Deckl drauf & bloß nicht Verweilen.

Gestern eine kleine Teststrecke gelaufen, um die Sache mit der aktuellen, alpinen Dackelperformance mal unter vernünftigen Bedingungen gründlich zu überprüfen. Ob es wirklich nur die FSH-Thematik ist oder doch noch was anderes. Lieblingsberg vom Fräulein ausgewählt, mit Lieblingsaufstieg und das auch mit besten Verhältnissen (genug getrunken, moderates Sommerwetter, gut geschlafen usw.).
Vom Ergebnis soll ein andermal die Rede sein, ich muss das noch ein wenig in mir hin und her wenden, mit dem Gatten besprechen und überdenken und dann weitersehen, was wir da tun werden.

Jedenfalls ist eines klar: das Hochgebirge lassen wir gemeinsam momentan mal schön bleiben, denn ich geh keine 6 Stunden (netto) mit Hund irgendwo hinauf, wenn ich nicht so gut wie sicher sein kann, dass das für sie auch wirklich gut geht, denn ich weiß ja nicht mal genau, wie gut es für mich geht, und dieser Umstand zweifacher, latenter Ungewissheit kollidiert dann mit meiner eisernen Devise: Geh mit deinem Hund nur die Touren, bei denen du neben der Kraft, die du für deinen eigenen Aufstieg/Abstieg und deinen Tourenrucksack brauchst, immer noch genug Kraftreserven hast, um den Hund über längere Strecke zu tragen, falls das nötig werden würde.
Also kommt das derzeit nicht in Frage.

Der heiterste Moment gestern, neben einer weiteren angenehmen und gesprächsintensiven Begegnung auf der Alm (Vater, 78, mit Sohn, Anfang 50, aus Deggendorf, sehr nett anzuhören, was Dialekt und auch Inhalt anging) war dieses Schild, das uns gleich nach dem Abstieg am Seeufer begrüßte:

Ich, noch ganz mit dem Abstreifen eines gewissen Reportagenschreibekels (was das typische Reisevokabular und bestimmte touristische Formulierungen angeht) beschäftigt, geh da so und seh dieses Schild und bin geradezu entzückt, dass mitten in dieser paradiesischen Natur an einem der oberbayrischen Parade-Seen ein Hinweis steht, dass an Ort und Stelle mal nichts zum Verweilen einlädt.

Weder irgendeine olle Aussichtsbank noch eine reizvolle Erhebung oder ein lauschiger Biergarten oder ein idyllischer Park oder gar ein romantischer Steg mit Panoramablick.

Bitte zügig durchschreiten und nicht verweilen – das ist auch mal toll, beinahe heilsam, zumindest eine wahre Wohltat für meine gestern noch recht strapazierte Wahrnehmung und Verfassung nach Abgabe meines letzten Magazinbeitrags.

Der Spaziergänger wird also gewarnt und ermahnt sowie zur seeseitigen Straßenseite geschickt, und auch dort lädt nichts zum Verweilen ein, sofern man den Blick vom Karwendelgebirge am Horizont und dem Türkisgrün des Wassers abwendet und ihn einfach mal übers Geländer wirft oder unter dem Geländer hindurch, so wie Pippa das alle paar Meter tat.

Irgendwann guckte ich dann auch mal nach, was sie da eigentlich dauernd zu gucken hat und staunte nicht schlecht: riesige, dicke Schlangen (für hiesige Verhältnisse), alle 2 Meter (!) so ein zusammengekringeltes reptiles Tau (Durchmesser 3 bis 5cm, Länge gottseidank nicht feststellbar, aber enorm viele Tauwindungen), das sich an der steilen Uferböschung sonnt oder munter den Kopf hebt und züngelnd den Hund anguckt, mal schwarz, mal grüngrau mit Muster, ich will’s gar nicht wissen, wie die Genossen heißen und was ihre Hobbies sind.

Am See unten sitzend, in einer schlangenfreien, aber ameisenreichen Wiese, vermissen wir dann die liebe D., die eigentlich mitkommen wollte, aber leider noch zu erkältet war, und überhaupt hängt ein Hauch Wehmut über fast allem an diesem Nachmittag, an dem passenderweise kaum etwas zum Verweilen einlädt.

Vater und Sohn, die nette Almbekanntschaft, holen uns nochmal ein, gemeinsam läuft man am Seeufer zurück zum Ausgangspunkt (was für eine Woche: gleich 2x mit Fremden gewandert), und auch die beiden umwittert ein Hauch von Wehmut, denn dem Vater tut das Knie sehr weh und dem Sohn schwant, dass das die letzte gemeinsame Tour gewesen sein könnte, und während Vater müde am See unten sitzenbleibt, steigen Sohn und ich nochmal ein Stück hinauf zum Parkplatz am Kesselberg, wo die Autos stehen, und reden über unsere Väter und das Älterwerden.

Und über unsere Hunde, seiner schon ein paar Jahre tot, aber allein die kurze Erwähnung der ach so guten Zeiten mit dem wunderbaren Cockerrüden treibt dem Sohn die Tränen in die Augen – und ich bin sehr froh um meine Sonnenbrille.

Nun soll’s hier nicht so trüb enden, das Erzählte war ja schließlich gestern und heut sieht die Welt schon wieder bunter aus, die Isar funkelte so schön in der Sonne und das Frisbeespielen im Wasser hat viel Freude gemacht, vor allem dem Dackelfräulein, und während ich die Handyfotos von gestern so durchscrolle, entdecke ich da noch eines, das den pragmatischen Charakter und das bayrische Gemüt der Wirtsleute oben auf der Alm (seit eh und je dasselbe Ehepaar) ebenso prima beschreibt wie die offenbar ständig deppert mit dem Milchkanndl herumhantierenden und herumpritschenden Gäste – und mit diesem Bild wollen wir heut enden.

Und denen, die nicht lesen können, sagt der Wirt einfach kurz Bescheid: Da Deckl bleibt drauf und a Rua is!
Haben Sie einen schönen, geruhsamen Abend.

Wien (7): Wieder (da)hoam.

Via Wachau heimgefahren.
Kannten der Gatte und das Dackelfräulein noch nicht, musste ihnen natürlich gezeigt werden, wenn man schon in der Nähe ist.

Sehr schmuck dort. Bestes Wetter, fast schon zu warm. Das Fräulein stürzte sich gleich in die Donau.

Trans Danubia: Von Krems nach Mautern.

Erst lange spaziert, dann – logistisch wohl vorbereitet – das müde Hunderl im kühlen Parkdeck ins Auto gesetzt und das Kremser Karikaturmuseum aufgesucht, zum Deixn und Feixn. Da war ich mal vor ewigen Zeiten und fand das damals schon super. Ist noch vieles hinzugekommen zu der Sammlung.

Wenn Sie mal in der Wachau sein sollten: Fahren Sie da unbedingt hin, wenn das Ihr Humor ist. Am besten vor dem Besuch der Weingüter, damit Ihnen die Nuancen nicht entgehen. Und gucken Sie sich auch Krems an, trotz der vielen steilen Gassen und des Kopfsteinpflasters.

Die Schaumrollen im Café Maria in Mautern – die uns von den Linzer Freunden, die wir im Burgtheater trafen, empfohlen wurden – können Sie sich sparen (wirklich krass pappsüß), drehen Sie dort lieber gleich eine Runde durch das Kastell oder hatschen Sie hinauf zum Stift Göttweig, denn nach dem Verzehr der Schaumrolle fällt Ihnen das viel schwerer!

Kurz vor der Landesgrenze noch ein Stopp zum Abendgassi und -imbiss am Mondsee.

Abendstimmung am Mondsee.

Und weiter nachhause.

Schon hinter Berchtesgaden ein aufkeimendes Heimatgefühl, das sich ein Stück später mit dem Schild „Wendelsteinregion“ intensiviert und im Tölzer Land schließlich spürbar im ganzen Körper ausbreitet.

Das ist mir längst nicht mehr peinlich, dass das bei mir so ist. Ich gehöre wahrscheinlich zu den wenigen Menschen, die, wenn sie auf der A8 (irgendwo auf der Höhe von Unterhaching und Neubiberg) den Olympiaturm am Horizont des Nachthimmels leuchten sehen, tatsächlich vor lauter Freude eine kleine Gänsehaut bekommen. Natürlich nicht jedes Mal, aber immer dann, wenn ich mal länger als drei Tage von daheim weg war.

Ich komme einfach gern heim, ich gehör‘ da hin und irgendwas dort gehört wohl auch untrennbar zu mir.

Ja, das war’s.

Die Palatschinken san verzehrt,
s’letzte Krügerl leidlich g’leert,
oba s’Lebn, des is koa Wunschkonzert,
wann mit’m Zamperl nach Wien man fährt.

Fazit zu Wien: Immer noch Platz 2 auf der Liste der liebsten Großstädte.

Leider keine Option für ein Stadtleben mit Hund, sofern sich diese Frage denn je stellen würde. Außer vielleicht in den Randbezirken, aber dann tät man nicht mittendrin wohnen, in einem der Bezirke innerhalb des Gürtels, wo’s uns so gut gefällt, und das wär ja nicht mehr Sinn der Sache und außerdem herrscht auch am Stadtrand Leinenpflicht (wenngleich wohl weniger kontrolliert wird).
Mal ganz abgesehen von der lausigen Schwimmbadsituation in dieser Millionenstadt und mit einer schätzomativen Fahrzeit von weit über einer Stunde bis in irgendeine nennenswerte Bergregion (= mehrere Gipfel, die über 1.500m hoch sind), die Wien als Wohnort für mich schwierig machen würde (Kategorie Luxusprobleme, schon klar, ich erlaube mir halt solche Gedankenspiele gern).

Wenngleich schätzomativ noch so ein Wort ist, das man nur zu gern im Alltag verwenden täte wie überhaupt so vieles aus dem dortigen Sprachschatz, der uns wohl niemals fadisieren würde.

Das Österreichische klingt ja um so viel weicher und lebendiger als das Deutsche (das Hochdeutsche vor allem), sogar Hässliches bekommt in dieser Sprache teils einen menschlicheren Anstrich (oder macht’s der Tonfall?).
Das Österreichische nimmt sich Zeit, gestattet sich Umständlichkeiten und Altertümelndes (ja pflegt diese geradezu!), denen das Hochdeutsche wenig Platz einräumt.

Die deutsche Sprache hat im Vergleich zur österreichischen einfach keine Zeit, sie hetzt durch die von ihr geformten, harten Sätze, ist effizienter und kälter, schlägt die Hacken zusammen und steht stramm. Das passt schon, dass wir hier Hackfleisch sagen (zackzack, hackhack) und es bei unseren Nachbarn Faschiertes heißt (wenn Sie einmal in einem dortigen Supermarkt an der Theke gehört haben, wie jemand „I bekomm bitte zehn Deka Faschierts“ sagt, werden Sie wissen, was ich meine).
Die Sprache der Alpenrepublik lümmelt gmiatlich aufm Diwan im Tschecherl umanand während sich das Hochdeutsche hastig einen Kaffee im Plastikbecher reinkippt, to go, versteht sich, and not to sit comfy and just looking around.

Schön war’s.
Sehr inspirierend und horizonterweiternd.

Und nun steht Anderes an, dringende Arbeiten & drängende Terminsachen.

Ich verabschiede mich also an dieser Stelle für ein Weilchen in die Konzentration und Klausur, danke Ihnen allen für Ihre wunderbare Reisebegleitung und die zahlreichen Kommentare und bitte nicht beleidigt zu sein, wenn ich hier die nächsten Tage auch lesenderweise nur selten oder gar nicht auftauchen werde.

Auf bald, machen Sie’s gut, Tschau & Baba –
Ihre Kraulquappe.

Wien (5): Äußerln & Innerln – ein Dankeschön.

Nachdem wir nun unwürdige lokale Gegebenheiten wie diese…

Ein Gackerlplatz, übersät von Hundstrümmerln, in der Mittn der Soachbaam: das Fräulein würde keine Pfote in solch ein Areal setzen!

…ausgiebig ausstalliert haben, ist es höchste Zeit für einen expliziten Dank.

Der gilt unserer Freundin S., die uns den wunderbaren Schwarzenbergpark gezeigt hat, wo man mit de Hunderl ned nur kurz äußerln gehn kann, sondern wo sie tatsächlich ohne Leine geduldet werden und sich endlich mal bewegen können.

Liebe S., die dreistündige Tour unter deiner kundigen Führung hinauf zum Hameau und hinüber zum Roan, wo uns dann die herrlichen Marillenpalatschinken erwarteten, hat uns nicht nur den Highscore der in Wien an einem Tag gelaufenen Kilometer beschert, sondern große Freude gemacht.

Und nicht nur ein schönes Äußerln hast du uns organisiert, sondern durchs zuverlässige Innerln (wie man das in Innenräumen stattfindende Dogsitting in Wien ab sofort zu nennen pflegt) hast du uns einen sehr entspannten Abend im Burgtheater ermöglicht – vielen Dank für alles & bis bald wieder!

Wien (4): Erlustigungen und Befrustigungen.

Nach dem gestrigen Schwimmausflug weiter in die Leopoldstadt, dort über den Karmelitermarkt und durchs Grätzl geschlendert.

Anschließend in den Augarten.

Im Hundereiseführer angepriesen als eine der größten Parkanlagen, in denen Hunde „mitgeführt werden dürfen“. An der Leine, versteht sich. Aber der Augarten wirbt ja damit, dass er über zwei „Hundeauslaufzonen“ verfügt. Das schaut dann in der Praxis so aus:

Vollkommen trostlos. Wir gehen hinein in das öde, eingezäunte Platzerl mit erdig-sandigem Boden. Pippa guckt uns irritiert an, so ein „Was sollen wir denn hier?“- Blick. Wissen wir auch nicht. Denken wir im Augarten-Café bei einem Törtchen drüber nach (meine Güte: die Kuchen und Torten und Mehlspeisen hier, die sind dermaßen lecker), mit Blick auf den Flakturm (Codename „Peter“).

Nachdem wir uns diesen Erlustigungen gewidmet haben, für die der Park ja auch vorgesehen ist…

…marschieren wir über die Aspernbrücke (ach, die Urania dort am Donaukanal, das erinnert mich an den Kinoabend mit K., vor gefühlt 100 Jahren, als Johnny Depp, der die Hauptrolle in dem Film damals spielte, noch so wunderschön war im Vergleich zu dem Schatten, der er heutzutage ist) rüber in den ersten Bezirk und von dort nachhause.

Nur 14 km diesmal. Nur 1 Std Ruhe, dann weiter zur nächsten Erlustigung, diesmal ohne jede Befrustigung.

Dieses Bauwerk, diese Pracht, diese Flure, dieser rote Samt in den Logen, diese Bühne, dieser Text, diese Sprache, dieser Mann – ein Wahnsinn.

Und sogar Freunde gefunden, beim Anstehen an der Theatergarderobe. Solche wie damals in Eppan. Aber das ist eine andere Geschichte.

Satz des Tages: „Bitte sich festzuhalten.“

Wien (2): Staad.

Wort des Tages: kalmieren.

Wien (1): Hinter- und Verlassenschaften.

Wort des Tages: „Verlassenschaft“. Dicht gefolgt von: „Wuchtl“.

Die Wieden.

Gute Infrastruktur. Höfliche Menschen. Kontrastreicher Bezirk. Super Kaffeehaus. Hohe Mistkübeldichte. Wahnsinnsfassaden.

Sonne, Wolken, Wind. Passt schon, für Ende März. Der Magnolienbaum vor dem Wohnzimmerfester blüht schon.

Noch etwas üben, bis man das „Baba“ beim Verabschieden wieder lässiger rausbringt.

Allein sprachlich ist das ja hier immer wieder eine Reise wert, als Bayer hat man sogar ein paar Vorteile beim dialektalen Akklimatisieren.

Und das Fräulein hat sich beim Morgengassi an der Schlossmauer schon mit einem einheimischen Strizzi angefreundet.

Jetzt Rucksack packen und mit der Bim 1x quer durch die Stadt zum Treffpunkt, den die Freundin uns genannt hat. Drücken Sie die Daumen, dass wir das ohne Beißkorb gedeichselt kriegen!

Hund haben (15).

Fixlaudon no amoi!

Müsst’s eich so aufpudeln? Kenna mia ned oafach durchs Grätzel dackeln ohne diesen Amtskapplschaaß?

Eh kloar, das mir unserne Gackerln, wie ihr des nennts, wegdoa! Wobei: Begriffe wie Hundekotsackerlspender und Hundekotsackerlautomaten, des is klass – vui besser ois des bleede Dog-Station bei uns! Und dann noch in der Dichte und im Onlinestadtplan!
Ein Misttelefon hobd’s a no, ja gibt’s des?! Und Haufen in der Größe, fast höher als der Fernsehturm (ist Gackerl dafür noch das passende Wort?)!?

Oba fast überoi da depperte Leinenzwang oder a Beißkorbpflicht oda beides, selbst in dene Beserlparks!?
Oda glei a kompletts Verbot im ganzn Park? Muass des sei? Des fäult mi echt o!

Dabei hod’s so leiwand ogfangt…

Erst die erfolgreiche Theaterkartenjagd im Feber: nach 45 Minuten glatt zwei halbwegs günstige Sitze in der Burg ergattert.
Dann die Quartiersuche: die Hotels in summa teuer (entweder 20€ pro Nacht und Hundenase oder 25€ am Tag fürs Parken oder beides), also lieber Airbnb, direkt nebam Belvedere, in der Wieden (schöner Bezirk, klingt auch so heimisch-vertraut!), samma fündig worn.

Zwei-Zimmer-Wohnung, gepflegt, gut ausgestattet, keine hässlichen Vorhänge oder unappetitlichen Teppiche. Altbau, Hochparterre, so dass das Fräulein nicht durch Stiegenhäuser hochgetragen werden muss mit dem vom Frühjahrsputz ruinierten Ellbogen.
Eine rundum adäquate Bleibe (wenn Bilder und Bewertungen nicht lügen) für lädierte Herrschaften in den mittleren Jahren, mit Badewanne sogar, damit sich die Dackelreinigung nach eventuellen Dreckswettermärschen ebenfalls kommod gestaltet (ich hasse es, den Hund in diesen top-modernen, komplett ebenerdigen Dusch-Oasen zu säubern: eine Riesensauerei jedesmal, inkl. nasser Socken)

Netter Kontakt zu nettem Vermieter, derzeit in Bochum lebend, selbst Hundehalter und daher grashalmpräzise auskunftsfähig, was alle möglichen (viele san’s eh ned) Pipiplätzchen in unmittelbarer Wohnungsnähe angeht, dazu noch ein Spitzentipp für ein Kaffeehaus zum Geburtstagsfrühstück, gleich ums Eck.

Nur einen Steinwurf entfernt die Haltestelle der Bim, die einen in 13 (!) Minuten direkt vors Burgtheater befördert, ebenso die U-Bahn-Station, mit der man zum am Stadtrand gelegenen Park&Ride gelangt (super Tipp von der Freundin vor Ort), wo der Kombi preiswert abgestellt wird, nachdem wir unser ganzes Glump in der angemieteten Wohnung ausgeladen haben.
Logistisch also alles bestens!

Noch von daheim aus zwei Verabredungen fix gemacht – der Gatte besucht einen Wiener Uni-Kollegen auf dem Sport-Campus und zeitgleich wird Freundin S. mir irgendwo zwischen Pötzleinsdorf und Neuwaldegg schöne Hundeauslaufgebiete (sic!) und Cafés zeigen. Im Anschluss daran dann alle miteinander in das Lieblings-Beisl von der S.

Zum Geburtstagsabend vom Gatten auf den letzten Drücker den Gunkl im Alsergrund buchen können (der uns vor Jahren mal einen Abend lang dermaßen begeistert hat), der kommt zwar im Herbst auch nach München, aber es ist natürlich netter, den dort zu sehen, wo er ist bzw. herkommt.

Für den Theaterabend eine prima Betreuung für Fräulein Hund gewonnen, schließlich ist das Stück recht lang, und hin und zurück muss man ja auch und – wer weiß – vielleicht will man ja sogar danach noch ein bisserl ofczarecken am Künsterausgang (so wie damals vor 15 Jahren, um den Herrn Brandauer abzufangen), aber eventuell bin ich aus dem Alter jetzt doch mal raus (?), jedenfalls ist’s aufgrund des langen Abends sehr beruhigend, dass die liebe S. dem Dackelfräulein ein Weilchen Gesellschaft leisten mag (@S: den Gustl hamma ned gfundn, wir bringen nun die Akka mit, i hoff, des bassd).

Auch schon ein Schwimmbad recherchiert, das vom Quartier aus gut erreichbar ist. Ein kleines architektonisches Highlight: Grundriss einer römischen Therme und innen im Art-Déco-Stil gehalten. Cool schaut das aus dort – und es gehört ja zu meinen großen Hobbys, mir so gut wie überall, wo ich hinkomme, andere Schwimmbäder anzusehen (und natürlich auch drin zu schwimmen), denn nirgends ist der Einheimische so unverstellt eins mit sich und überhaupt so heimisch, wie in einer Umkleide, unter der Dusche oder in der Sauna (außer vielleicht in seinem Stamm-Beisl).

Lauter angenehme, anregende Sachen geplant und daneben noch eine Menge Zeit „zur freien Verfügung“, wie man so sagt.
Zeit zum Umanandersandeln und Rumgucken, zum Treibenlassen durch die Gassen und zum entspannten Herumrühren in Kaffeetassen, die man uns an altbekannten und neu zu entdeckenden Orten servieren wird. In die Gumpendorferstraße will ich, ins „Sperl“, und endlich auch mal in die Leopoldstadt, auf den Karmelitermarkt und in den Augarten. Die persönliche Wien-Landkarte erweitern, sofern das halt zusammen mit Hund gut machbar ist.

Alles lief bei den Reisevorbereitungen zunächst wie am Schnürchen, aber dann ging’s an die Details.

Der Wochenkartenkauf für die Öffentlichen (bis die dämlich App das Zahlungsmittel mal akzeptiert hatte… – es hätte die Kreditkarte beinahe ihr Leben gekostet), die Organisation eines Zweitschlüssels vom Hausverwalter (es gibt Menschen, die sind von 2 simplen Fragen in 1 Mail einfach komplett überfordert), das genauere Ausloten der hundefreundlichen Grünflächen im Viertel und den Nachbarbezirken (gruselig kleine, eingezäunte Hundeauslaufzonen wie ich sie in Finnland und Schweden sah, herrje), die Entdeckung, dass ein Dackel in den Öffentlichen einen Einzelfahrschein braucht (1,20€ pro Strecke im Vergleich zu umsonst in München, egal wohin und wie oft) und einen Maulkorb, resp. Beißkorb (allein der Begriff!) tragen muss (wir haben jetzt einen für 3€ gekauft, das Fräulein war todbeleidigt bei der ersten Anprobe), das Surfen auf den Seiten der Stadtverwaltung, um sich mit all den Verboten für Hunde vertraut zu machen (die Liste der Parks, die tabu sind, ist zwar ordentlich sortiert, aber erschreckend lang).

Genug gesudert.

Wien ist meine zweitliebste Stadt und wird es auch bleiben.
Nirgends hab ich mich je sofort auch nur annähernd so wohl gefühlt wie dort.

Betrachten wir’s einfach als Herausforderung, das jetzt auch mal zusammen mit Hund nicht nur zu managen, sondern auch zu genießen.
Gucken wir halt keine Schlossgärten an. Und betreten auch keine Museen. Fretten wir uns tagsüber einfach nicht ab mit all diesem Kulturkram. Spazieren wir eben auf den Hügeln vor der Stadt herum, fahren da beißkorbfrei mit dem Auto hoch, laben uns an der guten Luft und der Aussicht und den Mehlspeisen in Ausflugscafés und freuen uns, dass wir mal was anderes sehen als immer nur die Stadt, da unten.

Gerade auf Reisen eröffnet einem ein Hund ja immer wieder ganz neue Möglichkeiten, Perspektiven, Erlebnisse – spannende Abenteuer off the beaten path, wie es immer so schön heißt und wie es sich als Untertitel auf Reiseführern exzellent verkaufen lässt.

Das wär‘ ja glatt noch ’ne berufliche Option, denk ich grad so: eine Reiseagentur mit dem Namen „Hundum sorglos – das ausgewuffte Reisebüro für Zwei- und Vierbeiner“.
Ist nämlich eine Welt für sich, diese Reiserei mit Hund und eine knifflige, unergründliche oft noch dazu (erst recht, wenn’s eine Städtereise ist), zumindest wenn einem wichtig ist, dass es dort auch für den Hund gut passt und man den nicht nur mitschleifen will.

Slogan der Agentur: „Organisieren Sie noch oder genießen Sie schon?“
Oder in der österreichischen Variante: „Gackerln Sie ruhig – wir kümmern uns um die Sackerln!“
Kann man dann für die jeweiligen Destinationen noch ergänzen um zusätzlich buchbare special events wie „Bellen im Belvedere“ oder „Auf einen Rinderschlund in den Alsergrund“ oder „Such die Pasteten in ganz Margareten!“.

Jetzt aber mal den Koffer zugeklappt & die Klappe ebenso & noch eine Mütze Schlaf genommen –
Servus & Baba mitanand, und wanns dortige WLAN kaane Spomernadeln mochd, hear ma uns gwiss!

Servus beinand & an pfundign Dialekt-Dog!

… wünscht Euch die nun wieder fesche Dialektdogdame aus München (frisch from Friseur)!