Himmel der Bayern (36): Along the east bank.

Starnberger See, Ostufer. 8. März 2018.

The famous Eastbank (with Trainpeakview).

St. Ludwig bei Berg.

The Kini’s Grave.

Blick von der Votivkapelle auf den See.

Frühlingserwachen im Strandbad.

Seeluft schnuppern!

Nachdenken über den Traumjob.

Ausüben des Traumjobs!

Seehunde unter sich.

See la vie.

(Ostufer Starnberger See, am 01.02.2018]

„Zukunft – das ist jene Zeit, in der auf Freunde Verlass sein wird, das Glück gesichert ist und die Geschäfte gelingen“, meinte heute ein junger Mann zu mir, mit dem ich am trostlos grauen Seeufer bei Berg ins Gespräch kam, während wir beide einem Stand-Up-Paddler zusahen.

So jung war er, dass ich ihn in dem Glauben lassen wollte.

Wasted and wounded (it ain’t what the moon did).

In Neues, das sich gut anließ, zu viel Begeisterung und Hoffnung gesteckt.
In Bestehendem, auf das man vertraute, zu viel Erschütterung erfahren.
In Altem, das längst nicht mehr passte, zu viel Energie verloren.

Wo früher nachgefragt wurde, steht heute ein Punkt oder eine Unterstellung.
Wo einst geredet wurde, wird nun geschwiegen.
Wo Resonanz und Antworten fehlen, kann man entweder selbst mit dem Spekulieren beginnen und sich in einer Spirale aus Hoffen & Warten verheddern, oder sich darin üben, loszulassen, ohne zu verstehen.

Die Zukunft mal wieder nebulös und völlig offen.
Die Gegenwart so wechselhaft wie das Herbstwetter.
Die Vergangenheit etwas, das wider besseren Wissens verklärt wird oder unangemessen bedrückt.

Ich werde eine Schneise durchs Dickicht schlagen, über kurz oder lang.
Den Kahn wieder flott machen (oder ihn versenken, anstatt mit ihm zu versinken).
Die Septembersonne hinter den Wolken suchen und mich an ihr wärmen.
Mich auf meine Konstanten besinnen, umdrehen und andere Wege ausprobieren.

Es ist daher an der Zeit, hier eine Pause einzulegen.

Macht’s gut, trotzt euren Stürmen standhaft, habt schöne Herbsttage & bis bald wieder – hier oder dort.
Die Kraulquappe.

Talk about a dream, try to make it real. Zum 7. Februar 2017.

Liebe A.,

irgendwann musste es ja passieren: dass ich mich anlässlich dieser Geburtstagsserie nicht zwischen zwei Songs entscheiden kann und beide nehmen MUSS. Ich hoffe, das versaut dir deinen Geburtstagsmorgen nicht, denn immerhin kostet dich dieser Beitrag nun mindestens 11 Minuten Lebenszeit (und je älter wir werden, desto kostbarer ist diese ja).

Ich kann diese Misere aber erklären! Dachte ich an dich und den großen Umbruch in deinem Berufsleben im Herbst letzten Jahres, so kam mir sofort ein Vers aus „Badlands“ in den Sinn:

Talk about a dream,
Try to make it real
You wake up in the night
With a fear so real
You spend your life waiting
For a moment that just don’t come
Well, don’t waste your time waiting

Aber hör‘ es dir selbst an, vertont klingt es um ein Vielfaches besser als getippt!

Und weiter:

Badlands, you gotta live it everyday
Let the broken hearts stand
As the price you’ve gotta pay
We’ll keep pushin‘ ‚til it’s understood
And these badlands start treating us good.

Zur Illustration dessen, was beruflich hinter dir liegt und der Selbständigkeit, die du gerade auf die Beine stellst – eine Phase, die natürlich auch von Unsicherheiten und Zweifeln begleitet ist -, fand ich das absolut passend. Du hattest diesen Traum schon länger, du packst ihn nun an, wühlst dich tapfer durch Formalitäten und Regularien, brütest über Businessplänen und Finanzkram, besuchst Fortbildungen, lässt dich nicht von noch fehlender Theorie oder Praxis ins Bockshorn jagen und bietest so den badlands der Vergangenheit und Gegenwart mutig die Stirn. We’ll keep pushin‘ ‚til it’s understood – and these badlands start treating us good!

[Randnotiz: Ich war über viele Abende in Begleitung etlicher Weißbiere damit beschäftigt, die beste Version von „Badlands“ für dich rauszusuchen – es gibt schließlich Hunderte, der Song ist halt schon von 1978! In Fan-Kreisen ist das mit der besten Version eine Wissenschaft für sich. Da gibt es die Fraktion, die felsenfest davon überzeugt ist, dass es nur „Barcelona 2002“ sein könne oder jene, denen nichts über die Hyde-Park-Aufnahme von 2009 geht, und denen stehen wiederum die glühenden Verfechter der 1980er-Version vom Konzert in der Arizona State University gegenüber, auf deren Seite ich mich schlussendlich geschlagen habe. Sie ist mir zwar einen Tick zu schnell und stimmlich war er in späteren Jahren besser beieinander, aber nichts geht über den jungen Bruce aus der Prä-Muckibuden-Zeit, außerdem ist die Version ausgesprochen verständlich ohne dass sie dafür an Engagement einbüßen würde. Und die berühmte Strophe, die von den Fans fast gebetet wird – „(…) for the ones who had a notion, a notion deep inside (…)“ –, ist hier auch besonders gelungen. Möchtest du die 27 anderen, im Auswahlprozess auf der Strecke gebliebenen Versionen auch noch haben, gib einfach Bescheid :-).]

Ich war also ganz glücklich und zufrieden, endlich deinen Geburststags-Song in der richtigen Version herausgepickt zu haben. Und genau dann schreibst du mir in einer deiner letzten Mails unvorsichtigerweise folgende zwei Sätze (verzeih‘, falls ich nun Intimes preisgebe):

Ich habe so eine kleine innere Liste, auf was für Konzerte ich noch gehen möchte. Und da gehört ein Konzert von Bruce Springsteen dazu.

Da ich erstens ein Freund von Listen (inneren und äußeren, kleinen und großen) bin und zweitens ein noch viel größerer Freund von Springsteen-Konzerten, hat sich mir dieser Satz von dir natürlich eingebrannt. Und zwar so tief, dass ich unsicher wurde, ob es für dich und deinen Geburtstag mit dem Ströphchen aus „Badlands“ wirklich getan wäre, wo es doch noch das hier gibt: die ultimative 5-Minuten-Zusammenfassung, die wenigstens ein bisschen zusammenfasst, wie das so ist bei seinen Konzerten.

Ein kleiner Querschnitt durch alle Jahrzehnte, eingebettet in ein Klang- und Lichtermeer und einen Bilderreigen, ein Versuch, die Emotionen auf und vor der Bühne einzufangen – inklusive Crowdsurfing und der Gedenkmomente für jene, die die Bühne bereits für immer verlassen mussten. Und dazu das simple „Dream, baby, dream“, das man, einmal live und solo-acoustic erlebt, einfach nie mehr vergisst.

Wenn du ihn also je live erwischen kannst, dann nix wie hin (allzu lang sollte man nicht mehr warten, er wird 68)!

Du meintest in deiner Mail außerdem, dass du ihn am liebsten in Amerika erleben würdest. Ja, das war auch einer meiner Lebensträume, die Atmosphäre bei seinen Heimspielen in diesen Mega-Stadien ist tatsächlich eine besondere und man ist in der Arena noch näher an dran, weil er daheim mehr ins Publikum geht und kleine Details der Choreografie anders sind.

Solltest du ihn aber „nur“ in Europa abfangen können, kann ich dir zum Trost einen konservierten Schweißtropfen von Bruce anbieten (immerhin in D6er-Potenz), den ich seinerzeit nachts beim Händewaschen in einem Hotel in East Rutherford (NJ) mit Hilfe meines Freundes M. in einem leergespülten Hotelduschgelfläschchen aufgefangen habe, nachdem ich ihn Stunden vorher tatsächlich und leibhaftig an seinem rechten Arm berührt hatte, als er mit seinem hungrigen Herzen auf den Lippen direkt an mir vorbeistapfte.

The sweaty Grail (Sept 21, 2012).

In diesem Sinne wünsche ich dir für dein neues Lebensjahr, dass du mit der Realisierung deiner Träume unbeirrt weitermachst – in persönlicher, beruflicher, bloggender, knyologischer, wohnmobiliserender und musikalischer Hinsicht.
Und sollte dich dabei mal der Wind beuteln, na, du weißt schon, was du dir dann als Trostpflaster einverleiben kannst!

Alles Gute zum Geburtstag und einen tollen Tag mit deinen beiden Lieben wünscht dir
Deine Kraulquappe.