Anybody alive out there? oder: Zwölf Tage im Zeitraffer.

Bevor sich die Nachfragen häufen oder die Sorgen intensivieren: Jaja, wir leben noch.

Nach all der alpinen und mentalen Erhabenheit folgten der Abstieg ins Tal und die Erkenntnis, dass es erstmal nichts mehr zu sagen gibt, weil für den Augenblick das Sagbare tatsächlich gesagt war, und das Unsagbare ja sowieso ein solches bleiben würde, zumal uns zu Tale bereits nach kurzer Zeit ein paar Unsäglichkeiten ereilten, die zu überstehen waren und mittlerweile auch überstanden sind.

Zu guter Letzt noch eine erfreuliche Serie an sagenhaft schönen Begegnungen und Unternehmungen, die viel Zeit gebunden und Aufmerksamkeit gefordert hat – und schon waren zwölf Tage ins Land gegangen (oder ins Wasser) und nun sind wir wieder da, wobei wir ja nie weg waren, nur eben nicht hier.

*****

In Bildern ausgedrückt war’s ungefähr so (chronologisch sortiert, aber unter Auslassung diverser Lowlights & Details & misslungenen Bildmaterials):

Big sisters are watching you! – der Abstieg aus dem Wettersteingebirge…

…und direkt danach ins Alpspitz-Bad: 70er Jahre Charme, wettgemacht von einem traumhaften 50m-Außenbecken mit Alp- und Zugspitzblick.

Wieder daheim gings dann los mit den Begrenzungen und dem Bierzeltaufbau…

…und den Versuchen, der Hitze zu trotzen & Nachfragen zu verneinen („Ui, haben Sie das nasse Handtuch für den Hund bewusst in Bierbankfarbe mitgenommen?“)…

…und schließlich testet das Dackelfräulein Ende Juli bei 33 Grad und mit kühlem Frottee umwickelt noch sein neues Front-Körbchen (mittlerweile haben wir uns auch beide an das Ding gewöhnt, sind nun in 7 Min an der Isar statt vormals in 15 – und damit noch schneller im Wasser und weg vom Asphalt, falls der wieder mal zu heiß werden sollte)…

…und dann kam (unter anderem) das hier: nennen wir’s einfach mal die „Nachwirkungen“ der etwas speziellen Hüttentoilette oder des abgestandenen Wassers aus der Zisterne oben auf 2.400m…

…jedenfalls taperte ich zitternd und delirierend und mit der bangen Frage durch die Wohnung, ob der Hund womöglich zum Geodreieck mutiert ist oder einem der fiese Virus den Blick so vernebelt…

…derweil im benachbarten Frankreich the Boss himself M&M’s kauft, so dass man gleich nochmal ins Grübeln kommt, ob man nicht doch zu voreilig den Freunden die Silvesterreise in die Bretagne abgesagt hat.

Naja, und dann kam noch das hier: Sie sehen’s ja am Pfötchen…

…aber kaum waren wir wieder am Wasser angelangt, tauchten die Sorgen gleich ein bisschen unter…

…und das Fräulein und ich all unsere Flossen in den See…

…was eine wahre Wohltat war: mal wieder einen See komplett zu durchschwimmen, sogar mit Berg- und Klosterblick (schwer zu erkennen, Pippa übt das Fotografieren mit dem Smartphone noch).

Baden in Bayern, aber richtig und züchtig!

Anschließend auf Wasserwegen durchs Moorgebiet gewandert…

…hinüber nach Reutberg auf ein Feierabendbier aus der Klosterbrauerei (eine der vielen tollen Touren aus dem beliebten Buch „Wanderungen für Leib und Seele 😉 )…

… und am Tag drauf noch Besuch von der Freundin aus Braunschweig, die einen in allen Hundesorgen so gut versteht, weil sie selbst einen hat…

…und gemeinsam einen herrlichen Spazier- und Sprechmarathon am Starnberger See absolviert, mit der schönen Aussicht, sich schon in Kürze wiedersehen zu können.

In der Hoffnung, hiermit die meisten Nachfragen beantwortet zu haben, grüßen herzlich  –
die Kraulquappe & das Dackelfräulein.

Tochter sein.

Ein wattierter Tag neigt sich seinem Ende zu.

Es gibt nicht viele dieser wattierten Tage, aber heute war einer von ihnen.

Abendstimmung in Farchant (mit Blick zur Zugspitze).

Morgens eine Impuls-Ampulle vom Arzt des Vertrauens bekommen. In ihrer Wirkung eine Art mentale Lebensversicherung (oder besser: -zusicherung). Das Besprochene will ich mir jedenfalls merken und es verinnerlichen oder veräußerlichen, je nachdem.

Anschließend mit dem Rad weiter, einmal quer durch die Stadt, zum Lieblingsbad. Odeonsplatz-Briennerstraße-Königsplatz-Nympenburgerstraße, ein bisserl wie eine Stadtrundfahrt, alles strahlt in der Sommersonne so hell, klar und freundlich. München ist schon schön. Das sage ich auch dem Ex-OB, der zufällig neben mir an einer Ampel steht.

Im Freibad die bevorzugte Bahn fast für mich gehabt, keinerlei Gedränge und Beckenquallen. Weiches Wasser umgibt mich, hält mich, trägt mich, verleiht mir Auftrieb. Frisch geduscht und mit dem ultimativen Sommergefühl (= mit nassen Haaren Radfahren) zum Lunch zu D.

Lunch ist an sich gar nicht mein Wort, erst recht nicht für so ein Brotzeit- &Gesprächsstündchen mit einer Freundin, aber heut schreib ich es hin: Lunch. Weil ich D. mittendrin eine Frage stelle, die eine Vokabel mit demselben Seltenheitswert wie Lunch enthält, nämlich Nagellack. Ich frage sie spontan: Sag mal, hast du einen Nagellack da?

Sie hat. Und nicht nur einen. Ich wähle den blauen Lack. Und dann tue ich es und lackiere mir zum ersten Mal in meinem Leben die Zehennägel (mit den besten Grüßen an Dr. T.). Blau, ha! War mir plötzlich danach.

Nach dem Lunch mit den neuen blauen Nägeln das Rad zum Radladen des Vertrauens gebracht, weil mir das Geschäft im neuen Viertel nicht zusagt (komische Zeiten, unzuverlässig, chaotisch, und da es heut um was Größeres ging, kam der Laden echt nicht in Frage). Ohnehin bin ich vom Typ her Stammkunde: wenn ich mich einmal ge-/erkannt, gut bedient und wohl fühle, bleibe ich ewig treu (Stammkunde sein ist wie gute Gewohnheiten oder liebgewonnene Rituale pflegen: es entlastet so herrlich von dem ständigen Orientierungs- und Entscheidungszirkus, erspart einem meist auch Skepsis und Ärger).

R., der nette Radladenchef berät mich super in Sachen Zweitkorb. Der ist für das Dackelfräulein gedacht und da muss was Stabiles her (ich will sie vor dem Lenker haben und nicht hinterm Sattel und schon gar nicht in einem Anhänger), und als der R. sogar noch eine Idee vorträgt für eine gepolsterte Auflage fürs Dackelkinn (obwohl Hunde ja gar kein Kinn haben), ist mir zutiefst klar, dass ich hier auch die nächsten Jahre mein Rad herbringen werde.

Nach dem Abendessen meine Sachen gepackt, dem Gatten und Pippa Adieu gesagt und eine Stunde später im Zugspitzland wieder ausgestiegen.

Garmisch, Burgrain. Jugendherberge. Die erste mit einem Alpinstudienplatz. Vor 10 Jahren hat der Papa hier seinen Abschied von 40 Berufsjahren gefeiert, dieses Haus war sein letztes großes Projekt.

Zehn Jahre später spaziere ich nun noch einmal in dieses schicke Haus hinein – und siehe da! – da ist es ja glatt noch einmal, dieses vertraute, alte Gefühl: Tochter sein.

An der Rezeption meinen Namen sagen, die Reservierung liegt im Extrafach bereit, auf der Rechnung steht ein Sonderpreis, das Bett ist bereits bezogen, das abendliche Getränk geht aufs Haus und „bitte grüßen Sie Ihren Vater herzlich von uns„. So war das früher immer, wenn ich irgendwo in Bayern unterwegs war.

Ich stehe in meinem Zimmer und gucke aus dem Fenster. Die Alpspitze leuchtet im Abendrot, das Wettersteingebirge räkelt sich in den letzten Sonnenstrahlen. Wirklich eine privilegierte Lage für eine Jugendherberge.

Und mir ist bewusst, dass ich nun wohl zum letzten Mal diese Art von Tochter sein genieße, inklusive einer Nacht im Stockbett, in einem Viererzimmer für mich allein (mit 47 schläft man jetzt freiwillig unten, früher wär das niemals in Frage gekommen).

Kurz bevor ich sentimental werden könnte, klingelt das Handy. Der Papa ist dran und will wissen, ob ich gut angekommen sei und ob im Haus alles geklappt habe. Natürlich, Papa, sage ich, – ich bin ja schon groß!

Ein wattierter Tag neigt sich seinem Ende zu.

Danke dafür.

High (with a little help from my friends).

Dankedankedanke.

Für den schönen Tag, die tollen Überraschungen und all eure Gedanken, Worte, Taten, Freundschaft und Liebe!

(Einzelwürdigung folgt natürlich, aber nicht hier.)

Theorie und Praxis: Verschlusssachen.

Gestern Abend eine längere theoretische Unterweisung zur Vorbereitung auf den beruflichen Part der Skandinavienfahrt im Spätsommer.

Der Physiker hat seine Systemkamera in die Kneipe mitgebracht und hält mir eine 3 Getränke und 1 große Mahlzeit überdauernde Vorlesung zu Brennweiten, Verschlusszeiten, Schärfentiefen, Bildsensoren sowie Grenzen und Möglichkeiten eines Reisezooms, das er mir – etwas verblendet von seinen drei Gläsern Riesling – schlussendlich sogar zum Geburtstag spendieren möchte, sofern mir zuvor der Papa den entsprechenden Body gesponsert haben würde (denn ohne Gehäuse braucht man auch kein Objektiv, so viel habe ich am Ende des Abends bereits gelernt ;-)).

So schön Beschenktwerden ist – man sollte mit dem Geschenk ja idealerweise auch was anfangen können, und als mein Blick beim konzentrierten Zuhören auf das Bordbuch fiel, das der Physiker während seiner Ausführungen neben sich und seiner SONY liegen hatte, wurde mir etwas schwummrig, denn der für meine Profession zwar sicher überfällige und sinnvolle, aber doch enorme und nahezu quantensprungartige Wechsel von einer alten, ausgeleierten Kompaktkamera zu so einem Schwergewicht von Systemkamera samt Zubehör, erschien mir doch nicht ganz so simpel in Übergang und Handhabung wie es der Physiker ebenso begeistert wie mutmachend darzustellen versuchte.
(Schenke man mir bitte ein Fass voll Geduld, dazu ein nett illustriertes Kinderbuch à la „Conny lernt knipsen“ und später ein begleitendes Manual in Comic-Form!)

Heute dann ohne fremde Hilfe die erste praktische Reisevorbereitung getroffen: das wichtigste Kraulquappen-Utensil für den privaten Part des Aufenthalts in Schweden ist besorgt worden!

In skandinavischen Schwimmbädern gibt es nämlich nirgends Spinde mit Münzeinwurf, Schlüsselbändchen, Chip-Armbändern oder sonstigen hierzulande möglichen oder unmöglichen Verschluss-Varianten, sondern jeder muss sein Schloss selbst mitbringen. (Der Plural von „Spind“ hört sich ungewohnt bis gruselig an, stimmt aber.)

Auf der letzten Schwedentour hatte ich ein ausrangiertes, kleines Kellertürschloss dabei, das neben seiner Schwergängigkeit (klemmte wie blöd) und Hässlichkeit (Leukoplastbraun mit Platzwunden) vor allem zwei gravierende Nachteile hatte: entweder war der Bügel zu eng und das Umkleideschränkchen ließ sich damit gar nicht absperren oder der notdürftig an einem Gummiband befestigte Schlüssel kratzte mich während des gesamten Schwimmens am Hand- oder Fußgelenk.

Nun für 12€ die Profi-Version erstanden: Größeres U des Bügels und damit hoffentlich alle Schranktürschlossmodelle Schwedens mühelos umgreifend sowie kein doofer, pieksender und verlustanfälliger Schlüssel, sondern eine frei wählbare Zahlenkombination, die man – mit Bedacht gewählt – niemals verlieren wird, weil man sie schon ein Leben lang mit sich herumträgt.

Noch dazu diese positive Farbgebung: je nach Lichteinfall sonnengelb strahlend bis gülden funklend, jedoch mit leicht herber, dezent warnender Senfnote im Abgang (wie ein unterschwelliges und hoffentlich wirksames „Finger weg von diesem Schrank!“).

Ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit dieser Wahl.
Kann ich sagen: „Ich hab mir dieses Jahr zum Geburtstag ein Schloss gegönnt!“ (muss ich gleich an den chinesischen Studenten denken, der mal auf einen Gefallen hin, den der Gatte ihm erwiesen hatte, in seiner Dankes-Email schrieb: „Sie haben ein Gut bei mir.“, ein Schlitzohr, dieser Student, denn es blieb bei den großen Worten).
Ein Schloss! Das klingt doch nach was!

Lediglich die auf dem Schloss eingestanzte 145/30 irritiert mich ein bisschen: Was will mir dieser Code sagen, in einer so denkwürdigen Woche und Lebensphase?

Nun aber weiter mit der Arbeit, damit damit da noch im alten Lebensjahr was abgeschlossen wird!

10 Dinge, die ich in 5 Jahren Bloggen gelernt habe.

WordPress gratuliert mir morgens um kurz vor 4 zum 5-jährigen Jubiläum. Zeit für ein kleines Resümee.

1. Die Blogosphäre: Eine unendliche Spielwiese für Identitätsentwürfe aller Art und Unart. Ein Blick durchs Schlüsselloch in die Reinräume diverser Selbsttherapien und in die Verliese vermeintlich Austherapierter – ein weites Feld und noch mehr, das alles.

2. Zwischen bloggender Kunstfigur und realer Person hinter Text/Bild unterscheiden zu können, ist gleichfalls Kunst. Eine, die ich mangels diesbezüglicher Phantasie oft nur ungenügend beherrsche.

3. Es gibt Blogger, die unter lautstarkem Vorgeben von Authentizität schreibenderweise eine komplette Biographie erfinden. Um sich dann ganz authentisch darüber zu freuen, wenn andere das lesenderweise für bare Münze nehmen.

4. Man kann überall Freunde finden. Auch in der World of WordPress.

5. Beim Bloggen über Fußball hört der Spaß auf. Bei bestimmten Vereinen sowieso.

6. Worte verbinden nur dort, wo Wellenlängen übereinstimmen. Da hatte Max Frisch schon recht.

7. Dass jemand Follower wird, heißt noch lange nicht, dass derjenige dir folgt (im Wortsinne) oder dem, was du schreibst, folgen kann (im Hirn- oder Humorsinne). Und es heißt erst recht nicht, dass er deinen Blog aufmerksam oder überhaupt verfolgt.

8. Ein Like bedeutet manchmal weder, dass der Liker deinen Beitrag gelesen hat, noch, dass er ihm gefällt. Manchen rutscht einfach nur die Maus oder der Finger aus.

9. Ein Dackelfoto (be)wirkt mehr als 1000 Worte. Diese Erkenntnis sollte womöglich ernster genommen werden (doch besser zu Instagram auswandern?).

10. Mehrere Fotos von zwei Dackeln (wie gestern) – und die Aufrufzahlen gehen durch die Decke (ich bin noch nicht im Stande, „viral“ korrekt in einen anständigen Satz einzubauen, daher die altmodische „Decke“, aber immerhin eine im Altbau). Das gibt mir ziemlich zu denken.

Sie hat manchmal wollen den Sonnenschein auf ihren Hut stecken und die Abendröte umarmen.

[Blogbeitragsüberschrift frei nach Adalbert Stifter]

Weil die liebe B., die derzeit in N. auf U. weilt, sich schon latent sorgt, ob wir womöglich im See oder Freibad ertrunken sein könnten, weil es hier derzeit etwas ruhig geworden ist, nun ein kleines Lebenszeichen in Bildern, quasi eine Dokumentation so mancher Stationen oder Aktivitäten der letzten Tage:

Ausflug an den Ammersee: Diesmal Westufer, wieder viele Fotos, vor allem von Fräulein Seehund…

…aber auch von den Sehenswürdigkeiten in Dießen.

Erstes Selfie mit dem neuen Handy: Schön schattig, das kaschiert fast alle Falten.

Begleitung hatten wir auch: Meinen großen Freund S. und seine Kamera, die viel besser ist als meine.

Wanderung von Dießen zur Schatzbergalm: Könnte eine sehr schöne Tour sein, wenn wir nicht auf dem Schatzberg von einer Mückeninvasion heimgesucht worden wären.

Szenen auf dem Tisch: Die König-Ludwig-Desinfektion der Mückenstiche von innen.

Szenen unter dem Tisch: „Warum esst ihr was und ich krieg nur einen doofen Napf voll Wasser?“

Der Sommerhitze trotzen: Erfrischung, und zwar für alle (sagt auch die Abendzeitung – ich check nur nicht, was die Gourmets mit Baden zu tun haben).

Absurd: Die längste Hundewurst der Welt, aus ihrem 60cm x 75cm-Korb gerutscht.

Mein erstes Erfolgserlebnis auf Balkonien (von der blauen Hortensie wollen wir lieber schweigen).

Pfingsten in München: Englischer Garten, große Gassirunde, Rast im Aumeister.

Clever Shoppen: Am Tag nach dem Mega-Unwetter im Münchner Westen in einen Pflanzenmarkt im Münchner Westen fahren und die wegen Topf- und Blattschäden stark reduzierte Ware als Ersatz für so manch misslungenes Balkonprojekt mitnehmen.

Unterschlagen wurden in dieser bunten Auflistung:

  • diverse langweilige Büroarbeiten
  • stundenlange Recherchen für den nächsten Magazinbeitrag
  • einige Akquisitonstätigkeiten
  • Matthias Forenbacher in Endlosschleife hören
  • zeitaufwändiges Einbalsamieren der zehn fetten Mückenstiche nach dem Ausflug mit S.
  • alle weiteren Haushaltstätigkeiten der letzten sechs Tage
  • zwei Läufe im benachbarten Park
  • zwei Schwimmbadbesuche, einer davon mit Kampfeinsatz (Pfingstandrang, Beckenquallen, Randspringer)
  • Kauf und Zubereitung eines sündteuren Bio-Rindersteaks zur Aufrechterhaltung des Ferritinwerts
  • kontemplative Stunden mit Sonne und Weißbier auf der Parkbank vorm Haus
  • Installation eines neuen Handys inkl. Datenübertragung vom alten Handy
  • Reiseplanungen für den Spätsommer samt haarsträubender Mailkommunikation mit etlichen Hotels im Ausland, die sich erdreisten, für einen kleinen Dackel pro Nacht 25€ kassieren zu wollen, was jeweils in keiner Relation zum Zimmerpreis für den Menschen steht
  • extensiver Konsum von Huberbuam-DVDs in den späteren Abendstunden, um den nachfolgenden Träumen ein paar neue Impulse zu geben (leider die 3D-Brille nicht vertragen)

Herzliche Grüße an die Leserschaft & der lieben B. noch eine erholsame Zeit an der Ostsee!
Die Kraulquappe.

Hello sunshine & hydrangea, so blue.

Gestern Nacht schon wieder eine Whatsapp-Botschaft von T., der gerade mitten im Umzug steckt und mich alle Nase lang wegen rechtlicher Fragen kontaktiert.
Aber der Terror lohnt sich. Guck ich mir die Tage seinen uralten Mietvertrag von der Wohnung, die er nun verlässt, genauer durch und kann ihm sofort sagen: Musst du nix renovieren, starrer Fristenplan usw., hat der Vermieter keine Schangse. Besenrein, Bohrlöcher zu – und tschüss.

Der erleichterte T. meint daraufhin, jetzt hätt‘ ich was gut bei ihm. Ich möchte, obwohl er sich nun ein paar Hunderter spart, nicht maßlos sein und eine Reise nach Lissabon oder Turku vorschlagen, obwohl ich da schon immer mal hinwollte, sondern nenne ihm einen anderen Herzenswunsch: eine blaue Hortensie.
T. ist sofort sehr einverstanden mit der blauen Hortensie, wahrscheinlich sogar erleichtert, dass es kein roter Fächerahorn oder ein Zitronenbaum sein soll.

Seit über zwölf Jahren sehne ich mich nach einer blauen Hortensie. Seit damals, als ich mit U. in dem Haus (kleine, steinerne Villa in Hanglage, sogar irgendwas mit romantica im Namen) am Lago Maggiore war – eine überwiegend schreckliche Erinnerung übrigens, was ganz und gar nicht am Lago Maggiore lag – da stand der große Garten voll mit blauen Hortensien.
Neben der Aussicht, dem See, den Bergen, dem guten Wetter und dem köstlichen Eis in Piazzogna, war das mit Abstand das Beste, das dieser (erste und letzte) Urlaub mit U. zu bieten hatte. Blaue Hortensien, wohin das Auge nur blickte.

Heute dann die große Gassirunde in den Münchner Westen verlegt, wo das große Gartencenter ansässig ist. Die bieten gerade ein paar Tage lang einen kostenlosen „Einpflanz-Service“ an.
Bring your own Topf, buy some flowers – und die Erde & Arbeit schenken sie dem treuen Kunden. Ich muss das nutzen, mein Ellbogen ist vollkommen im Eimer von den anderen Arbeiten auf unserem Balkon (24 kaputte Holzfliesen, noch vom Vormieter, ins Auto geschleppt und auf dem Wertstoffhof entsorgt, und fragen Sie nicht, wie es unter den 24 Holzfliesen aussah).
Am Telefon erfrage ich die günstigste Zeit, um nicht in eine ellenlange Schlange zu geraten, schließlich habe ich das Dackelfräulein dabei und die kann Shopping, Warten und Rumstehen nicht leiden. Die Dame am Telefon nennt mir die beste Stunde, von 13 bis 14 Uhr, denn Da san d’Leit beim Essen.

25 Grad, die Sonne knallt vom Himmel runter, der Parkplatz ist gut voll. Ich packe Pippa auf einer Matte oben in den Einkaufswagen, das haben wir noch nie gemacht, aber das funktioniert prima, so ein Dackel hat wirklich praktische Maße.

Und man kommt so auch gleich viel leichter durch den Markt, weil alle zur Seite huschen und mitleidig gucken, wenn sie das etwas unglücklich dreinblickende Hündchen sehen, das sich die Ladefläche nach und nach mit großen Blumentöpfen teilen muss und sowieso nicht begeistert ist von den im unteren Wagenteil klappernden Tontöpfen.

Seien Sie versichert: es ging ihr gut dort oben, sie hat einfach einen Hang zum dramatischen G’schau, im Grunde ist sie nämlich froh, mit dabei zu sein, und hernach waren wir im Wald und am See, dem Tier geht es also prächtig und es hat auch was vom Tag gehabt, ehrlich! Und ich habe nun eine blaue Hortensie und freue mich sehr daran.

Zurück zu gestern.
Die Whatsapp-Nachricht von T., die er kurz vor der Geisterstunde sandte, bot leider keine Gelegenheit, mir noch durch Hobby-Juristerei eine weiße Hortensie zu verdienen, denn ausnahmsweise hatte T. mal keine Frage zu Schönheitsreparaturen, Wohnungsübergaben oder selbst verlegtem Laminat, sondern er schickte mir ein Foto und zwei Zeilen dazu.

Schlaftrunken blinzelte ich auf das kleine Display und erkenne einen Gaul. Überschrift „Western Stars“.

Ja, Umzüge sind ätzend, anstrengend und zum Davongaloppieren. Oder was will er mir sagen?

Dann setzte ich meine Brille auf und las: Mr. Springsteen hat ein paar ominöse Fotos auf Instagram veröffentlicht und die Fan-Gemeinde damit in Aufruhr versetzt. Irgendwelche Wüstenfotos: Bäume, Sonne, Pferde, Sand.
Die Gerüchteküche brodelte sofort los wie wild, denn seit fünf Jahren hat uns Bruce Almighty keinen neuen Song mehr geschenkt – nicht einen Ton, nicht einen Vers. Wir sind am Verhungern und Verdursten. So gesehen passt das mit der Wüstenszenerie schon recht gut.

Heute Nachmittag dann die Bestätigung vom „Rolling Stone“: Der erste Song kommt bereits morgen raus, das Album dann Mitte Juni. Was für gute Nachrichten!

Ostern ist kaum vorbei, da legt uns Bruce noch ein Ei ins Nest: Hello sunshine!

Ich informiere sofort meine paar Fan-Freunde. Alles freut sich. So sehr, dass wir alle zusammen gnädig drüber hinwegsehen wollen, dass die erste Auskopplung den Titel „Hello sunshine“ trägt, denn – herrje! – das klingt verdammt nach „Queen of the supermarket“, also einem dieser Songs, die mir nichts bedeuten, weil sie einfach nur öde dahinplätschern und man in ihnen nichts außer der gesamten Saturiertheit unseres verehrten Barden aus New Jersey hört, weil ihnen jeglicher Hauch darkness abgeht (von lyrischen Untiefen wie in Nebraska wollen wir gar nicht erst sprechen, sowas gab’s eh nie wieder), die seine depressiven Phasen so zauberhaft umwitterte, und weil es ihnen aber ebenso an der authentischen und saftigen Vitalität eines „Badlands“ oder „Prove it all night“ mangelt.

Nun ja, wir werden es hören und spüren.

Jedenfalls ein guter Tag heute: früh aufgestanden, viel geschafft – und draußen fühlte sich’s schon nach Sommer an.

Bathing beauty.

Wien (5): Äußerln & Innerln – ein Dankeschön.

Nachdem wir nun unwürdige lokale Gegebenheiten wie diese…

Ein Gackerlplatz, übersät von Hundstrümmerln, in der Mittn der Soachbaam: das Fräulein würde keine Pfote in solch ein Areal setzen!

…ausgiebig ausstalliert haben, ist es höchste Zeit für einen expliziten Dank.

Der gilt unserer Freundin S., die uns den wunderbaren Schwarzenbergpark gezeigt hat, wo man mit de Hunderl ned nur kurz äußerln gehn kann, sondern wo sie tatsächlich ohne Leine geduldet werden und sich endlich mal bewegen können.

Liebe S., die dreistündige Tour unter deiner kundigen Führung hinauf zum Hameau und hinüber zum Roan, wo uns dann die herrlichen Marillenpalatschinken erwarteten, hat uns nicht nur den Highscore der in Wien an einem Tag gelaufenen Kilometer beschert, sondern große Freude gemacht.

Und nicht nur ein schönes Äußerln hast du uns organisiert, sondern durchs zuverlässige Innerln (wie man das in Innenräumen stattfindende Dogsitting in Wien ab sofort zu nennen pflegt) hast du uns einen sehr entspannten Abend im Burgtheater ermöglicht – vielen Dank für alles & bis bald wieder!

Himmel der Bayern (56): Badesaison eröffnet!

Seesonauftakt!

Manch Unangenehmes diese Woche zu einem Abschluss oder zumindest auf den Weg gebracht (Gesundheit, Finanzamt,…), endlich den Winterdreck aus dem Auto gesaugt und von den Fenstern geputzt, als Konsequenz davon den kaputten Ellbogen mal wieder zum Orthopäden gefahren, neue Aufträge an Land gezogen und terminiert.

Als Übernächstes dann: „Auf vier Pfoten durchs Fünf-Seen-Land“, bald kann ich meine eigenen Überschriften nicht mehr hören, aber diese hier lag einfach auf der Hand bzw. der Pfote, und ich find’s ja prinzipiell ganz wunderbar, über Touren in der Heimat schreiben zu können.

Frühling lässt`s weiß-blaue Band wieder flattern durch die Lüfte (frei nach Mörike)

Gestern allein am Starnberger See, heute mit meinem großen Freund S. raus zum Ammersee, so kann man die Woche ausklingen lassen – findet auch das Dackelfräulein, und tunkt die Pfötchen erstmals nach diesem langen Winter wieder in die geliebten Gewässer.

 

Haben Sie ebenfalls ein schönes Wochenende!

Tschakka oder: Pippa in Akka-Akka-Land.

„Spiiiiiielen bitte!“ (Akka von Kebnekaise & Philippa vom Schwindauer Land)

Lieber S.,

hier bricht allmählich eine gewisse Unruhe aus.
Ich merke sowas sofort und beobachte dann argwöhnisch das Geschehen. Dinge werden im Flur bereitgestellt, der Oberhund läuft geschäftig durch die Wohnung und springt früher als gewöhnlich unter die Dusche, mein Futter für den Nachmittag wird in eine Box gepackt und soeben hat man auch noch mein Körbchen neben die Wohnungstür gestellt – ein sicheres Indiz dafür, dass in absehbarer Zeit ein Aufbruch ansteht. Ich habe mich justament wie ein Fragezeichen mitten in den Flur gesetzt und soeben die Antwort bekommen: Ich darf nachher einige Stunden bei dir verbringen.
Tolle Sache! Leg schon mal dein Ohrentrockenwischhandtuch bereit!

Ich bringe dann die Akka zu dir mit. Die fliegt in meiner Schnauze durch deine ganze Wohnung – und du hinterher! Du wirst sehen: das ist mega, das fetzt total – und wir können das gern eine Stunde lang spielen. Oder zwei. Graugänse sind ähnlich ausdauernd wie Dackel.
Anschließend vielleicht ein bisschen ruhen? Zum Beispiel in deinem Bett? Gern unter der Decke, ich liebe Höhlen und Wärme.
Lesen oder Fernsehen is‘ dann nicht, denn ich möchte in deiner Kniekehle liegen, was bedeutet, dass du auf der Seite liegen musst und so kannst du ganz schlecht lesen oder fernsehen. Wenn du dich mal umdrehen musst, dann bitte so, dass ich dafür meine Liegeposition nicht verändern muss, okay? Wir Hunde brauchen viel Ruhe, damit wir uns von der anstrengenden Aufgabe, die Zweibeiner zu erziehen und auf Trab zu halten, angemessen erholen können.

Um 15:58 Uhr wecke ich dich. Du hast dann zwei Minuten Zeit, dich aus der stabilen Seitenlage hochzuhieven und in die Küche zu gehen. Bitte ohne Umwege. Am besten geh ich voraus, damit du dich nicht verläufst. Der poplige Pott, mit dessen Inhalt man mich seit 7 Jahren um 16 Uhr abspeist (und das nicht mal pünktlich, so dass ich mir beibringen musste, die Uhr zu lesen), ist – hinter vorgehaltener Pfote und mal ganz unter uns gesagt – ein Witz und geht bestenfalls als Appetizer durch. Ich hoffe, du hast noch Hühnchen oder Rouladen oder wenigstens mehrere Sorten Käse in deinem Kühlschrank. Und zum Digestif könnten wir gemeinsam auf deiner neuen Couch einen großen Topf Sahnequark ausschlecken, was meinst du?

So um 18 Uhr schauen wir draußen mal nach dem Rechten. Außerdem zieht das viele Spielen und das noch vielere Essen gewisse geschäftliche Besorgungen nach sich, deren Erledigung uns dann aber einen ruhigen Abend sichert.
Damit wir auch draußen Spaß haben, könntest du den Vormittag ja noch dazu nutzen, eine kleine Schnitzeljagd durch dein Viertel vorzubereiten. Ich bin ein top-ausgebildeter Spürhund und finde alles! Es muss auch nicht Schnitzel sein (wobei das erfreulich wäre), ich nehme auch Leberkäsreste und zur Not auch tiefgefrorene Gurkenscheiben, die aus Burgern rausgezupft und weggeworfen wurden. Oder du besorgst noch ein paar Hasenköttel oder Pferdeäpfel.

Anschließend könnten wir uns zusammen auf deiner Couch ausstrecken – wenn ich mich ausstrecke, bin ich übrigens 1,50m lang, so dass du deine fast 2 Meter vielleicht etwas zusammenfalten müsstest? – und einen Hundefilm anschauen. Bitte komm‘ mir nicht mit „Lassie“ oder „Ein Hund namens Beethoven“. Ich bevorzuge ganz großes Gefühlskino: „Wolfsblut“ zum Beispiel oder „Wendy & Lucy“ oder, wenn wir’s nicht allzu dramatisch werden lassen wollen, auch „Die Peanuts- der Film.“. Du wirst schon was da haben und wenn nicht, räumen wir halt weiter deinen Kühlschrank leer.

In diesem Sinne: Tschakka & uns beiden einen schönen, kuschligen und leckeren Nachmittag und Abend.
Deine Pippa.