Songdog.

Nach dem gestrigen Geburtsdog heute ein Songdog!

Bzw. gleich mehrere, denn im Lindwurmhof rockte vorhin ein ganzes Rudel ab… – Carl Carlton & The Songdogs waren im STROM zu Gast.
(Gucken Sie sich einfach die verlinkte 3:49-Kurzdoku an, dann wissen Sie Bescheid, und hören Sie unbedingt ab 2:34 für 20 Sekunden besonders gut hin, an der Stelle musste ich am meisten schmunzeln. Cool & völlig klar: Familienurlaub hat immer Vorrang, der Boss versteht sowas!)

Da lobt man sich doch mal wieder die Großstadt und den eigenen Standort in derselben: Direkt umme Ecke – was ja stets wichtig ist, damit das Fräulein nicht lang zuhause allein bleiben muss – eine prima Location, die auch dem ostfriesischen Haudegen zu taugen schien.

Ein fetziges Konzert, häufig dachte man wirklich, bei den Stones gelandet zu sein.
Vor allem aber versank ich immer wieder im Gitarrenspiel von Moses Mo, quasi der Nils Lofgren der Songdogs, vor allem, was die Statur angeht (und die Unterlippe und das Grinsen). Überhaupt waren die fünf Jungs auf der Bühne klasse: so perfekt eingespielt auf- und miteinander, so gut drauf, so voller Elan und so weit entfernt von jeglichen Starallüren.

Was rührend und ein bisschen putzig war: Carl Carlton sortiert sich nach jedem Gitarrenwechsel das schüttere Haar, das ellenlange, gezwirbelte Bärtchen von Moses Mo muss auch gelegentlich aus Verhakelungen befreit werden und auch Wyzard, der Bassist, ist immer wieder damit beschäftigt, seine monströse Kopfbedeckung zu richten.

Was mir ab und zu aufstieß: das viele Geschwafel zwischen den Songs. Das waren manchmal durchaus nette Anekdoten, zu oft drifteten sie mir aber Richtung Palaver oder Klamauk ab und dieser Eindruck wurde noch verstärkt durch die dialektale Assoziation: denn wenn der wirklich äußerst sympathische Herr Buskohl (wie Carlton mit bürgerlichem Namen heißt) länger in deutscher Sprache was erzählte, erinnerte er mich unweigerlich an Otto Waalkes (beinahe lauerte ich schon auf das glucksende Lachen, auf den Hoppelgang über die Bühne oder ein kleines „Dänen lügen nicht“-Intro).

Und sonst so?
Super Musikclub. Gute Belüftung. Kein Soundbrei. Dafür die falsche Weißbiermarke, zu teuer noch dazu. Links neben mir eine Endfünfzigerin, die es schafft, zwei Stunden am Stück mit dem Kopf Bewegungen wie ein Blässhuhn zu vollführen (nick-nick-nick) und dabei den Unterkiefer vorzuschieben wie ein Granatbarsch auf Beutefang. Rechts neben mir ein leicht abgehalfterter Cowboy (mit echtem Westernhut aus Leder), saunetter Typ aus dem Oberland, regt sich sehr bayerisch über die schräg vor uns ausflippenden Weiber auf („De ham wohl ihre Hormone nimmer beinand!“). Ja, schon krass, wie die sich gebärden, jenseits jedes Takt- und Rhythmusgefühls, aber mei, sie haben Spaß. Übrigens lang nicht mehr so viele Bonnie-Tyler-Mähnen gesehen, alles sehr blond und kaputtgefärbt (und ich bekomme sofort noch mehr Lust, das Haar künftig wieder sehr kurz zu tragen), ansonsten vom Publikum her ein Mix aus Studienräten, Vertretern der Harley-Davidson-Fraktion, Alt-Achtundsechzigern, Rockern, Musikfreaks, Bierliebhabern und anderen Unverwüstlichen. Bassd scho.

Alles in allem bei Weitem nicht diese Mega-Emotionskiste wie neulich in Wien (ertrüge ich vielleicht auch gar nicht, ist ja erst so kurz her und noch so präsent), auch null Winckelmann (im Sinne von „edle Einfalt“/“stille Größe“ und so), der heutige Gitarrengott optisch auch deutlich verlebter als der fesche Grazer (nur 7 Jahre Altersunterschied zwischen denen? -kaum zu glauben!) und rein stimmlich mindestens eine Liga drunter, dennoch ein prima Musikabend, so rockig und animierend, dass man die roten Stiefelchen etwas beansprucht hat und das Shirt anschließend in die Wäsche musste.

Ein großes Dankeschön an den geschätzten Mr. Spike für diesen grandiosen Hinweis zur Erweiterung meines (live-)musikalischen Horizonts – und meinerseits an dieser Stelle noch ein Hinweis retour: bitte zum nächsten Geburtstag vielleicht den eventim-Gutschein gleich ein bisserl höher ansetzen (es finden sich bestimmt noch weitere Sponsoren, die mit einsteigen), damit ich solche Fortbildungen demnächst noch unkomplizierter und zahlreicher besuchen kann.

Keep on rockin‘ & gute Nacht zusammen!

Hund haben (16).

Wie könnte ein Dienstag schöner beginnen!?

Direkt aus dem Nachthemd in die Regenmontur gestiegen. Hund liegt noch im Bett, hebt ein Augenlid und guckt einen ungläubig an. Man fragt dann höflich, ob er, resp. sie, einen freundlicherweise begleiten würde, weil man unbändige Lust hätte, einen schönen Morgenspaziergang zu machen. Hund gähnt, räkelt und erhebt sich, dehnt sich ausgiebig und fällt beim Zweitgähnen seitlich um. Offenbar keine Lust.
Bevor man in der Ganzkörpergoretexhülle zu schwitzen beginnt, beschleunigt man das Ganze etwas, hebt den Hund aus dem Bett und trägt ihn zur Wohnungstür, legt ihm das Halsband an, was nicht so einfach ist, weil der Hund sich schon wieder zur Seite umfallen lässt. Dann steigt man in die wasserdichten Schuhe und verlässt die Wohnung, schiebt den Hund aus der Wohnung raus ins Treppenhaus. Hund sitzt nun wie ein Pflock auf dem Fußabstreifer und guckt einen groß an, schlurft nach dem dritten Rufen gnädig zum Aufzug rüber, der uns nach unten befördert.

Draußen dann zwei Meter durch die Pfützen gestakst. Igitt. Wie ungemütlich, das alles. Schnüffeln an den unteren Ästchen der Hecke vorgetäuscht (worum es eigentlich geht: unter der Hecke liegt ein aufgeweichtes Stück Breze). Erster kleiner Disput.

Zweiter Disput hundert Meter weiter, als – noch vor dem ersten Morgengeschäft – der asoziale Husky im Dackelterritorium aufkreuzt und das Fräulein vor lauter Wut abhebt (kennen Sie das: wenn sich der Hund bellenderweise so echauffiert, dass er vor lauter Bellen ein kleines Stück vom Boden abhebt?).

Dritter Disput drüben auf der Allee: Unterschiedliche Interpretations- und Umgehensweise mit einem halbleeren Pizzakarton, der unter einer Parkbank liegt.
Stimmung droht zu kippen. Der nette Beagle von Hausnummer 30 rettet die Situation. Große Begrüßung, Schwanzwedeln, Spielversuch mitten im Batz. Gute Sache – lockert den morgenmüden Körper, was den Geschäftsvorgängen dann sehr zuträglich ist.

Nach 7 Minuten wieder daheim, trotzdem triefnass und dreckig. Im Treppenhaus aus den Regenklamotten schälen, an der Tür den graubraune Sauce tropfenden Hund ins Handtuch wickeln und dem Gatten in den Arm drücken – ab in die Wanne.

Dezente Vorfreude auf weitere 48 Stunden bei ebendieser Wetterlage (nur ohne Duschassistenz).

Und die bange Frage, ob der Wonnemonat Mai wenigstens noch einen foto-freundlichen Tag beinhalten wird, da man allmählich dringend das Bildmaterial braucht für den nächsten euphemistischen Artikel über das Unterwegssein mit Hund.

Ab morgen am Kiosk: die neue Dog&Travel.

Schlagen Sie zu, wenn Sie – mit oder ohne Teckel – nach Tirol wollen. Und am besten auch, wenn Sie keinen Teckel haben oder da nicht hinwollen – denn vom Fortbestand solcher Magazine hängt ja auch unsere kleine Existenz ein Stück weit ab.

Lesen Sie ab Seite 18 von unseren großartigen Abenteuern im mittelalterlichen Hall und beim Kraxeln im Karwendel.
Leider haben wir es nicht auf den Großen Bettelwurf geschafft, auch nicht auf den kleinen. Dabei gibt es so Berge, die man allein aufgrund ihres Namens als bergsteigender Hundebesitzer eigentlich nicht auslassen darf (immerhin querten wir ein Kar unterhalb des Hundskopfes, leider ohne es fotografisch festhalten zu können, man geriet in ein Unwetter und es verhagelte einem die Ambitionen).

Außerdem lesenswert: der Artikel ab Seite 80 übers SUP, zusammen mit dem Vierbeiner.
Passt gerade gut. Ist einer meiner Geburtstagswünsche, neben zahlreichen anderen. Halt ein klassischer Kraulquappen-Wasserwunsch (und auch schon etwas zurechtgestutzt, da der Gatte mein „Ich würd‘ gern mal Surfen gehen“ mit einer ebenso amüsierten wie rüden Bemerkung abtat, irgendwas mit Alter und so, ich hab’s gleich wieder verdrängt).

Eigentlich wünsch ich mir, das SUP ohne Hund auszuprobieren, weil das in meinen Augen wenig Spaßpotenzial für den Hund birgt, aber wer weiß: das Dackelfräulein ist ja auch eine Wasserratte und in dem Beitrag ist von Hunden die Rede, die das wohl durchaus gern mitmachen.

Ansonsten drücken Sie uns bitte die Daumen, dass wir es hier bald mal wieder ein paar Tage am Stück (!) trocken und sonnig haben, damit Sie auch Ende August wieder in Dog&Travel von uns lesen können!

Kurz vor dem nächsten Gassi durch die Sintflut grüßt Sie herzlich –
Die Kraulquappe.

How to become a Wiener Dog.

Man hatte sich insgeheim ja schon immer gefragt, wie das eigentlich kommt, dass der Dackel so lang ist. Eine Freundin – und passenderweise auch noch eine aus Wien! – hat mich heute Morgen aufgeklärt.

(Ganz herzlichen Dank, liebe S.!)

Erster Aufschlag.

In der neuen Wohnung bekommen wir unsere Post nun etwas old-fashioned durch den Briefkastenschlitz direkt in den Flur geworfen. Peng, bumms, zack – geräuschvoll landen Rechnungen, Briefe und Zeitungen auf dem Holzboden, und das täglich zu einer anderen Uhrzeit.

Wir sind diese Attacken noch nicht gewöhnt: Steht man gerade am Spülbecken (keine 3 Meter vom Aufschlagsort entfernt), fällt einem vor Schreck fast das Geschirr aus der Hand, sitzt man am Schreibtisch und ist in die Arbeit vertieft, denkt man bei dem Geräusch als Erstes an einen Einbrecher und am Allermeisten erschrickt natürlich das Dackelfräulein, wenn plötzlich die Post aufs Parkett herniederpoltert. Friedlich in ihrer Wurfkiste schlummernd, die ihr der Handwerksfreund hergerichtet hat, springt sie dann wie von der Tarantel gestochen in die Höhe und rast bellend zur Wohnungstür, wild entschlossen, uns und ihr neues Revier zu verteidigen.

[Hinter der Tür spricht die nette Briefträgerin sogleich beruhigende Worte, denn heutzutage erhält das Personal der Post ja spezielle Schulungen für solche „Gefahrensituationen im Berufsalltag“, unsere hat schon „Challenge IV: Calming the dog personally“ absolviert und flötet durch den halb offenen Briefkastenschlitz höflich in den Flur hinein, ob man einander nicht die Pfote reichen sollte, denn wenn man sich mal persönlich kennen würde, wäre doch alles gleich viel einfacher und die Bedrohungslage gewissermaßen entschärft. Der Gatte öffnet also die Tür, die Briefträgerin kniet vor ihm und unserem Hund nieder, lässt sich beschnuppern, hält dem Fräulein die ausgestreckte Hand gekonnt unter den Rüssel und binnen weniger Sekunden ist alles geritzt, die Postbeamtin darf mit frisch abgeschlecktem Gesicht wieder aufstehen, um ihr Tagwerk zu verrichten und der Wachhund trollt sich in seine Kiste, um sein Schläfchen fortzusetzen.]

Die neue Woche beginnt mit dem lautstarken Ein- und Auftreffen der neuesten Ausgabe des Hundemagazins „Dog and Travel“, in der das Dackelfräulein auf dem Cover zumindest Erwähnung findet, wenn man ihr schon nicht den Platz in der Hängematte angeboten hat.

Wer die Wartezeit auf die noch zu schreibende Sensationsstory „Mit Waldi auf den Watzmann“ sinnvoll überbrücken möchte, marschiert übermorgen in den gut sortierten Zeitschriftenhandel und gönnt sich also „Mit dem Zamperl durchs Zugspitzland“.

Und obwohl kaum einer meiner Artikel ohne diese unsäglichen Alliterationen auskommt, würde ich nicht gänzlich ausschließen, dass Sie Gefallen an dem Beitrag finden.
Denn drei Jahre Bloggen haben mir eine wichtige Erkenntnis beschert: Die meisten Likes staubt immer die Hundemadame ab – und zwar einfach nur, weil sie guckt wie sie eben guckt oder daliegt wie sie eben daliegt und ist wie sie eben ist.
So weit wird man es als Mensch niemals bringen, weder durchs Aussehen oder den Augenaufschlag oder durch Rumliegen und schon gar nicht durch Worte.
Viel Freude also beim Betrachten der Bilder und lassen Sie sich einfach nicht von dem Text dazwischen stören!

Der Artikel ist meinem großen Freund S. gewidmet, der Pippa und mich auf einer der Touren im Zugspitzland nicht nur chauffiert, begleitet und verpflegt hat, sondern auch die eine oder andere zähe Fotosession geduldig mit uns gemeistert hat.
Danke dafür!

Mit S. auf seiner lila Decke am Eibsee.

Himmel der Bayern (35): Denkmäler.

Denen, die man liebt, schon zu Lebzeiten ein kleines Denkmal zu setzen…

…ich wünschte, das würde mir öfter gelingen!

Nähere Informationen und Bildmaterial zu den Denkmälern sowie zu dem in allen Jahreszeiten (er)lebenswerten Tegernseer Tal finden Sie ab heute im gut sortierten Zeitschriftenhandel in der neuen Ausgabe von Dog & Travel.

Mit Liebe für meinen Papa & meine Pippa…

…mit herzlicher Empfehlung für alle anderen, die’s interessiert oder nach Oberbayern zieht…

…und nicht zuletzt mit großem Dank an den Gatten für seine Unterstützung, immerzu und bei allem, woran ich herumwürge!

 

A merry doggy christmas oder: Es reicht!

Ja is‘ denn heut‘ schon Weihnachten?!

Gary Larson hat es einst auf den Punkt gebracht, was Hunde von diesem Zirkus halten:

Nichtsdestotrotz hab‘ ich’s durchgezogen…

…und erst aufgehört, bevor die Stimmung endgültig zu kippen drohte…

…was ich dann doch nicht riskieren wollte, denn schließlich is‘ heut‘ ja Weihnachten.

Wir wünschen Euch allen – Menschen & Hunden & anderen Tierchen – gemütliche und erholsame Feiertage, allseits volle Schüsseln und Näpfe sowie viel Zeit zum Kuscheln und Kraulen, wenn Ihr von Winterspaziergängen oder strapaziösen Familienbesuchen heimkehrt!

Eure Kraulquappe & das Dackelfräulein.

Englische Sprichwörter, gründlich widerlegt.

Heute: „The sun doesn’t shine on a sleeping dog’s ass.“

Quelle des Sprichworts (bei 1:51):

Ein sonniges Wochenende wünscht

Die Kraulquappe.

Nothin‘, it ain’t nothin‘, honey, if it ain’t free. Zum 10. April 2017.

Lieber Bobby,

lang, lang ist’s her, leider!

Aber ich hab‘ den Tag nie vergessen, an dem wir uns zum ersten Mal gesehen haben, bei unserem Blind Date, dort oben in Nörten-Hardenberg.

    

Es hätte der Beginn einer großen Hundeliebe werden können, wenn sie uns nicht nach diesem einen Tag schon wieder auseinandergerissen hätten!

Seither sieht die Situation so aus: 603 Kilometer voneinander entfernt döst jeder einsam vor sich hin…

  

… und sieht den anderen bestenfalls in irgendeinem Hundejournal.

  

Das ist doch kein Zustand!

Ich kann nur hoffen, dass wir uns im Herbst tatsächlich in der Rhön treffen, so wie unsere MamasFrauchen es schon ausgemacht haben. Dann scheuchen wir die beiden den Kreuzberg hinauf, abgemacht? Lassen sie kurz ihr Klosterbier runterkippen und weiter geht’s! Es gibt schließlich viel Aufregenderes als Rumhocken in Lokalen. Ich hab‘ da schon eine Menge Ideen, was wir anstellen können…

Für deinen heutigen Ehrentag wurde mir bei der Songauswahl freie Pfote gelassen, und weil ich dauernd diesen Bruce hören muss, hab‘ ich gedacht, ich wähle mal eine Frauenstimme, das erfreut einen Kerl wie dich bestimmt mehr als männliches Gebell, denn das kannst du schließlich selbst 😉

Ich habe mich für einen meiner All-time-favorites entschieden, weil mich der Text ein bisschen an uns erinnert.

I pulled my harpoon out of my dirty red bandana
I was playin‘ soft while Bobby sang the blues
Windshield wipers slappin‘ time
I was holdin‘ Bobby’s hand in mine
We sang every song that driver knew

Freedom’s just another word for nothin‘ left to lose
Nothin‘, it ain’t nothin‘ honey, if it ain’t free
And feelin‘ good was easy, Lord, when he sang the blues
You know feelin‘ good was good enough for me
Good enough for me and my Bobby McGee

Gut, wie man auf den Fotos sieht, war es eine hellblaue Bandana. Und deine Pfote ist viel zu groß als dass ich sie je in meiner halten könnte. Außerdem saßen wir auch nur zusammen in einem VW-Bus, und der Fahrer war eine Frau.

In meiner Erinnerung haben wir trotzdem zusammen gesungen – und vor allem haben wir unsere Freiheit genossen. Als hätten wir nichts zu verlieren, als ginge es nur um diesen Moment, diese Ackerfurche, diese Hasenfährte, diesen Pferdeapfel oder diesen Knochen…
Das können wir schließlich viel besser als die Menschen!

Für dein neues Lebensjahr wünsche ich dir daher stets genug Freiheit, Freilauf, Freiraum und freie Wahl beim Fressen!

In diesem Sinne: A very happy Dogday & see you on the trail!
Deine Pippa.

Hund haben (3).

Vorbereitungen, wenn man einige Stunden mit Möbelsuche zu verbringen gedenkt, aber der Hund nicht den halben Tag allein daheim sein soll:

Liebe D.,

du hast die implizite Herausforderung des morgigen Dogsittings schon hervorragend erkannt. Es ist diesmal nicht einfach nur Dogsitting, so wie sonst, sondern Hot-Dog-Sitting, weil Pippa läufig ist. Und sie befindet sich justament in den sogenannten „heißen Tagen“, an denen sie die Rüden nicht mehr zickig verbellt, sondern schon mal einen genaueren Blick auf den einen oder anderen Kandidaten wirft.
Aber ein Problem sollte das trotzdem nicht werden!

Denn deine Idee mit dem Schlosspark ist super, dort herrscht überall Leinenpflicht und das vereinfacht vieles, weil somit auch alle Rüden an der Leine sind. Zudem ist Pippa seit Jahren nicht mehr dort gewesen und eine neue Gegend ist immer interessant, so dass sie, obwohl sie an der Leine bleiben muss, genug Spannendes zu gucken und zu riechen hat. Da sie sich dort nicht auskennt, wird sie auch mehr auf dich achten als z.B. im Heimatrevier Olympiapark, den ich aber zu Läufigkeitszeiten eh meide, weil dort fast alle Hunde frei herumrennen. Also: geht da ruhig hin. Am besten von hier mit der Tram 12 bis Romanplatz, so spart ihr euch die städtischen Wege. Pippa ist das Trambahnfahren gewöhnt, nimm sie nur am Boden etwas zwischen deine Füße, ein Dackel wird leicht übersehen. Sie wird jammern, was sie in der Tram immer tut, weil sie vor dem Gassi ungeduldig ist – mehr hat das nicht zu bedeuten. Am besten ignoriert man das Gewinsel und geht auch nicht auf das Gewinsel von mitleidigen Omis rundum ein („Mei, wos hod er denn, da Kloane?“) 🙂

Jetzt noch zur Läufigkeit: Wir werden ihr das Höschen anziehen, bevor wir gehen. Denn wenn wir das nicht tun, könnte die Begrüßungsaufregung, wenn du die Wohnung betrittst, schon einige Blutspuren auf dem Teppich nach sich ziehen. Also begrüß sie im Höschen und zieh es ihr erst aus, wenn ihr aufbrecht.

Draußen können euch Rüden begegnen, die mit Sicherheit sehr interessiert an Pippas Hinterteil kleben. Dann einfach Herrchen/Frauchen informieren, dass dein Hund läufig ist, dann sind die anderen dran, ihren Rüden in Zaum zu halten. Sollte dir ein freilaufender Hund entgegenkommen, was in der Stadt ja eher unüblich und im Schlosspark verboten ist, musst du unter Umständen halt dem Besitzer eine entsprechenden Warnung entgegenrufen.

Sollte einer aufdringlich werden, bevor Herrchen/Frauchen einschreitet, hältst du Pippa kurz und stellst dich mit dem Bein zwischen die beiden. Der Rüde wird dir nichts tun, weil er nur auf eines fixiert ist: das duftende Hinterteil der Hündin. Aber uns ist es in allen bisherigen Läufigkeiten nur einmal passiert, dass es so massiv wurde, dass wir dazwischengehen mussten.

Auf dem Rückweg (falls ihr da auch die Tram nehmt) wird sie kein bisschen winseln, das ist ebenfalls immer so, denn dann hatte sie ja ihren Auslauf und kann sich wieder benehmen.

Auf die Anrichte in der Küche leg ich dir ein Mäppchen für unterwegs hin, da sind ein paar Leckerchen und 2 Kotbeutel drin. Wenn sie dir gut folgt, belohn sie ruhig mal (immer nur ein Stück). Leinen hängen am Treppengeländer vor der Wohnungstür: 1x Leder, 1x Nylon, welche du lieber magst (sie sind gleich lang). Das Pfotenhandtuch hängt auch am Treppengeländer – du weißt es ja sicher noch, einfach an Bauch und Füßen ein bisschen abputzen. Du kannst sie überall anfassen, sie kennt die Prozedur. Wenn du gehst, sag ihr bitte „Schön warten, ich komm gleich wieder“, auch das ist ein bekanntes Ritual und sie trollt sich dann ins Körbchen (den vorwurfsvoll-leidenden Blick muss man halt ertragen). Oder sie zieht alle Register, geht nicht ins Körbchen und wirft sich auf dem Dielenteppich auf den Rücken. Das sieht dann extrem erbärmlich aus, aber da musst du durch – bist ja gottseidank erprobt im Umgang mit kleinen Schlawinern und Schauspielern.

Wenn irgendwas wäre, was ich nicht hoffe und glaube, kannst du mich auf dem Handy anrufen, ich stelle es ausnahmsweise mal laut.

Dann mal viel Spaß im Schlosspark, vielen Dank und liebe Grüße!

Nachtrag am Abend des Hot-Dog-Sittings:
Zu 90% lief alles bestens. Nur auf dem Rückweg heftete sich ein herrenloser, aber hoffnungsvoller Rüde (nach Aussage von D. immerhin gepflegt und freundlich) an die Fersen der beiden und ließ sich trotz energischer Versuche lange nicht abschütteln. Kurz vor der entscheidenden Kreuzung (auf der ernsthaft Gefahr droht, dass ein frei laufender Hund unter die Räder geraten könnte) rief ihm D. mehrfach ein resolutes „Bleib!“ zu – und das hat schlussendlich gefruchtet. Der Freier setze sich hin, ließ die Ohren und den Kopf hängen und begrub seine Hoffnungen auf ein erotisches Abenteuer.

Hast du sehr gut gemacht, liebe D., vielen Dank nochmal!

Beinahe Covergirl – wau!

Natürlich nicht ich, wo denkt ihr hin?

Pippa ist auf dem besten Weg, Titelblatt-Waldi zu werden! Zwar sind wir beide dunkelsaufarben, verfressen und sportlich, aber sie bekommt dafür deutlich mehr Anerkennung als ich.

Zweimal hintereinander hat sie’s nun in das Magazin „Dog&Travel“ geschafft.
Im August als Exklusiv-Star des Titel-Themas „München“ und heute, wie ich beim Erhalt meines Belegexemplars entdeckte, als zweite Haupt-Protagonistin des großen Alpen-Specials. Juhu!

Beim dritten Mal gelingt dann vielleicht der Sprung aufs Cover :-).

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Wer also knapp 5 Euro übrig hat, der sause zum nächsten gut sortierten Kiosk und schlage zu. Auf Anfrage signiert die Dackelmadame euer Exemplar auch gern – das macht sich dann besonders nett unterm Weihnachtsbaum.

Wem derlei Lektüre zu banal ist, der kann sich auch auf intellektuellere Weise der Dackologie widmen: Vor Kurzem ist im Springer-Verlag der Sammelband „Auf den Hund gekommen“ erschienen, in dem Pippa mit dem Beitrag „Der Dackelblick. Phänomenologie einer besonderen Hund-Mensch-Vergemeinschaftung“ vertreten ist.
Frei nach dem Motto: „Die genaueste Vorstellung von der Machtlosigkeit des Menschen haben zweifellos Gott und der Dackel.“ (Georges Mikes).

Wer sich weder für Hunde, noch für Dackel, Berge, München und Phänomenologie interessiert, der gucke einfach die Tage mal wieder hier vorbei – manchmal gelingt mir ja auch ein hundefreier Blogbeitrag.

Einen schönen Abend wünscht
Die Kraulquappe.