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Ein besonderer Dank gebührt meinem Lieblingsschwimmbad.

Auch in 2018 hat es wieder konsequent einen großen Beitrag zu meinem Wohlgefühl oder zur Reparatur meines oft angegriffenen Nervenkostüms geleistet. Bis zum Jahresende werden wir uns wohl 92x gesehen haben, damit haben wir den Highscore mal wieder nicht geknackt, was uns aber auch wurscht ist, weil man die Innigkeit unserer Beziehung ohnehin nicht in Zahlen ausdrücken kann, erst recht nicht, wenn man schon so lange zusammen ist wie wir.

Ja, ab und zu gehe ich auch mal fremd.
Das Freibad in Rottach-Egern hat schon was. Auch der Starnberger See oder der Tegernsee. Und 2018 habe ich sogar ein tolles Schwimmbad in Straßburg kennengelernt!
Aber letztlich komme ich immer wieder zu „meinem“ Schwimmbad zurück. Es geht mir nichts über dieses Ganzjahresfreibad mit 50-Meter-Becken, über meinen Spind, das Wissen um die am besten funktionierende der 10 Duschen, um all die eingespielten Abläufe dort (5 Min vom Betreten des Bades bis zum Beckenrand, das bekäme ich anderswo nie hin, schließlich muss man sich ja erstmal orientieren).

Wir sind wie ein eingespieltes Ehepaar. Nun gut, es gibt bisweilen mal Krisen, sogar kleine Sendepausen und Zerwürfnisse, aber hier geht es ja um die Betrachtung dessen, was schön war im zuendegehenden Jahr 2018, deshalb soll das Ärgerliche an dieser Stelle unerwähnt bleiben.

Und letztlich ich kann wirklich aus tiefster Überzeugung sagen: Ich möchte mit dir zusammen alt werden, liebes Dantebad!

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Den zweiten Dank in dieser kleinen Serie widme ich meiner Freundin D.

Für all die guten Gespräche in diesem Jahr (das letzte für 2018 dann vermutlich übermorgen!), fürs Mitdenken und Mitfühlen in so vielem, für schöne Seespaziergänge und für eine hochsommerliche Flußwanderung mit anschließendem Bad im Tegernsee – mit dem Radl dorthin, mit nassen Haaren zurück, wie zu Schulzeiten.

Und auch Pippa möchte sich diesem Dankeschön unbedingt anschließen: Für all die Käsestückchen, die regelmäßig für sie abfallen sowie für die immer mal wieder anfallenden, kunstvoll umgesetzten Näharbeiten (äh, wir hätten da demnächst womöglich mal wieder was… 😉 ).

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Zum Jahresausklang noch eine kleine Serie: Wofür ich im zurückliegenden Jahr dankbar war oder bin.

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Den Anfang macht mein großer Freund S.

Nie zuvor in unseren 15 gemeinsamen Jahren haben wir uns so oft gesehen wie 2018 – dafür bin ich dankbar, wenn auch die Umstände manchmal traurige und schwierige waren.

Aber zum einen hat uns das noch mehr zusammengeschweißt, zum anderen warf die Sonne ja trotzdem den einen oder anderen wärmenden Strahl auf unsere Ausflüge und Gespräche. So auch gestern am Staffelsee!

Wie wunderbar die Eisperlen an jedem Halm im Schilf glitzerten… – nehmen wir’s als wegweisendes Funkeln für 2019!

Der Große Heiner oder: Panta rhei.

Zum mexikanischen „Tag der Toten“, der zugleich der „Schnitze-einen-Kürbis-Tag“ sowie der „Wolfgangstag“ und nebenbei auch noch der Reformationstag war, besuchten wir nach Langem mal wieder den Großen Heiner.

Das Dackelfräulein liebt den Weg zum Großen Heiner. Von Grünwald im Isartal geht’s durch raschelndes Laub am Hochufer entlang, dann auf verschlungenen Pfaden durch schönste Wälder hinab zum Fluss.
Dort unten hat man die Wahl zwischen Trampelpfaden, die durch urwald- und sumpfgebietsähnliche Vegetation führen, normalen Waldspazierwegen, Pfaden am Rande der Isarkiesbänke entlang und diversen kleinen Nebenwegen.
Die kleine Hundemadame wetzt immer vorneweg – es ist genau ihr Terrain: Zwischendurch ein vermooster Hügel mit freiliegendem Wurzelwerk, an dem man herumnagen und -zerren kann oder sandige Löcher, wie gemacht für die Dackelschnauze und die grabefreudigen Vorderläufe. Bächlein und Rinnsale, über oder durch die man beherzt hindurchhüpfen kann, während der Zweibeiner wie ein zittriger Idiot über den Baumstamm stelzt, der von einem Bachufer zum anderen führt und bei jedem Schritt leicht wippt.

Flussaufwärts marschieren wir gute 5 Kilometer, bis wir ihn aus der Isar hervorlugen sehen: den Georgenstein, früher mal „Großer Heiner“ genannt, was uns besser gefällt als die Benennung nach Sankt Georg, weil wir’s nicht so mit den Heiligen haben und mit Drachentötern schon gar nicht.

Ein Seelenort, dieser Felsblock mit seinem Blechheiligen darauf, nur über den steinernen Damm zu erreichen.

Wir setzen uns auf einen der großen Steine und lauschen dem heimatlichen Fluss, der hier nicht wild tost, sondern ruhig dahingleitet.
Alle 10 Sekunden ein tiefes, sanft murmelndes Gluckern, das durch eine klitzekleine Stromschnelle dank der Vertiefung neben einem den Damm begrenzenden Felsen entsteht.

Ein guter Ort, um den Arztbesuch vom Vortag sacken zu lassen und sich zu sammeln für den grauesten aller Monate, in dessen Mitte aber wenigstens unsere Türen in neuem Glanz erstrahlen werden.

Alles ist im Fluss (aber manches geht halt auch den Bach runter, wie’s scheint).

Die nächsten beiden Wochen betreue ich hier in erster Linie Handwerker, unterwerfe mich einem strengen Zeitplan, sauge Schleifstaub und anderen Dreck weg, erteile Anweisungen, lobe hier und meckere dort, koche Kaffee, trage Eimer und Folien zum Wertstoffhof, flüchte mit dem Dackelfräulein vor den Lackdämpfen in den Novembernebel, rücke höchstselbst den ersten Vorboten des Fugenschimmels im Bad mit einem Ghostbuster-ähnlichen Equipment zuleibe und erstelle – vermutlich mit Atemmaske am Schreibtisch sitzend – die längst überfällige Steuererklärung.

Selten zuvor ist es mir derart geglückt, alles Grauen in einen Monat zu packen und ausgerechnet auch noch in den, der sich dafür am allerbesten eignet!
Je nach Stimmungslage werde ich Sie ein bisschen daran teilhaben lassen.

Auch Ihnen einen wunderschönen November & lassen Sie doch mal hören, wie Sie diesen Monat so gestalten.

Herzlich grüßt Sie –
Die Kraulquappe.

Song des Tages (24).

Für meine liebe A. in Berlin –

die ihrer Lola nach 17 gemeinsamen Jahren noch einmal eine Nacht lang die Pfote hielt, damit diese kleine, treue Gefährtin ganz behütet ihren letzten, schwachen Atemzug tun konnte.

Lola war schön
Lola war klug
Sie war der Star
I’m Tombstone Saloon
Ich hab sie geliebt
Mehr als mein Pferd
Bye, Bye, Bye Lola Blue

(Ich hab es nicht geschafft, die „Lola“ von den Kinks zu nehmen, an der hab ich mich irgendwann mal gründlich überhört. Den Westernhagen mag ich zwar nur bedingt, was vor allem an seinen Augen liegt, die mich ungut an etwas erinnern, aber „Lola Blue“ gefiel mir als Titel und schien mir insgesamt passender, auch wenn A. ihre Lola keinesfalls mehr lieben konnte als ihr Pferd, weil sie nämlich keines besitzt, Lola war also ihre einzige Tierliebe.)

Hold on. Zum 23. Dezember 2017.

In Gedenken an Niklas, der heute 56 geworden wäre.

When there’s nothing left to keep you here
When you’re falling behind in this big blue world

Oh you got to
Hold on, hold on
You got to hold on
Take my hand
I’m standing right here

You got to hold on

Hold on! (Olympiapark München, im Dezember 2017)