Bassotto.

Das Dackelfräulein am Pragser Wildsee.

Kennen Sie das auch? Sie sind irgendwo im Ausland unterwegs und freundlich lächelnde Einheimische rufen Ihnen einen Gruß zu, den Sie auch mühelos als solchen identifizieren können, aber nach dem „Hej hej“ oder „Grüezi mitenand“ oder „Buon giorno“ folgen dann noch ein paar Worte, die Sie freundlich zurückgrüßend und -nickend absegnen, obwohl Sie nur Bahnhof verstanden haben und bei denen Sie einfach mal in ihrer glücksdusseligen Urlauberlaune davon ausgehen, dass man Ihnen sowas Nettes wie „Genießen Sie den sonnigen Tag!“ (und eben nichts Unflätiges) zugerufen hat. Hinter der nächsten Wegbiegung zücken Sie jedoch sofort Ihr Handy, weil Ihnen dieses „So tun als ob“ zuwider ist und Sie natürlich verstehen wollen, was man Ihnen da mit auf den Weg gab, und befragen Mr. Google Translator.

So erging es uns gestern am Pragser Wildsee, als eine entgegenkommende italienische Familie herzlich grüßend und verzückt lächelnd eine nie gehörte Vokabel prononcierend an uns vorbeimarschierte. „Bellissima“ hatten wir noch verstanden, aber „bassotto“ mussten wir nachgucken. Wobei wir selbstredend sofort einen Verdacht hegten – wegen „bellissima“, was wir, schwitzend und unfrisiert bergauf wandernd, spontan erstmal nicht auf uns bezogen und uns zudem nicht entgangen war, dass die Familie eigentlich eh nicht allzu sehr auf uns blickte, sondern vielmehr unsere vierbeinige Vorhut fokussierte.

„Bassotto“ ist das italienische Wort für „Dackel“.
Erstmal wusste ich nicht, ob mich das nun eher belustigen oder kränken sollte, da das ja wörtlich sowas Ähnliches heißt wie „tiefergelegte Acht“ („basso“=“niedrig, tief“ und „otto“=“acht“).

Haha. Sehr witzig. Einen gestandenen bayerischen Hund mit der Persönlichkeit eines Löwen als „tiefergelegte Acht“ zu titulieren, das ist wirklich sehr ungehobelt. Allerdings passt es gut dazu, dass ich die Italiener eh nicht so besonders mag (v.a. sind sie mir zu laut und zu raumgreifend, außerdem essen sie unangenehm spät zu Abend und frühstücken – wenn überhaupt – viel zu süß).

Dennoch, „bassotto“ spricht sich schön. Sehr schön sogar.
Sagen Sie es ein paar Mal, und ich möchte wetten, es geht Ihnen ähnlich: bassotto, bassotto, bassotto. Ist das nicht klangvoll?!? Aus dem Wort sprüht förmlich der Vorwitz, das Kecke, das gesamte Mutig-Schlawinerhafte hervor, das dem Dackel zueigen ist!
Hören Sie es auch? Na, mit Sicherheit!

Ich beschloss also, Milde walten zu lassen und der italienischen Sprache die (ihr von mir etymologisch unterstellte und wahrscheinlich sowieso verkehrte) „tiefergelegte Acht“ nicht weiter nachzutragen, denn dieser kleine Hund ist ja tatsächlich von etwas spezieller Statur und meinetwegen kann man die auch als „tiefergelegt“ bezeichnen, so lange ein so schönes Wort wie „bassotto“ dabei rauskommt (und die Acht gilt je nach Kultur oder spiritueller/religiöser Richtung als heilige, harmonische oder glücksbringende Zahl, ist also auch nicht so verkehrt).

Pippa, unterwegs in den Pragser Dolomiten.

Am Südufer des Pragser Wildsees.

Bassottto stanco (auf Ottomane gebettet).

Il bassotto più bello e sportivo del mondo.
La mia amata Pippa.

Sehen Sie mir die emotionalen Superlative bitte nach.
Diese permanente Bergsonne und die gute Höhenluft setzen die Endorphine einfach kübelweise frei.
(Nie für möglich gehalten, welch extrem große Liebe man für einen so kleinen Hund empfinden kann!)

Mit den herzlichsten Grüßen aus Südtirol
Ihre Kraulquappe & ihr bassotto.

 

PS: Und sonst so? Immer noch schön hier.

PPS: Zwei touristische Anmerkungen noch, damit nicht wieder irgendwer darüber lamentiert, dass es hier zu sehr hundelt.
1. Der Pragser Wildsee wird meiner Meinung nach ziemlich überschätzt. Er ist keinesfalls schöner gelegen als der Eibsee, gleichwohl die Dolomiten rundum ein klein wenig spektakulärer daherkommen als das Wettersteingebirge. Und farblich kann der Walchensee locker mithalten – oder auch der Sylvensteinsee. Sparen Sie sich dieses Ziel also in der Hauptsaison. Es war bereits wochentags bei 11 Grad in der Nebensaison gut besucht, ein sonniges Wochenende im Juli möchte man sich da gar nicht erst vorstellen. Mit etwas Glück erwischen Sie dort in der Nebensaison Momente, in denen Sie auf den Wanderwegen in den Seitentälern des Sees oder sogar auf dem Rundweg um den Pragser Wildsee kurz alleine sind.
2. Besuchen Sie lieber die nicht so hervorgehobenen und nicht über alles gepriesenen Destinationen im Hochpustertal. Eine verrate ich Ihnen: das Gsierser Tal. Ich liebe Sackgassen in der Natur, alpine Endstationen (wir berichteten hier). Orte, an denen es nicht weitergeht, verkehrstechnisch. Parken Sie in St. Magdalena beim Talschluss-Häusl. Und suchen Sie sich dann eine der vielen tollen Almen-Wanderungen aus. 700 Höhenmeter hat man da schnell beieinander, spaziert dann bei herrlichem Weitblick auf über 2.000m herum, trifft (selbst Anfang Oktober) auf eine bewirtschaftete Alm nach der anderen und kann so völlig japanerfrei und abgeschieden einen ganzen sonnigen Herbsttag verbringen. Trinken Sie lieber ein Achtel Roten als ein Weißbier (das in ganz Südtirol deutlich teurer ist als in ganz München), als Grundlage empfiehlt sich vorher vielleicht eine Portion Schlutzkrapfen oder ein Kaiserschmarrn. Danach noch einen Kaffee und einfach mal ungestört geradeaus gucken.

Every Saga ends oder: Weihnachten ist jetzt schon geritzt.

Der Gatte, in einem seiner Nebenjobs Serienbeauftragter, hat soeben die frohe Kunde überbracht: Saga Norén kommt zurück!

Das jähe Ende der 9 Staffeln „24“ hab ich mittlerweile verwunden (bzw. durch Kiefer live in concert ersetzt), der Tod von Peter Quinn ist hingegen für immer und ewig unverdaulich und unverzeihlich, aber wenigstens ist er mittlerweile 9 Monate her und die Zeit heilt doch so manche Wunde (der Serienbeauftragte teilte mit, dass er auch die neue Homeland-Staffel bereits vorbestellt hätte – nun gut).

Pünktlich zu Weihnachten werden wir also Saga Norén in der 4. Staffel von „Die Brücke“ wiedersehen und auch wenn’s wohl definitiv die letzte sein soll (Untertitel: „Every Saga ends“) – ich freu mich!

Nickerchen vor 4-Sterne-Kulisse.

Mit der Beschränkung aufs Allernötigste, was Frauchen und Wauwauchen halt so benötigen für 4 Tage in der Fremde…

…sind das Dackelfräulein und ich heute Morgen in München losgedüst Richtung Berge.

Das angebliche 4-Sterne-Hotel empfängt uns mit verhaltener Tiroler Freundlichkeit, dafür aber einem erstklassigen Panoramablick aus unserem Turm-Zimmer:

Zur einen Seite das Karwendel, zur anderen die Haller Altstadt mit den Tuxer Alpen im Hintergrund. Wau!

Da kann man nicht meckern und sieht gnädig über den nicht geleerten Mistkübel und die Bartstoppeln des Rauhaardackels oder Geschäftsreisenden, der vor uns hier logiert hat, hinweg.

Machen wir also noch ein kleines Nickerchen mit Aussicht hinüber zur Bettelwurfhütte, über die ich einst, als ich noch jung und topfit war, die dritte Etappe meiner Alpenüberquerung ging und von dort ins Inntal hinabstieg…

…und freuen uns auf die Delegation, die uns nachher in der Lobby zur Stadtführung abholen wird.

S’Glück is a Vogerl…

… – wie’s in Österreich so schön heißt – und in diesem Sinne fliegen wir morgen dann mal los zu unserer kleinen Pressereise nach Tirol, wo wir auf ein paar schöne Tage, Erlebnisse, Eindrücke und Fotos hoffen, so dass im Anschluss ein feiner Artikel draus werden kann.

Das Fräulein in Vorfreude auf die Bellness-Oase.

Das Rad des Lebens dreht sich recht munter im Moment, größere Loopings brauch‘ ich dieses Jahr allerdings (nach allem, was so war und ist) keine mehr…

…irgendwelche Höllenfahrten schon gleich gar nicht…

…stattdessen gucken wir lieber der Lebensfreude unters Röckchen…

…oder bei einem Glaserl Gerstensaft in den Himmel der Bayern oder der Tiroler hinauf.

Slogans, die man sich zu Herzen nehmen sollte.

Sie hören von uns & haben auch Sie einen freudigen Wochenstart!

Wacken (Open Air) und andere Wasserfreuden.

Strasbourg.

Ein kleines Paradies, dieses Städtchen: durchzogen von verwinkelten Gassen, idyllischen Wasserwegen, blühenden Uferpromenaden, französischem Flair, gelungenem Stilmix aus Alt und Neu, unendlich vielen schönen Brücken. Und als Sahnehäubchen das Piscine du Wacken, ein Freibad vom Feinsten, für erfrischende 4€ Eintritt!

Straßburg.

Schwaden von stinkendem Munsterkäse durchziehen die Altstadt, ein Glas Bier ist in vielen Lokalen teurer als in Kopenhagen, überall stolpert man in rotblinkende Poller und astronomisch hohe Parkgebühren gefährden die Urlaubskasse (geschicktes System übrigens: Anfüttern mit 1 harmlosen Euro für 3 Std, danach wird ein Tagessatz von 35 bis 54€ fällig – die spinnen, die Franzosen!).

Verkraftbar aber, muss man halt ein bisserl flexibel damit umgehen: im Lokal je nach Geruch/Windrichtung mehrfach den Tisch wechseln, Wein trinken, ganztags die Sonnenbrille aufsetzen und den Parkautomaten zweimal täglich schamlos austricksen.
Ach ja, und Obacht vor adebarischem Overkill – in der Altstadt ist dem nur schwer zu entkommen!

Storchenwahnsinn überall in der Stadt.

Fazit: Ein absolut lohnenswertes Ziel für eine erholsame Städtereise. Am besten zu bereisen im Sommer und am allerbesten mit einem all-inclusive-Gutschein im Gepäck.

Auf der Passerelle des Deux Rives.

Meinen herzlichsten Dank an T. für das prima Geschenk – und sind wir doch mal ehrlich: ein Trip in ein Landhotel an der Mosel oder ins Schwabenländle, so wie du’s zunächst im Sinn hattest, hätte da niemals mithalten können, nicht wahr?

Ich hoffe, du bist gut heimgekommen und deiner Hüfte geht’s dank des ausgiebigen Schwimmens und des drei Tage hintereinander (locker) erreichten Schrittzahl-Highscores nun besser, und falls nicht, gönn‘ dir mal etwas Ruhe und hau‘ dich gemütlich mit einem Flammkuchen auf die Couch.
Von Dr. Oetker gibt’s hierzulande ’nen recht preiswerten, hab‘ ich gehört. Sogar ohne Munstermief.

Flammkuchen in der sozialverträglichen Variante.

In 4 Jahren, zum 50., dann wie gesagt gern Vancouver, Kapstadt oder Sydney, bis dahin tun’s natürlich auch Tickets für einen Bruce-on-Broadway-Abend (evtl. pünktlich geschickt, damit wir da etwas mehr Vorlauf haben als diesmal?).

Greetings from Munich! 😎
Deine N.

Across the border oder: Auf eine Wassermelone.

In der proppenvollen Arena unterhielt M. wie immer die Leute um uns herum. M. hatte diese Gabe, alle, die sich in seiner Nähe befanden, in Gespräche zu verwickeln. In lockere, zwanglose, meist sogar amüsante Gespräche. An seiner Seite konnte man gar nicht anders, als daran zu partizipieren, zumindest in Situationen, in denen man unter den vorderen 1.000 in einer Arena eingepfercht war, folglich sowieso nicht hätte fliehen können und das auch gar nicht wollte, weil man ja freiwillig und gern dort war, um an einem wundervollen Sommerabend auf den Beginn einer drei- bis vierstündigen musikalischen Messe zu warten.

An einem solchen Abend lernte ich dank M. vor fünf Jahren T. kennen. T. stand links von uns und versuchte, mit einem etwas schwachen Edding ein Request-Plakat zu bepinseln. Ich half ihm dabei. Am Ende stand „Local Hero“ auf der Pappe. Ich stutzte kurz und dachte mir: „Sieh mal an, ein Song, dem du bislang nie irgendeine Beachtung geschenkt hast – und für den ist das sein allergrößter Wunsch…“.
Bruce schenkte dem Plakat leider ebenfalls keine Beachtung, was aber angesichts der Tatsache, dass die Fan-Gemeinde an dem Abend das weltbeste „Back in your arms“ zu hören bekam, auch völlig egal war (ich denke, auch für T.). Bei „Thunderroad“ tauschten wir Telefonnummern und Mailadressen aus, er wollte mir seinen Video-Mitschnitt von „Back in your arms“ schicken (damals hatte ich noch kein Smartphone, was für T. unbegreiflich war).

Fortan schrieben wir uns drei Jahre lang Mails (Sie machen sich keine Vorstellung davon, was es unter Fans alles auszutauschen gibt!) und 2016 sahen wir uns schließlich bei der nächsten Tournee wieder. München, Olympiastadion: ich mit Kalkschulter, dem Gatten und M., er mit Sohn und ebenfalls gesundheitlich etwas angeschlagen.
Eine echte Fanfreundschaft hat natürlich Potenzial (trotz aller Gebrechen und Distanz), so viel ist schon mal klar. Blöd wird’s nur, wenn der gemeinsam verehrte Held seit anderthalb Jahren ausschließlich am Broadway herumtingelt und herumsingt, und nicht abzusehen ist, ob er a) in absehbarer Zeit mal die Freude daran verlieren wird und b) dann gleich die nächste Welttournee in Angriff nimmt, so dass sich wieder ein gemeinsames Konzerttreffen ergäbe.

Und bei den 500km, die zwischen meiner und T.s Heimat liegen, kann man halt nicht einfach mal „auf einen Kaffee gehen“.
Ein Wiedersehen stand also seit 18 Monaten in den Sternen. Wir mailten tapfer weiter.

*****

Als sehr klug hat es sich übrigens erwiesen, neulich aus einer Laune heraus eine „Nachfrist“ für Geburtstagspräsente zu verkünden.
Denn andernfalls hätte sich T. wohl im Leben nicht getraut, einer Pünktlichkeitsfanatikerin mit einiger Verspätung noch diesen netten Gutschein für eine kleine Butterfahrt zukommen zu lassen.

Als der Gutschein vor ein paar Wochen eingetrudelt war und ich all das Kleingedruckte, das es bei derlei Butterfahrten oder durch Rubbellose gewonnenen Kurzurlauben ja stets akribisch unter die Lupe zu nehmen gilt, ausgiebig studiert hatte, fand ich die Sache dann (bis auf die halbe Wassermelone) doch einigermaßen vertrauenserweckend, so dass ich beschloss, in die detailliertere Planung einzusteigen.

Erstmal folgte allerdings eine Ernüchterung. Es stellte sich nämlich heraus, dass T. nur noch an genau 5 Tagen im August Zeit haben würde – und da der Gutschein ja bloß drei Wochen gültig ist, musste da Einiges hin und her geschoben und eilig mit dem Gatten koordiniert werden. So ist es ja immer bei diesen Pseudo-Schnäppchen und den geschenkten Gäulen: der Teufel steckt im Detail.

Und nicht nur terminlich, auch räumlich bin ich T., der tief im Südwesten lebt, deutlich entgegengekommen. Damit er nur ein Training versäumt. Ja, allen Ernstes, das war auch so eine der Vorgaben! Dabei darf er selbstverständlich stattdessen mit mir trainieren, wenn auch Schwimmen nicht so sein Ding ist, aber mei, so ein Fußballer kann seine Wadln ja durchaus auch mal ins Wasser bewegen.

T. versuchte zunächst noch perfide, Werbung für ein landschaftlich und preislich idyllisches Landhotel an der Mosel oder im Schwabenländle zu machen, aber keine Chance: Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und das Saarland schloss ich von vornherein rigoros und aus zutiefst empfundenen Vorurteilen aus. Im Gutschein stand schließlich ausdrücklich drin, dass es ein Ort meiner Wahl sein dürfe. Nachdem ich T. dann mit der Steiermark, dem Salzkammergut oder gar Wien – „mal so als erste Überlegung eines möglichen Zieles“ – geschockt hatte, war er schlussendlich geradezu selig, als ich mit der Frankreich-Idee um die Ecke gebogen kam: „Wie wär’s denn mit Straßburg?“
Für ihn sind’s nur anderthalb Stunden mit dem Auto, für mich eine hoffentlich hübsch klimatisierte Zugfahrt unter vier Stunden und anschließendem Shuttle im hoffentlich krümelfreien Auto vom Straßburger Bahnhof zum Hotel.

Auch bzgl. der Hotelwahl verhielt ich mich äußerst entgegenkommend, habe von wirklich reizenden Schloss- und Boutiquehotels sowie noblen 5-Sterne-Palästen Abstand genommen (obwohl’s mich ja mal interessiert hätte, wie es da so ist) und einfach was Solides und Freibadnahes gewählt. Straßburg hat nämlich ein architektonisch äußert schickes Bad mit 50 Meter-Becken, das sollte man sich nicht entgehen lassen, wenn man schon mal dort ist. Nach einer kurzen, von T. initiierten Diskussion, ob im angedachten Hotel evtl. auch zwei Einzelzimmer mit Durchgangstür in Frage kämen (weil einen Zacken billiger), wurden dann zwei Doppelzimmer zur Einzelnutzung und ohne Verbindungstür gebucht. Es geht nix über ein eigenes, unbeengtes Zimmer mit nur einem Zugang, da bin ich strikt. Wir sind ja nicht auf der Berghüttn! Außerdem teile ich mir ungern Badezimmer mit Männern (den Gatten mal ausgenommen).

Dafür, so sagte ich zu T., verzichte ich auch auf die im Gutschein aufgeführte halbe Wassermelone. Ich hasse nämlich Obst, aus dem man Kerne entweder umständlich rauspopeln muss oder die Dinger einem nach Verzehr zwischen den Zähnen klemmen.
Auf Antibrumm Forte, das in den Gutscheinleistungen inkludiert ist, da T. weiß, dass Abende mit mir zum Horrortrip werden können, wenn auch nur eine einzige Mücke vorbeischwirrt, verzichte ich ebenfalls, da ich mitten in der Stadt nicht mit solchen Mückenhorden rechne wie sie mich in einem Landhotel an der Mosel überfallen hätten. Zum Ausgleich darf T. die Tourismusabgabe, die zum Übernachtungspreis hinzukommt, übernehmen (Antibrumm Forte wäre sowieso viel teurer gekommen – vielleicht ist da jetzt sogar noch ein Croissant drin, wir werden es sehen).

Jedenfalls ist nun alles geritzt & gebucht und das auch schon seit zwei Wochen und sofern die Gleise nicht von der Hitze geschmolzen sind oder „Nadine“ irgendwelche Oberleitungen auf der Alb beschädigt hat, geht’s dann morgen los.

Lieber T., danke für das prima Geschenk – ich freu mich sehr auf unsere Butterfahrt, sei pünktlich am Bahnhof, gern auch direkt am Bahngleis (du weißt ja, das Gepäck & mein Ellbogen sind keine gute Kombination), leg den richtigen Bruce in den CD-Player, vergiss die Badehose nicht und lass bloß diese unsägliche Wassermelone daheim!

Il ne faut pas laisser croitre l´herbe sur le chemin de l‘amitié.

In diesem Sinne: See you tomorrow in Strasbourg!

*****

Tonight my bag is packed
Tomorrow I’ll walk these tracks
That will lead me across the border

Himmel der Bayern (43): Aussichten.

…und während man da so saß und nach fast 1.200 Hm Aufstieg bei einem der schönsten Rundumblicke, die Oberbayern zu bieten hat, etwas ausdampfte, da flatterte unbemerkt eine Email herein, eine Einladung von einem österreichischen Tourismusverband, die einen alsbald nach Tirol führen wird.

Das Dackelfräulein und ich werden eine Pressereise machen! Inklusive Besuch einer Bellness-Oase – allein der Name der Lokalität tröstet darüber hinweg, dass das Beauty-Treatment dort nicht mir zuteil wird.

Dafür darf ich bestimmen, ob wir in den Tuxer Alpen wandern möchten oder im Karwendel oder beides und wann & wo man uns die Brettl-Jause kredenzen darf. Es gibt wahrlich unangenehmere Dienstreisen!

(@Tourismusverband Nord-Jütland: Anfang September hätt‘ ich wieder freie Kapazitäten – das Dackelfräulein dürstet es seit Langem danach, die Strände bei Skagen zu erkunden und kostenlos umzugraben, meldet euch einfach!)

Bathing beauty.

Als Nr. 1786 von 2000 grad im rechten Moment angekommen. Sind ja nur 6 Minuten mit dem Radl vom Freibad bis zum Fußballplatz.

Merke:

Läuft der FC Bayern am Birkenmoos ein, hast du’s Freibad für dich allein.

Ein Sommerferientag wie im Bilderbuch und wie ganz früher mal, als man noch im Badeanzug und mit nassen Haaren durch die Gegend radelte.

Song des Tages (20) oder: Zoom!

Um es kurz zu machen: Mein Geburtstagsgabentisch gab mir ein wenig zu denken.

Dackelkärtchen, Snoopy-Geschenkpapier, Ottifanten-Post (und vieles mehr, was ich aus Diskretionsgründen hier lieber erst gar nicht hier abbilde). Das reißt dann auch der erwachsen anmutende Alessi-Salzstreuer im Hintergrund, den mir der Papa vor 20 Jahren schenkte, nicht mehr raus.

Kindergeburtstag!

Tja, und die Inhalte erst!

Bis auf eine edle Schweizer Jahresvignette und zwei formschöne Teegläser entstammte eigentlich das gesamte Präsentsortiment der Rubrik „Was ich mir schon immer zwischen 10 und 18 wünschte, mir aber damals leider keine Sau schenkte“.

Dann wird das eben jetzt, mit 46, nachgeholt. Recht so. Packen wir also all die feinen Sachen in die neue Strandtasche, die einem zugedacht wurde, trinken noch einen Tee (vielleicht einen Him-Bär-Tee für Kinder?) und fahren dann an den Zürichsee (@Freundin H.: nein, das ist jetzt noch nicht fest geplant, aber immerhin schon mal ernsthaft bedacht, nun, da die Wohnung allmählich fertig ist), wo wir auf dem aufblasbaren grünen Krokodil, das ich zum 42. bekam, über die Wellen wuppern.

Mit 46 endlich die Badetasche, die ich mir schon vor Jahrzehnten gewünscht habe!

Meinen herzlichen Dank an all jene, die mich hartnäckig für so jung halten, wie ich es schon seit 30 Jahren nicht mehr bin.
Und bei allen anderen bedanke ich mich hiermit noch- oder erstmals für Post, Päckchen, Blog-Kommentare, Mails, Whatsapps, SMS und bei denen, die die neue Adresse noch nicht ausfindig machen konnten, schon im Voraus für alle Geschenke, die noch nachträglich eintrudeln (Annahmeschluss ist der 13. August 2018).

In zeitloser Frische und kindlicher Freude grüßt Euch mit dem Song des Tages –
Die Kraulquappe.

Fast fertig.

Vier Tage am Stück mit dem Handwerksfreund. Und ich muss sagen: Die Zusammenarbeit lief wie am Schnürchen!

Das erste Stimmungshighlight war die Entfernung eines Waschbeckens und einer Armatur, deren Anblick ich Ihnen erspare, das Drumherum dürfte schon genügen:

Es war eine Wonne, die zerkratzte, viel zu wuchtige Arbeitsplatte in kackbraun endlich in mehrere Teile zersägt zum Wertstoffhof zu fahren und eigenhändig in den Container zu pfeffern!

Am Mittwochnachmittag, während Deutschland die WM vergeigte, verneigte sich der Handwerksfreund ein letztes Mal vor dem Siphonregal im Baumarkt – derweil ich auf einer Werkbank saß, Effi-Briest-mäßig mit den Beinen baumelte (wenn schon die Seele derzeit nix zu baumeln hat) und 20 Minuten zur freien Verfügung genoss.

Einen sauguten Tipp hätte ich da übrigens für Sie, falls Sie auf Männersuche sind. Wenn Sie gern einen hätten, dem Fußball wurscht ist und der trotzdem ein echter Kerl ist Ihnen stattdessen die Terrasse neu fliest oder Ihre Küche schick umbaut, dann gehen Sie einfach an einem solchen Nachmittag (Achtelfinale WM oder sowas in der Art) in den Baumarkt. In sehr übersichtlicher Atmosphäre (auch Parken ist da kein Problem) können Sie dort die in Frage kommenden Kandidaten in aller Ruhe beobachten. Es sind nicht viele, aber das erleichtert das ganze Wählen & Entscheiden ja sogar, wenn das Angebot mal nicht ausufert, sondern gleich aufs Wesentliche eingedampft ist.

Der Geburtstag kann jedenfalls kommen, denn das neue Bad (= der Einbau einer schönen Sanitärkeramik samt Wasserhahn, Handtuchhalter und Waschtisch), das ich mir gewünscht habe, ist nun fertig. Es plätschert so fein aus dem Perlator auf den Handrücken, dass man mit dem Händewaschen gar nicht mehr aufhören mag! Der Gatte wird Augen machen, wenn er von seiner Tagung heimkehrt!

Überm Esstisch hängt jetzt die Pendelleuchte, überm Sideboard endlich wieder wie eh und je der Lump vom Pablo, das neue Küchenregal hat an allen relevanten Stellen Kantenschutzleisten bekommen, auf dem Wannenrand thront eine neue Duschtrennwand ohne Schimmel und verranzte Plastikkanten und schließlich knöpfte sich der Handwerksfreund noch intensiv den Balkon vor, seinen Hauptarbeitsraum der letzten sechs Wochen.
Dort lagen so viel Sägespäne rum, dass man den Holzboden nur noch schemenhaft erkennen konnte (wenigstens wurden die diversen Überbleibsel der Vormieter – Zigarettenstummel, Kronkorken, Wattestäbchen etc. – entsprechend gut darunter begraben).

Diese Elendsarbeit war wirklich kaum mit anzusehen, da ich aber das Dackelfräulein zu einem Arzttermin kutschieren musste, konnte ich mich zeitweise im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Staub machen. Unterwegs dann sogar die Bestätigung, dass das so schon alles seine Richtigkeit hat…

…und man mal ohne schlechtes Gewissen Kundin sein sollte.

Zumal man ja auch diesmal alles tat, um den fleißigen Handwerksburschen bei Laune und Kräften zu halten…

…eine Fäschprr jagte die nächste – warm, kalt, salzig, süß – alles geboten!

Und noch ein Tipp: Seien Sie stets gut zu Handwerkern, das zahlt sich absolut aus. Vor allem zu denen, die Sie länger an der Backe haben als ein Stündchen oder zwei.
So ein Streuselkücherl oder Südtiroler Schinkenbrettl zur rechten Zeit – und schon flutscht der Hobel wieder flott über die Holzfliesen und Sie haben nachher einen 1a-Balkonboden.
Kochen Sie Kaffee im Stundentakt, räumen Sie das große Gemüsefach Ihres Kühlschranks gleich vorweg aus und füllen Sie es mit 7 verschiedenen Biersorten, so dass immer eine Auswahl vorhanden ist (variieren Sie diese ruhig auch von Tag zu Tag, erst recht, wenn Sie in einer Hopfenhochburg leben).
Auch ein eigenes Handtuch für Genosse Handwerker ist kein Fehler, sofern Sie Wert drauf legen, Ihre Küchentücher frei von gelblichen Holzstaubstreifen oder Silkonresten zu halten. Und setzen Sie sich in den Pausen ruhig auch mal dazu, ein bisserl Ansprache und Gesellschaft tut dem schwer schuftenden Manne nach seinem einsamen Gewerk durchaus gut und ganz nebenbei können Sie dabei die nächsten Punkte Ihrer To-Do-Liste in entspannter Atmosphäre an- und besprechen (Männer hassen es, mitten in der Arbeit angesprochen zu werden, bei einem Stück Kuchen sind sie hingegen deutlich zugänglicher). Verweisen Sie überhaupt stets auf die nächste Mahlzeit, das motiviert und lässt auch den Blick auf die Uhr nicht in Vergessenheit geraten. Sonst wird’s nämlich schnell mal 22 Uhr bis die Silikonkartusche aus der Hand gelegt wird und Sie Ihre vier Wände dann nur noch ein Stündchen für sich haben, bevor Sie todmüde ins Bett kippen und es wenige Stunden später schon wieder an der Tür schellt, weil sie ja gern früh loslegt, diese Zunft.

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Wir verabschieden uns hiermit geschafft, aber hochzufrieden ins Wochenende, das wir mit der Endreinigung der alten Wohnung und dem nachfolgenden Übergabetermin derselben zubringen werden. Dem Himmel sei Dank, dass wir dann nur noch eine Wohnung in dieser schönen Stadt unterhalten müssen und dem Handwerksfreund sei Dank, dass diese mittlerweile wirklich wunderbar ausschaut und wir hier fast fertig sind.

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Bis dann in anderthalb Wochen zum Endspurt, lieber Herr Speed, erholen Sie sich gut und grüßen Sie Dr. Schmitt herzlich von uns, der hier ebenfalls – Sie werden’s vor lauter Gewurschtel vielleicht nicht mitbekommen haben!? – eine äußerst nette Zeit hatte, sowohl mit dem Dackelfräulein als auch mit dem Gustl (der übrigens ein Loch am Hals, ein Wackelauge und einen lockeren Fuß hat, das müsste mal repariert werden 🙂 ).