Back in town.

Himmel der Bayern (56): Badesaison eröffnet!

Seesonauftakt!

Manch Unangenehmes diese Woche zu einem Abschluss oder zumindest auf den Weg gebracht (Gesundheit, Finanzamt,…), endlich den Winterdreck aus dem Auto gesaugt und von den Fenstern geputzt, als Konsequenz davon den kaputten Ellbogen mal wieder zum Orthopäden gefahren, neue Aufträge an Land gezogen und terminiert.

Als Übernächstes dann: „Auf vier Pfoten durchs Fünf-Seen-Land“, bald kann ich meine eigenen Überschriften nicht mehr hören, aber diese hier lag einfach auf der Hand bzw. der Pfote, und ich find’s ja prinzipiell ganz wunderbar, über Touren in der Heimat schreiben zu können.

Frühling lässt`s weiß-blaue Band wieder flattern durch die Lüfte (frei nach Mörike)

Gestern allein am Starnberger See, heute mit meinem großen Freund S. raus zum Ammersee, so kann man die Woche ausklingen lassen – findet auch das Dackelfräulein, und tunkt die Pfötchen erstmals nach diesem langen Winter wieder in die geliebten Gewässer.

 

Haben Sie ebenfalls ein schönes Wochenende!

Sommer in der Stadt.

Genießen Sie einfach den erfrischenden Bilderreigen!

Das Isardackelfräulein in ihrem Element.

Des Münchners Element in der Isar.

3x die Woche ins Freibad…

…und zwischendrin zum Wassertreten an die Isar.

Der private Vorgarten wird langsam für die fünfte Jahreszeit präpariert.

Das Löwenbräuzelt steht schon, nun warten wir noch gespannt auf die Ankunft des Löwen (der, vor dem jedes Münchner Kindl in der Kindheit staunend stand).

Abendidylle am Flauchersteg.

Abendidylle im Flaucherbiergarten.

Flowchart for tourists, expats & other Zuagroaste.

Von der Conwentz-Brücke aus trällern wir gern ein bisschen mit: ‚S is‘ wieder Sommer, Sommer in der Stadt (und danach nahtlos weiter mit Drafi Deutscher und einem Prosit der Gemütlichkeit).

Ich gehöre definitiv nicht zu den Hochsommerhassern, sondern ich liebe diese Hundstage – auch in der Stadt!

Einen schönen Start ins Wochenende wünscht –
Die Kraulquappe.

Nicht baden gehen.

Wenn mich mal wieder die Angst beschleicht, baden zu gehen, rettet es mich stets, eine Runde zu schwimmen.

Der Starnberger See war heute etwas frisch…

… aber die paar Sommertage vor der nächsten Regenphase muss man nutzen.

Zumal ich nicht gut bin im Warten auf die Entscheidungen anderer, da ist jede Ablenkung in Form von Bewegung wohltuend.
Der alte Drahtesel läuft in seinem 18. Jahr noch wie geschmiert, in 38 Minuten von daheim bis ans Seeufer!

Möge die weitere Woche ebenso laufen.

Es grüßt euch herzlich

Die Kraulquappe.

Hund haben (6).

[Gestern.]

Hat man einen ausgewachsenen Hund, der einigermaßen sozialverträglich ist, darf man gelegentlich an Welpensozialisierungs-Events teilnehmen. Welpenbesitzer freuen sich dann, wenn sie ihren Kleinen mal unter Aufsicht eines Großen frei laufen lassen können. Und man selbst freut sich, weil junge Hunde nun mal entzückend sind, erst recht beim Spielen.

Hier um die Ecke wohnt die Mutter einer Schulfreundin und die hat seit 4 Wochen einen kleinen Norwich-Terrier, 13 Wochen alt ist der Kerl. Paco heißt er.

Pippa sauste zwei Runden mit Paco, stellte aber fest, dass sie viel schneller ist und ging dann Mauselöcher schnüffeln. Der Kleine wich ihr nicht von der Seite, unternahm permanent Überzeugungsversuche, dass man doch mit ihm spielen solle. Irgendwann hat sie sich dann breitschlagen lassen. Rumbalgen, Wälzen, Ohrennagen, Lefzenlecken – das volle Programm.

Und was war der Dank dafür?

Der Kleine ging nahtlos über zum ersten Erproben seiner männlichen Identität!
Mannomann. Reichst du den Kerlen eine Pfote, nehmen sie gleich die ganze Hundedame.

[Heute.]

Das Thermometer klettert schon vormittags über die 30°C-Marke. Als Gassirunde kommt nur ein Wassermarsch in Frage.

Von Schäftlarn nach Icking gelaufen, zu unserer geheimen Bucht, in der selbst an Wochenenden nichts los ist, wenn sie am Flaucher Handtuch an Handtuch liegen. So eine Idylle aber auch.

Doch der Schein trügt.

Was man auf den Fotos nicht sieht: Ich stinke von oben bis unten nach Anti-Brumm, weil in den Isarauen die Bremsen in Scharen unterwegs sind. Die mitgenommene Brotzeit lockt Wespen an, der Hund bricht in Panik aus. Nach einem Bad in der Isar übergieße ich mich erneut mit Anti-Brumm. Dann üben wir 30 Minuten lang „Ruhe geben“. Kein Plantschen, kein Buddeln, keine Uferinspektion, sondern einfach nur Daliegen und Ruhe geben. Nach 15 Minuten kapiert der Hund, dass es mir ernst damit ist und quetscht sich – nass und dreckig wie er ist – zu mir aufs Handtuch. Das lockt nach ein paar Minuten die ersten Fliegen an, der Hund bricht erneut in Panik aus. Also dann doch mal zusammengepackt.

Im Stechschritt, um nicht gestochen zu werden, durch die Auwälder zurück nach Schäftlarn marschiert. Dort wartet das Auto, mit einer Innentemperatur von ca. 65°C. Also erstmal alle 4 Türen aufreißen und die Hitze rauslassen. Pippa muss vor dem Auto warten. Wieder surren Viecher herum. Hund bricht abermals in Panik aus. Schnappt nach einer Biene oder Wespe. Erwischt sie beim zweiten Mal auch. Jetzt breche ich in Panik aus, ein Stich in den Rachen kann gefährlich werden. Ich reiße dem Hund das Maul auf, die Biene kommt mir entgegen und sticht mich in die Fingerkuppe. Mit den Schneidezähnen ziehe ich den Stachel raus, dann schmeiße ich alle 4 Autotüren wieder zu und wir rennen zum nahgelegenen Kloster. Nicht, weil ich denke, Gott könne mir jetzt helfen, sondern weil ich davon ausgehe, dass die in einer dermaßen beliebten Ausflugsregion für solche Fälle vorgesorgt haben. Kalter Schweiß klebt mir auf meiner von Anti-Brumm eh schon verklebten Stirn, die Hand ist bereits dick geschwollen, am Arm sind die ersten Quaddeln.

Im Kloster haben sie alles da. Erst bekomm ich Cortison, dann ein Kühlgel, abschließend noch ein Anti-Histaminikum, ganz wie gewünscht. Auf den medizinischen Cocktail folgt ein Kloster-Weißbier, für die Nerven und überhaupt.

Für Pippa holt die Wirtin gegrillten Fisch und abgekochtes Rindfleisch, eine große Portion, umsonst, versteht sich.
Weil „Da arme Waki wär ja beinah stochn wordn!“. Oh mei oh mei.

Es lebe der Hund, resp. der Dackel.

[Morgen.]
Hundefrei. Der Gatte darf übernehmen. 🙂

Song des Tages (9).

Warmmachen für den nächsten Beitrag.

Arbeitstitel: Was hat der Lago di Bonzo urlaubenden Hunde zu bieten?

Hurra – ein ganzes Ufer für mich allein!

In einem der saubersten Seen Bayerns plantschen, während sich Herrchen und Frauchen an der Wiesseer Skulpturen-Promenade von der Muse küssen lassen?

Nicht ganz wie Kopenhagens Kleine Meerjungfrau, aber mei!

Auf eine Chance hoffen, dem Ex-Captain des FC Bayerns das Leder abzujagen? Einen norddeutschen Pudelrüden aufreißen, der auf Besuch bei Frauchen im Medical Park ist?
Unter einem der schattigen Tische im Bräustüberl geduldig aushaaren, bis man ein Stück Bierbratl ergattert?

Aus der Serie „Dackelbadewannen“. Hier: Vor dem Tegernseer Bräustüberl.

Pippa besucht am Tegernsee in erster Linie ihren Opi. Der schießt zwar keinen Fußball mehr, bietet aber stets genug Schatten, Schutz und Schmankerl. Aber das taugt nicht wirklich als Tipp für andere Hundehalter.

Pippa und ihr „Opi“.

Mir wird schon noch was einfallen. Nächste Woche, nächster Anlauf.

War jedenfalls ein schöner Tag mit meinem Papa. Vorgezogener Vatertag quasi, da uns so eine Katastrophe wie 2016 nicht mehr passieren wird: Völkerwanderung zur Alm, 45 Min Anstehen für 2 Stück Kuchen, lauter besoffene Mountainbikevätertrupps um uns herum.

Abends dann nach 10 Jahren regelmäßiger Aufenthalte am Tegernsee zufällig festgestellt, dass es dort ein Freibad mit 50-Meter-Becken gibt. Wie konnte mir das entgehen? Blind vor lauter Vorurteilen („Das haben die bei dem Altersdurchschnitt eh nicht“)? Hätte man da nicht 1x in 10 Jahren wirklich gründlich recherchieren können? Unfassbar! Schönste Sportschwimmerbahnen, nix los, Wallbergblick beim Rückenschwimmen, ja toll!

Leider komme ich bislang weder einen Tag lang in Ruhe zum Arbeiten, noch ausreichend zum Fotografieren oder Nachdenken. Dafür hat mir der Handwerker, der hier gestern 7 Stunden geschuftet hat (unter anderem haben wir jetzt Licht!), am Ende des gemeinsamen Arbeitsmarathons die Hand gedrückt und gemeint, er nähme mich jederzeit als Assistenz mit. Denselben Satz habe ich doch schon vor 4 Wochen vom Schreiner gehört…?

Vielleicht wäre das ja eine Karriereoption. Am Ende des Tages zu sehen, was man geschafft hat – das hat schon was. Genug Bewegung hätte man dabei auch. Und abends den Kopf so leer, dass einem eh nicht mehr einfiele, was man sonst noch so wollte oder wollen könnte, wenn man nicht so dermaßen müde und geschafft wäre.

Erleuchtet und erschöpft grüßt
Die Kraulquappe (beinahe fertig mit dem Projekt „Umzug“).

Hundstage.

Die Sonne steht ab Ende August für ein paar Wochen in der Nähe des Sirius. So müssten die Tage in dieser Phase eigentlich Siriustage heißen. Tun sie aber nicht. Sondern sie heißen Hundstage – der Sirius ist der sogenannte Hundsstern (auch „Großer Hund“ genannt). Im alten Ägypten waren das die heißesten Tage des Jahres, im durchwachsenen Sommer 2016 sind sie es ebenso.

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Die Hundstage haben also mit dem Haushund nichts zu tun, obwohl man einen Hochsommertag auch mühelos am Verhalten der meisten Haushunde ablesen könnte, wozu man keinerlei astronomische Grundkenntnisse braucht.

Sobald das Thermometer die 25°C-Marke überschreitet (oder ein paar Grad mehr oder weniger, hier sind die Hunde je nach Fellfarbe, Rasse, Alter und Konstitution ja unterschiedlich), sieht das Verhalten so aus: Faulenzen in der Sonne, Hecheln, Umzug in den Schatten, ggf. Verkriechen unters Bett, wahlweise Bauch an der Mauer oder an den Badkacheln kühlen, erneut kurzes Sonnenbaden, Hecheln, Ausdampfen im Halbschatten, Kachelkühlen im Bad usw.

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Diese Abfolge plus Ausflüge zum See oder Flusswandern, inklusive der gewohnten Dosis Fressen und Zuwendung, zur Krönung zwischendurch ein Eiswürfel oder kühlen Quark – mehr braucht so ein Hund nicht.

Mit den Ausflügen zum See ist es aber so eine Sache: An heißen Wochenenden in der Badesaison muss man mühevoll suchen, an welchen Seen, in die man auch als Mensch einen Zeh hineinhalten würde, Hunde überhaupt gestattet sind. An den meisten Seen wird man angemault, manchmal sogar angepöbelt, Mütter brechen in Panik aus, weil ein igittigitt-ach-so-unhygienischer Dackel im selben Wasser zu baden gedenkt wie der Sproß (wehe, man weist dann darauf hin, dass im Unterschied zu Kleinkindern Hunde nicht in den See pieseln würden), oder Badegäste fürchten um ihren Proviant oder einen Wassertropfen auf ihren sonnenverkokelten Körpern (die sie genauso anderswo verkokeln könnten, da sie eh nicht ins Wasser gehen, wozu also der See?) – dabei ist diese Belästigung ja leicht zu unterbinden, wenn der Hund entsprechend erzogen ist (na gut, unmittelbar neben einem Grill wird’s schwierig…).

Kurz: Es nervt ziemlich, unerwünschte Randgruppe zu sein.

Gestern habe ich daher stundenlang recherchiert, an welchem See wir uns diesen Terror ersparen könnten. Das ernüchternde Ergebnis: Es gibt nur einen einzigen (!) See im Münchner Umland, dessen Badegelände als explizit hundefreundlich gilt.
Der Mallertshofer See. Nie gehört. Ist irgendwo im Norden Münchens, bei Eching (wo man nur hinfährt, wenn man zu IKEA muss).

Also die Karte aufgeschlagen, geguckt, wo das ist und dort eine hübsche (viel zu lange) Route ausgewählt: am südlichen Ortsrand von Eching geparkt, über Felder zum „Mallertshofer Holz und Heide“ (heißt so!) gelaufen…

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…durch die Hölzer und Heiden gekrochen (wegen Schatten), nach über einer Stunde dann beim See angekommen.

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Eine derartige Hundedichte hab‘ ich noch nie zuvor gesehen. Die Mensch-Hund-Quote liegt hier bei 2:1, es fliegen die Wassertropfen nur so herum vor lauter Geschüttel und die Picknickkörbe haben alle intelligente, verschließbare Deckel. Mensch und Hund gehen gemeinsam Baden, keiner regt sich über irgendwas auf. Klar, hier sind alle, die sonst nirgendwo sein dürfen.

In dem Ausmaß ist das nicht jedermanns und jederhunds Sache. Der Geräuschpegel ist ähnlich übel wie im Freibad-Kinderbecken.
So brauchte Pippa ein Weilchen, um sich zu akklimatisieren und zu verstehen, dass hier jeder Köter sein Wasserspielzeug hat, es sich also nicht lohnt, das eigene mit Zähnen und Klauen zu verteidigen.

Dann fand sie es toll, super, phänomenal, spitze.

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Nach einer Stunde an diesem gut besuchten See war der Hund überglücklich – und ich fix und fertig. Sie hüpfte munter den langen Weg zurück und ich schlurfte hechelnd und erschlagen von Hitze und Hundetrubel hinterher.

Manchmal ist es mir wirklich ein Rätsel, wieso der Ausdruck „Leben wie ein Hund“ negativ konnotiert ist.

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Nach einer Woche voller Hundstage grüßt euch (und besonders den unverschwitzten Gatten im hohen Norden!) –
Die Kraulquappe.