Bathing beauty.

Als Nr. 1786 von 2000 grad im rechten Moment angekommen. Sind ja nur 6 Minuten mit dem Radl vom Freibad bis zum Fußballplatz.

Merke:

Läuft der FC Bayern am Birkenmoos ein, hast du’s Freibad für dich allein.

Ein Sommerferientag wie im Bilderbuch und wie ganz früher mal, als man noch im Badeanzug und mit nassen Haaren durch die Gegend radelte.

Speedball (dreaming of).

Bis nach 3 Uhr wachgelegen, dafür in den wenigen Stunden Schlaf danach ein wahrer Reigen an Highlights.

Am Geburtstagsmorgen von Rumpeln im Wohnzimmer erwacht: Mit kindlicher Neugier auf leisen Sohlen in den Flur geschlichen und durch den Türspalt gelinst. Ein Kicker! Der Gatte, nicht so der Passionierteste unter den Handwerkern, mit Bohrmaschine in der Hand, das schwere Fußballgerät im Boden befestigend, damit es beim Spielen auch was aushält, den einen oder anderen trotzigen Tritt ebenso wie triumphierendes Trommeln. Wohlgemerkt: im nagelneuen Parkettboden der Mietswohnung verankert. Einfach so reingebohrt. Stuff it!
Ich bin entzückt. Ein Kicker, für mich!

Nächstes Traumbild: Am Kicker stehend, schon nicht mehr im Nachtgewand. In irgendeiner Art Saloon. Ein paar Gestalten am Tresen, ein paar am Billardtisch, Grüppchen um die beiden Kickertische. Dunkel, hölzern, verraucht, fast schon verrucht.
Neben mir U., der mittlerweile krebskranke Ex-Freund, mit dem ich es zu gemeinsamen Firmenzeiten mal recht weit gebracht hatte, nicht in Sachen Beziehung etwa, dafür aber als Team „Argentinien“, damals im großen Turnier gegen den Rest der Firmenfußballwelt.
Gegenüber der Gatte und der verstorbene Freund wie alte, verschworene Kameraden, alle sind wir in Rage und sowas von bei der Sache, die gegnerische Mannschaft führt knapp.

Und plötzlich höre ich es, was schon die ganze Zeit über aus den Lautsprechern dröhnt: „(…) he could throw that speedball by you, make you look like a fool“, der uralte Song aus Schulzeiten, von H. und mir, die wir „holidays“ statt „glory days“ hörten – und, zack!, semmelt U. den anderen einen geschickt angekurbelten Ball dermaßen speedy ins Tor rein, dass es nur so scheppert. Wir haben gewonnen!
Der Song ist mittlerweile ein paar Strophen weiter, ich singe lauthals mit, obwohl ich den Song heutzutage wenig leiden kann, wie so Einiges aus der Ära der Knackarsch-auf-USA-Flagge-Platte.

Yeah, just sitting back
Trying to recapture
A little of the glory of
Well, the time slips away
Leaves you with nothing, mister
But boring stories of
Glory days
They’ll pass you by
Glory days

Am Tresen schließt man sich meinem Jubel an, jemand ruft mit rauer Stimme durch den Raum: „Next round’s on me, guys!“, ich drehe mich um, um zu sehen, wer der edle Spender ist, und da steht Bruce Springsteen himself, im Holzfällerhemd mit hochgekrempelten Ärmeln, schön unrasiert und mit Out-of-bed-Frisur, so wie sich das gehört für einen anständigen Frauentraum.

So dann vor lauter Freude aufgewacht, das hab‘ ich auch nicht alle Tage, what a glory day.
Wenn das grundsätzlich der Preis wäre, fürs späte Einschlafen, dann wäre ich jederzeit gern bereit, ihn zu bezahlen.

Einen erfreulichen Mittwoch wünscht
Die Kraulquappe.

***

Nachtrag 45 Min nach Veröffentlichung des Beitrags:
Freundin H., jene, mit der ich „Glory days“ zuerst sang, whatsappte nach der Traumlektüre sogleich ein Foto aus der schönen Schweiz.

Hätte sie das mal eher geschickt! Wenn ich gewusst hätte, was der Zürichsee auch zur kalten Jahreszeit zu bieten hat, hätte ich das mit dem Besuch dort nicht schon 2x verschoben. Im Frühjahr dann aber! Und wehe, der graue Teppich rutscht.

Regionalligistenpönale.

Die heutige Abendzeitung mit einer besonders kreativen Strafmaßnahme:


O-wimoweh, o-wimoweh, o-wimoweh. Zum 27. März 2017.

Liebster R.,

der Status „Gatte“ bewahrt dich vor nichts: Weder vor dem Geburtstaghaben an sich, noch vor der Gratulationsserie auf meinem Blog. Zumal dein heutigre Geburtstag ein – wie sage ich’s nur? – irgendwie besonderer ist.

Vielleicht ist er am besten durch ein kleines Bildchen zu umschreiben, das ich letztes Jahr an einem Sommermorgen in Tirol schoss, als du schon deinen Pflichten als Hunde-Vater nachgingst, während ich noch im Nachthemd auf dem Balkon unseres Domizils stand und den Sonnenaufgang bestaunte, der hinter dem Lamsenjoch hervorkroch.

Verwackelt, da zu früh am Morgen.

Heute übernehme ich das Morgengassi, so dass du schon mal den Tisch decken noch gemütlich liegenbleiben kannst, bis ich mit frischen Semmeln heimkommen und dich an den Gabentisch bitten werde. In der ganz oben auf dem Geschenkeberghügel thronenden Karte steht dann auch all das, was hier nicht steht (also nicht mehr viel).

Und bitte reiß dich zusammen und beginn mit der Karte! Denn wenn du die zwei Präsente auspackst, besteht Gefahr, dass du womöglich vor lauter Tränen (Freudentränen, hoffe ich!), keinen Buchstaben mehr lesen kannst.

Apropos Freudentränen. Die vergoss ich seinerzeit auch, als wir in unseren Anfangsjahren noch ständig durch die Berge marschierten und ich dich eines Tages, es war auf dem Soiernhaus, dabei ertappte, wie du ganz versonnen Otto, den Hund des Hüttenwirts, deinen Käsebrotfinger hast abschlecken lassen.

Denn da war mir klar: Mit dem kannste zusammenbleiben, der liebt nicht nur dich, sondern auch Dackel. Ein äußerst entscheidendes Kriterium!

Otto vom Soiernhaus.

Wenig später schleifte ich dich – quasi als letzten Lackmustest – zu deinem ersten Springsteen-Konzert und auch da erlebte ich dich so, wie man den, mit dem man sich jung fühlend altern will, erleben möchte: Begeistert, beschwingt, beseelt. Du hattest zwar sehr bald andere Lieblingssongs als ich, aber da auch diese noch in dem Kompendium „Die 300 besten Songs von Bruce Springsteen“ enthalten sind, sagte ich mir: Schwamm drüber. Ohne etwas Toleranz haut so eine Beziehung ja eh nicht hin.

Und so nahmen die Dinge ihren Lauf.

Ein paar Jahre später heirateten wir und wurden genau 9 Monate nach der Hochzeit stolze Eltern. Zeit wurde es, wir waren schließlich nicht mehr die Jüngsten! Im Unterschied zur Situation vieler anderer Eltern in unserem Umfeld hatten wir allerdings das große Los gezogen, da unsere Kleine von Anfang an gern und viel schlief. Schon nach 4 Wochen schlief sie durch, und zwar voll 8 Stunden!

Als sie sich dann eines Tages aus ihrer Wiege raus- und in unser Bett reingeschlichen hatte, schlief sie gleich noch länger und lieber.

Sie ist nämlich – genau wie du! – kein Morgenhektiker und lässt sich gern erstmal die Sonne auf den Bauch scheinen, bevor sie aufsteht und in der Küche Stress macht wegen des Frühstücks (was ja mein Job ist).

Du hast sie, kaum dass sie laufen konnte, mit deiner ganz großen Leidenschaft angesteckt. Und ganz wie bei dir wurde fast eine Sucht draus. Wenn der Ball mal nicht so rollte, wie sie sich das erhofft hatte, war sie stundenlang unleidig. Wenn das dann noch auf Tage fiel, an denen der große, ruhmreiche FC Bayern abgekackt hatte, hatte ich gleich zwei Mega-Muffel auf der Couch sitzen.

Philippa Gar-nicht-Lahm.

Pippas Ballsucht hast du mittlerweile durch zahlreiche Intelligenzspiele („Zieh“, „Acht“, „Blau“, „Tür zu“ etc.) und Erweiterung des Repertoires an Gassirouten einigermaßen in den Griff bekommen. Bei dir ist diesbezüglich Hopfen und Malz verloren, aber ich verstehe das schon: Einmal Fan, immer Fan, da helfen nicht mal mehr Intelligenzspiele, geht mir schließlich genauso. Sowas ist wie „lebenslänglich“, wenn es echt ist.

Und so ist es manchmal auch mit der Liebe und der Ehe. Darauf hoffe ich natürlich in unserem Falle sehr, und die Chancen stehen gut, da du nach 10 Jahren immer noch mein Lieblingsmensch bist! 🙂

Den Song vom Boss, den ich für dich ausgewählt hatte, habe ich wieder verworfen (es wäre „Outlaw Pete“ gewesen, obwohl du deine Säuglingszeit nicht im Knast verbracht und auch noch niemanden erschlagen hast). Ich habe ihn verworfen, weil ich dachte, du wirst eigentlich oft genug mit dieser Musik beschallt und hörst sie dir ja sogar freiwillig auf deinen Zugfahrten zwischen Frankfurt und München an, wenn du nicht gerade Sportfilme guckst oder im Gang stehen musst, weil der ICE mal wieder nur halb so lang ist wie er sein sollte.

Dein Geburtstagsständchen werden dir also nicht Bruce Springsteen & the E-Street-Band bringen, sondern Pat, the Hippo & Stanley, the Dog. Der Boss wäre einverstanden mit diesen Stellvertretern, da bin ich mir sicher.

Nach meiner Wahrnehmung ist das nämlich der einzige Song, dessen Erklingen dich absolut immer erheitert (also hoffentlich auch schon am frühen Morgen des heutigen Tages). Gleichwohl birgt der Text nicht allzu viele Highlights, so dass ich es mal auf diesen bedeutungsvollen Vers hier beschränke, den ich dir widmen möchte:

Hush, my darling, don’t fear, my darling
The lion sleeps tonight!

Aber bevor the lion sleeps (und wir neben ihm), feiern wir jetzt erstmal deinen runden GeburtsTag!

Alles Liebe und Gute wünscht dir
Deine Kraulquappenfrau.

Unter den Glücksspielen bietet die Ehe noch die besten Gewinnchancen!

Liebe Leserinnen und Leser!

Diverse besorgte Nachfragen entzündeten sich an meinem gestrigen, spätabendlichen Beitrag, der ja im Abgang etwas melancholisch, ernst und schwermütig war. Ob es mir denn gut ginge bzw. ob es mir nun arg schlecht ginge, ob ich Hilfe bräuchte, ob man etwas zu meiner Erheiterung tun könne, so kurz vor dem anstehenden Geburtstag, an dem nun aufgrund der Sintflut, die erneut über das Alpenvorland gekommen ist, auch noch die geplante Karwendeltour entfallen muss, und dann noch die Kalkschulter und überhaupt…

Obwohl ich als Mitte-Juli-Geborene natürlich zu den Hochsensiblen gehöre, nah am Wasser gebaut habe und darüber hinaus einen latenten Drang zum Drama habe, möchte ich hiermit eure Sorgen zerstreuen!

Trotz des gestrigen Halbjahrestages, der mich traurig und nachdenklich stimmte, bin ich nicht in ein Loch gefallen, aus dem ich alleine nicht mehr herauskäme. Ich sitze also aktuell weder zuhause und heule mir die Augen aus, noch höre ich im Dauerregen am Grab des Freundes stehend Tom Waits in Endlosschleife.

Denn gestern gab es ein Highlight sondergleichen (Freud‘ und Leid liegen ja oft dicht beisammen):
Der Gatte hat einen Gewinn eingefahren!

Er hat nämlich die EM gewonnen, also das Tippspiel, bei dem wir mitgemacht hatten. Meine Erfolge haben die Gruppenphase leider nicht überlebt, denn danach habe ich mich zu sehr von meinen Gefühlen oder Hormonen leiten lassen: auf Buffon gesetzt, statt auf Neuer. Dann aber wieder auf Manu statt Hugo. Naja, lauter so Sachen eben. Musste ja schief gehen.

Der Gatte hielt sich lange irgendwo im Mittelfeld der Tipp-Rangliste auf, fast schon verdächtig unauffällig. Um im Tippspiel  zu punkten, hat er ab dem Viertelfinale teils sogar bewusst anders getippt, als er eigentlich tippen wollte. So auch bei seinem finalen Tipp: Er ging davon aus, Frankreich würde gewinnen, setzte dann aber – als einer der wenigen in unserer Tippgemeinschaft – auf einen portugiesischen Sieg. Dieses eiskalte Kalkül hat ihm schließlich zum Durchbruch verholfen (man muss dazu sagen: in derselben Tippgemeinschaft hat er bei der WM 2014 bereits den zweiten Platz errungen, hat also schon etwas Übung). Meinen Glückwunsch, liebster Gatte!!!

Worüber ich mich aber am meisten gefreut habe, ist weder sein 1. Platz, noch die Siegprämie, sondern seine Reaktion auf die gestrige Mitteilung, dass er gewonnen hat.

Aber lest selbst!
Hier der Auszug aus dem Blog, den die Tippspielleitung in Berlin während der gesamten EM täglich mit aktuellen Berichten und Ranglisten gefüttert hat, bis zum (bitteren) Ende – samt Kommentaren.

Die Tippspielleitung am 11. Juli 2016 um 08:37

Guten Morgen Tippgemeinde!

Alle Schlachten sind geschlagen – und wir haben zwei überraschende Sieger, denen das 1:0 die Erfüllung aller Träume brachte:

Da die Presse das Feiern der Portugiesen übernommen hat, verneigen wir uns also vor R. (nun auf ewig mit dem Ehrentitel „Tippspiel-Messi“ versehen), der in einem unglaublichen Finish mit einem 8-Punkte-Volltreffer noch von Platz 5 auf das oberste Treppchen gehüpft ist!

(…) Er erhält als Siegerprämie € 130,00 aus der gemeinsamen Kasse und kann nun seiner Kraulquappe auf den letzten Metern noch ein besonders nettes zusätzliches Geburtstagsgeschenk aussuchen. (…)

 

R. am 11. Juli 2016 um 21:14

Liebe Tippspielgemeinde,

was soll ich sagen: DAS IST DER HAMMER! Auch fast 24 Stunden nach meinem fantastischen Finish kann ich es immer noch nicht recht fassen, den EM-Titel errungen zu haben. Ich sag mal, bei dieser Konkurrenz! Ihr wart echt alle total super, ohne euch hätte ich nie und nimmer meinen sensationellen Endspurt hinlegen können! Dass ich den Sieg verdient habe, steht natürlich außer Frage. Aber selbstverständlich war er halt auch nicht. Ich sag mal, das toppt ja sogar den großen und ruhmreichen FC Bayern! Ihr wisst schon, damals in der Saison 85/86, 33. Spieltag, Bayern zu Gast bei Bremen, Bremen in der Tabelle 2 Punkte vor den Bayern (damals galt noch die 2-Punkte-Regel), Bayern kein einziges Mal in der Saison auf Platz 1. Dann dieser unberechtigte Elfmeter (das war nie und nimmer Hand vom Lerby, hat nachher sogar Käthe Völler zugegeben!) in der 88. Minute für Bremen beim Stand von 0:0. Kutzop tritt an – PFOSTEN!!! Gerecht ohne Ende! Bremen damit nicht Meister, und dann vergeigen die auch noch das letzte Spiel in Stuttgart, während unsere Super-Bayern zu Hause die Gladbacher 6:0 vermöbeln – und ich war dabei! War im Stadion und hab diese unglaubliche Meisterschaft live miterlebt!! Ich sag mal, könnt ihr euch das vorstellen? Da bist du die ganze Saison nie auf Platz 1, also, überhaupt nie nicht. Und dann eroberst du am letzten Spieltag die Spitze! WAHNSINN! Und jetzt stellt euch mal vor, wie sich das anfühlt, wenn man von Platz 5 (!!) auf Platz 1 (!!!) vorstürmt!! GEIL, sag ich euch, GEIL, GEIL, GEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIL!!!!

Andererseits hätt’s auch niemanden überraschen dürfen. Ich sag mal, als Vize-Weltmeister ist man IMMER auch Favorit bei einer EM! Ist ja logisch, weil die WM natürlich mehr zählt als die EM. Wobei ich mich dieses Mal, das muss ich echt zugeben, schon wirklich selber übertroffen habe. Ich sag mal, das macht mir so schnell keiner nach, das war schon echt super von mir!

Wie ihr euch denken könnt, bin ich heut schon öfter gefragt worden, ob ich denn jetzt, als Vize-Weltmeister UND Europameister, an Rücktritt denke. Ich sei ja nicht mehr der Allerjüngste, hat der eine oder andere gemeint. FRECHHEIT! Nicht mehr der Allerjüngste!!! Mit den Jungen nehm ich’s noch immer auf! Da braucht sich keiner auch nur irgendeinen Krümel Hoffnung machen, mit mir ist auch beim nächsten Mal zu rechnen! ICH LASS MIR DOCH NICHT DIE FETTE KOHLE ENTGEHEN!!! (Ok, darf ich auch nicht, ruft mir grad mein Personal Coach aus dem Nebenzimmer zu, hat wohl irgendwie eigenes Interesse an meinen Erfolgen…)
In dem Sinne: Trainiert fleißig, meinetwegen auch bei Olympia, damit ihr mich beim nächsten Mal wieder zur Höchstleistung antreiben könnt!

Servus, euer Tippspiel-Messi for ever

 

Die Tippspielleitung am 12. Juli 2016 um 09:30

Sehr geehrter Herr Tippspiel-Messi,

angesichts dieser Orgie an Selbstbeweihräucherung sieht sich die Tippspielleitung im Rahmen der UEFA-Fairplay-Regeln zu einigen Klarstellungen veranlasst:

1. Bayern München wird generell nie verdient Meister; insbesondere war das auch nicht in der Saison 85/86 der Fall, da sich der Torwart (ein gewisser Herr Pfaff) beim erwähnten Elfmeter viel zu früh bewegt und der Pfosten des Tores die erlaubte Breite um mehr als 50% überschritten hatte (dies seltsamerweise nach dem ersten unbeobachteten Geheimtraining der Bayern). Auf Grund der damaligen Verfilzung der DFB-Spitze mit dem Bayern-Präsidium ist dieser Vorfall der Öffentlichkeit niemals bekannt geworden.

2. Eine Nachfrage bei den „unterlegenen“ Mitspielern des Tippspiels hat ergeben, dass mit deren Tipps eine Bevorzugung der älteren Mitspieler aus Fairnessgründen durchaus gewollt war. So wurden etliche „1:0 für Portugal“ mit Hinweis auf die berühmte „Rentner-Regel“ in den UEFA-Statuten kurzfristig noch in bewusst falsche Tipps geändert, um dem rüstigen Tippspiel-Messi ein letztes Glücksgefühl zu bereiten (auch im Hinblick auf die kommende Bundesliga-Saison).
Dies sollte doch bitte angesichts der ausgeuferten Jubelarien berücksichtigt werden.

3. Die Letzten werden die Ersten sein (alter albanischer Trinkspruch)

Die Tippspielleitung

Tja, auch wenn die Letzten irgendwann die Ersten sein werden, kümmert uns das hier und jetzt herzlich wenig, denn heute suhlen wir uns darin, sich als Erster aus purer Freude ausnahmsweise mal so zu verhalten wie der Allerletzte!
Wobei das moderne Ego-Coaching genau das nicht nur ausnahmsweise empfiehlt: Halte deine eigene Laudatio (Schritt 41 von 44 auf dem Weg zum erfolgreichen Ego, zum wahren Ich oder wohin auch immer). Demzufolge soll man sich ja lieb haben, toll finden und das auch unverhohlen zum Ausdruck bringen. Weg mit der verknöcherten, protestantischen Bescheidenheit – zumal die hier in Bayern eh nix verloren hat!

Der Tippspielleitung sei Dank wurde der Verwendungszweck der Siegprämie zwar sehr sinnvoll festgeschrieben, aber da der Gatte selbstverständlich niemals Geschenke auf den letzten Drücker besorgen muss, weil er bereits mindestens ein Quartal zuvor mit dem Dichten und Denken für den großen Tag seiner Frau beginnt, können wir die stattliche Summe einfach hineinfeiernd verjubeln, verfuttern und versaufen (übrigens Schritt 16 von 44 auf dem Weg zum erfolgreichen Ego, zum wahren Ich oder wohin auch immer)!

Und das geht in der Stadt wahrlich besser als auf einer Hütte im Gebirge.

In guter und gefasster Stimmung grüßt euch –
Die Kraulquappe.

Himmel der Bayern (3): Hirschberg bzw. „Mei, da Waki!“

An sich war das gestern ein fast friedlicher und perfekter Ausflugstag.

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Tegernseer Tal, vom Hirschberg aus betrachtet.

Pippa topfit, ich Voltaren forte, ansonsten genug Sonne, 23 Grad, Parkplatz in Kreuth geradezu leer. Kreuth liegt südlich von Rottach-Egern, dem Ort am südlichen Ende des Tegernsees, wo mein Papa lebt, den wir zuletzt am Vatertag besucht haben. Es wurde also mal wieder Zeit.

Davor ging es auf den Hirschberg (schließlich will das abendliche Wunschgericht, das der Papa kocht, erstmal verdient sein).

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Von Kreuth-Scharling marschierten wir in knapp 2 Std auf den Gipfel. Pippa immer etliche Dackellängen voraus. Da wir erst mittags aufgebrochen waren, kamen uns beim Aufstieg all jene Bergsteiger entgegen, für die exakt das Diktum zu gelten schien, mit dem mich der Papa die gesamte Kindheit lang terrorisiert hat: „Bergtour = Abmarsch um spätestens 8 Uhr“ (am Parkplatz wohlgemerkt, nicht daheim in München). Alles andere war indiskutabel (seit ich erwachsen bin, gehe ich einfach los, wann ich mag, und bin noch nie in der Mittagshitze verkokelt, wegen später Ankunft an der Hütte verhungert oder beim Abstieg im Dunkeln verloren gegangen).

Das Auftauchen jeder neuen Truppe von Wanderern, kündigte sich mir stets dadurch an, dass das Erscheinen meiner Vorhut bei den Leuten jedes Mal einen Kommentar provozierte. Wirklich jedes Mal. Ich meine, dafür dass so ein Hund ja kein Wort sprechen kann, prasseln ganz schön viele Worte auf ihn ein.

Gestern hab‘ ich mal gesammelt.

Absoluter Spitzenreiter war: „Mei, da Waki!“ (was auch immer dieser Ausruf genau bedeuten soll). Für die Preußen unter den Lesern: Der Dackel an sich heißt in Bayern pauschal Waki, Waldi oder Wastl, unabhängig von Rau-, Kurz- oder Langhaar und Geschlecht. Und weil jeder seinen Namen kennt, muss ihn wohl auch jeder anquatschen (so meine Theorie).

Dicht auf „Mei, da Waki!“ folgten „Mei, da muass da Waki aba schnaufn!“ (offen gestanden habe ich gestern deutlich mehr geschnauft, aber das interessiert halt kein Schwein) sowie „Ja, wen hamma denn do? Wos deasdn du do herobn?“ (ja, wen sollen wir da schon haben, wer zum Teufel ist überhaupt „wir“ und woher nehmen die Leute eigentlich das Recht, eine erwachsene Hundedame zu duzen?).

Weitere Kommentare waren: „Mei, da arme Waki, mit de kurzn Haxn…“ (äh ja, wie man sieht geht das erstaunlich gut und flink, aber die Stummelbeinchen erregen fast immer Spott, Erstaunen oder Mitleid).

Nettes Erlebnis dann mit einer vor Entzücken tirilierenden Familie aus Holland: „Ou, ein echte Teckel, können wir Foto machen?“ (klaro, ich mag Holländer, wenn das semmelblonde Quartett samt Dackel fotografiert werden möchte, jederzeit, was ich dann auch tat, als Entschädigung durften sie mir was zu den Hundestränden in Zeeland erzählen, wohin wir schon lange mal verreisen wollen).

Aber auch Unverschämtheiten begegneten uns: „Der muss ja aufpassen, dass er sich nicht auf die Zunge tritt, hahaha!“ (Depp, damischer, noch nie was davon gehört, dass Hunde sich nur so etwas Kühlung verschaffen können?)

Und natürlich die unvermeidbaren Frauen-Kommetare: „Ja schau, ein Dackele, wie süss, die sieht man ja nur noch so selten, dabei sans so liab!“ (hat aber nix mit den Bergen zu tun, hören wir auch anderswo ständig).

So war die herrliche Ruhe auf dem Berg immer wieder unterbrochen von derlei ungebetenen Äußerungen, man hat dann die Wahl, ob man darauf eingeht (denn eigentlich richtet sich der Ausruf ja an den Hundehalter) oder stumm vorbeistapft (wozu ich tendiere, obwohl man dann zu spüren bekommt – durch Grummeln und Grunzen oder einen weiteren Spruch -, dass sie einen für einen Stoffel halten, was mir aber wurscht ist).

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Auf dem Gipfel haben wir kaum Platz, weil eine ganze Schulklasse sich gackernd dort tummelt, aber auf der Hütte war dann genug Stille – außer uns nur ein Lüneburger Vater mit seinem Sohn, die ihre Rast auf meherere Stunden ausdehnten, da der Sohnemann keine Lust hatte, den doofen Weg, den er sich hinauf gequält hatte, auch wieder hinunter zu gehen (angeblich war ich auch mal so, wenn man meinem Vater Glauben schenken will, falls das stimmen sollte, wird es daran gelegen haben, dass man mich im Tiefschlaf auf den Berg gescheucht hat).

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Pippa und ich teilten uns zwei Weißwürste, füllten die Flüssigkeitsvorräte auf, machten ein Nickerchen und traten dann den Rückweg an (ich würde sagen, die Konditionskrise des Dackels ist endgültig überwunden und die Ball-Entwöhnung steht kurz vor dem erfolgreichen Abschluss, wir geben uns aber auch alle Mühe, ein attraktives Alternativprogramm anzubieten, also da kann uns keiner Faulheit oder Ideenlosigkeit vorwerfen).

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In Rottach erwarteten uns nach einer Dusche leckere Wiener Schnitzel – „uns“, weil der Papa immer ein paar Rand-Stückchen für den Hund beiseitelegt – mit selbstgemachtem Kartoffelsalat und einem kühlen Hopf-Bier (ich muss gestehen: wenn der vegetarische Gatte auf Tagungsreise ist, unterlaufen mir manchmal solche „Fleisch-Tage“).

Die Heimfahrt nach München ging – der EM sei Dank! – so zügig wie noch nie, auf der A8 und dem Mittleren Ring gähnende Leere, ein Traum! Beim 2:0 der Franzosen ruhten Waki und ich bereits in Morpheus‘ Armen (seit ich im Tippspiel irgendwo zwischen Rang 10 und 13 liege, hat mein EM-Interesse schwer nachgelassen).

Einen guten Start in eines der wenigen Sommer-Wochenenden 2016 (und meiner Freundin B. eine gute Fahrt ins Land der voraussichtlichen EM-Sieger!) wünscht euch –
Die Kraulquappe.

Alles riskiert oder: Wie gewonnen, so zerronnen.

Amnesie allerorten (hier: Mommsenstraße, Berlin).

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Doch, hat schon ein Spiel gewonnen. Wichtiges sogar. War schließlich mein Geburtstag.

Kann aber mit Kritik umgehen:
„Mal ist man der Hund, mal ist man der Baum.“ (M.Götze, nach dem Spiel gegen die Ukraine)

Vielleicht trifft mal wieder. Vielleicht heute.

So wie Hund. Verfehlt Baum fast nie.

A.E.I.O.U. (5)

Guten Morgen allerseits!
Alles hat einmal ein Ende. Bald auch die Beitragsreihe „Austriae est imperare orbi universo“.

Teil 5: Top-EM-Vorbereitungen einer Top-Fußballnation.

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(Torwandschießen der RaiBa. Ein Leiberl für jeden Treffer. Gluckgasse, 1.Bezirk.)

 

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(Immer wieder?! Sportgeschäft, Mariahilfer Straße, 6.Bezirk)

 

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(Geschäft für Verkleidungen aller Art, Linke Wienzeile, 6.Bezirk)

 

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(Da Done! Woaß eh, wo da Hamma hängt. Parkplatz an der Schönbrunner Schloßstraße, 13.Bezirk)

 

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(EM-Lektüre resp. Erbauungsliteratur „Nicht schon wieder keine Tore“. Himmelpfortgasse, 1.Bezirk)

 

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(Tipp: Ins Tor, nicht in die Torten schießen! Hofzuckerbäcker Demel, Kohlmarkt, 1.Bezirk)

I EM in Austria

Wien bereitet sich auf die eine große Chance gegen Ungarn vor…

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EM-Werbung in allen Läden

…ich bereite mich aufs Gänsehäufel vor…

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Warmschwimmen im Schönbrunner Bad

…erhole mich…

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Oase der Ruhe in Schönbrunn

…esse und trinke teilweise gesund…

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Vernunftimbiss nach dem Sport

…und ratsche mit Fräulein B. samt Hund.

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Dackel Camilla mit Frauchen

(Na, wenn das nicht den „traffic“ in die Höhe jagt, dann weiß ich auch nicht…)