Bathing beauty.

Als Nr. 1786 von 2000 grad im rechten Moment angekommen. Sind ja nur 6 Minuten mit dem Radl vom Freibad bis zum Fußballplatz.

Merke:

Läuft der FC Bayern am Birkenmoos ein, hast du’s Freibad für dich allein.

Ein Sommerferientag wie im Bilderbuch und wie ganz früher mal, als man noch im Badeanzug und mit nassen Haaren durch die Gegend radelte.

Suburbia (5): Dum dum dee dum (The moving dachshund’s theme).

Suburbia – 5. und letzter Akt (ganz unklassisch: ohne Katastrophe)!

Alle Schlüssel fürs neue Zuhause sind seit gestern übergeben, (fast) alle To-Do-Listen im alten Zuhause abgearbeitet (sind ja noch 18 Std. Zeit, bis die Jungs von der Umzugsfirma hier aufschlagen), alle anstehenden Bau- und Renovierungsarbeiten in Tabellen gegossen und zur Vorbereitung ins Allgäu geschickt, alle Hassbriefe an Vodafone versandt (den hierzu angekündigten Beitrag bekommen Sie erst zu Gesichte, wenn das Drama überstanden ist), alle Ellenbogen dank Spritzen für die kommenden Tage geölt, alle Bier- und Weinvorräte ausgetrunken, alle Alpträume des nachts geträumt (zuletzt: Umzugswagen hatte einen Unfall und unser gesamter Hausstand ging dabei kaputt)…

*****

Morgen um 8 Uhr kommen die Jungs von der Spedition und legen hier los.

Hoffentlich ist mal wieder auf das gute „nomen est omen“ Verlass und sie bringen nicht nur weitere 100 hübsche Löwen-Kartons, sondern auch die Kraft mehrerer Löwen mit, so dass wir unsere lädierten Pranken ein wenig schonen bzw. deren klägliche Restenergie fürs Auspacken aufsparen können.

Der Gatte, ein eingefleischter FC Bayern-Fan (wenngleich „eingefleischt“ für einen Vegetarier ein zweifelhaftes Attribut ist), hat ein bisserl gezuckt, dass ihm hier ausgerechnet Löwen in seine Arena einmarschieren, aber mei. Wir hatten die Spedition schon letztes Jahr in die engere Auswahl genommen, uns dann aber dummerweise für die preiswertere Scheißfirma entschieden, mit deren Versicherung wir uns im Anschluss schlappe 4 Monate rumgekloppt haben, bis endlich alle Schäden ersetzt waren.

Dabei waren wir damals wie auch heute sogleich vom Charme des Ober-Löwen eingenommen. Herr A. hat sich ein kleines, feines Familienunternehmen aufgebaut, ist selbst bei jedem Umzug mit dabei (stets frisch geduscht und deodoriert, bestens gelaunt und in Strahlemannoptik, das blitzsaubere Firmen-Shirt stramm über die Muskeln gespannt), alles läuft sehr individuell und persönlich ab (Herr A.: „So ein Umzug besteht zu 50% aus Psychologie!“ oder „Ihr Lieben, entspannt euch, alles wird gut!“).
Ein Profi, der sofort die neuralgischen Punkte seiner werten Kundschaft erspürt und so geschickt darauf eingeht, dass man sich beinahe auf den Umzug mit seiner Firma zu freuen beginnt (was seit heute Morgen auch meine Devise ist: mache man sich doch einfach mal einen Spaß draus, falls möglich…, ich werd‘ Fotos schießen und das Ganze als Artikel „Wohnungswechsel mit Waldi“ an irgendein Magazin verkaufen, Herr A. hat zudem bereits Interesse an Fotos vom Dackelfräulein als Kartonmodel bekundet).

Überhaupt wäre der nette Herr A. einen eigenen Beitrag wert.
Falls wir unerwarteterweise von Vodafone noch vor Weihnachten wieder ein funktionierendes Internet zur Verfügung gestellt bekommen, reiche ich die Story gerne nach.

*****

Es gibt übrigens keine Lebenslage, zu der der Boss nicht den passenden Song beisteuern könnte – man muss einfach nur alle Songs kennen!

Und wenn ich es schon sonst zu nicht allzu viel gebracht habe in meinem Leben, so doch immerhin dazu, ein wandelndes Springsteen-Songbook zu sein (sollte „Wetten, dass“ nochmal neu aufgelegt werden, könnte das glatt mal eine Einnahmequelle sein: anhand einer (!) beliebigen Textzeile den Song zu erkennen, alternativ könnte ich auch mit einer anderen, etwas bajuwarischeren Nummer auftreten und nach je einem (!) mit verbundenen Augen genossenen Schluck Weißbier aus insgesamt 27 Gläsern treffsicher die Schneider Weiße, TAP7, „Ein Bier wie daheim“, identifizieren, beides immerhin auch Wetten, bei denen man sicher nicht im Rollstuhl landet).

Eigentlich wär‘ dieser Beitrag auch was für die Rubrik „Song des Tages“ oder „Soundtrack meines Lebens“ gewesen. Aber dann fand ich, die Chefin des Hauses sollte nochmal ganz im Vordergrund stehen:

Ein Löwe zieht um!

The moving dachshund’s theme
(aka „Lion’s den“ by Bruce Springsteen)

You broke my heart, tore it apart
Thought it was cute, thought it was smart
But now I’m back and I’ve got the strength of ten
So I got a message for you my friend

I’m Pippa waiting in the lion’s den
Dum dum dee dum dum dee dee dum dum

That old lion’s mean and long in the tooth
And like you, baby, he’s out on the loose
Messing hearts up time and time again
Well it’s the time for that messing to end

I’m Pippa waiting in the lion’s den
Dum dum dee dum dum dee dee dum dum
Here we go!

At night I hear you out prowling around
Tearing guys up, scaring ‚em down
Now all that growling’s gonna come to an end
‚Cause I’m just biding my time, my little friend

*****

Ja, liebe Leserinnen und Leser, unsere Zeit in Suburbia neigt sich nun dem Ende entgegen.

Auf 371 Tage haben wir es hier am Stadtrand gebracht, 137 wären mir lieber gewesen, aber immerhin ist es überhaupt auf eine Kombination der Lieblingszahlen hinausgelaufen. Da bin ich abergläubisch – und zwar im positiven Sinne!
Und es hätte uns schließlich auch ärger erwischen können, wenn es 713 Tage geworden wären, wonach es ja zwischenzeitlich, als wir noch knöcheltief durch den Morast des Münchner Wohnungsmarktes wateten, fast aussah.

Nun aber flink weiter gewerkelt, damit wir nachher pünktlich zur Arrivederci-Pizza mit unserem Lieblingsnachbarn beim Suburbia-Italiener eintreffen.

Ein schönes Wochenende noch und drücken Sie uns und den Löwen die Daumen, liebe Leserinnen und Leser!

Bleiben Sie dran, bleiben Sie uns gewogen & bis bald – dann von gegenüber der Bavaria!

Mia san mia – aber wer bin i?

Schwerfällig schäle ich mich morgens aus dem Bett, um den Dreiteiler Morgengassi-Dusche-Frühstück zu bewältigen.

„Du kannst! So wolle nur!“
Der innere Schweinehund schlägt mit der Faust auf den Tisch und schubst mich wenig später erneut nach draußen.

Ein beinahe laues Frühlingslüftchen weht durch die Altstadt, fleecedeckenumwickelte Touris schlürfen beim Donisl überteuerten Kaffee und recken ihre puckbebrillten Bleichgesichter in die Münchner Morgensonne.
Das „Mia san mia“-Schaufenster beim Münzinger leuchtet noch in tiefroter Trunkenheit vom gestrigen Sieg und selbst beim Brezenkauf kann man diesem ach so variantenreichen Motto nicht mehr entrinnen.
Mia san einfach ois!

Sind aber auch mit die besten Brezen, wenn Sie mich fragen (vielleicht ja tatsächlich wegen ihrer Handgeflochtenheit?).
Für meinen Geschmack jedenfalls genau die richtige Menge Salz, der passende Bräunungsgrad und die ideale Teigbeschaffenheit im Inneren (was beispielsweise der Pfister wohl niemals hinbekommen wird.)

Nun mögen ja mia zwar mia sein (und die Brezen haben’s gut, die san sogar glei Munich!), aber wer zum Teufel bin eigentlich ich?

Habe heute die Kunsthalle besucht, nicht nur um der Verblödung Vereinseitigung durch die drei großen H’s vorzubeugen (Hund, Hatschen, Haushalt), sondern weil eines der großen Themen meiner Spätadoleszenz seit letzter Woche dort aufmarschiert ist. Der Faust. Hat mich damals fast zwei Jahre beschäftigt, bevor ich mich in die Lehr- und Wanderjahre begab.

„Man sehnt sich nach des Lebens Bächen
Ach! Nach des Lebens Quelle hin.“

Montags sprudeln die Quellen der Kunst dort zum halben Preis, und ist man zeitig dort, also bevor all die anderen Rentner/Erwerbsarbeitslosen/Selbständigen/Müßiggänger/Zeithabenden dort aufkreuzen, kann man das Ganze in relativer Ruhe durchwandern.

„Stürzen wir uns in das Rauschen der Zeit, ins Rollen der Begebenheit!“ (Buch-Raum).

„Ihr habt das Recht, gesittet pfui zu sagen.“ (Buch-Raum)

„Du entschuldige, i kenn‘ di doch ned“ (Überraschungen gab’s auch!)

„Sobald du dir vertraust, sobald weißt du zu leben.“ (Mephisto-Raum)

Der Hochgenuss schließlich auf einer ledernen Bank in Raummitte:
Ganz allein mit der Video-Installation, privatissime mit dem Brandauer, eine der Lieblingsstimmen meines Lebens, der ich einst Hunderte von Kilometern nachreiste, allein des Klanges wegen.

Da könnte man locker einen Vormittag einfach so versitzen, würden einen nicht andere Pflichten daran hindern!

„Denn eben wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.“

Auch toll: die Gretchen-Räume.

Vor allem die Postkartenwand. Ist wohl mal ein richtiger Hype unter Liebenden gewesen, sich die zuzuschicken, gern versehen mit Geheimbotschaften. Heute schickt man eher ein paar vieldeutige Emojis und Akronyme hin und her oder Selfies in Sepia (damit’s nicht gar so fleischlich wirkt).

„Ich bin von je der Ordnung Freund gewesen.“ (Gretchen-Raum)

„Mit Frauen soll man sich nie unterstehn zu scherzen.“ (Gretchen-Raum)

„Er liebt mich. Liebt mich nicht. Liebt mich.“ (Gretchen-Flur)

Zum Schluss dann eine Prise Selbstreferentialität.
Tritt man nach allen Stationen und Rezeptionen der Tragödie nämlich wieder hinaus ins Licht der Flure, stellt einem die Ausstellung selbst eine Art Gretchenfrage:

„Wenn ihrs nicht fühlt, ihr werdets nicht erjagen.“ (Am Ausgang)

Der zauselige Mann vor mir rollte sich ohne zu zögern beeindruckende zwei Meter gelbe Fäuste ab, die Ex-Oberstudienrätin an seiner Seite pappte sich kieksend ein rotes Herzerl ans Revers ihres grünen Lodenmantels.

Ich war unentschlossen und hab‘ mir dann mal 13 Stück gemischt mitgenommen, mit leichter Tendenz zu lila.

„Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, die eine will sich von der andern trennen.“ (Technische Spielerei neben dem Café in der Kunsthalle).

Mein Tipp: Planen Sie am Schluss noch mindestens ein Viertelstündchen extra ein für das Fotoshooting. Allein die Menüführung und die Anweiseungen/Fragen auf dem Display machen Spaß:
„Einzelfoto?“/“Gruppenfoto?“
„Stellen Sie sich auf die Markierung!“ (Obacht: es wird von 7 runtergezählt, dann ausgelöst!)
„Schön?“ – „Ja!“/“Nein, wiederholen!“
„Dürfen wir dein Foto auf unsere Facebookseite stellen?“ – „Ja“/“Nein“
„Sollen wir dir dein Foto per Email senden?“ – „Ja“/“Nein“ (Bei „Ja“: großartige Riesentastatur folgt!)

Empfehlenswerte Sache, die Ausstellung.
Gerade zu Wochenbeginn und wenn man mit dem inneren Schwung noch ringt.

[Beinahe alle Zitate aus Goethes Faust. Wer tatsächlich die genaue Versnummer wissen will, der frage nach oder google.]

Get your own idea.

Meldung des Tages:

  • a)

  • b)

  • c) ???

Hund haben (4).

Es war nicht mehr zu ertragen:

Artura Vidal wurde soeben zum Coiffeur geschickt!

So ergibt sich zwischen dem Termin mit dem Fensterbauer, Kistenpacken und zig anderem wenigstens mal eine kleine Lücke zum Kaffeetrinken und Geradeausschauen. 

Möglichst auf das Kaffeehaferl, denn der dritte Tag mit Schneeregen ist keines Blickes mehr wert.

Jute Nacht 13

Danke an Sabine von Juniemond für die tolle Realisierung meiner Geschenkidee für den Geburtstag des Gatten!

juniemond

1682 Jute Nacht 13 mit Text

Eine individualisierte Auftragsarbeit nach meiner Illustration “Jute Nacht”.

Ursprünglichen Post anzeigen

O-wimoweh, o-wimoweh, o-wimoweh. Zum 27. März 2017.

Liebster R.,

der Status „Gatte“ bewahrt dich vor nichts: Weder vor dem Geburtstaghaben an sich, noch vor der Gratulationsserie auf meinem Blog. Zumal dein heutigre Geburtstag ein – wie sage ich’s nur? – irgendwie besonderer ist.

Vielleicht ist er am besten durch ein kleines Bildchen zu umschreiben, das ich letztes Jahr an einem Sommermorgen in Tirol schoss, als du schon deinen Pflichten als Hunde-Vater nachgingst, während ich noch im Nachthemd auf dem Balkon unseres Domizils stand und den Sonnenaufgang bestaunte, der hinter dem Lamsenjoch hervorkroch.

Verwackelt, da zu früh am Morgen.

Heute übernehme ich das Morgengassi, so dass du schon mal den Tisch decken noch gemütlich liegenbleiben kannst, bis ich mit frischen Semmeln heimkommen und dich an den Gabentisch bitten werde. In der ganz oben auf dem Geschenkeberghügel thronenden Karte steht dann auch all das, was hier nicht steht (also nicht mehr viel).

Und bitte reiß dich zusammen und beginn mit der Karte! Denn wenn du die zwei Präsente auspackst, besteht Gefahr, dass du womöglich vor lauter Tränen (Freudentränen, hoffe ich!), keinen Buchstaben mehr lesen kannst.

Apropos Freudentränen. Die vergoss ich seinerzeit auch, als wir in unseren Anfangsjahren noch ständig durch die Berge marschierten und ich dich eines Tages, es war auf dem Soiernhaus, dabei ertappte, wie du ganz versonnen Otto, den Hund des Hüttenwirts, deinen Käsebrotfinger hast abschlecken lassen.

Denn da war mir klar: Mit dem kannste zusammenbleiben, der liebt nicht nur dich, sondern auch Dackel. Ein äußerst entscheidendes Kriterium!

Otto vom Soiernhaus.

Wenig später schleifte ich dich – quasi als letzten Lackmustest – zu deinem ersten Springsteen-Konzert und auch da erlebte ich dich so, wie man den, mit dem man sich jung fühlend altern will, erleben möchte: Begeistert, beschwingt, beseelt. Du hattest zwar sehr bald andere Lieblingssongs als ich, aber da auch diese noch in dem Kompendium „Die 300 besten Songs von Bruce Springsteen“ enthalten sind, sagte ich mir: Schwamm drüber. Ohne etwas Toleranz haut so eine Beziehung ja eh nicht hin.

Und so nahmen die Dinge ihren Lauf.

Ein paar Jahre später heirateten wir und wurden genau 9 Monate nach der Hochzeit stolze Eltern. Zeit wurde es, wir waren schließlich nicht mehr die Jüngsten! Im Unterschied zur Situation vieler anderer Eltern in unserem Umfeld hatten wir allerdings das große Los gezogen, da unsere Kleine von Anfang an gern und viel schlief. Schon nach 4 Wochen schlief sie durch, und zwar voll 8 Stunden!

Als sie sich dann eines Tages aus ihrer Wiege raus- und in unser Bett reingeschlichen hatte, schlief sie gleich noch länger und lieber.

Sie ist nämlich – genau wie du! – kein Morgenhektiker und lässt sich gern erstmal die Sonne auf den Bauch scheinen, bevor sie aufsteht und in der Küche Stress macht wegen des Frühstücks (was ja mein Job ist).

Du hast sie, kaum dass sie laufen konnte, mit deiner ganz großen Leidenschaft angesteckt. Und ganz wie bei dir wurde fast eine Sucht draus. Wenn der Ball mal nicht so rollte, wie sie sich das erhofft hatte, war sie stundenlang unleidig. Wenn das dann noch auf Tage fiel, an denen der große, ruhmreiche FC Bayern abgekackt hatte, hatte ich gleich zwei Mega-Muffel auf der Couch sitzen.

Philippa Gar-nicht-Lahm.

Pippas Ballsucht hast du mittlerweile durch zahlreiche Intelligenzspiele („Zieh“, „Acht“, „Blau“, „Tür zu“ etc.) und Erweiterung des Repertoires an Gassirouten einigermaßen in den Griff bekommen. Bei dir ist diesbezüglich Hopfen und Malz verloren, aber ich verstehe das schon: Einmal Fan, immer Fan, da helfen nicht mal mehr Intelligenzspiele, geht mir schließlich genauso. Sowas ist wie „lebenslänglich“, wenn es echt ist.

Und so ist es manchmal auch mit der Liebe und der Ehe. Darauf hoffe ich natürlich in unserem Falle sehr, und die Chancen stehen gut, da du nach 10 Jahren immer noch mein Lieblingsmensch bist! 🙂

Den Song vom Boss, den ich für dich ausgewählt hatte, habe ich wieder verworfen (es wäre „Outlaw Pete“ gewesen, obwohl du deine Säuglingszeit nicht im Knast verbracht und auch noch niemanden erschlagen hast). Ich habe ihn verworfen, weil ich dachte, du wirst eigentlich oft genug mit dieser Musik beschallt und hörst sie dir ja sogar freiwillig auf deinen Zugfahrten zwischen Frankfurt und München an, wenn du nicht gerade Sportfilme guckst oder im Gang stehen musst, weil der ICE mal wieder nur halb so lang ist wie er sein sollte.

Dein Geburtstagsständchen werden dir also nicht Bruce Springsteen & the E-Street-Band bringen, sondern Pat, the Hippo & Stanley, the Dog. Der Boss wäre einverstanden mit diesen Stellvertretern, da bin ich mir sicher.

Nach meiner Wahrnehmung ist das nämlich der einzige Song, dessen Erklingen dich absolut immer erheitert (also hoffentlich auch schon am frühen Morgen des heutigen Tages). Gleichwohl birgt der Text nicht allzu viele Highlights, so dass ich es mal auf diesen bedeutungsvollen Vers hier beschränke, den ich dir widmen möchte:

Hush, my darling, don’t fear, my darling
The lion sleeps tonight!

Aber bevor the lion sleeps (und wir neben ihm), feiern wir jetzt erstmal deinen runden GeburtsTag!

Alles Liebe und Gute wünscht dir
Deine Kraulquappenfrau.

Traumhaft.

Um 2:14 Uhr aus einem Traum hochgeschreckt:
Der Gatte und ich sind – aus welchem Anlass auch immer – auf dem Weg zu einem Paartherapeuten, der identisch ist mit dem Arzt meines Vertrauens und dessen Praxis in der Münchner Innenstadt. Wir sitzen im Wartezimmer, sind bestens gelaunt, ich will mich oder den Gatten gerade fragen, wieso wir überhaupt hier sind, da kommt Dr. T. auf uns zu, begrüßt uns mit Vornamen, was Dr. T. real nie tun würde, und nimmt nur den Gatten mit ins Sprechzimmer. Ich gucke verdutzt, da ich dachte, die Stunde wäre für uns beide gemeinsam vorgesehen, warte aber zunächst brav ab. Die Sprechstundenhilfe Frau K. ruft mich bald auf und weist mir den Weg zu einem anderen Wartezimmer. Dort soll ich liegen, das gehöre bei solchen Terminen dazu. Aha?! Auf einer feldbettartigen Pritsche soll ich liegen, es stehen ca. 20 solcher Pritschen in dem Raum, fast alle belegt, irritiert lege ich mich hin, auf dem Bett neben mir liegt ein krebskrankes Kind und röchelt. Nach einer Stunde Warten und Rumliegen wird es mir zu blöd. Ich verlasse diese atmosphärisch beklemmende Mischung aus Krebsstation und OP-Vorraum und ich gehe wieder vor zum Tresen und frage Frau K., ob sie mich mal kurz zu Dr. T. und dem Gatten ins Sprechzimmer lassen würde, damit ich klären kann, wie das hier weitergeht. Sie lässt mich. Ich klopfe an, niemand reagiert, also gehe ich einfach hinein. Das Zimmer ist leer, der rote, runde Teppich grinst mich an, das Deko-Schaf blökt hämisch, ich wundere mich, was hier los ist. Frau K. kann es sich auch nicht erklären, meint aber dann, es könne sein, dass die beiden durch den Hinterausgang die Praxis verlassen hätten. Ich tue Selbiges. Und stehe plötzlich auf einem kopfsteingepflasterten Marktplatz, mitten in einer Altstadt, es sieht aus wie Tübingen oder Regensburg oder Würzburg. Zwischenzeitlich ist es dunkel geworden. Ich stolpere über den Platz und gucke suchend in alle Fenster. Und auf einmal sehe ich die beiden: nix Therapie oder so, sie sitzen in einer gesteckt vollen Kneipe, teilen sich eine Flasche Rotwein und schauen in dieselbe Richtung, geradeaus, zur Großbildleinwand, auf der ein Championsleague-Spiel des FC Bayern übertragen wird. Grad will ich mir noch denken „Aha, so läuft der Hase also!“, und schon wache ich auf.
(Später, beim realen Frühstück, wird mich der Gatte fragen, wie denn der Spielstand gewesen sei. Sehr witzig.)

Irgendwann kann ich dann weiterschlafen, bis 4:33 Uhr, dann wache ich erneut auf, wieder mitten aus einem Traum:
Media Markt hat die drei für die neue Wohnung bestellten Gegenstände nicht zusammen geliefert. Bestellt waren (im Traum wie in der Realität): Eine Waschmaschine, ein Wäschetrockner und ein Verbindungsrahmen, damit man einen Turm aus dem Ganzen bauen kann, der mir zwar nicht geheuer ist, aber der Keller der neuen Wohnung gibt räumlich nichts anderes her und da es keinen Trockenraum mehr gibt, hat der Papa uns einen Trockner spendiert, obwohl ich nie so ein Ding haben wollte und schon gar nicht als Turm. Media Markt liefert (hoffentlich nur im Traum) Trockner und Waschmaschine, nicht aber den Verbindungsrahmen. Wir wohnen noch gar nicht unter der Lieferadresse, glücklicherweise ist aber einer unserer neuen Nachbarn, Herr T. (mit dem ich real schon Emailkontakt hatte), zufällig gerade im Hausflur und nimmt die Ware an. Die beiden Monster werden in den Keller geschleppt und da Herr T. nicht weiß, dass der Verbindungsrahmen bestellt ist bzw. noch fehlt, lässt er die Monteure die Geräte lose aufeinander stapeln und anschließen. Sie erklären ihm, dass beide Maschinen vor der Inbetriebnahme einen leeren Wasch- bzw. Trocknungs-Gang durchlaufen müssten und schalten die Geräte ein. Inzwischen checke ich meine Emails und sehe die Lieferbestätigung von Media Markt. Setze mich ins Auto und fahre zur neuen Wohnung, gehe in den Keller und sehe dort die Katastrophe: Herr T. liegt erschlagen unter dem mangels Befestigung heruntergefallenen Trockner. Mein erster Gedanke: Komm ich nun ins Gefängnis? Nein, komme ich nicht, ich wache lediglich auf, um wieder eine Weile wachliegen zu dürfen.

An Traum Nr. 3 erinnere ich mich erfreulicherweise nicht, irgendwas Unangenehmes war da los, mit viel zu lauter Musik von Sepultura oder so Zeug, das ich nie höre. Ich weiß es nicht mehr. Vermutlich wurde ich zu schnell aus der Traumwelt gerissen – durch den wilden Trommelwirbel des Hundeschwänzchens neben dem Kopfkissen. Das spricht eine Sprache, die ich besser verstehe: „Hallo Tag! Juhu! Aufstehen!“.

Einen traumhaften Frühlingsdonnerstag wünscht
Die Kraulquappe.

Prophylaxe

image

„Hass gehört nicht ins Stadion. Die Leute sollen ihre Emotionen zu Hause in den Wohnzimmern mit ihren Frauen ausleben.“ (Berti Vogts, Eheberater)