Viertelliebe.

Gelesen…

…getan.

Die Teesalonsaison ist eröffnet.

Jetzt haben wir ja das tolle Café Erika um die Ecke. Liegt praktischerweise auf dem Weg zur Schneiderei, in die ich heut‘ eh muss.

Dylan dudelt dezent durch den Raum, am Nebentisch schreibt ein dürrer Student an seiner Seminararbeit über Foucault, die skyrbedeckte Walnussbombe schmeckt super, das Dackelfräulein kaut ein Würschtl. Draußen regnet’s und stürmt’s.

(Zeit, sich ein wenig Winterspeck zuzulegen, damit’s einen weniger fröstelt. Dass ich mal so einen Satz schreiben würde, ts.)

On the catwalk.

Seit dem 28. November keinen Stadtspaziergang mehr gemacht – der Trip nach Braunschweig, der voralpenländische Wintertraum und etlicher Alltagsmist/-frust kamen dazwischen – aber gestern hat’s endlich wieder geklappt.

Am U-Bahnhof Odeonsplatz geht’s bei bestem Wetter los…

Noch fix dem Fielmann-Köter einen Schluck gemopst.

…vorbei am sonnenanbetenden, latte- und weißbierschlürfenden Tambosi-Volk…

Auch bei 5 Grad: Sehen & Gesehenwerden.

…zum Schaulaufen und Meet&Greet in den nahezu leergefegten Hofgarten…

Auch ich in Arkadien! (P. aus B. gewidmet)

Suchbild: „Finde alle Dackel!“ (Advanced Level: „Finde Pippa!“)

Das Dackelfräulein vor der Bayerischen Staatskanzlei.

Aus der Reihe „Liebeserklärungen, die ich nicht bekommen möchte“.

…und von dort ist es nur ein Sprung hinüber in den Englischen Garten.

Am Ufer des Köglmühlbachs hinter dem Haus der Kunst.

Die Brücke über den Eisbach.

Mein Hund, der Außenseiter (#metoo).

Beliebtester Kiffer-Tempel Münchens: Für 830.000€ renoviert und mit vom künftigen Ministerpräsidenten vergoldeter Inschrift 😦

Über eine Stunde haben wir uns treiben lassen, Bälle geschossen und gejagt, die Sonne genossen und trotzdem gefroren, den schönsten aller Stadtparks durchwandert – gäbe es eine Seele, so hätte sie gebaumelt.
[Dabei an Springsteens Autobiographie gedacht: „There is no evidence of the soul except in its sudden absence. A nothingness enters, taking place where something was before.“]

Ach ja. Ein Ziel hatten wir natürlich auch. Ich wollte endlich mal wieder nach Bogenhausen, in die Straße, in der sich das Büro meines Vaters befand, in dem ich so viel Lebenszeit verbracht habe.

Die passende Einkehr gab’s dort auch, wobei ich etwas verärgert darüber war, dass sie Pippa keinen roten Teppich ausgelegt hatten, sondern eine schwarze Gummimatte…

Nach dem Dogwalk zum Catwalk.

…dafür war’s dann innen sehr schön und lecker – und wie immer unter 10€ machbar.

Tipp: Mittagskarte gilt bis 15 Uhr, also geradezu ideal für Frührentner, Tagelöhner und andere Lebenskünstler.

Sonstiges: Hundefreundliche Böden (Holz), Kellner (charmant) bringt frisches Wasser für den Hund, keine laute Musik, keine Katzen/Miezen (trotz des Lokalnamens), vorzüglicher Begleitkeks (auf Cappucino-Untertasse).

Das „Catwalk“ von innen: Beinahe-Blick auf die Isarauen.

Der Catwalk im „Catwalk“.

Nach einem kontemplativen Stündchen gesättigt zurück in den Englischen Garten, rüber nach Schwabing und vom U-Bahnhof Giselastraße heimwärts gefahren.

Als nächstes aber mal so richtig nach Bogenhausen (an Leserin P.: ich meld mich dann!).
Überhaupt, die diversen -hausens stehen noch auf dem Programm.

Es grüßt euch herzlich –
Die Kraulquappe.

Eine Schwäche für Bäche.

…lautet das Motto unseres Stadtspaziergangs Nr.6, der wie so oft hundegerecht an der Isar startet (dem Bach Nr.1 dieser Tour 🙂 ).

Beim Verlassen des U-Bahnhofs in Thalkirchen irritiert uns eine neue Werbung, die wir trotz des ansprechenden Logos links liegen lassen…

…und uns direkt auf den Weg durch die Isarauen und über den Flauchersteg Richtung Norden begeben.

Die Strecke ist ein Paradies für Hundebesitzer – es findet sich immer jemand zum Spielen, zugleich gibt es genug Platz, um einander auszuweichen und zig Wegvarianten, zwischen denen man je nach Wetter und Matschigkeitsgrad des Untergrunds wählen kann (Fotos siehe hier und hier).

Im Fokus stehen aber heute mal nicht die Isarauen, sondern die Stadtbäche.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde München von einem dichten Netz an Bächen und Kanälen durchzogen, die meisten davon fielen dem Bau der Kanalisation und innerstädtischer Verkehrswege zum Opfer. Von dem ursprünglich rund 300 Kilometer umfassenden Bachsystem wurde beinahe die Hälfte trockengelegt oder in den Untergrund verbannt. Übrig geblieben sind nur ihre Namen, Stadtviertel oder Straßen sind nach ihnen benannt, wie z.B. das Glockenbachviertel oder die Dreimühlenstraße.
Erst in jüngster Zeit mehren sich die Bestrebungen, Teile der alten Stadtbäche wieder an die Oberfläche zu verlegen, und ich wünsche mir, die neu rauschenden Bäche noch in Gesellschaft des Dackelfräuleins, das ja Wasser so liebt wie ich, erleben zu dürfen.

Wir spazieren den Isarwerkkanal entlang, bis dieser in den Großen Stadtbach übergeht…

…der etwas dürftig und graubraun vor sich hinsuppt, da hier gerade Reinigungsarbeiten anstehen.

An Stellen, wo wir den Pesenbach im Untergrund vermuten, wird sogleich intensiv gesucht…

… aber trotz dachshundtypischer Hartnäckigkeit müssen wir irgendwann aufgeben und uns mit dem nebenan liegenden, sichtbaren Westermühlbach begnügen…

… der durch das Glockenbachviertel plätschert und stellenweise makabre Schneisen zieht zwischen Saturiertheit und Armut. Auf der einen Bachseite hausen Menschen in der kalten, miefenden Unterführung, das andere Ufer zieren Geschäfte mit schnuckeligen Namen wie „Schmatz“ (Biomarkt) oder „Dear goods“ (vegane, urbane Mode).

Pippa interessiert sich der herben Gerüche wegen natürlich brennend für die Unterführungsbewohner und so kommen wir mit einer Frau ins Gespräch, die dort mit ihrem alten Schnauzerrüden Luigi lebt. Seit 2 Jahren. Mir bleibt die Spucke weg als sie davon erzählt.
Ich gebe ihr 5€ und alle Würstchen, die ich meinem Rucksack finden kann – und habe damit für den restlichen Ausflug bei meinem Hund verschissen.

Am Alten Südfriedhof entlang…

…vorbei an Locations mit hippen Namen, deren Bedeutung oder gar Witz sich mir spontan nicht erschließt…

…erreichen wir schließlich unser Einkehrziel des Tages, das den schönen Namen „Tabula rasa“ trägt.
Das passt prima zu meiner Gemütslage, die seit Wochen überschattet ist vom Zerbröseln einer fast 30 Jahre währenden Freundschaft, von denen ich die letzten zwei in Unwissenheit all dessen verbrachte, was die Freundin störte. Manche Menschen können ja sehr ausdauernd schweigen und packen erst dann aus, wenn das Kind bereits tief in den Brunnen gefallen ist und dort so viel Wasser geschluckt hat, dass Wiederbelebungsversuche schwierig bis unmöglich sind.

Das Café „Tabula rasa“ ist insofern ein echter Geheimtipp, weil es sich dem Geschniegelten, der Coolness und dem Preisniveau des Glockenbachviertels tapfer widersetzt. Hunde sind gern gesehen, und packt man an der Tür ein Pfotenhandtuch aus, strahlt die Besitzerin Margarete Vila übers ganze Gesicht und ist gleich noch freundlicher als sie es eh schon ist.

Hier wird täglich auf kleinstem Raum eine beachtliche Auswahl an Gerichten und Kuchen serviert, allesamt frisch und selbst gemacht – und so lecker, dass man gar nicht weiß, worauf man sich zuerst stürzen soll.

„Die selbstgesetzte Budgetgrenze von 10€ muss ich heute sprengen!“, schießt es mir beim Betrachten der Kuchentheke sofort durch den Kopf…

…“da ich ja bereits 5€ gespendet habe und mit dem Rest wohl kaum über einen großen Kaffee hinauskomme.“
Irrtum! Der Cappuccino kostet unter 3€ und Frau Vila verkauft auch halbe Kuchenstücke…

…aber ich muss zugeben, dass ich das nur im ersten Anlauf geschafft habe und es nicht dabei blieb.
Nicht bleiben konnte! Denn der große Vorteil von halben Stücken ist ja der, dass man in den Genuss von zwei verschiedenen Kuchen kommt (oder drei, oder vier?)!

Auch Pippa muss nicht darben und erhält ein Würstchen von der Köchin, die ein Erbarmen mit dem erbärmlich fiepsenden Hündchen unter meiner Sitzbank hat.

Nichts als Theater und Schlawi(e)nerei – aber die meisten gehen diesem Blick halt auf den Leim.

Habt einen schönen Abend und seid gegrüßt!

Pigmente, Panini, Paarhufer.

Unser heutiger, fünfter Stadtspaziergang hatte einen etwas ungewöhnlichen Startpunkt: die Seumestraße 3, in Obersendling.

Dort befindet sich das Zentrum für Kleintiermedizin, wo wir um 10:30 Uhr zu einem längeren Termin erscheinen mussten, weshalb ich eine Tour geplant hatte, die wir gleich im Anschluss gehen konnten, zur beiderseitigen Sofort-Auslüftung und -Ablenkung nach den Strapazen.

Die eine Pippa hat Panik vor der Hochzeit…

… die andere vor dem Gang zum Arzt.

Die Praxisräume verließen wir um 52€ ärmer und um ein paar Diagnosen/Informationen reicher: die Dermatologin hat sich die schwarzen Flecken an Pippas Flanke wirklich sehr gründlich angesehen und kommentiert. Jetzt heißt es Nachdenken, ob bzw. wann wir die Stellen operativ entfernen lassen.

Obersendling ist kein Viertel, sondern eine Gegend, wie ich feststellte. Viel Industrie, viele Neubauten, alles etwas lieblos hingespuckt, weiße, gesichtslose Projekte aus der Kategorie „München schafft Wohnraum“, vermutlich trotzdem oder gerade deshalb teuer verkauft oder vermietet.

Wir gehen der Sonne entgegen, überqueren die Siemensallee, die einst die nördliche Grenze meines kindlichen Lebensraums markierte, und stehen an einem der wenigen Felder aus Kindheits- und Jugendtagen, das bis heute Feld geblieben ist: ein grünes Quadrat hinter meinem ehemaligen Gymnasium, das ich bereits mit meinem ersten Dackeltier umrundete und das mir, wie so vieles in der Kindheit, damals riesig vorkam.

Das Marienstern-Feld (keine Ahnung, wie es heute heißt).

De facto sind wir in knapp 20 Minuten einmal drumrum gegangen, nebenbei kommen wir an dem Türchen vorbei, durch das ich zu Schulzeiten immer zum verhassten Sportunterricht gehen musste, in den Siemens-Sportpark, den unser kleines Gymnasium mitnutzen durfte.

Es sieht verwittert aus, was daran liegen mag, dass das Gymnasium aufgelassen wurde bzw. der Flachbau mittlerweile als heilpädagogische Einrichtung fungiert.

Die am meisten verabscheute Tür meiner Schulzeit.

Mein ehemaliger Pausenhof, etliche Erinnerungen liegen dort unter Laub begraben (und da liegen sie gut).

Weiter geht es durch die Allescherstraße, stets in südlicher Richtung, durchs schöne, alte Solln mit den Villen und Gärten, in denen man schon als Kind gern gewohnt hätte und manchmal zu Gast war (legendär der riesige, verwilderte Garten von T., in dem es geburtstags Schokoladenfondue unter Lampions gab).

Die Sollner Kirche St. Johann Baptist.

Unser Ziel ist das Petit Café in der Grünbauerstraße 1.
Das ist jene Straße, in der die Kirche meiner Erst(und Letzt-)kommunion steht. Um die Ecke die Grundschule, in die ich vor 37 Jahren zum Klavierunterricht ging. Zwei Straßen weiter westlich der Bäcker, in dem der Papa samstags Semmeln und Brezen holen fuhr, zwei Straßen weiter östlich das Café, in dem er sonntags Kuchen für sechs kaufte, obwohl wir nur zu dritt waren.
Gegenüber immer noch das schaurige Modegeschäft von damals, in dem sich meine Mutter gelegentlich ein Oberteil aussuchte, während ich die Auslagen des Schreibwarengeschäfts nebenan inspizieren durfte, um nicht zu stören, die Markisen sehen noch aus wie damals. Es war das Schreibwarengeschäft, in dem mir die nette Verkäuferin 1982 das Rummenigge-Bildchen, das ich doppelt hatte, gegen den von mir so heiß ersehnten Littbarski eintauschte.

Auf einen Imbiss im petit-café, natürlich kleingeschrieben, wie alles, was vorgibt, einfach & gut zu sein.

Milde 17 Grad und Sonnenschein erlauben es, draußen zu sitzen. Während ich einen Kaffee und ein winziges Sandwich (resp. Panini) zu horrenden Münchner-Süden-Preisen zu mir nehme (und heute nur mit Mühe unter der 10€-Marke bleibe), hänge ich diesen und anderen Erinnerungen nach, blättere in der ausliegenden Abendzeitung, grusle mich angesichts des Artikels über den anhaltenden Irrsinn auf dem Münchner Mietmarkt, beobachte die edel bestiefelten, perfekt frisierten Sollner Mütter mit ihren rausgeputzten Doppelnamen-Kindern, denen die knapp 6€ teuren Smoothies eingeflößt werden, die die Mama der frisch manikürten Nägel wegen oder einfach aufgrund genereller Unlust, sich die Finger mit irgendwas schmutzig zu machen, nicht selbst zubereiten möchte.

Ein wenig gestärkt schlendern wir auf Umwegen – hier das Sträßchen, in dem einst der angebetete S. wohnte, der etwas hohl war und heute als L’Oréal-Model arbeitet, dort der Laden, in dem es die Songbooks mit den begehrten lyrics zu den aktuellen Hits gab, die heute jeder mit zwei Mausklicks im Internet nachgucken kann – zur südlichen Grenze dieses südlichsten Münchner Stadtteils.

Im Grunde passt der heutige Marsch überhaupt nicht in die Rubrik Stadtspaziergang. Denn Obersendling ist kein Viertel und Solln wiederum ist nicht mehr Stadt, sondern Stadtrand, zwar ein recht schönes Stück davon, aber nichtsdestotrotz Rand. Mit dem Vorteil, dass wir von dortaus keine U-Bahn mehr für den Heimweg benötigten, sondern eine weitere Stunde durch den Wald nachhause laufen konnten. Nach Tierarzttermin, gut 16.000 Schritten und ein paar davon mit heftigem Herzklopfen, weil einige Wildschweine links und rechts des Weges auftauchten, waren wir ziemlich bedient und froh, nicht auch noch städtischen Trubel erlebt zu haben.

Nächste Woche gibt’s wieder einen richtigen Stadtspaziergang!

Einen schönen Mittwochabend wünscht
Die Kraulquappe.

Fremdling, kommst du nach Sendling…

…musst du über viele Brücken gehen, zumindest, wenn du die Route wählst, die wir heute im Rahmen unseres Stadtspaziergangs Nr. 4 gelaufen sind.

Die Tierparkbrücke, heute bei Sonnenschein.

Startpunkt mal wieder (weil’s nah an Wasser und Wiesen liegt) am U-Bahnhof Thalkirchen.

Von da aus über die Tierparkbrücke ans rechte Isarufer, dort halten wir uns links und marschieren zum Flauchersteg…

…der eher eine lange Brücke ist als das, was man sich unter „Steg“ vorstellt…

…uns über viele Zwischeninseln führt, schöne Blicke auf den tosenden Wildfluss bietet…

…und vor allem herrlich in der Sonne liegt, so dass wir uns Zeit lassen zum Gucken, Lauschen und Wärmetanken.

Am Ende des Flaucherstegs halten wir uns beim Schinderstadl rechts, wo der Weg direkt an der Isar entlangführt, so dass ein letzter, spätherbstlicher Kneippgang für das Dackelfräulein drin ist…

…was eine kleine Fußball-Einheit nach sich zieht, damit die nasse Hundedame fix trocknet und sich nicht verkühlt.

Insgesamt sind wir über sieben (!) Brücken gelaufen…

…na gut, manchmal auch unten durch, aber ich finde, das zählt auch…

…bis wir nach anderthalb Stunden den Stadtteil erreichten, der unser heutiges Ziel war: Sendling.

Irgendwo zwischen Schlachthofviertel und Dreimühlenviertel krochen wir aus den Isarauen wieder hoch in den betonierten Teil der urbanen Wirklichkeit…

…und irrten etwas orientierungslos durch die Gegend, da uns etliche Baustellen die geplante Wegstrecke versperrten, entdeckten dank der Umwege das ein oder andere Strandgut über oder unter den Bahnbrücken…

…und fanden schließlich doch noch in die Senserstraße 7 mit der Lieblingspostleitzahl 81371. Dort befindet sich das relativ neu eröffnete Café Erika.

Die Straße machte ihrem Namen heute alle Ehre – denn hier war wirklich erstmal Sense: Ich war todmüde, die Nase triefte von dem langen Marsch durch die Kälte und ausgehungert war ich auch.

Wenn das Design der Taschentuchpackung so gut mit dem Interieur harmoniert…

…und einen zudem vom Regal aus adäquate Lektüre für das Großstadtzamperl anlächelt…

…muss man wohl definitv am richtigen Ort gelandet sein.

Und so war es auch!

Das „Erika“ ist eines dieser netten kleinen Cafés, die auf unprätentiöse Weise demonstrieren, wie mit Wenig oft Viel erreicht werden kann: etliche Teile der Einrichtung sind bei Ebay ersteigert, die Möbel wurden aus alten Turnhallendielen geschreinert und die zwei Café-Erika-Gründerinnen haben sich alles in mühsamer Kleinarbeit zusammengesucht, bis es so war, wie sie es sich vorgestellt hatten.

Auch Hundefreundlichkeit ist hier nicht nur ein leeres Wort, sondern ein voller Napf…

…der sofort nach Ankunft kredenzt wird, aber zu Pippas Entsetzen nur einen aufgemalten Knochen auf dem Napfboden enthielt, der durch die wuppernden Bewegungen des Wassers auch noch so tat, als würde er leben und sich erst nach Leersaufen des gesamten Pottes als blöde, tote und nicht verzehrbare Deko entpuppte.

Die Inschrift „Good dog“ tröstet einen verfressenen Hund herzlich wenig – nur gut, dass der Service das umgehend durch einen Hundekeks wiedergutzumachen verstand.

Mein verspäteter Mittagsimbiss war gottseidank keine Atrappe, sondern tatsächlich eine sehr leckere Süßkartoffel-Karotten-Walnuss-Quiche mit Salatbeilage…

… – und wieder ist es mir gelungen, den Budgetrahmen (<10€) nicht zu sprengen, sogar inkl. kleinem Getränk und Kaffee.

Einziger Haken: ein Test des Inhalts der Kuchenvitrine, die eine wahre Augenweide war (speziell wegen der Eierschecke kommen Kunden offenbar aus entlegenen Stadtteilen hierher!), musste leider aufs nächste Mal verschoben werden.

Alles ist hier selbstgemacht, alles sieht köstlich aus, und weil die beiden Besitzerinnen sich auf der Stelle in das Dackelfräulein verliebt haben, wurden wir herzlich eingeladen, bald wiederzukommen – als Gäste oder als Crewmitglied.

Wir lassen uns das auf jeden Fall mal durch den Kopf gehen, denn das Personal isst ja meist umsonst 🙂

Einen schönen Mittwochabend wünschen
Die Kraulquappe und ihre Begleiterin.

Donnerstags zwischen Berg und Ammerland.

Empfehlenswerter 17 Kilometer-Spaziergang am Ostufer des Starnberger Sees.

Start: Schloss Berg. Ziel: Ammerland. (Und retour.)

Brandung vor der Kulisse des Wettersteingebirges und der Ammergauer Alpen

 

Ländliche Villa bei Allmannshausen

 

Die üblichen Scheiß-Ängste

 

Alte Fischerhäuser an der Uferpromenade

 

Das Pendant zum „Bett im Kornfeld“

 

Eröffnung der Badesaison 2017 dank Föhn und 20°C

 

Besser kann man Rettungswege nicht beschildern

Auf eine „fangfrische Brotzeit“ im Café „Fischermeister Gastl“ eingekehrt: Hunde herzlich willkommen, Pastinakencremesuppe köstlich, Torten & Kuchen sicher noch köstlicher, Preise nicht allzu starnbergerisch.

Ein bisschen störend nur das Pausenvolk des nahegelegenen Edel-Seminarhauses der Münchner Volkshochschule (Außenstelle Buchenried), diese Woche ein Mix aus: Pranayama, Stimmtraining, Trommelkurs und Burnoutprophylaxe für Manager. Alle furchtbar laut und atemlos.

Auf dem Rückweg wieder herrliche Ruhe. Und das an Weiberfastnacht.

[Kurz zuckt eine Erinnerung an alte Bürozeiten auf: Bunt glasierte und überfüllte Krapfen & klebrige Pappnasenheiterkeit im Innenhof der Firma, 30 Minuten Zeitgutschrift für alle – Helau! – ich vermisse nichts. Zumal ich sowieso nur Krapfen mit Hagebuttenfüllung mag, die es ja fast nirgends gibt.]

Gutes Überstehen der närrischen Zeit wünscht Euch
Die Kraulquappe.

Heimat ist kein Ort, sondern ein Gefühl.

Turning torsi & final fika.

Hier kommt er, der auf jeder Reise ebenso unsägliche wie unerträgliche und unumgängliche Hunde-Beitrag!
Alle finden das schrecklich, und jedes Mal ist es der Beitrag, der die meisten „Gefällt mir“-Klicks abstaubt…, also sei’s drum: Jetzt belle ich!

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Und es wird höchste Zeit, dass ich hier mal zu Wort komme. Vorgestern wurde nämlich der internationale „Tag des Hundes“ schmählich ignoriert – und das in einem Blog, der vorgibt, den Hund und seine Bedürfnisse tendenziell einigermaßen ernst zu nehmen.
Kein Knochen, kein Kommentar, keine Extra-Kraulung – nichts, nada, niente, nothing, ingenting. Pah!

Ich fand das so daneben, dass ich dann gestern das erste Mal auf dieser Reise gekotzt habe. Dafür musste ich in den Dünen für nur zwei Minuten ins Dickicht abhauen und einen Haufen Mist fressen, zwei Stunden später hab‘ ich dann gezittert und Bauchkrämpfe gehabt, so dass ihnen Angst und Bange wurde – und schwupps, kam der ganze Mist wieder raus.
Der Welthundetag wird bei uns daheim nie wieder ausfallen, da bin ich sicher.

Heute Morgen dann der nächste Schock. Der stellvertretende Oberhund holt den Koffer aus dem Flur, stellt ihn ins Wohnzimmer, zieht sein Bett ab und legt die Bettwäsche hinein. Das verheißt nichts Gutes. Als kluger Hund legt man sich da sofort drauf, denn nur so läuft man keine Gefahr, dass sie einen vergessen und zusätzlich kann man den Morgen auf herrliche Düfte gebettet – die die Menschen „Schmutzwäsche“ nennen (?) – verdösen.

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Gegen 11 Uhr wurde es noch unruhiger im Haus. Ich wurde unsanft aus meinem Schmutzwäschebett gehoben und auf den Fußboden (!) gesetzt. Jetzt hieß es absolut achtsam sein, dass sie sich nicht ohne einen aus dem Staub machen.
Ich sprang daher aufs Sofa, legte mir ein Kissen unter, damit ich die Szenerie gut und auch bequem im Blick hatte und spitzte die Ohren. Um 11:13 Uhr fiel das entscheidende Wort: „Mit“. Ich durfte also mit! Damit war alles in Butter und ich wusste: Es wird ein guter Tag.

Nach 45 Minuten Autofahrt stiegen wir alle zusammen am Ribersborgsstrand in Malmö aus. Nun stand endlich mal Sausen und Buddeln auf dem Programm – das letzte Mal war ja schon wieder fast 24 Stunden her.

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Malmö gefiel mir sofort! Ein riesig langer Hundestrand, der in eine noch riesigere Hundewiese übergeht, auf der man immer jemanden zum Spielen findet…

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…was die Menschen dann durch ein paar olle Geschicklichkeitsübungen,…

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…die ja allesamt sowas von simpel waren, meinten unterbrechen zu müssen.

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Aber wenn’s ihnen so viel Freude macht, dann spring‘ ich halt durch blaue Osso buccos, ist schon ok, denn sie gaben sich heute echt Mühe, den Tag so zu gestalten, dass ich mich nicht langweilte.

Warum sie dann allerdings minutenlang auf diese Brücke am Horizont starrten, verstand ich gar nicht.

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Gottseidank lagen auf dem Hundrastplats interessantere Sachen rum,…

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… so dass ich genug zu tun hatte, während meine Menschen immer noch andächtig geradeaus guckten.

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Anschließend gingen wir durch den Schlosspark, in dem ich erstmals in meinem Hundeleben, in dem ich wirklich schon viel gesehen habe, ein Reh traf, das sich bei meinem Anblick vor Angst im Boden verstecken wollte. Dabei war ich an der Leine! Aber die schwedischen Rehe sind offenbar genauso wenig weltgewandt wie die meisten Hunde, denen man hier so begegnet.

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Es folgte ein kurzer, öder Part des Tages namens „Altstadt“. Kopfsteinpflaster ist doof. Und unsere Interessen divergieren bei „Altstadt“ immer am meisten. Für mich sind ausschließlich Mülleimer, Laternenpfähle und Hausecken spannend. Der Oberhund pflegt neben seiner seltsamen Begeisterung für Brücken einen nicht minder kuriosen Enthusiasmus für Läden mit geruchlosen Auslagen. Nun ja.

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Immerhin gingen wir diesmal nicht rein, weil respektiert wurde, dass es für mich dort viel zu laut ist. Ein paar Straßen weiter – der Oberhund musste mehrfach in sein komisches Leuchtbrett gucken, das ihm den Weg zu weisen schien – blieben wir schließlich vor einer Tür mit diesem Schild stehen.

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All you need is love & a dog. Wau! Da hat doch glatt mal so ein Schwede gecheckt, worauf’s im Leben ankommt.

Drinnen gibt’s nette Wand-Deko für Mensch…

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…und Hund. Wobei ich den Kollegen Snoopy in seinem Einfluss auf die Weltläufte verglichen mit dem des Antikapitalismus‘ deutlich zu klein geraten fand!

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Das Café Knus – eine Schwedin mit Hund gab dem Oberhund vor zwei Wochen diesen Tipp – präsentiert sich auf den ersten Blick als wunderbarer Ort. Der Boden ist beheizt, die Bedienung krault einen, was ja auch das Mindeste ist, denn „Knus“ ist schließlich das dänische Wort für „Umarmung“, und eine Wurst bekomme ich auch.

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Leider stimmen auch hier die Größenverhältnisse wieder kein bisschen. Meine Wurst ist 10cm kurz und 1cm dünn, also eher ein schlechter Witz als eine anständige Wurst.

Die Menschen hingegen futtern sich so richtig voll mit spätem Mittagessen und fika. Fika ist eine der wichtigsten kulturellen Gepflogenheiten hier in Schweden und wird mindestens 3x am Tag praktiziert.

Neiiiiin, keine Bange, ich hab‘ auch erst gedacht, alter Schwede, oho, was geht denn da ab, und wieso in öffentlichen Cafés und so. Aber es handelt sich dabei einfach nur um Rumsitzen, Reden, braune Brühe schlürfen und Süßkram spachteln. Bis auf Letzteres also komplett uninteressant für Hunde!

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Aber so ist das eben. Wenn die Menschen erstmal Rumsitzen und Essen und ins Reden kommen, schaut man als Hund meist mit dem Ofenrohr ins Gebirge – oder unter die Sitzbänke. Wo sich bestenfalls mal eine runtergefallene Krume oder ein trostloses Salatblatt findet.

Tja. Ich hab‘ gelernt, dass man hier in Schweden verdammt froh sein kann, wenn man nicht im kalten Auto warten muss, während die Menschen ihre Fressorgien feiern. So gesehen kann ich das Café Knut in Malmö insgesamt dann doch empfehlen.

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Immer mit allen Vieren auf dem Boden der Tatsachen stehend grüßt euch
Eure Pippa.

PS: Muss jetzt leider aufhören und vom Sofa aus das Kistenpacken überwachen. Es scheint schon wieder was im Gange zu sein.

Wallander-City: Ein Streifzug.

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Ystad – Pilgerstätte für Krimifans.

Weltweit populär geworden durch die Romanfigur Kommissar Wallander schieben sich im südschwedischen Ystad in den Sommermonaten die Touristen durch die Straßen.

An einem kühlen Oktoberfreitag haben wir das  Städtchen mit seinen mittelalterlichen, pastellfarbenen Häusern, Kopfsteinpflastergassen und sonnigen Plätzen fast für uns allein.

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Es lebe die Nachsaison: Stressfreier Spaziergang mit Hund durch Ystad.

 

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Der Turm der Marienkirche – Wahrzeichen der Stadt.

 

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Die Altstadt von Ystad – so sauber und ruhig, dass grausame Verbrechen kaum vorstellbar sind.

 

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Schwedische Scheinheiligkeit: Willkommensleckerli draußen vor der Zoohandlung.

 

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Drinnen: Wieder mal gibt es keine Gemüsemixflocken, dafür allerlei Schweinereien (auch vom Rind).

 

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Schwedische Seltenheit: Hund in Geschäft gesichtet. Weder ein Klassiker, noch ein Trend.

 

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Schwedische Mogelpackung: Als Imbiss getarntes, mit Sicherheit zwielichtiges Etablissement.

 

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Schwedische Buchhandlung: Für jeden von uns die passende Lektüre.

 

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Sonnenpäuschen im Garten des Franziskanerklosters.

 

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Westlicher Stadtrand mit Mariagatan – Wallanders städtisches Zuhause bevor er raus nach Svarte zog.

 

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Typisch schwedisch: Beflaggung an jedem Haus, in jedem Hinterhof, in jedem Garten.

 

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Wallanders Lieblingscafé, in dem es die „Wallander bakelse“ gibt: Eine pappsüße Torte mit polizeiblauem Marzipan überzogen (Marzipanhasser wie wir essen Wienerbröd, auch pappsüß).

 

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Einheimische in Fridolfs Konditori geben uns Tipps für weitere Wall(ander)fahrten.

 

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Aber für heute – Schwimmen, Strandspaziergang, Stadtbesichtigung – reicht’s erstmal. Wir kommen wieder!