This little light.

Schwimmen & Springsteen – und alles ist gut und leuchtet.


Well now, this little light of mine, yeah, I’m gonna let it shine!

Closing time.

„Heute endet die Wintersaison!“ verkündet das Schild, das an der Eingangstür hängt.
Es ist 21 Uhr, das Thermometer zeigt noch fast 20°C an. Welche Wintersaison?

Eine kleine, eingeschworene Gemeinde ist in der Umkleide versammelt. Man nickt einander stumm zu. Es herrscht nicht die übliche Betriebsamkeit und Fröhlichkeit, sondern jeder begeht diesen Abend auf seine Art und Weise, die meisten eher gedämpft. Manche ziehen sogar ein Gesicht, als würde nicht viel fehlen und sie kondolierten einander.

Es ist das Ende der Winterwarmfreibadsaison in unserem Lieblingsbad.

Schräge Sache, an einem so sommerlichen Tag wie heute. Gefühlt hat die Freibadsaison längst begonnen. Seit Tagen grillen sich die Menschen auf den breiten Stadiontreppen des Bades und die Wasseroberfläche ist von ersten zaghaften Sonnencremeschlieren durchzogen. Und auch das Entenpärchen dreht längst wieder seine Runden durchs Becken.

Das Harte an diesem letzten Tag der Wintersaison ist nicht etwa, dass schon Sommer ist oder dass die Stadtwerke diesen langen Winter 2017/2018 offiziell beschließen, sondern die Tatsache, dass das Lieblingsbad nun 11 Tage geschlossen hat.

11 Tage!
Jedes Jahr Ende April stehen dort die Revisionsarbeiten an, vor einigen Jahren hat das noch schmerzliche 14 Tage gedauert, mittlerweile sind all die Techniker, Kachelputzer und Silikonfugenerneuerer immerhin drei Tage früher fertig.

Mit Andacht zelebrieren die anwesenden Spätschwimmer diesen letzten Abend vor der Schließung, die unseren Schwimmerherzen – auch wenn sich’s für Außenstehende lächerlich anhören mag – zu schaffen machen wird . 11 Tage können lang sein, so ohne Wasser und dieses ganz besondere Gefühl darin.
Der eine verausgabt sich daher heute besonders und verrenkt seine Schultern beim sichtlich zu selten praktizierten Delphinstil, der andere lungert nach dem Sport wehmütig am Beckenrand herum und heult den Halbmond im Münchner Nachthimmel an, manch einer hat sogar seinen Partner überreden können, ihn in dieser schweren Stunde zu begleiten (man erkennt diese gnädigerweise mal mitgekommenen Partner an den knallroten Rücken- oder Schulterpartien, die sie sich an den Massagedüsen zugezogen haben, vor denen sie sich malträtieren lassen, während ihre bessere Hälfte schwimmt).

Ich bin wie immer allein hier, schwimme einige Bahnen mehr als sonst und rufe mir – wie jedes Jahr beim letzten Wassergang der Wintersaison – eben diesen Tag des Vorjahres in Erinnerung.
Und erinnere mich: wie es mir damals ging, was ich empfand und was ich dachte.
Damals, Ende April 2017, um so vieles kühler war’s, konstatierte ich fast ein bisschen triumphierend: „Ha! Diesmal wird dich die Schließzeit nicht so treffen wie sonst, da sie genau in die heiße Phase des Umzugs fällt, da saufe ich sowieso in all der Vorbereitungsarbeit ab und krieg‘ das kaum mit!“

Und heute?
Im Leben hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass ich genau ein Jahr später nochmal exakt denselben Gedanken haben würde!

So sehr ich Rituale auch schätze, hieraus möge bitte keines werden.

Schneeschwimmen.

Nach kurzem Duschen den langen Gang bis zum Ausgang laufen.
Sich mit der Glastür gegen den Wind stemmen, um ins Freie zu gelangen.
Wie viele Meter mögen es sein bis zum Beckenrand? 30, 40?
Im wilden Schneetreiben vorsichtig losgehen, bloß nicht -rennen, Rutschgefahr.
Einen Blick über die Schulter werfen, zur rot leuchtenden Digitalanzeige.
Minus 4 Grad. 21:56 Uhr. 17.01.18 (einen Tag später und es hätte perfekt ausgesehen).

Eisige kleine Schneeflocken krallen sich in die Wimpern, aus Trotz, weil sie auf der nassen Haut verdampfen.
Das Flutlicht, das bei Dunkelheit das Schwimmstadion beleuchtet, dringt kaum durch die dichten Schneeflocken.
Am Schwimmbecken angekommen mit klammen Händen schnell Schwimmbrille und Flossen anziehen.
Springen. Alles fühlt sich warm an, zumindest wenn man weit genug unter die Oberfläche taucht.
Nach dem Einschwimmen haben die obersten Wasserschichten ihre Anfangskälte verloren.
Ab dann zwei Genusszustände im Wechsel, einer schöner als der andere.

Bei der Kraulbahn landen die herabfallenden Flocken auf den Schultern und auf den Wangen.
Flocke links und Luftholen, zackzackzack, Flocke rechts und Luftholen, zackzackzack.
Wenden und auf dem Rücken zurück. Schnee fällt auf die Schwimmbrille, auf Hals und Gesicht.
Arm im Warmen durchziehen, raus ins Kalte, 180°C und wieder rein ins Wohltemperierte.

Der nachtschwarze Himmel, der watteweiße Schneesturm, das filmkulissenfahle Stadionlicht.
Rückenschwimmend ist keine Sichtanlage mehr zu erkennen, man muss nach und mit Gefühl schwimmen.
Oben Schwarzweißflimmern wie bei alten Fernsehern. Unten türkise Kacheln und der schwarze Balken.
Verstärkt das Monotone nur noch. Atem und Bewegung im völligen Einklang. Immer so dahin, hin und zurück.

Raus aus dem Becken.
Die Badeschlappen sind auf dem Boden festgefroren.
Drinnen wartet die heiße Dusche.
Ich liebe diese Winternächte in meinem Warmfreibad.

Song des Tages (9).

Warmmachen für den nächsten Beitrag.

Arbeitstitel: Was hat der Lago di Bonzo urlaubenden Hunde zu bieten?

Hurra – ein ganzes Ufer für mich allein!

In einem der saubersten Seen Bayerns plantschen, während sich Herrchen und Frauchen an der Wiesseer Skulpturen-Promenade von der Muse küssen lassen?

Nicht ganz wie Kopenhagens Kleine Meerjungfrau, aber mei!

Auf eine Chance hoffen, dem Ex-Captain des FC Bayerns das Leder abzujagen? Einen norddeutschen Pudelrüden aufreißen, der auf Besuch bei Frauchen im Medical Park ist?
Unter einem der schattigen Tische im Bräustüberl geduldig aushaaren, bis man ein Stück Bierbratl ergattert?

Aus der Serie „Dackelbadewannen“. Hier: Vor dem Tegernseer Bräustüberl.

Pippa besucht am Tegernsee in erster Linie ihren Opi. Der schießt zwar keinen Fußball mehr, bietet aber stets genug Schatten, Schutz und Schmankerl. Aber das taugt nicht wirklich als Tipp für andere Hundehalter.

Pippa und ihr „Opi“.

Mir wird schon noch was einfallen. Nächste Woche, nächster Anlauf.

War jedenfalls ein schöner Tag mit meinem Papa. Vorgezogener Vatertag quasi, da uns so eine Katastrophe wie 2016 nicht mehr passieren wird: Völkerwanderung zur Alm, 45 Min Anstehen für 2 Stück Kuchen, lauter besoffene Mountainbikevätertrupps um uns herum.

Abends dann nach 10 Jahren regelmäßiger Aufenthalte am Tegernsee zufällig festgestellt, dass es dort ein Freibad mit 50-Meter-Becken gibt. Wie konnte mir das entgehen? Blind vor lauter Vorurteilen („Das haben die bei dem Altersdurchschnitt eh nicht“)? Hätte man da nicht 1x in 10 Jahren wirklich gründlich recherchieren können? Unfassbar! Schönste Sportschwimmerbahnen, nix los, Wallbergblick beim Rückenschwimmen, ja toll!

Leider komme ich bislang weder einen Tag lang in Ruhe zum Arbeiten, noch ausreichend zum Fotografieren oder Nachdenken. Dafür hat mir der Handwerker, der hier gestern 7 Stunden geschuftet hat (unter anderem haben wir jetzt Licht!), am Ende des gemeinsamen Arbeitsmarathons die Hand gedrückt und gemeint, er nähme mich jederzeit als Assistenz mit. Denselben Satz habe ich doch schon vor 4 Wochen vom Schreiner gehört…?

Vielleicht wäre das ja eine Karriereoption. Am Ende des Tages zu sehen, was man geschafft hat – das hat schon was. Genug Bewegung hätte man dabei auch. Und abends den Kopf so leer, dass einem eh nicht mehr einfiele, was man sonst noch so wollte oder wollen könnte, wenn man nicht so dermaßen müde und geschafft wäre.

Erleuchtet und erschöpft grüßt
Die Kraulquappe (beinahe fertig mit dem Projekt „Umzug“).

Himmel der Bayern (17): Dante.

Steh wie ein fester Turm, dem nimmermehr die Spitze schwankt in sturmbewegten Tagen.
(Dante Alighieri, hoffentlich im Jahre 1307.)

Ich versuch’s ja.

Spitzen und Fixpunkte: Turm, Stadionscheinwerfer, Thermometer.
20 Grad zeigt es, man muss 4 abziehen für die Hauswand, sagt der Bademeister, aber auch dann sieht’s ja noch nach Frühling aus.

Beim Reingehen.

 

Beim Rückenschwimmen.

 

Beim ersten Barfußlauf über die Wiese.

 

Beim Blick aufs Thermometer (exakt in Bildmitte, neben dem „Restaurant“).

Nur Schwimmen, nichts denken. Wenn’s klappt, ist’s prima.

Winterluxusglück.

Wochenbeginn. Einkaufen gehen. Wäsche waschen. Hundefutter bestellen. Arbeitsplan für die Woche festlegen. Papierkram erledigen. Mailverkehr mit der Hausverwaltung ohne Wutausbruch über die Runden bringen.

Alltag eben.

Zwischen all den Pflichten mein Montagmittaghighlight: Eine ganze Stunde schwimmen.

Zur Traumzeit, zu der die Rentner weg und die Lehrer noch nicht da sind (die Feierabendschwimmer erst recht noch nicht). Nur ein paar kälteresistente Studenten, Freiberufler, Arbeitslose.

Bei Traumwetter – wildes Schneetreiben! – die paar Meter durchs Freie laufen, dem nur schemenhaft zu erkennenden Becken entgegen, die Schneeflocken auf der nackten Haut spüren, zu Frieren beginnen, dann der Sprung ins warme Freibad. Losschwimmen.

Brust, Kraul, Rücken – den ganzen Trainingsplan ungestört absolvieren können, keine Nervensäge, nirgends, kein Ausweichenmüssen oder Überholen.
Schwimmend staubt Schnee auf Gesicht und Arme-Schultern-Nacken.

Weil man vor lauter Schneefall keine zwei Meter weit gucken kann, schalten sie ausnahmsweise tagsüber die Stadionbeleuchtung ein, die ihr milchig-vernebeltes Traumlicht bis auf den Beckengrund aus Edelstahl schickt und es dort mit Hilfe der Wasserbewegung psychedelische Girlanden zeichnen lässt. Gibt es eigentlich ein Swimmer’s High?

Jedenfalls: Nicht zu toppen, das Ganze. Inklusive Chaffeurdienst hin und zurück, da der Gatte zur selben Zeit im Park den schneeverrückten Dackel bespaßt (quasi funsharing).

Wieder daheim erfrischt und zufrieden weitergewerkelt. Montag kann toll sein.

Einen schönen Start in die Woche wünscht euch
Die Kraulquappe.

Saisonende & Abendschwumm: Für D.

Vorgestern beendete das heimatliche Freibad die Saison – ein Pflichttermin für eine Kraulquappe, ebenso wie der Saisonstart.

Das scheint allen passionierten Schwimmern so zu gehen: Der Blogger Lutz Prauser berichtet z.B. in seinem Blog „Irgendwie ein Wassermann“ ganz Ähnliches.

Wobei mein Schwimmbad den Vorteil hat, ein Ganzjahres-Freibad zu sein, so dass sich Sommer- und Wintersaison quasi die Klinke in die Hand geben (wenn nur nicht diese beschissene 2-wöchige Revisionszeit im Frühjahr wäre…).

Allerdings kostet der Eintritt zwischen Mitte September (Saisonende) und Anfang Mai (Saisonbeginn) fast das Dreifache. Das ist angesichts der hohen Energiekosten, die angenehmst temperiertes Freiluftschwimmen im tiefsten Winter eben verursacht, schon auch ok so.
Ich gehe daher im Sommer besonders oft dorthin, um die immens hohen Schwimmkosten des Winters wieder „reinzuschwimmen“ bzw. auf einen moderaten Jahresdurchschnitt pro Eintritt „zurechtzuschwimmen“ (meine persönliche Mathematik).

Das Dumme an der Wintersaison, die bereits Mitte September beginnt, ist dieses Jahr: die Außentemperaturen haben jetzt nochmal so richtig einen auf Hochsommer gemacht, nur das Schwimmbad hat da nicht mitgemacht. Am 13.09. begann knallhart die Wintersaison.

Das heißt: Liegewiesen größtenteils gesperrt (egal, bin eh kein Rumlieger), 2. und 3. Außenbecken auch (schon schlimmer, weil sich dann alles im Hauptbecken ballt), Kinderplantschbecken zu (ein wahrer Segen, diese Ruhe), Kiosk ebenfalls (verschmerzbar, da eh nur Pommes und Steckerleis). Und: Becken schon mal aufgeheizt, ich tippe auf 28 Grad. Ein absoluter Graus, wenn es draußen auch 28°C hat und das Schwimmen somit keinerlei Erfrischung bietet.

Deshalb bin ich heute Abend mit D. nochmal an den Starnberger See gefahren.

Abkühlen im See, im weichen Wasser schwimmen, mit Picknick am Ufer sitzen, die Saison ausklingen lassen…

…bis die Sommersonne 2016 schließlich nach Motto „Wenn bei Starnberg die rote Sonne im Meer versinkt“ untergeht.

Danke, Sommer 2016, am Schluss hast du dir ja doch noch so richtig Mühe gegeben, dass wir dich in guter Erinnerung behalten!

Talk about a dream, try to make it real…

20160607_110806

So kann’s gehen. Da hat man das Freibad der Träume endlich erreicht (und es ist ein ganz schön weiter Weg bis dorthin: erst eine halbe Stunde mit dem Rad, dann weiter mit der U-Bahn, danach in den Bäderbus)…

20160607_123827

Tor zur Donauinsel Großes Gänsehäufel

…und dann haben die dort ihre ganz eigene Berechnung von 50 Metern.
In L-Form und zusätzlich noch irgendwie diagonal gemessen.
Der Bademeister raunzt mir auf mein irritiertes „Ist das hier das Sportbecken?“ ein „Jo eh!“ entgegen. 20 Ls, dann reicht es mir, offenbar bin ich kein geeigneter Um-die-Ecke-Schwimmer.

Nach einer Wanderung durch das Gelände…

20160607_111942

…gelange ich an den menschenleeren Donau-Sandstrand.

20160607_112038

Vorteil: 500m-Bahnen in jede erdenkliche Richtung (nur Obacht, dass man sich nicht in den Bojen verheddert).
Nachteil: Die Donau hat nur 21°C. Egal, eine Viertelstunde geht das schon mal.

Gut durchgekühlt geht’s zurück zu den Umkleiden…

20160607_111206

Karge Kästchen-Architektur

…zu Segment „L“ (nomen fuisset omen), nur für Frauen…

20160607_111302

Retro-Umkleiden

…und zu Fuß an der Donau entlang zurück zur UNO City…

20160607_123622

…weil der Bäderbus leider in einem Rutsch durchfährt und nicht an der Eisdiele hält, die ich nach diesem Ausflug nach Transdanubien nötig hatte.

20160607_124502

Coppa Consolazione con crema

Mir geht der uralte Song von STS durch den Kopf: „Aus der Traum, zerplatzt wia Seifenblosn, nix is blieb’n…“. Der Mythos „Gänsehäufel“ ist entzaubert, für alle Zeiten.
Ein schönes Freibad zwar, in toller Lage, am Fluss, aber zum Schwimmen nicht ansatzweise so traumhaft wie erträumt.

Macht nix.

Wieder eine neue Ecke von Wien gesehen. In Bewegung gewesen, in der Sonne gelegen, den Bauch vollschlagen und ausgiebig gratis gewuzzelt. Was will man mehr im Urlaub?!

20160607_094525

Der wahre Grund meines Reisens

Auf der Suche nach neuen Träumen grüßt euch
die Kraulquappe

Kraulquappe goes Gänsehäufel

Als ich überlegte, wo ich meine Auszeit verbringen könnte, kristallisierten sich nach einigem Grübeln vier Punkte heraus, die erfüllt sein müssen:

1.) Ein Ort, den ich bereits gut kenne und sehr mag (für Neuentdeckungen muss man in einer Stimmung sein, in der ich gerade nicht bin)
2.) Eine Wettervorhersage, die 4 Tage gutes Wetter verspricht (der viele Regen schlägt mir aufs Gemüt)
3.) Eine günstige Unterkunft mit 40×80-Kopfkissen (denn wenn ich nicht schlafen kann, hab ich nix vom Tag)
4.) Ein Schwimmbad mit 50m-Becken (hat man beim Schwimmen keinen Platz, geht man Baden)

Beim Recherchieren dieser Kriterien landete ich dann recht bald in Wien. Wettervorhersage passte, Railjet-Ticket für sensationelle 64€ hin und zurück, 4 Bäder mit 50m-Becken…

(Aus der Reihe: „Wenn Kontrollfreaks reisen“)

…und das Hotel zwar kein Musterbeispiel österreichischen Höflichkeitsgetues…

Room55

(Einbruch zwecklos, alle Namen und Nummern geändert!)

…aber in einem meiner bevorzugten Bezirke (5.-9.) gelegen, in Margareten, und erfreulich preiswert (52€ fürs Einzelzimmer, zwar klein, aber hell, nagelneu, blitzsauber, spitzenmäßig feste Matratze, auf der das richtige Kissen thronte).

Die durch die Nummerncodes geschürte Sorge, es könne sich um ein finsteres Schließfach handeln, verlor sich auch unmittelbar nach Betreten des Zimmers…

20160606_084838.jpg

Boxspringbett mit Fiaker

…nur der Fiaker hätte für meinen Geschmack nicht direkt neben dem Bett rasten müssen.

In Wien war ich ungefähr 12 Mal in meinem Leben; dass ich die Stadt von Anfang an mochte, lag zugegebenermaßen auch an den Umständen, unter denen ich sie kurz nach dem Abitur kennenlernte: es war Hochsommer, die Zukunft lag wie ein offenes, unbegeschriebenes Buch vor mir, ich tingelte mit leerem Portemonnaie, aber voll mit Träumen gemeinsam mit einer Freundin durch Neubau (7. Bezirk) und begegnete dort einer neuen Liebe (K., damals Medizinstudent, heute Psychiater). Mal wieder hielt ich es für die große Liebe, aber wir scheiterten bereits nach 4 Monaten an von Bahnfahrten und Auslandstelefonaten überzogenen Konten (für die jungen Leser dieses Blogs: jaaa, damals war langes Telefonieren noch ruinös teuer und der Begriff „flatrate“ noch nicht mal geboren!).

Meiner Wien-Begeisterung hat das Scheitern dieser Fernbeziehung keinen Abbruch getan, ich reiste weiterhin gern hierher und fand neue Lieben: das Café Sperl, das Burgtheater, Klaus Maria Brandauer, das Schnitzelschloss Concordia beim Zentralfriedhof, den Mohr im Hemd und das Cobenzl, um nur ein paar zu nennen.
Nur einen Wunschtraum konnte ich bislang nie in die Tat umsetzen (wegen der Jahreszeit, des Wetters oder einer Kollision mit den Interessen meiner Begleitung): einen Besuch im Gänsehäufel. Wer es nicht aus Fendrichs Strada del Sole kennt: Da latscht man nicht etwa in den Exkrementen von Gänsen herum, sondern das Gänsehäufel ist eine bewaldete Sandinsel im 22. Bezirk, die als Badeanlage genutzt wird. Soll eines der schönsten und größten Freibäder Europas sein. Es gibt so Orte, an die es einen ja allein wegen des Namens zieht.
Und als Kraulquappe möchte ich eben überall, wo ich mich länger als drei Tage aufhalte, auch Schwimmen gehen.

Diesmal wird es klappen, selbst wenn ich bei bewölktem Himmel als einziger Badegast dort über die nasse Wiese dem Becken entgegenfrösteln sollte. Wonach es nicht aussieht.

image

Einen guten Wochenbeginn wünscht euch

die Kraulquappe – am Citybike-Stand, wo sich die Freude in Gang setzt (trotz neuer Nummerncodes).

image

Waiting on a sunny day

Nach dem Pokalsieg am Samstag war uns noch genau ein sonniger Tag vergönnt…20160522_173525… den wir wandernd mit Blick auf das Zuhause des Pokalsiegers und unsere Heimatstadt verbrachten …20160522_172859… und an dem Mann und Hund bereits voller Dynamik die Vor-Vorrunde der EM einläuteten.
20160522_175004(So dynamisch, dass man es kaum festhalten konnte)

20160522_175006

Seitdem heißt es wieder Frieren und Nasswerden.

Trost gegen das trübe Dauergrau?

  • Heute ist Tag 1 meines persönlichen Adventskalenders: in 24 Tagen kommt Springsteen nach über drei Jahren mal wieder hier vorbei (ok, als er zuletzt im Mai 2013 hier war, hatte es 5 Grad und hat sintflutartig geschüttet, der Gitarrist musste seine klammen Hände an der Teetasse auftauen…).
  • Das Freibad ist nahezu menschenleer. Renter bleiben wegen der Kälte fern, Studenten nutzen das schlechte Wetter zum Studieren, der Pfingstferientrubel hat sich auf wärmere Orte verlagert. Selten für 3,10€ so entspannt geschwommen.
  • Man kann nach zwei Stunden Gassigehen im strömenden Regen wieder ein Wannenbad nehmen, sich dann mit der Wolldecke aufs Sofa verziehen und ausgiebig der Niedertracht und dem Mobbing unter Top-Juristen widmen (aktuelle Serie: „Damages“).

Aus der Badewanne grüßt euch –
Die Kraulquappe

frog-1249568_1280