Doei Dubbeltje!

„Wie voor een dubbeltje geboren is, wordt nooit een kwartje.“

Dafür aber der Lieblingsfußballer meines Lebens.

Foto mit Seltenheitswert (aus der aktuellen Ausgabe von „11Freunde“).

Vorletztes Wochenende dein letztes Tor hier in Minga, eine Woche später das letzte Spiel in Berlin, gestern dann die Double-Feier, die durchs gekippte Fenster herüberdröhnte, während ich den Parkettboden wischte – und nun ist’s vorbei, diese Ära mit dir. Unwiderbringlich vorbei. Kaum zu glauben, wie schnell eine Dekade rum ist.

Du wirst mir fehlen, Arjen!
Und das hab ich noch nie über irgendeinen Fußballer gesagt, vielleicht mal ganz kurz gedacht als der Olić ging, aber so öffentlich gesagt hab ich sowas noch nie.

Wegen dir hab ich sogar gelegentlich Spiele angeguckt, eher zum Leidwesen des Gatten, der meine Kommentare (à la „Muss das Spiel ausgehen?“ oder „Der Hummels hat ja eine neue Frisur!“) selten goutierte. Da du oft genug verletzt warst und ich oft genug zur Spielzeit irgendwo draußen unterwegs, hielt es sich ja auch noch im Rahmen, das gemeinsamene Fußballschauen.

Du warst der einzige Spieler, den ich stets auch ohne Brille und aus wirklich jeder Perspektive erkannt habe. Wegen deiner unvergleichlichen Art zu laufen. Und der einzige, der sich nie sein Trikot vom Leib riss, weil das auch gar nicht einfach so gegangen wäre, bei den engen Leiberln. Deine bis weit ins Frühjahr hinein reichende Verfrorenheit war mir (bekennende Schlafsockenträgerin bis mindestens April) sehr sympathisch, genau wie dein nettes Holländer-Deutsch (das mich an all die Sommerurlaube in der Kindheit auf Walcheren erinnerte).

Servus, Arjen Robben!

Werden das Fräulein und ich wohl jetzt öfter mal die Gassirunde nach Grünwald verlegen, vielleicht auch mal beim Chang einkehren oder in der Eierwiese.

Oder zur Weihnachtszeit in dem unsäglichen Fanclub am Tegernsee vorbeischauen:

(Wenn Sie nicht grad Bayern-Hasser sind, dann schauen Sie sich das ruhig an, da erfahren Sie nämlich, wieso der Arjen vor zehn Jahren nach München kam – profaner hätte der Grund kaum sein können 🙂 )

Bundesliga, letzter Spieltag 2019: Dem Dackelfräulein wirst du wohl nicht fehlen, sie fand es immer langweilig, Samstagnachmittage in Fußballkneipen zu verbringen.

Heart and soul. Zum 18. September 2018.

„No one you have been and no place you have gone ever leaves you. The new parts of you simply jump in the car and go along for the rest of the ride. The success of your journey and your destination all depend on who’s driving.“
[Bruce Springsteen: „Born to run“, 2016.]

In diesem Sinne wünsche ich dir, liebe S., für deine Reise durchs neue Lebensjahr immer den richtigen Chauffeur, allzeit die passende Geschwindigkeit, in heiklen Kurvenlagen ausreichend Stabilität und gute Bremsen – und vor allem viel Vergnügen auf all deinen Wegen!

Von Fan zu Fan ist es ja die allergrößte Herausforderung, einen adäquaten Geburtstagssong aus dem riesigen Werk unseres Meisters herauszufischen. „Glory Days“, das du ja sehr magst, war mir zu retrospektiv, „The ties that bind“, das dir sehr viel bedeutet (mir auch!), ist für dich ja arg speziell „besetzt“, ein paar Songs, die ich gern genommen hätte, waren mir zu beach-beer-summer-shalalala-mäßig und so vertiefte ich mich schließlich in die Rubrik „songs that matter through all my life“ und durchforstete sie gründlich .
Dort lagert das, was ich üblicherweise eher selten rauslasse, weil: zu melancholisch, zu sperrig, zu persönlich, zu unspektakulär, zu erinnerungsbeladen, zu unzugänglich oder musikalisch/poetisch einfach zu unbedeutsam.
Aber wenn das überhaupt jemand versteht, dass man an genau solche Songs sein Herz für immer verlieren kann, dann wohl du!

Und so widme ich dir heute einen meiner heart&soul-Songs, in dem es nebenbei passenderweise auch um eine längere Fahrt geht (wenngleich ich dich ebenso wenig wie mich für eine passionierte Schuhkäuferin halte), in dem es aber vor allem diese beiden Worte sind, die mich wieder und wieder erschaudern lassen (hier, in der wunderbaren Version aus Göteborg, bei 6:14 zu hören):

„(through the wind, through the rain, the snow, the wind, the rain),
girl, you’ve got my love, heart and soul!“

 

Zehn Minuten und achtzehn (!) Sekunden aus einer schwedischen Sommernacht (begeistert er dich eigentlich im Profil genauso wie mich?) hier und heute für dich mit meinen herzlichsten Glückwünschen und lieben Grüßen aus München, wo wir uns ja in Kürze wiedersehen werden!

Greetings from tramp to tramp with all my heart and soul –
Deine Natascha

Bathing beauty.

Als Nr. 1786 von 2000 grad im rechten Moment angekommen. Sind ja nur 6 Minuten mit dem Radl vom Freibad bis zum Fußballplatz.

Merke:

Läuft der FC Bayern am Birkenmoos ein, hast du’s Freibad für dich allein.

Ein Sommerferientag wie im Bilderbuch und wie ganz früher mal, als man noch im Badeanzug und mit nassen Haaren durch die Gegend radelte.

It goes to show you never can tell. Zum 7. Juli 2018.

Mit den herzlichsten Glückwünschen nach Köln an einen meiner ganz frühen Bruce-Mitstreiter – anbei zum Jubeltag ein Ständchen, das exakt heute vor 5 Jahren dargeboten wurde und bei dem mich allein die Suche nach der passenden Tonart (G-Dur, A-Dur, ja was denn nu?) und die Abstimmung mit Stevie und Nils absolut begeistert hat.

Dir, lieber M., für dein neues Lebensjahr always the right key (to life, to universe, to an old parked car!?) und dazu stets die richtige Musik und Begleitung – das wünsch‘ ich Dir!

It was a teenage wedding and the old folks wished them well
You could see that Pierre did truly love the Mademoiselle
And now the young Monsieur and Madame have rung the chapel bell
„C’est la vie“ say the old folks
It goes to show you never can tell

They furnished off an apartment with a two room roebuck sale
The coolerator was crammed with TV dinners and ginger ale
But when Pierre found work, the little money comin‘ worked out well
„C’est la vie“ say the old folks
It goes to show you never can tell

They had a hi-fi phono boy did they let it blast?
Seven hundred little records all rock, rhythm and jazz
But when the sun went down the rapid tempo of the music fell
„C’est la vie“ say the old folks
It goes to show you never can tell

Leipzig (2): You sit and wonder just who’s gonna stop the rain.

Die heutige Blogstatistik spricht eine klare Sprache: die Leserschaft kann es entweder kaum erwarten, Teil 2 des Leipzig-Berichts zu lesen oder aber der Ministrantenimbiss-Post schlug ein wie eine Bombe (leider ist die Statistik ja nicht allzu detailliert).

Wurscht.
So oder so war ich noch nicht fertig mit dem Erzählen und schwelge noch im Gefühl vom vergangenen Wochenende.

Als der Kiefer vorgestern in Leipzig zu heftig an die Himmelspforte klopfte (voilà: hier kommt es, mein erstes WordPress-Video!)…

…bewahrheitete sich die Prognose der blöden Wetter-App leider doch noch…

…und das ausgerechnet am einzigen Konzertabend meiner fast 34-jährigen Konzertbesucherkarriere, an dem ich nicht in geschlossenem Schuhwerk, sondern in Sandalen unterwegs war…

…zum Glück aber in Hundebesitzer-Trampel-Sandalen und nicht in solchen mit feinen Lederriemchen oder Straßsteinchen im Geflecht, so dass das Wasser im Gummifußbett sommerwarm die Zehen umspielte und dem Schuh nichts weiter anhaben konnte.
Naja, und vom Rest des phänomenalen Abends haben Sie ja schon gestern gelesen.

Worüber noch kein Wort fiel, ist der Sonntag.

Das lag unter anderem auch daran, dass der mit einem Frühstück begann, das mich sprachlos machte. Zum einen, weil die Wartezeit für eine Tasse Kaffee ungefähr 10 Minuten betrug. Es gab sage und schreibe nur einen Kaffee-Automaten für alle Teilnehmer des Parteitages der Linken, alle Bach-Fest-Besucher, alle Kiefer-Sutherland-Fans und die paar Dödel, die sich am Vorabend zu Dieter Thomas Kuhn verirrt hatten.

Immerhin hatte das Hotelpersonal es nicht versäumt, das Display dieses einzigen Automaten auf den Sonntags-Modus zu stellen:

Zusätzlich zum „Wasser im Pott“ (für alle aus dem Ruhrgebiet Angereisten?) durften die Gläubigen es nach Herzenslust dem Herrn gleichtun und Teewasser zapfen, nach dessen Genuss sie mindestens zum Gehen über die Pfützen im Kopfsteinpflaster vor dem Gewandhaus befähigt wären.

Den anderen Moment der Sprachlosigkeit bescherte mir Sori. Als ich nach einem dieser längeren Kaffeeholausflüge zu ihr an den Tisch zurückkehrte, hatte sie die Zeit meiner Abwesenheit genutzt, um mir einen Brief zu schreiben. Wir Frauen sind so. Wenn wir nicht live miteinander reden können, schreiben wir uns sofort und mit großer Freude Briefe, Emails, Whatsapps.
Vor meinem Frühstücksteller lag ein Kuvert, drauf stand mein Name. Ich fragte, ob ich den Brief gleich lesen solle oder erst später im Zug. Wie ich es lieber wolle, sagte Sori.

Neugierig öffnete ich sofort das Kuvert (Geduld gehörte noch nie zu meinen Tugenden) und drin war kein Brief, sondern ein Stapel Schwarz-weiß-Fotografien, die etwas historisch anmuteten. Ich nahm sie aus dem Umschlag und erkannte den Bruce meiner Jugend (am Gesichtsausdruck, an der Frisur und am shirtsprengenden Bizeps)!
Beim näheren Betrachten begriff ich dann: das waren Original-Fotografien aus den 1980er-Jahren, also genau aus der Ära, in der meine lebenslange Liebe begann.

Und als Sori mich fragte, ob ich denn nicht das Stadion erkennen würde, da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Na sicher, das Münchner Olympiastadion, ganz klar an der Zeltdachkonstruktion zu erkennen…, ja meine Güte, das konnte dann ja eigentlich nur… – und genauso war es auch: Es handelte sich um Fotos von meinem ersten Konzert am 18. Juni 1985!

Das können wahrscheinlich nur Fans verstehen, was einem so ein Geschenk bedeutet!
[@Sori: nochmals 1000 Dank dafür!!! @Herrn Speed: schleifen Sie bitte schon mal das Sägeblatt, ich brauch‘ einen Spezialrahmen Altar für diese Rarität!]

Und weil wir dann eh schon mittendrin waren im Lieblingsthema des Tages, verlegten wir kurzerhand unseren Marsch durch Leipzig erstmal in den Nordwesten der Stadt.

So wie die einen halt sonntags zur Kirche gehen…

…pilgern andere zu ihren musikalischen Gedenkstätten…

…und beschließen die sonntägliche Messe mit Gebeten wie „Gib mir 1x im Leben Lost in the flood live!“ oder „Hol mich 1x zu dir auf die Bühne, zu Jole Blon oder zu Jersey girl!“.

Nach dieser netten Kurz-Wallfahrt spazierten wir dann doch noch in die Altstadt, aber kaum wollte ich Marktplatz und Thomaskirche näher betrachten…

…erspähte die Sori ein E-Street-Band-Fan-Shirt, das an einem Mittfuffziger prangte, der mit seiner Gefährtin unvorsichtigerweise in der ersten Reihe eines Straßencafés beim Brunch saß.

Und schon war man wieder im Gespräch „unter Tramps“ – natürlich waren die zwei am Abend zuvor auch beim Kiefer, denn das ist ja quasi alles irgendwie ein und derselben musikalischen Ursuppe entsprungen. Die Gefährtin noch zu neu, um allzu viel mitzureden („ich war mal bei Rebekka Bakken“ – „Hm, ja, schön!“) und sich insgeheim wahrscheinlich fragend, was ihr da noch alles bevorstünde (zeitlich, emotional und finanziell), wie um alles in der Welt man sich nur an einzelne Songs von x Konzerten erinnern könne („Weißt du noch: Racing damals in Mannheim, 2003, oder Point blank 2009 in Frankfurt?) und ob sie mit dem Kerl wirklich eine gute Wahl getroffen hätte (na klar hatte sie das).
Nach einem ausgiebigen Plausch herzliche Verabschiedung, wie von alten Freunden.

Also eben gar keine Kultur mehr, was soll’s.
Ab zum Bahnhof und wieder nachhause.

Schön war’s!
Thanks to Kiefer & danke, liebe Sori – für den tollen gemeinsamen Trip, die Heiligenbildchen und die halbfeuchten Gauloises, und dann bis spätestens im Herbst hier in München!

You sit and wonder just who’s gonna stop the rain
Who’ll ease the sadness, who’s gonna quiet the pain
It’s a long dark highway and a thin white line
Connecting, baby, your heart to mine!

Nachtrag, 13. Juni: Link zum lesenswerten Leipzig-Bericht auf Soris Blog!

Leipzig (1): Drinking warm beer in the soft summer rain.

Eigentlich müsste es heißen „barefoot girl sitting on the hood of a Dodge drinking warm beer in the soft summer rain“, aber wir waren nunmal nicht barfuß und hockten auch nicht auf einem Dodge rum.

Aber der Rest stimmt so – und nach 21 Stunden mit S. musste dieser Beitrag einfach mit einer Songzeile von Springsteen beginnen. Noch dazu mit einer, in der es regnet und aus der man zugleich spürt, wie unerheblich so ein Regen doch sein kann, wenn man in der richtigen Gesellschaft und am richtigen Ort ist.

Es war wirklich ein kleines, feines Open-Air.

In der „Parkbühne“ standen wir mit Bier und bester Sicht (schätzungsweise Reihe 13) umeinander. Kein Show-Schnickschnack, der abgelenkt hätte, kein Gedränge und Geschubse, das den Musikgenuss gestört hätte.

Im Gegenteil. Als der Sommerregen begann, flohen ein paar Sensibelchen aus den vordersten Reihen an den überdachten Rand der Arena, so dass wir ganz locker noch ein gutes Stück weiter vorsprinten und dort am Wet-T-Shirt-Contest in front of Mr. Sutherland teilnehmen konnten.

Da S. mir freundlicherweise kurz vor Konzertbeginn noch erzählt hatte, dass sich bei Kiefer-Sutherland-Konzerten auffällig viele Ü40-Frauen aufführen würden wie die Teenager, nahm ich das als Freibrief und tat mir von Anfang an keinerlei Zwang an.

Nach anderthalb Stunden hemmungslosem Mitsingen und -tanzen schwappten wir triefnass, aber glücklich zum Ausgang, holten uns noch einen Absacker und da eh schon alles wurscht war (die Welt so rund, die Seele so weit, das Herz so erfüllt von Musik!) nahm ich sogar eine der halbfeuchten Gauloises von S. – noch nicht ahnend, wie schicksalhaft diese erste Zigarette seit ewigen Zeiten sein würde.

Denn hätten wir nicht so gemütlich vor uns hingequalmt und herumgestanden, hätten wir vermutlich längst das Areal der Parkbühne verlassen gehabt. Was fatal gewesen wäre, weil wir dann nicht mehr mitbekommen hätten, dass an einem Hinterausgang des Geländes eine Handvoll Fans eisern an einem Tor ausharrten und als wir gucken gingen, was es da wohl zu gucken gäbe, kam auch schon der Kiefer zum Tor geschlendert, verteilte großzügig Autogramme und ließ sich cheek to cheek mit seinen Fans ablichten.

Klein isser, dafür umso großflächiger tätowiert. Und ein bisserl fertig und versoffen schaut er aus und gar nicht so muskelbepackt wie zu 24-Zeiten. Trotzdem immer toll, wenn man als Teenager mal so nah rankommt an seinen Star.

Ganz beseelt ins Hotelzimmer zurück, dort sofort raus aus den nassen Klamotten und rein in die skurrile Badewanne…

…in der auch zwei Platz gehabt hätten (und so ein kleiner Kanadier erst recht).

Nach dem Bade war’s nur noch ein Hupf rüber ins Bett und keine 5 Minuten später sind die Lichter ausgegangen (nicht nur die grünen).

Denn man ist halt doch kein Teenager mehr, sondern nach so einem Tag echt platt und richtig froh, wenn man in Morpheus‘ Armen ruhen kann.

Lesen Sie morgen dann „Leipzig (2)“, wo es weniger Kiefern, dafür umso mehr Brucen wird (schließlich war ich ja mit der Sori dort, und es war Sonntag, bekanntlich der Tag des Herrn 😉) oder – wenn Ihnen das Thema auf den Senkel geht oder Sie einer gänzlich anderen Glaubensgemeinschaft angehören – warten Sie einfach ein paar Tage ab, dann gibt’s hier wieder den gewohnten Hunde- und Handwerker-Content.

Herzlich grüßt –
Die Kraulquappe.

Sei jedem Abschied voraus!

(Titelzitat: Rainer Maria Rilke)

Die 8 Kostbarkeiten des Tages:

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Letztes Sonnenbad: Alle Fünfe gerade sein lassen und bei 17 Grad im gräflichen Park rumlungern.

 

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Letzte Wanderung: Alle Wege rund um den Hardenberg und schließlich zur Hardenburg hinauf.

 

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Letzte Fotosession:Burgruine Hardenberg mit Standesamt und Festwiese.

 

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Letzte Entdeckungen: Ja ist denn heut‘ schon Weihnachten?

 

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Letzter Sommerkäfer: Ladybug on his way to the top.

 

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Letzte Ölung: Im selben Whirlpool gesessen wie… (vor Aufregung Bild verzittert und Blitz vergessen)

 

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Letzte Lektüre: Kapitel 49, Heimwärts.

207 oder: Saumäßig gut.

Nach gefühlten 800km, die nur zwar knapp 400km waren, aber 200km Staus oder Baustellen oder beides beinhalteten, kamen wir ziemlich gerädert am frühen Abend in Nörten-Hardenberg an.

Hätten wir dieses Grauen nicht durch drei herrliche Stunden am Elbufer bei Blankenese mit meiner Freundin B., Spazierengehen und Kuchenessen unterbrochen, wären wir noch geräderter hier eingetroffen.

Aber selbst dann hätte mich die Ankunft hier für die gesamte dämliche A7 entschädigt!

Der freundliche Herr R. von der Rezeption trug mir einen Teil meiner peinlichen Gepäck-Kisten (wenn ich wochenlang mit Hund reise, ist ein Koffer das Unpraktischste, was es gibt!) aufs Zimmer, auf dem für die Dackelmadame schon Näpfe in Berhardinerformat bereitstanden, ebenso eine Kuscheldecke, ein Lesesessel, ein Doppelbett und zwei eigene Türschilder.

Eines, wenn Fräulein Hund ungestört die Minibar plündern oder in den Daunen ruhen möchte…

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… und eines, wenn das Zimmermädchen bitte die wildschweinartigen Verwüstungen beseitigen möge.

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Liebe Schweden, da könnt ihr euch mal ein Beispiel dran nehmen! So sieht das aus, wenn man in einem hundefreundlichen Land unterwegs ist!

Und weil der Herr R. eh schon so freundlich war, habe ich ihn ohne Umschweife mit dem wahren Grund meines Hierseins – nicht auf Erden, sondern in diesem Hotel – behelligt: Wo hat ER gewohnt?

Ja, und dann zeigte der Herr R. doch glatt in den hinteren Teil des Flures, in dem wir standen.

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Nur ein paar Türen weiter hat Bruce Springsteen logiert und wird es auch 2017 wieder tun, wenn hier das Reitturnier stattfindet, an dem seine Tochter teilnimmt.

Ich verstehe vollkommen, dass man das nicht verstehen kann, wenn man kein Fan von etwas oder jemandem ist. Wer aber schon mal Fan war oder ist, der wird es nachfühlen können, sich an evtl. eigene bekloppte Aktionen ähnlicher Art erinnern und milde lächeln.

Und später, nach Abendessen und Abendgassi, haben der freundlichste aller Herren R. und ich uns nochmal hier im Flur verabredet, er mit Schlüssel zur Suite, ich mit Fotoapparat – denn die Suite war nur bis heute Mittag bewohnt…

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(Für Fans: Weitere Bilder können auf Anfrage zugesandt werden.)

Natürlich habe ich mich auf das Sofa gesetzt, bin einmal durch die Suite spaziert, inklusive Balkon und Bad, während der Herr R. freundlich lächelnd und diskret an der Tür wartete.

Danach bin ich selig in mein Zimmerchen zurückgeschwebt, habe das Betthupferl mit Wildschwein-Dekor verzehrt (in der Hoffnung, dass es für mich bestimmt war und nicht für Pippa, denn das Begrüßungskärtchen richtete sich namentlich an uns beide) und muss sagen, da hat der Herr Graf echt nicht gelogen:

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Die Praline war nur durchschnittlich aufregend, aber das Fanherz schlug vor lauter Freude noch 207x pro Minute.

Es ist die Verwirklichung kleiner, individueller und manchmal völlig kindischer Träume, die einen so froh machen kann. Dinge, zu denen mein Vater sagen würde: „Spinnst du jetzt total? Was willst du denn im Hotel in Nörten-Hardenberg?“.
Ich hab’s ihm einfach nicht erzählt, weil ich ja schon groß bin und alleine entscheiden kann, wo ich hinfahren und spinnen möchte – und zwar ganz ungestört.

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Was für ein schöner Abschluss dieser langen Reise!

Gute Nacht aus Niedersachsen wünscht –
Die Kraulquappe.

Wünsch‘ dir was. Fotoserie für den Stern des Südens.

Lieber Stern des Südens,

wahrscheinlich konntest du es bereits kaum noch erwarten: Hier kommen sie endlich, die Bilder, die du dir gewünscht hast!

Die Reihenfolge ist willkürlich und spiegelt nicht meine persönlichen Prioritäten wider. Gar nicht. Denn es fiel mir schon schwer genug, überhaupt eine Auswahl zu treffen.

Aus persönlichen Gründen – und auch um die anderen Leser nicht zu sehr zu nerven oder gar zu vertreiben – umfasst deine Premium-Selektion allerdings nur 13 Fotos.

Ich weiß, das ist verdammt wenig. Trotzdem viel Spaß damit!

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Natürlich war es eine Ehrensache, dir als Dank für die wirklich phänomenale Rezension von Richard Ford zu Bruce Springsteens soeben erschienener Autobiografie (mit dem unglaublich kreativen und überraschenden Titel „Born to run“), die du mir postwendend auf meinen vor 3 Tagen in die Welt ausgestoßenen Hilfeschrei hin besorgt, eingescannt und zugeschickt hast, dein Wunschthema „Fotoserie von Pippa am Strand“ zu erfüllen.

Aber mal im Ernst: Diese Fotosessions am Strand haben mein meniskusoperiertes Knie (und auch das gesunde) in den letzten Tagen ganz schön strapaziert. Zudem hatte ich kiloweise Sand in den Schuhen (und Socken), in den Augen, in den Haaren und zwischen den Zähnen („Schau mal“-Rufen ist nämlich besonders sand-und-wind-ungünstig). Ganz zu schweigen von den bergeweise Leckerli, die ich mitschleppen musste, um das Model bei Laune zu halten.

Tiere zu fotografieren ist harte Arbeit, auch (oder gerade) wenn man kein Fotoprofi ist. Aber ich hab‘ mein Bestes versucht und den Auftrag gründlich abgearbeitet.

Mein Fundus an „Pippa am Strand“-Fotos ist um ein Hundertfaches größer als diese kleine, poplige Auswahl, die du hier gesehen hast. Wenn du also noch Bedarf hast (was ich absolut verstehen könnte): Ich kann jederzeit noch was nachreichen! Vielleicht auch zu Weihnachten einen Kalender „365 Tage mit Pippa am Strand“ – wie wär’s?

Im Gegenzug fände ich es angemessen, du würdest auch weiterhin die Süddeutsche und alle anderen Zeitungen in Deutschland, also eigentlich die gesamte Presselandschaft der Republik, dieser Tage ganz präszise beobachten und mir jeden Schnipsel, den du zu meinem Herzensthema findest, umgehend zukommen lassen.
Es wäre ein Jammer, ich würde eine vergleichbare Liebeserklärung wie jene von Richard Ford verfasste, verpassen. Einverstanden?

Herzliche Grüße sendet dir die Kraulquappe.
PS: Für alle anderen Leser ein hundefreies Schmankerl: „Die drei Weisen aus dem Morgenland.“ (Vorgestern waren sie noch zu zweit. Erstaunlich, wie sich doch alles täglich verändert.)

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Nachbarschaft.

Berlin am 19. Juni: In the deep heart of the night we let lose everything

Mit einiger Verspätung ein paar Nachbetrachtungen zur zweiten Springsteen-Messe am Sonntagabend in Berlin:

Zu unserem Erstaunen war die Predigt zu einem Großteil identisch mit der Freitagsandacht in München – normalerweise variiert er viel mehr, diesmal nicht. Die Psalmen, die er durch andere ersetzte, waren überwiegend welche, die nicht zu meinen bevorzugten gehören. Das tut dem Ganzen keinen Abbruch, man verlegt sich dann eben etwas mehr auf die Liturgie an sich und die mantraartigen Beschwörungen der Nacht, der Liebe, der Magie, der vergessenen und geschundenen Seelen.

Was  eine ganz eigene Dynamik zu entfalten vermochte, und nach über zwei Stunden schließlich in „Backstreets“ gipfelte, für mich einer der größten Songs, die er je geschrieben hat und leider viel zu selten live spielt.

Und so schüttelten wir im tiefen Herzen der Nacht schließlich alles ab, was sich aufgestaut hatte, raus wollte, raus drängte und endlich auch raus durfte, laut, lauter, am lautesten, die Augen geschlossen, völlig beseelt, ganz eins mit dem Donnern der Musik, einer Katharsis gleich (oder wenigstens einem Platzregen, wenn man es etwas weniger pathetisch ausdrücken wollte).

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Allein für diesen Moment, der immerhin über 10 Minuten dauerte (gibt es eigentlich einen Begriff für solche Dauermomente?), hat es sich gelohnt!
Für mich lief der ganze Abend nur auf dieses Herzstück hinaus, alles andere war Prolog, Epilog oder Augenblicke, in denen man mal zum Getränkestand oder zur Toilette huschen oder mit seiner Begleitung plaudern konnte – ohne in Panik zu verfallen, man könnte etwas Lebenswichtiges verpassen.

So ließ ich mich gestern eingehüllt in den Nachhall dieser Nacht, dieser Klänge und dieser Stimmung durch Charlottenburg treiben…

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…gönnte meiner Schulter die Ruhe, die sie dringend brauchte, vermisste gleichwohl das Schwimmen schmerzlich (vor allem bei dem herrlichen Wetter!), versuchte mich in Geduld zu üben, hing diesem und jenem nach bis es Abend wurde.

Ein langer Abend wurde es, in den Backstreets von Charlottenburg, in wunderbarer Gesellschaft.

Aus Berlin grüßt euch
die Kraulquappe.

PS: Ja, jetzt ist’s dann auch mal wieder gut mit dem Musikkram, es gibt schließlich noch andere Themen im Leben. Versprochen.