Auf Samtpfoten durch die Nacht.

Gestern Abend zum ersten Mal seit Monaten wieder Livemusik erlebt…

…und schon wieder so eine Grazer Stimme, die nicht erst dann eine Gänsehaut beschert, wenn ein mildes Abendlüfterl durch den Innenhof der Münchner Glockenbachwerkstatt streicht. Wow!
Son Of The Velvet Rat heißen die steirischen Goosebumps-Verursacher, dahinter verbergen sich der Georg Altziebler und die Heike Binder, seine Angetraute.

Wunderbar arrangierte Songs, die teils ein bisserl wehmütig an Cohen denken ließen, in jedem Atemzug und Ton so aufrichtig, niemals manieriert (und auch nicht mariniert ;-)), trunken vor Sehnsucht und jederzeit tauglich als sommernachtsvertäumte Projektionsfläche der ebenso selig wie sehnsüchtig lauschenden Zuhörer.

Ein klein wenig störend in der lauschigen Hinterhofidylle lediglich die pandemische Bestuhlung samt der derzeit vielerorts umständlichen Wegführung zu den Toiletten, aber so ist das halt nun.

Für meinen Geschmack auch ein Tick zu viel zuckrig-zelebriertes und sanft-säuselndes Eheglück, ich fand derlei Geplänkel auf Musikbühnen noch nie ansprechend. Im Gegenteil, mir ist das ähnlich zuwider wie Vanille-Duftkerzen, Zimt-Räucherstäbchen und der ganze Deko-Kram in der Vorweihnachtszeit, dieser geballte olfaktorische und optische Unrat, der einem auf Teufel-komm-raus atmosphärisch einimpfen will, dass Jingle bald bellt und der Advent ja eine ach so besinnliche und gemütliche Zeit ist.

Aber Schwamm drüber. Ein Ort, an dem Unertl ausgeschenkt wird, ist und bleibt ein guter Ort – und die beiden soliden Musiker waren ein akustischer Genuss, den ich nicht missen möchte, erst recht nicht nach 5 Monaten Livemusik-Entzug.

Danke an Son Of The Velvet Rat für diesen berührenden Abend im Herzen meiner Stadt & danke, dass ihr mir so unkompliziert noch eine Platzreservierung für den während meiner Bergtourabsenz leider in Windeseile ausgebuchten Hinterhof ermöglicht habt – nur schade, dass ihr Graz schon heute bespielt und nicht erst nächste Woche, ich hätt‘ euch gerne nochmal zugehört!

Von Vögeln oder: How to choose the perfect man.

Gleich dreimal angeguckt, so sehr hat mich das begeistert. Viereinhalb Minuten, die Sie nicht bereuen werden, unbedingt aber ab 1:10.

Paradiesvogelweibchen müsste man sein! Was für eine Galanterie, was für eine Vorführung – ich bin hin und weg!

Meine Damen, mal ehrlich: Geht Ihnen da nicht auch das Herz auf?

Wie wunderbar der Kerl alles aufräumt, putzt und dekoriert – diese Akribie, diese Gründlichkeit! Und so fesch ist er (die Frisur! die Augen!), so gut gekleidet, so manierlich. Verbeugt sich wie ein Gentleman und dann hat er auch noch Rhythmusgefühl und tanzt wie ein Gott. Und diese Lightshow!
OK, am Ende geht’s ein bisschen arg flott, als sich die Dame interessiert zeigt, aber mei. Männer halt.

Wünsche der Leserschaft ein schönes Wochenende & legen Sie sich ruhig mal wieder ein bisschen ins Zeug für Ihre/n Liebste/n!

Morgenstund‘ hat… (Ein Gruß nach Frankfurt.)

Lieber Gatte,

noch gestern Abend teilten wir telefonisch unseren Kummer über den schlechten Start in den Dienstag, den wir viel zu früh, viel zu laut und viel zu milchlos erdulden mussten. Und was erwartet mich dann am heutigen Mittwochmorgen? Na, ahnst du schon, was jetzt kommt?

Um 5:20 Uhr, also zu besten Hausmeisterkratzzeit werde ich von Würgegeräuschen geweckt. Unserer Dackelmadame war übel, sie verließ das Bett und hinterließ zwei Gallepfützen. Ich sprang auf, tappte halb blind in die Küche, holte die Küchenrolle und den Lappen, und beseitigte die Bescherung. Wohl wissend, dass unser Hund nie mehr als 2x hintereinander erbricht, stiegen wir wieder ins Bett und da es ansonsten herrlich ruhig war, konnte ich binnen 20 Minuten wieder einschlafen.

Aber nur eine schlappe Stunde später riss mich dann erneut ein alarmierender Ton aus dem schönsten Morgentiefschlaf. Ein schrilles Piepen ertönte! Pippa und ich rissen zeitgleich den Kopf hoch. Dein Wecker!!! Da du ihn gestern dank des Hausmeisters nicht benötigt hattest, hast du ihn einfach samt einprogrammierter Weckzeit zurück- und auch eingeschaltet gelassen.

Wecker, für immer zum Schweigen gebracht.

So kann man sich seiner Familie auch ins Gedächtnis rufen, schon klar. Wir haben intensiv an dich, unseren Ernährer, gedacht, sogar kurz erwogen, anzurufen und einen Satz wie „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ in den Hörer zu trällern!
Nächstes Mal machen wir das, versprochen.
Der Morgen begann also schneefalllos (und daher auch hausmeisterlos), aber keineswegs einfallslos.

Immerhin war wieder Milch im Kühlschrank. Es sind die kleinen Dinge, an denen man sich freuen soll.

Einer adäquaten Entschuldigung harrend grüßt dich
Deine müde Familie.