Himmel der Bayern (43): Aussichten.

…und während man da so saß und nach fast 1.200 Hm Aufstieg bei einem der schönsten Rundumblicke, die Oberbayern zu bieten hat, etwas ausdampfte, da flatterte unbemerkt eine Email herein, eine Einladung von einem österreichischen Tourismusverband, die einen alsbald nach Tirol führen wird.

Das Dackelfräulein und ich werden eine Pressereise machen! Inklusive Besuch einer Bellness-Oase – allein der Name der Lokalität tröstet darüber hinweg, dass das Beauty-Treatment dort nicht mir zuteil wird.

Dafür darf ich bestimmen, ob wir in den Tuxer Alpen wandern möchten oder im Karwendel oder beides und wann & wo man uns die Brettl-Jause kredenzen darf. Es gibt wahrlich unangenehmere Dienstreisen!

(@Tourismusverband Nord-Jütland: Anfang September hätt‘ ich wieder freie Kapazitäten – das Dackelfräulein dürstet es seit Langem danach, die Strände bei Skagen zu erkunden und kostenlos umzugraben, meldet euch einfach!)

Time is an ocean but it ends at the shore.

(Titel: Zitat aus „Oh, Sister“ von, na wem wohl?)

Die letzte Etappe meiner Reise hat begonnen.

Mit einer reibungslosen Fahrt über den Öresund…

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… und den Großen Belt bis nach Nyborg …

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… wo wir uns die Pause nicht von dämlichen dänischen Drangsalierungen verderben ließen …

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… sondern uns freuten, vor der Weiterreise noch ein paar Sonnenstrahlen zu tanken …

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… und „Finde den Fehler im Bild“ zu spielen …

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… bevor es dann – dem tollen Tipp vom Blog Anwolf folgend! – weiterging bis nach Kiel …

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… in ein Romantik Hotel, in dem es auch alleine dermaßen romantisch sein kann, wenn man in Jogginghose dem Zimmerservice an der Tür dieses erfreuliche Tablett abnimmt …

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… und sich ein halbes Stündchen später satt und zufrieden mit dem Dackeltier und dem restlichen Franziskaner aufs Bett haut und zum ersten Mal seit über 3 Wochen die Glotze einschaltet.

Nach all dem Reisen und Gucken, Rumlaufen und Geplane, werd‘ ich jetzt mal zwei Tage lang alle Viere von mir strecken!

And last but not least (und weil’s mich natürlich den ganzen Tag über im Radio begleitet hat):
Ich hab‘ mit der heutigen Entscheidung aus Stockholm kein Problem.

Ohne Dylan und Springsteen hätte ich nie den Ehrgeiz entwickelt, auch noch so krass genuscheltes Englisch verstehen zu wollen. In den späten 80ern, noch vor einem Plattenspieler (!) kauernd und die Nadel immer wieder ein paar Rillen zurücksetzend, um die Strophe nochmal und nochmal zu hören, und vielleicht doch endlich wieder ein paar Worte mehr zu verstehen oder weiterrätseln zu können, war das hier (ich werd’s nie vergessen) nach unendlich vielen Abenden mein Gesellenstück der Hörverständnisübungen:

Und heute, da kann man die Lyrics einfach googeln.

May your heart always be joyful
May your song always be sung
And may you stay
Forever young!

Das darf hier einfach nicht fehlen – vor allem der Anfang und die letzten beiden Minuten, ab 9:55 😉
Meinen Glückwunsch, Bob!

Gute Nacht vom Kieler Fjord wünscht –
Die Kraulquappe.

Neuneinhalb Stunden.

Die noch offenen Fragen, denen ich gestern nachgehen wollte, waren eigentlich jene:

  • Wo steht die Polizeiwache in Kopenhagen, in der Martin Rohde gemeinsam mit seiner autistischen Kollegin Saga Norén in der düsteren Krimiserie “Die Brücke” nach den Mördern fahndet?
  • Wie wohnt Kommissarin Lund, die wohl härteste aller Ermittlerinnen der skandinavischen Krimiszene?
  • Wie sieht Schloss Christiansborg, die Machtzentrale der Polit-Serie “Borgen”, aus?

Es kam anders.

  • Kopenhagen baut das U-Bahn-Netz aus. Manche Orte: zu laut, unbegehbar, der Blick verstellt.
  • Ich, falsch angezogen. Alle Wetter-Apps haben gelogen. Es wurde verdammt warm und sonnig.
  • Schönheit der nicht verbaustellten Stadtteile und Höhe der Preise waren umwerfend und mussten dosiert werden.

Also umdisponiert. Drehortsuche beschränkt (nicht in die Randbezirke), Route etwas angepasst (auch mal Schatten), Verpflegungswünsche ebenfalls (Kaffee und Wienerbrød „to go“ bzw. „to sit on the steps of the castle“).

Verbrannt bin ich trotzdem. Um nicht 40.000 Schritte zu gehen, habe ich zwischendurch das Boot genommen. Und zu guter Letzt habe ich mich auch noch am preiswerten „Grünen Buffet“ von RizRaz überfressen.

Die Retrospektive in Bildern (chronologisch):

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Öresundzug. Wo Martin auf Jens trifft.

 

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Borgen. Wo sich Birgitte mit Kasper berät.

 

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Christianshavn. Wo Katrine wohnt.

 

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Bootsrundfahrt. Wo Kraulquappes Füße versagen.

 

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Bohlendachvej (1). Wo die Reichen wohnen.

 

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Bohlendachvej (2). Wo man sorglos vom Balkon springen kann.

 

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Bohlendachvej (3). Wo gegenüber die Hippies wohnen.

 

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Nationaloper. Wo sich Klang und Könige treffen.

 

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Meerjungfrau. Wo Japaner ins Wasser fallen.

 

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Rosenborg. Wo die dänischen Kronjuwelen schlummern.

 

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Schlossgarten. Wo das Wochenende anfangen kann.

 

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Gravhund. Wo das Herz höher schlägt.

 

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Skagen. Wo die Zeit stehenbleibt.

 

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Fischkuss. Wo niemand ein Fußbad nimmt.

 

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Öresund. Wo das Meer beginnt.

Da muss man wiederkommen, da sind 9 Stunden noch lange nicht genug –
findet die Kraulquappe.

PS: Insgeheim gehofft, Lars Mikkelsen über den Weg zu laufen. Und dann sehen doch glatt manche so aus. Oder gleich noch besser. Ehrlich, selten so vielen schönen Männern Menschen begegnet!

Muted whisper of the things you feel

Never said it was good
Never said it was near

Shadow rises and you are here

Öresundbrücke

And then you cut
You cut it out


And everything
Goes back to the beginning.

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Oder weniger kryptisch: Ich mach‘ mich dann mal auf den Weg, in ein paar Tagen.