Ich denke Sie mir im Zimmer sitzend, mehr Omelett als Mensch.

(Die Beitragsüberschrift, passend zu den hinter uns liegenden Hundstagen, wurde entnommen aus: Friedrich Nietzsche. Briefe. An Heinrich Köselitz, 30. Juli 1887. )

Nach der Rückkehr aus Österreich brauchte ich diesmal ein paar Tage: zum Ankommen, zum Sortieren und um mich wieder in das Hiesige einzuklinken.
Ein Bergtag bei Lenggries mit schöner Überraschungsbegegnung auf der Hüttenterrasse, ein Schwimmabend mit dem Gatten und dem Fräulein am Lieblingsplatz des Starnberger Sees (überhaupt: das Schwimmen und der Bergsport, was für eine wohltuende Kombination und endlich ist wieder beides regelmäßig möglich) und ein Morgengassi samt Zweitfrühstück mit dem hübsch Bewimperten halfen doch sehr dabei.

Vor der Haustür bzw. auf der Theresienwiese werden neue Corona-Teststationen errichtet und in Betrieb genommen, daneben wummert die Musik von der kleinen, bewundernswerten Initiative „Kunst im Quadrat“, gegenüber der Drive-In-Zelte für den kostenlosen Rachenabstrich lungert die daheimgebliebene Menschheit kostenlos unter Palmen herum und pinselt sich den Rachen mit Alkohol aus, ein paar turnen auch übermütig und teils sogar recht talentiert auf dem Parkourgelände herum.
An die morgendlichen Müllberge hat man sich zwischenzeitlich fast schon gewöhnt, an den immer noch mit Verschwörungstheorien hausierenden und nervenden Nachbarn allerdings nicht.

Es kommt zu einer kleinen Entgleisung in Form einer minimalen Beschimpfung, als besagter Nachbar einem bei einer Zufallsbegegnung im Treppenhaus mal wieder ungebeten eine coronakritische Frage vor den Latz knallt – ich kann diesen „Ihr armen Unwissenden, Massenmediengläubigen und Noch-nicht-Erleuchteten“-Gesichtsausdruck, den seine Visage bereits einnimmt, bevor die tendenziöse Frage seinen Mund verlässt, schlicht nicht mehr sehen.
Im Grunde sind das auch gar keine echten Fragen, die er an uns hat, sondern lediglich plumpe Aufhänger, um sein Reservoir seiner Antworten auf Fragen, die wir seiner Ansicht nach dringend haben sollten, ungefragt vor unseren Füßen ausleeren zu können.
Ohnehin stelle ich von Woche zu Woche eine größere Gereiztheit bei mir fest, wenn ich diese neunmalklugen oder zehnmalignoranten Egoisten bzw. in einer Diktatur Lebenden sehe, höre, erlebe oder von ihnen lese.
Umso froher bin ich, wenn ich Anderes lese (ohnehin ein äußerst empfehlenswerter Blog).

Die Ferienzeit hier in Bayern bringt im Coronasommer 2020 etliche Tücken mit sich, die eine Umstellung der Gewohnheiten nötig machen.
An die Isar gehen wir jetzt nur noch wochentags zur Morgen- oder Mittagszeit, bevor das Partyvolk (ich habe gelernt: „Feiern“ ist offenbar ein menschliches Grundbedürfnis wie Essen, Trinken, Verdauen und Schlafen) das Flussufer bevölkert und zumüllt.

Die schönen Seen in der Umgebung besuchen wir ausschließlich nach 19:30 Uhr, wenn dort keiner mehr meckert, weil man einen Hund dabei hat und man problemlos Abstände einhalten kann, weil kaum noch jemand dort herumliegt. Leider liege ich dort nicht mal abends lange herum, weil die Mücken mich sehr lieben, was leider nicht auf Gegenseitigkeit beruht.

In die bayrischen Berge geht es seit Sommerferienbeginn nur noch antizyklisch und nur noch dorthin, wo keine Bergbahnen/Sessellifte in der Nähe sind und die Anliegergemeinden noch nicht namentlich in der Presse erwähnt wurden (wegen verzweifelter Einwohner, die sich vor lauter Parkwahnsinn und Touristen nicht mehr zu helfen wissen und Ranger einsetzen, die die Wildparker,-camper und -biesler zur Räson bringen sollen).

Positiv zu erwähnen ist: Abgesehen von den üblichen Hotspots (ein Wort, das ich nun letztmals niederschreibe, weil ich dessen inflationäre und teils auch idiotische Verwendung nicht mehr ertragen kann) leert sich die Stadt zusehends. Zum Lieblingsbad sind es nur noch 10 Minuten statt 15, zum Englischen Garten nur noch 13 Minuten statt 20. Der Oberjägermeisterbach ist nicht mehr beidseitig belegt, so dass das Fräulein wieder ungestört ihr Bad nehmen kann und man läuft auch nicht mehr Gefahr, dass auf der Wiese, auf die sie saust, um sich nach dem Bade zu schütteln, ein Nackerter benetzt wird.

Ebenfalls erfreulich: Auch den Psocoptera scheint es zu heiß geworden zu sein, sie sind – bis auf vereinzelte Mitglieder ihrer Großfamilie, die eisern die Stellung halten – verreist. Dass sie im Begriff sind, komplett und für immer auszuziehen, möchte ich lieber noch nicht beschreien, das glaube ich erst, wenn wir ein paar kühlere, nassere Tage in Folge erlebt haben werden, in denen sie nicht erneut in Windeseile unser Bad okkupieren.
Die Prognose des Schädlingsbekämpfers hat sich ohnehin bewahrheitet: sowas dauert Monate. Drei waren es bis jetzt, hoffen wir, dass es bei dieser Quartalsqual bleibt und das Ganze nun ein Ende hat. Die Mietminderung nehme ich in jedem Fall so lange in Anspruch, bis die letzte Laus ihr Ränzlein geschnürt und sich aus dem Staub gemacht hat, den es hier wohlgemerkt nicht gibt, weil ich auch darauf allergisch reagiere (aber wie Sie dank des Ungezieferlexikons, das ich seinerzeit zur Thematik verlinkte, wissen, hat die Staublaus ja auch gar nichts mit Staub zu tun, es war nur irgendein Biologe zu doof, sie Schimmelsporenlaus zu taufen).

Apropos Staub. Die vor ein paar Tagen frisch geputzten Fenster sind schon wieder dreckig. Was nicht etwa am bösen Feinstaub der Großstadt liegt, sondern an dem Gewerkel von Lolek und seinen Jungs. Unten im Hof werden die Mauern renoviert. Der Vermieter hatte das seit einem Jahr angekündigt, dass er „dringend mal an das marode Mauerwerk ranmüsse“. Eigentlich wäre „kaschieren“ das bessere Wort gewesen für diese Pseudo-Ausbesserungsarbeiten, die da grad stattfinden: wie immer wird da nichts gründlich gemacht, sondern nur die gröbsten Schäden geglättet oder einfach drübergespachtelt und -gestrichen über all die Risse und Löcher. So ist das hier, da muss man mit leben.

Ansonsten gut gekocht und noch besser gegessen, ich bin ja ein bekennender Fan meiner eigenen Gerichte, allen voran den Quiches mit diversen Füllungen.
Am Samstag war der hübsch Bewimperte nebst seiner vierbeinigen Gefährtin zum Essen geladen, und auch zur Wohnungsbesichtigung, denn die beiden kannten die Räumlichkeiten hier noch gar nicht, weil wir uns ja fast immer draußen treffen.
Er beschenkt mich mit dem zweiten Blumenstrauß, den ich binnen zwei Tagen erhielt, normalerweise komme ich bloß alle zwei Jahre einmal in den Genuss von Schnittblumen. Wobei der Strauß, den ich am Freitag von Bekannten bekam, gar nicht so richtig zählt, weil das ein fertig gebundener war: zu bunt, zu kompakt, zu schnell welk und sowieso irgendwie lieblos, dieses aufgeblähte Büschel.

Die beiden Hundedamen liegen während des Abendessens harmonisch unterm Tisch, was allen Anwesenden das gute Gefühl vermittelt, dass das schon klappen würde mit dem geplanten, dreitägigen Dogsitting, sofern der hübsch Bewimperte seine kleine Reise diese Woche denn überhaupt antreten kann (wg. Reisewarnungen allerorten).

Es wäre jedenfalls kein Schaden, die beiden Fräuleins würden sich schon mal ans gemeinsame Übernachten gewöhnen, weil sie das wenig später ohnehin bewerkstelligen müssen, wenn wir uns dann zu viert ins Maiensäss verziehen, eine abgelegene Almhütte irgendwo in der Graubündner Bergwelt, wo sich Distanzfragen endlich mal wieder aus ganz anderer Perspektive verhandeln lassen: Wie weit ist es zum Bäcker im Tal? Kann man das Morgengassi bis zum Bergsee ausdehnen? Schaffen wir’s zum Abendessen ins Berggasthaus Gemsli (oder gibt es doch nur Nudeln mit Sauce aus dem in die Klause mitgenommenen Vorrat)?
In Google Maps schaut das ja alles recht nah beieinander aus, aber die dünnen Schlangenlinien sind vermutlich winzige Serpentinensträßchen und die topographische Darstellung lässt schon das eine oder andere Gefälle erahnen zwischen Hütte hier und Gasthaus dort.
Hoffen wir mal, dass die Schweizer uns noch einreisen lassen und uns ein paar schöne Spätsommertage dort oben beschieden sind.

Denn ab und an gibt es nun bereits Tage, die dezent nach Sommerende duften. Ich persönlich rieche zwar noch nichts, aber das Dackelfräulein reckt das Näschen an solchen Tagen auf eine andere Art schnuppernd in die Morgenluft, woran man untrüglich den nahenden Abschied der aktuellen Jahreszeit und die sich heranpirschende nächste erkennen kann, so war das schon bei meinem vorigen Dackel und darauf war immer Verlass und so wird es auch diesmal sein.
Vielleicht noch drei oder vier Wochen Sommer, vielleicht auch weniger. Womöglich nur noch drei oder vier Seebesuche an lauen Abenden. Spätestens, wenn der erste Spekulatius in die Supermärkte eingezogen ist, war’s das dann. Ich bin nicht unglücklich, wenn die momentane Affenhitze vorbei ist, nur das Laue der Nächte und das Sommerlichleichte an sich, das wird mir fehlen.
Der September ist ohnehin mein Lieblingsmonat und der Oktober kann in den Bergen schöner sein als die gesamte Sommersaison – erst im November wird’s atmosphärisch kritisch für mich.

Nebenbei endlich mal den Blog ausgemistet.
Die Speicherkapazität war nach viereinhalb Jahren und fast 900 Beiträgen endgültig am Anschlag, was vor allem an den vielen Schwedenreisen und -fotos lag, die ich Dussel seinerzeit dutzendfach unkomprimiert hier eingestellt hatte. Nun ist alles entrümpelt und aufgeräumt, quasi eine ganze Ära ausgelöscht (vieles sowieso überholt oder in der Versenkung verschwunden, Menschen wie auch die dazugehörigen Geschichten und vieles mehr, das meiste davon völlig verzichtbar), natürlich nicht ohne sie vorher zu exportieren, diese Ära, nur für den (zugegebenermaßen recht unwahrscheinlichen) Fall, dass ich als Autorin doch noch zu Lebzeiten so berühmt werde, dass sich die Verlage um jeden Schnipsel meines Schaffens reißen, um ihn in ein hübsches, mit „Die frühen Schriften (Band 1 von 7)“ betiteltes Bändchen zu packen und auf den danach lechzenden Markt zu werfen, man weiß ja nie, und endgültig wegwerfen kann man’s immer noch, das ganze Geschreibsel.

Sie, liebe Langzeitleserinnen und -leser, werden eh nix vermissen, weil Sie das alles ja kennen, gelesen und verinnerlicht haben, und wohl kaum eine/r der später hier Eingestiegenen oder der Neuankömmlinge wird sich je in die Frühphase dieses Blogs zurückverirren und alles nachlesen wollen, was hier in viereinhalb Jahren so geschah, gedacht, gefühlt und geschrieben wurde.

Meine drei Serien („Himmel der Bayern“, „Song des Tages“ und „Hund haben“), die sich über die Jahre hinweg doch einer gewissen Beliebtheit erfreuten, wurden in Gänze erhalten (weil wie sähe das denn aus, wenn auf einmal von 81 vorhandenen bayrischen Himmeln nur noch 48 auffindbar wären), ein paar der am meisten angeklickten/kommentierten Beiträge ebenfalls (und auch ein paar wenige, die mir aus persönlichen Gründen am Herzen liegen), die Bildergalerie hingegen habe ich – was vermutlich manch einen aus der geschätzten Leserschaft schmerzlich treffen wird (vor allem diejenigen, die hier überwiegend der Dackelfotos wegen vorbeischauen) – stark ausgedünnt.
Sollte das jemand gar nicht verkraften, bitte melden – wir haben sowieso einen „Best of Pippa“-Kalender in Planung, weil der Papa sich da immer drüber freut, und es macht keinerlei zusätzliche Mühe, ein paar Exemplare mehr drucken zu lassen und Ihnen eine pfotensignierte Ausgabe pünktlich zum Christfeste zuzustellen.

Vielleicht gibt’s demnächst auch noch ein neues Theme/Layout für den Blog, denn die Maid auf der roten Tretbootrutsche des Header-Bilds hat nun auch ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel und ihrer Haarpracht kam das Blond schon vor Langem abhanden, nur die Muskeln, das Muster des nicht vorhandenen Badeanzugs und die Grunddynamik sind noch annähernd dieselben wie auf dem Foto, das damals im Kalterer See aufgenommen wurde.

Naja, wir werden es sehen – und Sie dann natürlich auch.

Kommen Sie gut durch diese letzten Hochsommertage und seien Sie herzlich gegrüßt.

Schöckled and drawn.

So läuft das ja häufig im Leben.
Irgendwas verstopft kolossal den Kanal, es hakt hier und dort, manches verheddert sich, nichts kommt so recht ins Fließen, erst recht nichts ins Sprießen.

Und siehe da – kaum hatte ich gestern einen Schlussstrich gezogen unter dieses arg bemühte Projekt „Graz mit Hund“, das mir von ein paar Umgebungsvariablen hier nicht nur verhagelt, sondern auch insgesamt verleidet wurde, und kaum hatte ich diesen Beschluss mit einem kleinen, äußerst erholsamen Vormittagsnickerchen besiegelt, war es danach plötzlich, als hätte jemand den Badewannenstöpsel gezogen (oder den Wasserhahn wieder aufgedreht oder welches Bild auch immer Ihnen für das Freiwerden verstopfter Energiekanäle genehm ist).
Die Sache hier kam auf einmal wieder in Fluss!

Kein einziger Regentropfen fiel seitdem mehr vom Himmel, geschweige denn ein Hagelkorn, die Hundedame lief wieder flotter und fröhlicher mit mir herum, und mir ging’s genauso. Befreit von der schweren Kamera und dem ebenso schweren Moment der finalen Mitteilung an die netten Sponsoren, dass ich hierüber nichts schreiben kann (was ich freilich auch nicht muss), weil ich das Bildmaterial nicht zusammenbekommen werde bzw. es nur zusammenbekäme, wenn ich in jeder Regenpause loshetze und in einem Affenzahn die Foto-Spots abklappere, was ich aber nicht tun (und schon gar nicht dem Dackelfräulein antun) will, und dass ich allenfalls eine ganz andere Story über diese Tage in Graz anbieten kann (die von A bis Z sehr besonders und intensiv waren) oder eben gar nichts (und überhaupt: künftig erzähle ich nur noch meine Geschichten, ein Fazit, das mir durch die Gespräche mit dem Einheimischen endlich völlig klar wurde, dass es nur so gehen kann und nicht anders), und befreit von all dem hatte ich dann schlagartig wieder Lust, mich hier – egal bei welchem Wetter – zu bewegen und Stadt und Gegend zu erkunden.

Eine Architekturführung (danke an Roswitha!), ein Freibadbesuch (repariert bitte eure Wärmepumpe, 20°C sind einfach zu frisch!), ein Ausflug zu einer Ruine (super Tipp vom Einheimischen), ein Morgenlauf im Park (alles rausgeschwitzt) und schlussendlich haben wir es heute sogar noch auf den Schöckl geschafft (der Grazer Hausberg).

Und all das mit Freude, mit Genuss, ohne Fotografierzwang, ohne irgendeine Ambition außer der, dass wir hier was sehen und erleben möchten, was uns entspricht.

Lieber den Spatz auf dem Teller als die Taube auf dem Balkon! (Alte Großstädterweisheit)

Den Titel dieses Beitrags wählte ich in Anlehnung an Bruce Springsteens „Shackled and drawn“, hatte das Lied beim Bergaufsprinten auf einmal im Kopf.
Keiner meiner favourites, aber der Text passt im Rückblick einfach so gut und außerdem mag der Gatte den Song, also sei er ihm gewidmet – mit der Zusicherung, dass seine beiden Frauen demnächst in aufgeräumter und zufriedener Verfassung heimzukehren gedenken.

Gray morning light spits through the shade
Another day older, closer to the grave
Closer to the grave and come the dawn
I woke up this morning shackled and drawn

Shackled and drawn, shackled and drawn
Pick up the rock son, carry it on
I’m trudging through the dark in a world gone wrong
I woke up this morning shackled and drawn

Schluss mit dem elenden Schönwettertourismus für Hochglanzmagazine.

Eine etwas andere Pressereise diesmal.
Nix eitel Sonnenschein & null Probleme, wie bei den bisherigen Einladungen, denen wir folgten. Der Juli hatte es wohl einfach zu gut mit mir gemeint: zusammen mit Pippas Daumenkrallenabriss riss auch die Glückssträhne ab und der August begann.

Montagmorgen.
Kurz vor der Abreise nach Österreich reißt auch der Schnappverschluss am Karabinerhaken der Hundeleine ab. Der Regen reißt allerdings die gesamte Fahrt über nicht ab. Stattdessen reiße ich auf einem Rastplatz das Bordbuch aus dem Handschuhfach, weil das Auto mich mit einer Fehlermeldung traktiert, deren Inhalt ich nicht verstehe. Leider reißt mir bei der Lektüre des Kapitels „Warnhinweise“ der Geduldsfaden.

Dazu rundherum alles grau und düster, nur die Erinnerung sagt einem: da sind sonst tolle Berge und schöne Seen, die man sehen könnte, wenn man halt überhaupt irgendwas sehen könnte außer dem pitschnassen Asphalt, ein paar Rücklichtern und dem alles verhüllenden Schlechtwetterdunst. Ein Blitzgassi in der Nähe von Admont muss genügen, schließlich will ich uns danach nicht auf der Sitzheizung trocknen und im Auto einen triefnassen Pfotenverband wechseln müssen.

Erste Station in Graz: Fressnapf.
Eine Kette, die ich sonst ungern aufsuche, nun aber froh bin, dass es die so autobahnnah und im nördlichen Industriegebiet der steirischen Landeshauptstadt gibt, damit ich nicht lange suchen muss, um eine neue Leine zu erstehen.
Leider führt das Geschäft zwar ca. 50 Leinenmodelle, aber nicht die, die ich mir vorstelle, also entscheide ich mich notgedrungen für eine andere Länge und Kordeldicke. Als ich diese Entscheidung getroffen habe, folgt die Feststellung, dass es genau diese Leine nicht mehr in schwarz gibt, sondern nur noch in grün, blau, pink und rot. Na dann eben rot, passend zum Pfotenverband des Fräuleins, allerdings völlig unpassend zum Halsband, aber mei.
Beim Verlassen des Fressnapf-Marktes kommt plötzlich die Sonne zwischen den Wolken hindurch – hurra!

Die Phase des kurzen Zwischenhochs beginnt.
Einen Steinwurf von Fressnapf entfernt, entdecke ich einen Wegweiser mit Skoda-Logo und folge ihm. Der riesige Autohändler trägt den schönen Namen KUSS und der Besuch dort hat auch ein bisschen was von Küss-die-Hand-gnä‘-Frau: ein sehr netter Servicemitarbeiter, früher noch ganz schnöde Kfz-Mechaniker genannt, liest die Fehlermeldung des Cockpits aus, erklärt sie mir, drückt die Reset-Taste und sichert mir Ruhe für die nächsten paar tausend Kilometer zu.

Das Uni-Viertel ist gut beschildert, ich finde problemlos in die Liebiggasse, wo ich in einem Hinterhof parke. Der Student, dessen Wohnung ich angemietet habe, steht schon vor dem Haus als ich vom Parkplatz zur Haustür gehe und reckt mir seinen Ellenbogen zum Corona-Gruß entgegen. In einer Hand die Hundeleine (mit Hund dran) und in der anderen einen Rucksack (mit viel Zeug drin), so kann ich beim besten Willen keinen meiner Ellenbogen heben, ohne ein Aufflammen der Epicondylitis zu riskieren.

Man zeigt mir die Wohnung: der Router erinnert an ein Objekt zwischen Babyflaschenwärmer und Dicoskugel, ist aber tatsächlich ein Router, das Passwort dann österreichischer Humor pur, ansonsten findet sich wenig High-Tech und Amüsantes, stattdessen viel IKEA, 80er-Jahre-Nichtcharme, zu jedem Raum eine 70er-Jahre Holztüre und an jedem Fenster Lamellenjalousien, deren Zugschnüre man nicht allzu oft anfassen möchte.

Der einzige mir bekannte Einheimische, den ich schon von München aus kontaktiert und um Tipps zu „Graz mit Hund“ gebeten hatte, hat einen nahegelegenen Park zum Spazierengehen empfohlen. Nach Auspacken, Einrichten und Pfotenverbandwechsel (mittlerweile eine Technik gefunden, wie wir das bewerkstelligen, ohne anschließend für Stunden zerstritten zu sein) geht es direkt dorthin.

Hügeliges Areal, saftig grün, teils urwaldähnlich, verschlungene Pfade, dazwischen kleine Teiche und weite Wiesen, auf einer besonders hohen Kuppe ein Café mit Blick über die hübsche Domstadt, weiter unten ein paar Spielplätze und die vom Einheimischen erwähnte Hundewiese, die genauso trostlos ist wie die Hundezonen in Finnland und Schweden. Ein völliges Miss- und Unverständnis von Hundhaben liegt dieser eingezäunten Ödnis zugrunde: kein Hund hat ernsthaft Lust, dort seine Runden zu drehen, man kann nur hoffen, dass derlei nie in Deutschland Schule macht.

Der Park ist menschenleer, ich lasse das Fräulein also frei laufen, die zwei Dutzend Enten in einer Wiese, an der wir vorbeigehen, sind ihr völlig wurscht (und umgekehrt), denn sie hat schon Witterung von etwas viel Spannenderem aufgenommen, es sind nämlich Tennisplätze in der Nähe, und legt mir wenig später die ranziggelbe Trophäe vor die Füße: der ca. 24ste Tennisballfund dieser Saison. Glückwunsch, Pippa!
Kurz drauf ist dann Schluss mit dem Sonnenintermezzo, wir laufen durch den Regen zurück und stellen uns „zuhause“ gleich gemeinsam unter die Dusche. Es folgt Pfotenverbandwechsel, der dritte. Und ein Nickerchen.

Dann ruft der Einheimische an und schlägt vor, dass er uns zu einem Stadtspaziergang abholt. Wir vereinbaren uns für 17:30 Uhr. Wegen eines Gewitters verschieben wir das nochmal um ein Stündchen, aber irgendwann muss man sich ja mal hinauswagen und so stiefeln wir schließlich mit Regenschirmen bewaffnet los, müssen uns ein paarmal unterstellen und kommen weitgehend trockenen Fußes in dem Beisl an, das M. für unsere Einkehr ausgesucht hat.
Herzl heißt es, dennoch schmeißt uns der Ober kurz nach Mitternacht mit einem schmallippigen Scherzl raus. Eh spät genug geworden, es war ein langer Tag.
Und ein schönes Ankommen in Graz. Es geht ja nichts über so einen Einheimischen, mit dem man nicht nur prima spazierengehen, sondern auch noch so gut ratschen kann, dass man glatt das Trinken vergisst (2 Bier sind für über 4 Stunden Sitzen & Sprechen ja ein Witz, findet vor allem der Kellner).

Dienstagmorgen.
Schwülwarme Luft flutet den Raum, als ich nach dem Aufwachen die Balkontür öffne. Die Sonne scheint. Ich beeile mich mit den morgendlichen Verrichtungen, notiere mir noch die diversen Tipps für besonders lohnende Fotospots, die M. mir am Abend gab und ziehe leichtbekleidet am Vormittag mit dem Fräulein Richtung Altstadt los.
Im Stadtpark werde ich von ein paar Junkies angepöbelt, die mit der um meinen Hals baumelnden Kamera ein Problem haben, dessen Kern ich gar nicht näher wissen möchte. Wir biegen schnell ab zum Schlossberg.
Es ist zwar nicht heiß, auch brennt die Sonne nicht vom Himmel, aber die Schwüle setzt dem Dackelfräulein zu. Sie wird immer langsamer, setzt sich gelegentlich hin, wirkt lustlos. Irgendwann mag sie gar nicht mehr, bleibt abrupt stehen und hebt ihr verbundenes Pfötchen hoch, mit einem Geschau dazu, das einen schon fast als Tierquäler anprangert.
Die Fotos, die ich da heroben machen wollte, kann ich vergessen, denn der Hund soll ja drauf sein, doch kein Reisemagazinleser fühlt sich animiert, den Grazer Schlossberg zu erklimmen, wenn dem Blick des Models zufolge schon ein Dackel dabei keine rechte Freude hatte.

Wir setzen uns hin und machen eine Trink- und Denkpause. Pippa legt sich nicht ab, sondern bleibt sitzen, mit gekrümmtem Rücken und zitternder Pfote. Ich werde immer unsicherer, ob da nicht doch was im Argen liegt. Es hat keinen Sinn, mit diesen Fragezeichen im Hinterkopf weiterzugehen. Ich google nach der nächstgelegenen Tierarztpraxis und wir kehren dem Schlossberg den Rücken.

In der Praxis muss ich vor dem Anmeldetresen warten, weil die Empfangsdame noch etwas zu tippen hat. Auf dem Tresen thront ein übergroßes Deko-Objekt: ein garfieldähnliches Katzenkaliber, täuschend echt schaut der aus. Und zu meinem Entsetzen ist er das auch, denn plötzlich bewegt die Dekofigur den Kopf und starrt mich an! Das entgeht auch Pippa nicht, ein Gezeter sondergleichen bricht los, der Garfield flüchtet mit einem Satz hinter den Tresen und meine eben noch so gehbehinderte, leidende Hundedame zieht mit der Energie eines ganzes Huskyrudels hinterher.

Die Empfangsdame wendet sich uns nun zwangsläufig zu und ich plärre ihr mein Anliegen durch den Spuckschutz entgegen, während Pippa sich die Kehle aus dem Leib bellt. Erfreulicherweise werden wir sofort in ein Behandlungszimmer geleitet und eine Minute später, das Fräulein hat sich gerade halbwegs beruhigt, kommt die Tierärztin hinein.

An der Daumenkralle ist nichts, möglicherweise hat also „nur“ der Pfotenverband genervt oder beim Gehen gedrückt. Oder die angeschlagene Verfassung ist der schwülen Witterung geschuldet. Vielleicht ist’s auch der Ortswechsel oder die nahende Läufigkeit, was weiß man schon.
Die Ärztin rät, stundenweise auf den Verband zu verzichten und notiert mir den Namen eines Sprühverbands, den ich stattdessen – zum Schutz vor Dreck – in der Apotheke besorgen und auf die Daumenkralle auftragen soll.

Um 15€ (und auch sonst) erleichtert verlasse ich die Praxis. Klappe den Stadtplan auf und schaue, was wir von hier aus noch als kleine Unternehmung anschließen könnten. Pippa setzt sich aufs Trottoir und hebt die versehrte Pfote hoch und guckt mich dramatisch an.
Ich beschließe also, dass wir uns auf den Heimweg machen und zuhause erstmal ausruhen. Mittlerweile ist der Himmel wolkenverhangen und ein kräftiger Wind kommt auf.

Pippa verzieht sich zuhause sofort in ihr Körbchen. Ich hingegen ziehe nochmal los, um den Sprühverband und etwas zu Essen zu besorgen. Der Himmel ist nun pechschwarz, der Wind pfeift durch die Gassen, in der Ferne hört man bereits ein Donnergrollen. Als ich aus der Apotheke komme, beginnt es zu regnen. Wenige Meter später schüttet es wie aus Kübeln. Ich rette mich in einen Falafel-Laden. Dort sitze ich eine Dreiviertelstunde und gucke gemeinsam mit Ali, dem Falafel-Mann, auf die Straße hinaus: es hagelt, wie man es schon lange nicht mehr gesehen hat. Nach Sekunden sind die Bürgersteige komplett übersät mit den weißen Kügelchen. Ein paar Äste und Fahrräder und anderes Zeug wird über die Wege geschleudert. Die Trambahn kommt zum Stillstand, die Autos halten ebenfalls größtenteils an. Menschen rennen vorbei, mit beiden Armen über dem Kopf.

Ali ruft seine Frau an und bittet sie, das Auto sofort unterzustellen. Etwas bang denke ich an mein Auto im Hinterhof der Liebiggasse – es steht dort unter einem alten Baum. Ich rufe meine Kontaktperson vom Tourismusverband an und frage, ob das geplante Abendessen in dem Buschenschank heute stattfinden wird, man verspricht, mich alsbald zurückzurufen.

Als der Hagel vorbei ist, renne ich durch den Regen nachhause. Unterwegs sieht man Ladenbesitzer, die mit Besen die Hagelkörner aus ihren Geschäften schippen, wegen der Schwüle stand die Tür offen und wurde zu spät geschlossen. Die Grünstreifen sehen aus als hätte es geschneit. Der Verkehr ist zum Stillstand gekommen. Wassermassen donnern die leicht abschüssige Straße hinunter. Teilweise bilden sich kleine Stauseen am Straßenrand oder auf Kreuzungen. Es ist nicht so einfach, eine Stelle zu finden, an der man die Straße überqueren kann. Die ersten Feuerwehrautos und Krankenwägen sind unterwegs. Überall Sirenen und Wasserrauschen. Triefnass erreiche ich die Liebiggasse. Das Dackelfräulein wirkt nun ausgeschlafen und kommt mir munter mit einem Spielzeug in der Schnauze entgegen als ich die Wohnungstür aufschließe.

Eine Stunde später, der Spuk scheint vorbei zu sein, machen wir uns nochmal auf zu einem Spaziergang. Es ist ein einziges Pfützenhopping, bis wir den Hilmteich, ein riesiges, hügeliges Naherholungsgebiet erreichen. Wir kämpfen uns ein Stück auf den Hauptwegen voran, die viel schöneren Nebenpfade sind alle überflutet, manche haben sich in reißende Bächlein verwandelt. Überall steigt Dampf auf, es riecht nach Erde, Laub und Tümpel. Ich kürze dieses zweifelhafte Outdoorvergnügen daher etwas ab.

Auf dem Rückweg sehen wir etliche verzweifelte Hausbesitzer mit dem Wasser kämpfen, das in ihre Kellerschächte gelaufen ist. Die Stadtbäche sind eine schlammbraune, tosende Flut, die über die Ufer zu treten droht.
Ganz Graz versinkt im Wasser.

Die Frau vom Tourismusverband ruft an und bestellt mich in ein anderes Lokal. Schöner Gewölbekeller in der Altstadt, schön trocken.
„Gelangen Sie und Ihr Hund da gut hin?“, fragt sie, und gibt zu bedenken, dass die öffentlichen Verkehrsmittel auch in den nächsten Stunden nicht oder nur eingeschränkt fahren werden. „Wir schaffen das schon“, entgegne ich.

Der Einheimische ruft auch an und erkundigt sich, wie wir zurechtkommen mit den krassen Wetterverhältnissen und fragt, ob er irgendwas helfen könne oder zumindest noch ein Getränk ausgeben dürfe zum Abschluss dieses Sintflut-Tages, und wir verabreden uns für nach dem Abendessen im Kunsthaus-Café.

Beim Abendessen überhäuft man mich mit Entschuldigungen für die misslichen Umstände hier vor Ort, als gäbe es einen Schuldigen für Wind und Wetter. Man verstünde vollauf, wenn es unmöglich sei, bei dieser Witterung werbetaugliche Fotos zu machen und eine einladende Reportage zu schreiben.
Das kommt mir sehr gelegen, da ich seit dem Hagelsturm darüber nachdenke, mal einen ganz anderen Bericht anzufertigen: Über das Reisen, wie es eben auch sein kann, wenn nichts mehr strahlt und glänzt, wenn es einem buchstäblich alle Pläne verhagelt, wenn die Reisebegleitung unpässlich ist, wenn man ständig die Klamotten wechseln muss, weil man zu dick oder zu dünn angezogen oder völlig durchnässt ist, wenn einem von Stunde zu Stunde mehr die Lust abhandenkommt, die angepriesenen Sehenswürdigkeiten überhaupt noch abzuklappern.

Wenn einem dafür mehr und mehr der Sinn danach steht, all das festzuhalten, was man stattdessen erlebt hat, einen Text zu verfassen über verdunstende Regenschwaden und verschneit wirkende Wiesen mitten im Hochsommer, über strahlendweiße K&K-Architektur vor pechschwarzem Himmel, über die Unterschiede zwischen deutschen und österreichischen Veterinären, über die wunderbaren sprachlichen Entdeckungen an jeder Ecke, auf Schildern, Speisenkarten und in Gesprächen, über die vielen Insidergschichtln, die der Einheimische erzählt, von Graz und Umgebung, von Land und Leuten, über die beiden Straßenmusiker, die auf dem Domplatz ein so schlechtes „Who’ll stop the rain“ zum Besten geben, dass es schon wieder gut ist, über Franz-Josef, den Bullterrier aus der Nachbargasse, der sich beim gemeinsamen Warten vor der Bäckerei ins Fräulein verguckt hat, über verregnete Stadtspaziergänge, auf denen nichts, aber auch gar nichts zum Verweilen einlädt, außer den Cafés, die allesamt überfüllt sind und in denen nasse Hunde ebenso unerwünscht sind wie Gäste, die sich zwei Stunden je an ein Glas klammern und dann noch zu laut lachen, als das abgenudelte „Summer of 69“ aus den Lautsprechern scheppert, während der nächtliche Regen im selben Takt gegen die Scheiben trommelt.

That summer seemed to last forever
And if I had the choice
Yeah, I’d always wanna be there
Those were the best days of my life

Danke an M. für die kurzweiligen Abende und die Gespräche über Gott und die Welt (Psalm 91 habe ich zwischenzeitlich nachgeschlagen, du auch?).
Danke, Graz, dass ich diese andere Seite an dir entdecken darf und du mich mit aller Wucht an deinem Ungemach teilhaben lässt.
Und danke an die Damen vom Tourismusverband für die Einladung, die Verköstigung und die gemeinsame Verständigung darüber, was journalistische Freiheit bedeutet.

Wir nutzen das jetzt. Legen die Arbeit nieder und uns auch.
Draußen regnet es.

 

Song des Tages (56).

Discofeeling in Coronazeiten! Car Wash on the edge of town, konkret: am Stadtrand von Starnberg. Man gönnt sich ja sonst nix (hat aber ganz simple praktische Gründe: hier herrscht null Andrang, denn der Starnberger fährt bei 27 Grad mit seinem Cabrio zum Undosa und nicht in die Waschstraße, so dass der Münchner mit seinem wegen Garagensanierung lindenblütenverklebten Auto flink bedient wird).

Super Sache: Das Programm „Royal“ (für sympathische 13€ inkl. Vorreinigung durch einen sympathischen Kerl) dauert exakt so lang wie der Song, der grad läuft, und der Rhythmus der Bürsten passt teilweise prima zur Musik (man muss halt ein bisserl aufdrehen, damit Bruce gegen die Bürsten ankommt). Die schwungvolle Einlage in den Farben Schwedens gegen Ende des Songs gefällt mir am besten.

Das fetzt, dieses Tänzchen der Plüschwedel auf der Windschutzscheibe, finden Sie nicht? Trotzdem wird’s allmählich Zeit, das Tanzbein mal wieder in echt schwingen zu können, mitsingend und -klatschend bei einem Livekonzert.

Zum Trost gibt’s Streuselkuchen am Lieblingssee.

1 Punkt Abzug für das coronare „Geschirr“ und das fehlende Glas, 1 weiterer dafür, dass die Kuchenstücke mit jedem Jahr um ein paar Millimeter schrumpfen. Ich weiß das, denn ich bin hier seit 30 Jahren treuer Streuselkuchenabnehmer (ein etwas irreführender Begriff, wie mir gerade auffällt, da speziell Streuselkuchen gemeinhin eher wenig mit Abnehmen zu tun hat).

Und sonst?

Der Gatte schreibt und schreibt und schreibt und hat wenig Zeit, der hübsch Bewimperte kümmert sich um ein Maiensäss für unseren ersten gemeinsamen Kurzurlaub, das Dackelfräulein ist glücklich, täglich mit seinem Pfannkuchen planschen zu können und ich lese mich in hundegeeignete Ausflüge in der Steiermark ein. Kaum will man Schluss machen mit den Hundereisereportagen, locken einen die Steirer mit einer Pressereise in ihre Gefilde. Tja.

Himmel der Bayern (77): Ruhe vor dem Sturm.

Zamperl vor Zugspitze: Entwurf für das Cover meines nächsten Wanderbüchleins.

Bzw. Ruhe vor dem großen Ansturm.

Denn an sonnigen Wochenenden vor der Ferienzeit oder Hauptsaison schwappt ja aktuell die große Wir-holen-alles-nach-Welle über das schöne Alpenvorland. Allerorten überfüllte Parkplätze, die Hölle los auf den wiedereröffneten Hüttenterrassen, die ersten Gemeinden schicken Hilferufe an die Regierung des Freistaats, weil die Einwohner ja teils kaum noch rauskommen aus ihren Tälern und Ortschaften, wenn überall Blechlawinen die Straßen blockieren und Tagesausflügler und Touristen ameisenartig Wanderwege und Seeufer bevölkern.

Auch der Vatertagsausflug an den Tegernsee bedurfte diesmal einer Detailplanung wie nie zuvor: Bloß nicht in den kilometerlangen Stau vor dem Tegernsser Tal geraten, womit aber bis 13 Uhr in jedem Fall zu rechnen gewesen wäre, was sogleich die Frage aufwarf, wo man denn dann vor dem Besuch des Papas an diesem Feiertag wohl einigermaßen in Ruhe mit dem Dackelfräulein ein Stück in die Höhe würde gehen können, und dies ohne wiederum auf dem Weg dorthin anderswo im Stau zu stehen und auch im Anschluss schnellstmöglich zum Tegernsee zu gelangen…
Wir haben das dann recht brauchbar gelöst: erst spät los, zu einem unbedeutenden Berg im Oberland, dort halbwegs ungestört eine Tour gemacht, anschließend nur 20 Minuten Weiterfahrt zum Tegernsee, spätnachmittags fährt da ja keiner mehr hin, sondern die meisten schon wieder zurück.
Dann Duschen-Essengehen-Terrassesitzen und erst um 22 Uhr heim nach München.

Ein Tag ohne Stau und Kolonne-Laufen und Fremd-Arosolwolken – die wochenlange Arbeit am Wanderführer „Panoramawege durch die Pandemie“ hat sich also in jeder Hinsicht gelohnt (und nun werkeln wir schon eifrig an dessen Nachfolgebändchen „Antizyklische Ausflüge ins Alpenvorland“).

Der Vater am Vatertag: Erstes Draußensitzen in einem Restaurant!

Wie mag das nur erst in den Pfingstferien werden? Und überhaupt in der danach beginnenden drohenden Urlaubssaison?

Kleine Vorausschau gefällig, auf Urlaub in Zeiten der „Postpandemie“?
Dann gucken Sie mal hier: der österreichische Zukunftsforscher Andreas Reiter hat schon erste Szenarien skizziert!

Künftig muss der „urbane Performer“ aus der Weltstadt mit Herz seinen Feierabendtrip ins Herzogliche Bräustüberl zu Tegernsee womöglich mit drei Tagen Vorlauf online reservieren, denn sonst gibt’s weder Parkplatz (bzw. Sitzplatz im Zug) noch Zugang zur Terrasse, geschweige denn eine frisch gezapfte Maß Bier mit einer Bezugsperson oder einem Kumpel.
Und wenn’s regnet – ja mei, Pech gehabt, dann kann man ja immer noch gucken, ob man nicht auf einem der neuen Online-Portale für Freizeitaktivitäten spontan ein Platzerl im Kino oder Theater ergattert. Weil das bei Regenwetter aber bald richtig teuer sein wird, da die Nachfrage nach Indoor-Genüssen in solchen Fällen schlagartig explodieren wird und die Sitzreihen seit der Pandemie nur noch 5 Personen aufnehmen können statt vormals 20, kostet die Kinokarte zwischenzeitlich 30€ (regulär) und drei Stunden vor Filmbeginn an einem Regentag in der Online-Börse auch mal locker um die 60€, je nach Abzockfaktor der jeweiligen Plattform eben. Was sich dann richtig lohnt: die Anschaffung hochwertiger Regenkleidung. Das spart man nämlich ganz fix wieder rein, wenn man an verregneten Abenden im Bräustüberl hockt und dort eine preiswerte Maß zischt anstatt für das Fünffache in einem trockenen, schlecht belüfteten Kinosaal herumzulungern und mit Latexhandschuhen im Popcorn herumzufingern (oder an dem Kumpel im Sessel nebenan).

Wir wollen aber nicht zu sehr schwarzmalen an einem so schönen und überwiegend sonnigen Dienstag im Mai, an dem wir noch voller Freude dem gestrigen Familientag nachspüren: ein so herrlicher, grauer Tag mit überwiegend düsterem Himmel und großer Schauerneigung war das! Das sind die Ausflugstage der Zukunft, liebe Leserinnen und Leser!

Der Gatte nahm sich sofort frei, als er frühmorgens den wolkenverhangenen Himmel sah, denn eins war klar: die Straßen würden leer sein, und der Eibsee am Fuße Ihrer Majestät, der Zugspitze, würde ausnahmsweise nicht nur zum Umrunden, sondern sogar zum Verweilen (!) einladen, weil kaum jemand unterwegs sein würde (und wer je an einem halbwegs sonnigen Tag vor Corona dort war, weiß, dass man am Eibsee nie alleine ist, höchstens an einem kalten Novembermittwoch bei dezenter Novembersonne, und selbst dann hoppeln da noch ein paar knipsende Japaner oder bepelzte Russinnen am Ufer herum, bevor oder nachdem sie „The Top of Germany“ in ihren Turnschühchen oder Stiefelettchen besucht haben und dort oben ganz überrascht waren, weil da ja Schnee liegt).

Szenen mit Seltenheitswert: Leerer Parkplatz vor der Zugspitzbahn.

Ein ideales Ziel war der Eibsee gestern auch deshalb, weil das potthässliche Seehotel mit seiner hundeunfreundlichen, überteuerten Biergartenterrasse noch geschlossen hat, und die übrige Gastronomie rund um diesen traumhaften Bergsee ebenfalls erst zusammen mit dem Hotel und der Zugspitzbahn wieder ihre Pforten öffnet, was wohl bereits Ende dieser Woche der Fall sein dürfte, sofern das Infektionsgeschehen bis dahin stabil bleibt.

Corona-Candys: Einsam. Einsamer. Eibsee.

Traumhafte Tour!
Nur ein paar Tröpfchen abbekommen (Regen, nix Virales), Gugelhupf auch am dritten Tag immer noch saftig und lecker (könnte glatt zur neuen Normalität werden), Thermoskanne nicht im Rucksack ausgelaufen (ein Wunder), das Dackelfräulein total happy (wegen unerwarteter Rudelkomplettheit), und am Schluss kam sogar noch kurz die Sonne zwischen den Wolken durch – was will man mehr?

Heute wieder Alltag.
Dem Vermieter von Loleks Abschlussarbeiten in der Wohnung berichten (seit 6 Tagen sind wir lolek-frei, nach nur 4 Monaten), die Steuererklärung vorbereiten (mit den ach so vertrauten, alljährlichen Widerständen), die morgige Tour mit dem hübsch Bewimperten planen (wir sind nun wieder regelmäßig gemeinsam mit unseren Hundemädels unterwegs), den Haushalt auf Vordermann bringen (freie Bahn, da der Gatte erneut an seinen Dienstort reisen musste), die demnächst anstehende Geburtstagssause organisieren (ein anderer Hausstand – und zwar nicht nur Kumpels! – kommt anlässlich meines Alterns zu Besuch, das wird also die fett krasse Party, so zu viert und wir alle maskiert in einem Schlafgemach), die Staubläuse im Bad einsprühen (ich sag Ihnen aber nicht, womit) – und lauter so Sachen eben.

Nebenbei: es sind gar keine Staubläuse. Mit Brille und Stirnlampe betrachtet konnte nämlich dieser Tage festgestellt werden, dass ihnen zum wahren Staublaussein die kleinen Fühler und die muntere Sprunghaftigkeit fehlen. Um wen es sich nun stattdessen bei dem Viecherltrupp in unserem neu verfliesten Bad handelt, ist jetzt leider wieder völlig unklar.
Ich halte Sie natürlich in unregelmäßigen Abständen weiterhin auf dem Lausenden Laufenden, was das Krabbeln auf den Kacheln angeht.

Beizeiten dann noch ein Bericht über etwas, das mich in den letzten Tagen weitaus mehr beschäftigt hat als antizyklische Ausflüge, simulierende Staubläuse und helle Aufregung über die Bekanntgabe des Wiedereröffnungstermins für die bayerischen Schwimmbäder.

Bis dahin wünsche ich Ihnen eine erfreuliche Woche & ein geschicktes Händchen bei der Urlaubsplanung oder weiterhin entspanntes Daheimbleiben!

Herzblut.

September 2019. Gotland. Viel Zeit, Sonne und Ruhe. Erinnerungen an eine wunderbare Reise mit meiner kleinen Gefährtin.

Na endlich!
Auftrag erledigt. Die vermutlich letzte der Reisereportagen pünktlich abgegeben. Wieder ein Kapitel, einen Lebensabschnitt abgeschlossen, zumindest fühlt sich’s so an. Vielleicht auch nur, weil’s eine so schwere Geburt war? Es wird sich rausstellen.

Dabei immer der Gedanke: Wenn das dein letztes Werk aus der Sparte ist, dann muss es besondere Würde haben. Werk? Würde? Oh Gott, was für eine Anmaßung und Übertreibung (oder Ausflucht, um den eigenen Perfektionismus von der Leine zu lassen?). Kein Wunder, dass es sich auf diese Weise beschwerlich gebar!

Alles Schall und Rauch, speziell jetzt, weil derzeit ja sowieso niemand ernsthaft Reisepläne schmiedet. Wohin auch? Und erst recht nicht nach Schweden, oder doch?

Mancher Bestandteil des erforderlichen Vokabulars mittlerweile nah am Brechreiz (Idylle, Urlaubsglück, Erkunden, Einladen, Verweilen, Genießen – bäh! – manchmal juckt’s mich glatt, eine monströse Seele in so einen Text hineinbaumeln zu lassen, wobei die Ironie womöglich nicht mal auffiele, weil das absurde Baumelnlassen derselben in den vermeintlich „schönsten Wochen des Jahres“ ja tatsächlich eine so große Hoffnung, ein Lichtblick von so vielen ist, denen ihr trister Alltag und das tägliche Einerlei so vergällt ist, dass sie einzig die Flucht daraus heiß ersehnen und ansonsten längst zu träumen und zu gestalten aufgehört haben).
Die meisten Worte und Sätze werden dem, was man einst fühlte, sah und erlebte eh nicht mehr gerecht, und daher geht’s bestenfalls als Annäherung durch, das, was da letztlich niedergeschrieben steht, aber der Redakteur ist zufrieden, sehr sogar, und die paar Leser werden es schon auch sein.

Und ich? Was bin ich?
Leer. Ausgewrungen. Ausgezuzelt (wie man hier sagt). Blankgeschrieben. Wortwund.

Und doch: es hat auch was gehabt, dieses Sich-Durchquälen durch Strukturfetzen und Erinnerungsmosaike und dieses Wortefinden und -winden, bis sie sich wundgescheuert haben, um einen Platz zu finden, an den sie gehören oder an dem sie sich zumindest gut anhören.

Da steckt ja Herzblut drin!, so äußert sich jemand dann anschließend über den eigenen Text. Aha!, denke ich, und erwäge für einen Moment, mich zu freuen, aber es bleibt zu fraglich, welcher Art das Blut ist, das da drinsteckt, denn vieles, was ich hätte schreiben wollen oder können, blieb unbeschreiblich oder für die Zielgruppe so gänzlich ungeeignet, also kann es gut sein, dass es nichts als nur schnödes Fingerkuppenblut vom vielen Tippen und Am-Kopf-Kratzen war, und dass das Herz bestenfalls organimmanent blutete, weil es eben nicht ungehindert und frei nach außen fließen durfte, dieses wunderbare Herzblut.

(An dieser Stelle nochmals ein Dankeschön an Blog- und Bruce-Kollegin Anna aus Göteborg, die mir ein paarmal mit wertvollem schwedischen Input behilflich war beim Schreiben!)

Song des Tages (54).

Eine neue, andere Etappe der Selbstquarantäne hat begonnen.
Neben dem obligatorischen MNS möchte man da draußen nun manchmal auch Ohrstöpsel und ein Klappvisier tragen.

Schon nach einer Woche kann ich das Krakeelen an lauen Abenden hier auf der großen Freifläche vor der Haustür nicht mehr hören: „F*** Corona!“ plärren sie – und dazu ein lautstarkes, scherbenklirrendes Prosit der Ungemütlichkeit, weil man ja leider in Scharen und dicht gedrängt auf den Steintreppen zu Füßen der Bavaria herumlungern und sich dort zulöten muss, weil die F***-Politiker die Kneipen nicht aufsperren wollen.
Ja, manches ist durchaus unlogisch in dem sogenannten Lockerungsfahrplan (die Abfahrtszeiten wirken oft ungünstig und wenig abgestimmt, auch die Gleiswechsel und Umstiege holpern ziemlich), manches auch unsinnig, aber beileibe nicht alles.
Und die Demokratie ist genauso wenig abgeschafft worden wie die Grundrechte und auch Bill Gates befindet sich nicht auf der Zielgeraden, um übermorgen die Weltherrschaft zu übernehmen.

Ich wünschte mir Hygieneregeln für die mediale Überschriftengestaltung, denn wenn ich noch einmal irgendwo lesen muss „War’s das mit dem Sommerurlaub 2020?“ oder „10 Überlebensstrategien zwischen Homeoffice und Homeschooling“ oder „Widerstand ist Pflicht!“, dann… – tja, was dann?
Raus zur Gegen-Demo oder doch besser Flucht nach vorn bzw. nach oben, hinauf auf den Berg, wo das ganze Gebrodel und Geschwurbel zu Tale nicht mehr zu hören und zu sehen ist?

Vermutlich Letzteres, und beim Gehen ein bisschen drüber nachdenken, wie das alles wohl weitergeht und wie man sich besser abschotten könnte, wenn man spätabends Gassi geht, und parallel dazu das arme, der häuslichen „Kriegsgefangenschaft“ für ein paar Stunden entfleuchte Volk wahrnimmt, das voller Wut oder Ignoranz oder zu viel Bier auf der Wiesn abhängt und seinen Widerstandswohlstandspartymüll in die ohnehin schon überfüllten Mülleimer schmeißt (oder gleich daneben, so dass die Krähen die Burger- und Pizzakartons nicht erst mühsam zwischen den Pfandflaschen herauspicken müssen aus den Metallkübeln, sondern gleich bequem in der Wiese sitzend die Verpackungen zerhacken können, damit der Niedriglöhner am Tag drauf noch ein paar Stunden mehr niedergebückt niedriglöhnen kann, bis er alles aufgeklaubt hat aus den nassen, erdigen Grünstreifen).
Besser noch, man denkt beim Gehen gar nicht allzu viel über sowas nach, nicht dass es einen zu sehr beschwert, weshalb ich auch a priori ein Freund des Hinaufgehens bin, und zwar des beschwerlichen, schweißtreibenden Emporsteigens, weil das, wie es so schön heißt, den Kopf frei macht, denn auf manch steilem Pfad lässt man besser den Gedanken fallen als dass man sich selbst zu Fall brächte.

Ich beschränke also weiterhin meinen Ausgang auf das Notwendige, ergänze das gelegentlich um das Wohltuende und halte bei all dem Abstand, völlig freiwillig und ein Stück weit auch als emotionale und mentale Hygienemaßnahme.
Verzicht ist blöd, schon klar, jeder vermisst gerade etwas oder jemanden (ich könnte drei Seiten dazu verfassen, was mir momentan fehlt und „was das mit mir macht“, aber wozu soll das gut sein?) und hat mit Entbehrungen (mehr oder weniger) zu kämpfen, aber ist es wirklich ein Problem, wenn jetzt einmal (!) der Sommer- oder gar der Jahresurlaub ausfällt bzw. im eigenen Land verbracht werden muss (!), zumal wir von zwei Meeren über etliche Heidelandschaften, Seenplatten, Mittelgebirge bis hin zu prächtigen Bergen so ziemlich das ganze Spektrum an landschaftlicher Schönheit zur Verfügung haben?
Vertreibt einem das nur die Instagram-Follower, wenn man bloß lauter öde Fotos mit Untertiteln wie „Sonnenuntergang am Sylvensteinsee“ oder „Picknick am Pilsumer Leuchtturm“ oder „Wastl auf dem Watzmann“ posten kann oder macht das ernsthaft unglücklich?
Könnte man nicht einfach mal die Kirche im Dorf lassen – und sich diese vielleicht sogar einmal genauer ansehen, anstatt immer nur das, was weit weg ist, interessiert betrachten zu wollen?

Der winzige Ort Bichl zum Beispiel, der soll eine sehr sehenswerte kleine Dorfkirche haben, St. Georg heißt sie, wie mir der Papa neulich berichtete, als er seine erste kurze Ausfahrt seit drei Monaten wagte, um eben jenes kunsthistorische Kleinod zu besichtigen.
Leider hab ich’s nicht so mit Kirchen, zumindest nicht übers Architektonische und die Orgelmusik hinaus, er ja eigentlich auch nicht, aber da er nunmal nicht mehr gut zu Fuß ist, weil ihn Mr. Parkinson gnadenlos seiner Bewegungsfreiheit beraubt hat, schaut er halt, was noch geht und wofür er nicht zu viel gehen muss, um noch ein bisschen was von der Welt zu sehen, und richtet sein Interesse, was dem Wortstamme nach auch „dabei sein“ bedeutet, eben auf die Dinge, zu denen er noch gut hingelangt – und das sind ja auch gar nicht so wenige.

*****

Apropos Papa. Ein Besuch am Tegernsee steht nun an, und mir kommt es so vor, als stünde der sogar recht dringend an. Weil am Telefon ging es in letzter Zeit auffallend oft um – wie soll ich’s ausdrücken? – final anmutende Tätigkeiten, mit denen sich der Papa über die Coronawochen hinweg zunehmend zu befassen schien.
Listen hat er sich angelegt, in denen aufgeführt ist, wo er welche Versicherung oder Mitgliedschaft abgeschlossen hat, mit welcher Nummer und wer der Ansprechpartner ist.
Alle seine Ordner hat er ausgemistet und neu beschriftet, „(…) damit du weißt, wo du was findest“.
Aber ich suche doch gar nichts, Papa!
Und da ist sie wieder, seine Formulierung: „Ist ja nur für den Fall der Fälle.“
Auf die Nachfrage hin, von welchem Fall wir denn nun genau reden, meint er schnörkellos: „Ja wenn mich dieses Virus erwischt und vielleicht außer Gefecht setzt oder ganz hinwegrafft, dann hab ich sicher nicht mehr die Zeit, das alles zu ordnen.“ – wo er recht hat, hat er recht, der Herr Vater.

Trotzdem weiß ich nicht, was ich davon halten soll, dass er mir zwei Umzugskartons „mit Sachen“ angekündigt hat, die er ebenfalls aussortiert hat und mir nun gerne zur weiteren Verwendung oder Verräumung übergeben möchte: die Familienfotos, alle Fotos aus seinen 40 Berufsjahren, etliche sogenannte „persönliche Gegenstände“, ein paar Bildbände, Schallplatten und andere Habseligkeiten (was für ein schönes Wort, denke ich gerade, wenn ich das so tippe: Hab_selig_keiten – war der Papa selig, weil er sie hatte?).
„Du musst doch jetzt nicht dein ganzes Leben auflösen wegen eines Konjunktivs bzw. diesem Fall der Fälle“, sage ich zu ihm und weiß schon beim Aussprechen dieser Bemerkung, dass ich darauf keine Antwort erhalten werde, weil… (und diese Antwort, die versage ich mir nun selbst, zumindest heute).

*****

Ob die Gesellschaft sich nun (noch mehr) spalten wird, und wenn ja, wie und warum und in welche „Lager“, gehört ebenfalls zu den momentan intensiv und kontrovers diskutierten Themen.

Ins Politische möchte ich jetzt nicht abdriften, allein wenn ich die letzten zwei Monate hier in meinem kleinen Orbit so Revue passieren lasse, dann stelle ich fest, dass ich (teils recht erstaunt) feststellen durfte, mit wem ich diese Wochen wirklich geteilt habe und mit wem ich sie nicht teilen konnte oder wollte (oder der/die das mit mir nicht konnte oder wollte).
Zwei Freundschaften, von denen die eine noch im Entstehen und die andere längst schon abgestanden war, fielen Corona zum Opfer. Gar nicht mal so wenig, für nur zwei Monate!
Was natürlich totaler Humbug ist (überall liest man das ja derzeit: was alles „Corona zum Opfer fiel“ und damit sind zumeist nicht die Erkrankten oder Toten gemeint), denn nicht etwa das C-Virus hat diese mitmenschlichen Bande zerfressen, sondern die Infektionen schwelten da jeweils schon länger und sind nun einfach eskaliert-explodiert-erodiert, „dank“ dieses Brennglaseffekts. Eine Verdichtung, ein Aufplatzen von Eiterherden, eine Sezierung, das ist es, was diese C-Krise mit sich bringt.

Es gibt einige Tage, die fühlen sich ein bisschen so an wie sonst die paar Stunden, die ich jährlich am 31.12. mit gewissen „Bilanzen“ und „Überträgen“ zubringe: ich mache eine Bestandsaufnahme dessen, was so war (Berge, Bäder, Begeisterungen, Befreiungen, Begegnungen, Beschlüsse und ihr Scheitern u.v.m.) und ein Fortschreiben dessen, was auch weiterhin sein kann-darf-soll (welche Adressen nehme ich mit ins neue Jahr – und meist steckt ja hinter einer Adresse auch ein Adressat -, welche Vorhaben notiere ich neu oder erneut, was schreibe ich ab, weil es nicht mehr passt oder noch nie gepasst hat…, um nur ein paar Beispiele zu nennen).
Dabei haben wir erst Mitte Mai und normalerweise ist das die Jahreszeit, in der ich mich eher auf meine Wunschliste für den Geburtstag fokussiere, was natürlich arg übertrieben, aber offen gestanden auch nicht völlig untertrieben ist.
Die fällt nun dieses Jahr erstaunlich kurz aus, einzeilig gar, das gab es eigentlich noch nie, aber der Gatte freut sich, weil es die Angelegenheit schließlich sehr vereinfacht und ich sonst ja schon kompliziert genug bin (was jetzt ebenfalls ein klein wenig übertrieben ist).

*****

Beim Laufen im Park (an dieser Stelle und bei dem Thema muss ich mir mein Gejammere über das nach wie vor geschlossene Schwimmbad übrigens am meisten verkneifen, weil ich es beim Laufen seltsamerweise am meisten spüre, wie sehr mir das Schwimmen fehlt) treffe ich mittlerweile nicht mehr gelegentlich J. (der wird längst wieder durch die Berge laufen, wo uns der Zufall eher nicht regelmäßig zusammenführen wird), dafür jedesmal den alten, einäugigen Hund.

Manchmal sitzt er vor einem Baum und guckt mit mildem Interesse den Eichhörnchen zu. Völlig entspannt ist er dabei, weil er weiß, dass es sich mit der Jagd für ihn erledigt hat und er schon froh sein kann, dass sie ihm nach dem üblen Unfall nur ein Lid zugenäht haben und er deshalb neben seiner guten Nase noch ein winziges Restaugenlicht hat, um sich zu orientieren in seinem kleinen Ausschnitt der Welt, in dem er zuhause ist und wo er gelernt hat, mit dem zufrieden zu sein, was er hat: Seinem Menschen, seinem Auslauf, seiner Wiese und ein paar munter umherflitzenden, unerreichbaren Eichhörnchen hoch droben in den Wipfeln der schönen, grünen Kastanien. Ein Stoiker ist er, und ein Epikureist.

Bewundernswert, wie er das macht.
Und wie er einfach unerschütterlich ist.

*****

Nothing unusual, nothing strange
Close to nothing at all
The same old scenario, the same old rain
And there’s no explosions here

Then something unusual, something strange
Comes from nothing at all
I saw a spaceship fly by your window
Did you see it disappear?

Amie come sit on my wall
And read me the story of O

And tell it like you still believe
That the end of the century
Brings a change for you and me

*****

In vier Schritten zum perfekten „Homeoffice“.

Schritt 1: Suchen Sie sich in Ihrer Wohnung einen angenehm ruhigen und aufgeräumten Ort aus, der sich gut zum Denken und Arbeiten eignet und Ihrer Tätigkeit auch unter ergonomischen Gesichtspunkten dienlich ist.

Schritt 2: Gestalten Sie sich Ihren Arbeitsplatz so, dass Sie es dort bequem haben und bis zur Mittagspause nicht mehr aufstehen müssen können wollen.

Schritt 3: Platzieren Sie nun Ihre Arbeitsutensilien. Seien Sie dabei achtsam und spüren Sie genau hin, ob alles harmoniert und atmosphärisch stimmig ist. Sie sollen sich ja schließlich gern an Ihrem Arbeitsplatz aufhalten.

Schritt 4: Wenn sich für alles die passende Position und Betriebstemperatur gefunden hat, beginnen Sie mit der Arbeit. Lassen Sie sich in Denkpausen nicht von den plötzlich erscheinenden Fotos auf Ihrem Bildschirmschoner ablenken und ignorieren Sie auch die Hüftstarre, die sich nach ungefähr zwei Stunden unweigerlich einstellt. Genießen Sie stattdessen die wohlige Beheizung Ihrer Innenmenisken und Waden sowie das sanfte Beben Ihrer Laptoptastatur, das davon kündet, dass soeben in einem maximal weit von Ihrem Arbeitsplatz entfernten Sektor der Wohnung vom Briefträger ein Bußgeldbescheid und eine Südtirol-Wanderurlaub-Werbung eingeworfen wurden.

Song des Tages (53).

Nach einigen Lebenswochen mit den Ausgangsbeschränkungen bzw. der veränderten neuen Normalität, die sich immer noch ziemlich unnormal anfühlt, stellt sich allmählich eine seltsame Gleichförmigkeit des Alltags ein, die einhergeht mit einem zunehmenden Verlust des subjektiven Zeitempfindens und einer vormals konstant vorhandenen Zukunftsorientierung.

Vorausplanung findet kaum noch oder nur noch für Unabdingbares statt, Retrospektiven haben sich in Wohlgefallen aufgelöst, was zählt, ist vor allem das Hier und Heute.
Der tägliche Fragen-Kanon: Wann gehe ich zum Einkaufen (dauert ja alles länger), was koche ich in den nächsten zwei, drei Tagen (das zu häufige Hinausgehen wegen der Einkäufe soll ja reduziert werden), wann erledige ich den Haushalt (fällt ja schon deutlich mehr an, wenn immer alle daheim sind), wie lege ich meine Arbeitsstunden (auf morgens/mittags/abends? oder gleich auf morgen?), welche Telefonate/Mails sind zu führen/schreiben (Freunde, Papa, Handwerker, Kundenservices, Versicherungen?), wann kommt Lolek wieder (bzw. wie trocken ist das Loch in der Wand?), wo findet die nächste Sporteinheit statt (Park? Wald? Isar? See? Berge?), wohin fliege ich heute mit dem Dackelfräulein aus (Park? Wald? Isar? See? Berge?), welche Runde wählen wir für den allwöchentlich stattfindenden, nun offiziell erlaubten Ausflug mit D. (Park? Wald? Isar? See? Berge?).

Viel mehr ist da derzeit nicht. Und doch ist das völlig genug, sind die Tage ausgefüllt und ein ganz neuer Trott ist entstanden und entsteht noch. Oder besser: sowas wie ein Rhythmus schleicht sich ein, es ist der Rhythmus dieses so speziellen Frühsommers, dessen Pulsschlag wir mittlerweile wohl verinnerlicht haben, mehr und und mehr stülpt er unserem Leben, wie es jetzt nun mal ist oder sich gerade neu formiert, seinen Takt über.

Das ist keine frühlingsleichte Sonatine, an deren Live-Aufführung wir gerade teilhaben, so viel ist längst klar, eher wird das eine wuchtige Symphonie. In welchem Satz befinden wir uns gerade? – frage ich mich manchmal, hoffe insgeheim, wir näherten uns bereits dem Scherzo, spüre aber, dass wir grad mal im Adagio angelangt sind, höchstens. Da folgt also noch Einiges, niemand überblickt es genau, und weil das jetzt so ist, ist der Radius unseres üblichen Blickes (vor, zurück, rechts, links, oben, unten) nun auch ein anderer. Fokussierter. Weniger unstet. Vielleicht auch geduldiger.

Sind wir etwa allmählich im Hier und Jetzt angekommen?
Also dort, wo z.B. das Dackelfräulein schon immer lebte?

Gääääähn! Gibt’s hier im Blog auch mal wieder was Neues? Nö?!? Können wir dann nicht auch mal wieder ohne Fotosessions zum Wandern gehen?

*****

Wenn es nach meiner vierbeinigen Gefährtin ginge, dürfte diese Pandemie ruhig noch fortdauern: das Rudel ist täglich vollständig, der „Papi“ hat das Pendeln eingestellt und nun viel mehr Zeit zum Spielen, die Stadtspaziergänge haben sich auf ein Minimum reduziert, man hund wird nicht mehr wegen des Besuchs kultureller Veranstaltungen oder wegen zweistündiger Ausflüge ins Schwimmbad alleingelassen und dank des täglichen Gewerkels in der Küche fällt auch viel mehr zwischendurch ab – so könnte es gut und gerne bleiben!

(Sonntag. Weit südlich der Stadtgrenze. Im Sauseschritt zur Isar. Sonne, Sandboden, Wind im Fell, den Geruch des Wildflusses in der Nase. Was für ein Hundeleben!)

*****

Die Münchner üben nun Masketragen. Man zurrt das Ding ums Kinn, gern auch ums Doppelkinn (Nase und Mund liegen frei), spaziert herum und schaut grimmig. Ab morgen gilt’s – und man darf gespannt sein, ob und wie das hinhaut.

Ansonsten befindet sich die gesamte Stadt im Sportwahn. Überall wird gehechelt, geschwitzt, geackert. Aktuell (ich sitze gerade beim Weißbiersport auf meiner Parkbank) 8 Surfer auf der Theresienwiese, 5 Federball-Teams, mindestens 20 Skateboarder und ebensoviele Inlineskater. Walker, Jogger und Radler sind „durchlaufende Posten“, die zähl ich nicht.

Die Parkbänke am Rande der Wiesn: alle belegt. Mit je 2 Personen, dazwischen Abstand, der mit Büchern, Getränken, Smartphones und Zigarettenschachteln gefüllt wird. Eine Bank weiter erspähe ich aus dem Augenwinkel Nachbar M., der sich in den letzten Wochen als Verschwörungstheoretiker entpuppte. Wann immer man sich nun über den Weg läuft, versucht er einen ins Gespräch zu verwickeln und darzulegen, wieso Bill Gates und die Pharmaindustrie an allem schuld und wir nur naive Idioten sind, die der großangelegten Manipulation auf den Leim gehen. Der Gatte hat sich die Tage schon mit ihm angelegt, mir steht das noch bevor, fürchte ich. Nur gut, dass es mit anderen Nachbarn grad umso netter und angenehmer ist.

Mit manchen Freunden (oder Bekannten?) zur Zeit völlige Sendepause, ein paar dabei, von denen ich das nicht gedacht hätte. Mit anderen dafür engerer Kontakt als zuvor. An manchen Tagen beinahe eine Standleitung nach Köln, man prostet einander virtuell zu und erzählt sich alles, wozu sonst nie so richtig Zeit war. Homeoffice offeriert auch Freiheiten, sofern keine Kleinkinder in der Wohnung herumspringen und bespaßt werden wollen oder der Arbeitgeber ständig zu Zoom-Konferenzen einlädt.

Nebenbei bin ich tatsächlich Fan von Live-Streams geworden. Diese Woche mit Glen Hansard auf seinen 50. angestoßen. Und mir in der Wanne liegend und meinen Rücken schrubbend von Cammy Black ein gecovertes „Born to run“ gewünscht, um den Bergtag würdig zu beschließen. Spielt er dann auch und sendet Grüße aus Schottland nach Bayern. Feine Sache. Möge bitte das Handtuch am Wannenrand, auf dem das Smartphone platziert ist, niemals auf die Idee kommen, zu verrutschen.

*****

Überhaupt auf einmal wieder mehr Zeit für Musik. Oder ein größeres Bedürfnis danach.

Der Shuffle-Modus der SD-Card im Auto gräbt momentan vermehrt die seltenen Titel aus. Beispielsweise die „Tracks“, an denen ich mich vor langer Zeit wundgehört hatte. Fast vergessene Perlen sind dabei, heute diese hier, ein Song, den ich jahrelang nicht mehr gehört habe, aber sofort wieder so schön fand, und auch so wohnzimmerkonzertgeeignet:

It’s one for the money and one for the show
I got one kiss for you honey so come on let’s go
I didn’t see it coming but girl now I know
It takes one for the running but two for the road

One thousand dreams whispered in the dark
But a dream’s just a dream in one empty heart
It takes more than one to rev it up and go
So let’s get it running, we’re two for the road

Two one-way tickets and a diamond ring
Hell it don’t matter what the rain might bring
Whoa, when this world treats you hard and cold
I’ll stand beside you, we’re two for the road

When you’re alone my love’ll shine the light
Through the dark and starless night
I’ll hold you close and never let you go
C’mon now girl ‚cause we’re two for the road
Well it’s two to get ready, babe, c’mon let’s go
Me and you, girl, we’re two for the road

*****

Das Dackelfräulein und ich verabschieden uns hiermit für ein Weilchen – eine Woche oder auch zwei?, es wird sich zeigen! – und wünschen der Leserschaft derweil gutes Durchatmen (trotz der morgen beginnenden Maskenpflicht), guten Durchblick (trotz der teils strapaziösen Nachrichtenlage) und natürlich weiterhin gute Gesundheit (trotz…, na, Sie wissen schon!).

Herzliche Grüße & bis bald wieder!
Ihre Kraulquappe.

Himmel der Bayern (75): Über den Berg.

Alle Sommerkonzerte abgesagt, das Tollwood abgesagt, die Wiesn abgesagt – und obwohl mir von den drei genannten Absagen zwei ziemlich wurscht sind, war diese Stornoserie für mich der Anlass, endgültig umzudenken und umzuplanen, was die nächsten Monate angeht. Merkel, Söder, Reiter – alle sagen’s, mia san no lang ned überm Berg.

Dann ist das wohl jetzt so.

Bis man also wieder Schwimmen gehen auf Almen oder Hütten ein frisch gezapftes Weißbier wird konsumieren können, kann es noch dauern. So muss eben künftig das Weißbier mit auf den Berg kommen. Da hat es der Fan vom Hellen, vom Pils oder vom Kölsch eindeutig leichter, weil diese Biersorten auch problemlos aus der Flasche getrunken werden können. Nicht so das Weißbier. Allein schon wegen des Schaums haut das nicht hin und auch sonst wär’s ein Sakrileg.

Flasche und Glas mit in die Höhe zu schleppen behagt mir aber gar nicht und würde auch allmählich zum Platz- und Gewichtsproblem ausarten (nein, nein, nicht das Biertrinken, sondern Stauraum und Schwere des Rucksacks!). Mit Proviant für Mensch und Hund, Wechselwäsche, Verbandskasten, Hundetrage und -decke schlepp ich ja schon genug Krempel durch die Gegend.

Deshalb mal ganz zaghaft nach „Weißbierglas Plastik“ und – noch kühner! – nach „Weißbierglas faltbar“ gegoogelt, und siehe da: das gibt’s alles!
Das faltbare Modell nehm ich dann doch nicht, es ist potthässlich, wirkt arg instabil und erinnert mich zu sehr an den faltbaren Trinknapf des Dackelfräuleins. Man wird einander im Laufe der gemeinsamen Jahre ohnehin immer ähnlicher (optisch, mental, emotional und habituell), diese Entwicklung muss jetzt nicht noch durch die Anschaffung fast identischer Schlürfschüsseln forciert werden.

Trotz der COVID-19-bedingt deutlich längeren Lieferzeit, auf die Amazon auf jeder Seite fettgedruckt hinweist, rechne ich noch vor Pfingsten mit einem ersten glücksüberschäumenden Gipfelschluck aus meiner geschätzten Schneider Weissen TAP7. Gute Aussichten (und bis dahin behelf ich mir halt irgendwie).

Nach einem Arbeitsvormittag dann mittags rausgefahren, zur Vor-Ort-Recherche. Sie wissen schon: Strecken erkunden für das Büchlein „Panoramaschleichwege durch die Pandemie“.

Heute: der Rechelkopf.

Wir grasen jetzt einfach nacheinander alle Touren ab, die wir in den letzten 30 Jahren ebenso arrogant („Ein Berg unter 1.565m Höhe ist kein richtiger Berg!„) wie ignorant („Zwiesel, Rechelkopf, Sonntratn – nie gehört! Wo soll das denn sein?“) links liegen ließen.

Bis wir damit durch sind, ist das Coronavirus längst über alle Berge. Und wir auch.

Dem Dackelfräulein gefällt das neu organisierte Programm ganz ausgezeichnet, bietet es doch ein ideales Ventil, den urbanen Überdruss abzubauen und sich fern aller kritischen Blicke und Streifenwagen mal so richtig auszutoben.

Zwar hadere ich etwas mit dem Hellen, aber übergangsweise geht’s schon mal.

Ein Prosit der Gemütlichkeit aus der Abendsonne in der vollkommenen Stille auf der Schwaigeralm!

Auf dem Abstieg entdeckt: die Schwaigeralm.

Windgeschützt kann das Fräulein sein Abendmahl einnehmen…

…leider ist die Portion wie immer lächerlich klein…

…weshalb direkt danach gebettelt wird…

…aber nix da, mein Brot gehört mir!