus marschieren wir mit wohltuendem Weitblick über die sonnigen Felder…

…bis zu dieser einen wunderbaren Kuppe, hinter der das Ziel erstmals hervorlugt: Kloster Andechs!

Das Dackelfräulein schlurft im Hormontaumel neben mir her und gibt nur dann Gas, wenn die Mäuselöcher im Acker besonders zahlreich locken oder ein zerstückelter Dachskadaver am Waldrand feilgeboten wird. Mit Dachsfellborsten um die Dachshundnase kommt sie nach dem dritten Abruf mit der Trillerpfeife sogar schmatzend zurückgeschwänzelt – und verfällt augenblicklich wieder in den PMS-Schlurfschritt.

Nach 7 Kilometern nähern wir uns dem Klosterberg und man staunt immer wieder, wer da an einem Mittwoch/Werktag außer uns noch so alles herumrentnert oder -touristet.

Einfachste bajuwarische Basis-Symbole weisen dem hungrigen und durstigen Wanderer den Weg:

Wir passieren den Kiosk (geschlossen), der in Kindertagen das einzig taugliche Argument war, mit dem ich mich zu einem Ausflug nach Andechs überreden ließ – hier gab mir der Papa stets eine Mark und ich durfte mir davon drei Liebesperlen-Armbänder oder fünf weiße Mäuse kaufen…

… eine pädagogisch äußerst wertvolle Maßnahme, da der ausgesprochen schön gelegene Wallfahrtsort sonst niemals so früh eine solch positive Konnotation erfahren hätte und wohl dem kindlichen Vergessen anheimgefallen wäre (wie all die Museumsbesuche).
Mit Tieren, Eis, Knödeln, Schwimmbädern, Tretbooten und Seilbahnen geködert lernte ich meine Heimat kennen (und später auch lieben). Hat er schon gut gemacht, der Herr Vater.

Auf dem Heiligen Berg angekommen, bekommt Pippa ein Würstchen und ich eine Aussicht auf die heute etwas diesig-verschwommene Alpenkette.

Sattes Orgelspiel ertönt aus der Klosterkirche und ich beschließe, kurz hineinzugehen, was meiner Begleitung so gründlich missfällt, dass sie das frisch verzehrte Würstchen – ummantelt von einem Stück borstigem Dachsfell – demonstrativ auf die Pflastersteine kotzt.

Da sich der Todestag des Freundes jährt, möchte ich ein paar Kerzen in der angrenzenden Kapelle anzünden…

…und weil sonst niemand da herin sitzt, kann ich das Dackelfräulein sogar mit hinein nehmen (warum sind eigentlich brave Hunde in Kirchen verboten, frage ich mich) und ein wenig dort verweilen.

Anschließend folgt der weltliche Part der Pilgertour:

Dank ausreichender Vorbildung muss ich nicht alle 7 Sorten probieren und dabei ein Vermögen verpulvern, sondern kann zielsicher das eine Lieblingsbier ordern und während der Wartezeit beratend tätig werden.

Einen Tisch weiter verlangt das junge Paar aus dem Norden höflich nach einem „kleinen, kräftigen Bier“, hat offensichtlich keine Ahnung vom bayrischen Bier, deutet übermütig an, mehrere probieren zu wollen, aber halt so, dass man danach noch Autofahren könne, und verfällt dann angesichts der barschen Antwort der Kellnerin („Dann nehmts hoid an 0,3 Doppelbock!“) in hilfloses Stottern und nervöses Blättern in der Karte.
Darin allein vier Seiten zum klösterlichen Brauereiwesen nebst detaillierter Beschreibung der sieben vor Ort gebrauten Sorten, die in je drei Ausführungen (normal/leicht/alkoholfrei) sowie drei Größen (0,3/0,5/Maßkrug) aufgeführt sind – das kann den Fremden schon mal verwirren.

Ungefragt schalte ich mich ein, rate klar vom Doppelbock ab (wg. des Alkoholgehalts von 7,1%) und empfehle das Helle (Variante „Spezial“), das noch Platz für ein zweites oder drittes Kleines ließe.
So machen sie’s dann – und zum Dank erhält das Dackelfräulein später ein Stückerl von der Surhaxn, die sich das Pärchen teilt und dabei zufrieden feststellt, dass auch hier auf meinen Tipp Verlass war, dass von einer Portion auch locker zwei sattwerden.

Nach dem Genuss meines Kleinen steige ich mit meiner Kleinen wieder von Heiligen Berg hinab und begebe mich zügig auf den Rückweg, damit wir noch vor Einbruch der Dunkelheit das Auto erreichen.

Soweit ein durchaus gelungener zweiter Entzugstag.
Auf der Heimfahrt die Sutherland-CD gehört, ein bisschen Substitution muss erlaubt sein.
Prosit.

Der Anschein des Scheinbaren.

„Erkenntnis dessen, was groß und klein ist, ist die schwerste Wissenschaft in diesem Leben.“
(Ludwig Feuerbach)

Wuff, wuff – hurra!

Drei neue Themen am Wickel, und zu jedem einen Auftrag an Land gezogen 🙂
Das Dackelfräulein wird nun auch außerhalb Münchens, Bayerns und Deutschlands berühmt!

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Wir recherchieren, marschieren und fabrizieren jetzt für WUFF, die auflagenstärkste Hundzeitschrift Österreichs.
Dazu eine Bitte an die Hundehalter in der Leserschaft: ich brauche euren Input!

Seid ihr ein Paar und habt euch gemeinsam einen Hund zugelegt? Wenn ja, dann schreibt mir doch zu folgenden 3 Fragen:

1. Hat der Hund eure Beziehung verändert?
2. Welche waren/sind die positiven und/oder negativen Einflüsse des Hundes auf eure Partnerschaft?
3. Habt ihr das vorher geahnt, dass es sich so entwickeln würde?

Unter kraulquappe@web.de freue ich mich auf eure Antworten. Selbstverständlich wird jede Information absolut vertraulich behandelt. Das heißt ihr werdet nirgends namentlich geoutet, so dass die Welt erführe, dass Fifi, Lumpi, Wastl etc. bei euch Bett schlafen oder euch nur unter „Mami“ und „Papi“ kennen. Es geht mir ausschließlich darum, meinen eigenen Hundebesitzerhorizont um fremde Erfahrungen und Erlebnisse zu erweitern, und diese Erkenntnisse dann in meine Arbeit einfließen zu lassen.

Vielen Dank bereits im Voraus, falls ihr euch zu einer Mail aufschwingt!

Und die Dusche funktioniert auch wieder. Sauber und warm lässt es sich einfach besser freuen & arbeiten. Großen Dank an D. fürs angebotene Duschasyl hier um die Ecke, gleich neben dem Lieblingsbäcker.

Einen schönen Mittwoch wünscht euch
Die Kraulquappe.

Stegreifaufgabe.

Ist es da hinten zu Ende? Oder geht es da noch weiter?

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Kurz in die Eiseskälte eingetaucht komme ich zu dem Schluss, dass der Horizont dem Meer die Unendlichkeit ebenso vorgaukelt wie manch einer sich das Leben nach dem Tod.

Oder andere sich einen immerwährenden Sommer. Es ist Herbst, zumindest im Wasser.

Einen erfrischenden Start ins Wochenende wünscht
Die Kraulquappe.

Samstagsrätsel.

Freue mich über rege Beteiligung. Mehrfachnennungen möglich. Auflösung morgen.

(Hinweis für www-und-Datenschutz-Phobiker: die Umfrage ist anonym!)