Ge_danke_n 2018 (11).

Das vorletzte Dankeschön in diesem Jahr gebührt demjenigen, der mich am häufigsten und intensivsten er_tragen darf/muss/kann – und diese Aufgabe seit zwölf Jahren zumeist heldenhaft schultert: dem Gatten.

Als uns die Standesbeamtin einst zum „schönsten Tag unseres Lebens“ beglückwünschte, schworen wir uns, diesen Wunsch auf keinen Fall Realität werden zu lassen – ohnehin hat es an dem Tag in Strömen geregnet.
Stattdessen wählten wir ein anderes Motto: Wir wollten am Ende des gemeinsamen Weges mal sagen können „Ein Tag war schöner als der andere!“, wohl wissend, dass das blanker Unsinn irgendwo zwischen Unvermögen und Utopie ist, zugleich aber eine erfrischende und gute Formel und etwas, woran zu orientieren sich mit einer ordentlichen Portion Humor im Nacken durchaus lohnt.
Und auch eine Art Mantra für Regentage oder andere Misthaufen, die einem das Leben, auch das gemeinsame, so vor die Füße wirft.

Danke für dieses Weihnachtsgeschenk!

Ich danke Dir für Deine Liebe, Dein Da-Sein und Deine Zuverlässigkeit, Deine Klugheit und Deinen Humor, Dein Engagement für Tiere…

…für Dein unvergleichliches Mandarinenmannlachen und Deinen ebenso unvergleichlichen Grant, für Dein Mich-Lassen-Können in den Dingen, die nur für mich wichtig sind, aber nicht für Dich (was ja gar nicht mal so wenige sind 😉 ), für Deinen ganzjährigen Einsatz an der Erwerbsarbeitsfront in Mainhattan, um hier unsere Brotkörbe und Näpfe zu füllen und dafür, dass Du morgen mit mir an den Ort fährst, an dem eines der drei Bücher, die ich vielleicht oder hoffentlich noch schreiben werde, sein Ende finden würde, wenn es denn endlich mal seinen Anfang fände.

Every Saga ends oder: Weihnachten ist jetzt schon geritzt.

Der Gatte, in einem seiner Nebenjobs Serienbeauftragter, hat soeben die frohe Kunde überbracht: Saga Norén kommt zurück!

Das jähe Ende der 9 Staffeln „24“ hab ich mittlerweile verwunden (bzw. durch Kiefer live in concert ersetzt), der Tod von Peter Quinn ist hingegen für immer und ewig unverdaulich und unverzeihlich, aber wenigstens ist er mittlerweile 9 Monate her und die Zeit heilt doch so manche Wunde (der Serienbeauftragte teilte mit, dass er auch die neue Homeland-Staffel bereits vorbestellt hätte – nun gut).

Pünktlich zu Weihnachten werden wir also Saga Norén in der 4. Staffel von „Die Brücke“ wiedersehen und auch wenn’s wohl definitiv die letzte sein soll (Untertitel: „Every Saga ends“) – ich freu mich!

Himmel der Bayern (35): Denkmäler.

Denen, die man liebt, schon zu Lebzeiten ein kleines Denkmal zu setzen…

…ich wünschte, das würde mir öfter gelingen!

Nähere Informationen und Bildmaterial zu den Denkmälern sowie zu dem in allen Jahreszeiten (er)lebenswerten Tegernseer Tal finden Sie ab heute im gut sortierten Zeitschriftenhandel in der neuen Ausgabe von Dog & Travel.

Mit Liebe für meinen Papa & meine Pippa…

…mit herzlicher Empfehlung für alle anderen, die’s interessiert oder nach Oberbayern zieht…

…und nicht zuletzt mit großem Dank an den Gatten für seine Unterstützung, immerzu und bei allem, woran ich herumwürge!

 

Privatissime.

Lieber Gatte,

es kam mir ja bereits etwas seltsam vor, dass du Anfang letzter Woche deinen Bademantel einpacktest, als du dich wegen dieses angeblichen Blockseminars für 10 Tage nach Frankfurt verabschiedet hast.
Blockseminar? Bademantel? Jaja, ich weiß, seit Bologna hat sich viel verändert an den deutschen Universitäten, und ich weiß auch, dass dein Blockseminar vom vergangenen Wochenende das Wort „systemisch“ im Titel trug – dennoch: Bademantel und Blockseminar passt für mich einfach nicht so recht zusammen.

Dann heute Morgen diese Abbuchung von einer Frankfurter Bar auf unserem Kontoauszug, hm…?!? Und kaum war das einigermaßen geklärt, rückt heute Mittag diese Friederike an. Langsam denke ich, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht: jetzt verschiebt sich also tatsächlich deine Heimreise und beschert mir eine weitere Nacht- und Morgenrunde mit dem hormonell ausgetickten, anhänglichen Dackelweib (nicht zu vergessen: die Stunden dazwischen).

Aber es kommt noch doller!

Abend(ge)mahl samt Lektüre.

Beim Abendessen, das ich ja heute eigentlich für zwei geplant hatte und nun alleine verspeisen musste, sitz‘ ich da so und stochere im Auflauf herum, als mir plötzlich diese schwarzweiße Postkarte einfiel, über die wir mal so gelacht haben. Du weißt schon: die mit der Rückenansicht einer nackten Frau, die frivol und erwartungsfroh an der Tischkante lümmelt, als man den Herrn des Hauses nach einem langen Arbeitstag (oder Blockseminar) ganz hinten im Flur die Wohnung betreteten und auf die Frau zugehen sieht – über ihm die Denkblase „So ein Mist, schon wieder nichts gekocht!“.
Und weiter dachte ich: Mensch, die suchst du raus, machst noch schnell ein Foto vom Abendmahl, und stellst beides in den Blog rein, mit einem schmissigen Satz drunter (à la „Wie man’s macht, macht man’s verkehrt!“).

Esse zu Ende, stehe auf und gehe zu meinem Sekretär. Durschuche die ganze Box, in der ich meinen Kartenvorrat horte – nichts! Denke dann: Hm, vielleicht hast du ihm die Karte ja schon geschenkt, schließlich gab’s ja nicht zum ersten Mal abends bei Heimkehr eine warme Mahlzeit, dann musst du halt mal in seiner Box (die rote mit den zig Ehefrau-Postkarten, -Briefen und -Depeschen) kramen. Suche dann erstmal minutenlang diese Box (leider wohnt die nicht mehr dort, wo sie in der alten Wohnung stand), finde sie schließlich und durchforste die in über zehn Jahren aufgelaufene Sammlung (nebenbei bin ich ein wenig schockiert über die Entwicklung, die meine Handschrift nahm, außerdem ist es komisch, die eigenen Worte so kreuz und quer in einer Kiste gestapelt vorzufinden). Aber dort ist besagte Postkarte auch nicht!

Jetzt frage ich mich: Hast du sie an einem geheimen Ort versteckt (Vorsicht, Fangfrage!) oder etwa weiterverschenkt (Obacht!) oder sie dir gar auf deinen Schreibtisch in Frankfurt gestellt (was irgendwie zu der Bademantelsache passen würde)?
Oder hab ich sie anderweitig verschenkt (wenn ja: wem nur?) oder einfach nur verschmissen (wir wissen: das ist höchst unwahrscheinlich)?
Wo zum Teufel ist diese verdammte Karte abgeblieben?

Als Ersatz für die nicht auffindbare Karte, wegen der ich nun auf den Gag, den ich gern gemacht hätte, verzichten muss, bekommst du hier ein Hundefoto (just in dem Moment aufgenommen, als ich ihr mitteilte, dass du heute doch nicht kommst) samt Gustl, Schorschi, Söckchen und Bällchen. Eine geballte Ermahung quasi (letztlich angebrachter als jeder Gag).

So, wir müssen dann mal raus in den Sturm und Regen, wünschen dir noch einen schönen Abend in der Mainmetropole und pass gut auf, dass Friederike dir nicht den Bademantel aufweht!

Es grüßen –
Deine beiden Frauen.

Hund haben (10).

Woche 1 mit Waldi („Single-Version“).

Montag:
– hundefrei –

Dienstag:
[morgens: der Gatte verzieht sich für die nächsten 10 Tage nach Mainhattan]
Possenhofen bis Tutzing und zurück. Wunsch-Café hat zu (kein Verlass mehr aufs Internet). Verdammt. 16 km.

Mittwoch:
[morgens: kein Mann mehr im Haus => das Dackelfräulein legt los mit der Läufigkeit]
Frieding bis Kloster Andechs und zurück. Bräustüberl hat offen (auf Gott ist eben Verlass). 14 km.

Donnerstag:
[morgens: muss mal allein sein, gönne mir einen Schwimmbadbesuch]
Wald vor der Haustür bis Pullach im Isartal. Tee und Brot im Rucksack (am verlässlichsten). 11 km.

Freitag:
[vormittags: wir besuchen Freundin D. zwecks Maßkonfektion für den Dackelfräulein-Wintermantel und Zweitfrühstück]
Ehemalige Haus- und Hofstrecke durch den Olympiapark. 1 Becher Kaffee auf der Olympiaalm (ansonsten noch satt vom Frühstück). 7 km.

Samstag:
[morgens: zefix nochamal, kaputten Ellenbogen beim Getränkeholen erneut gezerrt => wo ist eigentlich der Gatte?]
Rundwanderweg Murnauer Moos. Ähndl hat offen, Kuchen ist alle (zu spät dran). Mist. 13 km.

Sonntag:
[vormittags: Care&Clean-Programm => vereinzelte Blutspuren auf dem Boden wegputzen, Slipeinlagen fürs Schutzhöschen halbieren, Hund bürsten, Ohren säubern usw.]
Umrundung Staffelsee. Keinen Bock auf Überraschungen, also von unterwegs aus im Ziel-Café Wunschplatz und -kuchen reserviert. 20 km.

Wochenbilanz:
81 km gelatscht (ohne Morgen- und Abendgassi + andere Wege), das ist wie 1x von München nach Garmisch.
2x Schwimmen, 1x Waldlauf (Letzteres grauenhaft und zäh).
4 lästige, lang aufgeschobene Dinge endlich vom Hals geschafft (sogleich besserer Nachtschlaf).
400 Fotos sortiert (ab sofort: Artikel schreiben & verkaufen).

Zufriedenstellendes Pensum an Bewegung, innen & außen.

Diesen Modus noch 4 Tage beibehalten, bis die Verstärkung wieder anrückt.
Überwiegend eine Einstellungs- und Aufstellungssache.
Schön, wenn man’s nach nur 6 Jahren endlich mal raushat.

For you.

[Same question as every year: Wohin mit dem Dackelfräulein (und uns) an Silvester?
Gerne wären wir in irgendeine stille Lodge in die Berge verreist (zu teuer),
beinahe hätten wir uns mit Freunden in der feuerwerksfreien Zone einer Kleinstadt einquartiert (zu spät dran),
spontan dachten wir noch an eine Nacht im Hilton Munich Airport (zu wenig Grün)
– und letztlich bleiben wir nun doch zuhause.]

Gerade bin ich vom letzten Schwimmausflug des Jahres zurückgekehrt. Der Schwimmsport ist ja, so übers Jahr oder die Jahrzehnte betrachtet, ein Abbild des Lebens im Allgemeinen wie im Besonderen. Manchmal ein friedliches, genussvolles Dahingleiten, mal ein ambitioniertes, beständiges Vorankommen, mal ein energisches, verzweifeltes Herumrudern. Mal liegt man entspannt auf dem Rücken und guckt in den weißblauen Bayernhimmel, mal zieht man an allen anderen ohne jede Anstrengung vorbei, mal haut einem der Nebenmann seine Flossen in die Fresse, dass einem der Atem stockt und entschuldigt sich nicht mal. Schwimmen ist wie das Leben, nur chlorreicher. Bemerkenswert ist übrigens, dass sich bei den diversen Varianten die Zeiten pro Kilometer kaum unterscheiden – auch hier ist eine gewisse Analogie zum Leben außerhalb des Wassers feststellbar: wie oft könnt‘ man sich das ganze Gezappel sparen, weil schlussendlich eh vieles aufs Gleiche hinausläuft.

Im Becken war es heute erwartungsgemäß voll:  All diejenigen, die noch die persönliche Sportbilanz frisieren, sich die Weihnachtspfunde wegschwimmen oder den Frust über den binnen 24 Stunden komplett weggeschmolzenen Winterzauber rauskloppen wollen. Oder die, die sich vor der Silvesterparty nochmal was Gutes tun möchten sowie die, die eh immer sonntags zum Schwimmen gehen – plus ein Schwung Väter, von daheim rausgeworfen mit den Worten „Jetzt mach du halt auch mal was mit den Kindern!“. Urlaubszeit, Schulferien, Sonne und milde 13 Grad locken an einem Silvestersonntag leider viel zu viele ins Schwimmbad.

Dennoch war heute unterm Strich noch der bessere Schwimm-Tag als Neujahr, wenn das Becken überquillt vor lauter guten Vorsätzen, die dann erfahrungsgemäß bis Anfang Februar die Bahnen nicht nur zu den beliebten Zeiten sehr unangenehm verstopfen.

Der Gatte bespaßt gerade da draußen in den ruhigen Wäldern das Dackelfräulein, bevor wir am Spätnachmittag dann die Schotten dichtmachen, damit Pippa die Hundehorrornacht des Jahres einigermaßen gut übersteht.
Wir wagen uns erst wieder nach draußen, wenn der ganze Krach vorüber, die letzte Rakete erloschen und das sinnlose Blei vergossen ist.

Diese Ruhe vor dem Sturm möchte ich nutzen, um auch den Kraulquappen-Blog noch in den Reigen der Jahresrückblicke einzureihen.

Erst dachte ich an eine Rückschau in 12 Kapiteln, was ich wieder verwarf, als ich feststellte, dass sich 7 der 12 Kapitel zu sehr ähneln würden in Tat, Wort und Bild. Eine tabellarische Darstellung wäre auch fein gewesen, aber zugleich albern, da die drei vorzeigbaren Kennzahlen fix zu dokumentieren sind: 85-33-58 (und das sind nicht etwa meine Maße, sondern die Zahlen für Schwimmen-Bergtouren-Läufe).
Und auf anderes bezogen tracke ich mein Self oder die von ihm erreichten Ergebnisse/Nicht-Ergebnisse lieber gar nicht erst (wobei: die Gassigänge und die Weißbieranzahl könnten sich auch noch sehen lassen, wenn ich sie denn nicht nur genossen, sondern auch gezählt hätte).

Ebensowenig dürstet es mich nach einem Abgleich der vor genau einem Jahr gefassten Pläne mit der nun hinter ihnen liegenden Realität eines ganzen langen Jahres – das Fazit wär‘ wenig erbaulich. Mehr und mehr komme ich davon ab, überhaupt vorauszuplanen und hinterherzubilanzieren, weil sich das für den tatsächlichen Verlauf des Lebensweges als zu wenig hilfreich erwiesen hat.

Wider die überzogenen, unnützen Erwartungen. (Aus: „Der große Polt: Ein Konversationslexikon.“)

Stattdessen habe ich mich für eine bebilderte Retrospektive entschieden, mit der ich die schönen Augenblicke/Erlebnisse/Begegnungen/Entwicklungen/Impulse aus dem vergangenen Jahr Revue passieren lassen und denjenigen widmen möchte, die daran beteiligt waren.
Die Reihenfolge der Fotos sagt – von den ersten dreien mal abgesehen – nichts über ihren jeweiligen Stellenwert in meinem Leben/Herzen/Jahr aus, bestenfalls ist sie chronologisch, ansonsten aber rein zufällig.

Jubiläum am Tegernsee – mit dem Lieblingsmenschen und allem, was man(n) sonst noch so brauchen kann für eine kurze Auszeit.

Im Zugspitzland unterwegs – mit dem zweitwichtigsten Menschen in meinem Leben.

Zur beruflichen Fotosession auf den Wallberg – mit dem Papa, der Pippa & dem alten Cabrio.

Sommergenuss am Eibsee – mit S., seiner tollen lila Picknickdecke und Zugspitzblick.

Geführte und gefühlte Touren 2017 – wunderbares Geburtstags-Kunstwerk von H., der Paderborner Postkartenübermalerin.

Geführte und gefühlte Touren 2017 – sonniges Saisonende mit D. im Karwendegebirge auf dem Weg zur Brunnsteinhütte.

Im Starnberger See – mit den langstrecken-bewährten Kraulquappenflossen auf den Spuren des Kinis.

Geführte und gefühlte Touren 2017 – wahlweise Karwendel- oder Wettersteinblick mit W. auf dem Krottenkopf, dem höchsten Gipfel im Voralpenland.

Mein zweitliebster Flügelflitzer (nach dem Dackelfräulein) – mit herzlichem Dank an den Lieblingsnachbarn für die (freudig verwackelte) Live-Aufnahme.

Geführte und gefühlte Touren 2017 – mit Andrea für einen Brockenblick auf die winterlichen Rabenklippen im Harz.

Mit herzlichem Dank an Dr. T. für das Jahresabschlussgespräch über eingebildete Nadelöhre und geglückte Brückenschläge zwischen damals und heute.

Ich danke Euch allen für diese Augenblicke & Erlebnisse!

Diesen letzten Tag des Jahres 2017 möchte ich außerdem zum Anlass nehmen, um mich bei allen Leserinnen & Lesern, allen Freunden & Followern meines Blogs (und natürlich auch bei den vielen treuen Fans des Dackelfräuleins!) herzlich zu bedanken für die rege Anteilnahme, die wohlwollende Unterstützung, die vielen Kommentare und nicht zuletzt auch die wunderbaren Kontakte, die auf diesem Weg entstanden sind!

Danke dafür & kommt alle gut rüber ins neue Jahr!
Eure Kraulquappe.

PS: …and this one’s for you, Sori, pleased to meet you!

 

Jute Nacht 13

Danke an Sabine von Juniemond für die tolle Realisierung meiner Geschenkidee für den Geburtstag des Gatten!

juniemond

1682 Jute Nacht 13 mit Text

Eine individualisierte Auftragsarbeit nach meiner Illustration “Jute Nacht”.

Ursprünglichen Post anzeigen

Traumhaft.

Um 2:14 Uhr aus einem Traum hochgeschreckt:
Der Gatte und ich sind – aus welchem Anlass auch immer – auf dem Weg zu einem Paartherapeuten, der identisch ist mit dem Arzt meines Vertrauens und dessen Praxis in der Münchner Innenstadt. Wir sitzen im Wartezimmer, sind bestens gelaunt, ich will mich oder den Gatten gerade fragen, wieso wir überhaupt hier sind, da kommt Dr. T. auf uns zu, begrüßt uns mit Vornamen, was Dr. T. real nie tun würde, und nimmt nur den Gatten mit ins Sprechzimmer. Ich gucke verdutzt, da ich dachte, die Stunde wäre für uns beide gemeinsam vorgesehen, warte aber zunächst brav ab. Die Sprechstundenhilfe Frau K. ruft mich bald auf und weist mir den Weg zu einem anderen Wartezimmer. Dort soll ich liegen, das gehöre bei solchen Terminen dazu. Aha?! Auf einer feldbettartigen Pritsche soll ich liegen, es stehen ca. 20 solcher Pritschen in dem Raum, fast alle belegt, irritiert lege ich mich hin, auf dem Bett neben mir liegt ein krebskrankes Kind und röchelt. Nach einer Stunde Warten und Rumliegen wird es mir zu blöd. Ich verlasse diese atmosphärisch beklemmende Mischung aus Krebsstation und OP-Vorraum und ich gehe wieder vor zum Tresen und frage Frau K., ob sie mich mal kurz zu Dr. T. und dem Gatten ins Sprechzimmer lassen würde, damit ich klären kann, wie das hier weitergeht. Sie lässt mich. Ich klopfe an, niemand reagiert, also gehe ich einfach hinein. Das Zimmer ist leer, der rote, runde Teppich grinst mich an, das Deko-Schaf blökt hämisch, ich wundere mich, was hier los ist. Frau K. kann es sich auch nicht erklären, meint aber dann, es könne sein, dass die beiden durch den Hinterausgang die Praxis verlassen hätten. Ich tue Selbiges. Und stehe plötzlich auf einem kopfsteingepflasterten Marktplatz, mitten in einer Altstadt, es sieht aus wie Tübingen oder Regensburg oder Würzburg. Zwischenzeitlich ist es dunkel geworden. Ich stolpere über den Platz und gucke suchend in alle Fenster. Und auf einmal sehe ich die beiden: nix Therapie oder so, sie sitzen in einer gesteckt vollen Kneipe, teilen sich eine Flasche Rotwein und schauen in dieselbe Richtung, geradeaus, zur Großbildleinwand, auf der ein Championsleague-Spiel des FC Bayern übertragen wird. Grad will ich mir noch denken „Aha, so läuft der Hase also!“, und schon wache ich auf.
(Später, beim realen Frühstück, wird mich der Gatte fragen, wie denn der Spielstand gewesen sei. Sehr witzig.)

Irgendwann kann ich dann weiterschlafen, bis 4:33 Uhr, dann wache ich erneut auf, wieder mitten aus einem Traum:
Media Markt hat die drei für die neue Wohnung bestellten Gegenstände nicht zusammen geliefert. Bestellt waren (im Traum wie in der Realität): Eine Waschmaschine, ein Wäschetrockner und ein Verbindungsrahmen, damit man einen Turm aus dem Ganzen bauen kann, der mir zwar nicht geheuer ist, aber der Keller der neuen Wohnung gibt räumlich nichts anderes her und da es keinen Trockenraum mehr gibt, hat der Papa uns einen Trockner spendiert, obwohl ich nie so ein Ding haben wollte und schon gar nicht als Turm. Media Markt liefert (hoffentlich nur im Traum) Trockner und Waschmaschine, nicht aber den Verbindungsrahmen. Wir wohnen noch gar nicht unter der Lieferadresse, glücklicherweise ist aber einer unserer neuen Nachbarn, Herr T. (mit dem ich real schon Emailkontakt hatte), zufällig gerade im Hausflur und nimmt die Ware an. Die beiden Monster werden in den Keller geschleppt und da Herr T. nicht weiß, dass der Verbindungsrahmen bestellt ist bzw. noch fehlt, lässt er die Monteure die Geräte lose aufeinander stapeln und anschließen. Sie erklären ihm, dass beide Maschinen vor der Inbetriebnahme einen leeren Wasch- bzw. Trocknungs-Gang durchlaufen müssten und schalten die Geräte ein. Inzwischen checke ich meine Emails und sehe die Lieferbestätigung von Media Markt. Setze mich ins Auto und fahre zur neuen Wohnung, gehe in den Keller und sehe dort die Katastrophe: Herr T. liegt erschlagen unter dem mangels Befestigung heruntergefallenen Trockner. Mein erster Gedanke: Komm ich nun ins Gefängnis? Nein, komme ich nicht, ich wache lediglich auf, um wieder eine Weile wachliegen zu dürfen.

An Traum Nr. 3 erinnere ich mich erfreulicherweise nicht, irgendwas Unangenehmes war da los, mit viel zu lauter Musik von Sepultura oder so Zeug, das ich nie höre. Ich weiß es nicht mehr. Vermutlich wurde ich zu schnell aus der Traumwelt gerissen – durch den wilden Trommelwirbel des Hundeschwänzchens neben dem Kopfkissen. Das spricht eine Sprache, die ich besser verstehe: „Hallo Tag! Juhu! Aufstehen!“.

Einen traumhaften Frühlingsdonnerstag wünscht
Die Kraulquappe.

Abendgruß an den Gatten.

Statt Berlin – London – New York ist es zwar bei dir heute bloß Dortmund – Göttingen – Hannover, aber egal: Ich hoffe, die Frisur sitzt noch. Und der Text für den letzten Vortrag ebenso.

Weiterhin gute Reise und dann bis morgen um 23 Uhr irgendwas in alter Frische daheim im schönen Bayernland.

Und Obacht: Nicht, dass du da was falsch verstehst für die Heimreise!

Kvinnan med kris.

Tja, solche Tage gibt’s eben auch. Kvinnan med tax war heute eher kvinnan med kris (inkl. tax).

Aufgestanden, Knie tut weh. Beim Morgengassi im Regen dann die ernüchternde Feststellung: es sind sogar beide Knie, die weh tun. Zu viel gejoggt, zu viel gegangen, das Alter,…? Der Regen entwickelt sich noch während der Morgenrunde zu Starkregen. Beim Abtrocknen des Hundes bzw. in die Hocke gehen noch mehr Knieschmerzen. Schlechte Laune zieht auf.
Als nächstes kocht die blöde Milch über. Ceranfeldputzen ist totaler Mist, wenn dieser Spezial-Schaber nicht im Haus ist. Dann halt den Kaffee mit kalter Milch getrunken.

Den Vormittag mit Arbeiten verbracht. Das Grau der Wolken geht nahtlos in das Meeresgrau über, eigentlich ist auch die Wiese grau. Dahin ist sie, die grandiose Aussicht, und mit ihr auch die Inspiration.

Mittags mit dem Auto ein Stück gen Westen, wo es einen 6km langen Sandstrand gibt. Extra für das Dackelfräulein und trotz des miesen Wetters – sie soll ja ihren Spaß haben. Der Dank dafür? Die Madame nagt an einem toten Fisch rum, was ich zu spät merke, da ich mit den Engerzurrgummis meiner blöden Kapuze beschäftigt bin. Sauteurer Regenparka und dann ein so dämliches Zurr-Ösen-Glump. Auch sonst folgt der Hund heute gar nicht. Alles ist spannender als ich (was mir heute im Grunde ja genauso geht, aber ich fress‘ deshalb trotzdem keinen verdorbenen Fisch).

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Nein, ich sehe und rieche gar nichts, kein einziges Stück Krabbe, echt nicht, nirgends!

Wieder daheim den dreckigen Hund geduscht. Erneut Kniestechen, diesmal mit Aufschreizwang. Und nun? Ich hatte heute Ystad geplant, das tolle Schwimmbad. Endlich mal wieder Bahnenschwimmen außerhalb der Provinz. Egal, mach‘ ich trotzdem. Oft geht’s mir nach dem Schwimmen besser, mit allem.

Die Reichsstraße Nr.9 führt in 12km direkt nach Ystad. Das geht eigentlich ruckzuck, wenn man nicht hinter einem Schwertransporter herkriechen muss. Immerhin, ich finde in Ystad das Schwimmbad sofort wieder, obwohl der letzte Besuch 2 Jahre her ist.

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Arena Ystad.

Ja, die Schweden können auch schöne Schwimmhallen bauen. Die Ystad Arena ist wirklich top! Und der Eintritt ist sogar günstiger als in Bromölla, dieser Provinzschwimmhölle.

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Eingangsbereich mit Kasse.

Als Entschädigung für den bis 14:30 Uhr eher bescheidenen Tag erwartet mich ein fast menschenleeres Becken: 3 Bahnen für mich allein, und im Wasser tun nicht mal die Knie weh, herrlich! Ich sag ja immer: Sportarten wählen, die man bis ins hohe Alter und trotz diverser Gebrechen meist noch (oder schnell wieder) ausüben kann!

Danach heimgeflitzt, nun auch Knieschmerzen beim Kupplungtreten, dafür kein Schwertransporter unterwegs, also nur 20 Minuten gebraucht, es muss ja fix gehen. Schließlich wartet der Hund allein daheim, der hoffentlich den verfaulten Fisch noch nicht ausgekotzt hat. Hat er nicht. Dafür lag er auf dem Sofa und hat dort seinen Restsand vom mittäglichen Strandvergnügen verteilt. Nun ja, gibt Schlimmeres.

Nächster intensiverer Spaßpunkt nähert sich aber bereits. Das Abendessen will vorbereitet werden. Ich hatte mittags kurz bei einem Bauern angehalten, weil mich diese „potatis och pumpor“-Schilder so ansprachen (vor allem vom Klang her). Also habe ich Kartoffeln und Kürbis gekauft, sogar bio. Für einen riesengroßen Gratin.

Dafür müssen die Kartoffen geschält und in Würfel geschnitten werden, auch der Kürbis wird gewürfelt, ich hatte gleich eine doppelte Portion vorgesehen, damit es morgen dasselbe gibt und ich nicht Kochen muss.
Nur: Schält mal 800 Gramm Kartoffeln ohne Sparschäler! Es gab zwar einen, aber der war stumpf. Ich fluche selten, aber da habe ich geflucht. Der Hund legte die Ohren an, fühlte sich wie immer gemeint, und verzog sich sicherheitshalber in seinen Korb, sich wohl daran erinnernd, dass die Stimmung zwischen uns ja seit dem Strandspaziergang – na sagen wir es mal milde – etwas in Schieflage geraten war.

Das einzige kleine Gemüsemesser hatte seine besten Zeiten auch hinter sich, aber mit viel Gekratze und Druck ging es dann irgendwie. Vermutlich waren danach nur noch 500 Gramm Kartoffeln übrig. Trotzdem teile ich alles auf zwei Portionen auf. Die Auflaufform ist eh winzig, das geht also gut. Kokosmilch drüber – und ab in den Ofen.

In der Ofenzeit mit dem Hund raus. Hurra, der Regen ist vorbei! Sogar so vorbei, dass die Sonne wieder scheint. Und ganz neue Perspektiven aufzeigt.

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Kvinnan med tax – und langsam nachlassender Krise.

Hungrig kehren wir nach einer Stunde nachhause zurück…

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… und geschlagene zwei Stunden nach Zubereitungsbeginn ist der Gratin dann auch fertig…

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Hart erarbeitetes Abendessen.

… und weder verbrannt, noch versalzen, sondern einfach nur lecker.

Mit den Möwen ist die Krise hoffentlich auf und davon geflogen.

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Nur die Knie, die fliegen nirgendwohin, sondern ziepen und stechen. Nun bei fast jedem Schritt.

Es wird höchste Zeit für eine Gehhilfe. Die habe ich in Deutschland geordert. In 48 Stunden landet sie in Kopenhagen, in 50 Stunden hole ich sie am nächstgelegenen Bahnhof ab (wenn ich bis dahin die Kupplung noch treten kann).

Der Gatte kommt 🙂 🙂 🙂 !!!

Ehrlich gesagt kommt er gar nicht wegen meiner Knie oder als Dogwalker, davon weiß er nämlich noch gar nichts, sondern es war ausgemacht, dass er uns vor Semesterbeginn eine Woche hier in Schweden besucht – und übermorgen ist es soweit.

Jedenfalls: Selten so gefreut auf den Partner!
Und gleich noch eine Mail losgeschickt, dass er bitte den Sparschäler und ein vernünftiges Gemüsemesser von daheim mitbringen solle. Dann haben wir wieder alles, was wir brauchen.

Mit dieser schönen Perspektive und Störtebeker sinke ich nun auf die Couch und wünsche euch einen gemütlichen Feiertagsabend!
Die Kraulquappe.

PS: Da einige Leser gespannt in Sachen Restaurantbesuch nachfragten: Ja, es hat gestern wirklich geklappt. Und die Unternehmung ist sogar gleich noch ins andere Extrem gekippt. Pippa wurde nicht nur überschwänglich begrüßt, sondern der Koch kam später höchstpersönlich am Tisch vorbei, um ihr ein Schälchen Tartar und Wasser zu servieren („Napf“ wäre tatsächlich das falsche Wort).

Das hab ich noch nie erlebt, hätte auch nicht sein müssen – lieber wär’s mir, man könnte mehrere Lokale mit Hund aufsuchen, als nur ein einziges, das dann gleich den Delikatessenschrank für den Hund plündert. Seltsames Land!

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Einen Extra-Stern für das Restaurant in Abbekas!

 

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