Die Nasenkongestion.

Heute habe ich ein neues Wort gelernt.

Statt zu sagen „Meine Nase ist zu“ oder „Ich bin verschnupft“ kann man auch von einer „Nasenkongestion“ sprechen.
Das klingt distinguierter, weil es sozusagen weniger rotzig daherkommt.

Diese kleine Erweiterung meines Wortschatzes bescherte mir Amazon, genauer: Eine Produktbeschreibung auf Amazon. Noch genauer: Die Produktbeschreibung zu einem Seitenschläferkissen.

Auf diese Kissenkonstruktion bin ich gestoßen, weil ich seit Wochen nach etwas suche, das meine nächtlichen Schulter-Rücken-Nacken-Kiefer-Beschwerden lindert. Wenn ich mich umdrehen möchte, wache ich vor lauter Schmerzen auf, morgens bin ich wie gerädert. An eventuelle psychosomatische oder präklimakterielle Einflüsse soll an dieser Stelle mal kein Gedanke verschwendet werden. Ich habe nämlich beschlossen, es ist in erster Linie ein orthopädisches Problem – und zwar keines von mir, sondern von meiner Schlafstatt.

Erst haben der Gatte und ich die Matratzen getauscht, weil ich der Ansicht war, die meine sei zu weich und der Gatte hätte es besser, weil fester, erwischt. Fehlanzeige. Testweise habe ich dann eine Nacht auf der Gästecouch verbracht, die das härteste Stück Bett ist, das es in unserem Haushalt gibt (nach 2-3 darauf verbrachten Nächten reist selbst der Tapferste freiwillig wieder ab). Hat auch nichts gebracht.

Anschließend habe ich „Schlafen ohne Hund“ ausprobiert, da dieser eine nicht unerheblich große Fläche des Bettes zu okkupieren imstande ist, wenn Herrchen/Frauchen nur tief genug schläft. So ein Dackeltier, ab dem menschlichen Steißbein (irgendeine Kontaktstelle muss stets gegeben sein) im 90°-Winkel komplett ausgestreckt liegend, benötigt gut einen Meter Spannbreite bis zur Bettkante, man selbst quetscht sich dann etwas verhutzelt auf einen 40cm breiten Restmatratzenstreifen an die Wand. Auch die hundelosen Nächte brachten keine Verbesserung.

Der nächste Verdacht fiel auf meine Kissen (40×40 und 80×40), mit denen ich nachts tatsächlich oft herumhantiere, um die schmerzende Schulter abzupolstern oder den ganzen Arm etwas erhöht legen zu können oder den Nacken einigermaßen bequem zu betten oder sie ganz beiseite zu legen. Nicht ideal, dieses Umschichten und Herumstopfen mitten in der Nacht. Immer verrutscht was. Vielleicht ist also die Kissensache die Wurzel des ganzen Übels?

Ich machte mich auf die Suche nach einer Alternative. Und stieß auf nie geahnte Möglichkeiten: Es gibt Kissen in H-Form, in I-Form, in J-Form und in U-Form. Nach einigen Recherchen fiel meine Wahl auf ein U-förmiges Seitenschläferkissen für Schwangere (die Dinger sind allesamt für werdende Mütter, aber was soll’s). Die sollen hervorragend entlasten, wenn einen Rücken, Nacken und Schultern plagen, man kann sich an allen nur erdenklichen Stellen abpolstern und sie versprechen Komfort in jeder Position (vermutlich möchte man sie nach kürzster Zeit auch tagsüber permanent um und mit sich haben).

In Kürze werde ich also meine Schlafversuche in diesem wattierten Rahmen starten, der mich sanft umarmen und stützen wird, werde dabei wie hingegossen und wie engelsgleich in einer Wolke schlummernd aussehen (sofern das weiße Nachtkleidchen mit Rüschenborten in der Lieferung enthalten ist).
Noch dazu spart man mit diesem Kissen 52%, und in seinen herrlichen Maßen von 130x70cm sind sogar alle meine Lieblingszahlen enthalten – das nenn‘ ich Fügung!

Ach ja, zurück zur Nasenkongestion, diesem wunderbaren Begriff, den ich bei der näheren Beschäftigung mit diesem Produkt kennenlernen durfte.

Das Seitenschläferkissen kann nämlich eine ganze Menge:

Dieses Wunderkissen beugt somit auch Beschwerden vor, die ich noch gar nicht hatte: Nächtliches Sodbrennen wird mich nun niemals heimsuchen, ebensowenig Genosse Ischias, und stets wird ein Licht am Ende des Karpaltunnels aufscheinen, so viel ist gewiss. Und auch Nasenkongestionen hätten keine Chance, mir meine Nächte zu verderben. Für diesen vierten Prophylaxe-Punkt musste ich Wikipedia bemühen und erfuhr, dass es sich hierbei um Verstopfungen der Nase handelt. Nie mehr morgendliches Nasefreiputzen und womöglich überhaupt nie mehr einen Schnupfen?!

Ein Kissen für oder gegen nahezu alles. Das wäre ja was.
Die Unbilden des Alltags und des Lebens verschnupfen mich nämlich schon genug, da erspare ich mir gerne jeden unnötigen Rotz. Dazu ein andermal. Jetzt freue ich mich erstmal auf meinen neuen Bettgefährten.

Allzeit beste Nachtruhe und ein schönes Wochenende wünscht euch
Die Kraulquappe.

Schläft immer und überall problemlos: Das Dackelfräulein.

Hund haben (6).

[Gestern.]

Hat man einen ausgewachsenen Hund, der einigermaßen sozialverträglich ist, darf man gelegentlich an Welpensozialisierungs-Events teilnehmen. Welpenbesitzer freuen sich dann, wenn sie ihren Kleinen mal unter Aufsicht eines Großen frei laufen lassen können. Und man selbst freut sich, weil junge Hunde nun mal entzückend sind, erst recht beim Spielen.

Hier um die Ecke wohnt die Mutter einer Schulfreundin und die hat seit 4 Wochen einen kleinen Norwich-Terrier, 13 Wochen alt ist der Kerl. Paco heißt er.

Pippa sauste zwei Runden mit Paco, stellte aber fest, dass sie viel schneller ist und ging dann Mauselöcher schnüffeln. Der Kleine wich ihr nicht von der Seite, unternahm permanent Überzeugungsversuche, dass man doch mit ihm spielen solle. Irgendwann hat sie sich dann breitschlagen lassen. Rumbalgen, Wälzen, Ohrennagen, Lefzenlecken – das volle Programm.

Und was war der Dank dafür?

Der Kleine ging nahtlos über zum ersten Erproben seiner männlichen Identität!
Mannomann. Reichst du den Kerlen eine Pfote, nehmen sie gleich die ganze Hundedame.

[Heute.]

Das Thermometer klettert schon vormittags über die 30°C-Marke. Als Gassirunde kommt nur ein Wassermarsch in Frage.

Von Schäftlarn nach Icking gelaufen, zu unserer geheimen Bucht, in der selbst an Wochenenden nichts los ist, wenn sie am Flaucher Handtuch an Handtuch liegen. So eine Idylle aber auch.

Doch der Schein trügt.

Was man auf den Fotos nicht sieht: Ich stinke von oben bis unten nach Anti-Brumm, weil in den Isarauen die Bremsen in Scharen unterwegs sind. Die mitgenommene Brotzeit lockt Wespen an, der Hund bricht in Panik aus. Nach einem Bad in der Isar übergieße ich mich erneut mit Anti-Brumm. Dann üben wir 30 Minuten lang „Ruhe geben“. Kein Plantschen, kein Buddeln, keine Uferinspektion, sondern einfach nur Daliegen und Ruhe geben. Nach 15 Minuten kapiert der Hund, dass es mir ernst damit ist und quetscht sich – nass und dreckig wie er ist – zu mir aufs Handtuch. Das lockt nach ein paar Minuten die ersten Fliegen an, der Hund bricht erneut in Panik aus. Also dann doch mal zusammengepackt.

Im Stechschritt, um nicht gestochen zu werden, durch die Auwälder zurück nach Schäftlarn marschiert. Dort wartet das Auto, mit einer Innentemperatur von ca. 65°C. Also erstmal alle 4 Türen aufreißen und die Hitze rauslassen. Pippa muss vor dem Auto warten. Wieder surren Viecher herum. Hund bricht abermals in Panik aus. Schnappt nach einer Biene oder Wespe. Erwischt sie beim zweiten Mal auch. Jetzt breche ich in Panik aus, ein Stich in den Rachen kann gefährlich werden. Ich reiße dem Hund das Maul auf, die Biene kommt mir entgegen und sticht mich in die Fingerkuppe. Mit den Schneidezähnen ziehe ich den Stachel raus, dann schmeiße ich alle 4 Autotüren wieder zu und wir rennen zum nahgelegenen Kloster. Nicht, weil ich denke, Gott könne mir jetzt helfen, sondern weil ich davon ausgehe, dass die in einer dermaßen beliebten Ausflugsregion für solche Fälle vorgesorgt haben. Kalter Schweiß klebt mir auf meiner von Anti-Brumm eh schon verklebten Stirn, die Hand ist bereits dick geschwollen, am Arm sind die ersten Quaddeln.

Im Kloster haben sie alles da. Erst bekomm ich Cortison, dann ein Kühlgel, abschließend noch ein Anti-Histaminikum, ganz wie gewünscht. Auf den medizinischen Cocktail folgt ein Kloster-Weißbier, für die Nerven und überhaupt.

Für Pippa holt die Wirtin gegrillten Fisch und abgekochtes Rindfleisch, eine große Portion, umsonst, versteht sich.
Weil „Da arme Waki wär ja beinah stochn wordn!“. Oh mei oh mei.

Es lebe der Hund, resp. der Dackel.

[Morgen.]
Hundefrei. Der Gatte darf übernehmen. 🙂

Prolaktinsenkende Naturheilmittel.

Es geht bergauf – und zwar in jeder Hinsicht.

Auf dem Weg zur Benediktenwand (26.06.17)

Elende Anstrengung!

Wand und Hund in der Mittagssonne.

Nusskuchenstation erreicht!

Jede Woche zwei Bergtouren – ich bin jetzt fit wie ein Turnschuh (oder besser: wie ein Approach-Schuh).
Unterwegs reichlich alpine Animation für die Hundedame im Hormontaumel: allerorten fröhlichen Kuhfladenslalom, Kühen ausweichen, Seilbahn fahren, Hängebrücken überqueren, Suchspiele auf der Almwiese, Gipfelklettereien, Wildbäche durchqueren etc.
An den Tagen zwischen den Bergtouren möglichst oft zum Erlebnisparkour in die Wälder und Flüsse rund um München.

Aufstieg übers Ettaler Mandl zum Laber (04.07.17) oder: Jakobsweg ist überall.

Nochmal Innehalten: Schon wieder Kuhpassage und Kuhfladen.

Tanztheater im Voralpenland: Kann man verbellen.

Wenn man mit uralten Karten geht oder: Da unten war mal der Soilasee. Schade auch.

Je nach Tagesgestaltung war sie abends so platt, dass sie ihre imaginäre Welpenschar schlicht vergessen hat, keine Energie mehr hatte, um Wurfkistenbauversuche im Körbchen, auf dem Sofa, im Bett oder auf dem Badvorleger zu unternehmen und brav mit dem kalten Waschlappen auf dem Bauch (auch so eine Maßnahme…) einschlief und 8 Std. durchschnarchte.

Mein fast 3-wöchiges Prolaktinsenkungsprogramm war also von großem Erfolg gekrönt!

Das Ettaler Mandl vom Laber aus und aus Dackelperspektive.

Kurz vor dem Ziel: Erster Blick zum Wank und ins Karwendel.

Mein Berglauf-Partner: Philippa vom Schwindauer Land.

Aussicht ins Ammertal und zum „Wellenberg“, das Freibad aus Kindertagen (türkiser Punkt etwa in Bildmitte).

Der verregnete Sonntag vorgestern, den wir mehr daheim als draußen verbrachten, war nochmal ein Test: Wie verhält sich die Madame nun? Kehrt der Hormonirrsinn zurück, sobald an der Ausflugsfront etwas Ruhe herrscht? Und – hurra: Das Verhalten war annähernd normal! Einzig die Milchbar ist noch leicht gefüllt, aber das gibt sich auch bald.

Für 2017 haben wir’s hinter uns mit den Hormonen (zumindest mit denen vom Hund) 🙂

Sonnenterrasse Laber-Bergbahn: Blick auf Wettersteingebirge und Zugspitze (in Wolken).

Fliegende Schirme und müde Gämsen.

Himmel der Bayern (15): Uphill, downhill.

Von wegen Ruh-Polding.

Schon die Nacht war alles andere als ruhig. Gerade friedlich eingeschlummert, werde ich wieder wach, weil dem Dackelmädchen übel ist. Sie stupst mich an und trottet mit Hängeohren und Würgen zum Bad, dort erbricht sie sich (wegwischfreundlich – was man einem Hund nicht alles beibringen kann!). So ging das dann im 2 Stunden-Takt bis die Morgensonne durch die Eiszapfen vor dem Balkon hereinlugte.

Beim Morgengassi zittert der Hund trotz Mantel am ganzen Körper, immerhin hat sie keinen Durchfall, aber in Sorge ist man trotzdem. Zumal unser Hund quasi nie Magenprobleme hat und – wenn überhaupt – nur 1x kotzt (danach ist’s stets wieder gut). Nach dem Gassi verkroch sie sich ins Bad, kauerte sich in eine Ecke und blickte erbärmlich drein.

Gerädert zum Frühstück gegangen, die einzige morsche Semmel im riesigen Brotkorb erwischt. Egal, dem Rührei sei Dank rutschte sie schon runter. Der Hund immer noch im Bad.
Um 9:30 Uhr Termin in Vorderbrand 4 vereinbart, bei Dr. H.. Mein eigentlich recht gutes Hörverständnis des Bayrischen wird auf eine harte Probe gestellt, aber das Wichtigste ist ja zunächst, dass der Tierarzt meinem Hochdeutsch entnehmen kann, was mit Pippa los ist. Und „Schnee-Streusalz-Gastritis“ verstehe ich dann gottseidank sofort, das klingt auf Ruapaddingerisch fast genauso.

Wie kommt’s? Erwischen Hunde zu viel eiskalten Schnee – und den zu erwischen ist beim Sausen und Spielen im Tiefschnee keine Kunst, da so ein Dackel mit der Schnauze ja recht bodennah unterwegs ist – kann sich die Magenschleimhaut entzünden. Kommt dann noch der Chemie-Cocktail diverser Streusalzmischungen hinzu, reagieren einige Hunde mit Erbrechen, manche sogar direkt während oder nach den Spaziergängen. 

Hatten wir noch nie. Dr. H. meint, das käme in strengeren Wintern häufiger vor und allzu oft gibt’s die ja nicht mehr. Auch diese arktische Kälte kann den Hundekörper zusätzlich strapazieren. Nun ja.
Mit einer Dose magenschonendem Diätfutter und dem guten Rat, der Hund solle heute geschont und warm gehalten werden, marschierten wir wieder von dannen.

Um 10:30 Uhr stieg ich folglich taufrisch, bestens ausgeschlafen, ziemlich erholt und energiegeladen in die Loipe hinterm Haus ein. Traumwetter! Nix los!

In beiden Richtungen bot sich nach wenigen Metern nur eine steile Abfahrt an. Um Himmels Willen. Ich steh doch erst zum vierten Mal seit der Knie-OP wieder auf den Brettern… „So you’re scared and you’re thinking that maybe we ain’t that young anymore“ – singt es in mir (merke: Es gibt keine Lebenslage, für die es kein Springsteen-Zitat gäbe.)
Jedes Bangen um meine Menisken und Schultern ignorierend wählte ich beherzt die sich gen Süden hinunterstürzende Spur. Natürlich war die Spur unten ausgefranst, vereist noch dazu, aber in einem dämlichen, ungelenken Pflug dem Ende des Hangs entgegenbremsend konnte ich das Gröbste verhindern. 

Nach ein paar weiteren Kilometern – immer noch sonnig, menschenleer und bester Schnee – schwante mir, dass ich mich für die falsche Abfahrt entschieden hatte: Mir kamen andere Langläufer entgegen, die mich anmeckerten, dass ich gefälligst die Laufrichtung einhalten solle. Ich fuhr weiter und nahm in Kauf, dass ich in ein paar Kilometern erneut einen Anschiss kassieren würde. War grad so gut reingekommen in die Bewegung, die alten Fischerski flitzten noch wie eh und je.

Ein zweiter Rüffel blühte mir nicht mehr, stattdessen aber eine Loipe, die kein Ende zu nehmen schien. Künftig empfiehlt es sich, die Lesebrille aufzusetzen, wenn man den Loipenplan studiert. Dann sähe man auch, dass die angebliche Verbindungsstelle von zwei Loipen (die Taille einer 8, die ich brillenlos klar zu erkennen glaubte) keine Verbindung ist, sondern dass da noch Platz dazwischen ist. Im Gelände gestalten sich diese 2 Milimeter Platz dann so: bewaldeter Hang mit unpassierbarem Tiefschnee. Kein Abkürzen, sondern Weiterlaufen (vom gestrigen Lohengrin Nr.2 ist spätestens jetzt kalorientechnisch nix mehr übrig, so viel ist gewiss).

Fast zwei Stunden später (geplant war eine!) kroch ich nach 17 Kilometern inklusive viel zu vielen Steigungen und Abfahrten sowie zwei schmerzenden Blasen an den Fersen die letzte Steigung zu meiner Unterkunft hoch.

Pippa schnarchte in ihrem mit Decken ausgepolsterten Krankenfauteuil noch tief und fest ihrer Genesung entgegen, war dann aber sofort hellwach und im Krankenschwester-Modus, als ich meine Socken auszog und sich die eine Blase als kleines Blutbad entpuppte.
Nach einer heißen Dusche und notdürftigem Abkleben der Fersen wandertenhumpelten wir gemeinsam nach Ruhpolding-City. 

Ja, wir humpelten beide. Dem Hund taten nun auch noch die Pfoten weh. Die Kälte? Das Streusalz? Die miese Allgemeinverfassung? Das hündische Solidarisieren mit Frauchens Leiden? Keine Ahnung. 

Somit hatte mein geplanter Gang zur Apotheke gleich doppelt Sinn: zu Compeed-Extra (das Beste, was man auf kaputte Füße kleben kann!) gab’s nun auch noch eine Tube Vaseline. Zwei Stunden später und wieder „daheim“ im Warmen, konnten alle 6 Füße erfolgreich verarztet werden.

Einen zweiten cross-country-Ausflug kann ich mir glatt sparen, dachte ich mir beim Compeeden und Cremen, während Pippas Magen schon wieder beunruhigend blubberte und rumorte. Wir reisen nicht am Freitag, sondern morgen ab. 
Obwohl es hier wirklich schön ist, aber in dem Zustand wäre nur noch eine Pferdeschlittenfahrt (in Bärenfelle gehüllt und mit becherweise Punsch) möglich, die das Touristenamt Ruhpolding 3x täglich anbietet (eine davon sogar mit Einkehr bei der Windbeutelgräfin).

Rundum ramponiert (erwähnte ich schon mein seit dem Wohnungstermin entflammtes Halsweh? und das allmonatliche Hormonübel?) schlurfte ich runter in den Hotelkeller und schlief in der finnischen Sauna fast ein. Urlaub pur eben.

Das mit dem Abstandgewinnen von den nervigen Themen daheim in der Stadt, das hat echt voll super geklappt. 

So ist es ja oft mit diesen Kurzurlauben: man ist intensiv mit all den neuen Eindrücken und Erlebnissen beschäftigt, taucht völlig ein in das Hier und Jetzt, da kommt man gar nicht mehr auf die Idee, dem Schnee von vorgestern noch länger nachzuhängen und sich das Leben davon vermiesen zu lassen. 

Das müssen manchmal gar keine 3 Tage Auszeit sein, wenn so ein kleines Urlaubsparadies mit einem Event nach dem anderen aufwartet.

Da reichen sogar zwei Tage. Locker.

Aus dem Biathlon-Mekka grüßt euch etwas angeschossen
Die Kraulquappe.

Himmel der Bayern (11): Noch da.

Da bin ich wieder.
Halten wir in aller Kürze einfach Folgendes fest: Es gibt angekündigte Blog-Pausen und unfreiwillige Blog-Pausen. Letztere habe ich gerade hinter mich gebracht, glaube ich – und sehe mir jeden Irrtum hierüber bereits im Voraus nach.

Das Leben, die Gesundheit, der Alltag und die Perspektiven fühlten sich in etwa so an:

Naja, es war nicht permanent alles so novembergrau gestrickt, verwackelt und verregnet, aber eben überwiegend.

Diese letzten Wochen des Jahres waren noch nie meine beste Phase: Hochkonjunktur für Infekte, zu früh dunkel, zu oft kalt, Weihnachtsgedöns aller Orten, familiäre Erwartungen, Eintrudeln der Jahresbeitragsrechnungen für alles Mögliche und Räsonieren über persönliche Jahresbilanzen für ebenfalls alles Mögliche (die man in der verbleibenden Zeit kaum noch frisieren kann).

Seit ein paar Tagen steigt mein Stimmungsbarometer ganz langsam wieder – analog zu den Außentemperaturen: Ein Isarspaziergang mit einer Freundin (plus Brezen und Einkehr im Café), ein Saunabesuch mit guter Lektüre (vorher Schwimmen: krieg ich die 100 Mal doch noch voll, trotz Schulterpause?), ein höchst erfreulicher Beratungstermin bei einem Juristen des Mieterbunds (der Typ: äußerst kompetent, nett und lässige Rocker-Optik), ein paar sich abzeichnende Pfade und Pläne für 2017 (müssen noch reifen, bis sie mitteilbar werden).

Und – nicht zu vergessen – der neue Jim-Jarmusch-Film „Paterson“, der die beunruhigende Frage aufwirft, ob man lieber ein Fisch oder ein Busfahrer wäre (oder was Menschsein überhaupt ist oder sein kann) sowie die beruhigende, nicht ganz überraschende Botschaft übermittelt, dass der Alltag zu einem Großteil aus Wiederholungen und Banalitäten besteht (einzig das Schreiben bzw. Dichten verschafft dem Protagnonisten Fluchtoptionen aus diesem Trott).
Das hat in seiner Monotonie und dem daraus entstehenden Rhythmus fast etwas Meditatives. Aus dem Kinosaal nach draußen tretend ist man sogleich heilfroh, nicht in Paterson, dieser bedrückenden Kleinstadt New Jerseys, zu stehen, sondern in der weitläufigen Großstadt – und nicht minder beglückt darüber, dass der eigene Hund ein so viel erfreulicherer Anblick ist als die Film-Bulldogge Marvin („Paterson“ besticht visuell eher durch Innenansichten, vor allem die des Häuschens, in dem der Busfahrer mit seiner Freundin und Marvin lebt – selten wirkte schwarz-weiß so fröhlich wie hier!).

Sogar der Himmel über Bayern ist noch da. Wenn man nicht ständig nur nach unten guckt, kann man ihn auch gleich wieder besser sehen.

Am besten sieht man ihn, wenn ihm entgegenläuft. 

Was wir heute getan haben, das Dackelfräulein und ich…

… so zwischen Weißwurstfrühstück und Abendessen beim Papa am Tegernsee.

Wieder in etwas bunterer Launenfärbung grüßt euch
Die Kraulquappe.

Walk tall oder: Der Elch-Test.

Zweite größere Körperkrise dieser Reise. Gehört wohl dazu, so jenseits der 40 (wo man die kleineren Gebrechen schon gar nicht mehr erwähnt).

Beginn: Wieder morgens nach dem Aufstehen, damit auch ja der ganze Tag versaut ist.
Symptome: Diesmal nicht die Knie, sondern mittelschwere HWS-Blockade, stocksteif im Schulter-Nacken-Bereich.

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Auslöser: Mitten in der Nacht schief aufgesetzt und mit dem falschen Arm den Dackel vom unteren Drittel der Bettdecke an den Bettrand verschoben, damit man unter der Decke endlich mal wieder die Beine komplett ausstrecken kann.

Abhilfe: Trotzdem Joggen & Spazierengehen. Ganztags den Gatten und den Dackel volljammern. Starkes Öl als Muskelrelaxans.

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Hat funktioniert.
(Frage mich nur manchmal, wie Besitzer schwererer Hunderassen derlei Probleme lösen, ohne zum orthopädischen Wrack zu werden.)

Nach bestandenem Elch-Test grüßt
Die Kraulquappe.

Für Peter.

»Wir lebten etwas anderes als wir waren, wir schrieben etwas anderes als wir dachten, wir dachten etwas anderes als wir erwarteten, und was übrig bleibt, ist etwas anderes als wir vorhatten.«  Gottfried Benn

Heute Morgen ist sie zu Ende gegangen, Deine Reise.

Ich bin froh, dass ich mich am Vorabend meiner Abreise von Dir verabschiedet habe. Du hast mir nachgewunken als ich zur Tür ging, und ein Lächeln versucht. 

Es ist gut so, wie es nun ist, gleichwohl bin ich traurig, dass Du nicht mehr da bist.

Wir werden Dich vermissen – Deine Klugheit, Deinen Witz, Deine Menschlichkeit, Deine Nachbarschaft und Deine Freundschaft.

Lohnt sich ja nicht mehr. Ein Kompensationsversuch.

Um eines mal klarzustellen: So eine allein unternommene Reise ist keine Aneinanderreihung von Highlights, super Ausflügen bei permanentem Sonnenschein und rund um die Uhr empfundener Seligkeit.

Gut, ich will nicht meckern, die meiste Zeit hier ist das meiste im Lot, bislang. Sogar ich. Meist geht es mir gut und ich komme wunderbar zurecht mit mir, der Tagesgestaltung, der Arbeit, dem Kochen, dem Dackel, der Bewegung, der Einsamkeit und Ruhe. Meist empfinde ich große Zufriedenheit und Dankbarkeit, dass ich mir gerade einen lang gehegten Traum erfüllen kann.

Aber es gibt auch sie, diese dunklen Momente des Alleinreisens und ich will nicht so tun, als würden sie mich nicht heimsuchen. Das soll ein ehrlicher Blog bleiben und kein gekünsteltes Hochglanztagebuch werden.

Die Rede soll sein von jenen Momenten, in denen alles aus den Fugen gerät. Augenblicke oder Stunden, gar Tage!, in denen der Alleinreisende in Abgründe blickt (und zwar in die eigenen, denn sonst ist da ja niemand), ihm die soziale Kontrolle abgeht, mindestens aber der Partner, der einem mittags dezent zu verstehen gibt, dass man jetzt doch mal duschen könne oder bei gemeinsamen Mahlzeiten darauf bedacht ist, dass gerecht halbiert wird. Oder das bloße Zuzweitsein schon dafür sorgt, dass man einander gegenseitig davon abhält, dann, wenn man gerade gut gesättigt ist, sinnlos Schokoladentafeln oder andere Dickmacher zu mampfen, ja sogar komplett zu vernichten, weil es sich irgendwann ja angeblich nicht mehr lohnt, den Rest aufzuheben.

Gestern Abend geriet meine heile Ferienwelt in eine solche Mampf-Schieflage, dass ich heute unbedingt dafür sorgen wollte, alles wieder in Balance zu bringen. Aber der Reihe nach!

Es begann damit, dass meine Vermieterin mir ein Willkommenskörbchen auf den Tisch gestellt hatte. An sich eine nette Geste. Bei näherer Betrachtung aber ein Affront, zumindest für Menschen wie mich. Das Körbchen war bestückt mit: Blaubeerkeksen, Schokolade, einer Nussmischung, einem Tetrapack Himbeersaft und einer Tüte Tortillachips, Geschmacksrichtung Nacho-Cheese.

Ich freute mich still und artig ob der Geste, bedankte mich umgehend per WhatsApp und räumte alles beiseite, damit es mir weder im Weg herumläge, noch irgendwelchen abendlichen Gierattacken zum Opfer fiele.

Das funktionierte 24 Std lang im Großen und Ganzen gut. Die Kekse sind nämlich nicht mein Ding, weil dieser ins Mittelloch des Kekses reingepresste Beerenklumpen eklig in den Zähnen klebt. Die Schokolade enthielt neben Haselnüssen, auf die ich wenig Wert lege, auch noch Rosinen, die ich hasse wie die Pest. Die Nussmischung ebenso, und aus solchen Mischungen picke ich mir allerhöchstens die Cashews und Walnüsse raus, da es aber nach Billigmarke aussah, war eh klar, dass sich nicht mehr als 2-3 Cashews und Walnüsse da hineinverirrt haben. Der Saft ist mir zu süß, ich trinke kaum Säfte und wenn, nur als Direktsaft oder zur Schorle verdünnt.

So blieben noch die blöden, fettigen, unnützen Maischips als Fressoption übrig. Mais ist mir zwar auch wurscht, aber in Form von Popcorn oder Tortillachips mag ich ihn ganz gern. Also landete diese Tüte besonders weit hinten im Küchenschrank. Ich wollte bei keinem Handgriff über sie stolpern, ich wollte sie ignorieren oder am besten ganz vergessen. Schließlich ist mein Kühlschrank voll mit Dingen, die ich mag und die keine 900kcal pro Packung haben. Und ich mag Reisen und Urlaube, nach denen man keine Diät machen muss, um wieder in all seine Sachen zu passen. Als Selbstversorger sollte das spielend leicht einzurichten sein.

Aber die blöde Tüte knisterte und flüsterte vor sich hin. Unaufhörlich. Seit sie da nach ganz hinten in den Schrank verbannt worden war, gab sie permanent Geräusche von sich. Ich wette, der eine oder andere von euch kennt das und weiß genau, wie sich das anhört! Umso besser, wenn man fast den ganzen Tag draußen ist, dann ist man auf der sicheren Seite.

Gestern Abend, ich saß gerade drinnen und an meiner Arbeit und hatte nebenbei Musik laufen (an Geburtstagen des Lieblingssängers gehört das zum Fan-Pflichtprogramm), fing die blöde Tüte an, lauter zu werden, aufdringlichder, impertinent geradezu, wohl um die Musik zu übertönen oder um nachhaltiger auf ihr verwaistes Dasein aufmerksam zu machen. Was auch immer. Ich blieb zunächst hart. Irgendwann schrie sie. Es klang wie „Hilfe, hol mich hier raus!“ und „Nimm mich zu dir!“. An konzentriertes Arbeiten und Genießen der Musik war beim besten Willen nicht mehr zu denken.

Und irgendwann, bevor mir das Geplärr den gesamten Abend vergällt hätte, erbarmte ich mich ihrer, und das, obwohl ich pappsatt, wirklich absolut pappsatt von meinem üppigen Abendessen war.

Erst war es nur ein gesittetes Schälchen voll, und die Tüte gleich wieder im Schrank verstaut. Dann nochmal nachgefüllt. Und nochmal. Und danach war nur noch so wenig übrig, dass es sich nicht mehr lohnte… Um 22:30 war die Schlacht geschlagen, die Tüte trug ihren Sieg davon und lag leer, erschöpft und verrunzelt auf der Küchenablage, während ich meine Kapitulation in Rotwein ertränkte.

Wäre ich nicht alleine hier, hätte mich jemand abhalten können oder ich hätte mich als die Disziplinierte aufführen können und den anderen abgehalten. Oder wir hätten die Tüte gemeinsam, mit vereinten Kräften, zum Schweigen gebracht. Und wenn auch das nicht geglückt wäre, hätten wir sie zumindest teilen können! Aber als Alleinreisender hat man keine Chance, wenn so eine Tüte sich erstmal ins Feriendomizil eingeschlichen hat.

Viel zu vollgefuttert und mit einem Hauch von Selbstekel wegen dieses elenden Völlegefühls (und auch noch selbst schuld daran zu sein!) kroch ich ins Bett, lag noch eine Weile wach und sinnierte über Phänomene wie Willensschwäche und Genussfähigkeit, und wo da wohl die verträgliche Mitte sei. Über derlei ergebnislosem Grübeln sank ich schwerer und schwerer in die Matratze – und schlief irgendwann ein.

Beim Aufstehen heute Morgen, die Erinnerung an das Geschehene wollte sich gerade wieder meiner bemächtigen, beschloss ich sofort, gnädig zu mir zu sein und mir diese Orgie zu verzeihen. Was soll’s. Darf ja mal sein. Bikinisaison ist eh vorbei. Und man sprengt ja nicht wegen einer albernen Chipstüte bereits am Tag danach alle Hosen. Schwamm drüber. Nicht der Rede wert. Neuer Tag, andere Ernährung. Die Sonne scheint, ich bin in Schweden, das Meer glitzert, die Gegend will entdeckt werden. Carpe diem.

Himbeermüsli zum Frühstück. Gepressten Orangensaft später. Hach ja, bahnt sich da vielleicht ein kompletter Obst-Gemüse-Tag an!?
Vormittags plötzlich Lust auf Laufen, also rein in die Joggingsachen und fast eine Stunde losgedüst. Strandlauf wohlgemerkt, das ist anstrengender als Asphalt oder Waldboden. Mit jedem Kilometer fühlte ich mich besser: Ha, von wegen Schwere und Völllegefühl, die Erinnerung an gestern verblasste bis zur Unkenntlichkeit, leicht wie eine Feder fühlte ich mich, als ich wieder bei meiner Hütte ankam, mich im Garten noch dehnte und bei einem Glas Wasser auf der Terrasse ausdampfte.
Alles wieder im Lot. Totale Katharsis, mental, physisch und überhaupt – dem Sport sei dank.

Beim Duschen überlegte ich mir bereits die Route für den langen Marsch mit Pippa sowie eine Gemüsekreation fürs Abendessen. Als ich anschließend meine Handtücher im hinteren Teil des Gartens zum Trocknen aufhängte, fielen mir erstmals die üppigen Beerensträucher auf.

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Was für eine Pracht. Voll von reifen Himbeeren. Ein Wink des Schicksals musste das sein – an meinem Obst-Gemüse-Tag!

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Ich erntete sie ab, auf dem Weg durch den Garten sprangen mir dann noch die reifen Äpfel ins Auge, ich pflückte sie beherzt ab – Her zu mir, ihr gesunden Gefährten! – und vollbeladen mit Gartenobst stand ich anschließend in der Küche, legte meine Beute in die Spüle, um sie abzubrausen und zuzubereiten.

Tja, die Zubereitung. Plötzlich war da der ernüchternde Gedanke: Äpfel mag ich eigentlich gar nicht sooo sehr und Himbeeren pur sind auch irgendwie seltsam. Ja, und nun? Es ist Quark noch im Kühlschrank, das wäre eine Option. Aber Apfelquark? Geht gar nicht.

Um es abzukürzen: die Lösung hieß Apfel-Himbeer-Crumble.

Butter, Haferflocken und Zucker waren im Haus. Der Ausflug wurde verschoben. Erstens, weil die Zubereitung des Crumbles nun mal seine Zeit braucht, zweitens, weil ich wenigstens eine ofenwarme Portion kosten wollte, und zu guter Letzt, weil ich natürlich wieder die Lohnt-sich-ja-nicht-mehr-Grenze überschritt und mich danach nicht mehr in der Lage zu einem dreistündigen Ausflug fühlte.

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Der Apfel-Himbeer-Crumble-Obst-Tag.

Schuld ist: die Vermieterin. Mit ihrem verdammten Fresskorb hat sie den Anfang gemacht, mit dem dämlichen reifen Obst in ihrem Garten perfide den zweiten Anschlag vorbereitet und dann hat sie nicht mal eine kleine 1-Personen-Backform in ihrer Hütte, stattdessen aber Zucker und Haferflocken en masse.

Vielleicht geh ich morgen wieder Laufen. Das macht den Kopf ja so schön frei.

Aus dem Sommerhaus, in dem nun nichts mehr außer dem Ofen knistert, grüßt euch satt für 3 und immerhin doch noch nach einem Spaziergang in den Nachbarort,

die Kraulquappe.

PS: Die Bilderserie des Tages will ich euch nicht vorenthalten (Hunde-Desinteressierte können nun wegklicken):

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Oh, island in the sun, willed to me by my father’s hand …

 

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… all my days I will sing in praise of your forest, waters, …

 

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… your shining sand!

 

 

 

In nomine supraspinatis et tendinosis calcareae et spiritus sanctis.

Oder so ähnlich.

Ein Prosit der Gemütlich-, aber v.a. der Gebrechlichkeit. 16 Tage ohne Schwimmbad, also quasi auf dem Trockenen. Horror für eine Kraulquappe. Kalkdepot statt Aktiendepot, Riss statt Kiss, Entzündung statt Entzückung. 
Neue Entdeckung: Bier und Kuchen, das geht auch. Diese Blockade hab‘ ich soeben ein für allemal gelöst. 

Einen guten und unversehrten Start ins Wochenende wünscht Euch 

Die Kraulquappe.

(@Bobby Jean: noch Fragen?)

Verflixt und zugedröhnt

Ein Unglück kommt ja selten allein. Als die Ungarn am Dienstagabend gerade dabei waren, mir meinen EM-Tipp zu vermasseln (bis dahin war ich in unserer Tippgemeinde auf Rang 2 von 15!), entschloss sich meine Kalkschulter zu einer spontanen Verschlimmerung, die zur Konsequenz hatte, dass ich seitdem weder alleine ein T-Shirt an- oder ausziehen, noch andere Alltagshandgriffe machen kann, ohne vor Schmerzen aufzujaulen. Nachts verharre ich in Sargposition und hoffe auf wenigstens 2-3 Stündchen Schlaf, was aber kaum möglich ist, da ich nunmal kein Rückenschläfer bin. Ibuprofen-600 wollte nicht wirken, sondern stattdessen wieder raus aus mir, so dass mir nichts anderes übrig blieb, als gestern meinen Orthopäden aufzusuchen und um eine Spritze in die Schulter zu bitten, wenn ich denn irgendeine Chance auf aufrechte Teilnahme am heutigen Konzert haben wollte.

Die Spritze brachte keinen durchschlagenden Erfolg, das Frustheulen half ebenfalls nicht weiter, also kroch ich nachmittags  zur Apotheke und holte mir ein Magenmittel, damit Ibu und ich es nochmal miteinander versuchen können. Zusätzlich 30 Tropfen Novaminsulfon (mit erschreckenden Anwendungsgebieten, die weit über meine Kalkschulter hinausgehen) und obendrauf noch zwei Mai Tai (ist nicht zur Nachahmung gedacht!). Und siehe da: 6 Std Schlaf waren heute Nacht drin. Nicht mal den gegen das Fenster prasselnden Dauerregen hörte ich.

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Preparing for the show

Nach dem Morgen- und Mittags-Cocktail (nur Medikamente, kein Mai Tai, ich bin ja nicht pervers) erstmals wahrnehmbare Besserung der Schmerzen. Hurra!
Bruce, du kannst kommen! Ich kann zwar nicht klatschen und meiner Begeisterung durch ungezügelte Motorik Ausdruck verleihen, weil ich den Arm höchsten bis Schlüsselbeinhöhe heben kann, aber bei über 60.000 Fans fällt eh nicht auf, wenn mal einer nicht mithampeln kann. Meine vier Bodyguards werden meine Schulter hoffentlich gut gegen Rempler und Rambos abschirmen, so dass ich um Mitternacht wieder heil zuhause bin.

Und das hoffentlich trockenen Fußes. Denn da wäre noch die Sache mit dem Wetter. Ein paar Tropfen könnte man verschmerzen, aber so ein Dauerregen kann einem ein Open Air schon ziemlich verhageln.
Beim mittäglichen Patrouillieren durch den Olympiapark, in dem sich bereits Fans aus aller Herren Länder tummeln…
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…wehen uns Wind und Soundcheck (ja, er ist da!) fast vom Olympiaberg…
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… aber immerhin scheint stellenweise schon ein Stückchen Blau zwischen den Wolken durch.

Möge der Himmel in den nächsten Stunden noch weiter aufreißen, damit wir um 19 Uhr nicht so einsteigen müssen wie damals vor 3 Jahren:

Das wünscht sich und all den anderen Tramps, die heute Abend hier in München mit im Boot von der Partie sind –
die gedopte Kraulquappe.