„That was it, I was in at the deep end where I still swim to this day.“

(Wir sind immer noch dort drüben unterwegs, aber dieser Beitrag muss unbedingt auch hier erscheinen, weil sonst was Wichtiges fehlen würden.)

Who’s the Boss?!?

23. September 2019.

Bereits Springsteens letzten runden Geburtstag verbrachte ich in Niedersachsen, damals auf der A7, unterwegs Richtung Heimat, nach einem Rügen-Urlaub, der NDR dudelte die großen Hits rauf und runter, es war eine herrliche Heimreise.
Zehn Jahre später verbringe ich ihn nun im Weltvogelpark Walsrode.

Deshalb bleibt am heutigen Morgen auch keine Zeit für lange Retrospektiven zu meiner lifelong relationship mit Bruce.
Mittags auch nicht, denn nach drei Stunden im Vogelpark steht das große Gassi mit dem Fräulein auf dem Programm, und danach geht’s nochmal in den Vogelpark. Abends werde ich nach all dem Gezwitscher wohl zu platt sein. Vielleicht werde ich im Hotelbett liegend noch den einen oder anderen Artikel lesen, der heute anlässlich dieses 70. Geburtstags erscheinen wird, und mit Sicherheit werden einige erscheinen.

„(…) now there’s wrinkles around my baby’s eyes“ (Quelle des Fotos leider unbekannt, ich erhielt es von einem anderen Fan per Mail.)

Mal sehen, ob es dann am Abend noch irgendeinem dieser Artikel gelingen wird, mich ähnlich zu berühren wie dieser hier, den ich bereits vor drei Tagen an der Nordsee las.

Mir ging es nahezu genauso wie dem Verfasser dieser kleinen, sehr privaten Laudatio, als ich am 10. Mai 2003 im Ludwigshafener Südweststadion zum ersten Mal „Racing in the street“ live hörte.
Und obgleich ich damals bereits über 17 Fan-Jahre hinter mir hatte, war ich wie vom Donner gerührt, als dieses 10-minütige Monument ertönte (dabei habe ich keinerlei Faible für Autos und Straßen und so Kram) und ich stand da neben M. und seinem Sohn und wir wagten es kaum, einander anzusehen, weil jeder von uns in diesen zehn Minuten mit den Tränen zu kämpfen hatte (den Song finden Sie ebenfalls in dem verlinkten Artikel).

Es war eines dieser musikalischen Erlebnisse, die sich einem für immer und ewig einbrennen und in dem ich fühlte, was der Autor des Artikels in einen einzigen Satz gegossen hat: „That was it, I was in at the deep end where I still swim to this day.“

Amen.
Mehr kann und muss ich dazu heute nicht sagen.

(Wobei es mir schon gut gefallen hätte, genau zum heutigen Tag Freundin H. ihre Frage zu beantworten, die sie mir vor anderthalb Wochen nachts recht unvermittelt per Whatsapp nach Stockholm schickte, und aus der – nach all den Jahrzehten, die man Bruce und einander nun kennt – fast eine gewisse Dringlichkeit sprach: „Welche sind eigentlich deine Lieblingslieder, falls es die gibt bzw. sich das nach der langen Zeit überhaupt so einfach sagen lässt…?“ – Ja, liebe H., das lässt sich sagen, nur nicht heute, denn der Schuhschnabel ruft!)

Happy birthday, Bruce.
Thank you for giving my life such a soundtrack & see you next summer!

Song des Tages (20).

Um es kurz zu machen: Mein Geburtstagsgabentisch gab mir ein wenig zu denken.

Dackelkärtchen, Snoopy-Geschenkpapier, Ottifanten-Post (und vieles mehr, was ich aus Diskretionsgründen hier lieber erst gar nicht hier abbilde). Das reißt dann auch der erwachsen anmutende Alessi-Salzstreuer im Hintergrund, den mir der Papa vor 20 Jahren schenkte, nicht mehr raus.

Kindergeburtstag!

Tja, und die Inhalte erst!

Bis auf eine edle Schweizer Jahresvignette und zwei formschöne Teegläser entstammte eigentlich das gesamte Präsentsortiment der Rubrik „Was ich mir schon immer zwischen 10 und 18 wünschte, mir aber damals leider keine Sau schenkte“.

Dann wird das eben jetzt, mit 46, nachgeholt. Recht so. Packen wir also all die feinen Sachen in die neue Strandtasche, die einem zugedacht wurde, trinken noch einen Tee (vielleicht einen Him-Bär-Tee für Kinder?) und fahren dann an den Zürichsee (@Freundin H.: nein, das ist jetzt noch nicht fest geplant, aber immerhin schon mal ernsthaft bedacht, nun, da die Wohnung allmählich fertig ist), wo wir auf dem aufblasbaren grünen Krokodil, das ich zum 42. bekam, über die Wellen wuppern.

Mit 46 endlich die Badetasche, die ich mir schon vor Jahrzehnten gewünscht habe!

Meinen herzlichen Dank an all jene, die mich hartnäckig für so jung halten, wie ich es schon seit 30 Jahren nicht mehr bin.
Und bei allen anderen bedanke ich mich hiermit noch- oder erstmals für Post, Päckchen, Blog-Kommentare, Mails, Whatsapps, SMS und bei denen, die die neue Adresse noch nicht ausfindig machen konnten, schon im Voraus für alle Geschenke, die noch nachträglich eintrudeln (Annahmeschluss ist der 13. August 2018).

In zeitloser Frische und kindlicher Freude grüßt Euch mit dem Song des Tages –
Die Kraulquappe.

But hell a little touchup and a little paint. Zum 30. Dezember 2017.

Liebe H.,

ob Du zwischen Packerlauspacken und Partyvorbereitungen überhaupt Zeit hast, eine/n Geburtstags-Post zu lesen?!?
Vorsichthalber fasse ich mich mal eher kurz.

Ich freue mich, Dich in Bloghausen und schließlich auch im echten Leben getroffen zu haben – und danke Dir für Deine diesbezügliche Initiative!
Da hattest Du einen guten Riecher, denn wir passen ja recht passabel zusammen:

– laufen in den gleichen Asics durch die Wälder
– verwenden im Bad nahezu identisches Hygiene-Equipment
– haben beide in die Fußballwelt eingeheiratet
– sind früh an der Mutter-Front fürs Leben imprägniert worden…

…weshalb wir nun auf unsere Glücksportionen immer fest den Deckel draufschrauben, auf dass sie uns keiner stehle…

Münchner Glücksglas.

Paderborner Glückspott.

…und falls doch mal eine Pechsträhne herunterfällt auf die Lebenswege (oder hinaufwirbelt aus dem Ker_ker der Vergangenheit), stehen uns ähnliche, zuverlässige Gefährten treu zur Seite, die den Weg fix wieder freipusten.

Bayrischer Bläser.

Westfälische Wariante.

Für dein neues Lebensjahr wünsche ich Dir Glücksmomente nicht gläser-, sondern kübelweise, und dass Du so bleibst wie Du bist: kreativ, kradheraus und kroßherzig!

Als Begleitmusik für Deinen Jubeltag kommen hier ein paar Klänge aus dem unerschöpflichen springsteenschen Songarchiv, das ich für Dich geöffnet und nach einer annähernd malerischen Textzeile durchforstet habe (und mit etwas Mühe auch fündig wurde, auf die Grammatik solltest Du allerdings nicht zu genau achten, es geht da mehr so ums große Ganze).

So you been broken and you been hurt
Show me somebody who ain’t
Yeah I know I ain’t nobody’s bargain
But hell a little touchup and a little paint

You might need somethin‘ to hold on to
When all the answers they don’t amount too much
Somebody that you could just to talk to
And a little of that Human Touch

In diesem Sinne: möge Dir immer genug Lack und Farbe zum Experimentieren, Artifizieren und Retuschieren zur Verfügung stehen!

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und heute Abend eine tolle Feier, bei der Du’s krachen lässt – ganz gemäß Deines Mottos:

Impressionen aus dem Atelier von Frau H. aus P.

Das wünscht Dir
Deine Kraulquappe.

I wish you all the very best. Die 44er Nachlese.

DSC01530

Vorgestern bin ich 44 geworden. An sich ein relativ unspektakulärer Geburtstag. Keine Party, keine Besuche, keine Bergtour – nicht mal Sonne. Dafür umso mehr Zeit für angenehme, entspannende Dinge und Unternehmungen. Beispielsweise war ich in der Sauna. Kann mich nicht erinnern, das schon mal an einem 13. Juli gemacht zu haben, denn meist war das Wetter viel zu gut.

Ebenso Zeit, die im Laufe des Tages eingetrudelten Gratulationen am späteren Abend zu kategorisieren und gründlicher zu betrachten, als es bei Partygetümmel und Ausüben der Gastgeberrolle je möglich wäre.

Zum einen: die wiederkehrende Feststellung, dass es kaum noch Menschen gibt (dieses Jahr: acht an der Zahl), die einem handschriftlich und auf dem Postwege gratulieren. Obgleich ich das am meisten schätze. Man kann sich die Kärtchen auf den Tisch stellen oder aufhängen und anschließend auch aufheben. Ich liebe die jährlichen Hundepostkarten meiner Freundin A., auch wenn der Gatte sie immer mit dem Satz „Bist du wieder 13 geworden?“ kommentiert (und auch die Katzenkärtchen, die ich an A. schicke, quittiert er mit dieser leicht zynischen Bemerkung).
Zum anderen: der Trend zu elektronischen Geburtstagsgrüßen nimmt weiter zu. Heuer: 14x per WhatsApp, 11x per Mail und 7x per SMS, 4x Facebook.
Dann gibt es noch die paar, die anrufen, in Ermangelung von Zeit, anderer Technik, aus familiären oder anderen persönlichen Gründen. Wie immer: der Papa, die Schwiegereltern, der Exmann, mein Freund S., der Vater meiner Schulfreundin H..
Und die Kategorie „fremde Gratulanten“. Darunter fielen diesmal: Galeria Kaufhof, DM, Telekom und der FC Bayern. Letzterer nicht etwa, weil ich Mitglied wäre, sondern weil ich im Fanshop mal was für den Gatten zum Geburtstag bestellt habe, der Fan ist, aber keine Gratulation vom FC Bayern bekommt (verkehrte Welt!).
Nicht zu vergessen: die Kategorie „Mehrfachgratulanten“. Eine Handvoll besonders guter Freunde gratuliert doppelt bis dreifach: per Post, frühmorgens dann noch per WhatsApp/SMS/Mail und ggf. nochmal auf einem dem Geschenk beiliegenden Kärtchen. Widerfuhr mir vorgestern 4x. Was auch klarstellt, dass ich nicht 44 Freunde habe, sondern – abzüglich der Mehrfachgratulanten – nur 38 bis 40. Was auch gelogen ist. Ich habe schwankend zwei bis acht Freunde (je nach Lebensphase und -einstellung sind es mal nur 2, dann wieder eher 8). Reicht mir auch.

Die besondere Beobachtung, die ich gemacht habe und über die ich hier schreiben wollte, ist aber eine ganz andere. Es ist der erste Geburtstag gewesen, an dem mir – durch welches Medium auch immer – auffallend oft alles erdenklich Gute gewünscht wurde. Alles erdenklich Gute!? Hm.

Bis zum 43. hat’s alles Gute oder, von den ganz Lieben, alles, alles Gute ja auch getan. Kaum wird man 44, ist das Gute neben allumfassend auch noch erdenklich geworden. Ist das nicht bedenklich, diese erdachte Steigerung von alles?

Zufall kann es jedenfalls nicht sein, da diese Formulierung in 6 von 44 Gratulationen auftauchte. Was will mir das sagen? Was wollen die Glückwünscher mir mit auf den Weg geben? Einfach nur ein Schippchen mehr Glückgesundheitfreudezufriedenheit, weil sie denken, dass man das mit 44, mit Kalkschulter und ohne Arbeit, besonders brauchen könnte? Hat jemand eine Idee? Oder möchte sich gar einer der Verfasser des erdenklich Guten hier öffentlich zu seiner hoffentlich unbedenklichen Intention äußern?

Wie oft in solchen Begriffsnöten bemühe ich den Duden.
Aha. Da haben wir’s.

erdenklich

Bedeutung: was, soweit überhaupt denkbar, irgendwie möglich ist. Um Himmels Willen.

Also soweit überhaupt noch etwas Gutes denkbar ist, das für die fragile, labile Mittvierzigerin drin ist in dieser Wundertüte, die man Leben nennt, muss es auch noch irgendwie möglich sein. Au weia. Das irgendwie schränkt die Möglichkeit ja auch irgendwie ein, finde ich.

Aber es kommt noch bedenklicher mit dem Erdenklichen. Die Synonyme für erdenklich sind nämlich: möglich, virtuell, denkbar und vorstellbar.
Wünscht man mir nur noch virtuell alles Gute, weil es real eh schon utopisch wäre? Oder wünscht man mir nur noch das defintiv vorstellbar Gute, wohingegen mir früher für ein neues Lebensjahr auch noch unvorstellbar Gutes zugetraut und gewünscht wurde? Fragen über Fragen!

Aber es gibt Trost! Denn es kann kein Zufall sein, dass dieses heimtückische, kleine erdenklich im Alphabet umrahmt wird von Erdenkind und Erdenlauf. Mittendrin zwischen dem Menschen und dem Lauf des Lebens erd_enkelt es vor sich hin!(*)

Das stimmt doch hoffnungsfroh. Da ist noch was drin!

In diesem Sinne wünsche ich euch ein erdenklich gutes Wochenende 🙂
Eure Kraulquappe.

(*) hab’s mir mal ausgeliehen – danke, kaschpar.