Hund haben (9).

Fast hätt‘ ich’s ja nicht gemerkt, was sich da in meinen Koffer geschmuggelt hat!

Ein freundliches „Raus da!“ bringt gar nichts außer einem vorwurfsvollen Blick.

Ein strenger Tonfall bringt das ganze Hundeelend zum Vorschein.

(Bilder der nachfolgenden Szenen können aus ethischen Gründen nicht veröffentlicht werden.)

Früher bin ich gerne allein verreist. Mittlerweile schleiche ich mich mit schlechtem Gewissen aus dem Haus.

Wer hat hier eigentlich wen (v)erzogen und wie war das doch gleich mit dem „allzeit souveränen Rudelchef“?

Verflixt nochmal.

Blau in der Au.

Mit dem neuen Monat hat gewissermaßen eine neue Ära hat begonnen.

Am Friedensdenkmal (München-Bogenhausen).

Bei ein paar sehr persönlichen Themen haben sich die Knoten, die seit Wochen/Monaten festgezurrt waren, gelöst. Leider nicht überall in der Weise, wie ich es mir gewünscht hätte, aber dennoch: die gefühlte Enge ist verschwunden, die störende Blockade ist weg, die Energie fließt wieder.

Im Fluss (Luitpoldbrücke, München).

Zeit wurde es, denn seit August stand ich innerlich auf der Bremse oder wurde von außen gebremst (was beides anstrengend war und mich erschöpft hat).

An der Grantkugel vorbei (München, Maximiliansanlagen).

Der November ist von jeher der Monat, den ich am wenigsten mag, umso wohltuender ist es, dass er auf diese Weise beginnt: Gelöst.

Ich beschließe, statt der wöchentlichen Bergausflüge nun einmal pro Woche einen Stadtausflug zu machen.
Um durch Viertel zu wandern, in denen ich zu selten bin, um neue Wege zu erkunden und Neues zu entdecken.
Das wirkt auf Mensch & Hund gleichermaßen beflügelnd.

Auf dem Steg zwischen Isar und Auer Mühlbach.

Heute sind das Dackelfräulein und ich von der Münchner Freiheit durch den Englischen Garten über die Maximiliansanlagen bis zum Mariahilfplatz spaziert, mit kleiner Kaffeepause in Münchens einzigem isländischen Café.
Das war ehrlich gesagt auch der Grund für die Wahl der Route. Wegen des isländischen Skyr-Kuchens.

Das Café Blá in der Au.

 

Ödes, bleiches Outfit, aber ein Fest für den „Skyrgámur“ (isl. für Skyr-Gierschlund).

Ein guter Einstieg in die graue und kalte Jahreszeit, so dürfte es gern weitergehen.

Ich wünsche allseits mehr Licht als Dunkel sowie mehr Süßes als Saures & schicke ein Dankeschön nach Paderborn für die wertvollen Impulse.
Die Kraulquappe.

Kehraus.

Ausräumen auch. 
Erschöpft grüßt – die Kraulquappe.

Aufbruch oder: Against the wind.

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Olympiapark bei Herbstunwetter.

Jetzt ist er doch gekommen, der Herbst. Zeitgleich mit Beginn der 5. Münchner Jahreszeit, auf deren Turbulenzen ich seit Jahren keinen Wert mehr lege, aus vielerlei Gründen. Hauptsächlich dem, dass ich mein Bier anderswo gemütlicher, ohne Verkleidung und aus Gläsern trinken kann, von denen ich kein Herpes bekomme.

Parallel zum „O’zapt is!“ habe ich gestern den ganzen verregneten Samstag lang Kisten gepackt, Listen abgehakt, Kisten wieder umgepackt, neue Listen geschrieben. Am späten Abend war dann alles fertig und unser Kombi so voll beladen, als würde ich auswandern. Was nicht der Fall ist. Ehrlich nicht.

Dennoch: Ich bin dann mal weg. Richtung Norden, Meer und Kanelbullar. Ziemlich kurzfristig habe ich beschlossen, dass das jetzt wichtig und richtig ist. Genaueres dann von unterwegs.

Wann ich wiederkomme? Irgendwann im Oktober, Rückreise ist noch nicht terminiert (zum ersten Mal in meinem Leben 🙂 ).

Begleitet von einem meiner Lieblingssongs für innere und äußere Aufbrüche sowie lange Autobahnfahrten geht es nun los:

 

And the years rolled slowly past
And I found myself alone
Surrounded by strangers I thought were my friends
Found myself further and further from my home and I
Guess I lost my way
There were oh so many roads
I was livin‘ to run and runnin‘ to live
Never worried about payin‘ or even how much I owe

Against the wind
I’m still runnin‘ against the wind
I’m older now but still runnin‘ against the wind

 

Mit einer aufgeregten Pippa und massenweise Musik an Bord grüßt euch
Die Kraulquappe.

PS: Mit an Bord natürlich auch (Auflösung zum gestrigen Samstagsrätsel):
– die Futtervorräte (der Dackel ist zwar nicht heikel, „funktioniert“ aber magendarmtechnisch am besten bei gewohnter Kost)
– die Hagebuttenmarmeladengläser (die Schweden kippen überall gräßliche Unmengen an Zucker rein, da will ich sichergehen…)
– das heimische Bier (Alkohol ist in Schweden teuer und nur im „Sytembolaget“ erhältlich)