Himmel der Bayern (48): Dem Licht entgegen.

„Na endlich mal wieder ein artgerechter Ausflug!“

Versprechen gehalten.
Aber ein Aufraffen war’s schon, in dem Zustand.

Vom Kiosk „Steg 1“ in Possenhofen zur „Wirtschaft zum Häring“ in Tutzing – 7km hin und 7km zurück – mit Hund, mit Fußbad, mit Infekt, mit Einsichten, mit Aussichten, mit schwerem Kopf vor allem,…

…aber Hauptsache, Fräulein Hund hatte ihren Spaß (und meist gibt sie mir ja auch ein Stückchen davon ab).

 

Da sein.

Der Winter ist da. Das Dackelfräulein rastet wie immer aus und staubt durch die erste, noch dünne weiße Pracht.

Und Lolek ist auch wieder da. Um seine wackelnden Türschwellen von vor zwei Wochen rauszureißen und nochmal neu zu verlegen. Natürlich wieder zur Lolek-Time: morgens um kurz nach 7 Uhr. (Möge der frühe Pole diesmal den Wurm erwischt haben.)

Der November geht in die letzte Runde. Diese Woche: Beseitigung kleinerer Baustellen, in Sachen Wohnung, in Sachen Gesundheit (nebenher noch Steuererklärung und Schimmelentfernung, eine schwere Wahl, was zuerst/lieber…).

Immer dieser verfluchte Bammel vor neuen Schäden, Pannen, Überraschungen. Und auch vor Vollnarkosen (wie oft haben sie einem für danach eine Breze versprochen, auf die man sich vor dem Knock-out tröstend freute und dann wurde ein Napf bleiches Hühnerfrikassee serviert, von dem einem noch speiübler wurde und erst recht zum Heulen zumute war).

Wie gesagt: alles Lästige in diesen Monat reingepackt! Der Advent darf mir gern und ausgiebig ein Gefühl von advenire bescheren. Ich möcht‘ mich mit einer Großpackung der Kindheitslebkuchen, diese billigen Herz-Stern-Brezen-Dinger, unter einen der frisch lackierten Türrahmen setzen und von dort aus mampfend und teetrinkend die letzten Lampen, Malereien und Silikonfugen bestaunen, um die sich der Handwerksfreund nächste Woche noch kümmern wird, und wenn ich genug gestaunt habe, dass jetzt endlich alles fertig, sauber, aufgeräumt und befestigt ist, dann möcht‘ ich aufstehen und den diesen Freitag abholbereiten Marimekkovorhang (der einen hinsichtlich zu bestellender und gelieferter Länge und zu beachtendem Rapport fast zur Weißglut getrieben hat) zuziehen und einfach mal kurz die Füße hochlegen.

Und mich anschließend gänzlich anderem, das so lang (ja, viel zu lang!) aufgeschoben wurde, zuwenden. Das neue Jahr lockt mit neuen Plänen.

Haben Sie einen guten Start in den Winter – und nehmen Sie bitte Abstand von Genesungswünschen oder Gesundheitsnachfragen, schicken Sie lieber Brezen oder Billiglebkuchen. Oder einfach ein Stoßgebet gen Winterhimmel.

Ihre Kraulquappe.

Kontextuell.

Wir liegen in den letzten Zügen, der Handwerksfreund und ich.

Der Flur stinkt nach Paketklebeband und Styropor. Eine halbe Stunde lang haben wir die demontierte, brutal schwere, undichte Duschtrennwand (erst vor 2 Wochen gekauft und montiert) gemeinsam in den Karton der neuen, heute gekauften und hoffentlich dichten Duschtrennwand gezwängt. Styropor zum Abpolstern der Glasscheiben, meterweise Klebeband zum Verzurren der Retoure.

Gezwängt, weil die neue Trennwand 10cm kürzer ist als die bisherige. Da muss man tricksen: unterm Bett schlummern noch ein paar Umzugskartons, flugs wird das Teppichmesser gewetzt und ein Deckel daraus geschnitzt. Wie eine Mumie lehnt das Trum nun im Treppenhaus, bis Hermes, der Götterbote, es in ein paar Tagen abholt.

Der persönliche Orbit ist zusammengeschrumpft auf 1300cmx1400cm, glasklar, dreiteilig, zweifach faltbar, angeblich bruchsicher.

Aber wenn nun alles gut geht, kann ich bereits an meinem Geburtstag überschwemmungsfrei duschen. Was könnte man sich zum 46. sehnlicher wünschen? Dank des geschrumpften Orbits fällt mir da nichts weiter ein.

Fertig. Bald sind wir fertig.

Beim müden Entlangsschlurfen am Rande der Lindenallee, die die Theresienwiese säumt, fällt mein Blick auf die Lehne einer Parkbank. „Sense“ steht darauf. Ja, mit dem ganzen Gewerkel ist jetzt bald Sense, denke ich, und schlurfe weiter. „Fuck“ steht auf der Lehne der Parkbank daneben. Jawoll.

Erst auf dem Rückweg, als wir erneut an den beiden Parkbänken vorbeikommen, kommt mir der Gedanke, dass „sense“ ja auch „Sinn“ bedeuten könnte. Vor allem, wenn nebenan in derselben Sprayfarbe und Schriftart „fuck“ zu lesen ist.

Kontextuelle Wahrnehmung, nach 7 Wochen Wohnungsrenovierung.

Fucking sense & time to have a refreshing shower.

Mukiku.

Viel Aufruhr in den letzten Wochen, in etlichen Lebensbereichen.
Ein bisserl viel und anstrengend war’s, wenngleich sich ein Trend zum Beflügelnden abzuzeichnen schien.
Dennoch: Der Akku muss jetzt ein bisschen aufgeladen werden, die Birne braucht Ruhe und neue Impulse, der Körper ebenso.

Wir sind dann mal für ein paar Tage weg – Richtung Berge, eine Art Crash-Mukiku (kurze Mutter-Kind-Kur) – und sollte uns danach sein, melden wir uns von unterwegs mal mit ein paar Ein- oder Aussichten (also einem Bild aus dem Schnee oder vor großen Kuchenstücken sitzend oder faul aus den Kissen hervorlinsend).

Bis bald & ein schönes restliches Wochenende!
Die Kraulquappe & das Dackelfräulein.

Winterschläfchen.

Hundemüde. Wenn Menschen zu früh aufstehen.

Wallberg im Nebel. Weiter oben auch nicht besser.

Hundeleben. Im Tal kann man auch Spaß haben.

Bei der Irmi. Endlich mal ein paar Stunden allein.

Bräustüberl und Tegernsee im Nebel. Die Faschingsseppln ebenso.

In der Irmi. Zum Hirschberg gucken oder ein Nickerchen machen?