Himmel der Bayern (48): Dem Licht entgegen.

„Na endlich mal wieder ein artgerechter Ausflug!“

Versprechen gehalten.
Aber ein Aufraffen war’s schon, in dem Zustand.

Vom Kiosk „Steg 1“ in Possenhofen zur „Wirtschaft zum Häring“ in Tutzing – 7km hin und 7km zurück – mit Hund, mit Fußbad, mit Infekt, mit Einsichten, mit Aussichten, mit schwerem Kopf vor allem,…

…aber Hauptsache, Fräulein Hund hatte ihren Spaß (und meist gibt sie mir ja auch ein Stückchen davon ab).

 

Schon das Leben ist ja kurz…

…aber das Jetzt ist wahrlich noch kürzer.

Ein langer Spaziergang mit dem Dackelfräulein durchs Isartal: Zum Auslüften der Atemwege nach der Chlorbleichenhölle. Zur Nervenberuhigung. Zum Innehalten.

Kalt isses geworden.

Danke an D., für gestern.

Warum ich so froh bin, wieder im Herzen der Stadt zu leben.

Man hat beim Gassigehen einfach interessantere Begegnungen als am Stadtrand.

Von Poleposition und Schwellenwerten.

Am Wochenende schnell noch etwas Körper- und Seelenhygiene betrieben, so als innere und äußere Prophylaxe für das nun Anstehende.

Mit Mütze, Handschuhen und dem Fräulein in dichter Nebelsuppe hinauf zur Buchsteinhütte…

…die uns Tee und Guglhupf spendet bevor wir wieder hinabhupfen ins Tal…

…wo wir den Papa besuchen, der uns zum Küchen-Kehraus in ein Kreuther Lokal ausführt…

…und „Kehraus“ steht hier keinesfalls für schnödes Reste-Essen, sondern für vier Gänge Augen- und Gaumenschmaus, damit verabschiedet sich das Lokal in die Betriebsferien.

Gut durchgelüftet und gesättigt und nach einem wunderbaren Abend zu zweit mit dem Papa dann zurück nach München, dort alles vorbereitet für „Handwerksphase, die Letzte“:

Utensilienkisterl für den Handwerksfreund.

Die neue Woche beginnt um 7:13 Uhr mit dem Hämmern des Polen (heute ausnahmsweise nur Lolek, seinen Bruder Bolek hat er daheimgelassen – „Türschwellen is nix Arbeit für zwei“, achso ist das).

Runderneuerung: Schwellen, über die einen dann eh keiner trägt, aber wenigstens reißt man sich künftig nicht mehr die Socken dran auf.

Ich koche Kaffee.
Der Gatte trinkt ihn schwarz. Lolek mag ihn mit Milch, genau wie ich. Der nachher anreisende Handwerksfreund nimmt Milch und Zucker, und zwar reichlich. Wie der Jalousien-Reparateur, der dann auch noch vorbeischneien wird, den Kaffee präferiert, weiß ich noch nicht.
Man sollte eine Excel-Tabelle anlegen, zur besseren Verwaltung der Handwerkervorlieben und -nummern und -termine, mit Filter, versteht sich (nicht für den Kaffee oder die Kippen, sondern zur Sortierung).

In der Poleposition: Keine Lebkuchenhausverzierung, sondern beeindruckende Türschwellenklebekunst.

Es soll ja Menschen geben, die bestens damit zurechtkommen, wenn ihr Zuhause sich temporär in eine Baustelle verwandelt und die mühelos in der Lage sind, sich währenddessen bereits vorzufreuen auf die Reaparaturen, Erneuerungen, Verschönerungen und Verbesserungen, die irgendwann (hoffentlich) aus der Baustelle resultieren.
Mich strapaziert sowas leider überwiegend: Krach in den frühen Morgenstunden, all die strengen Gerüche, überall Staub und Dreck, von den diversen Kollateralschäden, die ja fast immer entstehen, mal ganz zu schweigen (in so einem Altbau gibt es kaum ein Handwerksgewurschtel, das nicht noch irgendeine weitere, natürlich ungeplante Arbeit nach sich zöge wegen bröselnder Wände, brechender Hölzer, idiotisch verlegter Leitungen oder sonstigen Verfallserscheinungen, mit denen kein Mensch vorher gerechnet hat).

Ich sollte mir eine Scheibe abschneiden von Loleks Gleichmut („Isse irgendeine Problem, musse eben lösen!“) oder von Pippas Perspektive auf das Ganze („Ui, lustige Holzresterl und feines Werkzeug, damit kann man ja toll spielen, und der nette Mann kniet ja eh schon spielbereit am Boden!“).

Für die nächsten 11 Tage wäre das die ideale Einstellung.

Auch Ihnen einen gelingenden Wochenstart und allzeit den richtigen Kaffee dazu.
Die Kraulquappe.

Der Große Heiner oder: Panta rhei.

Zum mexikanischen „Tag der Toten“, der zugleich der „Schnitze-einen-Kürbis-Tag“ sowie der „Wolfgangstag“ und nebenbei auch noch der Reformationstag war, besuchten wir nach Langem mal wieder den Großen Heiner.

Das Dackelfräulein liebt den Weg zum Großen Heiner. Von Grünwald im Isartal geht’s durch raschelndes Laub am Hochufer entlang, dann auf verschlungenen Pfaden durch schönste Wälder hinab zum Fluss.
Dort unten hat man die Wahl zwischen Trampelpfaden, die durch urwald- und sumpfgebietsähnliche Vegetation führen, normalen Waldspazierwegen, Pfaden am Rande der Isarkiesbänke entlang und diversen kleinen Nebenwegen.
Die kleine Hundemadame wetzt immer vorneweg – es ist genau ihr Terrain: Zwischendurch ein vermooster Hügel mit freiliegendem Wurzelwerk, an dem man herumnagen und -zerren kann oder sandige Löcher, wie gemacht für die Dackelschnauze und die grabefreudigen Vorderläufe. Bächlein und Rinnsale, über oder durch die man beherzt hindurchhüpfen kann, während der Zweibeiner wie ein zittriger Idiot über den Baumstamm stelzt, der von einem Bachufer zum anderen führt und bei jedem Schritt leicht wippt.

Flussaufwärts marschieren wir gute 5 Kilometer, bis wir ihn aus der Isar hervorlugen sehen: den Georgenstein, früher mal „Großer Heiner“ genannt, was uns besser gefällt als die Benennung nach Sankt Georg, weil wir’s nicht so mit den Heiligen haben und mit Drachentötern schon gar nicht.

Ein Seelenort, dieser Felsblock mit seinem Blechheiligen darauf, nur über den steinernen Damm zu erreichen.

Wir setzen uns auf einen der großen Steine und lauschen dem heimatlichen Fluss, der hier nicht wild tost, sondern ruhig dahingleitet.
Alle 10 Sekunden ein tiefes, sanft murmelndes Gluckern, das durch eine klitzekleine Stromschnelle dank der Vertiefung neben einem den Damm begrenzenden Felsen entsteht.

Ein guter Ort, um den Arztbesuch vom Vortag sacken zu lassen und sich zu sammeln für den grauesten aller Monate, in dessen Mitte aber wenigstens unsere Türen in neuem Glanz erstrahlen werden.

Alles ist im Fluss (aber manches geht halt auch den Bach runter, wie’s scheint).

Die nächsten beiden Wochen betreue ich hier in erster Linie Handwerker, unterwerfe mich einem strengen Zeitplan, sauge Schleifstaub und anderen Dreck weg, erteile Anweisungen, lobe hier und meckere dort, koche Kaffee, trage Eimer und Folien zum Wertstoffhof, flüchte mit dem Dackelfräulein vor den Lackdämpfen in den Novembernebel, rücke höchstselbst den ersten Vorboten des Fugenschimmels im Bad mit einem Ghostbuster-ähnlichen Equipment zuleibe und erstelle – vermutlich mit Atemmaske am Schreibtisch sitzend – die längst überfällige Steuererklärung.

Selten zuvor ist es mir derart geglückt, alles Grauen in einen Monat zu packen und ausgerechnet auch noch in den, der sich dafür am allerbesten eignet!
Je nach Stimmungslage werde ich Sie ein bisschen daran teilhaben lassen.

Auch Ihnen einen wunderschönen November & lassen Sie doch mal hören, wie Sie diesen Monat so gestalten.

Herzlich grüßt Sie –
Die Kraulquappe.

Viertelliebe.

Gelesen…

…getan.

Die Teesalonsaison ist eröffnet.

Jetzt haben wir ja das tolle Café Erika um die Ecke. Liegt praktischerweise auf dem Weg zur Schneiderei, in die ich heut‘ eh muss.

Dylan dudelt dezent durch den Raum, am Nebentisch schreibt ein dürrer Student an seiner Seminararbeit über Foucault, die skyrbedeckte Walnussbombe schmeckt super, das Dackelfräulein kaut ein Würschtl. Draußen regnet’s und stürmt’s.

(Zeit, sich ein wenig Winterspeck zuzulegen, damit’s einen weniger fröstelt. Dass ich mal so einen Satz schreiben würde, ts.)

Himmel der Bayern (47): Herbsttag mit Hund.

Frauchen, es ist Zeit,
Der Berg heut‘ war sehr groß.
Leg meine Matte auf den Hüttenboden
Und auf den Weiden lass die Rinder los.

Befiehl all meinen Näpfen voll zu sein,
Gib ihnen die Chance zu füllen meinen leeren Magen,
Dränge sie zur Überbordung hin auf dass ich jage
Die letzte Gemse in den Wald hinein.

Wer jetzt keine Paus‘ macht,
Braucht auch keine mehr.
Wer jetzt an der Lein‘ ist,
Wird es lange bleiben.
Wird wachen, bellen, sehr viel Unfug treiben.
Und wird träumen, auf Bergsteigen rauf und runter rastlos zu wandern
Während die andern im Tale weilen.

(Mal ein bisserl gerilkt, auf dem Heimgarten sitzend, so nach leichtem Weißbier & schweren 1.100 Höhenmetern, zur Feier des Saisonendes hier heroben.)

Tre Cime di Lavaredo oder: Umrundung mit Verwundung.

Die Drei Zinnen.

Wenn man sich grad am Unverwundbarsten und Fittesten fühlt und also am Allerwenigsten damit rechnet, haut’s einen auf die Fresse. So ist das im Leben – und auch im Gebirge.

Allein das Dackelfräulein hat die Umrundung der Drei Zinnen unbeschadet überstanden. Überhaupt bewegt sich so ein Hund einfach geschickter als ein Zweibeiner und gerät dank seines Allradantriebs auch nicht gleich ins Schlingern, wenn er am 4. Oktober auf 2.400 Meter Höhe vom ersten Schnee des Jahres überrascht wird – im Gegenteil: er wirft sich voller Wonne hinein, kühlt sich den Pelz und surft erfrischt und munter auf allen Vieren geschickt die Schneeschneisen hinab.

Das Fräulein freut sich über den ersten Schnee des Jahres.

Und wir?
Der Gatte, vor lauter Wärme dort oben mit hochgekrempelten Ärmeln und ausnahmsweise mal ohne Trekkingstöcke unterwegs (ist ja nur ein poplige Umrundung, dachten wir uns), stürzt in einer verschneiten Serpentine und schlägt sich am Dolomit den Unterarm auf. Mit einem schicken Verband aus geeistem Taschentuch mit Gassisackerl ummantelt (damit das Blut nicht rausrinnt) und alles von außen noch mit meinem Stirnband fixiert, wird weitergegangen.
Mich haut’s eine halbe Stunde später saublöd nach hinten um, als ich aus der grellen Sonne in den Schatten trete, mich dort zu schnell in die Hocke begebe, um die Drei Zinnen im Gegenlicht zu fotografieren und mich ein leichter Schwindel ergreift. Die rechte Hand an der Außenkante am Fels blutig geschlagen, der kleine Finger fühlt sich spontan an, als sei er in allen Gelenken gebrochen (ist er nicht, nur geprellt und gestaucht und mittlerweile hübsch lila).

Je älter man wird, desto dämlicher fällt man. Aber immerhin hat man sich am Fuße der Drei Zinnen verletzt und nicht beim Ausrutschen im nassen Herbstlaub vor der Haustür oder beim Hängenbleiben mit dem Fahrradreifen in einer altbekannten Trambahnschiene oder gar beim Stolpern übers Staubsaugerkabel im heimischen Flur.

Panorama-Terrasse des Rifugio Auronzo auf 2.333m.

So marschierten wir mit etwas gedämpftem alpinen Übermut die große Runde unter den Drei Zinnen zuende, die grandiosen Ausblicke ringsum lenkten hervorragend von den Verletzungen ab, der kleine Hund wetzte Stunde um Stunde in Top-Laune voraus und fand wie immer den besten Pfad. Abschließend noch eine Stärkung im Rifugio Auronzo (Top: die erstaunlich preiswerten Nudelgerichte / Flop: die echt italienischen Toiletten) und dann beseelt wieder über die Mautstraße (Hinweis: 30€ pro Tag inkl. Parken am Rifugio, aber die Unsumme lohnt sich) hinab ins Höhlensteintal.

Auf dem Heimweg eine stattliche Summe in der Apotheke gelassen (ein teurer Tag war das), den restlichen Abend mit Desinfizieren und Verbinden verbracht, dazu noch einen innerlich desinfizierenden Absacker und die zweite Serie geguckt, die der Serienbeauftragte für den Urlaub besorgt hat.

Heute also nicht wie geplant auf den Sarlkofel, weil dort bräuchte man zwingend Trekkingstöcke und die könnte ich nicht umgreifen mit dem kaputten Finger, stattdessen eine sogenannte „Genusstour“, von Altprags in zwei Stunden auf den Badmeisterkofel (der Name ein kleiner Ersatz fürs Schwimmen, das mir allmählich doch ziemlich abgeht) und von dort hinüber zur Putzalm, wo man vor 5 Tagen schon mal so schön und lecker s_aß.

Bassotto.

Das Dackelfräulein am Pragser Wildsee.

Kennen Sie das auch? Sie sind irgendwo im Ausland unterwegs und freundlich lächelnde Einheimische rufen Ihnen einen Gruß zu, den Sie auch mühelos als solchen identifizieren können, aber nach dem „Hej hej“ oder „Grüezi mitenand“ oder „Buon giorno“ folgen dann noch ein paar Worte, die Sie freundlich zurückgrüßend und -nickend absegnen, obwohl Sie nur Bahnhof verstanden haben und bei denen Sie einfach mal in ihrer glücksdusseligen Urlauberlaune davon ausgehen, dass man Ihnen sowas Nettes wie „Genießen Sie den sonnigen Tag!“ (und eben nichts Unflätiges) zugerufen hat. Hinter der nächsten Wegbiegung zücken Sie jedoch sofort Ihr Handy, weil Ihnen dieses „So tun als ob“ zuwider ist und Sie natürlich verstehen wollen, was man Ihnen da mit auf den Weg gab, und befragen Mr. Google Translator.

So erging es uns gestern am Pragser Wildsee, als eine entgegenkommende italienische Familie herzlich grüßend und verzückt lächelnd eine nie gehörte Vokabel prononcierend an uns vorbeimarschierte. „Bellissima“ hatten wir noch verstanden, aber „bassotto“ mussten wir nachgucken. Wobei wir selbstredend sofort einen Verdacht hegten – wegen „bellissima“, was wir, schwitzend und unfrisiert bergauf wandernd, spontan erstmal nicht auf uns bezogen und uns zudem nicht entgangen war, dass die Familie eigentlich eh nicht allzu sehr auf uns blickte, sondern vielmehr unsere vierbeinige Vorhut fokussierte.

„Bassotto“ ist das italienische Wort für „Dackel“.
Erstmal wusste ich nicht, ob mich das nun eher belustigen oder kränken sollte, da das ja wörtlich sowas Ähnliches heißt wie „tiefergelegte Acht“ („basso“=“niedrig, tief“ und „otto“=“acht“).

Haha. Sehr witzig. Einen gestandenen bayerischen Hund mit der Persönlichkeit eines Löwen als „tiefergelegte Acht“ zu titulieren, das ist wirklich sehr ungehobelt. Allerdings passt es gut dazu, dass ich die Italiener eh nicht so besonders mag (v.a. sind sie mir zu laut und zu raumgreifend, außerdem essen sie unangenehm spät zu Abend und frühstücken – wenn überhaupt – viel zu süß).

Dennoch, „bassotto“ spricht sich schön. Sehr schön sogar.
Sagen Sie es ein paar Mal, und ich möchte wetten, es geht Ihnen ähnlich: bassotto, bassotto, bassotto. Ist das nicht klangvoll?!? Aus dem Wort sprüht förmlich der Vorwitz, das Kecke, das gesamte Mutig-Schlawinerhafte hervor, das dem Dackel zueigen ist!
Hören Sie es auch? Na, mit Sicherheit!

Ich beschloss also, Milde walten zu lassen und der italienischen Sprache die (ihr von mir etymologisch unterstellte und wahrscheinlich sowieso verkehrte) „tiefergelegte Acht“ nicht weiter nachzutragen, denn dieser kleine Hund ist ja tatsächlich von etwas spezieller Statur und meinetwegen kann man die auch als „tiefergelegt“ bezeichnen, so lange ein so schönes Wort wie „bassotto“ dabei rauskommt (und die Acht gilt je nach Kultur oder spiritueller/religiöser Richtung als heilige, harmonische oder glücksbringende Zahl, ist also auch nicht so verkehrt).

Pippa, unterwegs in den Pragser Dolomiten.

Am Südufer des Pragser Wildsees.

Bassottto stanco (auf Ottomane gebettet).

Il bassotto più bello e sportivo del mondo.
La mia amata Pippa.

Sehen Sie mir die emotionalen Superlative bitte nach.
Diese permanente Bergsonne und die gute Höhenluft setzen die Endorphine einfach kübelweise frei.
(Nie für möglich gehalten, welch extrem große Liebe man für einen so kleinen Hund empfinden kann!)

Mit den herzlichsten Grüßen aus Südtirol
Ihre Kraulquappe & ihr bassotto.

 

PS: Und sonst so? Immer noch schön hier.

PPS: Zwei touristische Anmerkungen noch, damit nicht wieder irgendwer darüber lamentiert, dass es hier zu sehr hundelt.
1. Der Pragser Wildsee wird meiner Meinung nach ziemlich überschätzt. Er ist keinesfalls schöner gelegen als der Eibsee, gleichwohl die Dolomiten rundum ein klein wenig spektakulärer daherkommen als das Wettersteingebirge. Und farblich kann der Walchensee locker mithalten – oder auch der Sylvensteinsee. Sparen Sie sich dieses Ziel also in der Hauptsaison. Es war bereits wochentags bei 11 Grad in der Nebensaison gut besucht, ein sonniges Wochenende im Juli möchte man sich da gar nicht erst vorstellen. Mit etwas Glück erwischen Sie dort in der Nebensaison Momente, in denen Sie auf den Wanderwegen in den Seitentälern des Sees oder sogar auf dem Rundweg um den Pragser Wildsee kurz alleine sind.
2. Besuchen Sie lieber die nicht so hervorgehobenen und nicht über alles gepriesenen Destinationen im Hochpustertal. Eine verrate ich Ihnen: das Gsierser Tal. Ich liebe Sackgassen in der Natur, alpine Endstationen (wir berichteten hier). Orte, an denen es nicht weitergeht, verkehrstechnisch. Parken Sie in St. Magdalena beim Talschluss-Häusl. Und suchen Sie sich dann eine der vielen tollen Almen-Wanderungen aus. 700 Höhenmeter hat man da schnell beieinander, spaziert dann bei herrlichem Weitblick auf über 2.000m herum, trifft (selbst Anfang Oktober) auf eine bewirtschaftete Alm nach der anderen und kann so völlig japanerfrei und abgeschieden einen ganzen sonnigen Herbsttag verbringen. Trinken Sie lieber ein Achtel Roten als ein Weißbier (das in ganz Südtirol deutlich teurer ist als in ganz München), als Grundlage empfiehlt sich vorher vielleicht eine Portion Schlutzkrapfen oder ein Kaiserschmarrn. Danach noch einen Kaffee und einfach mal ungestört geradeaus gucken.

Perché siamo qui.

Le Tre Cime – allüberall.

Start der Wanderung am Dürrensee mit Blick auf den Monte Cristallo.

„Schau, Pippa, da gehen wir nächste Woche hinauf!“

Der berühmte Blick auf die Drei Zinnen vom Höhlensteintal aus.

„Guckstdu Weltnaturerbe, Menschlein!“

Für die Gehfaulen: Best place for…

Edle Einheit & stille Grüße.