Himmel der Bayern (91): Dass ich das noch erleben darf!

Auf Besuch beim Papa, in dem Landkreis, der zwar keine Tagestouristen mehr reinlässt, aber eine Tochter, die sich vor Ort um ihren Risikogruppenvater kümmert, darf zu „Handlungen zur Versorgung von Tieren“ dort natürlich schon noch vor die Tür.

Und wie Sie sehen können, wurde das Tier ganz zu seiner Zufriedenheit versorgt:

Seit 20 Jahren habe ich die Neureuth noch nie an einem sonnigen Tag so unberührt und friedlich und leer gesehen wie heute. Normalerweise ist der gesamte Hang zertrampelt, zerrodelt und der Zustiegsweg zehnmal so breit. Heute ist er ein teckelgerechter Trampelpfad durch glitzernde, stille Schneefelder.

Ich betrachte das als unverhofftes Geschenk inmitten dieser langwierigen und anstrengenden Seuchenzeit, trinke allein auf dem Gipfelplateau in der milden Nachmittagsluft meinen Tee, beiße in den Hagebuttenkrapfen, die Blauberge grüßen aus der Ferne herüber und ich gucke dem vergnügten Dackelfräulein zu meinen Füßen bei ihren Rutsch- und Rodelversuchen zu.

Augenblicke, in denen alles wunderbar, ruhig und gut ist.
Zu denen man sagen möchte, sie mögen doch verweilen (eigentlich eines meiner Hasswörter), weil sie so schön sind (freilich nur ohne das im Originalzitat noch Folgende).

Im Tale taut es leider schon wieder kräftig, und auch sonst erwarten einen dort unten eher deprimierende Dinge.

Wenigstens konnte der zwirbelbärtige Marokkaner, den ich kurz vor Abreise in München noch schnell in seinem messiemäßigen Hinterhofbüro aufgesucht hatte, mein gestern mit einer hässlichen Fehlermeldung auf pechschwarzem Bildschirm abgeschmiertes Laptop binnen 25 Minuten wieder zum Leben erwecken, sonst könnte ich jetzt weder Bloggen noch die deprimierenden Dinge aus mir heraus- und in eine Datei hineinschreiben.

Die Kunst der Fuge (und was man sonst so treibt).

Abends ein Telefonmarathon von Couch zu Couch (1x Berlin, 1x München), aufgrund der Länge und der Themen fühlte sich das fast an wie ein richtiges Treffen.
Nebenbei bescherte das Gespräch die erfreuliche Erkenntnis, dass auch andere Menschen dem Bedürfnis nachgeben, diverse Listen zu führen, deren Nutzen und Notwendigkeit objektiv betrachtet als fragwürdig bezeichnet werden könnte.

Danach im Bett liegend gleich die Liste meiner persönlichen Widerwärtigkeitsworte ergänzt, in der medialen Peripherie der Pandemie stößt man derzeit ja fast täglich auf neue Fundstücke, derer ich mich durch Niederschreiben zu entledigen versuche. Nun neu auf der Liste: geshutdownt (überhaupt: dieser gesamte anglizismenlastige Seuchen-Sprech gehört komplett auf den Index gesetzt, genauso wie das Wort Sprech selbst), Inzidenz-Hotspot (brr!), Knuffelkontakt (bäh!), Winterwonderland (warum muss nur immer alles so überhöht werden? und wenn schon: warum geht das nicht in unserer Sprache?), Krisenfrise (frisch aus dem kommunikativen Komposthaufen des Morgenradiomoderatorenhumors).

Tagsüber hämmert, schleift und bohrt Lolek unterstützt von seiner unverwüstlichen Verwandtschafts-Gang schon seit letzter Woche wieder in der Wohnung über uns herum, der Gatte ist nach Frankfurt in die menschenleere Universität geflohen und ich lasse mir jeden zweiten Tag Schnee in die Ohren rieseln und bade in der Stille der weißen Flöckchen.
Ende Januar wird die Bude fertig sein, dann droht nahtlos der Einzug der neuen Nachbarn, eine vierköpfige Familie, Franzosen wohl, wie Lolek mir verriet. Spontan eine Assoziation: dass die bestimmt dezenter und leiser sind als die trampeligen und laut krakeelenden Südländer, freilich sind das alberne Vorurteile und dennoch hätte ich nichts dagegen, sie träfen in diesem Fall zu.
Wir werden es sehen bzw. hören.

Da die 7-Tage-Inzidenz hier in München noch unter 200 liegt und man noch ohne Bußgeldbefürchtungen zu Sport und Bewegung ins Voralpenland fahren darf, nach einem Tag Pause zu dem Schönwetterbergtag gleich wieder eine Schnee-Expedition gemacht. Endlich mal die Leib-und-Magen-Rundtour des hübsch Bewimperten ausprobiert, sehr schöne Sache, wirklich.
Bei Sonnenschein sicher noch viel schöner, denn von der Aussicht, die man dort haben könnte, war vor lauter Schneewolken nichts zu sehen (siehe grau-weiße Bildergalerie etwas weiter unten im Beitrag). Dafür sorgten Himmelsgrau und Wochentag für absolut freie Strecke und während sich daheim in der Stadt der Schnee bereits in eine braune Brühe verwandelt hatte, konnten D. und ich und das Dackelfräulein dort draußen durch den Pulverschnee wedeln.
Ist die 200er-Marke dann überschritten, und ich tippe hierfür auf Ende der kommenden Woche, muss man sich zum Gassigehen und Schneesuchen an eine neue Landkarte gewöhnen:

Wobei ich jetzt keinesfalls jammern möchte, denn nie war es beruhigender, den einzigen Verwandten ausgerechnet am Tegernsee wohnend zu wissen, weil man (Stand Söder, von vorgestern) den selbst dann noch besuchen darf, wenn hier wie dort die 15-Kilometer-Regel gelten sollte (dort, im Landkreis Miesbach, tut sie’s bereits!), nicht auszudenken, es hätte den Papa 60 km in die entgegengesetzte Richtung verschlagen, weil was sollte man in Zeiten wie diesen, in denen es einen so nach Ästhetik dürstet, man diese außerhalb der eigenen vier Wände und der dort genossenen Bilder, Buchstaben oder Bässe, von denen so ein Akkordeon ja gottseidank stolze 72 bietet, nur in der freien Natur findet, die aber seit Wochen und Monaten noch mehr als sonst unter dem Ausflüglerandrang ächzt, so dass es oft detektivischen Spürsinns bedarf, Spazier- oder Wanderwege zu finden, auf denen es sich befreit durchatmen und das Weltgeschehen mal ein Weilchen ausblenden lässt, was also sollte man ausgerechnet in Zeiten wie diesen in einem Kaff wie beispielsweise Wolnzach, da bin ich doch wirklich froh, dieselben 60 km ins Tegernseer Tal fahren zu dürfen.

Das Schwimmen, es muss mal wieder gesagt werden, fehlt schmerzlichst. Ich habe aufgehört, die Wochen zu zählen. Sowohl in die eine Richtung (wie lang ist das letzte Mal her) als auch in die andere (wann wird es wohl wieder möglich sein). Der Schultergürtel ein Brett, der Nacken knackt, die Hüfte zwickt.
Bergsport ist großartig, aber man kann ja (leider) nicht dreimal die Woche ins Auto steigen, um zwei- bis vierstündige Touren im Voralpenland zu unternehmen, da kommt man nämlich sonst zu gar nichts mehr und tut trotz aller CO2-Freundlichkeit und Spritsparsamkeit des Autos der Umwelt nichts Gutes.
Vollends zuhause und in meinem Element bin ich nunmal im Wasser. Und ohne Wasser kein Leben, das ist ja bekannt.
Auf der Homepage der Münchner Bäderbetriebe, die die Kundschaft alle paar Wochen mit lieb gemeinten Durchhalteparolen zu trösten versuchen („Wir vermissen Euch, bleibt gesund!„), kommentiert dieser Tage eine Ärztin: „Ich vermisse euch auch und hoffe, wir sehen uns dann Ende Juni wieder.
Ende Juni?!? Woher hat die das? Wie kommt die da drauf? Ist das realistisch?

So gut es geht schiebe ich diese (Luxus-)Sorgen beiseite und blende Fragen, auf die jetzt eh niemand eine Antwort hat, aus. Freue mich an dem, was noch geht, fokussiere mich auf Anderes und Neues.
Bestelle beispielsweise Sanitärsilikon und erneuere die Fuge an der Badewanne des hübsch Bewimperten. Ein Projekt, das mehr Zeit und Nerven kostet, als wir beide dachten. Nachdem der Fugenhai seine Arbeit getan hat, stellen wir fest, dass der Vormieter ca. drei Liter Silikon in dem Spalt zwischen Wanne und Wand versenkt hat. Da die Baumärkte geschlossen haben, muss die eine Kartusche, die ich besorgt habe, ausreichen. Also werden aus Styropor ein paar Balken gesägt, um Hohlräume aufzufüllen und trotzdem ist anschließend noch eine dermaßen dicke Silikonwurst nötig, dass der Dichtstoff ausgeht und eine zweite Kartusche bestellt werden muss (absurd: Sanitärsilikon in weiß ist deutschlandweit nahezu ausverkauft, offenbar ist Verfugen ein typischer Lockdown-Lückenfüller oder eine nur allzu menschliche Reaktion auf die aus den Fugen geratene Situation – Silikonieren als Sinnbild der subjektiven Seuchenbekämpfung in unseren häuslichen Sanitärzellen, was weiß ich…?).
Ich klebe den gesamten Wannenrand mit Folie ab, damit der Freund bis zur Vollendung des Werks duschen kann. Mit der zweiten Kartusche geht es eine Woche später weiter, immerhin kann man jetzt verschwenderischer agieren.
An den zwei langen Abenden, an denen ich mich der Kunst der Fuge widme, kauert der hübsch Bewimperte stundenlang vor seiner Nähmaschine oder auf dem Fußboden, um den Prototyp der Lodenmäntel für unsere Hundefräuleins zu entwerfen, anzupassen und zu nähen. Dazwischen bestellen wir Pizza, machen Yoga, spielen mit den Hunden und erzählen uns unser Leben.

Auch mit D., meiner anderen Corona-Bezugsperson, ehemals enge Freundin genannt (ich treffe ja, wie schon im Frühjahr 2020, seit drei Monaten konsequent nur noch zwei haushaltsfremde Menschen) ein Nähprojekt, hier ohne Pizza und Yoga, stattdessen mit Weißwurstfrühstück und Tiefschneespaziergang durchs Stadtviertel.
Man schätzt die Talente und Nähe der Freunde jetzt nochmal mehr (oder entdeckt sie ganz neu), jede/r tut, was er/sie kann, gemeinsam ist man so ein Stück unabhängiger von der weitgehend geschlossenen Infrastruktur da draußen.
(Nächstes Projekt: Wir bestellen zwei Friseurscheren und üben uns halt mal in dieser Handwerkskunst.)

Dank Hund sind auch lange, mit den Corona-Bezugspersonenen verbrachte Abende nach wie vor möglich, das nächtliche Heimspazieren nach 21 Uhr läuft unter Handlungen zur Versorgung von Haustieren und wird nicht geahndet.
Diese unfassbare Stille der Stadt um 23 Uhr ist immer wieder ein Erlebnis, manchmal allerdings auch ein unheimliches, denn wenn man eine Viertelstunde lang, mitten im Herzen der Stadt deren Puls weder hört noch spürt, maximal zwei anderen Gassigehern und einer leise durch die Lautlosigkeit der Straßen gleitenden Polizeistreife begegnet, hat das was Gespenstisches.

Das Glück des Hundhabens fühlt sich momentan aber vor allem aus einem anderen Grunde besonders groß an.
Kurz vor dem Tumorkontrolltermin in der Tierklinik, bei dem auch der operative Eingriff vereinbart werden sollte, tasten der Gatte und ich die beiden Knoten an Pippas Brust nochmal selbst ab und staunen nicht schlecht – beide Umfangsvermehrungen haben binnen zwei Wochen ihren Umfang reduziert, die eine sogar deutlich (um gefühlte 60-70%). Die Tierärztin staunt ebenfalls, denn damit ist aus der winzigen Chance, die sie Anfang Dezember erwähnte (zugleich aber empfahl, uns nicht an sie zu klammern), höchstwahrscheinlich nun doch eine Tatsache geworden: die erbsengroßen Verhärtungen, die sich verkleinert haben, dürften einer Lactatio falsa entsprungen sein, eine Art verfrühter, verkaspelter Milchstau während der Scheinträchtigkeit und vor dem fiktiven Wurftermin, der sich, wenn die Hündin dann die Wochen der Pseudo-Mutterschaft durchlebt, wieder auflöst. Nach dieser Botschaft löste ich mich ebenfalls auf, und zwar in Tränen, und die Nierenschmerzen, die mich wochenlang gequält hatten, waren plötzlich verschwunden.

Wir verließen die Tierklinik also ohne OP-Termin in der Tasche, sondern mit dem Rat, das, was von den Knoten noch übrig ist, alle zwei Wochen durch Abtasten zu kontrollieren, und falls nach Ende der Scheinmutterschaftswochen dann gar nichts mehr zu spüren ist, wären wir dem Tumor-Thema tatsächlich erstmal von der Schippe gesprungen.
Sollten die Knoten allerdings nicht komplett verschwinden, muss das Fräulein der Ärztin erneut vorgestellt werden (nun besteht die winzige Chance nämlich in anderer Hinsicht… – dann war es doch nichts rein hormonell Bedingtes, aber daran wollen wir jetzt wirklich nicht denken).

Und so genieße ich es im Augenblick mehr denn je, dem Dackelfräulein zuzugucken, wie sie durch den Pulverschnee pflügt, unter der Schneedecke den einen oder anderen Tannenzapfen ausbuddelt und ihre Beute ausgelassen herumwirbelt, oder so viele weiße Kügelchen an Bauch und Pfoten kleben hat, dass sie aussieht wie ein Büffel mitten im übelsten Fellwechsel und nicht mehr weiterlaufen kann vor lauter eisigem Behang, mich dann hilfesuchend an die Wade stupst, damit ich sie von den Eisbommeln befreie oder – weil ich warme Hände behalten und mir das Gepfriemel ersparen möchte – sie gleich unter meinen Goretexmantel packe (wo das ganze Kugellager von ihr abtaut, bis sie schön trocken und mein Bauch unschön patschnass ist), oben den Reißverschluss knapp unter ihr Nicht-Kinn hochziehe, unten den Gürtel enger zurre, damit sie nicht rausrutscht, und so mit ihr vor die Brust geschnallt wie eine Kängurumutter den watteweichen Winterhang hinuntersurfe.

Pandemic Peaks oder: Bedeutungslose Berge in Bayern.

Die Einschläge kommen näher.
Jemand, mit dem der Gatte in einer präsenzerfordernden Besprechung saß (mit großem Abstand zu allen Teilnehmern und mit offenen Fenstern), ruft an und teilt mit, er sei positiv getestet worden und befände sich nun mit leichten Covid-19-Symptomen in Isolation. Öha!
Nach einer Schrecksekunde beschließen wir, die empfohlene Quarantänedauer durch einen Corona-Test (hoffentlich) abzukürzen.

Top organisiert, dieser Test-Termin, null Wartezeit, zumindest wenn man zu Fuß hingeht, ein bisschen spooky zwar, dieses zweckentfremdete Bierzelt, aber mei.

Bis zum Testergebnis werden wir nun niemanden mehr treffen.
Und suchen nur noch Orte auf, an denen auch uns niemand mehr treffen kann.
Das macht uns zum einen nicht viel aus, da wir ja auch sonst mal gern ein paar Tage lang recht abgeschottet leben und arbeiten.
Zum anderen sind wir Anhänger des pandemischen Imperativs, den Herr Drosten in seiner Schillerrede verkündet hat: „Handle in einer Pandemie stets so, als seist du selbst positiv getestet, und dein Gegenüber gehörte einer Risikogruppe an„.

Angst haben wir keine. Vermutlich wird einem das in den nächsten Monaten noch öfter so ergehen, dass sich im Umfeld jemand infiziert hat und einen darüber informiert.
Überhaupt ist das mit der Angst ja einer der interessantesten psychologischen Aspekte (und Argumente) in dieser Pandemie. Die Querdenker unterstellen den Geradeausdenkern immerzu Angst (im Sinne eines von der perfiden Regierung und dem teuflischen Drosten angeworfenen Motors, der uns antreibt, ebenso blind wie verschreckt einem diktatorischen Ruf in unseren eigenen Untergang zu folgen, wenn wir nicht endlich – so wie sie – quer statt geradeaus denken und „die Wahrheit“ hinter all dem Raunen hören/sehen/erkennen. Die Geradeausdenker hingegen attestieren den Querdenkern ebenfalls von Angst getrieben zu sein (weshalb sonst würden die den diversen Gurus oder dem Geschwurbel, das auf diesen Gottesdiensten Versammlungen verkündet wird, folgen und diese einfachen „Lösungen“ oder Parolen weiterbeten glauben). Besonders bemerkenswert finde ich, dass beide Lager auf die eine oder andere Weise felsenfest von sich behaupten, keinerlei Ängste zu haben.
Bei Gelegenheit werde ich mich darüber vielleicht mal ausführlicher und differenzierter auslassen, vor allem über den feinen Unterschied zwischen „Panikmache“ und „Information“.

Die Quarantänetage nutze ich, um den Balkon endlich winterfest zu machen, Gugelhupf zu backen und zu essen, die Ablagestapel der letzten Wochen abzutragen und das Forschungsprojekt KoCo19 (unter dem Link finden Sie meinen Blogbeitrag zum Studienbeginn) in seinem Fortgang zu unterstützen.
Sie erinnern sich bestimmt: wir gehören zu den 3.000 zufällig ausgewählten Münchner Haushalten, denen das Tropenmedizinische Institut der LMU (die verlinkte Seite offenbart Ihnen u.a. spannende Einblicke in unser Esszimmer) im Rahmen eines großen Corona-Forschungsprojekts Blut und Informationen abzapft.
Erfreulich ist, dass in Phase II des Projekts das Blut nicht mehr aus der Vene entnommen werden muss, sondern man das nun ganz entspannt und ohne den dreiköpfigen Test-Trupp um einen herum eigenständig erledigen kann, nachdem man das Anleitungsvideo studiert hat (das Filmchen hat mich sprachlich begeistert und mir ein neues Lieblingswort beschert: „die Fingerbeere“).

Da das Dackelfräulein auch in Quarantänezeiten hinausmuss, schleichen wir uns maskiert zum Auto und fahren unmaskiert in das schöne und dank Herbstferienende nun endlich wieder halbwegs leere Voralpenland.

Alle bekannten Wanderparkplätze, Wege und Berge werden gemieden, und dabei kommt dann halt auch mal so ein schräges Vorhaben wie das heutige raus.
Als bekennender Zahlenfetischist (nein, nicht von Fallzahlen, sondern von Jubiläen, Geburtstagen und anderen wichtigen Daten) bin ich schon länger auf der Suche nach einem Berg, zu dessen Gipfel ich entweder genau 1.307m hinaufsteigen kann oder der exakt 1.307m hoch ist. Und heute Morgen, beim Studium des Kartenmaterials, entdeckte ich ihn. Sogar in der Gegend, in die ich sowieso gern fahren wollte. Er heißt der oder das Schwarzbergel und befindet sich im Tölzer Land.

Ich (= blauer GPS-Signalpunkt) auf dem 1.307m hohen Schwarzbergel.

Betrachten Sie dieses alpine Ziel übrigens ausnahmsweise einmal explizit nicht als Wanderempfehlung, außer Sie sind Förster, Fährtensucher oder warten auch gerade auf Ihr Testergebnis und müssen dennoch mit dem Hund raus.
Denn das Schwarzbergel lohnt sich nicht. Keine Aussicht, kein Rastplatz, kein Gipfelkreuz, nur ein schnöder Stein markiert den höchsten Punkt.

Der 6,5 km lange und immerhin 640 Höhenmeter überwindende Aufstieg ist zur Hälfte weder ausgeschildert noch instinktiv auffindbar. Ohne GPS-Signal finden Sie den Gipfel garantiert nicht und selbst mit Signal ist er des Gefundenwerdens nicht wert.
Nicht einmal Einheimsiche kennen ihn, wie ich bei der einzigen Begegnung des Tages feststellen durfte („Gehst aufn Geierstein auffi?“ – „Nein, ich gehe aufs Schwarzbergel.“ – „So an Berg gibts hier ned.“ – „Doch, in meiner Karte gibt’s den.“).

Als wir nach einigem schweißtreibenden Hin und Her das Schwarzbergel samt Gipfel schließlich gefunden haben, blinzle ich an einen halb abgeknickten Baum gelehnt ich in die Sonne, esse meine Semmel, trinke meinen Tee und klemme dem Fräulein ihren heiß ersehnten Futternapf in eine Lücke zwischen zwei Tannenstümpfen.
Das ist also ein Lieblingszahl-Berg. Tja. Dass er gar so unscheinbar sein würde, hätte ich nicht gedacht.

Macht nichts, die Bewegung tut trotzdem gut und Ruhe hat man hier auch und beim nächsten Versuch mit einem 1307er probiere ich wohl besser die Variante aus, bei der die Zahl sich auf die zurückzulegenden Höhenmeter bezieht und nicht auf die Höhe des Berges.

Beim Abstieg machen wir noch einen Schlenker hinüber zum Geierstein, auf richtigen Wegen und sogar von Schildern und neugierigen Blicken begleitet.

Die Entschädigung für all das Unspektakuläre kommt ganz zum Schluss – und dann aber knüppeldick.

Was für eine Stimmung, was für ein Panorama, was für ein Sonnenuntergang!

Freuen Sie sich schon heute auf eine weitere Folge der neuen Serie „Pandemic Peaks – bedeutungslose Berge in Bayern“, wir werden solche Unternehmungen in nächster Zeit nämlich fortsetzen und uns lockdowngemäß weitgehend von den Mitmenschen fernhalten, obwohl soeben das negative Testergebnis eingetrudelt ist und man ja nun wieder auf normalen Wegen wandeln dürfte.

Pandemiepommery.

Rituale sind ja, sofern sie nicht gedankenlos repetiert oder zelebriert werden, eine äußerst gute, struktur- und haltgebende Sache.

Zur Zeit ganz besonders, denn die Pandemie-Nachrichten kündigen zunehmend einen Winter an, der zwar recht stayathome-kuschelig werden dürfte, demzufolge steht aber zu befürchten, dass er zugleich ziemlich kontaktreduziert verlaufen wird, je nachdem, wie viele Kuschelgenossen eben im eigenen Hausstand vorhanden sind. Eine wohlüberlegte Auslese der darüber hinaus wichtigsten Menschen und Tiere wird man hoffentlich weiterhin zu diversen AHA-Erlebnissen und gemeinsamen Wanderungen durch die Kälte noch treffen dürfen.

Option 3: Zum befreundeten Rudel reisend.
Hallo Bobby, schön, dich wiederzusehen!

Die drei Tage bei den Braunschweiger Freunden haben das Depot an externem Sozialglück nun nochmal ordentlich aufgefüllt: ein Stadtspaziergang mit A., ein Privatcoaching durch W., dreimal Gute-Nacht-Kuscheln mit B., eine ausgiebige Wanderung durch den Südharz, ein Schwumm im schönen und leeren 50-Meter-Becken des Sportbads, lange Frühstücke, noch längere Abende, leckeres Essen & Trinken und abschließend eine richtige Party anlässlich des vierjährigen Freundschaftsjubiläums, so wie auch schon im letzten Jahr am 17. Oktober. Werden wir beibehalten, dieses Ritual.

Coronamäßig ist man ganz auf einer Linie, was den Umgang mit Nähe und Distanz doch sehr erleichtert und unerquickliche Diskussionen erspart, wir sind uns also völlig einig über die konkrete Ausgestaltung der kleinen Jubiläumsfeier zu Coronazeiten: jeder lümmelt in Hausklamotten auf einem separaten Sofa, statt Aerosolen schwirren herrliche Klänge aus fünf Jahrzehnten Musikgeschichte, ein paar Katzenhaare und Wunderkerzenfunken durch das schummrig-gemütliche Dachgeschoss.

W. kümmert sich um das Kaminfeuer, ich kümmere mich um meine allergiebedingt triefende Nase, A. kümmert sich pünktlich zu Mitternacht um das Öffnen des feierlichen Fläschchens, nur die Haustiere, die kümmert der ganze Zinnober herzlich wenig, die suchen lieber das Weite.

Diese Nacht hat gleichermaßen was von 80er-Jahre Schulparty und Silvester in einer urigen Hütte, wir sind glücklich, dass wir das zusammen erleben dürfen, irgendwer sagt kurz vor dem Korkenknallen den albernen Satz „So jung kemma nimma zamm„, woran uns freilich für einen winzigen Augenblick doch bewusst wird, dass die 80er Jahre ja glatt schon etwas länger zurückliegen, als man’s nach den paar Schlückchen an dem Abend gedacht hätte, überhaupt sind wir recht ausgelassen und albern in diesen Stunden, ein gewisser Galgenhumor ist wahrscheinlich auch verantwortlich für diese Stimmungslage, und vielleicht wäre es an der Zeit, den zahlreichen neuen Vokabeln, die diese komische neue Normalität uns bereits vor die Füße gehustet hat, noch eine weitere hinzuzufügen: Galgenschampus.

Oder Pandemiepommery – das gefällt mir eigentlich noch besser.

Danke, liebe Andrea und lieber Wolfgang, für die schöne Zeit bei bzw. mit Euch und für vier Jahre Befreundetsein, bleibt gesund, kommt gut durch den Winter und schaut immer nach vorn: bei unserer nächsten Party am 17.10.21 gibt’s dann bestimmt schon einen Vakzineveuveclicquot! 🙂🥂🍾💛

Gib ihnen noch drei südlichere Tage…

Drei Bayern in Südtirol.

Tag 1.

Kleine Bergtour zum Hexenbödele (klingt schwäbisch, war aber in den Sarntaler Alpen und schön dort) und große Almenwanderung mit Erdpyramidenbesichtigung. Am späten Mittag ein Teller Schlutzkrapfen, ein Schälchen Salat und ein Schluck Weißbier (wieso gibt’s hier ausschließlich Weihenstephaner?). Das Fräulein keift die italienischen Rüden an, ist ansonsten aber guter Dinge. Wir auch – die Aussicht auf Schlern und Latemar und das Wandern durch die kleinen Dörfer mit den hübschen Kirchen sind ein so unerwartetes Geschenk (und wir immer noch so überrascht von uns selbst, dass wir überhaupt hier sind). Abends spartanische Jause (Resteessen aus den Münchner Kühlschränken) in der kleinen Küche, die zu unserem unglaublich günstigen Zimmerchen in dem hübschen 700 Jahre alten Hof gehört (merke: je preiswerter das Zimmer und je älter das Gebäude, in dem es sich befindet, desto mehr Käfer sitzen in der Duschwanne und desto besser ist es insgesamt, die Brille daheim vergessen zu haben).

Tag 2.

Wir wollen nach Bozen. Autofahrt über schmale Sträßchen nach Oberbozen. Keinen Parkplatz gefunden. Von drei kleinen Parkplätzen darf auf zweien nur für 60 Minuten geparkt werden, der dritte Parkplatz ist rappelvoll. Nur 1 Stunde Zeit für Bozen ist natürlich völliger Käse, daher das Schicksal herausgefordert und auf einem der 60-Min-Parkplätze die Parkscheibe auf eine fiktive Ankunftszeit gestellt, die uns mit etwas Glück (oder gutmütiger Politesse) 4 bis 6 Stunden Aufenthalt in Bozen erlaubt. Hat geklappt. Genauso wie das Dackelfräulein in der Seilbahn, die uns von Oberbozen nach Bozen befördert, als Schoßhund (!) zu deklarieren – denn nur die dürfen dort ohne Maulkorb und Fahrschein mitreisen. Bozen empfängt uns mit T-Shirt-Wetter, zahlreichen maskierten Italienern und kaum Grashalmen (geschweige denn Wiesenfleckerln), so dass wir dem Fräulein zuliebe alsbald an den Stadtrand ausweichen, wo sich ein wahres Arboretum befindet, in dem auch ein paar italienische Rüden herumspazieren, deren Interesse auf keinerlei Gegenliebe stößt. Die hormonelle Situation ändert sich schlagartig gegen 17 Uhr, als uns in den Gassen der Altstadt (wir haben zwischenzeitlich fünf Stunden con bassotto a Bolzano hinter uns) ein unscheinbarer, zahnloser Malteserrüde begegnet. Das Fräulein ist nun paarungsbereit und wie immer sind Alter, Aussehen, Rasse, Benehmen und Bildungsstand egal. Nix wie zurück zur Seilbahn! Wir schweben hinauf nach Soprabolzano, erstehen dort noch ein paar Lebensmittel in einem winzigen Laden, fahren zu unserem Quartier zurück und feiern das Leben und dass wir dem biglietto entgangen sind.

Tag 3.

Laut Wetterbericht letzter Spätsommersonnentag. Wir sitzen müde beim Frühstück. Die Nacht war schwierig, weil das hormongepeitschte Teckelhirn stündlich Impulse zu ungewöhnlichem Verhalten sendete. Um 3 Uhr büxte sie aus meinem Bett aus, stürzte sich zu D. ins Bett und umarmte sie so heftig und innig, dass an entspanntes Atmen oder gar Schlafen nicht mehr zu denken war. Trotzdem will dieser Tag ausgekostet werden. Während D. an ihrem Teetässchen nippt, wälze ich die Wanderkarte. Noch einmal in diesem Jahr die 2.000m-Grenze überschreiten, das ist die Idee – wir setzen sie auf dem Rittner Horn um. Gute Entscheidung, denn der Hundumblick könnte besser nicht sein – schließlich will man der vierbeinigen Gefährtin ja was bieten am Welthundetag (erst recht, wenn sie schon nicht einen der vier Rüden haben darf, denen wir im Laufe des Bergtages begegnen). Sechs Stunden später noch ein letzter italienischer Kaffee kurz vor dem Parkplatz, der Schlern ist mittlerweile in dichte Wolken gehüllt, das war’s dann wohl mit der Nachspielzeit, die wir dem Sommer abgerungen haben. Um 20 Uhr fallen die ersten dicken Tropfen auf den Sims unseres Küchenfensters, beim Nachtgassi pfeift mir ein eisiger Sturm um die Ohren und das Einzige, was morgen, wenn wir (aller Voraussicht nach) bei leichtem Schneefall über den Brenner heimwärts fahren werden, noch an den Sommer 2020 erinnern dürfte, sind die Autoreifen.

Alpi Sarentine.

Ja wer hätte das gedacht? Völlig überraschend findet das Morgengassi heute in den Sarntaler Alpen statt. Mit Schlernblick!

Gestern Nachmittag in einer Hauruckaktion – nur 2,5 Stunden nach Geburt der Idee, was schon eine kleine Herausforderung ist hinsichtlich spontaner Quartiersuche und Zusammenpacken der Siebensachen – München verlassen und mit D. & dem Dackelfräulein in den Süden durchgebrannt. Schön hier!

Es geht ans Eingemachte oder: So schlecht bin ich gar nicht, im Werfen.

Absurd. Bereits zwei saukalte, verregnete Tage fühlen sich mittlerweile (innerlich und äußerlich) an wie früher eine ganze Mistwetterwoche. Ist diese Wahrnehmung etwa auch so ein Nebeneffekt des Älterwerdens? Keine Ahnung.
Heute jedenfalls schon beim Genuss des Frühstückseis erleichtertes, frühmorgendliches Aufatmen, dass es draußen wieder lichter ist (im Hinterkopf pocht die bange Frage, wie man ihm begegnen wird, dem ja erst noch bevorstehenden Novemberregen, geschweige denn dem langen Wintergrau).

Die Brandenburger Freunde bringen einen Geschenkkarton gefüllt mit Erträgen aus dem eigenen Garten und der heimischen Töpferwerkstatt mit, der uns noch den halben Winter über nähren und erfreuen wird: So viele Gelees, Eingemachtes, Brot, zwei dekorative (und sogar schmackhafte) Weißbierproben aus der Hauptstadt, allerlei Obst, schönstes Gemüse (besonders hervorzuheben: ein Potpourri aus den 28 selbst gezogenen Tomatensorten) und gleich noch die entsprechende Keramik dazu, auf der das alles aufbewahrt, angerichtet und serviert werden kann.
Ja ist denn heut schon Weihnachten?, denkt man da kurz, staunt dann aber einfach weiter, wozu die Bloggerei so geführt hat über all die Jahre, und freut sich dran.
Zwischenzeitlich sind die beiden im empfohlenen Ferienort angekommen, sogar ohne Schneeketten, stattdessen bei Sonnenschein und blauem Himmel, was leider nicht den gesamten Aufenthalt über so bleiben wird, wenn man den Prognosen glauben möchte.

Die Gemeinden Murnau, Mittenwald und Lenggries (und demnächst auch Schliersee) dürften mir langsam Provisionen zukommen lassen für die kostenlose Werbung und die erfolgreiche Vermittlung von Gästen. Überhaupt sollte ich ernsthaft drüber nachdenken, ob Individuelle Urlaubsberatung (inkl. -betreuung vor Ort) nicht jenseits des Freundeskreises ein Metier wäre, aus dem sich ein wenig Kapital schlagen ließe.
Das Coronajahr bescherte so einige Anfragen aus der Leserschaft (teils auch von Lesern, von denen ich gar nichts wusste/ahnte): ob ich nicht einen Tipp hätte für eine passende Urlaubs-/Wanderregion, dann wurden die Begleitungen, die Vorlieben, der finanzielle und zeitliche Rahmen sowie die sportlichen und sonstigen Ambitionen zu Berg und Tale genannt, und man stellte mir für meine Bemühungen stets etwas in Aussicht, das über ein herzliches Dankeschön hinausging.
Nicht schlecht eigentlich. Werde ich mal durchdenken und demnächst mit meinem österreichischen Privat-Coach besprechen.

Einstweilen kann ich Ihnen anbieten: Wenn Sie (oder jemand, den Sie kennen), Urlaub in Oberbayern planen und ein paar Tipps brauchen, die Sie mit einem ordentlichen Mahl honorieren möchten – kommen Sie ruhig auf mich zu!
Auch andere Naturalien oder Dienstleistungsen nehme ich gern an, ebenso sind Globetrotter- oder Sport-Scheck-Gutscheine jederzeit willkommen.

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An der nördlichen Spitze der Theresienwiese wurde gestern anlässlich der Gedenkfeier zum 40. Jahrestag des Oktoberfest-Attentats im strömenden Regen eine Dokumentationsstätte eröffnet.

Ich erinnere mich noch gut an jenen Abend: Die Schlange vor dem Riesenrad war außergewöhnlich lang. Die Mutter wollte, dass wir uns anstellen, weil die Riesenradfahrt jedes Jahr unseren Familien-Wiesn-Abend abrundete, und so sollte es auch diesmal sein. Der Papa war dagegen, weil er keine Lust hatte, eine halbe Stunde für eine wegen des enormen Andrangs womöglich auch noch verkürzte Fahrt anzustehen.
So durfte ich damals entscheiden, ob wir bleiben oder gehen sollen, und wie so oft, schlug ich mich auf die Seite des Papas, und plädierte für den Aufbruch. Die Fahrt mit dem Riesenrad war mir vergleichsweise wurscht, ich war damals deutlich mehr an Geisterbahn, Kettenkarussell, Schießständen (wegen der Riesenteddybären, nicht wegen der Gewehre!) und gebrannten Mandeln interesssiert. Als wir die U-Bahn-Station Goetheplatz erreicht hatten und gerade die Rolltreppe betreten wollten, hörte man die gewaltige Detonation, alles zuckte zusammen, und der Papa packte die achtjährige Tochter fest an der Hand, hakte die Mutter unter, sagte in einem für ihn ungewohnt strengen Ton „Da ist etwas ganz Schreckliches passiert – lasst uns zusehen, dass wir sofort von hier wegkommen!“, und mit zig anderen Menschen stürmten wir zur U-Bahn hinunter.

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Beim Sonntagslauf im Park sehe ich nach Längerem mal wieder den alten Mann mit seinem einäugigen Hund.
Runde 1: Der Mann sitzt auf einer Bank, der Hund liegt vor der Bank im Gras und reckt seine graue Schnauze der Nachmittagssonne entgegen.
Runde 2: Drei Kinder bewerfen den Hund abwechselnd mit Steinen und Kastanien. Der Hund ist zu schwach, um sich zu wehren oder davonzurennen, außerdem würde er seinem Herrchen nicht von der Seite weichen. Das Herrchen guckt verzweifelt und schimpft mit gebrochener Stimme ein bisschen. Die Kinder lachen und verspotten den hässlichen Hund. Ich spüre ein Stechen in Herzgegend, das nichts mit der sportlichen Betätigung zu tun hat.
Runde 3: Die Kinder kreischen nun vor Vergnügen und schmeißen immer noch Steine und Kastanien auf den Hund, der sich mal in die eine, mal in die andere Richtung wegzuducken versucht. Ich unterbreche meinen Lauf. Gehe auf die drei Jungs zu und bitte sie, sofort mit der Quälerei aufzuhören. Einer der Bengel knallt mir eine Kastanie gegen die Wade.
Ich frage ihn, wo seine Eltern sind. Die sind drüben im Biergarten!, sagt er, Wir dürfen hier spielen!, meutert der andere, und der dritte sammelt bereits neue Wurfgeschosse – und genau den knöpfe ich mir als Erstes vor. Halte ihm beide Arme fest, entwende ihm Kastanien und Steine und zische ihn an, dass er jetzt sofort mit diesen Attacken gegen das Tier aufzuhören hat. Eine weitere Kastanie knallt gegen mein Bein und auch der einäugige Hund bekommt wieder eine ab.
Da platzt mir der Kragen, ich brülle den Jungen, der sie geworfen hat, an, was ihm einfiele, den Hund so zu piesacken, flink dreht er sich um und flitzt davon, ich bücke mich, hebe eine Kastanie auf und werfe sie ihm hinterher. Sie trifft ihn an der Schläfe, er quiekt beleidigt auf und greift sich theatralisch an den Kopf, und ich kann es nicht fassen, dass meine Kastanie ihn überhaupt getroffen hat, denn zeit meines Lebens war ich im Werfen eine völlige Nulpe, aber siehe da, wenn’s einmal drauf ankommt, und nicht um irgendwelche dämlichen Bundesjugendspiele geht, da kann ich das offenbar doch!
Runde 4 und 5: Die zuvor ausgesprochenen Drohungen haben Wirkung gezeigt und die drei Burschen haben sich in eine andere Ecke der großen Wiese verkrümelt und quälen jetzt mit ihren Wurfgeschossen andere Kinder, deren Eltern sicherlich ebenfalls irgendwo im Biergarten sitzen und sich dort um nix scheren.
Der alte Mann nickt mir müde zu. Sein Hund hat sich ins Gras gekauert, sicherheitshalber ist er ein Stück näher zur Bank gerückt.

Zuhause muss ich eine halbe Tüte Fruchtgummi essen, um dieses Park-Erlebnis in mir zuzukleistern und dem verbleibenden Tag noch angemessen begegnen zu können. Schließlich ist es erst 15:30 Uhr und da kann man die Schotten ja noch nicht dicht machen.

*****

Die Sonnenblumen von M. halten sich wacker.
Mit jedem Tag, an dem ich sie ein Stück kürzen und ihnen frisches Wasser geben muss, schneide ich dem zurückliegenden Sommer zwei bis drei Zentimenter aus seinen Eingeweiden und verspüre eine tiefe Melancholie.

Abschiede waren noch nie meine Sache.

Ein morgendlicher Anblick…

…bei dem sich mir ganz spontan (und erstmals) die Bedeutung von „Grüß Gott!“ erschließt.

Loisachbrücke bei Oberau.

Denn wenn ich ihn je irgendwo träfe, diesen Herrn Gott, dann wohl am Ehesten hier.

Grüß Gott, Werdenfelser Land! Guten Morgen, Zugspitze!

Und ein wenig Schutz könnte ja nicht schaden bei dem heutigen Transzendenz-Vorhaben, das der Gatte frühmorgens, während ich den Rucksack mit Proviant bestücke, mit der Bemerkung „Du bist bergsüchtig“ quittiert.

Wo er recht hat, hat er recht (zumal das Sujet ja gut zu einem seiner aktuellen Forschungsprojekte passt, zumindest im weitesten Sinne).

Der September ist die Zeit, Gedichte zu machen, und aus dem Leben ein Gedicht.

[Überschrift des Blogbeitrags frei nach Wilhelm Raabe]

Jagdhund auf dem Jägerkamp.

Eine überaus ereignisreiche und bewegte Woche liegt hinter uns.
3 Schwimmbadbesuche, 2 Läufe, 1 Bergtag (letzterer sogar mit dem kompletten Rudel, denn ab und zu nimmt der Gatte ja doch mal einen ganzen Tag frei), 1 Ausflug mit dem hübsch Bewimperten (schließlich verlangte die Zeit in Pretty Prättigau noch eine gemeinsame Nachbetrachtung), 1 Wiedersehen nach vielen Monaten mit dem Berliner Freund, 1 Sonntagsteeplausch mit D., 1 große Vorfreude auf die nächsten Wochen (u.a. weil sich überraschend noch hoher Blogfreunde-Besuch angesagt hat), und nicht zuletzt 1 passabler Plan für den nahenden Herbst und die Winterzeit.

Unzugänglich schien der Gipfel
Nun begehn wir ihn so leicht.
Fern verdämmern erste Wege,
Neue Himmel sind erreicht.

Urgebirg und offne Länder
Schweben weit, in Eins verspielt.
Städte, die wir nachts durchzogen,
Sind ein einfach-lichtes Bild.

Helle Wolken streift herüber
Uns umweht ihr Schattenlauf.
Große blaue Falter schlagen
Sich wie Bücher vor uns auf.

[Alpinlyrik von Hans Carossa, den im Tölzer Land Geborenen, über den ich vor langer Zeit mal referieren durfte.]

Schauen Sie genau hin: Über dem Herrn Jesus gibt’s noch jemanden!

Nur gut, dass ich mir noch die Zeit nahm, die Tage im Dunstkreis der Drusenfluh ausgiebig zu würdigen, denn morgen machen das Dackelfräulein und ich uns erneut für ein Weilchen aus dem Staub, und das, obwohl es ja gar keinen Staub gibt da herin.
Und auch die nach diesem nicht existenten Staube benannten Mitbewohner gibt es nicht mehr, will heißen, dass wir mittlerweile hier in München endlich wieder psocopterafrei wohnen bzw. leben können, weil – ich wage es mal ganz vorsichtig, das auszusprechen – die kleinen Fieslinge auch nach dem Ende der großen Hochsommerhitze nicht wiedergekehrt sind.

Was ich ebenfalls kaum auszusprechen wage, aber heute Morgen, auf dem Weg zum Postamt, dem bleich dreinblickenden Laternenpfahl, der mich so direkt danach fragte, antwortete: Uns geht’s gerade wirklich gut.

Trotz Corona ist das ein wunderbarer Sommer geworden und der Herbst lässt sich bislang auch gut an. Ja, wer hätte das gedacht?!?

Nehmen wir es dankbar an, werten es als angemessenen Ausgleich für die mehrmonatige Wasserschaden-und-Badsanierungs-Ära (zzgl. diverser Nacharbeiten und dem den Nacharbeiten nachfolgenden Schädlingsbefall), genießen es und behalten im Hinterkopf, dass das Glück ja eh ein Vogerl ist.

So mein Handyvertrag oder ein funktionierendes WLAN in der Fremde es wollen, hören wir uns dann gern von unterwegs.

Machen Sie’s gut & haben Sie eine erfreuliche Woche!

Ich denke Sie mir im Zimmer sitzend, mehr Omelett als Mensch.

(Die Beitragsüberschrift, passend zu den hinter uns liegenden Hundstagen, wurde entnommen aus: Friedrich Nietzsche. Briefe. An Heinrich Köselitz, 30. Juli 1887. )

Nach der Rückkehr aus Österreich brauchte ich diesmal ein paar Tage: zum Ankommen, zum Sortieren und um mich wieder in das Hiesige einzuklinken.
Ein Bergtag bei Lenggries mit schöner Überraschungsbegegnung auf der Hüttenterrasse, ein Schwimmabend mit dem Gatten und dem Fräulein am Lieblingsplatz des Starnberger Sees (überhaupt: das Schwimmen und der Bergsport, was für eine wohltuende Kombination und endlich ist wieder beides regelmäßig möglich) und ein Morgengassi samt Zweitfrühstück mit dem hübsch Bewimperten halfen doch sehr dabei.

Vor der Haustür bzw. auf der Theresienwiese werden neue Corona-Teststationen errichtet und in Betrieb genommen, daneben wummert die Musik von der kleinen, bewundernswerten Initiative „Kunst im Quadrat“, gegenüber der Drive-In-Zelte für den kostenlosen Rachenabstrich lungert die daheimgebliebene Menschheit kostenlos unter Palmen herum und pinselt sich den Rachen mit Alkohol aus, ein paar turnen auch übermütig und teils sogar recht talentiert auf dem Parkourgelände herum.
An die morgendlichen Müllberge hat man sich zwischenzeitlich fast schon gewöhnt, an den immer noch mit Verschwörungstheorien hausierenden und nervenden Nachbarn allerdings nicht.

Es kommt zu einer kleinen Entgleisung in Form einer minimalen Beschimpfung, als besagter Nachbar einem bei einer Zufallsbegegnung im Treppenhaus mal wieder ungebeten eine coronakritische Frage vor den Latz knallt – ich kann diesen „Ihr armen Unwissenden, Massenmediengläubigen und Noch-nicht-Erleuchteten“-Gesichtsausdruck, den seine Visage bereits einnimmt, bevor die tendenziöse Frage seinen Mund verlässt, schlicht nicht mehr sehen.
Im Grunde sind das auch gar keine echten Fragen, die er an uns hat, sondern lediglich plumpe Aufhänger, um sein Reservoir seiner Antworten auf Fragen, die wir seiner Ansicht nach dringend haben sollten, ungefragt vor unseren Füßen ausleeren zu können.
Ohnehin stelle ich von Woche zu Woche eine größere Gereiztheit bei mir fest, wenn ich diese neunmalklugen oder zehnmalignoranten Egoisten bzw. in einer Diktatur Lebenden sehe, höre, erlebe oder von ihnen lese.
Umso froher bin ich, wenn ich Anderes lese (ohnehin ein äußerst empfehlenswerter Blog).

Die Ferienzeit hier in Bayern bringt im Coronasommer 2020 etliche Tücken mit sich, die eine Umstellung der Gewohnheiten nötig machen.
An die Isar gehen wir jetzt nur noch wochentags zur Morgen- oder Mittagszeit, bevor das Partyvolk (ich habe gelernt: „Feiern“ ist offenbar ein menschliches Grundbedürfnis wie Essen, Trinken, Verdauen und Schlafen) das Flussufer bevölkert und zumüllt.

Die schönen Seen in der Umgebung besuchen wir ausschließlich nach 19:30 Uhr, wenn dort keiner mehr meckert, weil man einen Hund dabei hat und man problemlos Abstände einhalten kann, weil kaum noch jemand dort herumliegt. Leider liege ich dort nicht mal abends lange herum, weil die Mücken mich sehr lieben, was leider nicht auf Gegenseitigkeit beruht.

In die bayrischen Berge geht es seit Sommerferienbeginn nur noch antizyklisch und nur noch dorthin, wo keine Bergbahnen/Sessellifte in der Nähe sind und die Anliegergemeinden noch nicht namentlich in der Presse erwähnt wurden (wegen verzweifelter Einwohner, die sich vor lauter Parkwahnsinn und Touristen nicht mehr zu helfen wissen und Ranger einsetzen, die die Wildparker,-camper und -biesler zur Räson bringen sollen).

Positiv zu erwähnen ist: Abgesehen von den üblichen Hotspots (ein Wort, das ich nun letztmals niederschreibe, weil ich dessen inflationäre und teils auch idiotische Verwendung nicht mehr ertragen kann) leert sich die Stadt zusehends. Zum Lieblingsbad sind es nur noch 10 Minuten statt 15, zum Englischen Garten nur noch 13 Minuten statt 20. Der Oberjägermeisterbach ist nicht mehr beidseitig belegt, so dass das Fräulein wieder ungestört ihr Bad nehmen kann und man läuft auch nicht mehr Gefahr, dass auf der Wiese, auf die sie saust, um sich nach dem Bade zu schütteln, ein Nackerter benetzt wird.

Ebenfalls erfreulich: Auch den Psocoptera scheint es zu heiß geworden zu sein, sie sind – bis auf vereinzelte Mitglieder ihrer Großfamilie, die eisern die Stellung halten – verreist. Dass sie im Begriff sind, komplett und für immer auszuziehen, möchte ich lieber noch nicht beschreien, das glaube ich erst, wenn wir ein paar kühlere, nassere Tage in Folge erlebt haben werden, in denen sie nicht erneut in Windeseile unser Bad okkupieren.
Die Prognose des Schädlingsbekämpfers hat sich ohnehin bewahrheitet: sowas dauert Monate. Drei waren es bis jetzt, hoffen wir, dass es bei dieser Quartalsqual bleibt und das Ganze nun ein Ende hat. Die Mietminderung nehme ich in jedem Fall so lange in Anspruch, bis die letzte Laus ihr Ränzlein geschnürt und sich aus dem Staub gemacht hat, den es hier wohlgemerkt nicht gibt, weil ich auch darauf allergisch reagiere (aber wie Sie dank des Ungezieferlexikons, das ich seinerzeit zur Thematik verlinkte, wissen, hat die Staublaus ja auch gar nichts mit Staub zu tun, es war nur irgendein Biologe zu doof, sie Schimmelsporenlaus zu taufen).

Apropos Staub. Die vor ein paar Tagen frisch geputzten Fenster sind schon wieder dreckig. Was nicht etwa am bösen Feinstaub der Großstadt liegt, sondern an dem Gewerkel von Lolek und seinen Jungs. Unten im Hof werden die Mauern renoviert. Der Vermieter hatte das seit einem Jahr angekündigt, dass er „dringend mal an das marode Mauerwerk ranmüsse“. Eigentlich wäre „kaschieren“ das bessere Wort gewesen für diese Pseudo-Ausbesserungsarbeiten, die da grad stattfinden: wie immer wird da nichts gründlich gemacht, sondern nur die gröbsten Schäden geglättet oder einfach drübergespachtelt und -gestrichen über all die Risse und Löcher. So ist das hier, da muss man mit leben.

Ansonsten gut gekocht und noch besser gegessen, ich bin ja ein bekennender Fan meiner eigenen Gerichte, allen voran den Quiches mit diversen Füllungen.
Am Samstag war der hübsch Bewimperte nebst seiner vierbeinigen Gefährtin zum Essen geladen, und auch zur Wohnungsbesichtigung, denn die beiden kannten die Räumlichkeiten hier noch gar nicht, weil wir uns ja fast immer draußen treffen.
Er beschenkt mich mit dem zweiten Blumenstrauß, den ich binnen zwei Tagen erhielt, normalerweise komme ich bloß alle zwei Jahre einmal in den Genuss von Schnittblumen. Wobei der Strauß, den ich am Freitag von Bekannten bekam, gar nicht so richtig zählt, weil das ein fertig gebundener war: zu bunt, zu kompakt, zu schnell welk und sowieso irgendwie lieblos, dieses aufgeblähte Büschel.

Die beiden Hundedamen liegen während des Abendessens harmonisch unterm Tisch, was allen Anwesenden das gute Gefühl vermittelt, dass das schon klappen würde mit dem geplanten, dreitägigen Dogsitting, sofern der hübsch Bewimperte seine kleine Reise diese Woche denn überhaupt antreten kann (wg. Reisewarnungen allerorten).

Es wäre jedenfalls kein Schaden, die beiden Fräuleins würden sich schon mal ans gemeinsame Übernachten gewöhnen, weil sie das wenig später ohnehin bewerkstelligen müssen, wenn wir uns dann zu viert ins Maiensäss verziehen, eine abgelegene Almhütte irgendwo in der Graubündner Bergwelt, wo sich Distanzfragen endlich mal wieder aus ganz anderer Perspektive verhandeln lassen: Wie weit ist es zum Bäcker im Tal? Kann man das Morgengassi bis zum Bergsee ausdehnen? Schaffen wir’s zum Abendessen ins Berggasthaus Gemsli (oder gibt es doch nur Nudeln mit Sauce aus dem in die Klause mitgenommenen Vorrat)?
In Google Maps schaut das ja alles recht nah beieinander aus, aber die dünnen Schlangenlinien sind vermutlich winzige Serpentinensträßchen und die topographische Darstellung lässt schon das eine oder andere Gefälle erahnen zwischen Hütte hier und Gasthaus dort.
Hoffen wir mal, dass die Schweizer uns noch einreisen lassen und uns ein paar schöne Spätsommertage dort oben beschieden sind.

Denn ab und an gibt es nun bereits Tage, die dezent nach Sommerende duften. Ich persönlich rieche zwar noch nichts, aber das Dackelfräulein reckt das Näschen an solchen Tagen auf eine andere Art schnuppernd in die Morgenluft, woran man untrüglich den nahenden Abschied der aktuellen Jahreszeit und die sich heranpirschende nächste erkennen kann, so war das schon bei meinem vorigen Dackel und darauf war immer Verlass und so wird es auch diesmal sein.
Vielleicht noch drei oder vier Wochen Sommer, vielleicht auch weniger. Womöglich nur noch drei oder vier Seebesuche an lauen Abenden. Spätestens, wenn der erste Spekulatius in die Supermärkte eingezogen ist, war’s das dann. Ich bin nicht unglücklich, wenn die momentane Affenhitze vorbei ist, nur das Laue der Nächte und das Sommerlichleichte an sich, das wird mir fehlen.
Der September ist ohnehin mein Lieblingsmonat und der Oktober kann in den Bergen schöner sein als die gesamte Sommersaison – erst im November wird’s atmosphärisch kritisch für mich.

Nebenbei endlich mal den Blog ausgemistet.
Die Speicherkapazität war nach viereinhalb Jahren und fast 900 Beiträgen endgültig am Anschlag, was vor allem an den vielen Schwedenreisen und -fotos lag, die ich Dussel seinerzeit dutzendfach unkomprimiert hier eingestellt hatte. Nun ist alles entrümpelt und aufgeräumt, quasi eine ganze Ära ausgelöscht (vieles sowieso überholt oder in der Versenkung verschwunden, Menschen wie auch die dazugehörigen Geschichten und vieles mehr, das meiste davon völlig verzichtbar), natürlich nicht ohne sie vorher zu exportieren, diese Ära, nur für den (zugegebenermaßen recht unwahrscheinlichen) Fall, dass ich als Autorin doch noch zu Lebzeiten so berühmt werde, dass sich die Verlage um jeden Schnipsel meines Schaffens reißen, um ihn in ein hübsches, mit „Die frühen Schriften (Band 1 von 7)“ betiteltes Bändchen zu packen und auf den danach lechzenden Markt zu werfen, man weiß ja nie, und endgültig wegwerfen kann man’s immer noch, das ganze Geschreibsel.

Sie, liebe Langzeitleserinnen und -leser, werden eh nix vermissen, weil Sie das alles ja kennen, gelesen und verinnerlicht haben, und wohl kaum eine/r der später hier Eingestiegenen oder der Neuankömmlinge wird sich je in die Frühphase dieses Blogs zurückverirren und alles nachlesen wollen, was hier in viereinhalb Jahren so geschah, gedacht, gefühlt und geschrieben wurde.

Meine drei Serien („Himmel der Bayern“, „Song des Tages“ und „Hund haben“), die sich über die Jahre hinweg doch einer gewissen Beliebtheit erfreuten, wurden in Gänze erhalten (weil wie sähe das denn aus, wenn auf einmal von 81 vorhandenen bayrischen Himmeln nur noch 48 auffindbar wären), ein paar der am meisten angeklickten/kommentierten Beiträge ebenfalls (und auch ein paar wenige, die mir aus persönlichen Gründen am Herzen liegen), die Bildergalerie hingegen habe ich – was vermutlich manch einen aus der geschätzten Leserschaft schmerzlich treffen wird (vor allem diejenigen, die hier überwiegend der Dackelfotos wegen vorbeischauen) – stark ausgedünnt.
Sollte das jemand gar nicht verkraften, bitte melden – wir haben sowieso einen „Best of Pippa“-Kalender in Planung, weil der Papa sich da immer drüber freut, und es macht keinerlei zusätzliche Mühe, ein paar Exemplare mehr drucken zu lassen und Ihnen eine pfotensignierte Ausgabe pünktlich zum Christfeste zuzustellen.

Vielleicht gibt’s demnächst auch noch ein neues Theme/Layout für den Blog, denn die Maid auf der roten Tretbootrutsche des Header-Bilds hat nun auch ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel und ihrer Haarpracht kam das Blond schon vor Langem abhanden, nur die Muskeln, das Muster des nicht vorhandenen Badeanzugs und die Grunddynamik sind noch annähernd dieselben wie auf dem Foto, das damals im Kalterer See aufgenommen wurde.

Naja, wir werden es sehen – und Sie dann natürlich auch.

Kommen Sie gut durch diese letzten Hochsommertage und seien Sie herzlich gegrüßt.