Domestikation oder: Ideen, auf die man kommt, wenn einem der Nikolaus nix bringt.

Tür geöffnet: Nix!
Nur die schmutzigen Stiefel vom gestrigen Marsch am See.

Raus zum Gassi. Im Treppenhaus bemerkt, was so alles in den Stiefeln der Nachbarskinder steckt. Holla, die Glücklichen!
An früher gedacht. Nikolaus, das war der Tag, an dem der Vortag, also der Geburtstag der Mutter, noch nachwirkte, das konnte die beste Lindt-Schokolade nicht übertünchen und Santa Claus konnte sich die Rute getrost sparen.
So gesehen war’s wurscht, was im Stiefel steckte oder nicht, denn die Granatenenttäuschung der Mutter steckte uns ja noch in den Knochen, obwohl wir uns die Hacken ausgerissen hatten für diesen Jubeltag und seine Würdigung.

Ich hätte da also nikolaustechnisch irgendwie einen Nachholbedarf, obwohl mir dieses ganze Advents- und Weihnachtsgedöns an sich ja egal ist. Denk ich mir so, als ich wieder hochkomme in die Wohnung.

Der Hund will spielen, ich auch. Prima, spielen wir also.

„Sind Sie vom Nikolaus eigentlich auch so enttäuscht wie ich?“

Der Hund hat sich das Spiel anders vorgestellt.
Aber für ein paar Hirschbröckerl ist es mir gestattet, die Spielregeln vorzugeben.

Hohoho!

Meine Laune ist jetzt besser.

Tipp des Tages: Sollten Sie’s irgendwie an der Seele haben oder gar zu Depressionen neigen, dann holen Sie sich doch einen Dackel ins Haus. Das ist wie ein Dauerrezept für ein Spitzen-Anti-Depressivum, weitgehend nebenwirkungsfrei, freilich nicht preiswert und auch in der täglichen Dosierung und Anwendung manchmal durchaus herausfordernd, aber Ihre Gesundheit und die Stabilität Ihres Nervenkostüms – speziell in der Vorweihnachtszeit – sollte Ihnen ja was wert sein.

Einen frohen Nikolaustag und -abend wünschen wir Ihnen!
Bleiben Sie locker, trotzen Sie der Domestikation, vor allem, wenn Sie ein Hund sind oder ein Rentier.

 

Herzlichst,
Ihre Kraulquappe.

PS: Ganz besondere Grüße gehen hiermit an die liebe B. aus O., die sich dieser Tage nichts sehnlicher wünschte als ein frontales, fröhliches Pippa-Foto und solche Wünsche nimmt der Nikolaus immer sehr ernst!

Da sein.

Der Winter ist da. Das Dackelfräulein rastet wie immer aus und staubt durch die erste, noch dünne weiße Pracht.

Und Lolek ist auch wieder da. Um seine wackelnden Türschwellen von vor zwei Wochen rauszureißen und nochmal neu zu verlegen. Natürlich wieder zur Lolek-Time: morgens um kurz nach 7 Uhr. (Möge der frühe Pole diesmal den Wurm erwischt haben.)

Der November geht in die letzte Runde. Diese Woche: Beseitigung kleinerer Baustellen, in Sachen Wohnung, in Sachen Gesundheit (nebenher noch Steuererklärung und Schimmelentfernung, eine schwere Wahl, was zuerst/lieber…).

Immer dieser verfluchte Bammel vor neuen Schäden, Pannen, Überraschungen. Und auch vor Vollnarkosen (wie oft haben sie einem für danach eine Breze versprochen, auf die man sich vor dem Knock-out tröstend freute und dann wurde ein Napf bleiches Hühnerfrikassee serviert, von dem einem noch speiübler wurde und erst recht zum Heulen zumute war).

Wie gesagt: alles Lästige in diesen Monat reingepackt! Der Advent darf mir gern und ausgiebig ein Gefühl von advenire bescheren. Ich möcht‘ mich mit einer Großpackung der Kindheitslebkuchen, diese billigen Herz-Stern-Brezen-Dinger, unter einen der frisch lackierten Türrahmen setzen und von dort aus mampfend und teetrinkend die letzten Lampen, Malereien und Silikonfugen bestaunen, um die sich der Handwerksfreund nächste Woche noch kümmern wird, und wenn ich genug gestaunt habe, dass jetzt endlich alles fertig, sauber, aufgeräumt und befestigt ist, dann möcht‘ ich aufstehen und den diesen Freitag abholbereiten Marimekkovorhang (der einen hinsichtlich zu bestellender und gelieferter Länge und zu beachtendem Rapport fast zur Weißglut getrieben hat) zuziehen und einfach mal kurz die Füße hochlegen.

Und mich anschließend gänzlich anderem, das so lang (ja, viel zu lang!) aufgeschoben wurde, zuwenden. Das neue Jahr lockt mit neuen Plänen.

Haben Sie einen guten Start in den Winter – und nehmen Sie bitte Abstand von Genesungswünschen oder Gesundheitsnachfragen, schicken Sie lieber Brezen oder Billiglebkuchen. Oder einfach ein Stoßgebet gen Winterhimmel.

Ihre Kraulquappe.