Sie hat manchmal wollen den Sonnenschein auf ihren Hut stecken und die Abendröte umarmen.

[Blogbeitragsüberschrift frei nach Adalbert Stifter]

Weil die liebe B., die derzeit in N. auf U. weilt, sich schon latent sorgt, ob wir womöglich im See oder Freibad ertrunken sein könnten, weil es hier derzeit etwas ruhig geworden ist, nun ein kleines Lebenszeichen in Bildern, quasi eine Dokumentation so mancher Stationen oder Aktivitäten der letzten Tage:

Ausflug an den Ammersee: Diesmal Westufer, wieder viele Fotos, vor allem von Fräulein Seehund…

…aber auch von den Sehenswürdigkeiten in Dießen.

Erstes Selfie mit dem neuen Handy: Schön schattig, das kaschiert fast alle Falten.

Begleitung hatten wir auch: Meinen großen Freund S. und seine Kamera, die viel besser ist als meine.

Wanderung von Dießen zur Schatzbergalm: Könnte eine sehr schöne Tour sein, wenn wir nicht auf dem Schatzberg von einer Mückeninvasion heimgesucht worden wären.

Szenen auf dem Tisch: Die König-Ludwig-Desinfektion der Mückenstiche von innen.

Szenen unter dem Tisch: „Warum esst ihr was und ich krieg nur einen doofen Napf voll Wasser?“

Der Sommerhitze trotzen: Erfrischung, und zwar für alle (sagt auch die Abendzeitung – ich check nur nicht, was die Gourmets mit Baden zu tun haben).

Absurd: Die längste Hundewurst der Welt, aus ihrem 60cm x 75cm-Korb gerutscht.

Mein erstes Erfolgserlebnis auf Balkonien (von der blauen Hortensie wollen wir lieber schweigen).

Pfingsten in München: Englischer Garten, große Gassirunde, Rast im Aumeister.

Clever Shoppen: Am Tag nach dem Mega-Unwetter im Münchner Westen in einen Pflanzenmarkt im Münchner Westen fahren und die wegen Topf- und Blattschäden stark reduzierte Ware als Ersatz für so manch misslungenes Balkonprojekt mitnehmen.

Unterschlagen wurden in dieser bunten Auflistung:

  • diverse langweilige Büroarbeiten
  • stundenlange Recherchen für den nächsten Magazinbeitrag
  • einige Akquisitonstätigkeiten
  • Matthias Forenbacher in Endlosschleife hören
  • zeitaufwändiges Einbalsamieren der zehn fetten Mückenstiche nach dem Ausflug mit S.
  • alle weiteren Haushaltstätigkeiten der letzten sechs Tage
  • zwei Läufe im benachbarten Park
  • zwei Schwimmbadbesuche, einer davon mit Kampfeinsatz (Pfingstandrang, Beckenquallen, Randspringer)
  • Kauf und Zubereitung eines sündteuren Bio-Rindersteaks zur Aufrechterhaltung des Ferritinwerts
  • kontemplative Stunden mit Sonne und Weißbier auf der Parkbank vorm Haus
  • Installation eines neuen Handys inkl. Datenübertragung vom alten Handy
  • Reiseplanungen für den Spätsommer samt haarsträubender Mailkommunikation mit etlichen Hotels im Ausland, die sich erdreisten, für einen kleinen Dackel pro Nacht 25€ kassieren zu wollen, was jeweils in keiner Relation zum Zimmerpreis für den Menschen steht
  • extensiver Konsum von Huberbuam-DVDs in den späteren Abendstunden, um den nachfolgenden Träumen ein paar neue Impulse zu geben (leider die 3D-Brille nicht vertragen)

Herzliche Grüße an die Leserschaft & der lieben B. noch eine erholsame Zeit an der Ostsee!
Die Kraulquappe.

Lichte Momente.

Schwülwarmer Bärlauchdunst schwappt durch den für einen Frühlingsferientag ungewöhnlich leeren Englischen Garten. Viele Seitenwege haben wir ganz für uns allein, prima ungestört lässt sich das Feuerwerk, das die Pollen mindestens minütlich in der Nase zünden, abniesen.

Kaum etwas geht – mal rein stadtimmanent gedacht – über diese herrlichen Münchner Parks mit all ihren Großzügigkeiten.
Diese Pracht noch dazu in fußläufiger Distanz, nicht selbstverständlich, das alles, wie mir erst neulich in Wien wieder bewusst wurde, wo so ein Hund ja fast nirgendwo in innerstädtischen Grünanlagen mal ohne Leine laufen darf.
Das ist Luxus pur!, rufe ich dem Dackelfräulein zu, das geschäftig durch das flache Bachbett schnorchelt, sich anschließend auf der Wiese den Pelz trockenschubbert und sich danach zum Sandburgbau an die Uferböschung begibt.

Ich setze mich auf eine Parkbank, um sie einerseits gewähren zu lassen und andererseits ihr Tun genau im Auge zu behalten und gegebenenfalls pfeilschnell und mahnend den Finger heben zu können, wenn sie sich klammheimlich einen fingerdicken, grüngrauen Gänsehäufchenimbiss einverleiben möchte (klammheimlich ist, nebenbei bemerkt, schon immer mein Lieblings-Hendiadyoin gewesen: wie Trüffelschweine waren wir ab der 9. Klasse in lateinischen Texten auf der Suche nach diesem Stilmittel, gedrillt von Herrn Konrad R., den ich verehrte, so streng und unbeliebt er auch war).
Das Hundetier und ich haben uns im Laufe der Jahre hervorragend eingespielt bei der Ausübung dieses perfiden Belauerungssports. Wachsamkeit, Geschick und Flinkheit sind hierbei alles, und ich gebe zu: meist liegt die Madame knapp in Führung, was ja auch keine Kunst ist, da ihr Rüssel den begehrten Trophäen naturgemäß näher ist als meiner.

*****

Ein sehr unösterliches Ostern war das.
Keine Auferstehung in Sicht, immer noch bleierne (Frühjahrs-?)Müdigkeit oder einfach ein konstitutioneller Durchhänger.

Der Lindt-Goldhase, den mir mein großer Freund S. schenkte, bekam am Ostermontag auf den letzten Drücker und ganz unerwartet noch Gesellschaft von einem kleinen Goldhäschen und ein paar Lindor-Eiern. Die kleinen roten. Als hätt’s der Schenker gewusst, dass genau das die Ostereier meiner Kindheit waren.

Der Papa war Jahr für Jahr am frühen Morgen des Ostersonntags mit 10 bis 15 dieser köstlichen Minischokoeier in der Wohnung unterwegs. Während die Mutter und ich noch schliefen, spielte er den Osterhasen und versteckte diese Leckereien für mich.
Zusätzlich noch ein paar handgefärbte, echte Eier. Die platzierte er meist bruchsicher an den immer gleichen Stellen: im Futterschälchen von Cocolinos Käfig, im tönernen Kerzenständer im Bücherregal und – nach dem Herausdrehen der Glühbirne – in der Fassung der weißen Lampe mit dem verchromten Fuß, die auf dem schwarzen Ecktisch stand.

Der Ecktisch hieß so, weil er die Ecke zwischen dem Zweisitzer und dem Dreisitzer der Ledercouchgarnitur, die ich nie leiden konnte, bis auf einen kleinen Spalt passgenau ausfüllte. Er war einer der wichtigsten Orte meiner irgendwie zu kurz geratenen Kindheit. Wenn die Eltern stritten, kroch ich unter diesen ca. 40cm hohen Tisch und versteckte mich dort und wagte mich manchmal stundenlang nicht mehr hervor.
Als sich die Verweildauer unterm Ecktisch indirekt proportional zum Freudefaktor der elterlichen Ehe zu verhalten begann, richtete ich mir dort unten ein kleines Lager ein, ausgestattet mit dem Nötigsten, wie es immer so schön heißt. In meinem Fall waren das irgendein Knabberkram, etwas zu Trinken, eine Wolldecke, der Olympia-Waldi, mein Hansipolster und das kleine Notizbüchlein samt Stift, denn selbstverständlich führte ich akribisch Buch über meine Ecktisch-Aufenthalte und die Beobachtungen, die ich – durch den schmalen Ritz zwischen den beiden Sofas bang ins Wohnzimmer spähend – so machte (oder machen musste).

Auch die kleinen roten Lindt-Eier wanderten oft in mein Survival-Depot. Womit wir wieder bei Ostern wären, wovon ich ja eigentlich berichten wollte und nicht von einer dieser zermürbenden Retrospektiven auf biografisch längst Kompostiertes. Sondern von Ostern, wie es früher mal war und wie ich es mochte. Genauer: von der Eiersuche.

Der Papa war kein geschickter Versteckfinder, die meisten Eier leuchteten rotglänzend und dadurch besonders gut sichtbar aus ihren Verstecken hervor und ich musste mich weder recken noch strecken, um sie meist schon beim Betreten eines Raumes mühelos zu entdecken. Des Papas Bemühen, mir mit der frühmorgendlichen Versteckerei eine Freude zu machen, rührte mich als Kind so sehr an, dass ich mich meinerseits bemühte, so zu tun als hätte ich allergrößte Mühe, die kleinen Lindt-Eier zu finden. Selbst mit den großen, bemalten Eiern ließ ich mir Zeit, obwohl man Tomaten auf den Augen hätte haben müssen, um die zu übersehen.

Ich tappte also mehrfach von Zimmer zu Zimmer und stellte mich bei der Suche so ungeschickt an, dass der Papa, geduldig wartend immer tiefer in den Zweisitzer einsinkend, weil das Töchterchen dermaßen lang erfolglos umherirrte, irgendwann anfing, mir Tipps zu geben.
Kleine, knifflig gemeinte Hinweise wie beispielsweise Denk mal an Fasching! und dann tat ich, die ich das Ei im Hut des Holzclowns neben den Bildbänden schon längst gesehen hatte, so, als würde ich noch ein wenig grübeln müssen, bis mir schließlich beim Schweifenlassen des suchenden Blickes über die Regalwand – endlich, endlich! – der Clown ins Auge stach und ich übertrieben freudig – Ach ja, genau, der Clown, der passt ja zum Fasching! – nach dem roten Schokoei grapschte.

So ging das jedes Jahr dahin, bis zum letzten Ei, und alle waren eine Eiersuche lang glücklich, auch die Mutter, die während der Eierodyssee aus ihren Gemächern zu uns schwankte und sich auf den Dreisitzer drapierte und der Suchorgie kreislaufschwach vor sich hin blinzelnd beiwohnte, ein Zustand familiärer Harmonie und Friedlichkeit, den es ganz unbedingt in die Länge zu ziehen galt, in der Hoffnung, dass er vielleicht noch bis nach dem gemeinsamen Osterfrühstück oder gar bis nach dem Osterspaziergang anhalten würde.

Mein glücklichstes Ostern war zweifellos jenes, an dem uns bei diesem Spaziergangsritual jener Welpe über den Weg lief, der mein erster Hund werden sollte. Dieses Glück half mir über so manch trostlose Ecktischstunden hinweg, denn von da an hatte ich immer eine verlässliche Gefährtin an meiner Seite, auch in meiner kleinen Survival-Höhle, und eines Tages übernahm sie meinen dortigen Beobachtungsposten, weil ich endgültig zu groß geworden war, um mich noch unter diesen Tisch zu zwängen und so überließ ich ihr den für mich zu eng gewordenen Dachsbau und ich durfte fortan die letzten Etappen des Rosenkriegs ungeschützt mitansehen.

Ja: durfte. Denn ich war trotz aller Splitter, derer man sich im näheren Umkreis dieser Gefechte kaum erwehren konnte, froh darum, das meiste mitzubekommen und nachvollziehen zu können, weshalb es nötig und wichtig war, dass die Parteien letztlich auseinandergingen.

*****

Die Frühlingssonne steht mittlerweile hoch genug, um die zur Ostseite hin gelegenen Räume jeden Morgen ganz wunderbar mit Licht zu durchfluten, in diesem unbarmherzigen Flutlicht aber zugleich auch das zum Vorschein zu bringen, was der flache Winkel der Wintersonne (zusätzlich verstärkt durch die bis vor kurzem völlig verdreckten Fenster) noch gnädig vertuscht hatte.

Diverse Unebenheiten der letztjährigen Renovierungsarbeiten kommen nun zum Vorschein: Lolek, Bolek und Konsorten haben dann doch den einen oder anderen kleinen Pfusch hinterlassen, wie man nun sieht. Natürlich sind sie längst mit dem Salär über alle Berge und dort auch nicht mehr zu erreichen oder schuften sich anderswo in schlecht bezahlten Jobs die Seele aus dem Leib, so dass sie für Nachbesserungen leider keine Kapazitäten mehr frei haben.

So legt man jetzt eben selbst Hand an, schleift hier und da etwas ab, zieht da und dort etwas nach, justiert und montiert neu, liest sich in Lackiertechniken ein, spritzt eine Probefuge, kratzt sie wieder heraus, oder sucht mit einem Magneten den Türstock der Schiebetür nach den Befestigungsschrauben derselben ab, die der Handwerker seinerzeit perfekt plattgehobelt und zugepinselt hat („Isse schöner so!“), ohne allerdings – wie munter hobelnd zunächst noch zugesagt – vor dem Zupinseln eine kleine Skizze anzufertigen, wo man die Schrauben ggf. wiederfinden würde.

Betrachten wir’s als ein Sich-Vertraut-Machen mit Nischen und Feinheiten des eigenen Zuhauses, das schadet einem ja nicht, höchstens dem elenden Ellbogen setzt es zu.

Als Ausgleich dazu nach monatelanger Suche endlich eine Stehlampe fürs Wohnzimmer gefunden. Grauenhaftes Gegoogel, bis man sich da überhaupt mal einen Überblick in diesem Dschungel verschafft hat! Immer nach spätestens einer Stunde Kopfweh bekommen (manchmal allein wegen der Preise: es muss massenhaft Menschen geben, die sich Stehlampen im Wert eines Kleinwagens kaufen wollen/können, oder wie erklärt es sich, dass diese Lichtobjekte auf dem Markt überleben?) und es entnervt wieder bleiben lassen. Und eines Abends dann durch Zufall doch noch fündig geworden.

Heute mal in das Geschäft spaziert, um das Ding in echt zu besichtigen.
Pardon, es heißt ja nicht mehr Geschäft, man nennt das jetzt Showroom. Das gute alte Geschäft hat ausgedient, das Möbelhaus eh.
In diesen Showrooms laufen lässige Showmaster herum, keine schnöden Verkäufer mehr. Jeder von denen trägt ein mattsilbriges Tablet mit sich herum, hat man eine Frage – und die meine war heute eine ganz simple, nämlich: Wie zum Teufel schalt‘ ich diese Funzel ein? – loggt sich der personal consultant in den entsprechenden room ein, in dem man grad ganz real steht und ebenso analog wie erfolglos an dem Schalter der Lampe herumdrückte, und bringt per Mouseclick das Ding zum Leuchten. Never seen before – mir, dem entmündigten Kunden, unfähig eine Lampe allein anzuknipsen, bleibt vor lauter Staunen der Mund offen stehen. Fremd bin ich geworden, in manchen Sphären der Konsumwelt.

Die Lampe ist aber toll. Ich trage sie mir in eine stille, leere und eher dunkle Ecke am Rand der riesigen Lampenbühne, damit ich mal mit ihr allein sein kann. Bitte den smarten Simon, der sich mit seinem Tablet diskret hinter ein paar voluminösen, mit japanischem Reispapier ummantelten Lichtobjekten aufhält, um ja nicht aufdringlich zu wirken, dann nochmal, sie mir auch dort, in meinem entlegenen Eckchen, erneut einzuschalten.

Dann stelle mich neben sie, setze mich unter sie, betaste sie rundum, trete ein Stück beiseite und lasse sie einfach mal auf mich wirken. Diese Dinge, mit denen man länger zu leben beabsichtigt, wollen ja erstmal be_griffen werden, bevor man sie sich ins Haus holt und ein veritables Zusammenleben beginnen kann.
Größe passt, Farbe passt, Lichtkegel und -intensität auch. Zeitloses Design, sehr geringes Risiko also, dass man sie schon in 5 oder 10 Jahren nicht mehr erträgt.

Und sie ist dimmbar, das ist mir wichtig. Ich liebe dimmbare Lampen. Je älter ich werde, desto mehr, denn damit lassen sich eventuelle Unebenheiten – in der Wohnung wie auch in der Visage und im Leben – einfach mal mit milder Schummerbeleuchtung kaschieren oder ganz wegzaubern, wenn man sie nicht mehr sehen will.
Ein kleines Schieben mit dem großen Zeh auf dem sehr kommoden Fußschalter genügt – und schon ist die Atmosphäre wonnig, weich und warm. Herrlich!

Wieder so ein Objekt, das der Versmoothieierung ihren Weg zu einer immer umfassenderen Regentschaft über uns Freunde der Weichzeichnerei, des Rumdum-Airbags und der Pürierung der Lebenswelt weiter planiert.
Vor langer Zeit schrieb ich mal einen Blogbeitrag über diesen Paradigmenwechsel in der Handhabung des Lebensalltags – und es wär‘ eigentlich an der Zeit, denk ich grad, diesem Beitrag einen weiteren folgen zu lassen, Notizen dazu gäbe es ja längst.

Für heute aber genug der Worte, die letzte Nacht war schrecklich und kurz, das Abendgassi ruft – und dann nichts wie ab ins Bett.
Kommen auch Sie erleuchtet und gut durch die ausgehende Osterwoche!
Ihre Kraulquappe.

Never kiss on the first date!

Aggregatzustände.

Vor dem Haus jetzt doch nochmal diese riesige Projektionsfläche für (Winter-)Träume aller Art.
Ein Traum in weiß. Szenerien, an denen man sich nie sattsieht.

Und an diesem Schneepferdchen erst recht nicht!

Englischer Garten, 04.02.19.

Was mich heute ebenso via Smartphone erreichte wie die Wasserstandsmeldung vom Papa: „Wir kommen kaum noch aus der Tür raus!“.

Rottach-Egern, 04.02.19.

Freute mich dran, wie schön es da überall ausschaut, beim Gatten samt Pippa & beim Papa, und freute mich dann noch mehr an 2.000m in einem fast menschenleeren Freibad.

Glitzerndes Wasser in der Wintersonne, jede zweite Bahn halb blind geschwommen, ins gleißende Licht hinein, güldenwarme Strahlen im Gesicht, auf dem Rücken und dem Bauch.

Die drei einzigen Geräusche: der rhythmische Armschlag, das Blubbern der Luft beim Ausatmen und das Schneeschippkratzen des Bademeisters, der in Skiklamotten die Stadiontreppen freischaufelt – warum auch immer die vom Schnee befreit werden müssen.

Dante-Winter-Warmfreibad, 04.02.19.

Danach in die Sauna, dann ein köstlicher Hagebuttenkrapfen (gekonnt so angebissen, dass einem die Marmelade nicht den Bademantel versaut, und das trotz der neugierigen Zuschauer und einem sich festtretenden CMD), eine gute Lektüre (Antje Rávic Strubel, allein der Name begeistert mich bei jedem Blick aufs Cover) und ein paar glückliche Gedanken im Ruheraum (es könnte eine erfreuliche Woche werden).

Das „Krapfenglück“ besteht darin, zwischen all dem Firlefanz wie Pina-Colada-, Tiramisu- und Bienenstich-Krapfen die wenigen Konditoreien zu finden, in denen man noch den Klassiker mit Hagebutte erwischt, für den sich leider kaum noch wer zu interessieren scheint.

Hund haben (14).

Ein Arzttermin steht an, die halbe Nacht nicht geschlafen deswegen.
Der Hund auch nicht, wegen ständigem Geputze in Sachen Läufigkeit und allgemeiner Unruhe. Keiner von uns findet eine Liegeposition, in der es länger als 15 Minuten auszuhalten ist. Also noch früher als geplant aufgestanden.
Um 6:45 Uhr, auf dem Weg zur Kaffeemaschine, im dunklen Flur über eines der Amazon-Pakete gestolpert, das man abends für die Nachbarn angenommen hat. Grad noch derfangen.

Geduscht, angezogen. Eine Mail beantwortet, keine leichte Kost, und das auf nüchternen Magen.
Den Hund zum Morgengassi gerufen. Kommt im Schneckentempo zu mir gestakst, guckt sehr kläglich, versucht sich hinzusetzen, was aber irgendwie nicht klappen will, krümmt den Rücken und steht dann wie ein Fragezeichen da während ich ihr das Halsband anlege. Setzt sich auch im Aufzug nicht hin, seltsam. Unten im Hausflur schlurft sie wie eine Oma Richtung Tür, sicherheitshalber trage ich sie die 3 Stufen nach draußen. Die morgendlichen Verrichtungen auf dem Grünstreifen wirken ziemlich arthritisch. Im staksigen Gang zurück nachhause. Fressen klappte, immerhin.

Los zum Arzt. Zu einer Untersuchung, auf die ich gut und gerne lebenslang hätte verzichten können. Danach schnell noch in den Supermarkt. Dort Rücken verrissen beim Hochheben der zwei schweren Taschen. Nachhause gehumpelt.
Hund kommt nicht zur Tür geflitzt, obwohl sich in den Einkaufstaschen auch Käse befindet. Beim Einräumen des Kühlschranks biegt der Hund dann doch noch um die Ecke, guckt aber nicht halb so gierig wie sonst, will sich hinsetzen und schwankt und zittert. Ab da bin ich im akuten Beobachtungsmodus. Lasse mich am Schreibtisch nieder und arbeite, rücke den Hundekorb in Sichtweite.

Es klingelt. Der DHL-Bote bringt ein Paket. Er übergibt es mir, ich kritzle mit dem Plastikstift meine spezielle DHL-Unterschrift aufs Display und stelle das Paket neben mir im Flur ab.
In dem Moment ist sonnenklar: der Hund hat Schmerzen und zwar stärkere Schmerzen. Denn: der Hund kommt absolut immer zur Tür gepest, um ein Paket zu inspizieren. Ausnahmslos und immer. Normalerweise nimmt quasi der Hund dem Paketboten das Paket ab.

Fräulein Hund aber sitzt in ihrem Korb und blickt drein wie ein Häufchen Elend. Aus Fairness trage ich das Paket zu ihrem Korb und packe es dort aus. Schließlich leistet sie mir sonst immer Gesellschaft und überhaupt ist das ein Ritual zwischen uns: Wenn ich mit dem Teppichmesser ein Paket aufschlitze, ist sie grundsätzlich mit von der Partie. Immer darf sie das Füllmaterial aus dem Karton zupfen, am meisten liebt sie die Luftpolsterfolie, am allermeisten, wenn diese meterlang ist. Sie versucht, aus dem Korb zu steigen, bleibt aber an den Hinterläufen hängen, sinkt zurück und schaut noch dramatischer. Ich taste sie ab, sie zuckt und der eine Hinterlauf vibriert.

Um 12 Uhr habe ich den nächsten Termin. Der Hund muss mit, weil wir von dort aus gleich Gassigehen können, im Olympiapark. Aber der Hund kommt kaum bis zur Wohnungstür. Im wackligen Tippelschritt schafft sie es bis zum Auto, ich hebe sie hinein. Wie ich dann sehe, klappt auch das Hinlegen schlecht.
Auf der Fahrt wimmert sie. Mir schwant nun: statt des Mittagsgassis werden wir zum Tierarzt fahren. Besser jetzt als an den Feiertagen, wenn wieder alle was haben. Leider ist unser Tierarzt bereits im Urlaub. Also ab in die Veterinärstraße 13, Uni-Tierklinik. Der Hund war schon 2x mit dem Gatten dort, ich war seit dem Todestag des Vorgänger-Hundes nicht mehr dort. Wollte da am liebsten auch nie wieder hin. Ist aber nunmal die nächstgelegene Klinik und da der Gatte in Frankfurt ist, trifft es diesmal eben mich.

Über das Gelände verteilen sich mehrere Baracken, alle etwas heruntergekommen. So sah das schon vor 17 Jahren aus, als ich zuletzt dort war. Aber einen guten Ruf haben sie, und der Gatte war die beiden Male dort auch zufrieden.
Das Einparken ein kleiner, schweißtreibender Alptraum. Alles viel zu eng, Wenden nahezu unmöglich. Ich steige aus und trete in Pferdeäpfel. Hier werden auch Großtiere behandelt. Auf dem Weg zur Kleintierklinik kapiert der Hund, wo er ist und schaut mich vorwurfsvoll an. Von Baracke 1 (Poliklinik) werden wir zu Baracke 3 (Chirurgische und gynäkologische Kleintierklinik) geschickt. Unterwegs sehe ich eine Ausschilderung zur „Adipositas-Sprechstunde Hunde/Katzen“. Meine Güte, was es nicht alles gibt!

Am Anmeldetresen nenne ich den Nachnamen des Gatten, schließlich war er bislang mit dem Dackelfräulein dort vorstellig geworden. Die Sprechstundenhilfe findet nichts. Sie versucht es über den Namen des Hundes, wieder nichts. Auch das Geburtsdatum des Hundes ergibt keinen Treffer. Schließlich nenne ich meinen Nachnamen und siehe da: die Patientenakte taucht nun auf. Kniescheibentiefstand 2012, gynäkologische Untersuchung 2016. Ich frage mich kurz, ob ich gerührt oder irritiert sein soll, dass er sie dort unter meinem Namen angemeldet hat. Egal. Wir dürfen Platz nehmen. Also ich, denn der Hund kann nicht „Platz“ machen, weil ihr ja was weh tut. Sie bleibt erstmal stehen und schaut unglücklich. Man weist mich darauf hin, dass es „a bisserl dauern ko“, denn wir sind ja ohne Termin gekommen.

Zwei Stühle neben uns röchelt Verwandtschaft: Langhaardackel Rosi. Schwere Koliken seit gestern Abend, kein Kotabsatz, dafür ständiges Erbrechen. Ich hasse es, wenn mich andere Leute ungefragt und ellenlang mit Diagnosen vollquatschen. Die Frau ist furchtbar, ihr Dackel würgt vor sich hin.
Mir wird schlecht. Und mir fällt ein, dass ich außer einem Toast ja heute auch noch nichts gegessen habe. Ich schicke dem Gatten eine Whatsapp nach Frankfurt und frage, wo es hier was zu Essen gibt. Der Gatte, ein alter Schwabing-Kenner, schickt mich zum Milchhäusl-Kiosk, gleich neben dem Klinikgelände. Super. Dort hole ich mir eine Breze und einen Kaffee. Ist auch für den Hund besser als diese Wartezimmer-Atmosphäre. Die frische Luft tut mir gut, der kleine Imbiss erst recht.

Zurück im Wartezimmer. Rosi und ihr nerviges Frauchen sind leider immer noch da. Ich setze mich, um nicht asozial zu wirken, zwar auf dieselbe Raumseite, lasse nun aber bewusst vier Stühle Abstand zwischen uns. Rosis Frauchen schaut beleidigt und quatscht dann Rosi voll.
Eine Mutter mit Tochter und einem riesigen Schäferhund an der Leine betreten den Raum. Zwei angeschlagene Dackel führen sich kurz wie die Wilden auf. Um die wichtigsten Vitalfunktionen ist es also noch recht gut bestellt.
Es folgen: ein Ehepaar mit uraltem Terrier, ein Teenager mit französischer Bulldogge und zuletzt noch ein Checkertyp mit Checkerhund, beide üppig bemuskelt und mit sehr klötenbetonter Körpersprache. Die beiden setzen sich nicht hin, sondern bleiben äußerst maskulin und lässig am Tresen stehen. Der Checker erzählt der Sprechstundenhilfe seinen Scheißtag und das in einer solchen Scheißlautstärke, dass der riesige Schäferhund, der ein kleines Sensibelchen ist, zu jammern beginnt und auf Frauchens Schoß klettern will. Diese Unruhe missfällt dann auch dem uralten Terrier, er bellt blind in die Runde. Die französische Bulldogge, noch sehr jung, macht ein Angstpipi auf den Boden. Schlussendlich kläffen die beiden Dackel im Duett, dass die Kacheln fast von den Wänden fallen.

Ich flüchte mit dem Fräulein nach draußen, gehe nochmal eine kleine Runde durchs Klinikgelände. Dummerweise entdecke ich dabei die Bank wieder, auf der der Vorgängerdackel seinen letzten Atemzug tat. Momente, die man nie vergisst: wie plötzlich der Glanz aus den Augen wich und die Pupillen weit wurden und so starr. Das Klinikpersonal damals so nett, ihr die Todesspritze nicht drinnen, in einem der ihr so verhassten Behandlungszimmer zu geben, sondern draußen auf dieser Bank, Vogelgezwitscher um uns herum, direkt hinter uns der Englische Garten, einen Steinwurf nur bis zum Monopteroshügel, wo sie an guten Tagen unermüdlich den Karnickeln hinterhersauste. Mit einem Kloß im Hals betrete ich zum dritten Mal das Wartezimmer. Rosi und Frauchen sind weg, das heißt, wir müssten als nächstes dran sein.

Eine junge Tierärztin bittet uns in hinein. Das Dackelfräulein drückt sich eng an der Wand des hässlichen grauen Flures entlang Richtung Behandlungszimmer, ich nenne das immer ihren Schützengrabengang: sie geht in Deckung, sie macht sich klein, sie läuft noch bodennaher als ihre Anatomie es ihr eh schon vorgibt. Die junge Tierärztin fragt viel und gründlich und klopft parallel alles in den PC rein. Dann schaut sie sich den Hund beim Laufen und beim Versuch sich hinzusetzen, an. Sieht auch das Schwanken und die Vibration im Hinterlauf. Oben auf dem Behandlungstisch die übliche Generaluntersuchung, ist ja auch korrekt. Die ersten Blutstropfen landen auf dem Tisch. „Oh, Schatzilein, bist du läufig?“. Ja, Schatzilein ist läufig. Ich spüre eine erste kleine Genervtheit. Die zweite folgt kurz darauf. Alle vier Gliedmaßen werden einzeln untersucht, in alle erdenklichen Richtungen gebogen, abgetastet, gestreckt, gestaucht etc. Gefühlte 5 Minuten pro Lauf! Nichts gegen Gründlichkeit, aber der Hund wird von Bein zu Bein ungeduldiger, verkrampft sich und will dringend von dem doofen Tisch runter. Warum kann man da nicht bei dem Bein beginnen, das ich als das lahmende identifiziert habe?
Ärgernis Nr. 3: Mitten im Herumbiegen klingelt das Telefon der jungen Tierärztin. Sie sagt weder „Entschuldigung, ich muss da kurz drangehen“ noch sonstwas, sondern beginnt wie selbstverständlich ein Gespräch mit einer Kollegin. Es geht um die Absprache der Feiertagsdienstpläne. In aller Ausführlichkeit. Nebenbei fummelt sie weiter am Hinterlauf meines Hundes herum. Ich unterbreche sie in ihrer angeregten Diskussion und sage: „Könnten Sie bitte Ihre Privatgespräche nicht mitten in einer Untersuchung führen?“. Die Ältere zu sein hat schon auch so seine Vorteile: Sie beendet sofort ihr Telefonat und setzt die Beweglichkeitstests  wieder beidhändig fort.

Der Hund hat nun endgültig die Schnauze voll und fängt an zu zappeln und zu winseln. Es ist jetzt schwer zu sagen, ob ein Teil des Winselns irgendwelchen Schmerzen am Hinterlauf gilt oder nicht. Auch die junge Tierärztin ist sich da ganz unsicher. Als sie sich die Wirbelsäule vorknöpft, zuckt der Hund an zwei Stellen sehr heftig, aber ob das nun der erwünschte Reflex ist oder eine Schmerzreaktion, hm? Da muss sie die erfahrenere Kollegin holen. Die kommt erfreulicherweise nach 5 Minuten, guckt einmal auf den Hund, bemerkt sofort den gekrümmten Rundrücken, tastet mit ein paar gekonnten Handgriffen den ganzen Dackelkörper samt Hinterhand ab, findet keine neurologischen Defizite, aber einen sehr verhärteten Muskelstrang und einen stark angespannten Bauch. Womöglich im Tiefschnee am Montag überanstrengt? Und zusätzlich vielleicht eine leichte psychosomatische Gastritis, manche läufige Hündinnen neigten dazu. Aha. Soso.
Wir bekommen ein Muskelrelaxans mit und die Empfehlung, das weiterhin gut zu beobachten, auch das Fressverhalten.

Als wir die Klinik verlassen, beißt der hinkende Hund nach wenigen Metern in einen Pferdeapfel. Und zwar ganz sicher nicht aus hormonellen Gründen, sondern weil dieser Hund schon immer Pferdeäpfel geliebt hat.
Wir schleichen noch eine kleine Runde durch den Englischen Garten, erstmals heute bemerke ich die tollen Wolkenformationen am Himmel und das wunderbar goldene Licht, in das der Monopteros-Tempel getaucht ist.
Es ist 15:50 Uhr. Ich bin todmüde. Und habe noch nicht mal die Hälfte dessen erledigt, was heute eigentlich zu tun anstand.

Das Auto ist noch auf dem Gelände der Tierklinik geparkt.
Als wir dort ankommen, steht ein Pferd vor unserem Auto. Es ist an der Flanke rasiert, man sieht eine lange, dicke Naht. Neben dem Pferd steht eine Frau in meinem Alter und weint. Ich könnte auf der Stelle mitweinen. Für Umgebungen wie diese brauche ich ein Nervenkostüm, das ich an Tagen wie diesen und nach Nächten wie der letzten einfach nicht habe. Ich beiße mir auf die Unterlippe, nicke der Frau mitfühlend zu, deute ihr an, dass das unser Auto ist und sage: „Machen Sie bitte ganz langsam!“. Sie führt ihr Pferd beiseite, ich hebe das Dackelfräulein ins Auto hinein, steige dann selbst ein, schnalle mich an und fühle eine seltene Leere im Kopf: Wo bin ich eigentlich und wie komme ich bloß nachhause?
Ich rufe in Frankfurt an und frage den Gatten genau das. Er beschreibt mir die Strecke, nennt mir die wichtigsten Straßennamen und sogar eine Alternativroute, um den Feierabendverkehr zu umgehen, der vielleicht schon begonnen haben könnte. Was für ein Glück, wenn man einen Menschen hat, der einem den Weg sagen kann, in der eigenen Heimatstadt, die man eigentlich gut genug kennen müsste.

20 Minuten später bin ich zuhause, schließe wie ein Roboter die Garage auf, stelle das Auto hinein, trage den Hund hinauf in die Wohnung. Im Treppenhaus noch dem Hausmeister mechanisch frohe Weihnachten gewünscht. Dann dusche ich dem kleinen Dackel den ganzen Klinik- und Parkschmutz von Bauch und Pfoten ab, ziehe ihr das Höschen an und trage sie in ihr Körbchen. Hole ein Stück Käse aus der Küche, drücke eine halbe Tablette hinein und versenke beides im Hundeschlund. Bestelle mir – definitiv zu schwach für jeden weiteren Handgriff und schon ganz klapprig vor Hunger – bei Deliveroo ein frühes Abendessen. Unfassbare 14 Minuten später steht ein Student vor der Tür und drückt mir die Tüte mit dem Veggie-Burger und den Pommes in meine kalten Hände. Es lebe die wohlorganisierte Nahversorgung in der Großstadt.

Ein leckeres Ende eines von A bis Z lausigen Tages.

On the catwalk.

Seit dem 28. November keinen Stadtspaziergang mehr gemacht – der Trip nach Braunschweig, der voralpenländische Wintertraum und etlicher Alltagsmist/-frust kamen dazwischen – aber gestern hat’s endlich wieder geklappt.

Am U-Bahnhof Odeonsplatz geht’s bei bestem Wetter los…

Noch fix dem Fielmann-Köter einen Schluck gemopst.

…vorbei am sonnenanbetenden, latte- und weißbierschlürfenden Tambosi-Volk…

Auch bei 5 Grad: Sehen & Gesehenwerden.

…zum Schaulaufen und Meet&Greet in den nahezu leergefegten Hofgarten…

Auch ich in Arkadien! (P. aus B. gewidmet)

Suchbild: „Finde alle Dackel!“ (Advanced Level: „Finde Pippa!“)

Das Dackelfräulein vor der Bayerischen Staatskanzlei.

Aus der Reihe „Liebeserklärungen, die ich nicht bekommen möchte“.

…und von dort ist es nur ein Sprung hinüber in den Englischen Garten.

Am Ufer des Köglmühlbachs hinter dem Haus der Kunst.

Die Brücke über den Eisbach.

Mein Hund, der Außenseiter (#metoo).

Beliebtester Kiffer-Tempel Münchens: Für 830.000€ renoviert und mit vom künftigen Ministerpräsidenten vergoldeter Inschrift 😦

Über eine Stunde haben wir uns treiben lassen, Bälle geschossen und gejagt, die Sonne genossen und trotzdem gefroren, den schönsten aller Stadtparks durchwandert – gäbe es eine Seele, so hätte sie gebaumelt.
[Dabei an Springsteens Autobiographie gedacht: „There is no evidence of the soul except in its sudden absence. A nothingness enters, taking place where something was before.“]

Ach ja. Ein Ziel hatten wir natürlich auch. Ich wollte endlich mal wieder nach Bogenhausen, in die Straße, in der sich das Büro meines Vaters befand, in dem ich so viel Lebenszeit verbracht habe.

Die passende Einkehr gab’s dort auch, wobei ich etwas verärgert darüber war, dass sie Pippa keinen roten Teppich ausgelegt hatten, sondern eine schwarze Gummimatte…

Nach dem Dogwalk zum Catwalk.

…dafür war’s dann innen sehr schön und lecker – und wie immer unter 10€ machbar.

Tipp: Mittagskarte gilt bis 15 Uhr, also geradezu ideal für Frührentner, Tagelöhner und andere Lebenskünstler.

Sonstiges: Hundefreundliche Böden (Holz), Kellner (charmant) bringt frisches Wasser für den Hund, keine laute Musik, keine Katzen/Miezen (trotz des Lokalnamens), vorzüglicher Begleitkeks (auf Cappucino-Untertasse).

Das „Catwalk“ von innen: Beinahe-Blick auf die Isarauen.

Der Catwalk im „Catwalk“.

Nach einem kontemplativen Stündchen gesättigt zurück in den Englischen Garten, rüber nach Schwabing und vom U-Bahnhof Giselastraße heimwärts gefahren.

Als nächstes aber mal so richtig nach Bogenhausen (an Leserin P.: ich meld mich dann!).
Überhaupt, die diversen -hausens stehen noch auf dem Programm.

Es grüßt euch herzlich –
Die Kraulquappe.

Stets findet Überraschung statt…

…da wo man’s nicht erwartet hat.
(Wilhelm Busch)

Ein gruseliger Tagesbeginn bedeutet ja manchmal, dass es nur noch besser werden kann.

Der Grieche kam pünktlich um 8:30 Uhr. Als er klingelte, schreckte das Dackelfräulein hoch – es lag noch im Tiefschlaf unter der Bettdecke, um nach einer unruhigen Nacht erneut eine Mütze Schlaf zu nehmen, bevor es sich seinem Tagwerk würde widmen können.
Ich hingegen saß zu dieser Zeit schon wieder bzw. immer noch ermattet im Bürostuhl. „Die lange Nacht des Erasers“ lag hinter mir bzw. dauerte immer noch an.

Gestern hatte sich nämlich völlig überraschend ein Interessent auf mein wochenlang missachtetes Inserat hin gemeldet, eben jener eingangs erwähnte Grieche.

Seit einem Jahr haben wir einen neuen PC, seither habe ich vor, das alte, ausrangierte Gerät zu verkaufen. Nach nur 10 Monaten habe ich mich aufgerafft, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, mich überwunden, die technischen Daten herauszusuchen, abzutippen, eine Anzeige zu entwerfen und diese mit tollen Fotos vom eigens hierfür entstaubten PC zu bestücken und das Ergebnis in Quoka zu inserieren. Null Reaktion. Matratze und Monitor bin ich neulich vergleichsweise zügig losgeworden.

Beinahe hatte ich mein Vorhaben schon wieder vergessen, bis gestern der Grieche anrief. Er brauche das Gerät ganz dringend, da der PC seines Sohnes kaputtgegangen sei und dieser nur 14 Tage pro Monat bei ihm lebe (Scheidung, seither Sohn-Aufteilung nach dem Wechselmodell), das sei ab heute Abend wieder der Fall und da müsse er zusehen, dass er dem Sohn einen funktionierenden PC zur Verfügung stellen könne (erschütternd, unter welchem Druck die Geschiedenen heutzutage stehen!). Ob er ihn jetzt gleich (=gestern Abend, 30 Min nach seinem Anruf) abholen könne. Huch!

Entgegen meiner ansonsten fast durchgängig praktizierten Ordnungs- und Aufräumwut hatte ich just an diesem Punkt der Vorhabenplanung kläglich versagt. Der PC stand (erneut eingestaubt) im Keller und das Datenlöschen und Formatieren der Festplatte hatte ich auf irgendwann verschoben. Wäre ja noch genug Zeit dafür, wenn sich jemand gemeldet hätte und der Verkauf bevorstünde.

Ich wollte mir meinen einzigen Interessenten natürlich nicht vergraulen und war daher heilfroh, dass er sich darauf einließ, den Rechner erst am nächsten Morgen abzuholen und dem Filius bis dahin sein Laptop zur Verfügung zu stellen.

Ich ging in den Keller, schleppte das Ding nach oben, wischte es ab, nahm es in Betrieb (wie war doch gleich nochmal vor einem Jahr das Passwort? achso, dasselbe wie immer!), lud den Secure-Eraser runter und begann mein Werk, von dem ich um 20 Uhr noch voller Zuversicht annahm, ich hätte es bis zur üblichen Zubettgehzeit (23:30 Uhr) locker erledigt, ergo alles gelöscht und formatiert, so dass ich dem Griechen um 8:30 Uhr ausgeschlafen die Tür öffnen und die Kiste in die Hand drücken würde.

Nach 17-jähriger Maloche in einer großen IT-Abteilung hätte ich es besser wissen müssen, aber die 17 Jahre sind halt auch bald 4 Jahre her und wenn man mit dem Mist nicht mehr täglich konfrontiert ist, entfallen einem mit der Zeit gottseidank selbst die größten Frustmomente dieser Lebensphase. Womit ich nicht gerechnet hatte, war, dass das Programm mir fortwährend Fragen zu stellen gedachte, ohne deren Beantwortung es nicht weitermachen wollte mit seinem Ausnullen und -radieren. So hing ich noch um Mitternacht mit einem belebenden, heißen Ingwergesöff vor dem Monitor, drückte immer wieder brav <Enter>, wenn ich etwas gefragt wurde, das ich verstand (oder auch nicht verstand), klickte auf <ok>, wenn mir die Applikation zuraunzte, sie hätte ihr Tun wegen eines fatalen Fehler ab- oder unterbrechen müssen, und las währenddessen die letzten zwei Ausgaben der ZEIT quer, was dem Wachbleiben auch nur teilweise zuträglich war.

Gegen 2 Uhr nachts, Pippa wimmerte aus dem Schlafzimmer herüber, weil sie noch immer nicht in ihrer gewohnten Schlafposition (in meiner Achselhöhle) liegen durfte und demnach nicht zur Ruhe finden konnte, unterlief mir der fatale Fehler, eines der 18 Fenster, in denen psychedelisch flirrende, grüne Balken sogenannte „Fortschritte“ anzeigten, aus Versehen zu schließen. Einer der Löschvorgänge musste also erneut gestartet werden (fragte sich bloß, welcher) und ich überlegte kurz, einen erfrischenden Nachtlauf bei Minus 4 Grad zu absolvieren, um mich hernach wieder voll auf die Aufräumarbeiten konzentrieren zu können.

Aber es ging nichts mehr, die Augenlider wurden schwer und schwerer, ich überließ das Betriebssystem und den Secure-Eraser ihrem Schicksal, hoffte das Beste und kroch gerädert zu meinem Hund unter die Decke, natürlich nicht, ohne mir vorher den Wecker auf 4:30 Uhr zu stellen, um dann nochmal den „Fortschritt“ zu checken.

Um 4:30 Uhr schepperten die Klänge von Springsteens „Radio nowhere“ in meinen Betäubungsschlaf hinein, pflichtschuldig sprang ich auf, sauste ins Arbeitszimmer und drückte mit verklebten Augen ein paarmal <Enter> und bestätigte alle 34 Nachfragen. Zurück im Bett gab ich als neue Weckzeit 7 Uhr ein, um noch einen Puffer für die restlichen Arbeiten zu haben, bis der Grieche an der Tür schellen würde.

Mit einem starken Morgenkaffee saß ich überpünktlich wieder an meinem Arbeitsplatz. 87% der Löscharbeiten waren nach nur 11 Stunden erfolgreich abgeschlossen, für die restlichen 13% sah ich in den verbleibenden 90 Minuten eher schwarz. Viel sah ich ohnehin nicht, zu der Stunde und in dem Zustand.

Ich griff manuell ein, nahm dem Eraser ein paar Radierungen ab und als um Punkt 8:30 Uhr der Grieche die Treppe hinaufkam, schob ich ihm mit letzter Kraft den restlos erloschenen Dell-Rechner durch den Flur bis an die Türschwelle. Die noch überlebenden 8% des Datenbestands wären hoffentlich undramatischen Inhalts und man muss ja auch mal alle Fünfe gerade sein lassen können: Keine Sau (und erst recht kein gerade volljährig gewordener Halbgrieche) schaut sich doch die Unmengen an Dackelfotos an, studiert eingehend die Vortragsdokumente des Gatten oder hört sich durch die 300 besten Springsteen-Songs, selbst wenn da um die 40 echt seltene Bootlegs aus uralten Napster-Raubzügen mit von der Partie sind.

Erfreulicherweise begann der Grieche keine Preisverhandlungen, denn vermutlich hätte ich allem zugestimmt, nur um endlich von dieser Kiste befreit zu sein. Er nahm den Rechner, drückte mir die Scheine in die Hand, bedankte sich, strahlte übers ganze Gesicht und rief beim Hinuntergehen: „Mein Sohn wird mich lieben!“.
„Na dann ist ja alles gut“, sage ich, schließe die Tür hinter ihm, gieße mir mit zittriger Hand einen zweiten Kaffee ein und denke: Was für ein grausiger Start in den Tag, Griechenglück hin oder her.

Aber es sollte mein Glückstag werden, auch wenn ich das um 8:39 Uhr, als ich mir die Mütze über die Augenringe zog, um zum Morgengassi in die Welt hinaustreten zu können, noch nicht im Geringsten ahnte.

Bei der Heimkehr vom Gassi erwartete mich eine Paketabholkarte, die außen am Briefkasten klebte. Kaum zu glauben, dass DHL in den 11 Minuten, die wir unterwegs waren, vor dem Haus geparkt, geläutet und diese Karte ausgedruckt haben sollte, aber auf dem Zeitstempel stand 8:45 Uhr. Abholbar wäre das Paket, von dem ich nicht wusste, was es sein könnte, da ich nichts bestellt hatte, ab 12 Uhr an dem in den nahegelegenen REWE-Markt (der, den ich am meisten hasse) integrierten Postschalter.

Reihe ich mich da also zur Mittagszeit ein, stehe mir 20 Minuten todmüde die Beine in den Bauch, ertrage tapfer die muffelnden Gestalten vor und hinter mir und übe mich in Geduld, die ich noch nie hatte. Aber dann! Die freakige Schalterbeamtin mit den weggerupften Augenbrauen und dem Nasenring reicht mir im Austausch gegen den Abholschein und nach einem kurzen, ungläubigen Blick auf meinen Ausweis (ausgeschlafen, dynamisch und noch blond) ein kleines Päckchen über die Theke. Ich schiele auf den Absender und mein Herz klopft freudigst: Freundin H. aus P. hat mir etwas geschickt, wow, damit ich hätte ich ja echt gar nicht gerechnet!

Auf dem Heimweg überlege ich, die Sendung in meinen Händen hin und her wiegend, was sich wohl in ihrem Inneren befinden würde und träume bereits davon, dass sie mir eventuell eine Portion der leckeren Kokosplätzchen, die es neulich in P. gab, als ich sie besuchte, hätte zukommen lassen.

Zuhause schlitze ich den gut verklebten Karton auf, ramme mir dabei um ein Haar vor lauter Tatterigkeit das Teppichmesser in die Hand – und schon guckt mich das obenauf liegende Kärtchen an.

Den philosophischen Gehalt dieser tiefschürfenden Sentenz spontan zu erfassen überfordert mich heute leider komplett, aber das Rotkehlchen erkenne ich gleich. Ich mag Rotkehlchen sehr. Was für ein entzückender kleiner Vogel!

Umseitig eine handschriftliche Notiz von H., deren Sinn sich mir erst erschließt, als ich die Luftpolsterfolie im Karton beiseite schiebe und eine weitere kleine Pappschachtel finde, diese öffne und ein Präsent in Händen halte, mit dem ich im Leben nicht gerechnet hätte.

Keine Kekse, geschweige denn Kokosplätzchen, ist ja eigentlich auch logisch, da doch H. momentan einen verätzten Daumen hat , wie soll sie da einen Teig kneten und schmerzfrei Plätzchen formen – und nicht auszudenken, sie würde sich gar am heißen Backblech verbrennen…

Stattdessen eine vermutlich von ihrem Gatten hand-, fuß- oder mundbemalte Porzellantasse (Künstlerhaushalt eben), als beinahe noch pünktliches Trostpflaster für meine gestern entfallene Porzellan-Hochzeit, aber treffsicher an einem 13. zugestellt, und damit eindeutig als 7 Monate zu früh erhaltenes Geburtstagsgeschenk zu werten. Ich schätze es sehr, wenn Freunde meinen Jahrestag derart ernstnehmen und keinesfalls zu spät dran sein wollen mit ihren Gaben.

Besonders großen Freuden kann ein schlichtes „Danke“ kaum gerecht werden, dennoch, liebe H., hiermit meinen herzlichsten Dank – du hast meinem Tag so unerwartet eine neue, positive Wendung verliehen!

Meine Müdigkeit ist nach dieser gelungenen Überraschung wie weggeblasen, freudig hüpfe ich treppabwärts und mit federndem Schritt weiter zur U-Bahn, um das Dackelfräulein in den Englischen Garten zu begleiten, wo ich ganz erfüllt von neuer Energie (Freunde sind etwas Wunderbares!) putzmunter Bälle schießen und mit dem Hündchen um die Wette rennen werde.

Was für ein Tag! 🙂

Fräulein Pippas Gespür für Tee.

Eigentlich wollten wir heute in die Berge. Aber dann zogen sich die Magenbeschwerden und der Arbeitsvormittag doch länger hin als gedacht und das Dackelfräulein stand irgendwann quengelnd und drängelnd im Flur, so dass keine Zeit mehr war, für längere Fahrten zum Startpunkt.

Also umdisponiert und Stadtspaziergang Nr.3 vorgezogen. Doch noch nicht nach Sendling, da ich in unser beider Interesse auf Abwechslung achte, was die Gassirouten angeht – und wir waren erst vorgestern an der Isar.

Stattdessen steuern wir das Lehel an, die älteste der ehemaligen Münchner Vorstädte (heute zur Altstadt gehörend).

„Schon wieder U-Bahn-Fahren?!“

Mit der U-Bahn geht’s zur Alten Heide, von dort am Nordfriedhof vorbei zum nördlichen Englischen Garten.
Dort angekommen heißt es: Leinen los!

„Na endlich, es geht los!“

Es ist eine unserer Hausstrecken, hier kennt das Dackelfräulein jeden Trampelpfad, jeden Hasenbau, jeden Maulwurfshügel und jeden Pferdeapfel (und jeden Trick, mich abzulenken, um sich selbigen einzuverleiben).

Um frischen Pferdeäpfelnachschub kümmert sich die Münchner Polizei persönlich.

Immer wieder denke ich: Dieser Stadtpark ist einfach der Hammer. Seit Jahren laufen wir hier durch und es ist nie die gleiche Runde, weil es so viele Möglichkeiten gibt. Am Schwabinger Bach entlang, am Oberjägermeisterbach entlang, an der Isar entlang oder schön mittig, ganz ohne Wasser, und dafür mit umso mehr Wiesen.

Munich, my love: Englischer Garten mit Blick zur Frauenkirche.

 

Der Monopteros oder: Was von den Plänen eines Münchner Pantheons übrigblieb.

Auf der gut 6 Kilometer langen Strecke passieren wir sage und schreibe fünf Einkehrmöglichkeiten, die wir alle tapfer links liegenlassen, weil unser Tourziel ganz im Süden liegt.

Das „Hofbräuhaus“ für Hundehalter: Ganzjährig ein beliebter Treffpunkt im Park.

 

Die Hirschau: Leider ohne Hirsche und auch nicht in der Au.

 

Das Seehaus: Draußen Saisonende, drinnen Nobelrestaurant.

 

So gehört sich das: Trinknapf-Étagère für alle, von Rex bis Waldi!

Was wir beide noch nicht kannten und deshalb für heute als Ziel ausgesucht hatten, befindet sich am südlichsten Ausläufer der Parkanlage: Das Fräulein Grüneis.

Schöner Name, schöner Ort, aber ohne des Dackelfräuleins guten Riecher für andere Frolleins, hätte ich es nicht auf Anhieb gefunden, da es etwas versteckt liegt.

Das Fräulein Grüneis: Im November menschenleeeres Kiosk-Café im Lehel.

Ich mag ja so kleine Lokale/Cafés/Kioske, die früher mal was anderes waren wie z.B. Milchladen, Scheune, Friseursalon, Tankstelle oder – in diesem Fall – erst Klohäusl, dann Schwulentreff und zuletzt Drogenumschlagplatz.

Sieht man dem schmucken Häuschen heute natürlich kaum noch an. Jetzt ist hier fast alles bio & charmant, und die einzigen herumliegenden Nadeln sind die, die von den Tannen gefallen sind.

Das ehemalige Klohäusl: Nun eine kuschelige Hütte mit Kaminfeuer und kleinen Leckereien.

Und die Kulinarik? Kleine Auswahl, feine Qualität.
Die Speisekarte sieht so aus, wie sich der Gatte eine TV-Fernbedienung ersehnt: 4 Optionen, kein verwirrender Schnickschnack, sondern eine klare Sache, die sofortiges Handeln ermöglicht.

Ich bestelle ein Stück saftigen Karottenkuchen und dazu einen Limetten-Tee mit Honig – für münchenübliche 6,70€.
Damit wäre die Vorgabe „Kein Stadtpaziergang über 10€“ (zumindest nicht einfach so & wenn es nix zu feiern gibt) auch eingehalten und erfreulicherweise sind sogar meine Magenschmerzen anschließend verschwunden (man sollte einfach mehr Zucker zu sich nehmen in dieser unwirtlichen, infektanfälligen Jahreszeit).

Weil die vier Sitzplätze drinnen belegt sind, noch dazu von einer Truppe, die das Türschild in allen Aspekten ernst zu nehmen scheint…

…nehmen wir entspannt draußen Platz und machen uns warme Gedanken während ich mich stärke und mein Heißgetränk schlürfe.

Anschließend unternehmen wir noch einen kleinen Streifzug durchs Lehel. Kein Wunder, dass viele Einheimische den Namen des Viertels wie „Lächel“ aussprechen.

Die Fassaden der repräsentativen Altbauten sind eine wahre Augenweide, der Weihnachtsmarkt hat gottseidank noch nicht eröffnet – eine belanglos-gemütliche und zugleich urban-mondäne Donnerstagnachmittagsatmosphäre weht uns um die Nasen, bevor wir müde und zufrieden wieder in die U-Bahn steigen und heimwärts fahren.

Nächste Woche dann Tour Nr.4, nach Sendling!

Herzlich grüßt
Die Kraulquappe.

Blau in der Au.

Mit dem neuen Monat hat gewissermaßen eine neue Ära hat begonnen.

Am Friedensdenkmal (München-Bogenhausen).

Bei ein paar sehr persönlichen Themen haben sich die Knoten, die seit Wochen/Monaten festgezurrt waren, gelöst. Leider nicht überall in der Weise, wie ich es mir gewünscht hätte, aber dennoch: die gefühlte Enge ist verschwunden, die störende Blockade ist weg, die Energie fließt wieder.

Im Fluss (Luitpoldbrücke, München).

Zeit wurde es, denn seit August stand ich innerlich auf der Bremse oder wurde von außen gebremst (was beides anstrengend war und mich erschöpft hat).

An der Grantkugel vorbei (München, Maximiliansanlagen).

Der November ist von jeher der Monat, den ich am wenigsten mag, umso wohltuender ist es, dass er auf diese Weise beginnt: Gelöst.

Ich beschließe, statt der wöchentlichen Bergausflüge nun einmal pro Woche einen Stadtausflug zu machen.
Um durch Viertel zu wandern, in denen ich zu selten bin, um neue Wege zu erkunden und Neues zu entdecken.
Das wirkt auf Mensch & Hund gleichermaßen beflügelnd.

Auf dem Steg zwischen Isar und Auer Mühlbach.

Heute sind das Dackelfräulein und ich von der Münchner Freiheit durch den Englischen Garten über die Maximiliansanlagen bis zum Mariahilfplatz spaziert, mit kleiner Kaffeepause in Münchens einzigem isländischen Café.
Das war ehrlich gesagt auch der Grund für die Wahl der Route. Wegen des isländischen Skyr-Kuchens.

Das Café Blá in der Au.

 

Ödes, bleiches Outfit, aber ein Fest für den „Skyrgámur“ (isl. für Skyr-Gierschlund).

Ein guter Einstieg in die graue und kalte Jahreszeit, so dürfte es gern weitergehen.

Ich wünsche allseits mehr Licht als Dunkel sowie mehr Süßes als Saures & schicke ein Dankeschön nach Paderborn für die wertvollen Impulse.
Die Kraulquappe.

Song des Tages (11).

„Some sweet day I’ll make her mine
Pretty flamingo

Then every guy will envy me
Cause paradise is where I’ll be“

Merke: Wenn sich halb München auf der Autobahn, an den Seen und in den Bergen stapelt, bleib in der Stadt und genieß die herrlichen Parkanlagen bei Spaziergang und Einkehr.

Schön war’s im Englischen Garten und im Aumeister!
Sogar mal wieder einen Promi gesehen:

Und sofort das hier im Ohr gehabt:

Geht erst bei 4:59 so richtig los, wobei der Rest der Story auch nett ist. Sehr nett sogar.

Mit den herzlichsten Grüßen an meinen großen Freund S., komm‘ gut rüber in deinen morgigen Geburtstag, bis bald & von Pippa noch eine Pflegeeinheit für dein rechtes Knie 😘

Noch einen geruhsamen Feiertag (zumindest für die bayrischen Leser) wünscht
Die Kraulquappe.