Hund haben (13).

Morgens mit der guten Aussicht aufgestanden, dass so ein Regentag ja der ideale Arbeitstag sein könnte.

Zum Beispiel um den in Kürze abzugebenden Artikel tatsächlich fertigschreiben zu können. Oder um dem neuen Vermieter auf seine Mail zu antworten (es gibt ein paar Hakligkeiten in puncto anstehender Wohnungsübergabe mit dem Vormieter und dem Untermieter des Vormieters). Oder um sich durch ellenlange Eingabemasken des Vodafone-Umzugsportals durchzuklicken (und in der vorletzten Maske von einem Baustellensymbol – ein dämlich winkendes Männlein mit Helm in der einen und Schippe in der anderen Hand – auf Wartungsarbeiten am Server hingewiesen zu werden, danke auch, ihr Vollpfosten, dass ihr das nicht gleich mit dem <Enter> der allerersten Maske verknüpft habt, da lob‘ ich mir mal die Deutsche Post: nur ein Formular, 10 Felder auszufüllen – und schon ist der Nachsendeantrag online beauftragt und bezahlt!).

Wo waren wir doch gleich?
Ach ja, beim heutigen Regentag und dem Vorhaben, es möge ein guter Arbeitstag werden. Ein paar Mails rausgejagt, dann der Schreibarbeit zugewandt, dazwischen ein Gang zur Apotheke (der Ellenbogen bekommt jetzt eine Ibu-Kur bis zum Umzug) und zur Leergutrückgabe (der Gatte weilt grad 10 Tage am Stück im fernen Frankfurt, da muss man leider selbst mal die leeren Bierflaschen, die sowieso alle auf mein Konto gehen, da der Gatte ein Weintrinker ist, zum Automaten schleppen), danach zurück an den Schreibtisch und schon stupst einen die Hundenase an. Man schielt auf die Uhr, denkt „Oh Gott, schon wieder Mittag!“, schaut aus dem Fenster, denkt „Oh Gott, es schüttet ja!“ und vertröstet die Kleine. Die denkt „Oh Gott, ist das langweilig hier!“ und legt dann brav und zugleich mahnend ihr Kinn auf meinem Fuß ab.

Sie machen sich übrigens keine Vorstellung davon, was so ein kleines Dackelkinn wiegen kann, wenn der mit diesem Kinn verbundene Hund unbedingt nach draußen will! Da schläft Ihnen in Nullkommnix der Fuß ein, so schwer ist das! Also dauert es gar nicht lange und Sie wollen sich dann unbedingt selbst bewegen, damit Leben in Ihren eingeschlafenen Fuß zurückkehrt (ein ganzes Kapitel sollte man in dem noch zu schreibenden kynologischen Standardwerk „Der urbane Hund von Welt“ dieser „Sanften Erziehungsmethode“ widmen!).

Wetterfest verpackt (nur ich, denn Regenkleidung für Hunde lehne ich ab!) stiefeln wir zum Wald. Das Dackelfräulein hat blendende Laune. Man selbst war grad gut drin im Arbeiten und ärgert sich, dass man rausgerissen wurde, noch dazu hinaus in den Regen. Der Matsch klebt einem an den Goretexschuhen, die man erst vorgestern vom gröbsten Dreck befreit hatte. So latscht man tapfer vor sich hin, grummelt ein bisschen in den bis unter die Nase hochgezogenen Kragen der Regenjacke hinein, wirft Bälle und Tannenzapfen auf schlammige Waldwege, dass es nur so spritzt. Der Hund hat Spaß. Riesenspaß sogar. Nach einer Dreiviertelstunde sind wir beide von oben bis unten nass und dreckig.

Und dann geschieht es!
Diese unnützen menschlichen Zwänge und Gedanken, was man alles müsste/könnte/wollte, wenn man nicht hier im Wald stünde, so nass und dreckig, sie fallen von einem ab. Sie fallen einfach hinunter in die matschige Erde.
In die matschige Erde, in die meine emsige Hundemadame 2 Meter von mir entfernt gerade ein beeindruckendes Loch buddelt. Der Dackel ist nämlich ein Erdhund (auch Bauhund genannt, was die ausgehobene Grube eindrücklich widerspiegelt)!

Erdhund at work.

Überall Erde. Der ganze Hund ist erdverschmiert, meine Schuhe und meine Hose ebenfalls.
Und ich fühle mich so wie ich aussehe: geerdet!

So ein Hund ist ein perfektes Erdungsprogramm, sag ich Ihnen. Da können Sie sich ein paar dieser ollen Ratgeber (á la „Sich erden: 9 Mittel und Wege für mehr innere Stabilität“ oder „Achtsamkeit für jeden Tag: Wie Sie sich erden und zu einer bewussten Lebensgestaltung finden“) sparen, indem Sie sich einen Hund zulegen und bei jedem Wetter mit dem rausgehen müssen.

Ok, so ein Hund kostet Zeit und Geld, deutlich mehr als für ein paar Ratgeber draufgehen würde, aber dafür sparen Sie an ganz ungeahnten anderen Ecken: edle Pumps adé, gute (helle) Hosen adé, Röcke und schicke Strumpfhosen sowieso – es lebe die Funktionskleidung, die täglich abwischbare!
Oder denken Sie an all die Urlaube, diese sauteuren Fernreisen, die Sie wegen Ihres Hundes nicht mehr machen können – was das Kohle spart!
Oder an das kostspielige Theater-Abo, das Sie gar nicht mehr haben wollen, weil Sie abends viel lieber im Rudel auf der Couch rumlümmeln und total spannende, preiswerte Serien auf DVD gucken, während Ihr Vierbeiner glücklich – weil Sie bei ihm daheim sind! – auf Ihnen liegt und schnarcht!

Aber ich bin schon wieder abgeschweift. Zurück in den Wald, in den erdigen Matsch, zum Regenspaziergang mit dem Hund.
Nach anderthalb Stunden kommen Sie also triefnass und spotzdreckig wieder nachhause. Ihr Hirn ist durchgepustet, Sie fühlen sich erfrischt, rundum geerdet eben. Denn Sie haben sich bewegt, haben den Boden unter Ihren Füßen gespürt und die Luft in Ihren Lungen. Sie sind gleichwohl ein wenig müde, wohlig müde aber, weshalb Sie beschließen, dass nur ein starker Kaffee nötig sein wird, um die Rückkehr an den Schreibtisch zu erleichtern.

Sie sperren die Tür auf, schälen sich aus all Ihrem Drecksgewand, wickeln die vierbeinige Erdwurst in ein Schmuddelhandtuch und tragen sie zur Wanne, auch hier wieder eine große Erdaktion, diesmal bräunlich dahingluckernd im Abfluss verschwindend. Sie wischen die Wanne sauber, hängen das ganze triefende Glump auf, derweil Ihr Dackel wie eine wildgewordene Hummel durch die Wohnung pest und so eine Art Schnelltrocknungsprogramm abfackelt, dem zuzusehen Ihnen größte Verzückung bereitet und zugleich die wiederkehrende Frage aufwirft, ob denn so ein Hund nicht auch mal wenigstens ein bisschen müde sein könnte, wenn er doch grad so ausgiebig draußen war!?!

Auf dem Weg zur Kaffeemaschine wehren Sie alle Bälle und Stofftiere ab, die Ihnen gekonnt zwischen die Füße gepfeffert werden, schließlich sind Sie der Chef in dieser Hütte und haben sich jetzt redlich Ihren Kaffee verdient. Genug gespielt! Schluss jetzt!
Mit klaren Worten schicken Sie den Hund in seinen Korb und wenden sich dem Kaffeekochen zu.

Während Sie dann müde an der Anrichte lehnen und dem Sprotzeln der Kaffeemaschine lauschen, vernehmen Sie ein leises Fiepen. Sie lehnen sich ein Stück über die Anrichte und schauen zum Körbchen hinüber, denn von dort kommt das Geräusch. Woher auch sonst.

Und dann sehen Sie das hier:Ihr noch nicht hinter den Ohren trockener vierbeiniger Terrorist traktiert Sie mit DIESEM Blick!
Und hat sich völlig eigenständig aus seinen 5 Spielsachen genau DIESE ausgewählt!
Wie kann das sein? Geht das noch mit rechten Dingen zu?

Ich sag Ihnen, es gibt eine geheime Akademie, auf der unsere Haushunde sich zu heimlichen Seminaren treffen, die ACLF (Academia Canis lupus familiaris) nämlich, in denen sie von den Ausgebufftesten ihrer Artgenossen in der hohen Kunst der Zweibeiner-Erdung und Menschen-um-die-Pfoten-Wickelung unterwiesen werden. Da steht irgendein weiser, graunasiger Labradoodle am Flipchart, skizziert Alltagsszenarien und sagt Sätze wie: „(…) und wenn gar nichts mehr zieht, dann müsst ihr sie eben zum Lachen bringen, dann habt ihr sie sofort wieder, und sie können nicht anders und werden weiterspielen mit euch, und es wird ihnen Spaß machen!“.

Ich sehe also meine Pippa an, wie sie ihr Kinn auf diesem beknackten Emoji geparkt hat und wie sie mich ansieht. Und kann nicht anders und muss lachen, aus tiefster Seele lachen.
Erneut löst sich etwas in mir in Wohlgefallen auf: die Fixierung aufs Koffein, die eben noch vorhandene Müdigkeit, das gedanklich schon vorweggenommene Eintreffen am Schreibtisch.

Hunde sind so wunderbar.
Und das letzte Wort über die Wunder des Hundes ist auch noch längst nicht geschrieben worden (frei nach Jack London).

Amen.

Einen schönen Wochenbeginn – mit oder ohne Hund – und allzeit gute Erdung wünscht Ihnen
Die Kraulquappe.

PS: Der Dackel von Kaiser Wilhelm II trug übrigens den wunderbaren Namen „Erdmann“.PPS: Es wird noch ein langer Arbeitsabend werden, an diesem schönen Regenmontag.

 

 

Patrona Bavariae oder: Ein Abendtermin in Singapur.

Die Pforte zum künftigen Zuhause: Ein gelungener Mix aus Sackkarrenverbot und Kakadueleganz.

Beim abendlichen Vermessungstermin in der neuen Wohnung öffnet uns Louis, der derzeitige Untermieter der Vormieter, die das Feld bereits physisch geräumt haben (Trennung – keiner will dann mehr dort sein), freundlich die Tür und bittet uns hinein.
Ein Pimpf im Superman-Schlafanzug (einer der drei Kleinen von Louis) springt uns die nächste halbe Stunde permanent zwischen Zollstock und Maßband herum und quietscht jedesmal vor Begeisterung, wenn der Gatte die Rückholtaste des 4m-Maßbandes betätigt und das Metallband zurück in sein Gehäuse schnalzt. In der Küche werkeln die beiden (?) Frauen von Louis, es riecht nach asiatischem Klebreis und intensiven Gewürzen, eine der Frauen steht im Micky-Maus-Jumpsuit am Herd, die andere hilft den Kindern bei der Nahrungsaufnahme.

Wir befinden uns mitten im Abendtrubel einer singapurischen Familie und müssen bei all dem Krach und dem Versuch, uns aufs exakte Vermessen der Räume zu konzentrieren, auch noch Englisch sprechen. Müssen mit Vokabeln hantieren, die man auf Reisen und Tagungen nicht braucht, uns also komplett fremd sind (Maßstab, Nische, Kammer, Einbauschrank, Winkel, Mietdauer, Auszug, Malerarbeiten, Dübellöcher, Fußbodenleisten etc.).

Auf dem Fußboden zwischen klebrigen Reiskörnen kniend und mit dem Meterstab in die Ecken robbend lernen wir: In Singapur muss man nichts ausmessen, wenn man umzieht. Ja sowas.
Die Jumpsuit-Frau erklärt uns in einem an indische IT-Callcenter erinnernden Englisch (und einem Affentempo), dass in Singapur alle Wohnungen möbliert vermietet werden, niemand müsse da mit einer Spedition umziehen, sondern man nähme einfach seine paar persönlichen Dinge und zöge um („hm & aha“, denke ich, meinen Blick über die Küchenmöbel schweifen lassend, „so sieht das hier auch aus“, eben nach furniture-to-go & -not-to-use-with-care und justament verspüre ich noch mehr Schmerzen in meinem kaputten Ellenbogengelenk: denn das Küchenmobiliar übernehmen wir ja, vermutlich inkl. Klebreis auf dem Boden und Sesamöl an den Schubladengriffen).

Sie kichert ein bisschen dazu (eigentlich kenne ich fast nur kichernde Asiatinnen, stelle ich mal wieder fest, und bis heute weiß ich nicht, ob das was Genetisches ist oder ein kulturtypisches Verlegenheits- oder Beschwichtigungskichern). Und sie kichert noch mehr, als sie uns, die zwei in ihren Augen mit Sicherheit äußerst seltsamen Deutschen, mit dem Zollstock sogar im Einbauschrank und in der Speisekammer verschwinden sieht. Wenn der Deutsche was misst, dann halt auch gründlich (Grundriss in doppelter Ausfertigung zur Hand, falls man sich verschreibt).

Zum Abschied muss uns Minisuperman die Hand drücken und „Goodbye“ piepsen, Louis wünscht uns „all the best“ und erwähnt höflich, er würde die Wohnung Ende April besenrein an unsere Vormieter zurückgeben. Ich mache mir innerlich sogleich eine Notiz, in der ich schon heute schon gelobe, mich dann sehr zu bemühen, die singapurische Definition von „besenrein“ unter „Kulturstudien/Südostasien“ zu verbuchen.

Der Name „Singapur“ entstammt übrigens dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Löwenstadt“. Was recht gut zur Umgebung rund um die neue Wohnung passt, wie ich finde.

Denn der Dackel, der ja bekanntermaßen in seiner Persönlichkeitsstruktur weder zu Bescheidenheit noch zu Wankelmut neigt und sich daher zu recht dem König der Tierwelt mindestens ebenbürtig fühlt, wie nachfolgendes Video eindrücklich dokumentiert…

… jener Dackel wird hier (in personam des weltschönsten Dackelfräuleins) nämlich künftig seine Freude haben an der neuen Umgebung mit ihren ultrabreiten Grünstreifen (gespickt mit den Boulevardnachrichten der Artgenossen aus dem Quartier, auch hier: deutlich mehr Vielfalt als in Suburbia, da alles geboten wird von der anspruchsvollen Wochenzeitung für den urbanen Hund von Welt bis zur Tagespostille für die Promenadenmischung schlichteren Gemüts), die wir künftig bei der Abendrunde entlangschlendern werden, Richtung Bavaria- und Löwen-Monumentalstatue.

Oder wir überqueren die riesige Freifläche und gehen dem Münchner Wahrzeichen direkt entgegen.

Der ortskundige Leser mag an dieser Stelle stutzen, sich an den Kopf fassen und gleichermaßen verwirrt wie bang fragen: „Ja, sind die deppert? Welcher normale Mensch zieht denn in die Nähe der Theresienwiese? Müssen die jetzt wirklich von einem Extrem ins andere fallen?“

„Wissen Sie“, würde ich entgegnen, „suchen Sie erstmal ein halbes Jahr in dieser Stadt nach einer schönen und bezahlbaren Wohnung, in der auch Ihr Hund ohne Auflagen willkommen ist, Ihnen auf lange Sicht kein Eigenbedarf droht, Grünstreifen vor dem Haus sind und Sie rundum eine Top-Infrastruktur haben. Dann können wir gern weiterreden.“.

Wir gehen da jetzt positiv ran!
So eine riesige Freiflache unweit der eigenen Haustür hat schon was, so mitten in der Stadt. Ein seltenes Raumerleben, Platz fürs Auge, wohltuende Weite.
Die Lichter des Winter-Tollwoods werden wir mögen und das Oldtimer-Treffen wird uns auch nicht stören. Einmal im Jahr noch ein Flohmarkt und die Handwerksmesse, ja mei.
Unsere Urlaubszeiten sind nun dank des Wohnungswechsels für die kommenden Jahre fest geregelt und werden künftig stets den Zeitraum von Mitte September bis Anfang Oktober umfassen (passt eh super, da sind immer Semesterferien) und die Urlaube werden grundsätzlich mit dem Auto stattfinden.
Gewohnheiten und Regelmäßigkeiten entlasten ja das vom großstädtischen Alltag impulsgestättigte Gehirn (und zudem möchte man sich ja weder auf die Kühlerhaube kotzen lassen noch morgens vor dem Haus in ein Meer aus Scherben und gebrannten Mandeln treten, vom nächtlichen Lärm der Saufbrüder und dem Gedröhne der Fahrgeschäfte mal ganz zu schweigen).
Alles hat seine Vor- und Nachteile.
Irgendeine Kröte muss man hier in München immer schlucken, wenn man nicht Krösus ist. Und an ca. 350 Tagen im Jahr wird sich die Kröte ja auch weitgehend fernhalten.

Fotos werden wir schießen, viele Fotos, in allen Belichtungen und Stimmungen, zu allen Jahreszeiten, an die bronzene Patronin gelehnt, mit einem oder beiden bayrischen Löwen drauf, dorische Säulen umarmend oder zu den Büsten der Herren Brecht, Fraunhofer und Pschorr aufblickend, die für uns auf die eine oder andere Art bedeutsam waren oder sind (der Haifisch, die Firma, der Himmel der Bayern!).

Und mein Aufatmen wird man deutlich hören können, von dort bis hinüber zur Paulskirche, sofern das Dackelfräulein nicht gerade eine Taube oder einen Skater verbellt.
An Sommerabenden werden wir uns nach unserem Rundgang noch eine Kugel Eis holen, beim Kustermann ums Eck. Stracciatella, Kokos oder Pistazie, im Hochsommer auch mal Zitrone oder Heidelbeer.
In der Waffel versteht sich, denn es ist seit jeher nicht nur Sitte, sondern Gesetz, dass die kleine Hundemadame das Endstück der Waffel zu erhalten hat.

Liebe geht schließlich nicht nur miteinander durch dick und dünn oder täglich Spazieren, sondern Liebe geht immer auch durch den Magen.

Ablenken.

Zwei Tage bestes Ablenkungsprogramm!

Die Freundin hat nochmal die Nähnadel geschwungen und aus dem Billig-Babyhöschen einen feinen Dackelpyjama für die Nächte nach der OP fabriziert, aus dem sich das Fräulein hoffentlich nicht herauswinden kann.

Probetragen des Dackelhinterbein-OP-Schutzes…

…mit justierbaren Hosenträgern. Passt!

„Nettes Gewand für nur 8€“, denkt sich der Mensch.
„Was soll jetzt dieser Unsinn?“, fragt sich der Hund (macht aber für ein paar Stückerl Kärntner Bergkäse alles brav mit).

Das beim Medizinischen Fachhandel für malade Haustiere bestellte Teil für 18€ hat hinten und vorne nicht gepasst und ist schon wieder auf dem Weg retour. Es geht einfach nix über ordentliche Handarbeit & Maßanfertigungen.

Gestern dann, pünktlich zum Frühlingsbeginn im schönen Oberbayern, ganztags in die Berge zum Durchlüften.

Die Tannen auf 1.000 Metern Höhe verschneiter als an Weihnachten…

… und nach den zapfigen Stunden im Freien mit der Graseck-Gondel wieder hinab ins Tal.

„Die Phantasie ist ein ewiger Frühling.“ (Friedrich Schiller)

Viel Liebe, Freundschaft und Zuspruch von außen (ganz herzlichen Dank dafür!).

Zur Frühstücksbreze heute die erfreuliche Botschaft, dass der fesche Kiefer sich im Juni die Ehre gibt (und hoffentlich seinen dämlichen Cowboyhut daheim lässt) und kurz danach noch ein überaus nettes und lustiges Telefonat mit einer niedersächsischen Dame vom Kundenservice der Krankenkasse. Mein Orthopäde hat mir ein Tensgerät verordnet, das sei „so eine Art Vibrator für den Ellenbogen“, also ein „echt cooles Teil“, wie mir die Niedersächsin von der BARMER mit ihrer wunderbaren Sabine-Töpperwien-Stimme erläutert – „da werden Sie schon Spaß mit haben“ (uns beiden rutscht ein kurzes, dreckiges herzhaftes Lachen raus). Na dann!

Summa summarum nehme ich das mal als gutes Omen, hoffe auf ein paar Stunden Schlaf heute Nacht und einen reibungslosen Ablauf des für morgen Anstehenden.

Have a break, have a hot dog.

alternativer Beitragstitel: Ein Päuschen (fürs Mäuschen).

Manchmal entstehen ja auf einen Schlag und ziemlich unvorhergesehen gewisse Verdichtungen (und das ist jetzt leider nicht lyrisch gemeint).

Der Gatte schon wieder die ganze Woche weg (=mit allem, was so anliegt, allein daheim), das Dackelfräulein justament in den heißen/willigen Tagen (=erhöhter Aufwand wg. Auswahl einsamer Gassirouten, Rüdenverscheuchen und hormoneller Hibbeligkeit), einen beruflichen Abgabetermin im Nacken (=Schreiben auf Knopfdruck geht oft nicht so fix von der Hand wie erhofft) und demnächst eine Wohnungsbesichtigung vor uns (=Vorbereitungsaufwand ebenfalls allein an der Backe).

Dazwischen noch allerhand anderes zu tun – Soziales, Gesundheitliches, Alltägliches, Häusliches und Familiäres.
Plus Schwimmen, damit die Seelenlage im Lot bleibt (sonst wird alles andere auch nix).

Daher geht’s hier erst weiter, wenn Obiges hinter uns liegt, sprich: der Januar mal über die Bühne ist.

Euch allen eine gute Zeit & bis demnächst in alter Frische!
Die Kraulquappe.

DRT – try it!

Stellen Sie sich mal Folgendes vor:

Sie haben einen kleinen, quirligen und tendenziell ungeduldigen Hund.

Sie sind allein unterwegs mit diesem Hund.
Die Umgebung ist so dermaßen aufregend für Ihren Hund (Wildgehege, Mäuselöcher, andere Hunde, neuer Weg), dass „Komm!“, „Sitz!“ und „Bleib!“ ohnehin nur mühsam funktionieren.

Sie wollen aber, um ein bescheidenes Zubrot zum Rudeleinkommen beizusteuern, unbedingt Fotos von diesem Hund schießen, um Ihre Magazinbeiträge, auf die die Welt nicht gewartet hat Hundehalter dieser Welt geradezu brennen, hübsch zu bebildern.

Sie sind kein Profi, haben kein Stativ dabei, haben im Grunde auch keine Ahnung von Fotografie, weil Sie ja eigentlich mehr dem Wort als dem Bild zugetan sind, führen also nur eine alte, aber gerade so für die von den Verlagen gewünschte Auflösung taugliche Kamera mit sich, und selbst die können Sie meistens nicht kompetent bedienen, weil Sie das ausführliche Lesen von Bedienungsanleitungen hassen.

Außerdem sind Sie ähnlich ungeduldig wie Ihr Hund.

Ihr Hund ist zudem eine Hündin und gerade läufig, befindet sich also gewissermaßen in einer Art Ausnahmezustand. Sie will sausen, schnuppern, aufdringliche Aspiranten erst anschwänzeln und dann verbellen, nach Fressbarem suchen und alle 5 Meter die Botschaft „Huhu, ihr feschen Gebirgsjäger des Werdenfelser Landes, ich bin’s, die kesse Pippa aus der großen Stadt, und in ein paar Tagen darf der Beste von euch auf mich drauf!“ an ein Grasbüschel oder auch wahllos an den Wegesrand pinnen.

Na, schwant es Ihnen schon?
Genau!
Ihr Vorhaben ist nicht gerade das, was man eine Routineübung oder ein leichtes Unterfangen nennen könnte!

Fahren Sie also zeitig los und nicht erst am späten Vormittag, planen Sie für Weg und Bilder die doppelte Zeit ein. Oder die dreifache, wenn Sie der Kulisse wegen in den Bergen unterwegs sind, wo es ja auch mal unwegsames Gelände oder Höhenunterschiede geben kann. Oder biwakieren Sie gleich vor Ort auf dem schönen Höhenweg, Halbgefrorenes zappelt ja vielleicht auch weniger.

Wenn Sie aber nur ein paar Stunden Zeit haben, verrate ich Ihnen heute einen Trick.
In Insiderkreisen kursiert er unter dem Akronym DRT (Dried Rumen Trick).

In der Variante für kleine Hunde geht der so:

  • Locken Sie Ihr Fotomodell auf eine exponierten Platz (Tipp: ein Stück Brie auf die Stelle legen, wo der Hund hin soll, der riecht/klebt gut, so dass Sie Zeit gewinnen).
  • Schreien Sie „Halt-Sitz-Bleib!“ und werfen Sie sich dabei in Ihrer nagelneuen Thermohose in die hartgefrorenen Altschneereste vor Ihrer Versuchsanordnung.
  • Halten Sie währenddessen permanent Blickkontakt mit Ihrem schon wieder quengelnden Hund, damit er halbwegs bei der Sache bleibt.
  • Klemmen Sie sich so fix Sie können ein Stück getrockneten Pansen zwischen die Zähne und rufen Sie dann „Schau!“ oder verwenden Sie, falls „Schau!“ nichts bringt, das ultimative Schlüsselreizwort „Leckerlecker!“
  • Achten Sie auf behutsame Artikulation, damit Ihnen das Pansenstück nicht auskommt und der Hund es natürlich schneller aufhebt als Sie gucken können.
  • Passen Sie bloß auf, dass Sie beim Luftholen keinen bereits durch Ihren Speichel bzw. die vielen vorausgegangenen Fehlversuche aufgeweichten Pansenkrümel verschlucken, das schmeckt widerlich.
  • Drücken Sie ab!

Vergessen Sie übrigens nicht, zuvor die Kamerafunktion „Serienbild“ einzustellen, das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass eines der 10 Fotos vielleicht etwas wird.

Und wackeln Sie verdammt nochmal nicht mit Ihren eiskalten Händen herum!

Hund haben (10).

Woche 1 mit Waldi („Single-Version“).

Montag:
– hundefrei –

Dienstag:
[morgens: der Gatte verzieht sich für die nächsten 10 Tage nach Mainhattan]
Possenhofen bis Tutzing und zurück. Wunsch-Café hat zu (kein Verlass mehr aufs Internet). Verdammt. 16 km.

Mittwoch:
[morgens: kein Mann mehr im Haus => das Dackelfräulein legt los mit der Läufigkeit]
Frieding bis Kloster Andechs und zurück. Bräustüberl hat offen (auf Gott ist eben Verlass). 14 km.

Donnerstag:
[morgens: muss mal allein sein, gönne mir einen Schwimmbadbesuch]
Wald vor der Haustür bis Pullach im Isartal. Tee und Brot im Rucksack (am verlässlichsten). 11 km.

Freitag:
[vormittags: wir besuchen Freundin D. zwecks Maßkonfektion für den Dackelfräulein-Wintermantel und Zweitfrühstück]
Ehemalige Haus- und Hofstrecke durch den Olympiapark. 1 Becher Kaffee auf der Olympiaalm (ansonsten noch satt vom Frühstück). 7 km.

Samstag:
[morgens: zefix nochamal, kaputten Ellenbogen beim Getränkeholen erneut gezerrt => wo ist eigentlich der Gatte?]
Rundwanderweg Murnauer Moos. Ähndl hat offen, Kuchen ist alle (zu spät dran). Mist. 13 km.

Sonntag:
[vormittags: Care&Clean-Programm => vereinzelte Blutspuren auf dem Boden wegputzen, Slipeinlagen fürs Schutzhöschen halbieren, Hund bürsten, Ohren säubern usw.]
Umrundung Staffelsee. Keinen Bock auf Überraschungen, also von unterwegs aus im Ziel-Café Wunschplatz und -kuchen reserviert. 20 km.

Wochenbilanz:
81 km gelatscht (ohne Morgen- und Abendgassi + andere Wege), das ist wie 1x von München nach Garmisch.
2x Schwimmen, 1x Waldlauf (Letzteres grauenhaft und zäh).
4 lästige, lang aufgeschobene Dinge endlich vom Hals geschafft (sogleich besserer Nachtschlaf).
400 Fotos sortiert (ab sofort: Artikel schreiben & verkaufen).

Zufriedenstellendes Pensum an Bewegung, innen & außen.

Diesen Modus noch 4 Tage beibehalten, bis die Verstärkung wieder anrückt.
Überwiegend eine Einstellungs- und Aufstellungssache.
Schön, wenn man’s nach nur 6 Jahren endlich mal raushat.

Ein gut gebauter Mann zum Dahinschmelzen.

Ich weiß nicht, wann ich zuletzt…

…einen Schneemann gebaut habe…


…der so fix wieder zerstört wurde 😐

Aber das ist wohl gut so, denn der Gatte meldet per Whatsapp, dass man dem Kerl seinen ungeübten Baumeister ansähe. Darauf ein tröstendes Weißbier!

Song des Tages (9).

Warmmachen für den nächsten Beitrag.

Arbeitstitel: Was hat der Lago di Bonzo urlaubenden Hunde zu bieten?

Hurra – ein ganzes Ufer für mich allein!

In einem der saubersten Seen Bayerns plantschen, während sich Herrchen und Frauchen an der Wiesseer Skulpturen-Promenade von der Muse küssen lassen?

Nicht ganz wie Kopenhagens Kleine Meerjungfrau, aber mei!

Auf eine Chance hoffen, dem Ex-Captain des FC Bayerns das Leder abzujagen? Einen norddeutschen Pudelrüden aufreißen, der auf Besuch bei Frauchen im Medical Park ist?
Unter einem der schattigen Tische im Bräustüberl geduldig aushaaren, bis man ein Stück Bierbratl ergattert?

Aus der Serie „Dackelbadewannen“. Hier: Vor dem Tegernseer Bräustüberl.

Pippa besucht am Tegernsee in erster Linie ihren Opi. Der schießt zwar keinen Fußball mehr, bietet aber stets genug Schatten, Schutz und Schmankerl. Aber das taugt nicht wirklich als Tipp für andere Hundehalter.

Pippa und ihr „Opi“.

Mir wird schon noch was einfallen. Nächste Woche, nächster Anlauf.

War jedenfalls ein schöner Tag mit meinem Papa. Vorgezogener Vatertag quasi, da uns so eine Katastrophe wie 2016 nicht mehr passieren wird: Völkerwanderung zur Alm, 45 Min Anstehen für 2 Stück Kuchen, lauter besoffene Mountainbikevätertrupps um uns herum.

Abends dann nach 10 Jahren regelmäßiger Aufenthalte am Tegernsee zufällig festgestellt, dass es dort ein Freibad mit 50-Meter-Becken gibt. Wie konnte mir das entgehen? Blind vor lauter Vorurteilen („Das haben die bei dem Altersdurchschnitt eh nicht“)? Hätte man da nicht 1x in 10 Jahren wirklich gründlich recherchieren können? Unfassbar! Schönste Sportschwimmerbahnen, nix los, Wallbergblick beim Rückenschwimmen, ja toll!

Leider komme ich bislang weder einen Tag lang in Ruhe zum Arbeiten, noch ausreichend zum Fotografieren oder Nachdenken. Dafür hat mir der Handwerker, der hier gestern 7 Stunden geschuftet hat (unter anderem haben wir jetzt Licht!), am Ende des gemeinsamen Arbeitsmarathons die Hand gedrückt und gemeint, er nähme mich jederzeit als Assistenz mit. Denselben Satz habe ich doch schon vor 4 Wochen vom Schreiner gehört…?

Vielleicht wäre das ja eine Karriereoption. Am Ende des Tages zu sehen, was man geschafft hat – das hat schon was. Genug Bewegung hätte man dabei auch. Und abends den Kopf so leer, dass einem eh nicht mehr einfiele, was man sonst noch so wollte oder wollen könnte, wenn man nicht so dermaßen müde und geschafft wäre.

Erleuchtet und erschöpft grüßt
Die Kraulquappe (beinahe fertig mit dem Projekt „Umzug“).

Song des Tages (8).

© Oliver Hilbring

Neues Hörerlebnis eines alten Hits an den arbeitsreichen Wochenenden nach einem Umzug.

Ins Licht.

Nach fünf zähen, ziemlich anstrengenden und überwiegend verregneten, grauen, trüben und von diversen Ängsten, Ärgernissen und Beinahe-Amokläufen (Vodafone!) geprägten Tagen, kommt langsam das Licht zurück.

Das Internet funktioniert nach tagelangen Kämpfen mit der Hotline nun endlich, als Entschädigung für den ganzen Ärger fällt die Grundgebühr für die ersten drei Monate des Anschlusses weg und die Fritzbox bleibt ab sofort vertragslang gebührenfrei. Dafür habe ich ein paar Falten und graue Haare mehr. Hauptsache, online. 

Jetzt muss nur noch die Versicherung der Umzugsfirma die hinterlassenen Schäden regulieren, der Obertürschließer der Wohnungstür fachmännisch ausgehängt werden, das Rausfahren aus der viel zu steilen Tiefgaragenausfahrt und die Bedienung des Trockners geübt und wieder sowas wie ein normaler Alltag jenseits von Handwerker- und Lieferterminen in Betrieb genommen werden.

Ach ja, und Licht in der Wohnung, so ab 20 Uhr und in der Form von Lampen, die über einen Lichtschalter bedient werden können, das wäre auch noch eine feine Sache.

Müde in der Sonne sitzend grüßt 

Die Kraulquappe.