10 Dinge, die ich in 5 Jahren Bloggen gelernt habe.

WordPress gratuliert mir morgens um kurz vor 4 zum 5-jährigen Jubiläum. Zeit für ein kleines Resümee.

1. Die Blogosphäre: Eine unendliche Spielwiese für Identitätsentwürfe aller Art und Unart. Ein Blick durchs Schlüsselloch in die Reinräume diverser Selbsttherapien und in die Verliese vermeintlich Austherapierter – ein weites Feld und noch mehr, das alles.

2. Zwischen bloggender Kunstfigur und realer Person hinter Text/Bild unterscheiden zu können, ist gleichfalls Kunst. Eine, die ich mangels diesbezüglicher Phantasie oft nur ungenügend beherrsche.

3. Es gibt Blogger, die unter lautstarkem Vorgeben von Authentizität schreibenderweise eine komplette Biographie erfinden. Um sich dann ganz authentisch darüber zu freuen, wenn andere das lesenderweise für bare Münze nehmen.

4. Man kann überall Freunde finden. Auch in der World of WordPress.

5. Beim Bloggen über Fußball hört der Spaß auf. Bei bestimmten Vereinen sowieso.

6. Worte verbinden nur dort, wo Wellenlängen übereinstimmen. Da hatte Max Frisch schon recht.

7. Dass jemand Follower wird, heißt noch lange nicht, dass derjenige dir folgt (im Wortsinne) oder dem, was du schreibst, folgen kann (im Hirn- oder Humorsinne). Und es heißt erst recht nicht, dass er deinen Blog aufmerksam oder überhaupt verfolgt.

8. Ein Like bedeutet manchmal weder, dass der Liker deinen Beitrag gelesen hat, noch, dass er ihm gefällt. Manchen rutscht einfach nur die Maus oder der Finger aus.

9. Ein Dackelfoto (be)wirkt mehr als 1000 Worte. Diese Erkenntnis sollte womöglich ernster genommen werden (doch besser zu Instagram auswandern?).

10. Mehrere Fotos von zwei Dackeln (wie gestern) – und die Aufrufzahlen gehen durch die Decke (ich bin noch nicht im Stande, „viral“ korrekt in einen anständigen Satz einzubauen, daher die altmodische „Decke“, aber immerhin eine im Altbau). Das gibt mir ziemlich zu denken.

Skandal im Tiefschnee.

In München lebt ’ne Dackelmaus
Und Dackelmäuse müssen raus
Gelobt sei diese schöne Stadt
In der der Freilauf noch ’ne Chance hat!

Denn hat man sich gut informiert
Wo man hier froh und frei flaniert

Wird jeder, der sein Zamperl liebt
Sag’n: „Wie gut, dass es die Isar gibt!“

(Und draußen vor der großen Stadt
Steh’n die Grantler sich die Füße platt…)

 

Falls Sie mit den Versen der Spider Murphy Gang nichts anfangen können, so gönnen Sie sich doch diesen 174 Sekunden kurzen, tagesaktuellen und überaus meditativen Schwarzweißfilm aus der herrlich verschneiten Isarmetropole:

Auch heute – ich schwör’s Ihnen beim heiligen Fressnapf des Dackelfräuleins! – wurde kein Igelchen aus dem Winterschlaf geweckt, kein frierendes Vogerl gescheucht, keinem Karnickel das Fell über die Ohren gezogen, keine wintermüde Barbe aus der Isar gefischt und kein Rehkitz, das sich in die städtischen Isarauen verirrt haben könnte, gejagt.
Und die anderen zwei Dutzend Hunde, die wir unterwegs trafen, waren ebenfalls ganz mit sich oder mit einander, mit ihren Menschen und dem Pulverschnee beschäftigt.
Die hundelosen Spaziergänger und die paar eisernen Radler hat’s auch nicht gestört, im Gegenteil: manch einer blieb stehen und guckte verzückt den Hunden bei ihrem Schneevergnügen zu, zweimal wurde ich sogar gefragt, ob man das Fräulein fotografieren dürfe (passiert uns sonst nur mit Japanerinnen im Olympiapark oder in den Gärten von Schloss Linderhof).
***

Wenn Sie also nicht grad davon betroffen sind, Ihr Dach freizuschippen, in der Jachenau auf Ihr Care-Paket zu warten, mit der S-Bahn zu pendeln oder mit dem Auto durchs Oberland zu fahren, wünsch‘ ich Ihnen viel Vergnügen in der weißen Pracht da draußen!

Ge_danke_n 2018 (12).

Zu guter Letzt möchte ich Euch allen danken: den Leserinnen und Lesern, meinen treuen Followern, den engagierten Kommentatoren, den zahlreichen Bloggern, bei denen ich gern und regelmäßig lese, meinen Freundinnen und Freunden, allen Fans vom Dackelfräulein sowie der Springsteen-Fangemeinde und auch all jenen, die hier eher heimlich mitlesen und sich nie zu Wort melden.

Danke für Euer Interesse sowie all die Anteilnahme und Resonanz –
es war ein anregendes Jahr mit Euch und ich freue mich auf ein weiteres!

Lasst das Jahr so ausklingen, wie es für Euch am stimmigsten ist: mit Familie, Freunden oder alleine, mit Korkenknallen oder Stille, mit Loriot oder Rammstein, mit der Decke überm Kopf oder dem Kopf unterm Arm, mit Vorsätzen oder ohne…

Wir sind dann mal kurz weg, denn direkt an einem der Münchner Hot Spots für den Silvesterabend wohnend kann man als Hundebesitzer nur die Flucht ergreifen.

Möge der niederbayerische Gutshof, in den wir uns verkrümeln, keine unkastrierten Rüden beherbergen, tatsächlich so ruhig und idyllisch liegen wie es booking.com verspricht, uns wirklich in einer Nische im Restaurant, in der auch das Dackelfräulein dabeisein darf, das Silvestermenü serviert werden und der Rest der Hausgäste nicht nur aus pensionierten Landärzten oder Bierkutschern bestehen (und falls doch: so möge wenigstens die Aussicht vom Zimmer auf das Feuerwerk im nicht allzu weit entfernten Plattling oder Deggendorf eine gute sein).

„Die Zeit verrinnt, die Spinne spinnt in heimlichen Geweben.
Wenn heute Nacht das Jahr beginnt, beginnt ein neues Leben.“
(Joachim Ringelnatz)

In diesem Sinne & bis bald
Eure Natascha alias Kraulquappe.

Ge_danke_n 2018 (6).

Den nächsten „Ge_danke_n 2018“ dürfen sich Birgit und Sori teilen, ich hoffe, er ist groß genug für beide.

Ich danke Euch für ein Jahr des bereichernden Austausches hier und auf anderen Kanälen, für die vielen neuen Impulse in Sachen „Ton“ (dem akustisch sowie dem haptisch erlebbaren), für Eure Anteilnahme an den Höhen und Tiefen des Kraulquappen- und des Dackellebens – und zu guter Letzt für eure köstlichen Päckchen zu Weihnachten!

*****

Das bereits mit dem Nikolaus eintreffende Packerl offenbart ein Erhören von Herzenswünschen. Zum einen: herrliche Billiglebkuchen, noch dazu von Billa, wofür man sie ja gleich noch mehr billigt als vergleichbare Lebkuchen von um so vieles blöder klingenden Marken wie „Weiss“ oder „Lambertz“.
Zum anderen: ein Augen- und Ohrenschmaus vom über alles geliebten Barden aus den Swamps of Jersey, an jenen Abend erinnernd, von dem man nicht weiß, ob’s womöglich der letzte dieser Art war, mit einem „Backstreets“, auf das man Jahrzehnte gewartet hatte und jenem andächtig lauschend man damals zu Tränen gerührt im Berliner Olympiastadion stand, so dankbar und zugleich so bedrückt, weil ahnend, dass es der Schlussakkord gewesen sein könnte.

Eine Überdosis Billiglebkuchen und Bruce – klasse Kombination, liebe Sori!

*****

Das gestrige dann die Quitt_ung für das offene Ausplaudern so mancher Frühstücksvorlieben. Und zugleich ein guter Test, wie’s um das Befinden des Fräuleins bestellt ist: ja, es saust wieder zur Tür, wenn der Paketbote klingelt und stößt mich anschließend sofort mit der Nase drauf, dass das ein dringend zu öffnendes Päckchen sei, also eines mit essbarem Inhalt.
Ich öffne es und heraus klettert – ja da schau her! – eine Cydonia oblonga.

Drauf spricht sie: „Man kann’s nicht erzwingen
Dass Überraschungen einem gelingen –
Aber die Kochkunst, sie ist kein leerer Wahn
Und so nahm sich die Birgit gekonnt meiner an:
Ich sei, gewähr‘ mir die Bitte,
Auf deiner Semmel die Quitte!

[Frei nach Schillers Bürgschaft.]

…und danke auch für den Tipp mit dem Schwedeneisbecher, liebe Birgit!

*****

Euch beiden frohe Weihnachten und erholsame Feiertage dort oben im Nordosten und dort drüben in der Alpenrepublik!

But hell a little touchup and a little paint. Zum 30. Dezember 2017.

Liebe H.,

ob Du zwischen Packerlauspacken und Partyvorbereitungen überhaupt Zeit hast, eine/n Geburtstags-Post zu lesen?!?
Vorsichthalber fasse ich mich mal eher kurz.

Ich freue mich, Dich in Bloghausen und schließlich auch im echten Leben getroffen zu haben – und danke Dir für Deine diesbezügliche Initiative!
Da hattest Du einen guten Riecher, denn wir passen ja recht passabel zusammen:

– laufen in den gleichen Asics durch die Wälder
– verwenden im Bad nahezu identisches Hygiene-Equipment
– haben beide in die Fußballwelt eingeheiratet
– sind früh an der Mutter-Front fürs Leben imprägniert worden…

…weshalb wir nun auf unsere Glücksportionen immer fest den Deckel draufschrauben, auf dass sie uns keiner stehle…

Münchner Glücksglas.

Paderborner Glückspott.

…und falls doch mal eine Pechsträhne herunterfällt auf die Lebenswege (oder hinaufwirbelt aus dem Ker_ker der Vergangenheit), stehen uns ähnliche, zuverlässige Gefährten treu zur Seite, die den Weg fix wieder freipusten.

Bayrischer Bläser.

Westfälische Wariante.

Für dein neues Lebensjahr wünsche ich Dir Glücksmomente nicht gläser-, sondern kübelweise, und dass Du so bleibst wie Du bist: kreativ, kradheraus und kroßherzig!

Als Begleitmusik für Deinen Jubeltag kommen hier ein paar Klänge aus dem unerschöpflichen springsteenschen Songarchiv, das ich für Dich geöffnet und nach einer annähernd malerischen Textzeile durchforstet habe (und mit etwas Mühe auch fündig wurde, auf die Grammatik solltest Du allerdings nicht zu genau achten, es geht da mehr so ums große Ganze).

So you been broken and you been hurt
Show me somebody who ain’t
Yeah I know I ain’t nobody’s bargain
But hell a little touchup and a little paint

You might need somethin‘ to hold on to
When all the answers they don’t amount too much
Somebody that you could just to talk to
And a little of that Human Touch

In diesem Sinne: möge Dir immer genug Lack und Farbe zum Experimentieren, Artifizieren und Retuschieren zur Verfügung stehen!

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und heute Abend eine tolle Feier, bei der Du’s krachen lässt – ganz gemäß Deines Mottos:

Impressionen aus dem Atelier von Frau H. aus P.

Das wünscht Dir
Deine Kraulquappe.

The stars are burnin‘ bright like some mystery uncovered. Zum 3. Juli 2017.

Lieber S.,

durch die Wälder streifend überlegte ich letzte Woche, ob ich dich nun schon gut genug kenne (und Blog sei Dank kennen wir uns überhaupt!), um deinen Geburtstag innerhalb der Bruce-for-everyone-Serie auf meinem Blog zu verewigen.

So herum funktioniert die Fragestellung aber meist nicht. Viel einfacher ist es immer, bei der Musik anzusetzen: Welcher Rhythmus, welche Dynamik, welche Tonart, welche Klangfarbe, welcher Text, welcher Interpret kommt mir in den Sinn, wenn ich an diesen Menschen denke, dessen Geburt sich da jährt.
Davon ausgehend wühle ich mich gedanklich durch die entsprechenden Segmente des Springsteenschen Gesamtwerks oder lasse mich von der 314er-Liste inspirieren (keinesfalls von der Wertung, nur von dem Kompendium an sich).

Irgendwann springt mich dann eine Hörerinnerung an, anschließend hör‘ ich mir den Song in ein paar Varianten an. Danach ist schnell klar, ob’s im Ganzen eher passt oder nicht.

Mein Fundstück für dich und heute ist dieses:

We played king of the mountain out on the end
The world come chargin‘ up the hill, and we were women and men
Now there’s so much that time, time and memory fade away
We got our own roads to ride and chances we gotta take

 

„This song lies somewhere between heaven and earth“, sagte mal ein anderer Fan während eines Konzerts zu mir. Ich fragte nach, was er damit genau meine, denn dort läge ja schließlich eine Menge, eigentlich fast alles. Er zitierte dann ein paar Textpassagen aus dem Song, die ihn besonders bewegten (es waren ehrlich gesagt fast die gesamten Lyrics, die er mir vorbetete). Bei einer Passage bekam er feuchte Augen, das hat mich berührt, denn genau die mochte ich auch immer besonders. Und sie scheint mir ebenfalls passend, um sie dir zuzueignen:

On through the houses of the dead
past those fallen in their tracks

Always moving ahead
and never looking back

Moving ahead, das ist es (unter anderem), was ich dir für dein nächstes Lebensjahr wünsche, ob auf dem Berg (hier ist auch gelegentliches looking back nicht verkehrt) oder im Tal (gern auch mit Fliege auf der Uhr, frei nach dem Motto „tempus fugit“/“time flies“), im Innen oder im Außen, für dich allein oder gemeinsam mit anderen: (Vorwärts-)Bewegung ist immer wohltuend, kraftspendend und vor allem eng mit dem verbunden, was wir Leben nennen.

Darauf ein Prosit aus der Isarmetropole…

…dessen Etikett man Freunden des Gehopften einfach nochmal in groß zeigen muss…

…und für den Fall, dass so ein 0,33er-Flascherl doch ein bisserl zu dürftig ist, für so an gscheidn Durschd am Ehrentag, gibt’s auch gleich Nachschub…

… und weil’s so früh am Tag ist, sicherheitshalber auch noch in der alkoholfreien Variante:

Alles Liebe und Gute zum Geburtstag wünscht dir –
Die Kraulquappe.

Himmel der Bayern (22): Gipfeltreffen.

Und gleich das nächste blind date – heute: Mr. Speedhiking, WordPress-Weggefährte seit ungefähr anderthalb Jahren und Top-Kommentator auf meinem Blog (bis dato 136 Kommentare, nur 1 weiterer fehlt noch zu meiner Lieblingszahl!).

„There’s no debate, we need a date“, kommentierte er flugs, kaum war das Kraulquappe-meets-hikeonart-Wochenende vorüber.

Gesagt, getan.

So kam’s dann heute, bei besten Bedingungen unter dem Bayernhimmel (sehr heiß, aber gottseidank ein Lüftchen und ein paar Wolken dazu), zum Gipfeltreffen in den Ammergauer Alpen.

Herr Speed hatte sich vernünftigerweise schon gestern speedmäßig ausgetobt – denn der heutige Bergtag mit zwei Frauen an der Hacke (1x müde und mit Schulterschmerzen, 1x schlapper Hormonjunkie) und nur 700 Höhenmetern Tagesleistung wäre dafür nicht geeignet gewesen (gleichwohl als Trainingsgelände mehr als passend).
So konnte er sich voll und ganz auf seinen ersten Einsatz als Wurst-Lieferant und Träger eines scheinträchtigen Dackelfräuleins konzentrieren und diesen mit Bravour meistern.

Pünktlich zur vereinbarten Minute rollten die Autos einmal von Osten, einmal von Westen kommend auf den Parkplatz. Zur Begrüßung wurde die Box mit den Mini-Wiener geöffnet – die beste Eintrittskarte in ein Hundeherz! – danach fix die Schuhe geschnürt und los ging’s.

Schon nach wenigen Metern schien es, als solle mein Plan, den Pürschling via Schleifmühlenklamm zu besteigen, heimtückisch torpediert werden. Ein Schild verstellte uns den Weg: „Durchgang gesperrt – Erdrutsch und Brückenarbeiten.“ Vermutlich ein perfide arrangierter Versuch von Herrn Speed, a) meine Flexibilität oder Risikofreude zu testen oder b) die Unerlässlichkeit seiner eigens für diese Unternehmung besorgten topografischen Wanderkarte zu demonstrieren?

Er endete mit dem Ergebnis, dass wir uns von Erdrutsch und Brückenarbeiten nicht abschrecken ließen, ebenso wenig von den hinreichend bekannten Zeitungsmeldungen, die solchem Übermut ja gern folgen („Tragisches Ende eines Ausflugs: Kleine Wandergruppe in Schleifmühlenklamm gestürzt, da die Warnhinweise der Gemeinde ignoriert wurden“).
Spaß beiseite, man hätte jederzeit umkehren können, die Klamm ist ziemlich harmlos. Von Erdrutsch war nirgends etwas zu sehen. Und die Brückenarbeiten bestanden aus einem fehlenden Brückenbodenstück, an dessen seitlicher Einfassung balancierend man aber mühelos die 2 Meter große Lücke überwinden konnte.

Nach einigen Badepausen für das hechelnde Dackeltier erreichten wir das Josephskircherl.

Hier durften sich Herrn Speeds treuer Berggefährte Dr. Schmitt und Pippa erstmals beschnuppern und ausgelassen spielen. Zugegebenermaßen etwas zum Nachteil von Dr. Schmitt, dessen Kopfschmuck anschließend ein wenig derangiert wirkte, aber das ließ sich mit ein paar Handgriffen wieder richten.

Fast auf dem Pürschling angekommen nutzte Pippa unseren Abstecher zum Gipfelkreuz für eine schamlose Plünderung des Speedhikingschen Rucksacks (vermutlich handelte es sich bei der Beute um mindestens zwei weitere Mini-Wiener)…

… so dass wir die Beine und unser Gepäck unter den Arm nahmen und dem Winken der Himmel-der-Bayern-Fahne zur nahegelegenen Alpenvereinshütte folgten …

… um uns dort zu einer ausgiebigen Pause niederzulassen.

Mit Zugspitzblick genossen wir die Hopfengetränke…

… sowie das in Bayern stets unvermeidbare Lokalkolorit …

… und fütterten den vom Winde verwehten Schneehasen, der in Sachen Jause bisher mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen musste (immerhin ins Wettersteingebirge).

Satt, zufrieden, ausgepowert und mit Kletten übersät lümmelten die beiden dann einträchtig auf der Wiese herum…

… bis es schließlich „Kompanie, Marsch!“ hieß und wir wieder ins Tal abstiegen.

Alle anderen Details zum heutigen blind-date-mountain-trail wie neueste User Manuals zur Mechanik des Alpwesens, beeindruckende Excel-Tabellen mit unseren Gehzeiten, Anzahl der Badestopps inkl. Wassertiefe und -temperatur u.v.m. werden mit Sicherheit in Kürze hier nachzulesen sein.

Schee war’s!

Herzlichen Dank an Hr. Speed & Dr. Schmitt für den schönen gemeinsamen Wandertag!

(Man beachte den Untertitel! Schön, dass man da jetzt auch mal war.)

Himmel der Bayern (21): Zwischen Gespinstmotten und Russ’n.

Kann sein, dass ich noch ein Fan von blind dates werde.

Seit ich blogge, mache ich mit dieser Art des Kennenlernens nämlich ausnahmslos gute Erfahrungen. Damals, gefühlte Jahrzehnte ist’s her, zu Zeiten der Partnersuche, waren von den wenigen auf diese Weise angebahnten Begegnungen fast alle ein Griff ins Klo. Ob es wohl daran lag, dass ich mich damals ausschließlich an blind dates mit Männern versuchte?

Heute date ich Frauen. Und ganz so blind wie früher stolpere ich auch nicht mehr in diese Treffen hinein.

Im Gegenteil: Von der einen hatte ich schon etliche Geschichten und zig Zitate quer durch die Weltliteratur gelesen, bei der anderen wusste ich um jede Vorliebe und Abneigung ihres Hundes sowie um zahlreiche persönliche Details des „Rudel-Lebens“, mit der nächsten teile ich dieselbe große und einzig wahre, lebenslange Musik-Liebe und irgendwann tauchte dann auch die eine auf, die liebend gern schwimmt, ähnliches Equipment im Badezimmer verwendet und der Zahl 13 ebenso zugetan ist wie ich.

Als sie sich neulich meldete und mitteilte, dass sie mit Kind und Kegel ein paar Tage in München sein würde, hatte ich dank ihres an Kunstwerken/Zeichnungen/Selfies reichen Blogs bereits ein präzises Bild von ihr. (Gut, als wir uns dann vorgestern am Fischbrunnen verabredet hatten, kam sie in anderem Outfit daher, trotzdem haben wir uns gleich erkannt.)

Angedacht war erstmal ein blind date zu zweit und vielleicht an den folgenden Tagen noch eine Fortsetzung, bei der unser gesamter Anhang mit von der Partie sein sollte.
Für den Fall, dass wir uns mit diesem Vorhaben zu weit aus dem Fenster gelehnt hätten, wurde vorab sicherheitshalber eine Parole vereinbart, mit der man sich nach dem ersten Abend auf unpeinliche Art aus der Affäre hätte ziehen können, wenn die Chemie doch nicht gepasst hätte (meine: „Sorry, der Hund hat Durchfall, wir können leider nicht weg“).

Der Hund hatte weder real, noch fiktiv Durchfall und auch die andere Seite machte von ihrer Parole keinen Gebrauch.

Stattdessen haben wir viel gefuttert, geredet, gelacht und sind noch mehr gelaufen. Außerdem weiß ich dank ihrer botanisch-biologischen Expertise nun endlich, wie der Kokon der Gespinstmotte aussieht (und sie kann nun zielsicher „an Russ’n“ bestellen).

Danke, liebe Heike, für die Initiative – es waren zwei rundum schöne Begegnungen mit Dir und Euch!

Bis zum nächsten Mal gelobe ich, mich nachts nicht mehr im Gärtnerplatzviertel zu verlaufen, aber ich hoffe, ich konnte diesen faux pas durch die heute präzise vorbereitete und ohne jede Panne durchgeführte Groß-Expedition durch den nördlichen Englischen Garten wieder wettmachen.

Im Aumeister (vergrößern lohnt nicht, da ist keiner von uns drauf!).

Hikeonart & pseudopregnant Pippa & Kraulquappe.

Ein schönes restliches Wochenende wünscht allen Leserinnen und Lesern
Die Kraulquappe.

Auf großem Fuß leben.

Heute bekam ich Post vom sehr geschätzten Bloggerkollegen „Linsenfutter“ aus dem westfälischen Hamm.

Erst stutzte ich kurz, als ich den Betreff der frevelhafterweise im Spam-Ordner gelandeten Email sah: „Große Füße“. Huch???

Aber sogleich fiel mir ein, dass ich ja erst neulich den Meister der Vogelfotografie anlässlich einer seiner Wasservogelserien, in der auch das Blesshuhn vertreten war, um einen Gefallen gebeten hatte. Genauer gesagt um eine ganz spezielle Aufnahme!

Und genau die kam heute in mein Postfach geflattert: Ein Foto, auf dem auch die wunderbaren, völlig überdimensionierten Blesshuhn-Flossen zu sehen sind!

Besshuhn – Jesus-style (fotografiert von „Linsenfutter“)

Vielen herzlichen Dank für die Wunscherfüllung!

Da „Linsefutter“ in mir wohl einen Vogelfußfetischisten vermutet, gab’s noch eine Dreingabe: Teichhuhnfüße in Großaufnahme 🙂

Teichhuhnpranken (fotografiert von „Linsenfutter“)

Die sind auch nett und durchaus elegant, ja, aber an die Beinfärbung und die Mega-Zehen mit den riesigen Schwimmlappen des Blesshuhns kommt das Teichhuhn mit seinen Stelzen nicht ran. (@Linsenfutter: wenn sich’s einrichten ließe, wäre die Beinfärbung des Blesshuhns evtl. auch noch drin?, dazu müsste es allerdings vor dir stehen, aber vielleicht tut’s das ja mal – dann drück‘ bitte ab! Ich könnte mich mit ein paar Dackelpfotenfotos in Laienqualität revanchieren.)

Wasservögel gehören gar nicht mal zu meinen absoluten Favoriten unter den Vögeln. Erst kommt der Schuhschnabel, dann lange nichts, danach Papageien und Sittiche, gefolgt von Adlern, Uhus und Eulen – über alles Weitere müsste ich länger nachdenken und dann würde die Liste auch zu lang werden).

Dass ich Blesshuhnfüße so mag, liegt an der Luzzi (Gott hab‘ sie selig!), einer blessblassblauen Wellensittichdame. Sie war die letzte Gefährtin Fridolins, meines ältesten Wellensittichs (Gott hab‘ auch ihn selig!). Die Luzzi war kein typisches Frauenzimmer, hat nur wenig gesprochen, geschweige denn geträllert oder gesungen, ab und an mal ein bisschen Geschimpfe, mehr nicht. Fridolin hingegen war ein begnadeter Sänger und Pfeifer, das Intro von Jungleland war seine große Spezialität (es lief dann auch zu seiner Beerdigung, das war Bruce ihm schuldig!).

Den Mangel an Sangeskraft hat Luzzi dadurch wettgemacht, dass sie zur geschickten Kletter- und Gymnastikkünstlerin avancierte. Sie hatte die größten Füße, die ich je an einem Wellensittich gesehen habe. Irgendwo in ihrer Ahnenreihe muss ein Blesshuhn gewesen sein, so riesig waren diese Füße!

Wen es genauer interessiert, der lese bei Wikipedia nach und versäume keinesfalls den Absatz über die Stimme!

In diesem Sinne: krök-krök & bis bald mal wieder!
Eure Kraulquappe.